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	<title>Carl Dornes - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T12:42:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-03-30T03:05:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Carl Dornes&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch: &amp;#039;&amp;#039;Karl&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. Juni]] [[1906]] in [[Aglasterhausen|Michelbach]]; † [[11. Januar]] [[1980]] in [[Heidelberg]]) war ein deutscher [[Jurist]], [[Beamter (Deutschland)|Verwaltungsbeamter]] und [[Politiker]] ([[Freie Demokratische Partei|FDP]]/[[Demokratische Volkspartei|DVP]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur absolvierte Dornes ein Studium der [[Rechtswissenschaft]]. In den 20er Jahren war Dornes laut dem Historiker und Politikwissenschaftler [[Michael Ruck (Politikwissenschaftler)|Michael Ruck]] eines der „aktivsten Mitglieder“ des [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|NSDStB]] in Heidelberg. Den Austritt aus dem NSDStB im Jahr 1930 sieht Ruck im Zusammenhang mit dem Beginn der Beamtenlaufbahn von Dornes. Andererseits habe Dornes bis 1940 durchaus eine gewisse Distanz zum NS-Regime gewahrt und sei 1938 sogar vorübergehend aus dem Staatsdienst ausgeschieden. Am 30. September 1939 beantragte er die Aufnahme in die [[NSDAP]] und wurde zum 1. Januar 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.810.988),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/6771269&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem Jahr erhielt Dornes eine feste Anstellung im Staatsdienst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Ruck |Titel=Korpsgeist und Staatsbewusstsein. Beamte im deutschen Südwesten 1928 bis 1972 |Ort=München |Datum=1996 |Seiten=236}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Oktober 1940 bis Februar 1942 war er Generalbevollmächtigter für das jüdische Vermögen in [[Baden (Land)|Baden]]. In dieser Eigenschaft hat er die Vermögen der bis Oktober 1940 aus Baden „evakuierten“ Juden im Gesamtwert von 60 Millionen Reichsmark verwaltet und verwertet (siehe folgendes Unterkapitel). Danach war er als Personalreferent im badischen Innenministerium tätig, zuletzt als Oberregierungsrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornes wurde 1945 zunächst aus dem Verwaltungsdienst entlassen, dann aber als „Entlasteter“ eingestuft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Dennoch kehrte er dem Verwaltungsdienst den Rücken und war in der Folgezeit als Rechtsanwalt tätig. 1947 verfasste er das Memorandum &amp;#039;&amp;#039;Wissenswertes über die badische Staatsverwaltung vor und nach 1933 im Hinblick auf die derzeitigen Beamtenentlassungen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornes trat nach 1945 in die Demokratische Volkspartei (DVP) ein, die sich 1948 zum Landesverband der FDP in [[Württemberg-Baden]] wandelte und 1952 im Landesverband der [[FDP Baden-Württemberg|FDP/DVP]] in [[Baden-Württemberg]] aufging. Von 1950 bis 1952 war er [[Mitglied des Landtages|Landtagsabgeordneter]] im [[Landtag von Württemberg-Baden]]. Von 1952 bis 1953 war er Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und anschließend bis 1956 Abgeordneter des [[Landtag von Baden-Württemberg|Baden-Württembergischen Landtages]]. Seine Kandidatur als [[Regierungspräsident (Deutschland)|Regierungspräsident]] von [[Regierungsbezirk Nordbaden|Nordbaden]] wurde 1963 durch einen Briefwechsel zwischen dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes [[Gebhard Müller]] und dem baden-württembergischen Innenminister [[Hans Filbinger]] verhindert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Generalbevollmächtigter für die Verwertung jüdischer Vermögen in Baden ==&lt;br /&gt;
Am 22. Oktober 1940 wurden 6.500 jüdische Einwohner Badens und der Saarpfalz in einer Nacht- und Nebelaktion ins französische [[Gurs]] in den [[Pyrenäen]] zwangsumgesiedelt. Die Deportation kam für die Betroffenen, wie auch für die französische [[Vichy-Regierung]], völlig überraschend. Laut der Historikerin Andrea Brucher-Lembach war der badische Gauleiter [[Robert Wagner (Gauleiter)|Robert Wagner]] der „Initiator der Deportation“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Brucher-Lembach |Titel=... wie Hunde auf ein Stück Brot |Datum=2004 |Seiten=113}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Baden verfügte Wagner die Einziehung der Vermögen der Deportierten durch das badische Innenministerium. Dazu ernannte Wagner den Regierungsrat Carl Dornes zum „Generalbevollmächtigten“. Ad hoc wurden bei den Polizeiverwaltungen der Landratsämter bzw. Polizeipräsidien sog. „Abteilungen für jüdisches Vermögens“ gebildet, die das Vermögen der Deportierten erfassten, die Wohnungen versiegelten, Inventarlisten erstellten und Versteigerungen anberaumten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Siefert, Katharina |Titel=Richtlinien zur „beschleunigten Freimachung der Judenwohnungen“. Die Verwertung jüdischen Vermögens in Baden und eine Holzschatulle im Badischen Landesmuseum Karlsruhe |Hrsg= |Sammelwerk=[[Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins]] |Band=167 |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2019 |ISBN= |Seiten=391-399}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Amtsdeutsch wurde die Bezeichnung VVjV (Verwaltung und Verwertung jüdischer Vermögen) geführt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=702-710}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verwaltungspraxis nutzte Dornes, so der Historiker Christoph Raichle, vorhandene Spielräume nicht, um das Los der Deportierten zu mildern. So habe Dornes die Nachsendung von Winterkleidung, welche von den Deportierten in Gurs dringend benötigt wurde, „dilatorisch“ behandelt, obwohl er über reiche Bestände verfügte habe, bis die [[Schutzstaffel|SS]] im März 1941 schließlich eine Nachsendung als angeblich nicht mehr notwendig eingestuft habe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=711-715}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt habe der Fokus der Dornes-Verwaltung auf der peniblen Erfassung der eingezogenen Vermögen zugunsten des Staates gelegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=722ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Raichle hebt dabei anhand von Fallbeispielen die „bürokratische Menschenverachtung“ der Verwaltung hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=724-742}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dessen ungeachtet sei es auch zur persönlichen Bereicherung durch Angehörige der Dornes-Verwaltung gekommen, die als Käufer zu überaus günstigen Bedingungen Gegenstände aus dem geraubten Gut erwarben. Der Leiter der „Abteilung für jüdisches Vermögen“ beim Landratsamt Rastatt, Hah, habe im November 1940 das Kaufverhalten der beteiligten Beamten verglichen mit dem Verhalten von „Hyänen, die über ein Aas herfallen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=743f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Generell sei es bei den Versteigerungen, bei denen einen starker Andrang der lokalen Bevölkerung herrschte, zu Unregelmäßigkeiten und Korruptionserscheinungen gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christoph Raichle |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Datum=2019 |Seiten=744-753}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem partiell abweichenden Ergebnis kommt der Historiker Robert Neisen: demnach kam die „strikte Orientierung der leitenden Beamten an Gesetzen und formalen Regeln […] gelegentlich sogar zugunsten der Opfer zum Tragen“. Dies habe sich am „Verhalten von Carl Dornes“ gezeigt, der das beschlagnahmte Vermögen der Deportierten „zuverlässig und gewissenhaft“ verwaltet habe; „auf Bitten“ des Leiters der badischen Bezirksstelle der [[Reichsvereinigung der Juden in Deutschland|Reichsvereinigung der Juden]], [[Karl Eisemann]], habe Dornes dafür gesorgt, „dass Reisepässe von Deportierten […] nach Gurs geschickt wurden“. Andererseits habe Dornes auch Grundstücke enteignet, „bei denen Juden Miteigentümer waren, die der Deportation entgangen waren“. Dornes habe dies begründet mit dem „öffentlichen Interesse an der Zwangsentjudung“ der betreffenden Grundstücke.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Neisen |Hrsg=Frank Engehausen u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Das badische Innenministerium |Sammelwerk=Die badischen und württembergischen Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus |Band=Teilband I |Verlag=Kohlhammer |Ort=Stuttgart |Datum=2019 |Seiten=140 u. 161}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andrea Brucher-Lembach: … wie Hunde auf ein Stück Brot. Die Arisierung und der Versuch der Wiedergutmachung in Freiburg, Bremgarten 2004.&lt;br /&gt;
* Landtag von Baden-Württemberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;MdL, Die Abgeordneten der Landtage in Baden-Württemberg 1946–1978.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1978, ISBN 3-12-911930-2, S. 108.&lt;br /&gt;
* Robert Neisen: Das Badische Innenministerium, in: Frank Engehausen, Sylvia Paletschek u. Wolfram Pyta (Hrsg.): Die badischen und württembergischen Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus, Teilband I, Kohlhammer, Stuttgart 2019, S. 77–194.&lt;br /&gt;
* Christoph Raichle: {{Literatur |Titel=Die Finanzverwaltung in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus |Verlag=Kohlhammer |Ort=Stuttgart |Datum=2019 |Kommentar=Kap. E1 und E2, S. 695-752}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783000207037 |Titel=Dornes, Carl |Fundstelle=D |Seiten=233–234 |KBytes=212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Landtag Baden-Württemberg|225}}&lt;br /&gt;
* [https://sesam.lmz-bw.de/mediathek?inp=token:Carl%20Dornes Abgeordnetenausweis von Carl Dornes] bei LEO Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
* [https://ns-ministerien-bw.de/wp-content/uploads/2016/05/Mia_2-1.jpg Personalakte] von Karl Dornes mit Bild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1155329171|VIAF=1359152261519017180007}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dornes, Carl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Württemberg-Baden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Baden-Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:FDP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1906]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1980]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Dornes, Carl&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Dornes, Karl&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (FDP/DVP), MdL&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. Juni 1906&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Aglasterhausen|Michelbach]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Januar 1980&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Heidelberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Intimidator</name></author>
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