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	<title>Carl Mertens - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Carl_Mertens&amp;diff=439306&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-41413-3 am 18. August 2025 um 14:51 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-18T14:51:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Militärangehörigen Carl Mertens. Zur Besteckfabrik siehe [[Carl Mertens (Besteckfabrik)]]; zu anderen Personen siehe [[Karl Mertens]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:CarlMertens.jpg|mini|hochkant|Carl Mertens]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Carl Mertens&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1902]] in [[Kassel]]; † [[17. Oktober]] [[1932]] bei [[Paris]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] Militärangehöriger, [[Journalist]] und radikaler [[Pazifist]]. Er deckte 1925 in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Weltbühne]]&amp;#039;&amp;#039; die sogenannten [[Fememord]]e innerhalb der [[Schwarze Reichswehr|Schwarzen Reichswehr]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und militärischer Werdegang ==&lt;br /&gt;
Mertens wurde 1902 als Sohn eines Polizeikommissars in Kassel geboren. Da sein Vater früh starb, war Mertens gezwungen, bereits in jungen Jahren zum Lebensunterhalt für seine Mutter und seinen kleineren Bruder beizutragen. Über seinen schulischen und beruflichen Werdegang nach 1918 gibt es unterschiedliche Angaben. Einem Brief zufolge, den Mertens im März 1926 an den Pazifisten [[Ludwig Quidde]] schrieb, unterbrach er gegen Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] seine schulische Ausbildung, um der sogenannten [[Einwohnerwehr]] beizutreten. Ebenfalls sei er Mitglied des [[Jungdeutscher Orden|Jungdeutschen Ordens]] geworden.&lt;br /&gt;
[[Datei:CarlMertensAusweis.jpg|mini|links|[[Truppenausweis]] von Carl Mertens]]&lt;br /&gt;
In [[Sachsen]] habe er an der „Unterdrückung innerer Unruhen“ teilgenommen. Anschließend kehrte er nach Kassel zurück, wo er 1919 eine Lehre bei einem Buchhändler begann. Zu der Frage, ob er vor Beginn der Lehre noch das [[Abitur]] machte oder ob er das [[Realgymnasium]] vorzeitig verließ, gibt es unterschiedliche Angaben. Nach Mertens’ Angaben drängte der [[Monarchismus|monarchistisch]] gesinnte Buchhändler seinen Lehrling jedoch dazu, sich an der Niederschlagung der [[Aufstände in Oberschlesien|oberschlesischen Aufstände]] im Mai 1921 zu beteiligen. Auf diese Weise kam Mertens zunächst zum [[Freikorps Oberland|Bund Oberland]]. Anschließend kehrte er wieder nach Kassel in die Buchhandlung zurück. 1922 sei er eine Zeitlang durch Deutschland und [[Italien]] gewandert, bevor er, der Familientradition folgend, nach [[Brandenburg]] zur Polizeischule gegangen sei. Während des [[Ruhrbesetzung|Ruhrkampfes]] wurde er vom Bund Oberland zu Sabotageakten ins Ruhrgebiet beordert. Über den Bund gelangte er auch zur [[Schwarze Reichswehr|Schwarzen Reichswehr]]. 1924 kam er ein weiteres Mal in seine Heimatstadt zurück und nahm sich vor, nicht mehr zu den illegalen Wehrverbänden zurückzukehren. Diesem Entschluss blieb er auch treu, als die [[Organisation Consul]] ihn im Oktober 1924 zwingen wollte, sich dem Verband anzuschließen. Um möglichen Racheakten zu entgehen, reiste er in die [[Schweiz]] und nach Italien, wo er als Journalist arbeitete. Im April 1925 kehrte er nach Deutschland zurück. Die Wahl [[Paul von Hindenburg]]s zum [[Reichspräsident]]en veranlasste Mertens an seinem neuen Aufenthaltsort [[Darmstadt]], unterstützt von [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]-Kreisen seine Erfahrungen mit den [[Vaterländische Verbände|Vaterländischen Verbänden]] zu publizieren und damit die reaktionären Kräfte zu bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Weg an die Öffentlichkeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:CarlMertensVerbaende.jpg|mini|Originaltext der Weltbühne]]&lt;br /&gt;
Im Sommer 1925 wurde dem Herausgeber der &amp;#039;&amp;#039;[[Die Weltbühne|Weltbühne]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Siegfried Jacobsohn]], über den Mittelsmann [[Carlo Mierendorff]] ein anonymes Manuskript über die [[Fememord]]e innerhalb der Schwarzen Reichswehr angeboten. Autor dieser Aufzeichnungen mit dem Titel „Hinter den Kulissen der Vaterländischen Verbände“ war Carl Mertens. Obwohl Jacobsohn wusste, dass er sich mit einer Veröffentlichung dieses Materials einer großen persönlichen Gefahr aussetzte, publizierte er vom 18. August 1925 an wöchentlich die brisanten, zunächst anonymen Aufzeichnungen. Mertens’ Schilderungen zufolge herrschte innerhalb dieser Verbände eine Gesinnung, wie sie für den [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] [[Terror]] charakteristisch werden sollte:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Dann haben sie auch wohl von der Zukunft geträumt. Die ‚verfluchten [[Prolet]]en‘ sollten gehenkt werden, ja, neue Foltersysteme wurden mit sadistischer Wollust ausgebaut. Die sie am meisten haßten, die wurden oft, ja fast täglich im Geiste zu Tode gemartert. Aber es waren keine Franzosen; sondern ihre ‚Erbfeinde‘ waren: reiche [[Juden]], dicke [[Bauern]], [[Sozialismus|sozialistische]] [[Arbeiter]] – und welcher Arbeiter ist für sie nicht Sozialist? – Gewerkschaftssekretäre und Männer der Regierung,&amp;amp;nbsp;[…]&lt;br /&gt;
 |Autor=&amp;lt;nowiki /&amp;gt;* * *&lt;br /&gt;
 |Quelle=Die Vaterländischen Verbände&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Vaterländischen Verbände&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbühne&amp;#039;&amp;#039;, 18. August 1925, S. 239–258, hier S. 244.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Mertens fürchtete weiterhin die Gefahren, auf die er mit seinen Veröffentlichungen aufmerksam machen wollte. Er vermied es, sich längere Zeit am selben Ort aufzuhalten. Der Druck der Öffentlichkeit führte schließlich dazu, dass die [[Polizei]] gegen die von ihm genannten Fememörder ermittelte und von 1926 öffentlich nach den Tätern fahndete. Auch der [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] debattierte über die Umtriebe innerhalb der Schwarzen Reichswehr. In den anschließenden Prozessen entschied das [[Reichsgericht]] zu Gunsten der Fememörder, „dass es auch ein Notwehrrecht des einzelnen Staatsbürgers gegenüber rechtswidrigen Angriffen auf die Lebensinteressen des Staates gibt“ ([[Entscheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen|RGSt]] 63, 215 (220)). Wie gering das öffentliche Interesse an dem Thema war, zeigte sich an dem Misserfolg des 1926 publizierten Buches &amp;#039;&amp;#039;Verschwörer und Fememörder&amp;#039;&amp;#039;. Da Siegfried Jacobsohn von einer großen Nachfrage republikanisch und pazifistisch gesinnter Kreise an dem Material ausging, hatte er Mertens’ Aufsätze zusammengefasst und in hoher Auflage drucken lassen. Das Interesse fiel aber unerwartet gering aus, so dass Jacobsohns Verlag in finanzielle Schwierigkeiten geriet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der radikalpazifistische Publizist ==&lt;br /&gt;
[[Datei:MertensCover.jpg|mini|Umschlag von „Verschwörer und Fememörder“]]&lt;br /&gt;
Es hatte nur wenige Monate gedauert, bis Mertens’ [[Anonymität|Inkognito]] gelüftet worden war und er unter seinem eigenen Namen zu publizieren begann. Von 1926 an kämpfte er ebenso wie die Journalisten [[Berthold Jacob]], [[Fritz Küster]] und [[Walter Kreiser]] gegen die heimliche [[Aufrüstung der Reichswehr]] und brachte die Reichswehrführung aufgrund seiner guten Kontakte mit fundierten Berichten über verborgene Rüstungsprogramme in Verlegenheit. Dies trug ihm mehrere Anklagen wegen [[Landesverrat]]s ein. Am 30. Dezember 1926 wurde schließlich Haftbefehl gegen ihn erlassen, dem er sich jedoch durch eine Ausreise über [[Österreich]] und die Schweiz nach [[Paris]] entzog. Das Verfahren wurde 1928 eingestellt, der Haftbefehl aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als gemäßigte [[Pazifismus|Pazifisten]] wie Ludwig Quidde war Mertens zu Recht der Überzeugung, dass der deutsche [[Militarismus]] nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg nicht gebrochen sei, sondern in der [[Weimarer Republik]] ungehindert fortwirke. Zusammen mit [[Friedrich Wilhelm Foerster]] versuchte Mertens daher in zahlreichen Publikationen sowohl in Deutschland als auch im Ausland auf diese geheimen Aktivitäten aufmerksam zu machen. So finanzierte Foerster die &amp;#039;&amp;#039;[[Korrespondenz ‚Genf‘ – Für Frieden und Verständigung]]&amp;#039;&amp;#039;, die von Mertens herausgegeben wurde. Weitere Publikationsorgane für ihn waren &amp;#039;&amp;#039;[[Das Andere Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Die Menschheit]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit (Schwann)|Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Tage-Buch]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Chronik der Menschheit&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner pazifistischen Aktivitäten war Mertens innerhalb der nationalistischen Kreise sehr verhasst, was er bei einem letzten Besuch in Deutschland zu spüren bekam. Als er im Januar 1928 unter der Zusage eines sicheren Geleits nach Leipzig reiste, um vor dem Reichsgericht in einem Prozess gegen [[Julius Schreck]] auszusagen, wurde er auf dem Bahnhof von mehreren Nationalsozialisten angegriffen und niedergeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mertens starb am 17. Oktober 1932 zwischen [[Fontainebleau]] und [[Paris]] an den Folgen eines Autounfalls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verschwörer und Fememörder&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Weltbühne, Charlottenburg 1926&lt;br /&gt;
* Carl Mertens, [[Otto Lehmann-Rußbüldt]], [[Walter Kreiser|Konrad Widerhold]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Militärpolitik seit 1918&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1926&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Reichswehr oder Landesverteidigung? Beitrag zu den Wehrmachtsproblemen Deutschlands&amp;#039;&amp;#039;. Wiesbaden 1927&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Dokument zur Reichswehr- und Stahlhelmpolitik. Mit erläuternden Aufsätzen von Friedrich Wilhelm Foerster&amp;#039;&amp;#039;. Wiesbaden 1927&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der kommende Krieg&amp;#039;&amp;#039;. Genf 1927&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Memorandum zur deutschen Abrüstungspolitik&amp;#039;&amp;#039;. Genf 1930&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Helmut Donat (Verleger)|Helmut Donat]]: &amp;#039;&amp;#039;Rüstungsexperte und Pazifist – Der Reichswehroffizier Carl Mertens (1902–1932)&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfram Wette (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Pazifistische Offiziere in Deutschland 1871–1933&amp;#039;&amp;#039;, Bremen 1999, S. 247–271.&lt;br /&gt;
* Helmut Donat, Karl Holl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Friedensbewegung. Organisierter Pazifismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Hermes Handlexikon., Econ Taschenbuchverlag, Düsseldorf 1983, ISBN 3-612-10024-6.&lt;br /&gt;
* Ursula Madrasch-Groschopp: &amp;#039;&amp;#039;Die Weltbühne. Porträt einer Zeitschrift.&amp;#039;&amp;#039; Buchverlag Der Morgen, Berlin 1983. (Nachdruck: Bechtermünz Verlag im Weltbild Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0337-1)&lt;br /&gt;
* Bernhard Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Schwarze Reichswehr und Fememorde. Eine Milieustudie zum Rechtsradikalismus in der Weimarer Republik&amp;#039;&amp;#039;. Metropol Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-936411-06-9. &amp;#039;&amp;#039;Reihe Dokumente, Texte, Materialien&amp;#039;&amp;#039;, Band 50. (Zugleich: TU Berlin, Diss., 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116905662|VIAF=57378599}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mertens, Carl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Friedensbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Publizist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1902]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1932]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entscheidung des Reichsgerichts (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mertens, Carl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Journalist und Pazifist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1902&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kassel]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Oktober 1932&lt;br /&gt;
|STERBEORT=bei [[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-41413-3</name></author>
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