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	<title>Camp dels Ninots - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Camp_dels_Ninots&amp;diff=2638558&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DagdaMor: typo</title>
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		<updated>2025-09-14T10:02:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |article=/|NS=41/50/7/N |EW=2/47/54/E |type=landmark|pop=673000 |region=ES|map=|mapsize=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Camp dels Ninots&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Katalanische Sprache|katalanisch]] für „Feld der Puppen“) ist ein ehemaliges [[Maar]] und heute eine bedeutende [[Fossillagerstätte]] im Nordosten [[Spanien]]s. Hier wurden zahlreiche vollständige Skelette von großen Säugetieren, aber auch von Kleinwirbeltieren und Pflanzenreste entdeckt, die im mittleren [[Pliozän]] vor 3,2 Millionen Jahren am Ufer eines ehemaligen Sees lebten. Untersuchungen finden seit 2003 statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Camp dels Ninots geography - Martin et al 2025.jpg|mini|Lage von Camp dels Ninots im nordöstlichen Spanien]]&lt;br /&gt;
Camp dels Ninots ist ein altes [[Maar]] im Nordosten [[Spanien]]s und befindet sich nahe dem Orte [[Caldes de Malavella]], die nächste Stadt ist [[Girona]] in der Verwaltungseinheit [[Selva (Katalonien)|Selva]]. Das gesamte Gebiet ist Teil der [[La-Selva-Depression]], die von den [[Paläozoikum|paläozoischen]] Gesteinsmassiven des [[Katalonien#Topographie|Katalanischen Küstengebirges]] begrenzt wird, das den Weg zur rund 18&amp;amp;nbsp;km entfernten [[Mittelmeer]]küste im Süden versperrt. Der Name des Maars rührt vom Vorkommen von [[Opal]]mineralien, die in ihrer Form an kleine Puppen erinnern. In der Umgebung gibt es noch weitere Maare, die zum Katalanischen Vulkankomplex gehören. [[Vulkanismus]] setzte hier vor circa 15 Millionen Jahren ein und ruht seit dem Beginn des [[Holozän]]. Die Hauptaktivitätszeit war allerdings während des [[Pliozän]] und führte zur Bildung ausgedehnter [[Olivinbasalt]]ströme. Die vulkanischen Ausbrüche waren sowohl explosiver als auch effusiver Natur.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Garcia 2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologischer Aufbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Camp dels Ninots section - Martin et al 2025.jpg|mini|hochkant|Profilschnitt durch die Maar-Ablagerungen]]&lt;br /&gt;
Das Maar Camp dels Ninots hat eine annähernd ovale Form und erstreckt sich über 900&amp;amp;nbsp;m in der Nord-Süd-Richtung und 800&amp;amp;nbsp;m in der Ost-West-Richtung. Es erreicht eine Tiefe von wenigstens 90&amp;amp;nbsp;m, wobei die Sohle in [[Granit]] eingebettet ist. Im oberen Teil zeigt es einen asymmetrischen Aufbau, da im südlichen Bereich der Kraterwall durch weiche Sande gebildet wird, im Norden dagegen durch harte Granite. In der Oberfläche sind die Ränder des Maars aus vulkanischen [[Pyroklast]]en geformt, die Senke selbst war ursprünglich mit Wasser gefüllt. Dieser See dehnte sich auf 650 mal 400&amp;amp;nbsp;m aus und verlandete im Laufe der Zeit. Heute ist die Senke mit [[Ton (Bodenart)|Tonen]] und [[Mudde]]n gefüllt, welche den Ablagerungsrückstand des ehemals wassergefüllten Maares darstellen. Die relativ einheitliche Füllung des Maares lässt auf ein einmaliges eruptives Ereignis schließen, in dessen Zuge die Senke entstand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oms et al. 2015&amp;quot; /&amp;gt; Die oberen Bereiche sind auf bis zu 8&amp;amp;nbsp;m Tiefe aufgeschlossen. Hier haben die Tone und Mudden eine überwiegend gräulich-weiße oder grünliche Färbung. In diese Ton- und Muddeschichten sind vereinzelt [[Sandstein]]lagen eingeschaltet. Die [[Geologie|Geologen]] unterscheiden insgesamt vier Ablagerungseinheiten, von denen die Einheit 2 (von unten gezählt) mit über 5&amp;amp;nbsp;m Mächtigkeit am deutlichsten ausgeprägt ist. Diese wird wiederum in vier Subeinheiten gegliedert. Fossilfunde fanden sich verstreut in dem gesamten Schichtpaket, aus der Ablagerungseinheit 3, die dem [[Pleistozän]] zuzurechnen ist, stammen auch einige Werkzeuge aus [[Feuerstein]], die auf die Anwesenheit des frühen Menschen am Maar Camp dels Ninots verweisen. Die bedeutenden [[Fossil]]ien und vollständigen Skelette wurden aber im dritten Abschnitt der Einheit 2 entdeckt, der rund 2,5 bis 3,5&amp;amp;nbsp;m unter der heutigen Oberfläche liegt und überwiegend aus grünlich-grauen Tonen besteht, die von einem Sandsteinblock überlagert sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funde ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Camp dels Ninots - Martin et al 2025.jpg|mini|Blick auf die Fundstelle]]&lt;br /&gt;
Alle Funde zeichnen sich durch eine hervorragende Erhaltung aus, die keine Anzeichen von [[Verwitterung]] zeigen. Großsäuger kommen generell als artikulierte Skelette vor und liegen in seitlicher Position. Da sie keine Nage- oder Fraßspuren von Kleinsäugern oder [[Raubtiere]]n zeigen, müssen sie wohl sehr schnell im Wasser versunken und zu [[Sedimentation|sedimentiert]] sein. Veränderungen am Skelett fanden weitgehend durch [[Tektonik|tektonische]] Prozesse im Sinne von Bildung von Rissen und Sedimentrutschungen beim Setzungsprozess der Ablagerungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora ===&lt;br /&gt;
Großförmige Pflanzenreste umfassen Abdrücke von [[Blatt (Pflanze)|Blättern]], eingeschlossene [[Zweig]]e und [[Frucht]]kerne. Die Blätter kommen größtenteils von [[Lorbeergewächse]]n, aber auch von der [[Eiche]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Daphnogene polymorpha]]&amp;#039;&amp;#039;, die Fruchtkerne sind meist der [[Erlen (Botanik)|Erle]] zuzuweisen. Darüber hinaus sind Reste von [[Fichten|Fichte]], [[Kiefern|Kiefer]], [[Tannen|Tanne]], [[Birke]], [[Zypressen|Zypresse]] und [[Haselnuss]] überliefert. Andere Pflanzen werden durch [[Heidekräuter]], [[Erdbeerbäume]], [[Besenheide]] oder [[Beifuß]] repräsentiert. Auch [[Pilze]] und [[Protisten]] wurden gefunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fauna ===&lt;br /&gt;
Die Überreste der Tiere umfassen bisher Süßwasserfische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere und besitzen eine außergewöhnliche Erhaltungsqualität. Bemerkenswerterweise wurden keine Schalen von [[Weichtiere|Mollusken]] gefunden, was relativ ungewöhnlich für Seeablagerungen ist. Möglicherweise hängt dies mit besonderen [[abiotisch]]en Prozessen bei der Sedimentbildung zusammen. Wasser in Vulkanmaaren ist häufig sauer bis leicht basisch, was zum Auflösen von [[Calcit]], dem Hauptbestandteil der Muschel- und Schneckenschalen und zur Ausfällung [[Silikate]]n führt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vulcanoscaptor cropped - Martin et al 2025.jpg|mini|Teilskelett von &amp;#039;&amp;#039;[[Vulcanoscaptor]]&amp;#039;&amp;#039; aus Camp dels Ninots]]&lt;br /&gt;
Unter den Säugetieren ist bisher der zu den [[Hornträger]]n gehörende &amp;#039;&amp;#039;[[Alephis tigneresi]]&amp;#039;&amp;#039; am häufigsten, der mit 17 Individuen, darunter mehrere vollständige Skelette, nachgewiesen wurde. Diese Art ist mit &amp;#039;&amp;#039;[[Parabos]]&amp;#039;&amp;#039; verwandt und steht möglicherweise der heutigen [[Nilgauantilope]] nahe. Mit einem vermuteten Körpergewicht von rund 500&amp;amp;nbsp;kg stellt er den größten, nicht zu den eigentlichen [[Rinder]]n gehörenden Boviden in [[Europa]] dar. Des Weiteren wurde der Tapir &amp;#039;&amp;#039;[[Tapirus arvernensis]]&amp;#039;&amp;#039; mit ebenfalls mehreren vollständigen Skeletten, darunter vier ausgewachsene und nahezu ausgewachsene Individuen sowie ein Neugeborenes, ausgegraben, die ersten vollständigen dieser Art. Zwei genauer analysierte Tiere waren noch mit 188 beziehungsweise 238 einzelnen Knochenelementen überliefert, die zudem kaum oberflächige Verwitterung oder Einfluss von größeren Beutegreifern zeigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Despons et al. 2019&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grandi et al. 2022&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pandolfi et al. 2023&amp;quot; /&amp;gt; Dieser mittelgroße Tapirvertreter, der mit dem [[Schabrackentapir]] nahe verwandt ist, ist ein typischer europäischer Faunenbestandteil des [[Miozän]] und [[Pliozän]] und hat mit Camp dels Ninots sein südlichstes Auftreten auf diesem Kontinent. Ein weiterer [[Unpaarhufer]] stellt das dem [[Sumatra-Nashorn]] nahestehende &amp;#039;&amp;#039;[[Stephanorhinus jeanvireti]]&amp;#039;&amp;#039; dar, ein großer, möglicherweise bis zu 3&amp;amp;nbsp;t schwerer Vertreter dieser Nashorngattung. Auch hier liegen mehrere Individuen vor, darunter ein nahezu vollständiges Skelett, dem lediglich wegen einer Sedimentstörung die Vorderbeine fehlen. An Kleinsäugern ist unter anderem der [[Waldmaus]]verwandte &amp;#039;&amp;#039;[[Apodemus atavus]]&amp;#039;&amp;#039; gefunden worden. Hinzu kommt ein Teilskelett von &amp;#039;&amp;#039;[[Vulcanoscaptor]]&amp;#039;&amp;#039; aus der Verwandtschaftsgruppe der [[Neuweltmaulwürfe]]. Dessen ausgeprägte Struktur der Vordergliedmaßen gibt eine grabende Lebensweise an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martin et al. 2025&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPHES&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Llosera et al. 2013&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uhl et al. 2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vögel sind bisher mit Enten der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Aythya]]&amp;#039;&amp;#039; und mit [[Kormorane]]n belegt, des Weiteren auch mit [[Fasanenartige]]n. Das Fundmaterial besteht weitgehend nur aus Resten von Flügel- und Beinknochen. Unter den Reptilien sind zwei vollständige Skelette der [[Spanische Wasserschildkröte|Spanischen Wasserschildkröte]] (&amp;#039;&amp;#039;Mauremys leprosa&amp;#039;&amp;#039;) zu nennen, deren Schildpanzer zwischen 12 und 25&amp;amp;nbsp;cm lang ist. Als ungewöhnlich können Panzerreste von &amp;#039;&amp;#039;[[Chelydropsis]]&amp;#039;&amp;#039;, einem ausgestorbenen Vertreter der [[Alligatorschildkröten]], angesehen werden. Sie gehören zu den jüngsten und den westlichsten europäischen Funden. Amphibien umfassen [[Schwanzlurche]] und [[Froschlurche|Frösche]]. Die Schwanzlurche werden durch die große Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Pleurodeles]]&amp;#039;&amp;#039; und die kleine Form &amp;#039;&amp;#039;[[Lissotriton]]&amp;#039;&amp;#039; repräsentiert. Von beiden Gattungen liegen Einzelknochen vor, von &amp;#039;&amp;#039;Lissotriton&amp;#039;&amp;#039; auch ein vollständiges, etwa 6&amp;amp;nbsp;cm langes Skelett. Der Wasserfrosch &amp;#039;&amp;#039;[[Pelophylax]]&amp;#039;&amp;#039; ist dagegen gleich durch 22 zum Teil gut erhaltene Skelettindividuen nachgewiesen. Ihre Länge variiert zwischen 1,5 und 5,5&amp;amp;nbsp;cm. Es sind verschiedene Altersstufen belegt. Fehlende Disartikulationen der Skelette lassen vermuten, dass die Tiere eines natürlichen Todes starben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blain et al. 2023&amp;quot; /&amp;gt; Die Fische sind nur teilweise untersucht, es konnten aber wenigstens drei [[Karpfenfische|cypriniden]] Formen identifiziert werden, darunter die Gattungen &amp;#039;&amp;#039;[[Barbus]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Leuciscus]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prikryl et al. 2014&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uhl et al. 2024&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altersstellung ===&lt;br /&gt;
Für die Datierung bedeutend sind vor allem der Hornträger &amp;#039;&amp;#039;Alephis tigneresi&amp;#039;&amp;#039; und das Nashorn &amp;#039;&amp;#039;Stephanorhinus jeanvireti&amp;#039;&amp;#039;. Der Bovide tritt vor allem im frühen [[Pliozän]] auf, später wird er durch &amp;#039;&amp;#039;[[Leptobos]]&amp;#039;&amp;#039; ersetzt. Camp dels Ninots gehört zum letzten Auftreten dieser Hornträgerart. &amp;#039;&amp;#039;Stephanorhinus jeanvireti&amp;#039;&amp;#039; hingegen tritt hier erstmals auf und löst das urtümlichere &amp;#039;&amp;#039;[[Stephanorhinus megarhinus]]&amp;#039;&amp;#039; ab. Demnach sollten die fundführenden Ablagerungen in die Übergangszeit der durch die [[ELMMZ Neogen|Säugetierstratigraphie]] festgelegten Einheiten MN 15 zu MN 16 gehören und nach heutigem Stand rund 3,2 Millionen Jahre alt sein. Alle anderen Fossilien sind bisher weniger aussagefähig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Paläomagnetik|Paläomagnetische]] Untersuchungen an den Ablagerungen von Camp dels Ninots ergaben einen Wechsel der Ausrichtung der [[Ferromagnetismus|ferromagnetischen]] Mineralien von normal (wie heute) zu reverser (umgekehrter) [[Magnetische Polarisation|Polarisierung]], was mit der Umkehr des [[Erdmagnetfeld]]es und dem damit verbundenen Wechsel des [[Nordpol]]s zum Südpol hin stattfand. Dies ereignete sich in der Erdgeschichte mehrfach. Aufgrund des vermuteten Alters der Ablagerungen kommen aus [[Magnetostratigraphie|magnetostratigraphischer]] Sicht zwei Möglichkeiten in Frage, einerseits das Kaena-Event (3,04 bis 3,11 Millionen Jahre) oder das Mammoth-Event (3,22 bis 3,33 Millionen Jahre) während der Gauß-Epoche, die jeweils eine kurze Umkehr vom damals überwiegend normal polarisierten Zustand zu einem reversen aufzeigten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alonso 2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaftsrekonstruktion ===&lt;br /&gt;
Anhand der Pflanzenreste lässt sich ein immergrüner [[Subtropisches Klima|subtropischer]] Wald mit einem hohen Anteil an Lorbeergewächsen rekonstruieren, der von auf weiche Pflanzennahrung angepassten Pflanzenfressern wie &amp;#039;&amp;#039;Tapirus arvernensis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stephanorhinus jeanvireti&amp;#039;&amp;#039; bewohnt wurde. Die heutigen Tapire bevorzugen feuchtes Klima mit nur geringen jahreszeitlichen Schwankungen. Da Tapire generell eine sehr konservative Säugetiergruppe sind, die in ihrer [[Stammesgeschichte]] nur wenige Veränderungen durchliefen, wird eine solche Klimaanpassung auch von den fossilen Vertretern angenommen. Die Anwesenheit des Boviden &amp;#039;&amp;#039;Alephis tigneresi&amp;#039;&amp;#039; lässt auch einen gewissen Anteil an offenen Landschaften annehmen, doch war die Art wegen des Zahnbaus kein hochspezialisierter Grasfresser. Der Schwanzlurch &amp;#039;&amp;#039;Pleurodeles&amp;#039;&amp;#039; weist darauf hin, dass der Maarsee recht tief gewesen sein muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt; Diese Ansichten werden durch [[Pollenanalyse]]n an den Maarablagerungen bestätigt, denen zufolge eine sehr diverse Flora bestand, die sich aus subtropischen, mediterranen und temperierten Pflanzen zusammensetzte. Die Vegetation bestand unter relativ feuchten, subtropischen Bedingungen. Allerdings kam es im Verlauf der 200.000 Jahre, die bis zur Auffüllung des Maarsees vergingen, zu einer deutlichen Austrocknung des Klimas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Moreno et al. 2013&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jaciment.jpg|mini|Ausgrabungen im Camp dels Ninots]]&lt;br /&gt;
Erste Untersuchungen in Camp dels Ninots fanden bereits 1882 durch Lluís M. Vidal statt, dessen Schwerpunkt den Ursprung der Sedimente galt. In der Folgezeit fanden nur wenige Arbeiten statt, doch wurde Mitte der 1980er Jahre ein erstes [[Fossil]] eines ausgestorbenen Hornträgers beschrieben. Intensivere Untersuchungen begannen 1999, nachdem Mitglieder der &amp;#039;&amp;#039; Asociación Arqueológica de Gerona&amp;#039;&amp;#039; erste Funde aus Feuerstein getätigt hatten. Von 2003 an begannen interdisziplinäre Untersuchungen zur [[Archäologie]] und [[Paläontologie]] unter der Führung des &amp;#039;&amp;#039;Institut Català de Paleoecologia Humana i Evolució Social&amp;#039;&amp;#039; der [[Universitat Rovira i Virgili]] von [[Tarragona]], wobei jährliche Grabungskampagnen stattfinden. Die Forscher dringen dabei bis in 5&amp;amp;nbsp;m Tiefe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPHES&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gómesz de Soler, Campeny Vall-Llosera, Jan van der Made, O. Oms, J. Augustí, R. Sala, H.-A. Blain, F. Burjachs, J. Claude, S. García Catalán, D. Riba, R. Rosillo: &amp;#039;&amp;#039;A new key locality for the Pliocene vertebrate record of Europe: the Camp dels Ninots maar (NE Spain).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geologica Acta&amp;#039;&amp;#039; 10 (2), 2012, S. 1–17.&lt;br /&gt;
* Gerard Campeny Vall-Llosera, Bruno Gómez de Soler, Jordi Agustí, Robert Sala, Oriol Oms, Jan van der Made, Francesc Burjachs, Gonzalo Jiménez, Hugues-Alexandre Blain, Julien Claude, Tomáš Pˇrikryl, Isabel Expósito, Juan José Villalaín, Ángel Carrancho, Eduardo Barrón, Souhila Roubach, Lucía López-Polín, Xavier Bolós, Gala Gómez Merino, Núria Ibáñez, Lluís García, Pablo Mateos, David Riba, Rafel Rosillo, Alfonso Díaz i Sergio García: &amp;#039;&amp;#039;El Camp dels Ninots (Caldes de Malavella, la Selva): balanç de deu anys d’intervencions arqueopaleontològiques.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tribuna d’Arqueologia&amp;#039;&amp;#039; 2012/2013, S. 141–163 ([https://calaix.gencat.cat/handle/10687/122529]).&lt;br /&gt;
* Dieter Uhl, Michael Wuttke, Manuela Aiglstorfer, Carole T. Gee, Federica Grandi, Olaf Höltke, Thomas M. Kaiser, Uwe Kaulfuss, Daphne Lee, Thomas Lehmann, Oriol Oms, Markus J. Poschmann, Michael W. Rasser, Thomas Schindler, Krister T. Smith, Peter Suhr, Torsten Wappler und Sonja Wedmann: &amp;#039;&amp;#039;Deep‑time maar lakes and other volcanogenic lakes as Fossil‑Lagerstätten – An overview.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments&amp;#039;&amp;#039; 104, 2024, S. 763–848 (S. 821–822), [[doi:10.1007/s12549-024-00635-0]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Soler u. a. 2012&amp;quot;&amp;gt;Gómesz de Soler, Campeny Vall-Llosera, Jan van der Made, O. Oms, J. Augustí, R. Sala, H.-A. Blain, F. Burjachs, J. Claude, S. García Catalán, D. Riba und R. Rosillo: &amp;#039;&amp;#039;A new key locality for the Pliocene vertebrate record of Europe: the Camp dels Ninots maar (NE Spain).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geologica Acta&amp;#039;&amp;#039; 10 (2), 2012, S. 1–17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPHES&amp;quot;&amp;gt;IPHES: &amp;#039;&amp;#039;Camp dels Ninots.&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.iphes.cat/camp-dels-ninots online]), &amp;#039;&amp;#039;El Camp dels Ninots, la Pompeia del pliocè.&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.iphes.cat/sites/default/files/camp_dels_ninots.pdf PDF]), Institut Català Paleontologia Humana i Evolucié Social.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Garcia 2009&amp;quot;&amp;gt;Gala Gómez-Merino, Nuria Ibáñez, Gerard Campeny und Bruno Gómez de Soler: &amp;#039;&amp;#039;Actuaciones de conservación-restauración y almacenaje de un cráneo de bóvido del yacimiento paleontológico del Camp dels Ninots (Caldes de Malavella, Girona).&amp;#039;&amp;#039; In: C. Cancelo Fernández, S. Val Molina, J. Marigó Cortés und L. Celià Gelabert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;I Consevation Workshop: Finding Global Solutions for Natural History Collections.&amp;#039;&amp;#039;  Sabadell, Servei de Publicacions de la Universitat Autònoma de Barcelona. In: &amp;#039;&amp;#039;Memòria especial&amp;#039;&amp;#039; 4, 2009, S. 201–202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alonso 2011&amp;quot;&amp;gt;Ángel Carrancho Alonso, Juan José Villalaín, Bruno Gómez de Soler, Gerard Campeny Vall-llosera, Manuel Calvo-Rathert, Oriol Oms, Jan van der Made und Jordi Agustí: &amp;#039;&amp;#039;Estudio Magnetostratigrafico en dos Sondeos del Maar del Camp dels Ninots, Caldes de Malavella (Girona, NE-España).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Latinmag Letters&amp;#039;&amp;#039; 1, 2011, S. 1–5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oms et al. 2015&amp;quot;&amp;gt;O. Oms, X. Bolós, S. Barde-Cabusson, J. Martí, A. Casas, R. Lovera, M. Himi, B. Gómez de Soler, G. Campeny Vall-Llosera, D. Pedrazzi und J. Agustí: &amp;#039;&amp;#039;Structure of the Pliocene Camp dels Ninots maar-diatreme (Catalan Volcanic Zone, NE Spain).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of Vulcanology&amp;#039;&amp;#039; 77, 2015, S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Moreno et al. 2013&amp;quot;&amp;gt;Gonzalo Jiménez-Moreno, Francesc Burjachs, Isabel Expósito, Oriol Oms, Ángel Carrancho, Juan José Villalaín, Jordi Agustí, Gerard Campeny, Bruno Gómez de Soler und Jan van der Made: &amp;#039;&amp;#039;Late Pliocene vegetation and orbital-scale climate changes from the western Mediterranean area.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Global and Planetary Change&amp;#039;&amp;#039; 108, 2013, S. 15–28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Prikryl et al. 2014&amp;quot;&amp;gt;Tomáš Přikryl, Bruno Gómez de Soler, Gerard Campeny, Oriol Oms, Souhila Roubach, Hugues-Alexandre Blain und Jordi Agustí: &amp;#039;&amp;#039;Fish fauna of the Camp dels Ninots locality (Pliocene; Caldes de Malavella, province of Girona, Spain) – first results with notes on palaeoecology and taphonomy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Historical Biology&amp;#039;&amp;#039; 28 (3), 2016, S. 347–357, [[doi:10.1080/08912963.2014.934820]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blain et al. 2023&amp;quot;&amp;gt;Hugues-Alexandre Blain, Tomáš Přikryl, Isabel Cáceres, Pablo Rodríguez Salgado, Almudena Martínez-Monzón, Adriana Linares-Martín, Iván Lozano-Fernández, ElenaMoreno-Ribas, Federica Grandi, Oriol Oms, Jordi Agustí, Gerard Campeny Vall-Llosera und Bruno Gómez de Soler: &amp;#039;&amp;#039;Skeletal taphonomy of the water frogs (Amphibia: Anura) from the Pit 7/8 of the Pliocene Camp dels Ninots site (Caldes de Malavella, NE Spain).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039; Historical Biology&amp;#039;&amp;#039; 36 (9), 2024, S. 1951–1978, [[doi:10.1080/08912963.2023.2237998]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martin et al. 2025&amp;quot;&amp;gt;Adriana Linares-Martín, Marc Furió, Bruno Gómez de Soler, Jordi Agustí, Oriol Oms, Federica Grandi, Hugues-Alexandre Blain, Elena Moreno-Ribas, Pedro Piñero and Gerard Campeny: &amp;#039;&amp;#039;An unexpected Scalopini mole (Talpidae, Mammalia) from the Pliocene of Europe sheds light on the phylogeny of talpids.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Scientific Reports&amp;#039;&amp;#039; 15, 2025, pp. 24928 (fig. 4), [[doi:10.1038/s41598-025-10396-1]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uhl et al. 2024&amp;quot;&amp;gt;Dieter Uhl, Michael Wuttke, Manuela Aiglstorfer, Carole T. Gee, Federica Grandi, Olaf Höltke, Thomas M. Kaiser, Uwe Kaulfuss, Daphne Lee, Thomas Lehmann, Oriol Oms, Markus J. Poschmann, Michael W. Rasser, Thomas Schindler, Krister T. Smith, Peter Suhr, Torsten Wappler und Sonja Wedmann: &amp;#039;&amp;#039;Deep‑time maar lakes and other volcanogenic lakes as Fossil‑Lagerstätten – An overview.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments&amp;#039;&amp;#039; 104, 2024, S. 763–848 (S. 821–822), [[doi:10.1007/s12549-024-00635-0]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Camp dels Ninots (Caldes de Malavella)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fossillagerstätte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Katalonien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Caldes de Malavella]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DagdaMor</name></author>
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