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	<title>Caesar (Titel) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Caesar_(Titel)&amp;diff=773747&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:F0:B72C:A105:4E2:CD06:756B:DA4D: &quot;caeso&quot; steht hier nicht adjektivisch zu &quot;utero&quot; (niemand schneidet den heraus!), sondern ist ein PPP. &quot;a&quot; gehört zu &quot;utero&quot; (a utero caeso = aus dem Uterus geschnitten)</title>
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		<updated>2025-03-04T16:38:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&amp;quot;caeso&amp;quot; steht hier nicht adjektivisch zu &amp;quot;utero&amp;quot; (niemand schneidet den heraus!), sondern ist ein PPP. &amp;quot;a&amp;quot; gehört zu &amp;quot;utero&amp;quot; (a utero caeso = aus dem Uterus geschnitten)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Statue-Augustus.jpg|mini|[[Augustus]], erster Träger des Titels &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (antike Aussprache etwa [{{IPA|&amp;#039;kaɪ̯sar}}]), heute auch &amp;#039;&amp;#039;Cäsar&amp;#039;&amp;#039;, war ein Herrschaftstitel im antiken [[Römisches Reich|Römischen Reich]]. Er entstand aus dem [[Cognomen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Caesar (Cognomen)|Caesar]]&amp;#039;&amp;#039;, dem Beinamen, den ein Zweig der bedeutenden Familie der [[Julier|Iulii]] in der [[Römische Republik|republikanischen Zeit]] trug. In der [[Römische Kaiserzeit|Kaiserzeit]] wurde der Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; vor allem für den designierten Nachfolger des Kaisers benutzt, war aber auch Teil der Titulatur des regierenden Kaisers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heute bekannten Herrschaftstitel [[Kaiser]] und [[Zar]] sind aus dem römischen Titel entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Ursprung}}Ursprung und frühe Verwendung als Kaisertitel ===&lt;br /&gt;
Der Titel leitet sich vom Cognomen [[Gaius Iulius Caesar]]s ab. Ursprünglich war &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; ein römisches Cognomen, über dessen Bedeutung verschiedene Quellen unterschiedliche Auskunft geben. Eine der beiden wahrscheinlichsten Theorien ist die des Schriftstellers [[Plinius der Ältere|Plinius]],&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius, &amp;#039;&amp;#039;[[naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Pliny_the_Elder/7*.html#47 7,47].&amp;lt;/ref&amp;gt; der den Namen daraus herleitet, dass der erste Träger dieses Namens aus dem Mutterleib geschnitten worden sei: &amp;#039;&amp;#039;Primusque Caesarum a caeso matris utero dictus&amp;#039;&amp;#039; (etwa: „Und der erste der Caesaren wird der aus dem Unterleib der Mutter herausgeschnittene genannt“). Die medizinische Bezeichnung des [[Kaiserschnitt]]s ist entsprechend auch &amp;#039;&amp;#039;Sectio caesarea&amp;#039;&amp;#039;. Andere plausible Überlieferungen gehen davon aus, dass &amp;#039;&amp;#039;caesar&amp;#039;&amp;#039; von lateinisch &amp;#039;&amp;#039;caesaries&amp;#039;&amp;#039; stammt, was etwa so viel wie „haarig“ bzw. „Haupthaar“ bedeutet und damit wohl zum Ausdruck brachte, dass der so bezeichnete Zweig des Geschlechtes der [[Julier]] für dichte oder feine Haare bekannt war. Zwei weitere, hauptsächlich von der (meist eher unzuverlässigen) &amp;#039;&amp;#039;[[Historia Augusta]]&amp;#039;&amp;#039; tradierte Theorien sprechen sich für &amp;#039;&amp;#039;caesa&amp;#039;&amp;#039; für „Elefant“ (&amp;#039;&amp;#039;Historia Augusta&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Verus&amp;#039;&amp;#039; 2,3; &amp;#039;&amp;#039;Servius commentarius in Vergilii Aeneida&amp;#039;&amp;#039; 1,286) bzw. &amp;#039;&amp;#039;caesius&amp;#039;&amp;#039; für „blaugrau“ (&amp;#039;&amp;#039;Historia Augusta&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Verus&amp;#039;&amp;#039; 2,4) aus. Nach der Elefantentheorie soll der erste Namensträger des Cognomens &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; einen Elefanten erlegt haben – vielleicht spielt dies auf den [[Erster Punischer Krieg|Ersten Punischen Krieg]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den verschiedenen Namensherleitungen siehe {{KlP|1|996|997|Caesar|[[Hans Georg Gundel]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Cognomen &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; blieb in der Familie Iulius Caesars erblich. Caesar, der von seinen Ehefrauen keinen leiblichen Sohn hatte, [[Adoption (Römisches Reich)|adoptierte]] durch sein Testament seinen Großneffen [[Augustus|Oktavian]], heute bekannt unter dem Namen Augustus, so dass dieser sich nun genau wie sein Adoptivvater &amp;#039;&amp;#039;Gaius Iulius Caesar&amp;#039;&amp;#039; nannte, ergänzt um den Beinamen &amp;#039;&amp;#039;Octavianus&amp;#039;&amp;#039;, den er allerdings nie führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Oktavian hat sich aber auch schon vor der offiziellen, sakralrechtlich gültigen Adoption &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; nennen lassen (siehe [[Dietmar Kienast]], &amp;#039;&amp;#039;Römische Kaisertabelle&amp;#039;&amp;#039;, S. 24).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bald verzichtete Oktavian auf den [[Gentilname]]n &amp;#039;&amp;#039;Iulius&amp;#039;&amp;#039; und führte stattdessen &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; an der Stelle des &amp;#039;&amp;#039;nomen gentile&amp;#039;&amp;#039;. Zudem trat &amp;#039;&amp;#039;[[Imperator]]&amp;#039;&amp;#039; an die Stelle des Vornamens &amp;#039;&amp;#039;Gaius&amp;#039;&amp;#039;, sodass sich seit Oktober/November 40 v. Chr. der Name &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar Divi filius&amp;#039;&amp;#039; („Sohn des Vergöttlichten“) findet. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; wurde von ihm zu Ehren und zur Verdeutlichung seines Machtanspruches getragen. Der den Herrscher kennzeichnende Titel bzw. Ehrenname war aber &amp;#039;&amp;#039;[[Augustus (Titel)|Augustus]]&amp;#039;&amp;#039;, der Oktavian 27 v. Chr. vom [[Römischer Senat|Senat]] verliehen wurde. Fortan nannte er sich &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar [Divi filius] Augustus&amp;#039;&amp;#039;, und alle drei Elemente sollten sich im Laufe der Zeit von Namen in Titel verwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augustus gab den Namen &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; weiter an seine vier Adoptivsöhne [[Gaius Caesar|Gaius]], [[Lucius Caesar|Lucius]], [[Tiberius]] und [[Agrippa Postumus]]. Tiberius, der von 14 bis 37 n. Chr. als Kaiser regierte, ließ seinen leiblichen Sohn [[Drusus der Jüngere|Drusus]], seinen Enkel [[Tiberius Gemellus]] sowie seine Adoptivsöhne [[Germanicus]], [[Nero Caesar|Nero]] und [[Drusus Caesar|Drusus]] den Namen tragen. [[Caligula]], der jüngste Sohn des Germanicus und Nachfolger des Tiberius als Kaiser, nannte sich dieser Familientradition folgend ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;. Mit [[Claudius]] (41–54) und [[Nero]] (54–68), die mit dem Geschlecht der Julier nur verschwägert waren, war &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; endgültig nicht mehr länger nur ein Name, sondern wurde zum festen Bestandteil der Titulatur der römischen Kaiser. Diese Entwicklung schloss mit dem Ende der [[Julisch-Claudische Dynastie|julisch-claudischen Dynastie]] nach dem Tod Neros ab – drei der Kaiser des [[Vierkaiserjahr]]es 68/69, die alle nicht der Familie der Julier angehörten, gaben sich ebenfalls den Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;. Eine Ausnahme war [[Vitellius]], der sich stattdessen als &amp;#039;&amp;#039;Consul perpetuus&amp;#039;&amp;#039;, „immerwährender [[Konsulat (Römisches Reich)|Konsul]]“, bezeichnete, da der Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; zu viele monarchische Konnotationen weckte und er mit der römischen Republik in Verbindung gebracht werden wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des julisch-claudischen Hauses begann &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; eine Sonderrolle unter den Herrschertiteln zu spielen. [[Galba]], einer der Kaiser des Vierkaiserjahres, verlieh den Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; an seinen Adoptivsohn und designierten Nachfolger [[Lucius Calpurnius Piso Frugi Licinianus]]. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Titel an den jeweiligen Thronerben verliehen, was sich schon unter den [[Flavier]]n (69–96) bemerkbar machte. Spätestens seit der Regentschaft der [[Antonine]]n (138–192) wurde der Titel dann nicht mehr an alle Söhne des Kaisers verliehen, sondern nur noch an die Thronfolger. Während die Kaiser jetzt jeweils den Titel &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar Augustus&amp;#039;&amp;#039; trugen, ergänzt um die jeweiligen Individualnamen (also zum Beispiel &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar Flavius [[Vespasian]]us Augustus&amp;#039;&amp;#039;), nannten sich die designierten Nachfolger nur &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar&amp;#039;&amp;#039;. Der Titel &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; kam erst bei Herrschaftsantritt dazu (mitunter, wie im Fall von [[Commodus]], bereits zu Lebzeiten des Vorgängers, der dann aber als &amp;#039;&amp;#039;senior Augustus&amp;#039;&amp;#039; übergeordnet blieb). Dieses Verfahren war notwendig, da das Kaisertum bis zuletzt formal nicht erblich war und die Verleihung des Titels &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, oft bereits verbunden mit wichtigen Vollmachten, bereits zu Lebzeiten eines &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; die oft heikle Nachfolgefrage klären konnte. Seit [[Geta (Kaiser)|Geta]] (198) führte der &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; regelmäßig das Epithet &amp;#039;&amp;#039;[[nobilissimus]]&amp;#039;&amp;#039;; dieses verselbstständigte sich in der Spätantike zu einem eigenen Titel und wurde daher im späten 6. Jahrhundert im Caesarentitel durch &amp;#039;&amp;#039;felicissimus&amp;#039;&amp;#039; ersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Fritz Mitthof]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom&amp;#039;&amp;#039; ίερώτατος Καίσαρ &amp;#039;&amp;#039;zum&amp;#039;&amp;#039; έπιφανέστατος Καίσαρ. &amp;#039;&amp;#039;Die Ehrenprädikate in der Titulatur der Thronfolger des 3. Jh. n. Chr. nach den Papyri.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]]&amp;#039;&amp;#039; 99, 1993, S. 97–111 ([http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/zpe/downloads/1993/099pdf/099097.pdf PDF]), hier: S. 98 f.; [[Gerhard Rösch (Historiker)|Gerhard Rösch]]: &amp;#039;&amp;#039;Onoma basileias. Studien zum offiziellen Gebrauch der Kaisertitel in spätantiker und frühbyzantinischer Zeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Byzantina Vindobonensia.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0260-7, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; in der Spätantike ===&lt;br /&gt;
[[Diokletian]] – mit dessen Erhebung zum Kaiser im Jahr 284 man heute meist die [[Spätantike]] beginnen lässt – führte das System der [[Römische Tetrarchie|Tetrarchie]] ein, in dem es jeweils zwei &amp;#039;&amp;#039;Augusti&amp;#039;&amp;#039; als übergeordnete Herrscher sowie zwei &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; als untergeordnete Mitherrscher (und designierte Kaiser) gab. In diesem tetrarchischen System genossen alle vier Herrscher auf ihren jeweiligen Gebieten weitgehende Autonomie – das heißt administrative, legislative und militärische Kompetenzen, auch wenn der &amp;#039;&amp;#039;senior Augustus&amp;#039;&amp;#039; das letzte Wort hatte. Der Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; stand also für den jeweiligen „Unterkaiser“. Nach Diokletians Konzeption sollte beim Tod oder Rücktritt eines der &amp;#039;&amp;#039;Augusti&amp;#039;&amp;#039; automatisch dessen &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; nachfolgen, der daraufhin wieder einen Nachfolger zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; ernennen sollte. Das System ging jedoch schon kurz nach der Abdankung Diokletians Anfang des 4. Jahrhunderts in den Machtkämpfen um die Nachfolge der Tetrarchen zugrunde (siehe [[Auflösung der römischen Tetrarchie]]). (Nach wie vor trug daneben übrigens jeder &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; weiterhin auch den Titel &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;.) Was sich dagegen hielt, war die rechtliche Stellung der &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; als Kaiser: Seit der Tetrarchie wurde auch ein &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, genau wie ein &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;dominus noster&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;princeps&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet; zudem durfte er kaiserliche Gesetze (&amp;#039;&amp;#039;constitutiones&amp;#039;&amp;#039;) erlassen, Münzen mit seinem Abbild schlagen lassen und seine Regierungsjahre zählen. Er trug kaiserlichen Purpur und ein [[Diadem]], das allerdings weniger aufwendig als das eines &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Kämpfen um die Nachfolge Diokletians konnte sich schließlich [[Konstantin der Große]] durchsetzen, der ab 324 als alleiniger &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; herrschte. Er ernannte seine Söhne, teilweise noch im Kindesalter, zu &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039;, gestand ihnen jedoch – im Unterschied zum tetrarchischen System Diokletians – nur militärische Kompetenzen in ihren jeweiligen Gebieten zu. Nach dem Tod Konstantins 337 ließ sich dieses System allerdings nicht problemlos aufrechterhalten, da es dazu eines starken &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; bedurfte, dessen letztinstanzliche Entscheidungsgewalt von allen Kaisern anerkannt wurde. Zudem gab es keine [[Primogenitur]] im römischen Kaisertum. Zwischen Konstantins drei Söhnen [[Konstantin II. (Rom)|Konstantin II.]], [[Constantius II.]] und [[Constans]] kam es daher zu Konflikten, die auch dadurch nicht geklärt werden konnten, dass schließlich alle drei den Titel &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; annahmen. Constantius II., der letzte überlebende Sohn und ab 350 alleiniger (legitimer) &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;, bekam Probleme mit seinen von ihm zu &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; ernannten Vettern, da er deren Kompetenzen nicht klar benannt und abgegrenzt hatte. [[Constantius Gallus]], den er 351 zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; ernannte, sah sich offenbar in der tetrarchischen Tradition und forderte für sich außer der ihm zugedachten militärischen Funktion auch administrative sowie legislative Kompetenzen, was ihn in Konflikt mit den von Constantius bestellten Zivilbeamten brachte. 354 ließ Constantius ihn hinrichten. Auch mit [[Julian (Kaiser)|Julian]], dem Halbbruder des Gallus, den er 355 als &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; einsetzte, kam Constantius aus ähnlichen Gründen in Konflikt. Julian ließ sich schließlich nach etlichen Konflikten mit den Beamten des Constantius im Jahr 360 eigenmächtig zum &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; ausrufen. Ein Bürgerkrieg zwischen Julian und Constantius wurde nur durch Constantius’ Tod 361 verhindert.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum problematischen Verhältnis zwischen Constantius II. und seinen Unterkaisern vgl. David S. Potter, &amp;#039;&amp;#039;The Roman Empire at Bay&amp;#039;&amp;#039;, London/New York 2004, S. 471ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit nach Constantius II. – beginnend mit [[Gratian]], den sein Vater [[Valentinian I.]] direkt zum &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; kürte – wurde der Titel nicht mehr so oft vergeben, die Kaiser (auch die designierten) wurden fortan zumeist direkt zu &amp;#039;&amp;#039;Augusti&amp;#039;&amp;#039; erhoben. Dennoch gab es weiterhin noch eine Reihe an &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039;, zum Beispiel [[Valentinian III.]] und [[Leo II. (Byzanz)|Leo II.]], die – jeweils im Knabenalter – zuerst 424 bzw. 472 zu &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; erhoben wurden und ein Jahr später zu &amp;#039;&amp;#039;Augusti&amp;#039;&amp;#039; avancierten. Allerdings waren ihre Kompetenzen nun geringer als zuvor, und der Titel diente nun primär der Designation präsumptiver Nachfolger, die aus unterschiedlichen Gründen nicht direkt zum &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; erhoben wurden. Der letzte &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, dem ein eigenes Herrschaftsgebiet zugewiesen wurde, scheint [[Constans II. (Gegenkaiser)|Constans]] gewesen zu sein, der um 408 zeitweilig die Iberische Halbinsel kontrollierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Westkaiser [[Petronius Maximus]] erhob 455 seinen Sohn Palladius zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, und die von Ostrom anerkannten weströmischen Kaiser [[Majorian]], [[Anthemius]] und vielleicht auch [[Julius Nepos]] trugen zu Beginn ihrer Herrschaft ebenfalls nur den &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;-Titel. Der Ostkaiser [[Leo I. (Byzanz)|Leo I.]] erhob [[Patricius (Caesar)|Patricius]] zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, [[Zenon (Kaiser)|Zenon]] den jüngeren [[Basiliskos der Jüngere|Basiliskos]] – beide &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; wurden nie &amp;#039;&amp;#039;Augusti&amp;#039;&amp;#039;. Wohl 490 erhob in Italien [[Odoaker]] seinen Sohn [[Thela]] zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, der 493 den Tod fand. [[Justinian I.|Justinian]] war seit 525 zunächst &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; seines Onkels [[Justin I.]] und wurde dann 527 &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;. [[Tiberios I.]] wurde 574 zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; Kaiser [[Justin II.|Justins II.]] ernannt, um den geisteskranken Herrscher zu unterstützen, bevor er 578 selbst &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; wurde. Auch Kaiser [[Maurikios]] war 582 zunächst (gemeinsam mit [[Germanus (Caesar)|Germanus]]) &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, bevor er wenig später &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; wurde. Unter [[Herakleios]] wurden die späteren Kaiser [[Heraklonas]] und [[David Tiberios]] zunächst zu &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; ernannt. Grund für die seltenere Benutzung des Caesartitels könnte vielleicht die Erinnerung an die genannten Spannungen zwischen Constantius II. und seinen &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies nimmt etwa Kienast, &amp;#039;&amp;#039;Römische Kaisertabelle&amp;#039;&amp;#039;, S. 25, an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutlich wahrscheinlicher ist aber wohl, dass im 5. und 6. Jahrhundert einfach nur noch dann ein &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; erhoben wurde, wenn der amtierende &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; noch keine definitive Entscheidung über seine Nachfolge treffen wollte oder konnte. Die &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039; des 5. und 6. Jahrhunderts hatten dabei nicht mehr das Recht, eigene Münzen schlagen zu lassen, und sind daher vorwiegend literarisch bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die weitere Entwicklung ===&lt;br /&gt;
{{Anker|Kaisar}}In der Kaisertitulatur verschwand &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; im [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reich]] unter [[Justinian II.]] (Kaiser 685–695 und 705–711). Trotzdem wurde er (nun in der gräzisierten Form &amp;#039;&amp;#039;Kaisar&amp;#039;&amp;#039;) bis in die Zeit [[Alexios I. (Byzanz)|Alexios’ I.]] (1081–1118) weiterhin als besonderer Ehrentitel verliehen und blieb nach &amp;#039;&amp;#039;[[Basileus]]&amp;#039;&amp;#039; (βασιλεύς) der zweitwichtigste Titel. Mit Alexios I. begann dessen Abwertung, da er seinem Bruder [[Isaak Komnenos (Sebastokrator)|Isaak Komnenos]] den von &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; (gr. &amp;#039;&amp;#039;Sebastos&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;[[Imperator]]&amp;#039;&amp;#039; (gr. &amp;#039;&amp;#039;Autokrator&amp;#039;&amp;#039;) abgeleiteten Ehrentitel &amp;#039;&amp;#039;[[Sebastokrator]]&amp;#039;&amp;#039; verlieh. In der Regierungszeit [[Manuel I. (Byzanz)|Manuels I.]] wurde dann ein neuer Titel eingeführt, &amp;#039;&amp;#039;[[Despot (Titel)|Despotes]]&amp;#039;&amp;#039; („Herr“), der im Rang nach &amp;#039;&amp;#039;Basileus&amp;#039;&amp;#039; folgte. &amp;#039;&amp;#039;Sebastokrator&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Despotes&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;Kaisar&amp;#039;&amp;#039; blieben bis zum Ende des Byzantinischen Reiches ausschließlich vom Kaiser verliehene Titel. Der Titel des &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; wurde aber nach der Wiederherstellung des Byzantinischen Reiches unter den Palaiologen ab 1261 nicht mehr an enge Familienmitglieder verliehen, sondern überwiegend an verdiente Heerführer. Der letzte bekannte Träger war [[Manuel Angelos Philanthropenos]], Herr von [[Thessalien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] erhob Kaiser [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich I.]] seinen Sohn und designierten Nachfolger [[Heinrich VI. (HRR)|Heinrich]] 1186 zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;; die genaue Tragweite dieses einmaligen Akts ist in der Forschung jedoch umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur weiteren Entwicklung des Caesartitels siehe G. Weiß, &amp;#039;&amp;#039;Caesar (Titel), II. Byzanz&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Sp. 1352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Mason Hammond]]: &amp;#039;&amp;#039;Imperial Elements in the Formula of the Roman Emperors during the first Two and a Half Centuries of the Empire.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Memoirs of the American Academy in Rome&amp;#039;&amp;#039; 25, 1957, S. 17–64 ([http://www.archive.org/stream/memoirsofamerica25ameruoft/memoirsofamerica25ameruoft_djvu.txt hier online]).&lt;br /&gt;
* [[Dietmar Kienast]], [[Werner Eck]], [[Matthäus Heil]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Kaisertabelle. Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie.&amp;#039;&amp;#039; 6., überarbeitete Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26724-8, S. 19 f.&lt;br /&gt;
* [[Christopher B. Krebs]]: &amp;#039;&amp;#039;‘It’s Caesar [Kaiser/Tsar], not Mr. King.’ (Mis)Understanding a Caesarian Pun (Suet. &amp;#039;&amp;#039;Iul.&amp;#039;&amp;#039; 79.2) and Its Ironies.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Histos.&amp;#039;&amp;#039; Band 17, 2023, S. 43–51 ([https://histos.org/documents/2023AA02KrebsIt&amp;#039;sCaesarNotMrKing.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Barbara Levick]]: &amp;#039;&amp;#039;Caesar′s Political and Military Legacy to the Roman Emperors.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Miriam Griffin]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;A Companion to Julius Caesar.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell, Oxford 2009, ISBN 978-1-4443-0844-0, S. 209–223 (bes. [http://books.google.de/books?id=gzOXLGbIIYwC&amp;amp;pg=PA218&amp;amp;lpg=PA218&amp;amp;dq=levick+name+caesar+fossilized+place&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=qfGKIWOjAo&amp;amp;sig=YWjE5-2sFYrg28dcVQPZpJdCSxw&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=FP5rU7POM-feygOjz4HgCg&amp;amp;ved=0CDgQ6AEwAQ#v=onepage&amp;amp;q=levick%20name%20caesar%20fossilized%20place&amp;amp;f=false S. 218 ff.])&lt;br /&gt;
* [[Fritz Mitthof]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom&amp;#039;&amp;#039; ίερώτατος Καισαρ &amp;#039;&amp;#039;zum&amp;#039;&amp;#039; έπιφανέστατος Καίσαρ. &amp;#039;&amp;#039;Die Ehrenprädikate in der Titulatur der Thronfolger des 3. Jh. n. Chr. nach den Papyri.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]]&amp;#039;&amp;#039; 99, 1993, S. 97–111 ([http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/zpe/downloads/1993/099pdf/099097.pdf PDF])&lt;br /&gt;
* [[Alexander Mlasowsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Nomini ac fortunae Caesarum proximi. Die Sukzessionspropaganda der römischen Kaiser von Augustus bis Nero im Spiegel der Reichsprägung und der archäologischen Quellen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts]]&amp;#039;&amp;#039; 111, 1996, S. 249–388.&lt;br /&gt;
* Ernst Müller: &amp;#039;&amp;#039;Cäsarenporträts.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Walter de Gruyter &amp;amp; Co., Berlin 1914–1927.&lt;br /&gt;
* {{RE|III,1|1287||Caesar 2|[[Karl Johannes Neumann]]|RE:Caesar 2}}&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Rösch (Historiker)|Gerhard Rösch]]: &amp;#039;&amp;#039;Onoma Basileias. Studien zum offiziellen Gebrauch der Kaisertitel in spätantiker und frühbyzantinischer Zeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Byzantina Vindobonensia.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10). Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0260-7, S. 36 f.&lt;br /&gt;
* {{LexMA|2|1351|1352|Caesar (Titel)|[[Jürgen von Ungern-Sternberg]], G. Weiß|mit Literatur}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{LiviusNeu|concept|caesar|||Caesar|}}&lt;br /&gt;
* [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/secondary/SMIGRA*/Caesar.html Artikel in &amp;#039;&amp;#039;A Dictionary of Greek and Roman Antiquities&amp;#039;&amp;#039;, London 1875] bei [[LacusCurtius]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Römische Ämter}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Caesar| ]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Römisches Amt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Byzantinischer Titel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaisertum (Römisches Reich)]]&lt;/div&gt;</summary>
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