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	<title>Cantonnier-Gang - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T16:19:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Cantonnier-Gang&amp;diff=2244782&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rudolf Pohl: Einschübe etc.</title>
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		<updated>2021-07-22T17:59:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einschübe etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |NS=45/31/37/N |EW=00/41/11/E |type=landmark |dim=2500 |region=FR-24 |article=/ |map=right}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cantonnier-Gang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Erz]]gang im nordwestlichen [[Geologie des Zentralmassivs|Massif Central]]. Er ist bedeutend für seine Führung sehr seltener [[Mineral]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Der [[Gang (Geologie)|Gang]] liegt knapp zwei Kilometer östlich vom Stadtzentrum [[Nontron]]s entfernt, nördliche [[Unterpräfektur|Subpräfektur]] des [[Département]]s [[Département Dordogne|Dordogne]]. Er ist über ein  linkes, vom Weiler &amp;#039;&amp;#039;Brégout&amp;#039;&amp;#039; nach Nordwesten herabziehendes Seitental des [[Bandiat]] zu erreichen, das oberhalb von &amp;#039;&amp;#039;Moulin de Bord&amp;#039;&amp;#039; in den Fluss mündet. Unmittelbar oberhalb des Ganges führt die D 707 von Nontron nach [[Saint-Pardoux-la-Rivière]] vorbei. Der am linken Talhang endende, vordem etwa 70 Meter lange Gang (bekannte Mindestlänge), befindet sich auf 185 Meter Höhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Galena Nontron.jpg|mini|300px|Massive Bleiglanzbedeckung des nördlichen Quarzbandes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ostnordost (N 075) [[Streichen (Geologie)|streichende]], steilstehende ([[Fallen (Geologie)|Fallwinkel]] saiger bis 70° nach Nord) Erzgang hat sich im [[Piégut-Pluviers-Granodiorit]] gebildet. Er gehört zum südlichen Randbereich des [[Granodiorit]]körpers, nur zirka 1000 Meter südöstlich werden bereits [[Paragneis]]e angetroffen. Das Muttergestein ist hier in der relativ dunklen, feinkörnigen &amp;#039;&amp;#039;Hornblendefazies&amp;#039;&amp;#039; ausgebildet und führt neben [[Biotit]] auch [[Amphibol]]. Diese Randfazies ist wesentlich [[Mafisches Mineral|basischer]] als die Hauptmasse der Granodioritintrusion.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J.-P. Floc&amp;#039;h u.&amp;amp;nbsp;a.|Titel=Feuille Nontron|Sammelwerk=Carte géologique de la France à 1/50 000|Verlag=BRGM|Ort=Orléans}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Annäherung an den Gangkörper wird der Granodiorit zusehends [[Mylonit|mylonitisert]] und von [[Pyromorphit]]äderchen durchzogen. Der eigentliche, nicht mehr als 60 Zentimeter breite Erzgang ist asymmetrisch aufgebaut. Der etwa 25 Zentimeter breite Kontaktbereich auf der Südseite besteht aus massivem, nichtmineralisiertem [[Quarz]]. Nur entlang Querbrüchen finden sich in ihm Spuren von Pyromorphit und [[Krokoit]]. Gen Norden folgt dann eine weiße, pulvrige,10 Zentimeter breite Mylonitzone, die sehr reich an Pyromorphit und Krokoit ist. Daran schließt sich ein 5 Zentimeter breites Quarzband in &amp;#039;&amp;#039;Boxwork-Fazies&amp;#039;&amp;#039; an, das ebenfalls sehr reich an den Sekundärmineralen Pyromorphit und Krokoit ist. Der Krokoit ist skelettartig ausgebildet, der Pyromorphit nadelförmig. Der Gang schließt nach Norden mit einem 20 Zentimeter breiten Quarzband, das an [[Galenit]] (&amp;#039;&amp;#039;Bleiglanz&amp;#039;&amp;#039;) und amorphem [[Sphalerit]] (&amp;#039;&amp;#039;Zinkblende&amp;#039;&amp;#039;) mineralisiert ist; in Querbrüchen findet sich schöner Krokoit und Pyromorphit. Auch [[Cerussit]] wird hier gelegentlich angetroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Piégut-Pluviers-Granodiorit entstand am Ende der [[Variszische Orogenese|Variszischen Orogenese]] im [[Pennsylvanium]], genauer im [[Serpukhovium]] vor rund 325 Millionen Jahren. Es wird angenommen, dass der Gang während der distensiven Abkühlphase des Granodiorits vor 300 bis 250 Millionen Jahren BP Platz nahm. Er steht nicht allein, sondern wird von zahlreichen anderen Gängen begleitet, die ebenfalls mineralisiert wurden. So folgt beispielsweise das oben erwähnte Seitental einem Südost-streichenden, etwa 3 Kilometer langen, mineralisierten Gangzug, der stellenweise abgebaut wurde (so genannter &amp;#039;&amp;#039;Filon des Anciens&amp;#039;&amp;#039;). Aber auch Gänge in den benachbarten Paragneisen erfuhren zur selben Zeit eine vergleichbare Mineralisierung (so z.&amp;amp;nbsp;B. die Gänge des [[Bergwerk Le Puy|Bergwerks Le Puy]] oder des [[Bergwerk Neuil|Bergwerks Neuil]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mineralogie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:CrocoitePyromorphite.png|mini|300px|Crocoittäfelchen (orange) und Pyromorphit (grün) auf Bleiglanz. Ameise als Größenvergleich.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An mehr gewöhnlichen Mineralien treten [[Baryt]], [[Calcit]], [[Chalcedon (Mineral)|Chalcedon]], feinverteilter [[Chalkopyrit]], Quarz und [[Nickel]]-reicher [[Pyrit]] (&amp;#039;&amp;#039;Bravoit&amp;#039;&amp;#039;) auf. Der Gang vererzte primär an den Mineralen Galenit (silberhaltig) und Sphalerit; er führt überdies Spuren von gediegenem [[Silber]]. Von großem Interesse sind jedoch vor allem seine zum Teil sehr seltenen [[Sekundärmineral]]e. Anzuführen sind hier neben Cerussit, Krokoit und Pyromorphit die Minerale [[Anglesit]], [[Embreyit]], [[Hisingerit]], [[Mimetesit]], sowie sehr wahrscheinlich auch [[Dundasit]], [[Leadhillit]], [[Vauquelinit]] und [[Wulfenit]] (noch unbestätigte Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Bergbau geht im [[Nontronnais]] bis ins ausgehende [[17. Jahrhundert]] zurück. Gesicherter Abbau erfolgte im letzten Viertel des [[18. Jahrhundert]]s am benachbarten &amp;#039;&amp;#039;Filon des Anciens&amp;#039;&amp;#039;. Am Kantonnier-Gang wurde in den 1890ern mit größeren Arbeiten begonnen. Ein 70 Meter langer [[Stollen (Bergbau)|Stollen]] wurde in die Bergseite vorangetrieben. Diese Abbauphase dauerte aber nicht allzu lange, denn im Jahr 1916 war Berichten zufolge die Anlage bereits wieder verschüttet. 1965 ließ das [[BRGM]] (französische Bergbaubehörde) den Stollen neu öffnen. Dabei wurde zum ersten Mal das sehr seltene Mineral Krokoit entdeckt. Darüber hinaus kam es aber zu keinem weiteren Abbau mehr. Heute ist der Gang erneut verfüllt. In seinem Eingangsbereich sind jetzt nur noch minimale Reste an Erz zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Der Gang besteht primär aus einer typischen [[Blei]]-[[Zink]]-Vererzung (Vergesellschaftung Sphalerit-Pyrit-Bleiglanz-Chalkopyrit), die überdies an Silber angereichert ist. Von Bedeutung sind aber die vielen Blei-Sekundärminerale, die alle durch Alteration aus dem primären Bleiglanz hervorgegangen sein dürften. Darunter befinden sich [[Chromate]] (Embreyit, Krokoit und Vauquelinit), [[Arsenat]]e (Mimetesit) und [[Molybdat]]e (Wulfenit). Durch Vauquelinit wird ferner die Gegenwart von [[Kupfer]] angezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arsenate und Molybdate sind nicht ungewöhnlich im Zentralmassiv, das zum Ausgang der variszischen Orogenese eine Vererzung mit diesen beiden Elementgruppen in Begleitung von [[Gold]] erfuhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untypisch ist jedoch die Vererzung an Chromaten und Kupfer, die eine ziemliche Interpretationsschwierigkeit darstellt. Chromate sind normalerweise an ozeanische oder ultramafische Gesteine gebunden, die aber hier nicht vorliegen (der Granodiorit zählt zu den sauren Gesteinen). Die nächstgelegenen Vorkommen an beispielsweise [[Serpentinit]]en oder [[Gabbro|Metagabbros]] befinden sich über 25 Kilometer weiter ostsüdostwärts (im [[Sarrazac-Massiv]] der Gemeinden [[Saint-Paul-la-Roche]], [[Jumilhac-le-Grand]] und [[Sarrazac (Dordogne)|Sarrazac]]) und gehören außerdem zu einem völlig anders gearteten geologischen Kontext. Weitere, in Betracht kommende Vorkommen sind die [[Merlis-Serpentinite]]. Eine Antwort findet sich eventuell in der Randfazies des Granodiorits, die stellenweise kleinere Vorkommen an sehr dunklen, fast an [[Amphibolit]]e grenzenden Gesteinen ([[Diorit|Mikrodiorite]]) hervorbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildungsbedingungen ==&lt;br /&gt;
Anhand der vorgefundenen [[Paragenese]]n lassen sich die bei der Mineralbildung herrschenden Bedingungen in etwa abschätzen. Demnach fand die primäre Vererzung hydrothermal im mittleren Temperaturbereich statt (bei [[Temperatur]]en von 300 bis 150&amp;amp;nbsp;°C), die Sekundärminerale entstanden im etwas kühleren, oberflächennahen Bereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bergwerk Le Puy]]&lt;br /&gt;
* [[Bergwerk Neuil]]&lt;br /&gt;
* [[Piégut-Pluviers-Granodiorit]]&lt;br /&gt;
* [[Tabataud-Steinbruch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=S. Cuchet, S. Ansermet, M. Meisser, N.|Titel=L&amp;#039;embreyite et l&amp;#039;hisingerite du filon du Cantonnier, Nontron, Dordogne|Sammelwerk=Le Règne Minéral|Band=84|Seiten=23–24|Jahr=2008}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=J.-P. Floc&amp;#039;h u.&amp;amp;nbsp;a.|Titel=Feuille Nontron|Sammelwerk=Carte géologique de la France à 1/50 000|Verlag=BRGM|Ort=Orléans}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Y. Laurent et al.|Titel=La crocoïte de Nontron (Dordogne) et les minéraux associés|Sammelwerk=Bulletin de la Société Française de Minéralogie et Cristallographie|Band=XC |Nummer= 3|Seiten=377–382|Jahr=1967}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor= N. Legrand, E. Faure, J. Lebocey|Titel=Minéralogie des Mines du Nontronnais, Dordogne|Sammelwerk=Le Règne Minéral|Band=84|Seiten=5–22|Jahr=2008}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mineralogie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geologie des Zentralmassivs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nontron]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergbau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rudolf Pohl</name></author>
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