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	<title>Carlos Lamarca - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-02T11:22:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Carlos Lamarca&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. Oktober]] [[1937]] in [[Rio de Janeiro]]; † [[17. September]] [[1971]] in Pintada, [[Bahia]]) war ein [[Brasilien|brasilianischer]] Berufs[[offizier]]. 1969 [[Desertion|desertierte]] er und schloss sich als „comandante“ der [[Kommunismus|kommunistischen]] [[Untergrundbewegung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Vanguardia Popular Revolucionária]]&amp;#039;&amp;#039; (VPR = Revolutionäre Volks-[[Avantgarde]]). Er wurde am 17. September 1971 von Sicherheitskräften in dem Dorf Pintada aufgespürt und [[Erschießung|erschossen]]. 2007 wurde er [[posthum]] [[Rehabilitation|rehabilitiert]]. Neben [[Carlos Marighella]] war Lamarca einer der international bekanntesten Vertreter der [[Stadtguerilla]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und militärische Laufbahn, Desertion ==&lt;br /&gt;
Lamarcas Vater war Schuhmacher. Nach dem Gymnasialbesuch trat er 1955 in [[Porto Alegre]] in eine [[Kadett]]envorbereitungsanstalt ein, 1957 in eine [[Militärakademie]] in [[Resende (Brasilien)|Resende]] ([[Rio de Janeiro (Bundesstaat)|Rio de Janeiro]]). 1960 wurde er [[Offizieranwärter]]. Er galt als ausgezeichneter Schütze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Colégio Militar de Porto Alegre 0.JPG|mini|Tafel an der Militärakademie in Porto Alegre mit Verweis auf Carlos Lamarca]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1962/63 diente er im so genannten [[Suezkanal|Suez]]-[[Bataillon]] der [[Vereinte Nationen|UNO]], das in [[Gaza (Stadt)|Gaza]] ([[Palästinensische Autonomiegebiete|Palästina]]) stationiert war. Zurück in Brasilien, erlebte er als [[Militärpolizei|Militärpolizist]] den Militär[[putsch]] von 1964, der seine Politisierung bewirkte. Nach verschiedenen Stationierungen wurde er auf eigenen Wunsch wieder nach Porto Alegre versetzt und 1967 zum [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmann]] befördert. Durch einen Untergebenen, den [[Unteroffizier]] Darcy Rodrigues, der in der [[Kaserne]] für die politische Erziehung zuständig war, kam er in Kontakt mit Werken von [[Lenin]] und [[Mao Zedong|Mao]]. Anfang 1968 nahm Lamarca Kontakt zu linken Gruppierungen auf, die den bewaffneten [[Widerstand (Politik)|Widerstand]] gegen das 1964 errichtete Regime befürworteten. Er beschloss zu desertieren und sich einer Guerillagruppe anzuschließen und gründete in seiner Einheit er eine kommunistische Zelle. Im September 1968 traf er sich mit Carlos Marighella, dem damaligen Führer der kommunistischen Splitterpartei PCdoB. Dieser organisierte die Ausreise von Lamarcas Ehefrau Maria Pavan Lamarca und der beiden Söhne nach [[Kuba]], um die zukünftige [[Untergrundtätigkeit]] Lamarcas abzusichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. Januar 1969 desertierten Lamarca, Rodrigues, der [[Gefreiter|Gefreite]] Jóse Mariani und der Soldat Roberto Zanirato, wobei sie 63 [[FN FAL|FAL]]-Gewehre, drei [[Maschinenpistole]]n sowie [[Munition]] entwendeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Guerillatätigkeit ==&lt;br /&gt;
Lamarcas begann seine Untergrundtätigkeit in [[São Paulo]], wo er mit der [[Psychologie|Psychologin]] [[Iara Iavelberg]] (1943–1971) zusammenlebte, die der linksextremistischen Guerillagruppe [[Movimento Revolucionário 8 de Outubro]] (MR-8) angehörte. Am 9. Mai 1969 erschoss er bei einem Banküberfall den [[Wächter|Wachmann]] Orlando Pinto Saraiva, als dieser die Flucht der Bankräuber verhindern wollte. Im Laufe des Jahres vereinigte sich die VPR mit dem [[Comando de Libertação Nacional]] (COLINA) und einer Splittergruppe namens União Operária zur [[VAR-Palmares]]. Ende 1969 verließ Lamarca in Begleitung von Iavelberg und 16 [[Genosse]]n São Paulo, um im Ribeiratal ([[Vale do Ribeira]]) ihre militärische Ausbildung zu beginnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1970 begannen Einheiten der brasilianischen Sicherheitskräfte, vor allem des [[Brasilianische Streitkräfte|Heeres]], die gesamte Region systematisch abzuriegeln und durch [[Absperrung (Straßenverkehr)|Straßensperren]] lückenlos zu überwachen. Während einige Guerilleros aus der Region flüchteten, bildete sich um Lamarca ein harter Kern von sechs Guerilleros. Am 8. Mai 1970 kam es an einer Straßensperre in Eldorado Paulista zu einem Gefecht mit der Militärpolizei São Paulos, wobei zwei Polizisten angeschossen wurden. Den Guerilleros gelang der Durchbruch, doch wenige Stunden später kam es zu einem zweiten Gefecht mit einer Gruppe Militärpolizisten unter Führung des [[Leutnant]]s Alberto Mendes Júnior, wobei einige Militärpolizisten getötet wurden. Mendes wurde gefangen genommen und im Verlauf der weiteren Flucht von dem Guerillero Yoshitane Fujimori mit einem Gewehrkolben erschlagen, da die Flüchtlinge fürchteten, dass Mendes ihre Fluchtroute verraten würde. Am 31. Mai 1969 gelang ihnen der Ausbruch aus der Region, indem sie einen Lkw des Heeres entführten und nach São Paulo flüchteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1970 entführten Guerilleros der ALN und VPR in Rio den [[Westdeutschland|westdeutschen]] [[Botschafter]] [[Ehrenfried von Holleben]] und nahmen ihn als [[Geisel]]. Für seine Freilassung musste die Militärregierung im Austausch 40 politische Gefangene entlassen, die nach [[Algerien]] ausgeflogen wurden. Obwohl Lamarca an der Entführung nicht beteiligt war, suggerierte die Militärregierung der Öffentlichkeit, dass dieser die Operation geleitet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entführung des Schweizer Botschafters ==&lt;br /&gt;
Tatsächlich leitete Lamarca am 7. Dezember 1970 die Entführung des [[Schweiz]]er Botschafters [[Giovanni Bucher]] im Stadtteil [[Flamengo]] im Süden Rios. Dabei erschoss Lamarca den Sicherheitsbeamten Hélio Carvalho de Araújo, der Bucher im Dienstwagen der Botschaft begleitete. Bucher wurde in einem [[Konspiration|konspirativen]] Haus im Stadtteil [[Rocha Miranda]] versteckt. Unter Androhung von Buchers Ermordung sah sich die Regierung gezwungen, 70 politische Gefangene zu entlassen. Obwohl die Mehrheit der Entführer und ein Teil der Basis der VPR die Tötung Buchers befürwortet hatte, wurde dies durch eine Intervention Lamarcas verhindert. Bucher wurde am 16. Januar 1971 freigelassen, nach dem die Regierung drei Tage zuvor die politischen Gefangenen entlassen hatte, die nach [[Chile]] ausgeflogen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übertritt in die MR-8 und Tod ==&lt;br /&gt;
Am 22. März 1971 verließ Lamarca die VPR und trat in die MR-8 ein; vermutlich aufgrund des Einflusses von Iavelberg, mit der er inzwischen eine Beziehung führte. Unter dem Decknamen &amp;#039;&amp;#039;Cirilo&amp;#039;&amp;#039; reiste er nach Buriti Cristalino ([[Bahia]]), wo er bei der Familie des MR-8-Mitglieds José &amp;#039;&amp;#039;Zequinha&amp;#039;&amp;#039; Campos Barreto einen ländlichen Unterschlupf fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. August 1971 entdeckte die Polizei in [[Ipanema]] in einem Pkw des Guerillero César Benjamin ein Tagebuch Lamarcas sowie Briefe an Iavelberg. Aufgrund der Aufzeichnungen im Tagebuch und den Briefen sowie durch Aussagen von Gefangenen des MR-8 gelang es der Polizei durch den Abgleich von [[Topografie (Kartografie)|topografischen]] Angaben und Beschreibungen der [[Vegetation]] den Aufenthaltsort Lamarcas zu lokalisieren. Daraufhin wurde eine Sondereinheit aus 215 Angehörigen der Teilstreitkräfte und der Polizei gebildet, die am 28. August das Wohnhaus von Zequinhas Familie stürmte, wobei mehrere Familienmitglieder getötet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lamarca und Zequinha waren zum Zeitpunkt der Operation nicht im Haus, hörten jedoch die Schüsse und flohen in die [[Caatinga]]. Am 17. September 1971 wurden die beiden Flüchtlinge in dem Dorf Pintada im Distrikt Ibipetum von der Sondereinheit überrascht. Während Barreto noch das Feuer eröffnen konnte, wurde Lamarca offenbar ohne Gegenwehr mit sieben Schüssen getötet. Auch Barreto wurde tödlich getroffen. Die [[Leiche]]n wurden nach [[Salvador (Bahia)|Salvador]] abtransportiert und Lamarca auf einem Friedhof anonym begraben. Am 22. September 1971 verhängte die Regierung eine Nachrichtensperre, um eine [[Mythologie|Mythologisierung]] Lamarcas zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Juristisches Nachspiel seit 2007 ==&lt;br /&gt;
2007 entschied die Amnestiekommission des Justizministeriums, Lamarca [[postum]] den [[Dienstgrad]] eines [[Oberst]]s des Heeres zuzuerkennen. Seiner Witwe Maria Pavan Lamarca wurde die [[Pension (Altersversorgung)|Pension]] eines [[Brigadegeneral]]s zugesprochen; außerdem erhielten die beiden Söhne eine Entschädigung für ihren Aufenthalt im kubanischen Exil. Außerdem erhielt die Familie Lamarca den Status von politisch Verfolgten zuerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2010 suspendierte die [[Richter]]in Cláudia Maria Pereira Bastos Neiva auf Ersuchen des politisch einflussreichen Militärklubs ([[Clube Militar]]) sowohl die Pensionszahlungen als auch die Entschädigungen für die beiden Söhne mit der Begründung, dass sein Ausschluss aus dem Heer durch seine Desertion begründet wurde und dies seinerzeit eine Straftat darstellte. Soweit gegenwärtig (2012) bekannt, soll der [[Rechtsstreit]] durch eine höhere Instanz entschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Emiliano José/Oldack Miranda: &amp;#039;&amp;#039;Lamarca, o Capitão da Guerrilha&amp;#039;&amp;#039;, 5. Aufl. São Paulo 1980&lt;br /&gt;
* Wilma Antunes Maciel: O capitão Lamarca e a VPR. Repressão judicial no Brasil, São Paulo (Alameda) 2006. ISBN 85-98325-27-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Lamarca (Film)|Lamarca]]&amp;#039;&amp;#039;, BRA 1994, Regie: [[Sérgio Rezende]], mit [[Paulo Betti]] in der Rolle Lamarcas. Der Film basiert auf dem Werk von José und Miranda ([https://www.youtube.com/watch?v=Wy1g8kRMD5Q Vollständiger Film (portugiesisch) auf youtube.com], [https://www.youtube.com/watch?v=7KHrR2p006E Film mit englischen Untertiteln auf youtube.com]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Zuzu Angel (Film)|Zuzu Angel]]&amp;#039;&amp;#039;, BRA 2006, Regie: Sérgio Rezende, ebenfalls mit Paulo Betti als Lamarca in einer Nebenrolle ([https://www.youtube.com/watch?v=duCoCVG2tt8 Vollständiger Film (portugiesisch) auf youtube.com], [https://www.youtube.com/watch?v=B9bIRXyvvgo Film mit englischen Untertiteln auf youtube.com]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Carlos Lamarca in der Uniform der brasilianischen Streitkräfte, ca. 1966 [https://www.uece.br/mahis/images/stories/538715-1309-cp.gif]&lt;br /&gt;
* Lamarca als Angehöriger der Heerespolizei, ca. 1965 [https://4.bp.blogspot.com/_l1k4tvRFGlY/SqkhQywRZwI/AAAAAAAAA28/ximvd7yp-xg/s400/sem+t%C3%ADtulo.bmp]&lt;br /&gt;
* Brasilianische Webseite mit Lebensdaten Lamarcas [https://www.angelfire.com/de2/cheguevara/lamarca.htm]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;BRASILIEN. Bei Null. Die brasilianischen Militärdiktatoren brachten ihren &amp;quot;Staatsfeind Nummer 1&amp;quot; zur Strecke&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 40 vom 22. September 1971, S. 108f. [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43078787.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1269709194|LCCN=n81041114|VIAF=18540647}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lamarca, Carlos}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brasilianische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärgeschichte Lateinamerikas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Brasilien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Revolutionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Guerilla (Person)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brasilianer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1937]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1971]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lamarca, Carlos&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=brasilianischer Berufsoffizier&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. Oktober 1937&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Rio de Janeiro]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. September 1971&lt;br /&gt;
|STERBEORT=Pintada, [[Bahia]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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