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	<title>Carl Kostka - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Gak69: Bildbeschreibung eingefügt, Link auf BKL korrigiert</title>
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		<updated>2026-02-10T00:29:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bildbeschreibung eingefügt, Link auf BKL korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den sudetendeutschen Politiker &amp;#039;&amp;#039;Carl Kostka&amp;#039;&amp;#039;. Zum gleichnamigen deutschen Mathematiker siehe [[Carl Kostka (Mathematiker)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Carl Kostka.jpg|mini|Carl Kostka]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Carl Kostka&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch Karl Kostka, (* [[5. Mai]] [[1870]] in [[Mimoň|Niemes]], [[Österreich-Ungarn]]; † [[23. Juli]] [[1957]] in [[Prag]]) war ein [[Tschechoslowakei|tschechoslowakischer]] [[Politiker]] [[sudetendeutsche]]r Herkunft, als Volkswirtschaftler Obmann des Verbandes der [[Kunstblume]]nfabrikanten, führendes Mitglied der [[Deutschdemokratische Freiheitspartei|Deutschdemokratischen Freiheitspartei]], der [[Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft|Deutschen Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft]] (DAWG) und Mitbegründer des [[Sudetendeutscher Wahlblock|Sudetendeutschen Wahlblocks]] (SdWB). Diese Parteien und Interessengruppen vertrat er als Abgeordneter und später als Senator im Parlament. Von 1929 bis 1938 war er Bürgermeister in [[Liberec]] (Reichenberg) in [[Nordböhmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Sein Vater, ursprünglich aus [[Zahrádka]] im Kreis [[Okres Třebíč|Třebíč]] in der Region Vysočina stammend, war Direktor der örtlichen Schule in Niemes, seine Mutter, eine geborene &amp;#039;&amp;#039;Baumann&amp;#039;&amp;#039; stammte aus [[Dolní Krupá u Mnichova Hradiště]] (Nieder Krupai).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss des deutschen [[Gymnasium]]s in [[Česká Lípa|Böhmisch Leipa]] studierte Carl Kostka an der Rechtsfakultät der [[Deutsche Universität Prag|Deutschen Universität in Prag]]. Nach ersten beruflichen Erfahrungen als Rezipient beim gewerblichen Kreisgericht wechselte er 1896 als Handelskammersekretär an die Handels- und Gewerbekammer in [[Liberec|Reichenberg]], die er in späteren Jahren als Erster Sekretär stark prägen sollte. Er beschäftigte sich unter anderem mit der Arbeiterfrage in Nordböhmen. Verschiedene Produktionsgenossenschaften für Heimarbeiter der Herstellung von [[Kunstblume]]n gingen auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
1897 heiratete er &amp;#039;&amp;#039;Luisa Würth Edle v. Hartmühl&amp;#039;&amp;#039; in Böhmisch Leipa. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: 1898 die Tochter Hedwig Kostka und 1906 der Sohn Friedrich Carl Kostka.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beginn der politischen Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
Im Alter von 50 Jahren wandte sich Carl Kostka der Politik zu. Mit dem Juristen und Politiker [[Bruno Kafka]] (1881–1931), Vetter von [[Franz Kafka]] und [[Ludwig Spiegel]] gehörte er nach Ende der Monarchie [[Österreich-Ungarn]] 1920 zu den Mitbegründern der [[Deutschdemokratische Freiheitspartei|Deutschdemokratischen Freiheitspartei]] (DDFP). 1922 erreichte Kostka die Wahl ins Abgeordnetenhaus, wo er bis 1925 verblieb. Das Parteiprogramm der DDFP von 1920 hatte die Stärkung der deutschen Minderheiten-Position in der [[Tschechoslowakei]] zum Ziel, es unterstützte soziale Reformen und eine gemäßigte Bodenreform des Grossgrundbesitzes. Die Partei, die viele jüdische Mitglieder hatte, stellte sich klar gegen judenfeindliche Tendenzen. Kostka gehörte 1928 und während der [[Weltwirtschaftskrise]] und der [[Inflation]] der Geldwährung zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft (DAWG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kostka als Senator und Bürgermeister von Reichenberg ==&lt;br /&gt;
Als Vertreter der DAWG wurde Kostka 1929 in den Senat der Tschechoslowakei gewählt. Seit 1929 war Kostka [[Bürgermeister]] der Stadt Reichenberg ([[Liberec]]), bemühte sich um eine Modernisierung der Stadt und um eine bessere Zusammenarbeit der demokratischen tschechischen und deutschen Kräfte während des Zusammenbrechens der traditionellen Absatzmärkte für die Reichenberger Industrieprodukte. 1935, nach dem Wechsel von [[Alfred Rosche]] zur [[Sudetendeutsche Partei]], übernahm Carl Kostka die Leitung der bereits geschwächten DAWG. 1935 schaffte er als einziger Vertreter des aktivistischen „Sudetendeutschen Wahlblocks“ die Wiederwahl in den Senat. Die Reden Carl Kostkas im Senat zeugen von guten volkswirtschaftlichen Kenntnissen, oft nehmen sie Bezug auf die Problematik der von der Wirtschaftskrise stark betroffenen Region [[Nordböhmen]] mit einer hohen Zahl von Arbeitslosen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kostka als Befürworter der Tschechoslowakei ==&lt;br /&gt;
1936 gelang es Kostka, den Präsidenten der [[Tschechoslowakei]] [[Edvard Beneš]] nach Nordböhmen einzuladen. Der international beachtete Besuch sollte Beneš die schwierige wirtschaftliche Situation direkt vor Augen führen und bei der deutschen Bevölkerung das Vertrauen in den tschechoslowakischen Staat stärken. Besondere Nähe verband Kostka mit jüdischen Einwohnern der Stadt. Bis zu seinem Rücktritt als Bürgermeister unterstützte er das Reichenberger Theater, das unter jüdischer Leitung stand. Kostka musste für seine in Widerspruch zum [[Nationalsozialismus]] stehende Politik in der Presse viel Kritik einstecken, die sich zu offener Anfeindung durch Anhänger der Sudetendeutschen Partei steigerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 versuchte eine kleine internationale Gruppe von Politikern noch einmal, den nationalsozialistischen Tendenzen innerhalb der deutschen Minderheiten im östlichen Europa die Stirn zu bieten. Mit dem Deutschbalten [[Paul Schiemann]] und dem Oberschlesier [[Eduard Pant]] gehörte Carl Kostka 1937 zu den Mitunterzeichnern des Aufrufs zur Gründung des „Deutschen Verbandes zur nationalen Befriedung Europas“. Im Sommer 1938 informierten Kostka und andere NS-Gegner [[Walter Runciman, 1. Viscount Runciman of Doxford]], einem internationalen Vermittler zur Beilegung der [[Sudetenkrise]] in Prag und in Paris, dass es in der Tschechoslowakei auch unter der Bevölkerung der [[Sudetendeutsche]]n Befürworter des 1918 gegründeten Staates gebe. Im September 1938 gehörte Kostka zu den Mitbegründern des „Nationalrats aller friedenswilligen Sudetendeutschen unter Hintansetzung aller persönlichen und parteimäßigen Sonderinteressen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rücktritt als Bürgermeister von Reichenberg im April 1938 ==&lt;br /&gt;
Kostka, zermürbt durch die Kampagnen gegen ihn und seine Familie, trat Mitte April 1938 „aus gesundheitlichen Gründen“ als Bürgermeister von Reichenberg ([[Liberec]]) zurück und zog mit seiner Frau nach [[Prag]]. Einen Monat zuvor hatte er im Senat eine flammende Rede für die Solidarität mit der [[Tschechoslowakei]] gehalten. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen nach dem [[Münchner Abkommen]] in die Tschechoslowakei am 15. März 1939 nahm das Schicksal Carl Kostkas und seiner Familie ihren Lauf. Seine Pensionszahlungen wurden zunächst ganz eingestellt, später um 60 Prozent gekürzt. Es folgten Verhöre durch die Gestapo ([[Geheime Staatspolizei]]). In Berlin und Reichenberg wurden Verfahren gegen ihn angestrengt. Seine Kinder Hedwig, Rhythmiklehrerin, und Friedrich, Angestellter bei der Versicherungsgesellschaft Concordia in Reichenberg, verloren aus politischen Gründen ihre Arbeit. Die Familie war auf die finanzielle Unterstützung durch die britische Gesandtschaft und einen jüdischen Freund angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach dem Kriegsende 1945 ==&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] während der [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei]] wurde die Familie verhaftet und dem [[Tschechoslowakischer Nationalausschuss (1939)|Tschechoslowakischen Nationalausschuss]] übergeben. Auf dem Weg dorthin wurde Kostkas Frau Luisa von einem Unbekannten niedergeschossen. Dank dem Eingreifen des Büros von Präsident Edvard Beneš konnten Kostka und die übrigen Mitglieder der Familie am 20. Mai 1945 in ihre Prager Wohnung zurückkehren. Sie erhielten wegen Kostkas Loyalität zur Tschechoslowakei trotz dessen deutsch-böhmischer Volkszugehörigkeit die provisorische tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Doch erst 1947 bekam die Familie die Staatsbürgerschaft endgültig zurück. Carl Kostka lebte bis zu seinem Tod am 23. Juli 1957 in Prag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* Beiträge zu Handel und Gewerbe in Fachzeitschriften. Verzeichnis siehe bei [[Franz Hantschel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Matts Ole Balling]]: &amp;#039;&amp;#039;Von Reval bis Bukarest&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 1. Dokumentation-Verlag, Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-4-2, S. 298.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bohemia&amp;#039;&amp;#039; vom 1. Mai 1930; 18. Mai 1929.&lt;br /&gt;
* Randolf Gränzer: &amp;#039;&amp;#039;Reichenberg – Stadt und Land im Neißetal. Ein Heimatbuch&amp;#039;&amp;#039;. Heimatkreis Reichenberg, Augsburg 1974, S. 277 ff. &lt;br /&gt;
* [[Franz Hantschel]]: &amp;#039;&amp;#039;Heimatkunde des politischen Bezirk Böhmisch Leipa&amp;#039;&amp;#039;. Künstner, Böhmisch Leipa 1911, S. 611.&lt;br /&gt;
* Viktor Lug: &amp;#039;&amp;#039;Heimatkunde des Bezirkes Reichenberg Sudetenland&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;Ortschroniken, 5: Reichenberg, eingemeindete Vororte Iserseite&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverl. Gebr. Stiepel, Reichenberg 1940, S. 236 f.&lt;br /&gt;
* Roman Karpaš, Zdeněk Brunclík et al.: &amp;#039;&amp;#039;Kniha o Liberci&amp;#039;&amp;#039;. Liberec 1996.&lt;br /&gt;
* Susanne Keller-Giger: &amp;#039;&amp;#039;Carl Kostka (1870–1957) – sudetendeutscher Demokrat, Volkswirtschaftler und kritischer Verteidiger der Tschechoslowakei&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Niemeser Heimatbrief&amp;#039;&amp;#039;. März/April 2011, Folge 2, S. 11–13.&lt;br /&gt;
* Susanne Keller-Giger: &amp;#039;&amp;#039;Karl Kostka a Německá demokratická svobodomyslná strana v Československu v době před 2. světovou válkou&amp;#039;&amp;#039;, Agentura Pankrác Praha 2018, ISBN 978-80-86781-36-5.&lt;br /&gt;
* Susanne Keller-Giger: &amp;#039;&amp;#039;Carl Kostka und die Deutschdemokratische Freiheitspartei in der Tschechoslowakei der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Verlagsbuchhandlung Sabat, Kulmbach 2022, ISBN 978-3-943506-96-9.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft in Europa : Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1: Tschechoslowakische Republik. Wien 1936.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs&amp;#039;&amp;#039; 55, 1979, S. 34 f.&lt;br /&gt;
* [[Heribert Sturm]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben im Auftrag des [[Collegium Carolinum (Institut)]], Bd. II, R. Oldenbourg Verlag, München 1984, ISBN 3-486-52551-4, S. 262.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Wertheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Von deutschen Parteien und Parteiführern im Ausland&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Zentral-Verlag, Berlin 1930, S. 192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1178857549|LCCN=no2024003233|VIAF=85311192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kostka, Carl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Liberec)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter des Tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter zum Tschechoslowakischen Senat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Sudetenland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschechoslowake]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1870]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1957]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kostka, Carl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kostka, Karl&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=tschechoslowakischer Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Mai 1870&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mimoň|Niemes]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. Juli 1957&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Prag]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gak69</name></author>
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