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	<title>Canine Demodikose - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T05:52:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Canine_Demodikose&amp;diff=586065&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Carolin: /* Weblinks */ +1</title>
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		<updated>2025-07-24T01:25:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; +1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Demodikosis-mops.JPG|mini|Haarausfall und leichte Hautrötung an der Halsunterseite bei einem Mops mit Demodikose]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;canine Demodikose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine häufige, durch die übermäßige Vermehrung der Haarbalgmilbe &amp;#039;&amp;#039;[[Demodex canis]]&amp;#039;&amp;#039; hervorgerufene, [[Parasitismus|parasitäre]] Hauterkrankung der [[Hunde]] (Canidae). Sie kann örtlich begrenzt oder am ganzen Körper auftreten. Die Demodikose entsteht bei älteren Tieren (&amp;#039;&amp;#039;adulte Demodikose&amp;#039;&amp;#039;) nur im Zusammenhang mit Störungen des [[Immunsystem]]s, bei Jungtieren (&amp;#039;&amp;#039;juvenile Demodikose&amp;#039;&amp;#039;) ist die Entstehung der Krankheit nicht vollständig aufgeklärt. Die Demodikose beginnt zumeist mit Haarausfall und ohne Juckreiz. Im weiteren Verlauf können sich durch eine [[Bakterien|bakterielle]] Sekundärinfektion stärkere Hautveränderungen bis zu einer eitrigen Hautentzündung ([[Pyodermie]]) entwickeln. Die Krankheit wird durch den mikroskopischen Nachweis der Milben festgestellt. Die Behandlung erfolgt mit [[Akarizid|milbenwirksamen Medikamenten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheitsursache ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Demodex Milbe adult.jpg|mini|180px|&amp;#039;&amp;#039;Demodex canis&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Auslöser einer Demodikose ist vor allem &amp;#039;&amp;#039;[[Demodex canis]]&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Demodex canis&amp;#039;&amp;#039; ist eine schlanke, etwa 250 bis 300&amp;amp;nbsp;µm lange und 40&amp;amp;nbsp;µm dicke [[Milben|Milbe]], die in den [[Haarbalg|Haarbälgen]] (Haarfollikeln) und [[Talgdrüse]]n parasitiert. Dort ernährt sie sich von Talg, Gewebsflüssigkeit und den natürlich abgestoßenen Zellen. In geringer Zahl kommen diese Milben als [[Kommensalismus|Kommensale]] auch bei vielen klinisch gesunden Tieren vor (die für Menschen spezifischen Schwesterarten [[Demodex brevis|d. brevis]] und [[Demodex folliculorum|d. folliculorum]] sind sehr häufig und fast immer Kommensalen). Die weiblichen Milben legen Eier, die sich über ein [[Larve]]n- und [[Nymphe (Zoologie)|Nymphenstadium]] zu den erwachsenen Milben entwickeln. Der gesamte Entwicklungszyklus findet in den Haarbälgen statt und dauert 20 bis 35 Tage. Außerhalb des Wirtes sind Haarbalgmilben nicht überlebensfähig und sterben infolge Austrocknung schnell ab. Haarbalgmilben produzieren keinen Kot, sondern lagern Stoffwechselabbauprodukte in Zellen des Darmtrakts ein, so dass sie kaum eine Immunantwort provozieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jüngerer Zeit wurden weitere Demodex-canis-ähnliche Milben beschrieben, die größer bzw. kleiner sind. Die kürzere Milbe wurde &amp;#039;&amp;#039;[[Demodex cornei]]&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;K. V. Mason: &amp;#039;&amp;#039;A new species of demodex mite with D. canis causing canine demodicosis: a case report.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ninth Proceedings, Annual Members Meeting of American Academy Veterinary Dermatology and American College Veterinary Dermatology, 1993, San Diego.&amp;#039;&amp;#039; S. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; die längere &amp;#039;&amp;#039;[[Demodex injai]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;C. E. Desch, A. Hillier: &amp;#039;&amp;#039;Demodex injai: a new species of hair follicle mite (Acari: Demodecidae) from the domestic dog (Canidae).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J Med Entomol.&amp;#039;&amp;#039; 40 (2003), Heft 2, S. 146–149.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt. &amp;#039;&amp;#039;Demodex cornei&amp;#039;&amp;#039; lebt vor allem auf der Hautoberfläche und kann in Kombination mit &amp;#039;&amp;#039;Demodex canis&amp;#039;&amp;#039; auftreten. &amp;#039;&amp;#039;Demodex injai&amp;#039;&amp;#039; scheint sich vor allem in den Talgdrüsen aufzuhalten. Eventuell sind &amp;#039;&amp;#039;D. injay&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;D. cornei&amp;#039;&amp;#039; aber nur morphologische Varianten von &amp;#039;&amp;#039;Demodex canis&amp;#039;&amp;#039; und keine eigenständigen Arten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Töpfer&amp;quot;&amp;gt;Tanja Töpfer: &amp;#039;&amp;#039;Diagnose und Therapie der Demodikose bei Hunden und Katzen&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Kleintierpraxis (Zeitschrift)|&amp;#039;&amp;#039;Kleintierpraxis&amp;#039;&amp;#039;]] Band 65, 2020, Heft 8, S. 444–459.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheitsentstehung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Die Übertragung der Demodex-Milben erfolgt zumeist schon im Alter von wenigen Lebenstagen von der Hündin auf die Welpen beim Säugen. Diese [[Infektion]] bleibt aber in der Regel symptomlos. Eine Übertragung von Hund zu Hund nach dem dritten Lebenstag gilt als unwahrscheinlich. Zum Ausbruch einer Demodikose kommt es erst viel später, wenn sich diese Milben stark vermehren. Betroffene Jungtiere scheinen keine Störungen des Immunsystems zu haben, da sie nicht vermehrt anderen Erkrankungen gegenüber empfindlich sind, man geht daher von einer verminderten milbenspezifischen Immunkompetenz aus. Lediglich eine vorübergehende Verminderung der [[T-Lymphozyt|T-Zell]]-Immunität wird beobachtet, die unter Umständen aber nur Folge der Erkrankung ist. Bei älteren Tieren kommt es meist durch Störungen des Immunsystems ([[Tumor]]en, [[Cushing-Syndrom|Nebennierenüberfunktion]], [[Hypothyreose|Schilddrüsenunterfunktion]], [[Leishmaniose]], Mangelernährung sowie Behandlung mit [[Glucocorticoide|Glukokortikoiden]], anderen [[Immunsuppressivum|Immunsuppressiva]], [[Progesteron]] oder [[Chemotherapeutikum|Chemotherapeutika]]) zu einer Demodikose.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Töpfer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erreger verursacht bei Krankheitsausbruch eine Schädigung der beim Hund zusammengesetzten Haarfollikel (bis zu 20 Haare pro Follikel) und eine Störung der Haarbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Demodikose tritt weltweit auf. Eine erhöhte Krankheitsneigung bestimmter Hunderassen (Rasseprädisposition) wird in Europa, im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, nicht beobachtet. In Amerika sind vor allem [[Englische Bulldogge]], [[Französische Bulldogge]], [[Mops (Hunderasse)|Mops]], [[Dobermann]], [[Deutscher Schäferhund]], [[Zwergschnauzer]] und einige Terrier ([[American Pit Bull Terrier|Pit Bull]], [[West Highland White Terrier|West Highland White]], [[Jack Russell Terrier|Jack Russel]], [[Staffordshire Bullterrier]]) betroffen. Dies wird dadurch erklärt, dass in Europa immungeschwächte Tiere („Kümmerer“) nicht zur Zucht verwendet werden. Darüber hinaus scheint es eine individuelle genetische [[Disposition (Medizin)|Prädisposition]] zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Übertragung auf andere Spezies findet normalerweise nicht statt, da Haarbalgmilben streng wirtsspezifisch sind. Es gibt zwar sehr wenige Fallberichte, dass eng mit erkrankten Hunden zusammenlebende Menschen ebenfalls Krankheitserscheinungen zeigten, von einer [[Zoonose]] wird aber dennoch nicht gesprochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Töpfer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinisches Bild ==&lt;br /&gt;
=== Demodex-canis-Infektionen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Canine Demodikose.jpg|mini|Lokale Demodikose an der Oberlippe eines 18 Monate alten Mischlingsrüden. Die Haut ist gerötet und wird kahl, wobei die Stelle zunächst nur einige Millimeter groß war und sich dann ausbreitete.]]&lt;br /&gt;
Das erste Zeichen einer Demodikose durch &amp;#039;&amp;#039;Demodex canis&amp;#039;&amp;#039; ist zumeist [[Haarausfall]] (&amp;#039;&amp;#039;Alopezie&amp;#039;&amp;#039;), der nur an umschriebenen Stellen oder auch am ganzen Körper (generalisiert) auftreten kann. Häufig tritt an den haarlosen Stellen eine vermehrte Talg- ([[Seborrhö]]) oder Schuppenbildung auf. In einigen Fällen können letztere Symptome auch ohne Haarverlust auftreten. Später kann es zu einer grauen Verfärbung der geschädigten Areale kommen. Bis zu diesem Stadium ist zumeist kein [[Juckreiz]] vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Jungtieren (jünger als 18 Monate) beginnen die Veränderungen zumeist im Gesichtsbereich („Brillenbildung“, [[Lippe|Lefzen]], [[Kinn]]) und/oder an den [[Gliedmaßen]]. Zumeist heilt diese Erkrankung auch ohne Behandlung nach wenigen Wochen ab, sie kann sich aber auch weiter ausdehnen und in eine generalisierte Demodikose übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf ist das klinische Bild durch eine [[Bakterien|bakterielle]] [[Sekundärinfektion]], vor allem mit [[Staphylokokken]], seltener auch mit [[Proteus (Bakterien)|Proteus]], [[Klebsiella|Klebsiellen]] oder [[Escherichia coli]] gekennzeichnet. Es kommt zu einer [[Follikulitis]], [[Furunkel|Furunkulose]] und übermäßigen Verhornung ([[Hyperkeratose]]). Gelegentlich kann sich dieses Stadium der Erkrankung auch durch [[Pustel]]n manifestieren. Bei tiefem Eindringen der Bakterien in die Haut entwickelt sich eine eitrige Hautentzündung ([[Pyodermie]]) mit Bildung von Krusten und Schwellungen der [[Lymphknoten]]. Hier ist bei jungen Hunden differentialdiagnostisch eine [[Canine juvenile Zellulitis]] auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonderformen sind der Befall der Haut der Füße und des Ohrs. Der Befall der Füße (&amp;#039;&amp;#039;Pododemodikose&amp;#039;&amp;#039;) äußert sich in Rötung und Schwellung ([[Ödem]]) im Zwischenzehenbereich; in ausgeprägten Fällen entwickeln sich [[Granulom]]e und [[Fistel]]n, so dass das Bild einer chronischen [[Pododermatitis]] entsteht. Der Befall des äußeren [[Gehörgang]]s (&amp;#039;&amp;#039;Otodemodikose&amp;#039;&amp;#039;) wird vor allem bei generalisierter Demodikose beobachtet und ist durch ein bräunliches Sekret gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Infektionen mit anderen Demodex-Milben ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Demodex-injai&amp;#039;&amp;#039;-Infektionen äußern sich zumeist mit erhöhter Talgproduktion („fettige Haut“), schlechter Haarqualität mit schütterem Haar und vor allem am Rücken auftretendem Juckreiz. Auch Papeln, Pusteln oder „[[Komedo|Mitesser]]“ können auftreten. Diese Form der Demodikose wird vor allem bei Terriern beobachtet. &amp;#039;&amp;#039;Demodex-cornei&amp;#039;&amp;#039;-Infektionen zeigen sich in Rötungen der Haut, Schuppenbildung und ausgeprägtem Juckreiz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shipstone&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untersuchungsmethoden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Demodex mite 1.JPG|mini|Demodex canis im mikroskopischen Bild eines Hautgeschabsels]]&lt;br /&gt;
Die [[Diagnose]] erfolgt durch Nachweis lebender Milben in den Haarfollikeln. Dazu muss in der Regel ein tiefes [[Hautgeschabsel]] entnommen werden. Auch mit Herausziehen eines Haarbüschels („hair pluck“), dem Ausquetschen der Haarfollikel bzw. Talgdrüsen mit einer Klemme oder einer Haut[[biopsie]] kann Probenmaterial für die anschließende [[Lichtmikroskop|mikroskopische]] Untersuchung gewonnen werden. Hautbiopsien sind vor allem bei Pododemodikose mit Granulombildung sowie Rassen mit sehr dicker Haut (Englische Bulldogge, [[Shar-Pei]]) sinnvoll, da ein Hautgeschabsel von ausreichender Tiefe hier selten gelingt. Insgesamt ist die Zahl nachgewiesener Milben im Hautgeschabsel größer als mit den anderen Methoden.&amp;lt;ref&amp;gt;M. N. Saridomichelakis u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Relative sensitivity of hair pluckings and exudate microscopy for the diagnosis of canine demodicosis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Veterinary Dermatology|Vet. Dermatol.]]&amp;#039;&amp;#039; 18 (2007), Heft 2, S. 138–141. PMID 17355431&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem bei Therapiekontrollen (siehe unten) dürfen keine Aufhellungspräparate mit [[Kaliumhydroxid]] angefertigt werden, da dann die Einschätzung der Vitalität der Milben nicht möglich ist. Die Proben sollten daher nur in einen auf einen Objektträger aufgebrachten Tropfen Paraffinöl eingebettet werden. Empfehlenswert ist es, das Präparat vor der Untersuchung etwa 10 Minuten liegen zu lassen, weil die Haarbalgmilben dann aus den Wurzelscheiden der Haare auswandern und somit besser sichtbar sind. Zu beachten ist, dass einzelne Haarbalgmilben einen physiologischen Befund darstellen können, also nur eine deutliche Ansammlung mit Vorhandensein von Eiern, Larven und Nymphen in Zusammenhang mit dem klinischen Bild als eindeutige Diagnose gilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Noli&amp;quot;&amp;gt;Ch. Noli, F. Scarampella: &amp;#039;&amp;#039;Demodikose des Hundes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Praktische Dermatologie bei Hund und Katze.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Schlütersche Verlagsanstalt, 2005, S. 238–244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei stärkerem Befall können Milben auch über die [[Lymphgefäß]]e in regionäre [[Lymphknoten]] gelangen oder durch orale Aufnahme beim Belecken auch im Kot nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei bakterieller Sekundärinfektion wird der Erregernachweis durch [[bakteriologische Untersuchung]] und die Anfertigung eines [[Antibiogramm]]s empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Eine lokale Demodikose bei Jungtieren bildet sich in 90 % der Fälle wieder spontan zurück. Ob eine Behandlung sinnvoll ist oder nicht, ist in der Literatur umstritten. Zum einen wird sie empfohlen, um eine Generalisierung zu vermeiden, zum anderen wird empfohlen, gerade die mögliche Generalisierung abzuwarten, um sie als Zuchtausschlusskriterium (siehe unten) nutzen zu können. Eine lokale äußerliche (topische) Behandlung zum Beispiel durch Auftragen eines [[Gel]]s mit [[Dibenzoylperoxid|Benzoylperoxid]], [[Chlorhexidin]] oder [[Rotenon]] ist dabei zumeist ausreichend. Benzoylperoxid dringt zwar gut in die Haarfollikel ein, wirkt allerdings stark austrocknend und zum Teil hautreizend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shipstone&amp;quot; /&amp;gt; Eine ausgeprägte Demodikose ist generell mit einer Ganzkörperbehandlung zu therapieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl bei lokaler als auch systemischer Demodikose hatte sich in der Vergangenheit die regelmäßige Waschbehandlung mit [[Amitraz]] bewährt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mueller&amp;quot;&amp;gt;R.S. Mueller: &amp;#039;&amp;#039;Treatment protocols for demodicosis: an evidence-based review.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Veterinary Dermatology.&amp;#039;&amp;#039; 15 (2004), Heft 2, S. 75–89.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige [[Hunderasse|Zwerghunderassen]] ([[Chihuahua (Hunderasse)|Chihuahua]], [[Malteser (Hunderasse)|Malteser]]) reagieren allerdings sehr empfindlich auf diesen Wirkstoff, so dass der Einsatz bei diesen nicht empfohlen wird. Bei starkem Befall wird bei langhaarigen Hunden eine vollständige Schur empfohlen, da der Wirkstoff die Haut gut benetzen muss, um tief genug in die Haarbälge eindringen zu können. Bei starker bakterieller Sekundärinfektion ist zunächst diese zu behandeln, z. B. durch Scheren der betroffenen Partien, Reinigen mit desinfizierend wirkenden Waschlösungen und systemischer Verabreichung von Antibiotika, da Amitraz nicht auf größere Wunden aufgebracht werden sollte. Von Juni 2009 war auch ein [[Spot-on]]-Präparat mit Amitraz zur Behandlung der Demodikose zugelassen, das nur 14-täglich aufgetragen werden muss. Insbesondere bei lokaler Demodikose ist eine 14-tägliche Therapiekontrolle sinnvoll, um einem zu frühen Abbruch der Behandlung und damit der Gefahr der Entstehung einer generalisierten Demodikose vorzubeugen. Ein sich abzeichnender Behandlungserfolg ist anhand der Abnahme der Zahl lebender Milben, der Zunahme verkrüppelter Milben und der Abnahme der Larven sichtbar. Eine vollständige Ausheilung wird durch nachgewachsene Haare und fehlenden Nachweis lebender Milben angezeigt und gelingt mit Amitraz etwa in 80 % der Fälle. In etwa 40 % der Fälle treten Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit und Juckreiz auf, die durch stärkere Verdünnung oder Verminderung der Behandlungsfrequenz reduziert werden können. Gelegentlich können auch schwerere Nebenwirkungen wie Fressunlust, [[Ataxie]] sowie vermehrter Durst und Harnabsatz auftreten. Da Amitraz auch zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt, ist der Einsatz bei [[Caniner Diabetes mellitus|zuckerkranken Hunden]] [[Kontraindikation|kontraindiziert]]. Mittlerweile (Stand August 2020) sind für Hunde aber keine Präparate mit Amitraz mehr zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die systemische Behandlung mit [[Ivermectin]], [[Moxidectin]] oder [[Milbemycinoxim]] ist ebenfalls gut wirksam. Diese Wirkstoffe werden täglich [[peroral]] bis zur erfolgreichen Therapiekontrolle (s. u.) verabreicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mueller&amp;quot; /&amp;gt; Zu beachten ist, dass einige Hunderassen und Welpen unter 12 Wochen aufgrund der insuffizienten [[Blut-Hirn-Schranke]] sehr empfindlich auf einige [[Avermectine]] reagieren (→ [[MDR1-Defekt]]) und es in Deutschland mit Moxidectin nur ein einziges für Hunde zugelassenes Avermectin-Präparat gibt. Die Behandlung mit Milbemycinoxim ist auch bei Avermectin-empfindlichen Hunden möglich. Sie muss aber im Regelfall über etwa 70 Tage durchgeführt werden&amp;lt;ref&amp;gt;B. R. Holm:&amp;#039;&amp;#039; Efficacy of milbemycin oxime in the treatment of canine generalized demodicosis: a retrospective study of 99 dogs (1995–2000).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vet Dermatol.&amp;#039;&amp;#039; 14 (2003), S. 189–195.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist daher sehr kostenintensiv.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shipstone&amp;quot;&amp;gt;M. Shipstone: &amp;#039;&amp;#039;Generalised demodicosis in dogs, clinical perspective.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Aust Vet J.&amp;#039;&amp;#039; Vol 78 (2000), Heft 4, S. 240–242.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aktuelle Studien zeigen bei generalisierter Demodikose eine gute Wirksamkeit von [[Isoxazoline]]n wie [[Fluralaner]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Josephus J. Fourie et al. |Titel=Efficacy of orally administered fluralaner (BravectoTM) or topically applied imidacloprid/moxidectin (Advocate®) against generalized demodicosis in dogs |Sammelwerk=Parasites &amp;amp; Vectors |Band=8 |Datum=2015 |Seiten=187– |DOI=10.1186/s13071-015-0775-8 |PMC=4394402 |PMID=25881320}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Sarolaner]] oder [[Afoxolaner]]&amp;lt;ref&amp;gt;F. Beugnet, L. Halos, D. Larsen und C. de Vos: &amp;#039;&amp;#039;Efficacy of oral afoxolaner for the treatment of canine generalised demodicosis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Parasite.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, 2016, S.&amp;amp;nbsp;14, [[doi:10.1051/parasite/2016014]], PMID 27012161, {{PMC|4807374}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Seit 2018 bzw. 2019 sind Präparate dieser drei Isoxazoline zur Behandlung der Demodikose zugelassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Töpfer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund deutlicher Nebenwirkungen und der Gefahr von Vergiftungen werden [[Akarizid]]e auf der Basis organischer [[Phosphorsäureester]] heute kaum noch angewendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterstützend kann [[Tocopherol|Vitamin E]] verabreicht werden. Tritt eine Demodikose bei Hündinnen im Zusammenhang mit der Läufigkeit zyklisch auf, ist eine [[Kastration]] zu erwägen. Eine Behandlung mit Glukokortikoiden oder Progesteron ist bei Demodikose kontraindiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei bakterieller Sekundärinfektion ist zusätzlich zur Milbenbekämpfung eine lokale Behandlung mit desinfizierenden Lösungen (Benzoylperoxid, [[Chlorhexidin]], [[Povidon-Iod]]) oder [[Antibiotika]], bei schweren Pyodermien auch die systemische Verabreichung von Antibiotika vor der eigentlichen Milbenbekämpfung angezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shipstone&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlungsaussicht ==&lt;br /&gt;
Die Behandlung ist bei lokalisierter Demodikose zumeist erfolgreich. Von einer erfolgreichen Therapie wird ausgegangen, wenn sich in zwei, im Abstand von zwei Wochen aufeinanderfolgenden Hautuntersuchungen von vier bis fünf verschiedenen Stellen keine lebenden Milben mehr nachweisen lassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Shipstone&amp;quot; /&amp;gt; Schwere, generalisierte Formen und die Pododemodikose können sich als therapieresistent erweisen, insbesondere wenn nicht behebbare Störungen des Immunsystems oder fördernde Primärleiden vorliegen. Die Gefahr von [[Rezidiv]]en sinkt deutlich, wenn das betroffene Tier ein Jahr symptomfrei bleibt. Bei einigen Tieren kann eine Symptomfreiheit nur durch lebenslange Gabe von Amitraz oder Ivermectin erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;American Academy of Veterinary Dermatology&amp;#039;&amp;#039; empfiehlt bei einer generalisierten Demodikose eines Jungtieres oder rezidivierenden Demodikosen den Ausschluss des betroffenen Tieres sowie seiner Eltern und Geschwister von der Zucht.&amp;lt;ref&amp;gt;D. W. Scott u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Muller and Kirk’s Small Animal Dermatology.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. W B Saunders, Philadelphia 1995, S. 417–432.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* Beat Bigler: &amp;#039;&amp;#039;Demodikose.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter F. Suter, Hans G. Niemand (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Praktikum der Hundeklinik&amp;#039;&amp;#039;. 10. Auflage. Paul-Parey-Verlag, 2006, ISBN 3-8304-4141-X, S. 368–369.&lt;br /&gt;
* Ch. Noli, F. Scarampella: &amp;#039;&amp;#039;Demodikose des Hundes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Praktische Dermatologie bei Hund und Katze&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Schlütersche Verlagsanstalt, 2005, ISBN 3-87706-713-1, S. 238–244.&lt;br /&gt;
* St. Peters: &amp;#039;&amp;#039;Demodikose. Zwei neue Milben-Varianten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kleintier konkret.&amp;#039;&amp;#039; 2/2002, S. 4–9.&lt;br /&gt;
* D. Meyer, R. S. Mueller: &amp;#039;&amp;#039;Die Demodikose des Hundes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tierärztl Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 2008;36 (K), S. 91–98.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
*[[Demodikose der Katze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.esccap.de/parasiten/milben/milben-beim-hund/ Milben beim Hund – was TierhalterInnen wissen sollten], European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP), Februar 2023&lt;br /&gt;
* [https://www.esccap.de/v2/wp-content/uploads/2022/02/2-2022-Ektoparasiten-Empfehlung-3.pdf Bekämpfung von Ektoparasiten (Zecken, Milben, Flöhe, Läuse, Haarlinge, Sand- und Stechmücken) bei Hunden und Katzen], Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3, Februar 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Exzellent|25. Apr. 2008|45283740}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hautkrankheit des Hundes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parasitose bei Hunden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Carolin</name></author>
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