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	<title>Cagots - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-21T09:39:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Cagots&amp;diff=1402448&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchmiAlf: /* Weblinks */ Link ausgetauscht (vorheriger Link wenig aussagekräftig), siehe Diskussion</title>
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		<updated>2026-04-14T08:32:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Link ausgetauscht (vorheriger Link wenig aussagekräftig), siehe Diskussion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Agotes Navarre espagnole.jpg|mini|Die letzten Cagots in Ort Bozate ([[Navarra]]), Ende des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Datei:SAINT-SAVIN (Hautes-Pyrénées) La Maison des CAGOTS.jpg|mini|Cagot-Häuser in [[Mailhoc]], [[Saint-Savin (Hautes-Pyrénées)|Saint-Savin]], Postkarte von 1906]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cagots&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Plural zu {{frS|Cagot}}, weiblich &amp;#039;&amp;#039;Cagote&amp;#039;&amp;#039;; weiblicher Plural: &amp;#039;&amp;#039;Cagottes&amp;#039;&amp;#039;; baskisch &amp;#039;&amp;#039;Agotak&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnete man eine Personengruppe, die vom 13. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein in [[Spanien]] und [[Frankreich]] diskriminiert wurde. Zahlreiche, einander zum Teil widersprechende Vorurteile ranken sich um die Cagots, was ihren körperlichen und geistigen Gesundheitszustand, ihr Aussehen und ihre Abstammung betrifft. Der Fortbestand der [[Segregation (Soziologie)|Segregation]] wurde durch die Verpflichtung zur [[Endogamie]] unter den Cagots ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnung ==&lt;br /&gt;
Im Bereich der [[Pyrenäen]] war für die Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Cagots&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Cahets&amp;#039;&amp;#039; üblich, in der [[Bretagne]] wurden sie &amp;#039;&amp;#039;Caqueaux&amp;#039;&amp;#039; genannt (sie selbst nannten sich dort &amp;#039;&amp;#039;Melandrins&amp;#039;&amp;#039;), in [[Asturien]] &amp;#039;&amp;#039;Vaqueros&amp;#039;&amp;#039;, in [[Aunis]] und [[Poitou]] &amp;#039;&amp;#039;Colliberts&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regional waren auch die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Agots&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Capins&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kagnards&amp;#039;&amp;#039; (wegen der Entenfüße, die sie tragen mussten), &amp;#039;&amp;#039;Chretiens&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Chrestias&amp;#039;&amp;#039; in Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Urkundliche Erwähnungen der Cagots reichen zumindest bis ins 12. Jahrhundert zurück, über ihre Herkunft gibt es aber keine gesicherten Angaben. Viele hielten sie für Abkömmlinge [[Arianer|arianischer]] [[Westgoten]], die nach ihrer Niederlage gegen [[Chlodwig I.|Chlodwig]] (507) abgesondert leben mussten (dabei leitete man das Wort &amp;#039;&amp;#039;Cagots&amp;#039;&amp;#039; von &amp;#039;&amp;#039;chiens Gots&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;cans Gots&amp;#039;&amp;#039; = „gotische Hunde“ ab).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere sahen in ihnen Nachfahren der [[Sarazenen]], die die Goten aus Spanien vertrieben hatten und daher &amp;#039;&amp;#039;chiens&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;chasseurs des Goths&amp;#039;&amp;#039; genannt wurden; als Muslime mussten sich die Sarazenen mehrmals täglich waschen, was man mit dem Entenfuß in Verbindung brachte, den die Cagots als Abzeichen tragen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder andere hielten sie für Nachkommen von [[Lepra|Aussätzigen]] (spanisch &amp;#039;&amp;#039;agote&amp;#039;&amp;#039; bedeutet auch „Aussätziger“) aus der Zeit der Kreuzzüge, für Nachfahren von Juden, für Nachkommen des im Alten Testament erwähnten [[Gehasi]] (wegen der ihnen nachgesagten Hinterlist und des Aussatzes), für Nachkommen von Leuten, die einen Kropf (&amp;#039;&amp;#039;goitre&amp;#039;&amp;#039;) hatten (weil man die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Crestinas&amp;#039;&amp;#039; mit Kretins in Verbindung brachte), für Nachkommen von [[Gnosis|Gnostikern]] bzw. [[Albigenser]]n (wegen der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Chrestiens&amp;#039;&amp;#039;) oder für Nachkommen von ins [[Baskenland]] eingewanderten spanischen Roma ([[Erromintxela]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Victor de Rochas (französischer Soziologe): &amp;#039;&amp;#039;Les Parias de France et d&amp;#039;Espagne (cagots et bohémiens)&amp;#039;&amp;#039;, Paris 1876.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen, Gesundheit ==&lt;br /&gt;
Den Ausschluss der Cagots vom gesellschaftlichen Leben rechtfertigte man unter anderem mit gesundheitlichen Gründen: Man &amp;lt;!--wer?--&amp;gt;sagte den Cagots nach, dass sie an [[Aussatz]] litten, an weißer Gesichtsfarbe und Schwellungen an Kopf und Extremitäten. Da der vermeintliche „Aussatz“ aber nicht ansteckend war, sprach man dann davon, dass es sich mittlerweile um eine abgeschwächte, vererbte Form von Aussatz handele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Cagots wurde oft [[Kretinismus]] nachgesagt, andererseits gibt es auch Berichte von Ärzten schon aus dem 17. Jahrhundert, die die Cagots als Menschen mit mächtigem Körperbau, frischer Gesichtsfarbe, graublauen Augen und etwas dicken, aber wohlgeformten Lippen beschrieben. Als besonderes körperliches Erkennungsmerkmal der Cagots galten die runden Ohren ohne Ohrläppchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Cagoutelle&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Cagutille&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete man folgendes Krankheitsbild, das bei den Cagots angeblich häufig vorkam: übler Geruch (der damals vom Volk mit Herkunft aus dem Morgenland in Verbindung gebracht wurde), Blässe, fahle Augenfarbe, Male am Rücken, Knorpeln (möglicherweise Aussatzknoten) auf Zunge und Gesicht; verbunden mit Anfällen von Verrücktheit (ähnlich sowohl dem [[Tanzwut|Veitstanz]] als auch der [[Berserker]]wut) oder Stumpfsinn besonders um die Zeit von Voll- und Neumond.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskriminierung ==&lt;br /&gt;
Die Cagots waren vom normalen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Schmerzunempfindliche Stellen auf Händen und Füßen (möglicherweise als Folge von Aussatz) wurden für [[Teufel]]smale gehalten; die Cagots galten als [[Zauberer]], [[Päderastie|Päderasten]] und [[Anthropophagie|Menschenfresser]]. Als sichtbares Zeichen mussten sie sich bis ins 15. Jahrhundert einen Gänse- oder Entenfuß aus rotem Stoff anheften, regional auch Eierschalen. Bis ins 18. Jahrhundert galt jemand, der einen Cagot heiratete, dann selber als Cagot und verlor seine Besitzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1695 befahl die spanische Regierung, sie aus dem Land zu vertreiben; da französische Gemeinden die Einreise verweigerten, mussten sich viele in unwegsame Pyrenäentäler zurückziehen, wo die meisten von ihnen dem Hunger, der Kälte und wilden Tieren zum Opfer fielen. In jener Zeit wurden sie gezwungen, Hände und Füße zu bedecken, um nicht den Boden oder Gegenstände zu verunreinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den katholischen Kirchen, die sie nur gebückt durch separate niedrige Eingänge betreten durften, saßen sie durch ein Gitter getrennt vom übrigen Volk, mussten eigene Weihwasserbecken benutzen, durften die Kommunion erst nach den anderen empfangen und wurden nicht auf dem gewöhnlichen Friedhof begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielerorts lebten die Cagots in abgesonderten Siedlungen und übten die niedrigsten Gewerbe aus; das Zimmermannshandwerk war ihnen erlaubt (was vom Volk wiederum mit ihrer angeblich jüdischen Abstammung in Verbindung gebracht wurde). Als Zimmerleute mussten sie Erste Hilfe bei einer ausbrechenden Feuersbrunst leisten. Von den üblichen Steuern, Abgaben und vom Militärdienst waren sie befreit. Bemühungen einzelner Bischöfe im 18. Jahrhundert brachten ihnen gebietsweise eine Verbesserung ihrer Lage; offiziell erhielten sie durch die [[Französische Revolution]] sämtliche Bürgerrechte. De facto wurden die Cagots jedoch vielerorts noch lange danach diskriminiert; besonders aus der Bretagne wanderten viele von ihnen nach Amerika aus, um dort ein neues Leben zu beginnen. Immerhin galten sie deutschen Ärzten um die Mitte des 19. Jahrhunderts schon als „nicht ohne Fähigkeiten, nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rheinische Monatsschrift für Praktische Aerzte, 3. Jahrgang (1849), S. 288.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Ende des 19. Jahrhunderts führten renommierte Nachschlagewerke die Cagots als eigene ethnische Bevölkerungsgruppe in Frankreich an. [[Kurt Tucholsky]] schrieb 1927 in seinem &amp;#039;&amp;#039;Pyrenäenbuch&amp;#039;&amp;#039;: {{&amp;quot; |&amp;#039;&amp;#039;Im Tal von Argelès gab es viele, bei Luchon und im Distrikt Ariège. Heute sind sie fast ausgestorben, man muß schon sehr suchen, wenn man sie sehen will. Es sind nicht eigentlich Kretins – es ist eine allgemeine körperliche Verkümmerung, gegen deren Folgen sie zum Teil immun geworden sind.&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Tucholsky: &amp;#039;&amp;#039;Ein Pyrenäenbuch.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1927; online lesbar auf der Homepage der Hochschule Augsburg [http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/20Jh/Tucholsky/tuc_py07.html hs-augsburg.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Franz Xaver von Zach]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00200951/AGE_1798_Bd01_0509.tif Einige Nachrichten von den Cagots in Frankreich].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine geographische Ephemeriden&amp;#039;&amp;#039;, 1. Bandes 5. Stück, 1798.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Cagots in Frankreich.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzboten.&amp;#039;&amp;#039; 20, 1861, [http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/titleinfo/166480 S. 393–398] und [http://brema.suub.uni-bremen.de/grenzboten/periodical/titleinfo/166493 S. 423–431.]&lt;br /&gt;
* [[Stefan Winkle]]: &amp;#039;&amp;#039;Kulturgeschichte der Seuchen.&amp;#039;&amp;#039; Artemis &amp;amp; Winkler, Düsseldorf / Zürich 1997; Lizenzausgabe für Komet, Frechen, ISBN 3-933366-54-2, S. 39 f.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Ertl (Historiker)|Thomas Ertl]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://doi.org/10.1515/hzhz-2025-0025 Konstellationen von Rassismus im späten Mittelalter. Wenden und Cagots im Vergleich].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historische Zeitschrift]].&amp;#039;&amp;#039; 321, 2025, H. 2, S. 311–344.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20081120062305/http://www.loucrup65.fr/pgie2824.htm Museum &amp;#039;&amp;#039;Musée des cagots&amp;#039;&amp;#039; in Arreau mit Abbildungen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialgeschichte (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialstrukturelle Gruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialgeschichte (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaft (Spanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung von Menschen mit Behinderung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Behinderung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchmiAlf</name></author>
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