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	<title>Burkitt-Lymphom - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T17:48:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Burkitt-Lymphom&amp;diff=469950&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;LE G01EM: aufgrund der sehr großen relevanz einer EBV-Infektion sollte dieser Fakt schon in der Einleitung stehen, nicht erst im letzten abschnitt</title>
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		<updated>2026-04-05T13:46:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;aufgrund der sehr großen relevanz einer EBV-Infektion sollte dieser Fakt schon in der Einleitung stehen, nicht erst im letzten abschnitt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = C83.7&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Burkitt-Tumor&amp;lt;br /&amp;gt;[[ICD-O]] 9687/3 (Lymphom)&amp;lt;br /&amp;gt;ICD-O 9826/3 (Leukämie)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 2A85.6&lt;br /&gt;
| Data-01 = Burkitt-Lymphom einschließlich Burkitt-Zell-Leukämie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Burkitt-Lymphom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BL&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, {{enS|&amp;#039;&amp;#039;Burkitt’s lymphoma&amp;#039;&amp;#039;}}) ist ein [[malignes Lymphom]] und wird zu den [[B-Lymphozyt|B-Zell]]-[[Non-Hodgkin-Lymphom]]en gezählt. Es ist nach seinem Erstbeschreiber, dem britischen [[Chirurgie|Chirurgen]] [[Denis Parsons Burkitt]] benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;pmid13628987&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=D Burkitt |year=1958 |title=A sarcoma involving the jaws in African children |journal=[[British Journal of Surgery]] |volume=46 |issue=197 |pages=218–23 |doi=10.1002/bjs.18004619704 |pmid=13628987 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Weltgesundheitsorganisation]] (WHO) unterscheidet drei verschiedene Typen:&lt;br /&gt;
* das &amp;#039;&amp;#039;endemische Burkitt-Lymphom&amp;#039;&amp;#039;, das sich vor allem im [[Tropen|tropischen]] [[Afrika]] findet, wo es zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Kindern zählt, und in etwa 95% der Fälle mit dem [[Epstein-Barr-Virus]] assoziiert ist,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=G. Brady, G. J. MacArthur, P. J. Farrell |Titel=Epstein-Barr virus and Burkitt lymphoma |Sammelwerk=Journal of Clinical Pathology |Band=60 |Nummer=12 |Datum=2007-12 |ISSN=1472-4146 |DOI=10.1136/jcp.2007.047977 |PMC=2095571 |PMID=18042696 |Seiten=1397–1402 |Online=https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2095571/ |Abruf=2026-04-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das &amp;#039;&amp;#039;sporadische Burkitt-Lymphom&amp;#039;&amp;#039;, das in gemäßigten Klimazonen auftritt, und&lt;br /&gt;
* das &amp;#039;&amp;#039;HIV-assoziierte Burkitt-Lymphom&amp;#039;&amp;#039;, das bei [[HIV]]-Infektion auftreten kann.&lt;br /&gt;
[[Datei:Large facial Burkitt&amp;#039;s Lymphoma.JPG|mini|Burkitt-Lymphom der Halslymphknoten bei einem 7-jährigen Jungen. Große ulzerierte, sezernierende Schwellung seit einigen Monaten.]]&lt;br /&gt;
Das BL ist einer der am schnellsten wachsenden humanen [[Tumor]]en und hat entsprechend eine außerordentlich hohe Zellteilungsrate (der sogenannte [[Ki-67 (Protein)|Ki-67]]-Index ist größer 95 %, d.&amp;amp;nbsp;h. mehr als 95 % der Zellen befinden sich in Teilung). Gerade wegen des rasanten Wachstums ist der Tumor jedoch in der Regel sehr empfindlich gegenüber [[Chemotherapie]] und [[Strahlentherapie]].&lt;br /&gt;
Bei ausgeprägtem [[Knochenmark]]befall durch das BL (&amp;gt;20 % Zellanteil) spricht man auch von Burkitt-Leukämie oder „reifzelliger B-[[Akute lymphatische Leukämie|ALL]]“/„[[Akute lymphatische Leukämie|L3-ALL]]“. Dies ist ein seltenes Krankheitsbild (nur ca. 3–5 % aller [[Akute lymphatische Leukämie|akuten lymphatischen Leukämien]], d.&amp;amp;nbsp;h. in ganz [[Deutschland]] weniger als 100 Fälle pro Jahr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klinisch kann das BL überall dort auftreten, wo sich [[Lymphozyt]]en befinden. Bevorzugt tritt es in den [[Lymphknoten]] auf. Für das &amp;#039;&amp;#039;endemische BL&amp;#039;&amp;#039; sind eine Invasion der [[Mandibula]] oder [[Maxilla]] (Ober- und Unterkieferknochen) typisch. Beim &amp;#039;&amp;#039;sporadischen BL&amp;#039;&amp;#039; (in [[Europa]] und [[Nordamerika]]) findet man diese Manifestation eher selten. Stattdessen sind häufig die Lymphknoten im [[Abdomen|Bauchraum]] betroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadieneinteilung ==&lt;br /&gt;
Die Stadieneinteilung in die Stadien I bis IV erfolgt nach dem System von [[Ann-Arbor-Klassifikation|Ann-Arbor]]. Für Kinder und Jugendliche erfolgt die Stadieneinteilung nach der St.-Jude’s-Modifikation der Ann-Arbor-Klassifikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable toptextcells&amp;quot;&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;background:#AAFFDD; text-align:center;&amp;quot;| St. Jude’s Modifikation der Ann Arbor Klassifikation für Non-Hodgkin-Lymphome im Kindes- und Jugendalter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Stadium&lt;br /&gt;
!Definition&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadium I || eine einzelne nodale oder extranodale Tumormanifestation ohne lokale&lt;br /&gt;
Ausbreitung&lt;br /&gt;
* nicht: mediastinale und abdominale oder epidurale Lokalisationen (siehe Stadium III)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadium II || mehrere nodale und/oder extranodale Manifestationen auf derselben Seite&lt;br /&gt;
des Zwerchfells mit oder ohne lokale Ausbreitung&lt;br /&gt;
* nicht: mediastinale, epidurale oder ausgedehnte, nicht resektable abdominale Lokalisationen (siehe Stadium III)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadium III || Lokalisationen auf beiden Seiten des Zwerchfells&lt;br /&gt;
* alle Manifestationen im Brustraum (Thorax) wie Mediastinum, Thymus, Pleura&lt;br /&gt;
* alle ausgedehnten, nicht zu operierenden (respektablen) Manifestationen im Bauchraum (Abdomen)&lt;br /&gt;
* Befall der äußeren Hirnhaut (Epiduralbefall)&lt;br /&gt;
* multilokulärer Knochenbefall (nicht Knochenmarkbefall)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadium IV || Befall des Knochenmarks und/oder des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Befall des Knochenmarks&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein Blastenanteil von mehr als 5 % und weniger als 25 % in der [[Zytodiagnostik|zytologischen Untersuchung]] des Knochenmarks (Knochenmarkausstrich) definiert. Wenn 25 % oder mehr Blasten im Knochenmark vorhanden sind, handelt es sich um eine Burkitt-Leukämie (L3-ALL).&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Befall des Zentralnervensystems&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird jeder Nachweis von Blasten im Nervenwasser (Liquor) gewertet. Ein Befall des Zentralnervensystems ist auch dann gegeben, wenn jede Raumforderung im Zentralnervensystem bei gesichertem Burkitt-Lymphom an einer anderen Lokalisation wie Brustkorb, Unterkiefer und Abdomen nicht gesichert auf eine andere Ursache zurückgeführt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnostik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Burkitt lymphoma, H&amp;amp;E.jpg|mini|[[Histologie|Histologisches]] Bild eines Burkitt-Lymphoms (aus einem Lymphknoten, [[Hämatoxylin-Eosin-Färbung|HE-Färbung]]). Als typisch gilt der „Sternenhimmel“-artige Aspekt bei niedriger Vergrößerung, der durch zwischen die Lymphomzellen eingestreute [[Makrophage]]n zustande kommt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Diagnosestellung eines BL muss zunächst ein komplettes [[Stadienbestimmung (Onkologie)|Staging]], d.&amp;amp;nbsp;h. eine Ausbreitungsdiagnostik erfolgen. d.&amp;amp;nbsp;h. es muss festgestellt werden, welches Stadium vorliegt, da die Therapie sich daran orientiert (je ausgebreiteter das Lymphom, desto intensiver und länger die Therapie).&lt;br /&gt;
Die folgenden Untersuchungen sind notwendig:&lt;br /&gt;
* [[Knochenmark]]untersuchung&lt;br /&gt;
* [[Computertomographie]] (CT) oder [[Magnetresonanztomographie]] (MRT) von [[Hals]], [[Thorax]] und [[Abdomen]]&lt;br /&gt;
* [[Blut]]untersuchungen ([[Blutbild]], [[Lactatdehydrogenase|LDH]], [[Harnsäure]], [[Kreatinin]], …)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lactatdehydrogenase (LDH) im Serum oder Plasma kommt bei den Burkitt-Lymphomen im Kindes- und Jugendalter besondere Bedeutung zu, da der LDH-Wert bei Diagnosestellung die Risikogruppe mitbestimmt (mehr als 500 U/L LDH im Serum oder Plasma entsprechen dabei einer höheren Risikogruppe). Die Mitbestimmung der LDH in der Risikogruppen-Zuteilung wird vor allem bei den Therapieoptimierungsstudien im deutschen Sprachraum und mittlerweile auch in Europa angewendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prognose ==&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Burkitt Lymphoma International Prognostic Index Consortium&amp;#039;&amp;#039; hat 633 Fälle von Burkitt-Lymphom der USA der Jahre 2009 bis 2017 hinsichtlich der Prognosefaktoren analysiert und daraus einen Prognose-Index (BL-IPI) entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam J. Olszewski, Lasse H. Jakobsen, Graham P. Collins, Kate Cwynarski, Veronika Bachanova |Titel=Burkitt Lymphoma International Prognostic Index |Sammelwerk=Journal of Clinical Oncology |Band=39 |Nummer=10 |Datum=2021-04-01 |Seiten=1129–1138 |ISSN=0732-183X |DOI=10.1200/JCO.20.03288 |Online=[https://ascopubs.org/doi/10.1200/JCO.20.03288 Online] |Abruf=2022-05-10 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Patienten erhielten eine [[Immunmodulation|Immun]]-[[Chemotherapie]]. In der [[multivariablen Analyse]] bestand bei vier Faktoren ein [[Statistische Signifikanz|signifikanter]] Zusammenhang mit dem [[Progressionsfreies Überleben|progressionsfreien Überleben]] (PFS):&lt;br /&gt;
* [[L-Lactatdehydrogenase|LDH]] größer als das Dreifache des normalen Grenzwerts&lt;br /&gt;
* [[Allgemeinzustand|ECOG]] &amp;gt; 1 (reduzierter Allgemeinzustand)&lt;br /&gt;
* [[Zentralnervensystem|ZNS]]-Befall&lt;br /&gt;
* Alter ≥ 40 Jahre&lt;br /&gt;
Diese vier Faktoren wurden zur Einteilung der Risikogruppen verwendet: &lt;br /&gt;
* niedriges Risiko: kein Risikofaktor&lt;br /&gt;
* mittleres Risiko: ein Risikofaktor&lt;br /&gt;
* hohes Risiko: mehr als ein Risikofaktor &lt;br /&gt;
In der univariablen Analyse waren zusätzlich folgende Faktoren signifikant:&lt;br /&gt;
* Stadium 3/4&lt;br /&gt;
* [[Knochenmark|Knochenmarksbefall]]&lt;br /&gt;
* [[Hämoglobin|Hb]] &amp;lt; 11,5 g / dl&lt;br /&gt;
* [[Albumine|Albumin]] &amp;lt; 3,5 g / dl&lt;br /&gt;
Weitere ungünstige Faktoren:&lt;br /&gt;
* männliches Geschlecht n.s.&lt;br /&gt;
* [[HIV]]-positiv n.s.&lt;br /&gt;
* [[MYC|MYC-Rearrangement]] n.s.&lt;br /&gt;
* [[B-Symptomatik]] n.s.&lt;br /&gt;
* [[Lymphknoten|extranodaler]] Befall n.s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Die Letalität betroffener Patienten hat sich seit Einführung der [[Chemotherapie]] ([[Joseph H. Burchenal]] und andere in den 1960er Jahren) sehr deutlich verbessert, davor starben die Betroffenen rasch. Der Tumor ist außerordentlich chemo- und strahlensensibel. Die Aussichten auf komplette Heilung sind desto besser, je lokalisierter der Tumor ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die Krankheit ausgedehnter oder betrifft das Knochenmark oder zentrale Nervensystem (ZNS), verschlechtert sie sich. Trotzdem sind die [[kurativ]]en Aussichten heutzutage häufig über 50 %. Betroffene Erwachsene haben eine schlechtere Prognose als Kinder. Bewährt haben sich chemotherapeutisch das [[CHOP]]-Schema (wenn möglich im 14-tägigen Abstand) und insbesondere auch Therapieschemata mit hochdosiertem [[Methotrexat]] (MTX), wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. im Rahmen der Deutschen Multizentrischen Therapiestudie der akuten lymphatischen Leukämie des Erwachsenen (GMALL) gängig sind. Außerdem enthalten alle neueren Schemata den [[Rekombinantes Protein|rekombinanten]] [[Monoklonaler Antikörper|monoklonalen Antikörper]] [[Rituximab]]. Eine ZNS-Prophylaxe/Therapie ist in den meisten Fällen indiziert, in diesem Fall verabreicht man Methotrexat [[Lumbalpunktion|intrathekal]]. Ein chirurgisches oder alleiniges strahlentherapeutisches Vorgehen ist generell nicht sinnvoll und ein [[Kunstfehler]] (davon ausgenommen sind natürlich diagnostische Eingriffe um Tumorgewebe zu gewinnen, z.&amp;amp;nbsp;B. Lymphknotenentnahme). Wegen des sehr schnell wachsenden Tumors besteht bei allen Patienten die Gefahr eines [[Tumorlyse-Syndrom]]s, dem es vorzubeugen gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Kindern und Jugendlichen erfolgt die Therapie des Burkitt-Lymphoms nach Therapieoptimierungsstudien für hochmaligne (lymphoblastische) B-Zell-[[Non-Hodgkin-Lymphom]]e. Diese umfassen eine stratifizierte (Stadien- und Risikofaktor-gesteuerte) Therapie. Diese besteht zumeist aus einer Kombinations[[chemotherapie]]. Wichtige Zytostatika sind hierbei Methotrexat (in hoher Dosis: mehr als 1000 mg/m² [[Körperoberfläche|KOF]] pro Einzeldosis), Adriamycin ([[Doxorubicin]]), [[Cyclophosphamid]] oder [[Ifosfamid]], [[Cytarabin]], [[Dexamethason]], [[Etoposid]] und [[Vincristin]]. Neben der systemischen Zytostatika-Gabe ist auch eine intrathekale Therapie (bei Befall) oder [[Krankheitsprävention|Prophylaxe]] durchzuführen: diese erfolgt zumeist als regelmäßige intrathekale Injektion einer Kombination der drei Zytostatika Methotrexat, Cytarabin und [[Prednison]] (sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Triple-LP&amp;#039;&amp;#039;). Für therapierefraktäre Burkitt-Lymphome wird nach der vorbeschriebenen Standardchemotherapie zumeist eine myeloablative (knochenmarkeliminierende) Hochdosis-Chemotherapie mit nachfolgender [[Transplantation#Art der Transplantation|autologer]] [[Stammzelltransplantation]] durchgeführt. Die Behandlung von Burkitt-Lymphomen mit Rituximab ist im Kindes- und Jugendalter gegenwärtig kein Standard. Die [[Strahlentherapie]] spielt infolge der guten bis sehr guten Behandelbarkeit der Burkitt-Lymphome mittels Kombinationschemotherapie im Kindes- und Jugendalter eine deutlich untergeordnete Rolle: In den Therapieoptimierungsstudien (Standard) im deutschsprachigen Raum wird die Strahlentherapie nur im Ausnahmefall eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathophysiologie, genetische Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Typisch für das Burkitt-Lymphom sind genetische Veränderungen, die das [[Myc|Myc-Gen]] auf [[Chromosom 8 (Mensch)|Chromosom 8]] betreffen. Allerdings finden sich diese selten auch bei anderen malignen Lymphomen, insbesondere beim [[diffus-großzelligen B-NHL]], so dass sie nicht 100 % [[Spezifität|spezifisch]] für das BL sind.&lt;br /&gt;
[[Zytogenetik|Zytogenetisch]] findet man in der größten Mehrheit der Fälle eine der folgenden [[Chromosomentranslokation]]en:&lt;br /&gt;
* t(8;14)(q24;q32) – in ca. 85 % der Fälle&lt;br /&gt;
* t(8,22)(q24;q11) – in ca. 10 % der Fälle.&lt;br /&gt;
* t(2;8)(p11;q24) – in ca. 5 % der Fälle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen 3 Translokationen ist gemeinsam, dass dabei das &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gen in die Nähe von [[Immunglobulin]] (&amp;#039;&amp;#039;IG&amp;#039;&amp;#039;)-Genen gelangt, und zwar in den Bereich der Immunglobulin-Schwerkette auf [[Chromosom 14 (Mensch)|Chromosom 14]] oder der Leichtketten kappa auf [[Chromosom 2 (Mensch)|Chromosom 2]] oder lambda auf [[Chromosom 22 (Mensch)|Chromosom 22]]. Die beiden letztgenannten Translokationen werden auch als &amp;#039;&amp;#039;variante Translokationen&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Selten werden auch Chromosomentranslokationen von &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039; in Nicht-&amp;#039;&amp;#039;IG&amp;#039;&amp;#039;-Genbereiche gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;P Bertrand, C Bastard, C Maingonnat, F Jardin, C Maisonneuve, MN Courel, P Ruminy, JM Picquenot, H Tilly: &amp;#039;&amp;#039;Mapping of MYC breakpoints in 8q24 rearrangements involving non-immunoglobulin partners in B-cell lymphomas&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Leukemia]]&amp;#039;&amp;#039;, 2007, 21(3), S. 515–523, PMID 17230227&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Translokation kommt es zu einer Dysregulation des &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gens, welches eine Steuerungsfunktion bei der Zellteilung wahrnimmt und eine Vielzahl anderer Gene beeinflusst. Die Expression des MYC-Gens wird im Falle einer Translokation nicht mehr von dessen normalen DNA-Kontrollsequenzen ([[Promotor (Genetik)|Promotor]], Inhibitoren) auf Chromosom 8, sondern von den DNA-Kontrollsequenzen der Immunglobulin-Leicht- bzw. Schwerketten gesteuert. Zusätzlich kann auch das &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gen selbst geschädigt werden. Da die Leicht- und Schwerketten von Immunglobulinen in B-Zellen im Rahmen der Antikörperproduktion quasi ständig abgelesen und exprimiert werden, geschieht dies für das &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gen und MYC-Protein ebenfalls. Damit wird die Steuerung der Zellteilung empfindlich gestört; es kommt durch die Überexpression von MYC-Protein zu einer deutlich gesteigerten bis (im Falle eines Burkitt-Lymphoms) ungehemmten Zellteilung aus einer einzelnen genetisch veränderten Zelle ([[maligne Transformation]] mit monoklonaler [[Zellproliferation|Proliferation]]), wobei die Dysregulation des MYC-Gens allein nicht ausreichend ist. Eine alleinige Überexpression von &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039; würde neben der Zunahme der Proliferationsrate auch zu einer Zunahme von MYC-abhängigen [[Apoptose]]-Mechanismen führen (beispielsweise über das CD95 Antigen). Somit sind neben einer Dysregulation des &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gens auch weitere genetische Veränderungen notwendig, um eine maligne Transformation zu einem Burkitt-Lymphom zu vollenden. Eine mögliche Ursache könnte das Auftreten einer Translokation von MYC zeitgleich mit dem sogenannten Immunglobulin-Gen Rearrangement in B-Zellen sein, wodurch die Apoptose-Induktion einer &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;- Überexpression umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geographisch unterschiedlichen Formen (&amp;#039;&amp;#039;endemisch vs. sporadisch&amp;#039;&amp;#039;) spiegeln sich auch in der Genetik wider: Die Bruchpunktlokalisation des c-myc Gens auf Chromosom 8 variiert nach der Lokalisation, sind aber nur mit Einschränkungen spezifisch für den Erkrankungstyp (&amp;#039;&amp;#039;endemisch vs. sporadisch&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den genetischen Veränderungen am &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-Gen sind in ca. 40 % der Burkitt-Lymphome auch Mutationen des Protein 53 (p53)-Gens beschrieben. Auch sind Mutationen des [[Retinoblastom]] (Rb)-Gens und dessen Produkten Protein 107 (p107) und Protein 130 (p130) identifiziert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursächlich für die Entstehung der endemischen Form in [[Afrika]] sieht man eine stufenweise Karzinogenese (Krebsentwicklung), bei der verschiedene Faktoren für die einzelnen Schritte verantwortlich sind.&lt;br /&gt;
Der erste Schritt besteht in der Infektion von [[B-Lymphozyt|B-Zellen]] durch EBV ([[Epstein-Barr-Virus]]), wodurch es zum polyklonalen Wachstum der B-[[Lymphozyt]]en kommt. [[In vitro]] können normale B-Zellen durch Infektion mit EBV immortalisiert (unsterblich gemacht) werden. In den Gegenden in [[Äquatorial-Afrika]], wo das Burkitt-Lymphom endemisch ist, sind etwa 80 % der Kinder mit EBV infiziert.&lt;br /&gt;
Im zweiten Schritt kommt die Infektion mit [[Malaria]] hinzu. Diese herrscht dort auch endemisch und verursacht eine zusätzliche Immunsuppression. Dadurch wird die [[T-Lymphozyt|T-Zell]]-Population so gestört, dass sie die Proliferation von B-Zell-Klonen nicht mehr kontrollieren kann und sich damit der Anteil von B-Zellen erhöht, der für Translokationen anfällig ist.&lt;br /&gt;
Der dritte Schritt besteht in einer Dysregulation des &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-[[Onkogen]]s durch die oben genannten [[Chromosomentranslokation]]en. Dieser Vorgang gleicht einem Dammbruch. Die Zellen wachsen nun unbegrenzt und sehr schnell, das BL entwickelt sich unaufhaltsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa und Nordamerika sind EBV-Infektionen und Malaria im Kindesalter viel seltener. Die sporadischen BL zeigen in weniger als 20 % Assoziation mit EBV. Was allen BL gemeinsam ist, ist die Translokation von &amp;#039;&amp;#039;IG&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;MYC&amp;#039;&amp;#039;-[[Gen]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* P.A. Pizzo, D.G. Poplack: &amp;#039;&amp;#039;Principles and Practice of Pediatric Oncology&amp;#039;&amp;#039;. 4th Edition. Lippincott Williams &amp;amp; Wilkins Publishers, Philadelphia / Baltimore / New York, 2001, ISBN 0-7817-2658-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Burkitt&amp;#039;s lymphoma|Burkitt-Lymphom}}&lt;br /&gt;
* {{AWMF|http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/025-013.htm|Non-Hodgkin-Lymphome|S1|Deutsche Krebsgesellschaft und Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie|Januar 2009}}&lt;br /&gt;
* [https://www.dgho.de/informationen/leitlinien/lymphome/Maligne%20Lymphome.pdf Leitlinie &amp;#039;&amp;#039;Maligne Lymphome&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (Stand Februar 2007)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Non-Hodgkin-Lymphom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinderonkologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;LE G01EM</name></author>
	</entry>
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