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	<title>Burgunden - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Burgunden&amp;diff=16082&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-24799-50: /* Herkunft – frühestes Auftreten */ Erklärenden Link eingesetzt</title>
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		<updated>2026-04-23T14:32:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Herkunft – frühestes Auftreten: &lt;/span&gt; Erklärenden Link eingesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bourgondische volksverhuizing.png|mini|Siedlungsgebiete der Burgunden während ihrer Südbewegung]]&lt;br /&gt;
Das [[gens|Volk]] bzw. der Kriegerverband der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Burgunden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Burgunder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wird traditionell den [[Ostgermanische Sprachen#Terminus „Ostgermanisch“|Ostgermanen]] zugerechnet. In der [[Spätantike]] begründeten burgundische Krieger an der [[Rhone]] ein eigenständiges [[Foederaten|Föderatenreich]], das im 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im [[Fränkisches Reich|Frankenreich]] aufging. Zuvor war der Versuch, ein burgundisches &amp;#039;&amp;#039;regnum&amp;#039;&amp;#039; am Rhein zu etablieren, im Jahr 436 gescheitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft – frühestes Auftreten ==&lt;br /&gt;
[[Plinius der Ältere]] erwähnte die Burgunden zuerst (als &amp;#039;&amp;#039;Burgundiones&amp;#039;&amp;#039;, [[Lesart#Textvariante|Lesart]] auch &amp;#039;&amp;#039;Burgodiones&amp;#039;&amp;#039;) und bezeichnete sie als &amp;#039;&amp;#039;Teilvolk&amp;#039;&amp;#039; der [[Vandalen|Vandilier]].&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius, &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; [http://www.thelatinlibrary.com/pliny.nh4.html#99 4,99]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Tacitus]] nennt diesen Namen nicht. Die wichtigste historische Nachricht über die ursprünglichen Siedlungsgebiete der Burgunden überlieferte der Geograf [[Claudius Ptolemäus]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claudius Ptolemäus]], &amp;#039;&amp;#039;Geographike&amp;#039;&amp;#039; [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Periods/Roman/_Texts/Ptolemy/2/10.html 2,11,8]&amp;lt;/ref&amp;gt; für die Mitte des 2.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. Danach lebten sie östlich der [[Semnonen]] und nördlich der [[Lugier]] zwischen der &amp;#039;&amp;#039;Vistula&amp;#039;&amp;#039; ([[Weichsel]]) und dem die westliche Grenze bildenden Fluss &amp;#039;&amp;#039;Suebus&amp;#039;&amp;#039; ([[Oder]]-[[Spree]]-[[Havel]]-Unterlauf), das heißt im heutigen westlichen Polen ([[Hinterpommern]]) und Teilen [[Brandenburg]]s.&lt;br /&gt;
[[Datei:02019 0846 (3) Burgunder Funde der Luboszyce-Kultur in Schlesien, Brandenburg, Hinterpommern und der Lausitz Horizont in spätrömischer Zeit (3. bis 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr.).jpg|mini|Burgunder Funde der [[Luboszyce-Kultur]] in spätrömischer Zeit (3. bis 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr.)]]&lt;br /&gt;
Archäologisch gesehen sind die frühesten Siedlungsgebiete der von [[Tacitus]] nicht erwähnten Burgunden vielleicht in einer Kulturgruppe fassbar, die als Lebus-Lausitz-Gruppe oder [[Luboszyce-Kultur]] bezeichnet wird und die ihren Schwerpunkt an der mittleren Oder in den Gebieten des heutigen [[Brandenburg]], [[Polen|Westpolen]] (Hinterpommern) und der [[Lausitz]] hatte. &amp;#039;&amp;#039;Vurgundaib&amp;#039;&amp;#039; nennt [[Paulus Diaconus]] ein Gebiet in dieser Großregion, in dem sich die [[Langobarden]] auf ihrem Marsch von der [[Elbe#Mittelelbe|mittleren Elbe]] nach [[Pannonien]] zeitweise aufhielten.&amp;lt;ref&amp;gt;Paulus Diaconus, &amp;#039;&amp;#039;Hist. Lang.&amp;#039;&amp;#039; 1,13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ptolemäus reichte das Territorium der Burgunden bis zur Weichsel; südlich schloss sich der [[Lugier]]bund an.&amp;lt;ref&amp;gt;Ptolemäus, &amp;#039;&amp;#039;Geographike&amp;#039;&amp;#039; 2,11,15; 2,11,18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Östlich der Weichsel im [[Sarmatien|Sarmatenland]] siedelten laut Ptolemaios von Nord nach Süd die [[Veneter (Weichsel)|Veneder]] (an der Küste), die Gythonen ([[Goten]]), und noch weiter südlich die Frugundionen, die möglicherweise ein Teilstamm der Burgunden waren, die sich auf der Suche nach Schutz vor den Vandalen den Goten angeschlossen hatten. Der Historiker [[Zosimos]] (um 500) erwähnt solche Splittergruppen, Urugunden genannt, beim Einfall verschiedener Völker in das Römische Reich an der unteren Donau um 256/257. Diese östliche Gruppe von Burgunden scheint sich bis ins Gebiet des [[Asowsches Meer|Asowschen Meeres]] ausgebreitet und vollkommen mit den [[Hunnen]] assimiliert zu haben, nachdem sie um 291 von den Goten fast vollständig geschlagen wurden. Wie bei allen [[spätantike]]n &amp;#039;&amp;#039;[[Gens|gentes]]&amp;#039;&amp;#039; ist allerdings auch bei den Burgunden davon auszugehen, dass nicht ganze „Völker“ wanderten, sondern nur kleine Gruppen, wobei im Erfolgsfall größere Verbände entstehen konnten, die sich immer wieder neu zusammensetzten und dabei auf einen „Traditionskern“ beriefen, zu dem insbesondere ein älterer, prestigeträchtiger Name („Goten“, „Burgunden“ etc.) gehörte. Die moderne Forschung ([[Herwig Wolfram]] u.&amp;amp;nbsp;a.) nimmt zudem an, dass diese „Großstämme“ zumeist erst durch den Kontakt mit dem Römischen Reich entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name der Insel [[Bornholm]] lautete nach dem 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert [[Altnordische Sprache|altnordisch]] &amp;#039;&amp;#039;Burgundarholmr&amp;#039;&amp;#039; („Insel der Burgunden“). Die Insel galt seitdem als Zwischenstation auf deren Wanderung ins [[Weichsel]]gebiet. In der modernen Forschung wird die These einer &amp;#039;&amp;#039;Zwischenstation&amp;#039;&amp;#039; abgelehnt; auch die Herkunft der Burgunden aus Bornholm ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Kamp: &amp;#039;&amp;#039;Burgund. Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-53614-4, S. 11.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{RGA|4|224|271|Burgunden|[[Hans Hubert Anton]], [[Heinrich Beck (Philologe)|Heinrich Beck]], [[Peter Berghaus]], [[Max Martin (Archäologe)|Max Martin]], [[Günter Neumann (Philologe)|Günter Neumann]], [[Hellmut Rosenfeld]]|hier: S. 236}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Jörg Oberste]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Schatz der Nibelungen. Mythos und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Lübbe, Bergisch Gladbach 2008, ISBN 978-3-7857-2318-0, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Völkerwanderung ==&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Völkerwanderung|Südbewegung]] verschiedener germanischer Gruppen verließen wohl auch Teile der Burgunden ihre Siedlungsgebiete an der Oder. Die erste sichere Erwähnung von Kriegergruppen, die sich selbst als &amp;#039;&amp;#039;Burgundi&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten, im [[Rhein]]-[[Donau]]-Gebiet gehört in das Jahr 278, als sie mit [[Vandalen]] verbündet unter dem Anführer [[Igillos]]  von den [[Römisches Reich|Römern]] unter Kaiser [[Probus (Kaiser)|Probus]] am Fluss &amp;#039;&amp;#039;Ligys&amp;#039;&amp;#039; (wohl der [[Lech]] bei [[Augsburg]]) geschlagen wurden. Diese Niederlage führte offenbar dazu, dass Burgunden in der Folgezeit als östliche oder nördliche Nachbarn der [[Alamannen]] auftraten und die Gebiete am [[Main]] besiedelten, die durch den Abzug der Alamannen ins [[Agri decumates|Dekumatland]] ausgedünnt waren. Im Jahre 286 fielen Burgunden gemeinsam mit Alamannen, [[Heruler]]n und [[Chaibonen]] in linksrheinisches Gebiet ([[Gallien]]) ein. Nur kurz darauf, im Jahr 291 wird zum ersten Mal über Streitigkeiten zwischen Burgunden und Alamannen berichtet, als Burgunden offenbar in Gebiete der Alamannen einfielen. Als sich im [[4. Jahrhundert|vierten Jahrhundert]] die Feindseligkeiten zwischen Römern und Alamannen verstärkten, traten Burgunden zunehmend als Verbündete der Römer gegen die Alamannen auf. Nach dem Abzug eines großen Teiles der römischen Truppen vom Rhein im Jahr 401 war der Weg über den Fluss frei. Der Übergang bei [[Mainz]] am 31. Dezember 406 (siehe [[Rheinübergang von 406]]) setzte vermutlich die Landnahme des nördlichen Alamannenlandes bis zum unteren Neckarbergland voraus. Die verbliebenen römischen Truppen und die in weströmischen Diensten kämpfenden Franken wurden von Vandalen, Sueben, Alanen und Burgunden überrannt (siehe auch [[Völkerwanderung]]). Die Gründe hierfür sind umstritten. Mehrere Forscher glauben, die Burgunden und Vandalen seien ihrerseits vor angreifenden [[Hunnen]] geflohen, andere hingegen vermuten einen Zusammenhang mit den [[Bürgerkrieg]]en, die damals im Weströmischen Reich wüteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo genau die Siedlungsgebiete der Burgunden vor 406 lagen, ist trotz intensiver Forschung immer noch weitgehend unbekannt. Aus den Gebieten um [[Kocher (Fluss)|Kocher]] und [[Jagst]] liegen keine entsprechenden ostgermanischen Funde vor, obwohl in dieser Gegend häufig jene [[Solequelle|Salzquellen]] gesucht werden, um die Burgunden und Alamannen in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts nach [[Ammianus Marcellinus]] kämpften. Ostgermanische Funde auf der [[Wettenburg]] bei [[Urphar]] deuten jedoch darauf hin, dass dort burgundische Einheiten in römischen Diensten stationiert waren. Sogar der Sitz eines burgundischen &amp;#039;&amp;#039;[[rex (Titel)|rex]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. ein ostgermanisch-burgundisches Föderaten-Lager wurde dort vermutet. Wahrscheinlich lag das burgundische Territorium seit dem Ende des 4. Jahrhunderts im Mainmündungsgebiet und im Bereich vom unteren [[Neckar]] bis zum Rhein.&amp;lt;ref&amp;gt;Karlheinz Fuchs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Alamannen&amp;#039;&amp;#039; (Ausstellungskatalog). Theiss, Stuttgart 2001&amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;, ISBN 3-8062-1535-9 (1997&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, ISBN 3-8062-1302-X).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Burgundenreich am Rhein ==&lt;br /&gt;
Burgundische Krieger zogen nach dem Rheinübergang nicht weiter nach Gallien, sondern schlossen wie auch die Alamannen und Franken einen Vertrag &amp;#039;&amp;#039;(foedus)&amp;#039;&amp;#039; mit dem römischen [[Usurpation|Usurpator]] [[Konstantin III. (Gegenkaiser)|Konstantin III.]], der ihnen im Gegenzug &amp;#039;&amp;#039;[[Cura annonae|annona]]&amp;#039;&amp;#039; zusicherte. Wo genau sie sich allerdings in der Folgezeit niederließen, ist umstritten. Nach [[Olympiodoros von Theben]] (dessen Werk aber nur fragmentarisch erhalten ist) erhoben im Jahr 411 Burgunden unter ihrem Anführer [[Gundahar]] (auch als Gundihar oder Gunthahar überliefert) gemeinsam mit Alanen unter [[Goar (Alane)|Goar]] in &amp;#039;&amp;#039;Mundiacum&amp;#039;&amp;#039; in der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Germania secunda|Germania&amp;amp;nbsp;II]]&amp;#039;&amp;#039; den Gallorömer [[Jovinus]] zum Gegenkaiser. Die ältere Forschung hat dies in der Regel dahingehend „verbessert“, dass das unbekannte &amp;#039;&amp;#039;Mundiacum&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;Moguntiacum&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;[[Mogontiacum]] bzw. Mainz) in der Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Germania prima|Germania&amp;amp;nbsp;I]]&amp;#039;&amp;#039; gleichgesetzt wurde. Dies wird mittlerweile jedoch teils in Frage gestellt. Ergänzt werden die spärlichen literarischen Hinweise auf ein Burgundenreich am Rhein ansonsten nur durch die Notiz des Chronisten [[Prosper Tiro von Aquitanien]] zum Jahr 413 über die Ansiedlung von burgundischen Kriegern am Rhein. Dabei wurde der Bündnisvertrag offenbar noch einmal erneuert, diesmal allerdings mit dem legitimen Kaiser [[Flavius Honorius]] als Vertragspartner, und die Burgunden verpflichteten sich, gemeinsam mit [[Weströmisches Reich|weströmischen]] Truppen als &amp;#039;&amp;#039;foederati&amp;#039;&amp;#039; die Rheingrenze zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 20 Jahre lang funktionierte dieses Arrangement recht gut, und Westrom konnte den Rhein noch einmal in seiner ganzen Länge beherrschen. Nach Ansicht einiger Forscher lassen sich burgundische Hilfstruppen archäologisch in römischen Grenzkastellen (etwa in [[Gellep-Stratum]], möglicherweise auch in [[Altiaia]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinz Cüppers]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Römer in Rheinland-Pfalz&amp;#039;&amp;#039;. Theiss, Stuttgart 1990; Lizenzausgabe Nikol Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-933203-60-0. S.&amp;amp;nbsp;303&amp;lt;/ref&amp;gt;) nachweisen. [[Orosius]] (†&amp;amp;nbsp;um 418) behauptete in seinen letzten Lebensjahren, die Burgunden seien nunmehr Christen und überdies keine Feinde mehr, sondern Beschützer der Römer (Hist. adv. pag. 7,32). Vermutlich um diese Zeit entstand auch die von Orosius in diesem Zusammenhang überlieferte, aber falsche Etymologie des Namens &amp;#039;&amp;#039;Burgundi&amp;#039;&amp;#039; als „diejenigen, welche die &amp;#039;&amp;#039;burgi&amp;#039;&amp;#039; (Kastelle) besetzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Gundahars Bemühungen, seinen Machtbereich unter Ausnutzung erneuter innerrömischer Konflikte nach Westen (in die Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Gallia Belgica|Belgica&amp;amp;nbsp;I]]&amp;#039;&amp;#039;) auszudehnen, brachte die Burgunden schließlich in Konflikt mit den Römern. Im Jahr 435 wurde ein burgundisches Heer vom weströmischen [[Magister militum|Heermeister]] [[Flavius Aëtius|Aëtius]] besiegt und musste sich wieder in die &amp;#039;&amp;#039;Germania&amp;amp;nbsp;I&amp;#039;&amp;#039; zurückziehen. Ein Jahr darauf wurde das Burgundenreich am Rhein von hunnischen Hilfstruppen Westroms endgültig vernichtet, wobei Gundahar getötet wurde. Dieses Ereignis stellt den historischen Kern der [[Nibelungensage]] und dem [[Nibelungenlied]] dar, wobei [[Attila]], das Vorbild für den [[Hochmittelalter|mittelhochdeutschen]] &amp;#039;&amp;#039;Etzel&amp;#039;&amp;#039; bzw. altnordischen &amp;#039;&amp;#039;Atli&amp;#039;&amp;#039; der [[Sage]], in Wahrheit keine Rolle beim Untergang des rheinischen Burgundenreiches spielte. Gundahar wurde in der Sage als König Gunther bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das um 1200 entstandene Nibelungenlied nennt dieses Volk &amp;#039;&amp;#039;Burgonden&amp;#039;&amp;#039; und seinen König &amp;#039;&amp;#039;Gunther&amp;#039;&amp;#039;, dessen Sitz in [[Worms]] verortet wird. Das Burgund des 12. Jahrhunderts lag jedoch um [[Arles]] (Königreich Arles) sowie weiter nördlich (Herzogtum Burgund in der Region um [[Dijon]]), während die Burgunden des 5. Jahrhunderts einige Jahre nach der Zerschlagung ihres Reichs am Rhein in der Gegend südlich des Genfer Sees angesiedelt wurden (siehe unten). Um die Unterschiede zu betonen, ist es in der Forschung üblich, nur das Volk der Nibelungensage als &amp;#039;&amp;#039;Burgunden&amp;#039;&amp;#039;, das historische Volk hingegen als &amp;#039;&amp;#039;Burgunder&amp;#039;&amp;#039; zu bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Savoyen}} Umsiedlung nach Savoyen, Ausdehnung ins Rhonetal, Biel und Frankreich ==&lt;br /&gt;
Einige Jahre nach der katastrophalen burgundischen Niederlage gegen die Römer und Hunnen im Jahr 436 hatten sich die überlebenden Krieger neu formiert und strebten danach, wieder in kaiserliche Dienste zu treten. Dies war der Anlass ihrer wahrscheinlich nach römischem Einquartierungsrecht vollzogenen Ansiedlung im Jahre 443 als &amp;#039;&amp;#039;foederati&amp;#039;&amp;#039; in der heutigen Westschweiz und der &amp;#039;&amp;#039;[[Sapaudia]]&amp;#039;&amp;#039;. Diese südöstliche Region der Provinz [[Maxima Sequanorum]] umfasste das Gebiet von Genf, Hochsavoyen, die Westschweiz und Teile des schweizerischen Mittellandes bis an die Mündung der Aare in den Rhein, vielleicht sogar bis in den Bodenseeraum.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Daniel Morerod, Justin Favrod: &amp;#039;&amp;#039;Entstehung eines sozialen Raumes (5.–13. Jahrhundert)&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Georg Kreis]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Schweiz&amp;#039;&amp;#039;. Schwabe, Basel 2014, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Versuch der Ausdehnung in Richtung Mittelmeer scheiterte bald darauf am Widerstand der dort bereits siedelnden [[Westgotenreich|Westgoten]]. 451 kämpften die Burgunden an der Seite von Aëtius auf den [[Schlacht auf den Katalaunischen Feldern|Katalaunischen Feldern]] gegen Attila. Danach kam es zu einer engeren Anlehnung an das Römische Reich und ab dem Jahr 500 zur Verbündung zwischen dem Frankenkönig [[Chlodwig I.|Chlodwig]] und Godegisil, König von Besançon, gegen dessen Bruder Gundebald. Chlodwig nutzte die Rivalitäten unter den vier Söhnen von Gundjoch (436–473) aus, um seinen Einflussbereich in die neuen Burgundensitze in der Sapaudia auszudehnen, ohne das Gebiet aber zu besetzen. Dies unter anderem, weil seine Frau Clotilde (oder [[Chrodechild]]) dem burgundischen Geschlecht entstammte und eine Nichte des überfallenen Gundebald war. So kam es dazu, dass Gundebald Chlodwig Tribut versprach, was ihm wiederum die Möglichkeit eröffnete, seinen verräterischen Bruder nach Avignon zu verfolgen, wo er ihn stellte und tötete&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ivan Gobry |Titel=Les premier rois de France |Hrsg=Editions Tallandier |Verlag=Tallandier |Ort=Paris |Datum=1998 |ISBN=2-235-02171-9 |Seiten=69}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Rhone}} Das Burgundenreich an der Rhone ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Koenigreich Burgund DE.png|mini|Das Burgundenreich an der Rhone mit der [[Sapaudia]]]]&lt;br /&gt;
Nachdem das immer gespannte Verhältnis zu den Goten kurzfristig entspannter gewesen war, wurden die Burgunden 507/8 von dem König des [[Ostgotenreich]]s, [[Theoderich der Große|Theoderich dem Großen]], militärisch geschlagen. Kurz darauf gelang ihnen unter König [[Gundobad]] aber eine erneute Ausweitung des Herrschaftsgebietes entlang der Rhône.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Reich umfasste außer der heutigen Westschweiz und dem heutigen Burgund in Frankreich auch Deutschschweizer Teile westlich von [[Solothurn]] zwischen [[Jura (Gebirge)|Jura]] und [[Aare]] einschließlich [[Basel]], [[Biel]], [[Bern]], [[Freiburg im Üechtland|Fribourg]], das [[Kanton Wallis|Wallis]], [[Aosta]], Savoyen, die Dauphiné und das Rhônetal bis hinunter nach [[Avignon]]. Gundobad ließ 516 das in seinem Land geltende Recht niederschreiben, die &amp;#039;&amp;#039;[[Lex Burgundionum]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Mischung aus römischem Provinzrecht und germanischen Einflüssen. Die Burgunden wurden von der [[Romanen|romanischen Bevölkerung]] recht schnell assimiliert. Ihre Einwanderung in die Schweiz und nach Burgund bewirkte keine langfristige Verschiebung der [[Sprachgrenze]], anders als die nachfolgende Einwanderung der Alamannen. Zum [[Byzantinisches Reich|oströmischen]] Kaiser, dem formellen Oberherrn, unterhielt man insgesamt gute Beziehungen, was sich unter anderem darin ausdrückt, dass die &amp;#039;&amp;#039;reges&amp;#039;&amp;#039; der Burgunden den Titel eines &amp;#039;&amp;#039;[[magister militum]]&amp;#039;&amp;#039; (Heermeisters) verliehen bekamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den folgenden Herrschern [[Sigismund von Burgund|Sigismund]], dem ersten Burgunden, der zudem den hohen römischen Ehrentitel eines &amp;#039;&amp;#039;[[Patricius]]&amp;#039;&amp;#039; trug, und [[Godomar II.|Gundomar]] wurde das Burgundenreich wieder verstärkt in den Konflikt zwischen [[Franken (Volk)|Franken]] und [[Ostgotenreich|Ostgoten]] verwickelt, wechselte aber die Seiten. 523 und 524 griffen die fränkischen [[Merowinger]] das Burgunderreich an, das sich nun schutzsuchend an das Ostgotenreich [[Theoderich der Große|Theoderichs des Großen]] in Italien anlehnte. Nach Theoderichs Tod 526 unterlagen die Burgunden 532 in der entscheidenden [[Schlacht von Autun]] endgültig den Franken und mussten die politische Selbstständigkeit aufgeben. Das Reich teilten die Frankenkönige [[Chlothar I.]], [[Childebert I.]] und [[Theudebert I.]] unter sich auf. Innerhalb des fränkischen Reiches bestand weiterhin ein Reichsteil, der als &amp;#039;&amp;#039;[[Burgund (fränkisches Teilreich)|Burgundia]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurde – der Name sollte im [[Mittelalter]] dann zu Berühmtheit gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeittafel ==&lt;br /&gt;
* um 150 breiten sich Burgunden möglicherweise unter dem Druck der [[Goten]] westlich der Oder aus&lt;br /&gt;
* 278: Vorstoß einiger Gruppen bis an die römische Grenze&lt;br /&gt;
* um 290: Verdrängung der [[Alemannen]] aus dem Neckar-Taunus-Raum&lt;br /&gt;
* 406/407: nach dem Rückzug der Römer überschreiten die Burgunden zusammen mit den [[Vandalen]] den Rhein&lt;br /&gt;
* 413 wird ihnen als römische Bundesgenossen ein Gebiet am Rhein vertraglich zugesichert&lt;br /&gt;
* 435 Einfall der Burgunden in die römische Provinz &amp;#039;&amp;#039;Belgica&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 436 Zerstörung des rheinischen Burgundenreiches durch den weströmischen [[Magister militum|Heermeister]] [[Flavius Aëtius|Aëtius]], der dafür hunnische Hilfstruppen einsetzt. Das [[Nibelungenlied]] hat diese Ereignisse als [[Heldensage]] verarbeitet.&lt;br /&gt;
* 443: die verbliebenen Burgunden werden durch Rom ins Gebiet des [[Rhone]]-Tals umgesiedelt und gründen dort später ein neues Reich&lt;br /&gt;
* 532 geht das Burgundenreich im [[Frankenreich]] auf und bildet dort neben [[Austrien]] und [[Neustrien]] einen eigenen Reichsteil, [[Burgund (fränkisches Teilreich)|Burgundia]]&lt;br /&gt;
* Burgundia geht ab 737 für Jahrhunderte in [[Neustrien]] auf. Der Name bleibt aber erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammliste der Könige ==&lt;br /&gt;
* [[Gibica]], nicht sicher belegter König der Burgunden Ende des. 4. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
# [[Gundahar]], 411 bezeugt, X 436 gegen hunnische Hilfstruppen im römischen Dienst (&amp;#039;&amp;#039;foederati&amp;#039;&amp;#039;), König&lt;br /&gt;
## ? [[Gundioch]]; † um 473, wohl aus der Familia Gibicas, nach 436 König der Burgunden, [[Magister militum]] 456; ⚭ NN, Schwester [[Ricimer]]s&lt;br /&gt;
### [[Chilperich II. (Burgund)|Chilperich II.]] (Hilperik); † ca. 476&lt;br /&gt;
#### [[Chrodechild|Chrotechildis (Hrodehildis)]], * um 474; † 3. Juni 544, christlich, ⚭ um 493 [[Chlodwig I.]], [[König der Franken]]; † 27. November 511 ([[Stammliste der Merowinger|Merowinger]])&lt;br /&gt;
### [[Godomar I.]]; † 476&lt;br /&gt;
### [[Gundobad]]; † 516, König in Lyon, seit 501 in ganz Burgund, Arianer, [[Patricius]] 472–474&lt;br /&gt;
#### [[Sigismund von Burgund|Sigismund der Heilige]]; † ermordet 1. Mai 524, katholisch, 501 Teilkönig in Genf, König von Burgund 516, Patricius; ⚭ Ostrogotha, Tochter von König [[Theoderich der Große|Theoderich dem Großen]] ([[Amaler]])&lt;br /&gt;
##### Gisald († 1. Mai 523/24), ermordet mit seinem Vater auf Befehl von [[Chlodomer]]&lt;br /&gt;
##### Gondebaud († 1. Mai 523/24), ermordet mit seinem Vater auf Befehl von [[Chlodomer]]&lt;br /&gt;
##### Sigrich; † 523 ermordet im Auftrag des Vaters&lt;br /&gt;
##### [[Suavegotta]]; ⚭ 517 [[Theuderich I.]], [[König der Franken]]; † 533 ([[Stammliste der Merowinger|Merowinger]])&lt;br /&gt;
#### [[Godomar II.]], 524 König von Burgund, 533 von den Franken gefangen&lt;br /&gt;
### [[Godegisel]], * 443; † ermordet 501, König in Genf, katholisch ⚭ Theodelinde&lt;br /&gt;
## ? [[Chilperich I. (Burgund)|Chilperich I.]]; † um 480, 457 als König bezeugt, um 473 [[Magister militum]] Galliarum; ⚭ um 471 Caratene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Burgundische Geschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Herrscher von Burgund]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNP|2|856||Burgundiones|[[Karlheinz Dietz]]|[https://archive.org/details/der-neue-pauly-addition/DNP%201996-2008/DNP%2002%20%281997%29%20Ark-Ci/page/n219/mode/1up Digitalisat]}}&lt;br /&gt;
* {{RE|III,1|1063|1065|Burgundiones|[[Maximilian Ihm]]|RE:Burgundiones}}&lt;br /&gt;
* {{RGA|4|224|271|Burgunden|[[Hans Hubert Anton]], [[Heinrich Beck (Philologe)|Heinrich Beck]], [[Peter Berghaus]], [[Max Martin (Archäologe)|Max Martin]], [[Günter Neumann (Philologe)|Günter Neumann]], [[Hellmut Rosenfeld]]|vorwiegend Hans Hubert Antons Ausführungen (§&amp;amp;nbsp;4-§&amp;amp;nbsp;7, S. 235–248) zur Geschichte der Burgunden in obiger Darstellung verwendet}}&lt;br /&gt;
* Justin Favrod: &amp;#039;&amp;#039;Histoire politique du royaume burgonde&amp;#039;&amp;#039;. Lausanne 1997.&lt;br /&gt;
* [[Reinhold Kaiser]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Burgunder&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, Stuttgart 2004. ISBN 3-17-016205-5.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kamp]]: &amp;#039;&amp;#039;Burgund. Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-53614-4, Seiten 11 bis 33&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|8028|Burgunder|Autor= Reinhold Kaiser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4009141-7|LCCN=sh85018074}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burgunden| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanischer Stamm]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerwanderung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerwanderungszeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Ethnie (Germania magna)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oder-Weichsel-Germanen]]&lt;/div&gt;</summary>
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