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	<title>Capitol (Offenbach am Main) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T23:03:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Capitol_(Offenbach_am_Main)&amp;diff=1425848&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;NDG: Änderungen von Goodgoon (Diskussion) auf die letzte Version von NDG zurückgesetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Capitol_(Offenbach_am_Main)&amp;diff=1425848&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-04T14:04:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Goodgoon&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Goodgoon&quot;&gt;Goodgoon&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Goodgoon&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:Goodgoon (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:NDG&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:NDG (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;NDG&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Capitol Offenbach 04.jpg|mini|Capitol Haupteingang Goethestraße]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Capitol&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in [[Offenbach am Main]] ist die ehemalige [[Synagoge]] an der [[Kaiserstraße (Offenbach am Main)|Kaiserstraße]] und heute ein Kultur- und Veranstaltungszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gebäude ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Capitol Offenbach 02.jpg|mini|Kuppelbau vom Ostflügel]]&lt;br /&gt;
Das Capitol ist eine dreiteilige Baugruppe mit mittigem Kuppelbau im Stil des [[Neoklassizismus (Bildende Kunst)|Neoklassizismus]]. Es wurde 1913–1916 als [[Synagoge]] errichtet. Der Synagogen-Neubau wurde unter anderen von [[Siegfried Guggenheim]] initiiert, nachdem die Vorgänger-Synagoge zu klein geworden war. 1912 wurde ein [[Architektenwettbewerb]] unter [[Großherzogtum Hessen|hessischen]] Architekten ausgeschrieben. Unter den 94 eingereichten Entwürfen wurde am 24. April 1912 der 1. Preis dem des Offenbacher Architekten Fritz Schwarz zuerkannt, den 2. Preis mit 1800 [[Mark (1871)|Mark]] erhielt der Entwurf des Architekten Heinz Stumpf (Darmstadt) und den 3. Preis mit 1200 Mark der von [[Paul Meissner (Architekt)|Paul Meissner]]. Fritz Schwarz führte zusammen mit Karl Wagner (der an der Modifizierung des Wettbewerbsentwurfs beteiligt war) und [[Richard Throll]] (zuständig für die Innenausstattung) den Bau aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Magistrat der Stadt Offenbach am Main (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte der Juden in Offenbach am Main, Band 2, Von den Anfängen bis zum Ende der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main 1990, ISBN 3-9801846-1-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Baukosten wurden 500.000 Mark angesetzt. Aufsehen erregte damals die 30 Meter hohe [[Kuppel]] aus [[Stahlbeton|Eisenbeton]]. Der Hauptraum bot Sitzplätze für ca. 775 Personen. Neben dem Hauptraum wies die Synagoge das volle Raumprogramm eines jüdischen Gemeindezentrums auf. Dort fanden auch Kulturveranstaltungen, wie Konzerte und Theateraufführungen, statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebäude ist ein [[Kulturdenkmal]] nach dem [[Denkmalschutzgesetz (Hessen)|Hessischen Denkmalschutzgesetz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sonja Bonin, S. 243 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Synagoge war das Bauwerk eine europäische Nachempfindung des Tempels zu [[Jerusalem]]. Sie besaß einen von Säulen umstandenen Vorhof, in den eigentlich noch ein Brunnen integriert werden sollte, der jedoch nie gebaut wurde. Die Vorhalle hatte eine [[Kassettendecke]] und antikisierende Beleuchtungskörper. Zwei Durchgänge unter der [[Empore]] führten in den Gebetsraum, eine [[Rotunde]], die in 18 Metern Höhe ein umlaufendes Gesims mit [[Akanthus (Ornament)|Akanthusblättern]] besaß. Darüber erhob sich die in Gelb und Gold gehaltene, mit Sternen verzierte Kuppel mit Glaslaterne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Einweihung der Synagoge am 16. April 1916 hielt Rabbiner Israel Goldschmidt den Festgottesdienst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon8&amp;quot; /&amp;gt; Der damalige erste Gemeindevorstand Max Goldschmidt erklärte in seiner Rede, man habe sich nun einen Platz an der Sonne erobert und wolle diesen behaupten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon2&amp;quot; /&amp;gt; Die künstlerische Ausgestaltung der Synagoge hob er in einer Festschrift zur Einweihung noch besonders hervor: Die Künste müssten die Aufgabe übernehmen, der Andacht den Weg zum Herzen der Gläubigen zu bahnen, denn das nervöse moderne Geschlecht sei nicht mehr in der Lage, sich ohne derartige Hilfsmittel unmittelbar von einem Gefühl in das andere zu versenken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon3&amp;quot; /&amp;gt; Die Atmosphäre des Gebäudes wurde noch Jahrzehnte nach seiner Errichtung gewürdigt; so bezeichnete etwa [[Dieter Bartetzko]] die Offenbacher Synagoge als ein markantes Beispiel der letzten Hochblüte des Synagogenbaus in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die meisten größeren Synagogen ihrer Zeit wurde die Offenbacher Synagoge an der Goethestraße auch mit einer Orgel ausgestattet. Schon die Synagoge an der Großen Marktstraße hatte ein Instrument besessen; allerdings hatte es sich dabei nur um ein Harmonium gehandelt. Die neue Orgel dagegen war 1916 die größte Orgel Offenbachs. Bei ihrer Einweihung wurde sie von Heinrich Fritz gespielt, beim ersten Konzert in der Synagoge am 25. Oktober 1916, an dem auch die Mezzosopranistin Else Dröll-Pfaff mitwirkte, saß Karl Breidenstein am Spieltisch. Breidenstein hatte die Orgel zusammen mit der Erbauer-Werkstatt [[Eberhard Friedrich Walcker|Walcker]] entworfen. Außer Heinrich Fritz, der die Offenbacher Orgel offenbar regelmäßig spielte, war auch ein Frankfurter Kapellmeister namens Meier in der Synagoge tätig. Als Kantor wirkte Markus Gottlieb. Unter [[Max Dienemann]] wurden 1920 auch [[Expressionismus|expressionistische]] Abendfeiern mit Werken von [[Arnold Schönberg]] und anderen progressiven Komponisten veranstaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Orgel in der Offenbacher Synagoge war Opus 1849 der Firma Walcker.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon8&amp;quot; /&amp;gt; Sie war nach der [[Elsässer Reform]] entworfen und auch optisch sehr fortschrittlich gestaltet. Auf einem runden Grundriss erhoben sich gleich lange Pfeifen, über denen sich eine sehr flache, kegelförmige Haube befand. Die Pfeifen waren aus 75%igem [[Zinn]] gefertigt. Die Orgel besaß 35 klingende [[Register (Orgel)|Register]] auf drei [[Manual (Musik)|Manualen]] und [[Pedal (Orgel)|Pedal]]. Sie hatte noch eine rein pneumatische Technik, aber einen modern gestalteten Spieltisch, an dem unter anderem eine Messuhr den Stand des Generalcrescendos anzeigte, das mit den Füßen zu bedienen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon9ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
In der sogenannten [[Novemberpogrome 1938|Reichskristallnacht]] am 9./10. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und die Inneneinrichtung durch [[Brandstiftung]] zerstört. Da dem Gebäude aber Stabilität und nutzbringende Verwendungsmöglichkeiten zugestanden wurden, wurde es nicht demoliert.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 24, bezieht sich bei dieser Mitteilung auf einen nicht datierten Zeitungsausschnitt im Offenbacher Stadtarchiv, in dem auch schon von einem in diesem Gebäude geplanten Theater die Rede ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stadt Offenbach kaufte die ehemalige Synagoge zu einem Preis von 31.000 [[Reichsmark]] an und verkaufte sie im Jahr 1940 für 34.000 Reichsmark an Lina und Georg Ruttmann.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ehepaar Ruttmann war bereits seit 22 Jahren in Offenbach im Kinogeschäft tätig, hatte schon 1918 die ehemalige Synagoge an der Großen Marktstraße angekauft und zum Kino umgebaut und erstand in der Zeit des Nationalsozialismus auch die Villa des ehemaligen [[Rowenta]]-Managers Sali Lorch am Adolf-Hitler-Ring (vormals und später wieder August-Bebel-Ring) 18 zu einem günstigen Preis. In diesem Haus versteckten die Ruttmanns noch die Großmutter Lorch, bis diese ihrer Familie in die Emigration folgen konnte. Lina Ruttmann berief sich nach dem Krieg auf das angeblich immer gute Verhältnis zur jüdischen Gemeinde in Offenbach; Georg Ruttmann, der im Haus war, als die Villa am 4. Oktober 1943 durch Bomben zerstört wurde, war allerdings Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und das Ehepaar profitierte offenkundig von den Verbindungen zu den damaligen Machthabern.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ehepaar Ruttmann ließ die ehemalige Synagoge durch den Offenbacher Architekten [[Carl Müller (Architekt, 1898)|Carl Müller]], einen Schüler von [[Dominikus Böhm]], zu einem Premierenkino mit 940 Plätzen umgestalten. In das Bauwerk wurde eine 21 Meter breite runde Zwischendecke eingezogen; die darüber befindliche Kuppel wurde dabei zwar beschädigt, aber nicht zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Müller bezog von Anfang an das Vorhandensein einer Orgel in seine Kinopläne ein. Gestaltet wurde sie als Farbenorgel, das heißt, die einzelnen Pfeifenreihen konnten je nach Stimmung des gespielten Stücks farbig illuminiert werden. Der Spieltisch war versenkbar und wurde mit einer Hebebühne der Marke Marathon zu Beginn der Vorstellung hochgefahren. Die Kinoorgel im Offenbacher National-Theater war wahrscheinlich die letzte vor Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] in ein Kino in Deutschland eingebaute Konzertorgel und stellte eigentlich einen Anachronismus dar, da seit dem Ende der [[Stummfilm]]zeit auf dieses Ausstattungsstück meist verzichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 18 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Offenbacher Farbenorgel entsprach dem mittleren Modell der von [[Alexander László]] entwickelten russischen Farbenmusik. Eingebaut wurde sie im September 1941, nachdem bereits im Juni desselben Jahres ein Flügel durch die [[UFA]] geliefert worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 20 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die sichtbaren Pfeifen waren aus [[Zink]], den [[Orgelprospekt|Prospekt]] gestaltete [[Thomas Sigl|Tom Sigl]]. Das Instrument mit vier sichtbaren, aber wohl nur drei klingenden Pfeifenreihen wurde wiederum von der Orgelbauwerkstatt Walcker geliefert. In einer Presseverlautbarung hatten die Ruttmanns behauptet, es werde eine [[Kinoorgel#Oskalyd-Kinoorgeln|Oskalyd-Orgel]] angeschafft und das alte Instrument von Walcker in Tausch genommen. Tatsächlich aber waren Oskalyd-Orgeln schon seit 1931 nicht mehr erhältlich und Walcker baute für das National-Theater eine klassische Konzertorgel mit 25 Registern und barockem Grundklang, Opus 2717 der Firma. Verwendet wurde dafür das Vorgängerinstrument; von einem kompletten Neubau der Orgel konnte keine Rede sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 22 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Orgel wurde von Ralph Philipp Ziegler als kulturgeschichtlich wahrscheinlich interessanteste Orgel der Offenbacher Instrumentengeschichte bezeichnet. Gleichwohl war sie „vermutlich nie mit dem vollen Vermögen ihres künstlerischen Potenzials im Einsatz“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon24&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Namen &amp;#039;&amp;#039;National-Theater&amp;#039;&amp;#039; übertrug das Ehepaar Ruttmann samt den in Kriegszeiten wohl nicht mehr neu zu kaufenden Leuchtbuchstaben von einem Kino am Großen Biergrund auf sein nun größtes Kino in der ehemaligen Synagoge. Passend zu diesem Namen hatte sich die Stadt Offenbach beim Verkauf des Gebäudes ein Nutzungsrecht gesichert. Zweimal pro Woche nutzte sie das Haus für Theater- und Operngastspiele. Außerdem fanden dort auch [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] Kundgebungen statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon24&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;National Theater&amp;#039;&amp;#039; wurde am 25. Oktober 1941 mit dem Film &amp;#039;&amp;#039;Heimkehr, Das Schicksal der Wolhyniendeutschen&amp;#039;&amp;#039; eröffnet; am Spieltisch der Orgel saß Willy Keller.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 13 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg wurde das Theater von der [[Jewish Restitution Successor Organization|JRSO]] verwaltet, wohingegen die Ausstattung des Theaters vom Landesamt für Vermögenskontrolle Lina Ruttmann zugesprochen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Philipp Ziegler: &amp;#039;&amp;#039;Ton und Atmosphäre. Die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main.&amp;#039;&amp;#039; Offenbach am Main o. J. (2013), ISBN 978-3-86314-264-3, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese schloss am 3. Dezember 1949 mit der Vereinten Protestantisch-Evangelischen Kirchengemeinde Offenbach einen Vertrag über den Verkauf der Orgel ab, deren Umbau im Jahr 1941 insgesamt 10.700 Reichsmark gekostet hatte. 1949 erhielt Lina Ruttmann 13.000 [[Deutsche Mark|DM]] für das Instrument, das in die [[Evangelische Stadtkirche (Offenbach am Main)|Evangelische Stadtkirche]] eingebaut werden sollte. Bald stellte sich jedoch heraus, dass die Orgel in dem Zustand, in dem sie übernommen worden war, für diese Kirche ungeeignet war. In den 1950er Jahren nahm die Werkstatt Förster &amp;amp; Nicolaus einen Umbau vor, bei dem aber zahlreiche Pfeifenreihen aus der alten Orgel übernommen wurden, zum größten Teil solche, die schon Bestandteil der ersten [[Synagogenorgel]] von 1916 gewesen waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon29&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Spieltisch, die Hebebühne und die Lichtanlage behielt Lina Ruttmann beim Verkauf der Orgel und brachte sie im &amp;#039;&amp;#039;Palast-Theater&amp;#039;&amp;#039; unter. An der Stelle, an der sich in der einstigen Synagoge die Orgel befunden hatte, wurde nun eine Wandverkleidung mit Rautenmuster eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon29&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die durch die [[Holocaust|Shoah]] sehr klein gewordene Gemeinde war das Bauwerk nicht mehr sinnvoll nutzbar. So wurde es in der Treuhänderschaft der Stadt Offenbach weiter als Theater bespielt und 1954 von der Stadt erworben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.offenbach.de/stadtwerke/microsite/capitol/das-capitol/historie/historie.php &amp;#039;&amp;#039;Ehemalige Synagoge mit bewegter Vergangenheit.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;offenbach.de&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 21. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;Theater an der Goethestraße&amp;#039;&amp;#039;, wie es sich nun nannte, behielt viele Gestaltungsmerkmale des Ruttmann’schen Kinos bei, insbesondere das markante Rautenmuster an Wänden und Decken. Das Haus besaß kein festes Ensemble, sondern war immer Gastspieltheater. Es galt als eines der aktivsten Theater seiner Zeit in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon35&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Komplex wurde mit der Zeit baufällig. Schließlich war die Heizung im Großen Saal irreparabel defekt, weshalb die Zuschauer nur noch auf der Seitenbühne untergebracht werden konnten. Ab 1994 verpachtete die Stadt Offenbach das Haus als Musicaltheater an die Peter Rieger Theater GmbH, woraufhin es während eines sechsmonatigen Umbaus aufwändig renoviert wurde (Umbaubeginn 17. Oktober 1994)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Das neue Musical-Theater an der Goethestraße&amp;quot;, Beitrag zum &amp;#039;Tommy&amp;#039;-Programmheft, S. 59&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Musicaltheater, 1995 mit einer Inszenierung der Musical-Version der Rockoper &amp;#039;&amp;#039;[[Tommy (The Who)|Tommy]]&amp;#039;&amp;#039; von [[The Who]] eröffnet, konnte sich jedoch nicht halten und musste schon nach 13 Monaten wieder geschlossen werden. 1998 übernahm die &amp;#039;&amp;#039;Entertainment Center Rhein Main GmbH&amp;#039;&amp;#039; das Haus. Sie ließ es zum Multifunktionshaus umbauen und durch Jean-Pierre Heim im Stil des frühen 20. Jahrhunderts ausstatten. Zunächst war geplant gewesen, den Blick in die Kuppel der einstigen Synagoge wieder zu öffnen; dies unterblieb aber aus akustischen Gründen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon36&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Capitol Offenbach am Main, Bankett im Saal.jpg|mini|Bankettveranstaltung im Saal]]&lt;br /&gt;
Im Oktober 1998 wurde das umgestaltete Gebäude unter dem Namen „Capitol“ als Veranstaltungshalle wiedereröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.offenbach.de/kultur-und-tourismus/stadtgeschichte/geschichte-offenbach/1950-heute/stadttheater-zieht-in-synagoge.php |wayback=20160504071748 |text=&amp;#039;&amp;#039;1954: Ein Haus für Muße und Musen.&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2023-12-02 09:24:14 InternetArchiveBot }} Auf: &amp;#039;&amp;#039;offenbach.de&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 4. Mai 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2002 wird es von der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO) und dem Event Center Offenbach (ECO) betrieben. GBO und ECO schlossen 2005 einen Vertrag mit der [[Neue Philharmonie Frankfurt|Neuen Philharmonie Frankfurt]] ab, die seitdem ihren Sitz im Capitol hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon36&amp;quot; /&amp;gt; Nach Aufspaltung des Orchesters ist seit 2019 das neugegründete &amp;#039;&amp;#039;Capitol Symphonie Orchester&amp;#039;&amp;#039; im Capitol beheimatet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dient heute vorwiegend dem Theater, Konzerten, anderen Kulturveranstaltungen und Tagungen. Insgesamt bietet es bis zu 1800 Gästen Platz. Es ist in drei Säle unterteilt und es existiert weiterhin eine Theaterbühne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Capitol Classic Lounge wurde 2012 probeweise eine Orgel mit Hauptwerk-System solistisch eingesetzt, die anschließend durch die Dr.-Marschner-Stiftung finanziert wurde. Hauptwerk ist eine [[Software]], die es ermöglicht, eine virtuelle Orgel zu spielen, die aus Aufnahmen einzelner Pfeifen existierender Orgeln besteht. Für das Offenbacher Exemplar wurde ein Schwesterinstrument der einstigen Synagogenorgel verwendet, die Orgel Opus 1855 von Walcker in der Martinikerk in [[Doesburg]]. In Offenbach sind heute auch Register spielbar, die es 1916 beim originalen Instrument der Synagoge noch nicht gab. Kombiniert ist die Software mit einem elektrischen Orgelspieltisch der Werkstatt [[Johannes Klais Orgelbau]] aus dem Jahr 1956, der eine MIDI-Schnittstelle erhielt. Der Spieltisch wurde ursprünglich für die Kirche &amp;#039;&amp;#039;St. Johannes vor dem lateinischen Tore&amp;#039;&amp;#039; in [[Troisdorf]]-[[Sieglar]] hergestellt und befand sich seit 2001 im Orgelzentrum Schloss Vally.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon38&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Thea Altaras]]: &amp;#039;&amp;#039;Synagogen und jüdische Rituelle Tauchbäder in Hessen – Was geschah seit 1945?&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage,  Langewiesche Nachf. Köster, Königstein im Taunus 2007, S. 367, ISBN 978-3-7845-7794-4, S. 367 [nicht ausgewertet].&lt;br /&gt;
* Sonja Bonin: &amp;#039;&amp;#039;Kulturdenkmäler in Hessen – Stadt Offenbach&amp;#039;&amp;#039;. Theiss, Stuttgart / Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8062-2097-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon8&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon9ff&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=9 ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon24&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon29&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon35&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=35}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon36&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=36}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cocon38&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Ralph Philipp Ziegler | Titel=Ton und Atmosphäre : die Geschichte der Orgeln im Capitol Theater Offenbach am Main | Verlag=CoCon | Ort=Hanau | Jahr=2013 | ISBN=978-3-86314-264-3 | Seiten=38}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Capitol (Offenbach)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.capitol-online.de Internetpräsenz des Capitols in Offenbach]&lt;br /&gt;
* [http://www.offenbach.de/stadtwerke/microsite/capitol/das-capitol/das-capitol.php Das Capitol auf der Internetpräsenz der Stadt Offenbach am Main]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=50/6/33.9/N|EW=8/45/23.7/E|type=landmark|dim=400|region=DE-HE}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Synagoge in Offenbach am Main|Capitol]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Offenbach-Nordend]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Synagogenbau in Hessen|Offenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Synagogenbau in Europa|Offenbach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltungsstätte in Hessen|Offenbach am Main]]&lt;br /&gt;
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