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	<title>Burg Stolpen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Burg_Stolpen&amp;diff=110637&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-11443-22: /* Basaltbrunnen */ Abbildung vom historischen Basaltbrunnen eingefügt</title>
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		<updated>2026-02-20T15:51:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Basaltbrunnen: &lt;/span&gt; Abbildung vom historischen Basaltbrunnen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Burg&lt;br /&gt;
|Name = Burg Stolpen&lt;br /&gt;
|Bild = Stolpen Burg.jpg&lt;br /&gt;
|Bildbeschreibung = Burg Stolpen&lt;br /&gt;
|Alternativname =&lt;br /&gt;
|Entstehungszeit = 1100 bis 1200&lt;br /&gt;
|Typologie n. geo. Lage = Höhenburg&lt;br /&gt;
|Erhaltungszustand = teilweise erhalten&lt;br /&gt;
|Ständische Stellung = Klerikale&lt;br /&gt;
|Mauerwerksmerkmale =&lt;br /&gt;
|Heutiger Ortsname = [[Stolpen]]&lt;br /&gt;
|Breitengrad = 51.04803133876788&lt;br /&gt;
|Längengrad = 14.08447265625&lt;br /&gt;
|Region-ISO = DE-SN&lt;br /&gt;
|Poskarte =&lt;br /&gt;
|Höhenordinate = 356&lt;br /&gt;
|Höhe-Bezug = DE-NN&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:20180216205DR Stolpen Stadtpanorama von Süden.jpg|mini|Stolpen, Stadtansicht von Süden]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Burg Stolpen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die in ihrer Geschichte von der [[Höhenburg]] zum [[Schloss (Architektur)|Schloss]] umgebaut wurde und später als [[Festung]] genutzt wurde, liegt etwa 27 Kilometer östlich von [[Dresden]], unmittelbar südlich des historischen Stadtkerns von [[Stolpen]] im [[Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge]] auf 356&amp;amp;nbsp;m über NN.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.burg-stolpen.org/fileadmin/ort/bstolp/pdf/Burg-Stolpen-Objektaufbau_Orientierung.pdf &amp;#039;&amp;#039;Objektaufbau Burg Stolpen&amp;#039;&amp;#039;], burg-stolpen.org (PDF; 600&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Stolpen war über drei Jahrhunderte im Besitz der [[Bistum Meißen|Bischöfe von Meißen]] und wurde zeitweise deren Hauptresidenz. Unter dem sächsischen Fürstenhaus der [[Haus Wettin|Wettiner]] wurde die Höhenburg als wehrhaftes Renaissanceschloss ausgebaut und zur neuzeitlichen Landesfestung erweitert, bevor sie zur Teilruine verfiel. Prominenteste Bewohnerin der Burg Stolpen war die Gräfin [[Constantia von Cosel]], die ein halbes Jahrhundert lang auf der Anlage gefangen gehalten wurde und nach ihrem Tod auch dort bestattet wurde. Napoleon besiegelte die wehrstrategische Bedeutungslosigkeit Stolpens. Heute zählt die Burganlage zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Sachsen. Neben den historischen Baulichkeiten ist auch die Geologie des Hügels von Bedeutung, da besonders auf der westlichen Seite des Burgbergs der kantig-schroffe Säulenbasalt hervortritt und vom vulkanischen Ursprung des Untergrundes zeugt.&amp;lt;ref&amp;gt; Johannes Baier (2026): &amp;#039;&amp;#039;Die Basanitsäulen von Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Fossilien 43(1), 4-9, {{ISSN|0175-5021}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Basaltberg Stolpen lag im Grenzbereich der [[Markgrafschaft Meißen]] zu den [[Sorben|sorbisch]] besiedelten Gebieten östlich der Elbe und gleichzeitig im Kreuzungsbereich wichtiger Fernhandelswege. Die günstige strategische Lage ausnutzend sind schon um 1100 erste unsichere Nachrichten über die Befestigung der Erhebung bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bischöfliche Zeit ===&lt;br /&gt;
Um 1218 holte sich der Bischof [[Bruno II. von Porstendorf]] das [[Lehnswesen|Lehen]] Stolpen vom Lehnsherren Moyko de Stulpen zurück. In der folgenden Zeit wurde zielgerichtet eine eigenständige [[Grundherrschaft]] aufgebaut, die zum [[Hochstift Meißen]] gehörte. 1222 folgte die erste urkundlich gesicherte Erwähnung der Burg Stolpen, die um 1320 Verwaltungsmittelpunkt des neu gebildeten Amtes Stolpen wurde. Die [[Burg]] wurde größtenteils mit dem örtlich vorhandenen Basalt errichtet. In den [[Hussiten]]kriegen wurde die Burg 1429 das erste Mal durch die Hussiten belagert. Die Belagerung dauerte acht Wochen und war letztlich erfolglos. Ebenso zu Anfang des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts bildete sich eine an der nördlichen Seite der Burg vorgelagerte Siedlung, die sich schnell zur Stadt entwickelte, nicht zuletzt, weil die Bischöfe von Meißen eine ihrer Hauptresidenzen nach Stolpen verlegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöfe [[Caspar von Schönberg (Bischof)|Caspar von Schönberg]] und [[Dietrich III. von Schönberg]] bauten die Burg aus. Zwischen 1476 und 1487 wurde der Schösserturm errichtet. 1509 (Inschrift) ließ Bischof [[Johann VI. von Saalhausen]] den hoch aufragenden Johannisturm mit Treppenturm und mit einem Zellengewölbe im Erdgeschoss errichten. Damals wurde auch der Seigerturm in seinen unteren Teilen errichtet. Die Burg gehörte zusammen mit dem [[Schloss Wurzen]] zu den Hauptresidenzen des Bischofs. Unter seinem Nachfolger wurde 1518 das Kornhaus mit seiner dreischiffigen Gewölbehalle für den fürstlichen Marstall errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Haus Wettin|wettinische]] Kurfürst [[August (Sachsen)|August von Sachsen]] erkannte die strategisch wichtige Lage von Stolpen und zwang 1559 den Bischof, die Burg, die Stadt und das Amt gegen ein weniger wichtiges Amt einzutauschen. Damit ging die 250-jährige bischöfliche Zeit auf Stolpen zu Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurfürstliche Zeit ===&lt;br /&gt;
Sofort nach der Übernahme der Burg begann der Kurfürst mit umfassenden Bautätigkeiten im Stile der [[Renaissance]], wodurch die Burg in ein wehrhaftes [[Schloss (Architektur)|Schloss]] umgewandelt wurde. Die Wohnräume wurden prächtig ausgemalt und es wurde ein Tier- und Baumgarten am südlichen Burgberg angelegt. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] wurde das Schloss 1632 von kaiserlichen Kroaten belagert und erfolgreich durch Stolpener Bürger verteidigt. Allerdings wurden große Teile der Burg am 1. August 1632 durch Brände zerstört. Nach einem schnellen Wiederaufbau konnte eine weitere Belagerung durch die Schweden 1639 abgewehrt werden. Der Ausbau zur Festung, der 1675 durch [[Wolf Caspar von Klengel]] erfolgte, vergrößerte die militärische Bedeutung Stolpens. Bei einem Stadtbrand 1723 wurden auch Teile der Burg in Mitleidenschaft gezogen und zum Teil zerstört. Nach der Übergabe an die [[preußische Armee]] im Jahre 1756 wurde sie nur ein Jahr später [[Schleifung|geschleift]] und somit unbrauchbar gemacht. Kurze Zeit später, 1758, konnte die Burg von [[Kurfürstentum Sachsen|Sachsen]] zurückerobert werden. Nach dem Ende des augusteischen Zeitalters wurde die auf der Festung stationierte [[Garnison]] 1764 aufgelöst und die Festung sich selbst überlassen. In der folgenden Zeit setzte ein natürlicher Verfall an dem ungepflegten Bauwerk ein, so dass bereits im Jahre 1773 Gebäudeteile aus Sicherheitsgründen abgerissen werden mussten, da ihnen der Einsturz drohte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische Zeit ===&lt;br /&gt;
1806 beteiligte sich Sachsen an der Seite Preußens am Krieg gegen das napoleonische Frankreich. In der [[Schlacht bei Jena und Auerstedt|Doppelschlacht von Jena und Auerstedt]] im Oktober 1806 kämpften auch 22.000 [[Sächsische Armee|sächsische Soldaten]]. Sie endete für Preußen und seine Verbündeten mit einer katastrophalen Niederlage. Sachsen kam kurzzeitig unter französische Besatzung. Im Zuge der Besatzung wurden in Stolpen Verteidigungsanlagen wiedererrichtet oder neu gebaut. Auch der Brunnen wurde wieder freigelegt. Nach dem gescheiterten [[Russlandfeldzug 1812|Russlandfeldzug]] Napoleons, sprengte die französische Armee am 25. September 1813 umfangreiche Teile der Burganlage im Zuge ihres Rückzuges und verschüttete erneut den Brunnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königreich Sachsen ===&lt;br /&gt;
Nach dem Rückzug der Franzosen aus Sachsen verlor die Burg wieder ihre kurzzeitig wiedererlangte militärische Bedeutung. Da sich aber im Zuge der Romantik das Mittelalter als ideale Epoche herauskristallisierte, wurde die Burg in touristischem Sinne bedeutsam. Im Jahr 1859 ordnete [[Johann (Sachsen)|König Johann von Sachsen]] umfassende Restaurierungsmaßnahmen an. Eine der Hauptaufgaben des 1874 angestellten Schlosswärters war es, Besucher auf der Burg, die am 1. Juni 1877 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, herumzuführen. Auf Anregung des [[Königlich Sächsischer Altertumsverein|Königlich-Sächsischen Altertumsvereins]] wurde 1883 der Basaltbrunnen erneut geräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luftbild Stolpen 07.jpg|mini|Burg und Stadt 2022]]&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert bis heute ===&lt;br /&gt;
Auch im 20. Jahrhundert setzte sich die touristische Nutzung fort. In den Jahren 1935 bis 1939 wurde die Burg ausgebaut, um den Fremdenverkehr zu fördern. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] setzte sich diese Nutzung fort, wobei die kulturelle Nutzung immer weiter ausgebaut wurde. So fanden auf der Burg unter anderem Filmaufnahmen zu [[Sachsens Glanz und Preußens Gloria]] statt. 1992 übernahm der [[Sachsen|Freistaat Sachsen]] die Rechtsträgerschaft von der [[Stolpen|Stadt Stolpen]]; die Burg wurde staatlicher Schlossbetrieb. In der nachfolgenden Zeit wurden weitere Teile der Burg ausgebaut und für Besucher zugänglich gemacht. Ebenfalls befindet sich ein Museum über [[Constantia von Cosel]] und die Burggeschichte vor Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besucherzahlen ===&lt;br /&gt;
* 1989: 199.165&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.burg-stolpen.org/fileadmin/ort/bstolp/pdf/Chronik_Burg_Stolpen.pdf |titel=Chronik der Burg Stolpen |werk=burg-stolpen.org |hrsg=[[Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen]] |format=PDF; 83&amp;amp;nbsp;KB |zugriff=2018-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2013: ca. 102.000&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Weniger Gäste auf Burg Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Sächsische Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; (Ausgabe Pirna), 10. Februar 2014 ([https://www.sz-online.de/sachsen/pirna?pubdate=10.02.2014 Artikelanfang online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2019: 88.171&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Landkreis SOE: Schlösser und Parks holen langsam wieder auf&amp;#039;&amp;#039; in: [[Sächsische Zeitung]] (Ausgabe Pirna) vom 10. März 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2021: 40.846&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Landkreis SOE: Schlösser und Parks holen langsam wieder auf&amp;#039;&amp;#039; in: [[Sächsische Zeitung]] (Ausgabe Pirna) vom 10. März 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2022: 65.462&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Landkreis SOE: Schlösser und Parks holen langsam wieder auf&amp;#039;&amp;#039; in: [[Sächsische Zeitung]] (Ausgabe Pirna) vom 10. März 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Burg Stolpen in historischen Ansichten&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Stolpen um 1750.jpg|Festung und Stadt um 1750&lt;br /&gt;
File:30062-Stolpen-1976-Historische Ansicht (Stich)-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Ansicht des Hauptzugangs mit Schösserturm (rechts) und Johannis/Coselturm (links)&lt;br /&gt;
File:BurgStolpenEngraving1792.jpg|Ansicht von Südwesten (1792)&lt;br /&gt;
File:Saxonia Museum für saechsische Vaterlandskunde II 50.jpg|Ansicht von Nordosten (1836)&lt;br /&gt;
File:Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen II 265.jpg|Ansicht von Südwesten (um 1850)&lt;br /&gt;
File:14132-Stolpen-1912-Burg- und Schloßtürme-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Blick von Nordwesten auf die Burganlage (1912)&lt;br /&gt;
File:02621-Stolpen-1902-Schloß Seiger und Coselturm-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Blick vom 4. Burghof zum Seigerturm (links) und zum Johannis/Coselturm (rechts) (1902)&lt;br /&gt;
File:04469-Stolpen-1903-Grab der Gräfin Cosel-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Grab der Gräfin Cosel mit Siebenspitzenturm (1903)&lt;br /&gt;
File:26850-Stolpen-1936-Burgruine, Siebenspitzenturm-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Blick vom Seigerturm auf den 4. Burghof mit Burgbrunnen (links, vergittert) und Siebenspitzenturm (1936)&lt;br /&gt;
File:29284-Stolpen-1956-Gerichtszimmer-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Ehemaliger Gerichtssaal (1956)&lt;br /&gt;
File:29282-Stolpen-1956-Salon der Gräfin Cosel-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Wohnräume der Gräfin Cosel (1956)&lt;br /&gt;
File:29285-Stolpen-1956-Der Marstall-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Marstall im Kornhaus (1956)&lt;br /&gt;
File:30061-Stolpen-1976-Burg, Coselturm, Hauptportal, Schösserturm-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Der 2. Burghof mit Schösserturms (rechts), Hauptportal und Johannis/Coselturm (links) (1976)&lt;br /&gt;
File:19861007220NR Stolpen Burg Seigerturm.jpg|Blick vom Johannis/Coselturm auf den 3. und 4. Burghof mit Seigerturm (vorn) und Siebenspitzenturm (hinten) (1986)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Burganlage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:30764-Stolpen-1988-Burg mit Plan-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|mini|rechts|Darstellung der Burganlage auf einer Ansichtskarte von 1988]]&lt;br /&gt;
Die Burg Stolpen entspricht dem Typ einer [[Abschnittsburg]]. Die Stolpener Burganlage gliedert sich über eine Länge von ungefähr 220&amp;amp;nbsp;m in eine [[Vorburg]] (1.&amp;amp;nbsp;Burghof), die obere Vorburg (2.&amp;amp;nbsp;Burghof) und in die [[Kernburg|Hauptburg]], die wiederum in die untere (3.&amp;amp;nbsp;Burghof) und die obere Hauptburg (4.&amp;amp;nbsp;Burghof) unterteilt ist. Im ersten Burghof befinden sich der Eingang zu den [[Kasematte]]n sowie eine 3 m tiefe Zisterne. Abgeschlossen wird der erste Hof durch das 1518 erbaute Kornhaus, in dem die Naturalabgaben der dienstpflichtigen Bauern im Amtsbereich von Stolpen gelagert wurden. Das Kornhaus ist 36&amp;amp;nbsp;m lang und besitzt drei Kornschüttböden. Die Kornhausdurchfahrt stellt die einzige Zufahrt zur Hauptburg dar und beheimatet die Hauptwache. Gegenüber der Hauptwache liegt der ehemalige [[Marstall]] und im Anschluss die Folterkammer der Burg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die obere Vorburg entstand durch die Errichtung des Kornhauses, welches die Vorburg in zwei Teile teilt. Über eine weitere Zisterne führt eine Steinbrücke in die Hauptburg. Die Steinbrücke wurde nach dem [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] errichtet und ersetzt eine hölzerne Zugbrücke, die im Krieg zerstört wurde. In die Hauptbereiche der Burg gelangt man durch ein Portal, das mit dem kursächsischen Wappen geschmückt ist; direkt an dieses Portal grenzt der Schösserturm, der zwischen 1476 und 1487 erbaut wurde und früher der Sitz des [[Schoss (Steuer)|Amtsschössers]] war. Der Turm fällt auf durch seine große [[Haube (Architektur)|welsche Haube]]; die heute zu sehende Haube wurde 1936 rekonstruiert, allerdings ohne das zweite Stockwerk wieder zu errichten, welches 1787 wegen Einsturzgefahr abgetragen worden war. Im Schösserturm befinden sich außer der Amtsstube des Schössers noch zwei Verliese mit den an die Reformationszeit erinnernden Namen Ketzerloch und Mönchsloch. Zwischen dem Schösserturm und dem Johannisturm befindet sich der [[Zwinger (Architektur)|Zwinger]]. Die Wehrgänge dieser Verteidigungsanlage wurden Ende des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts abgetragen und weitere Teile 1813 gesprengt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 3. Burghof erfüllte zum einen Kernaufgaben bei der Verteidigung der Burganlage, weshalb er auch als Kanonenhof bezeichnet wird. An der Südseite des Burghofs sind noch heute originale Kanonen aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zu sehen, die vor fünfeckigen [[Schießscharte]]n stehen. Des Weiteren erfüllte der 3.&amp;amp;nbsp;Hof auch wirtschaftliche Funktionen auf der Burganlage: Hier befanden sich Backhaus, Schmiede, Ställe, Schlachthaus und ein Badehaus. Da die einstigen zweistöckigen [[Wehrgang|Wehrgänge]] längst nicht mehr existieren, beherrschen Johannisturm und Seigerturm freistehend diesen Teil der Anlage. Der Johannisturm, ein Wach- und Verteidigungsturm, erlangte Berühmtheit durch die Gräfin [[Constantia von Cosel]], für die er, als Wohnturm umgebaut, als Gefängnis in ihren letzten Lebensjahren diente. Der Johannisturm ist aus diesem Grund im Volksmund auch eher als Coselturm bekannt. Die oberen Stockwerke können durch einen [[Wendeltreppe]]nturm erreicht werden, der in der Zeit der [[Renaissance]] angebaut wurde. Der Seigerturm wurde in der Zeit um 1455 erbaut und unter [[August (Sachsen)|Kurfürst August]] 1560 aufgestockt. Seinen Namen erhielt er durch die 1562 eingebaute Turmuhr, deren einziges Zifferblatt in Richtung der Stadt zeigte und nur einen Zeiger besaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 4. Burghof konnte früher nur über eine Zugbrücke erreicht werden; diese ist heute nicht mehr zu finden, auch die zu überbrückende Zisterne ist mittlerweile zugeschüttet. Der Hof war umrandet von repräsentativen Bauten, zumeist Wohngebäuden. Im Auftrag des Kurfürsten August wurde ein Großteil der Gebäude prachtvoll ausgestattet. An der nördlichen Burgmauer wurde ab 1559 ein Destillierhaus in die Mauer eingefügt. Des Weiteren beherbergte die obere Hauptburg wichtige Wirtschaftsgebäude, wie Küche und Speiseräume, aber auch das [[Zeughaus]] und natürlich eine [[Burgkapelle]] waren vorhanden. Von diesen Gebäuden sind höchstens noch Mauerreste erhalten geblieben. Die Burgkapelle, die in früheren Zeiten prachtvoll ausgestattet war, besaß einen Zugang, durch den die Stolpener Bürger die Kapelle zum Gottesdienst erreichen konnten. Weiterer Bestandteil der oberen Hauptburg ist der 82 m tiefe Basaltbrunnen. Er entstand in der ersten Hälfte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts und wurde durch [[Freiberg]]er Bergleute [[Abteufen|abgeteuft]]. Am westlichen Ende der Burganlage befand sich das Hochschloss. Hier befanden sich die Repräsentationsräume der [[Liste der Bischöfe von Dresden-Meißen|meißnischen Bischöfe]] und später die der [[Liste der Kurfürsten, Herzöge und Könige von Sachsen|sächsischen Kurfürsten]]. Ende des 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts errichtet und prachtvoll ausgestattet, wurde das Schloss bereits ab 1750 vernachlässigt, zerfiel in der folgenden Zeit und verschwand 1773 vollständig durch Sprengung der übrig gebliebenen Reste. Zur gleichen Zeit wie das Hochschloss wurde der Siebenspitzenturm errichtet. Der Turm besitzt einen viereckigen Grundriss, verändert nach oben hin aber seine Form zu einem Sechseck. An jedem Eck befand sich wiederum ein Türmchen, was zusammen mit dem mittleren Dach zu sieben Spitzen führt. Diesen Dachaufbau verlor der Turm zwar bereits 1632 bei einem Stadtbrand (es wurde nur ein einfaches [[Helm (Architektur)|Helmdach]] wieder errichtet), den aus den Spitzen resultierenden Namen behielt er bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Bestandteile der Burganlage&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
File:Stolpen-Burg-E1.jpg|Hauptzugang zur Burg und zum 1. Burghof mit der sogenannten Klengelsburg&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen - panoramio.jpg|Kornhaus/Marstall, gleichzeitig Zugang zum 2. Burghof&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 60.JPG|Blick vom Johannis/Coselturm auf den 2. Burghof und das Kornhaus/Marstall&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 24.JPG|Anstehende Basanitsäulen im Kornhaus&lt;br /&gt;
File:20060602320DR Stolpen Burg Stolpen Schösserturm.jpg|Blick zum Schösserturm und Johannis/Coselturm&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 26.JPG|Blick vom 2. Burghof zum Schösserturm und Johannis/Coselturm, dazwischen Hauptzugang zum 3. Burghof, ehemals Zugang zur Hauptburg&lt;br /&gt;
Datei:Stolpen-Relief.at.Third.Gate.JPG|Relief über dem Portal zur Hauptburg. Wappen: [[Sachsen]], [[August (Sachsen)|August]], [[Anna von Dänemark (1532–1585)|Anna]], 1571&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
File:Coselturm.jpg|Johannis/Coselturm im 3. Burghof&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 61.JPG|Wohnräume der Gräfin Cosel im Johannis/Coselturm&lt;br /&gt;
Datei:Stolpen-Gun.JPG|Kanone vor fünfeckiger Schießscharte im 3. Burghof&lt;br /&gt;
File:1024 wo war ich-6126.jpg|Blick vom 4. in den 3. Burghof, die Holzlatten markieren die ehemalige Zugbrücke&lt;br /&gt;
File:Stolpen 4ter Burghof.jpg|Blick vom 4. Burghof zum Seigerturm (links) und zum Johannis/Coselturm (rechts)&lt;br /&gt;
File:20060602275DR Stolpen Burg Stolpen Seigerturm.jpg|Seigerturm im 4. Burghof&lt;br /&gt;
File:20060602285DR Stolpen Burg Stolpen Seigerturm.jpg|Seigerturm&lt;br /&gt;
File:Coselgrab in Stolpen.jpg|Grab der Gräfin Cosel&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 46.JPG|Keller unter dem 4. Burghof&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wasserversorgung ==&lt;br /&gt;
=== Zisternen ===&lt;br /&gt;
Die Lage der Burg auf einem Basaltberg brachte zwangsläufig Probleme bei der Wasserversorgung mit sich. Man kann davon ausgehen, dass seit der ersten Bebauung versucht wurde, die Versorgung mit Wasser durch Zisternen zu sichern. Im Laufe der Zeit entstand so ein System von [[Zisterne]]n, das die Burg und die Stadt mit Wasser versorgte. Da die Qualität des Wassers allerdings nicht den gewünschten Anforderungen entsprach, versuchte man in bischöflicher Zeit bereits Alternativen für die Wasserversorgung zu finden. So gehörte es zu den [[Frondienst|Fronpflichten]] des Dorfes [[Lauterbach (Stolpen)|Lauterbach]], Frischwasser mit Fuhrwerken auf die Burg zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Wasserkunst ===&lt;br /&gt;
Nach dem Herrschaftswechsel auf der Burg ordnete Kurfürst August eine Verbesserung der Wasserversorgung an. 1561 wurde der Freiberger [[Bergmeister]] [[Martin Planer]] mit dem Errichten einer [[Wasserkunst]] beauftragt. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde 1563 das erste Wasser auf die Burg gepumpt. Um diese Meisterleistung zu bewerkstelligen, mussten 100 Höhenmeter überbrückt werden. Dazu wurden ungefähr 1.200 Baumstämme verarbeitet und ein Wasserrad mit über 10&amp;amp;nbsp;m Durchmesser aus [[Freiberg]] aufgebaut. Nach mehrfacher Verbesserung in den folgenden Jahren konnte die Wasserkunst den gesamten Wasserbedarf der Burg decken. 1571 erlaubte der Kurfürst gar, überschüssiges Wasser an die Bürger der Stadt abzugeben. Wegen der hohen Bedeutung der Wasserversorgung war die Wasserkunst ein häufiges Ziel bei kriegerischen Auseinandersetzungen. So wurde die Wasserkunst unter anderem im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] wie auch im [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg]] zerstört. Stets wurde sie wieder aufgebaut und dabei technisch verbessert. Erst nach der Zerstörung 1813 durch napoleonische Truppen wurde die Wasserkunst endgültig vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Basaltbrunnen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolpen Basaltbrunnen.JPG|mini|Basaltbrunnen auf der Burg Stolpen]]&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Angreifbarkeit der Wasserkunst ordnete der Kurfürst [[Christian II. (Sachsen)|Christian&amp;amp;nbsp;II.]] 1608 an, einen [[Burgbrunnen|Tiefbrunnen]] zu schaffen. Dafür wurden vier [[Berggießhübel]]er Bergleute nach Stolpen abgeordnet, die auch in die Stadt übersiedelten und hier Familien gründeten. Bis 1617 hatte der Brunnen, der mittels [[Feuersetzen]] in den Fels getrieben wurde, eine Teufe von knapp 46 Meter erreicht, ohne jedoch auf Grundwasser zu treffen. Aufgrund der aufgelaufenen Kosten von knapp 2.900 Gulden begutachtete eine bergmännische Kommission unter Leitung des Oberbergmeisters [[Martin Weigel (Oberbergmeister)|Martin Weygel]] den Brunnenschacht. Die Bergbauexperten empfahlen dem Kurfürsten die Einstellung der Arbeiten. Stattdessen sollte am Fuß des Burgberges ein [[Stollen (Bergbau)|Stollen]] bis zu den wasserführenden Schichten angelegt werden. Kurfürst Christian&amp;amp;nbsp;II. befahl jedoch die Weiterarbeiten am Brunnenschacht. Nach 22-jähriger Bauzeit stießen die Bergleute auf Wasser (entspricht einem täglichen Vortrieb von etwa 1&amp;amp;nbsp;cm), 1632 war der Bau des 84,39 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.burg-stolpen.org/de/burg-stolpen/ |titel=Burg Stolpen |werk=burg-stolpen.org |hrsg=Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen |zugriff=2018-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; tiefen Brunnens abgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tiefer Brunnen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.burg-stolpen.org/de/burg-stolpen/naturdenkmal-stolpener-basalt/ |titel=Der tiefe Brunnen im Basalt |titelerg=Naturdenkmal »Stolpener Basalt« |werk=burg-stolpen.org |hrsg=Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen |zugriff=2018-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwei Meter [[Teufe]] kosteten etwa 140&amp;amp;nbsp;[[Gulden]]. Zum Vergleich: Die gleichen 2 Meter Tiefe kosteten beim Bau des Brunnens der [[Festung Königstein]] nur 32&amp;amp;nbsp;Gulden (bei einer Tiefe von 152,5&amp;amp;nbsp;m und einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.frontinus.de/+pdf/FG-Mitteilungen49.pdf#page=5 |titel=Von Sachsens teuerstem Brunnen |werk=Frontinus-Mitteilungen Nr. 49 |hrsg=[[Frontinus-Gesellschaft]] |format=PDF; 2,8&amp;amp;nbsp;MB |datum=2007-10 |zugriff=2018-11-21 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181122005733/http://www.frontinus.de/+pdf/FG-Mitteilungen49.pdf#page=5 |archiv-datum=2018-11-22 |offline=ja |archiv-bot=2023-06-20 05:40:57 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die technischen Probleme der Wasserförderung aus dem Brunnen führten dazu, dass erst 30 Jahre später das erste Wasser aus dem Brunnen gezogen wurde und zwar mit einem enorm hohen Arbeitsaufwand (allein das benötigte Seil wog 175&amp;amp;nbsp;kg). Da die Wasserkunstanlage mit weniger Arbeitsaufwand betrieben werden konnte, wurde weiterhin das Wasser mit Hilfe der Wasserkunst gefördert. Nach zweimaliger kriegsbedingter Verschüttung des Brunnens (1756 und 1813), erfolgte bereits 1883 eine Räumung auf Anregung des Königlich Sächsischen Altertumsvereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Wasserversorgung&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 18.JPG|Modell der Wasserkunst im Kornhaus/Marstall&lt;br /&gt;
Datei:Wasserkunst.stolpen.jpg|Rohre der Wasserkunst&lt;br /&gt;
File:Burg Stolpen 44.JPG|Informationstafel am Burgbrunnen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Basaltberg {{Anker|Stolpener Berg}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Basanitsäulen Stolpen.jpg|mini|Basanitsäulen, die als Fundament und Mauerwerk genutzt werden]]&lt;br /&gt;
=== Bisherige Sichtweise ===&lt;br /&gt;
Die Burg Stolpen wurde auf der höchsten Erhebung des Stolpener [[Basalt]]s erbaut. Damit bildet das [[Naturdenkmal]] Stolpener Basalt die Grundlage für die Errichtung einer wehrhaften Bebauung und zugleich für den Namen von Burg und Stadt ([[Sorbische Sprache|sorbisch]] &amp;#039;&amp;#039;stołp&amp;#039;&amp;#039; = „Säule“). Der Stolpener Basalt, der vor 25&amp;amp;nbsp;Millionen Jahren entstand, gehört zu den größten vulkanischen Gesteinsvorkommen im sächsischen Raum und ist gleichzeitig das zuerst erwähnte Gesteinsvorkommen seiner Art in Europa. Die erste gesicherte Erwähnung ist bekannt aus dem Jahr 1510&amp;lt;ref&amp;gt;Erwähnt in einem Traumbericht des [[Friedrich Myconius]] vom 14. Juli 1510 im [[Franziskanerkloster Annaberg]], abgedruckt in: [[Christian Lehmann (Pfarrer, 1611)|Christian Lehmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Historischer Schauplatz derer natürlichen Merckwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Ertzgebirge.&amp;#039;&amp;#039; Lanckisch, Leipzig 1699, S. 800 ({{Digitalisat|MDZ=11211849}}). Vgl. [[Ignaz Ježower]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der Träume.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Berlin 1928, S. 84, 474.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die erste genaue Betrachtung des Gesteins erfolgte 1546 durch [[Georgius Agricola]], der in seiner Beschreibung als erster den Begriff Basalt verwendete. Erste bekannte Zeichnungen des Stolpener Basalts sind durch den sächsischen Arzt und Naturforscher [[Johannes Kentmann]] 1565 angefertigt worden. Ende des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts entbrannte schließlich ein heftiger Streit um die Entstehungsgeschichte des Basalts, der bis 1820 dauerte. Es bildeten sich zwei Lager, die grundsätzlich verschiedene Meinungen zu der Entstehung hatten, zum einen die [[Neptunismus|Neptunisten]] und zum anderen die [[Plutonismus (historisch)|Plutonisten]]. Mehrere berühmte Wissenschaftler besuchten während dieser Zeit Stolpen, unter ihnen der [[Geologie|Geologe]] [[Abraham Gottlob Werner]] und [[Johann Wolfgang von Goethe]], der in &amp;#039;&amp;#039;[[Faust. Der Tragödie zweiter Teil|Faust II]]&amp;#039;&amp;#039; den Wissenschaftlerstreit als Teil der &amp;#039;&amp;#039;Klassischen Walpurgisnacht&amp;#039;&amp;#039; ironisch abbildete.&amp;lt;ref&amp;gt;In der Figur des Seismos. Vgl. Johann Wolfgang von Goethe: &amp;#039;&amp;#039;Faust. Der Tragödie zweiter Teil.&amp;#039;&amp;#039; Zweiter Akt: &amp;#039;&amp;#039;Am oberen Peneios.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Basaltschlot des Stolpener Burgberges wurde im Mai 2006 von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover als eines der 77 bedeutendsten nationalen [[Geotop]]e Deutschlands prädikatisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuere Erkenntnisse ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolpen Schlacke.JPG|mini|Schlackenstück im [[Basanit (Gestein)|Basanit]] von Stolpen]]&lt;br /&gt;
Untersuchungen des [[Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz]] brachten 2018 die Erkenntnis, dass der Burgberg vor etwa 30 Millionen Jahren aus einem [[Maar]] entstand, welches sich später mit [[Lava]] füllte (Maar-Diatrem-Vulkan). Damit erfolgte der Ausbruch an der Erdoberfläche. Es handelt sich nicht, wie bisher angenommen, um einen [[Lavadom]]. Zudem sind die Stolpener Vulkanite keine Basalte, sondern müssen als [[Basanit (Gestein)|Basanit]] ([[Olivingruppe|Olivin]]-[[Augit]]-[[Nephelinit]]) klassifiziert werden. Damit kann der Stolpener Burgberg auch nicht mehr als [[Typlokalität]] für Basalt angesehen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Olaf Tietz et al.: &amp;#039;&amp;#039;The Stolpen Volcano in the Lausitz Volcanic Field (East Germany) – volcanological, petrographic and geochemical investigations at the type locality of basalt.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Geosciences, Volume 63 (2018), Issue 4, S. 299–315 ([http://www.jgeosci.org/content/jgeosci.275_tietz.pdf Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://idw-online.de/de/news712002 &amp;#039;&amp;#039;Typfrage: Vulkan in Stolpen – Weltweite Typlokalität für Basalt muss neu definiert werden.&amp;#039;&amp;#039; Pressemitteilung Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen vom 13. März 2019]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Stolpen steht nicht auf Basalt&amp;#039;&amp;#039;, [[Sächsische Zeitung]] vom 18. März 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die falsche Geschichte einer Stadt&amp;#039;&amp;#039;, [[Sächsische Zeitung]] (Ausgabe Sebnitz) vom 15. März 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Johannes Baier et al. wurde unlängst der wissenschaftsgeschichtliche Aspekt in einer separaten Übersichtsarbeit zusammengestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Baier, Jan-Michael Lange &amp;amp; Peter Suhr (2023): &amp;#039;&amp;#039;Vom Basanit zum Basalt und wieder zurück: Die Vulkanitkuppe von Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Freib. Forsch.-H. C 561, 271–277.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gräfin Cosel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabplatte Cosel.jpg|mini|Grabinschrift auf Burg Stolpen]]&lt;br /&gt;
Im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert diente die Burg Stolpen als Gefängnis für die Gräfin [[Constantia von Cosel]], eine [[Mätresse]] [[August der Starke|Augusts des Starken]]. Nachdem sie Weihnachten 1716 nach Stolpen gebracht wurde, verbrachte sie den Rest ihres Lebens auf der Burg. Da sie Kenntnis von Staatsgeheimnissen hatte, waren die Haftbedingungen am Anfang der Inhaftierung streng. Im Laufe der Zeit lockerten sich diese und die Gräfin konnte sich frei auf dem Burggelände bewegen. Zunächst lebte sie in den herrschaftlichen Räumen des Zeughauses, da sich dieses aber aufgrund mangelnder Instandhaltung nach einem Brand im Jahre 1743 nicht mehr als Wohnquartier eignete, musste sie für die letzten zwei Jahrzehnte ihrer Haft in den als Wohnturm umgebauten Johannisturm umziehen, der im [[Volksmund]] daher den Namen Coselturm erhielt. Als die Gräfin am 31.&amp;amp;nbsp;März 1765 im 85. Lebensjahr starb, wurde sie in der Stolpener Burgkapelle bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Johannes Baier (2026): &amp;#039;&amp;#039;Die Basanitsäulen von Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Fossilien 43(1), 4-9.&lt;br /&gt;
* Johannes Baier, Jan-Michael Lange &amp;amp; Peter Suhr (2023): &amp;#039;&amp;#039;Vom Basanit zum Basalt und wieder zurück: Die Vulkanitkuppe von Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Freib. Forsch.-H. C 561, 271–277.&lt;br /&gt;
* [[Walter Bachmann (Denkmalpfleger)|Walter Bachmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Schloß Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Landesverein Sächsischer Heimatschutz.&amp;#039;&amp;#039; Band XX/1931, S.&amp;amp;nbsp;161–192.&lt;br /&gt;
* Erich Barth: &amp;#039;&amp;#039;Frondienste für die Burg und das Amt Stolpen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Stolpner Hefte.&amp;#039;&amp;#039; Nummer 9). Stolpen 2001. &lt;br /&gt;
* Jens Gaitzsch: &amp;#039;&amp;#039;Burg Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Edition Leipzig, Leipzig 2012, ISBN 978-3-361-00704-8.&lt;br /&gt;
* Carl Christian Gercken: &amp;#039;&amp;#039;Historie der Stadt und Bergfestung Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Dresden / Leipzig 1764 [http://books.google.de/books?id=t2wAAAAAcAAJ&amp;amp;pg (Digitalisat bei google-books)].&lt;br /&gt;
* Hans-Günther Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Ein Slos uns Stetlein czwischen Pirna und Bischofswerda.&amp;#039;&amp;#039; Amsterdam / Dresden 1996, ISBN 90-5705-006-4.&lt;br /&gt;
* Jürgen Major: &amp;#039;&amp;#039;Burg Stolpen – Ein Ausflug durch die Jahrhunderte.&amp;#039;&amp;#039; Edition Basalt, 2001, ISBN 3-936111-00-6.&lt;br /&gt;
* Alfred Meiche: &amp;#039;&amp;#039;Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna.&amp;#039;&amp;#039; Dresden 1927.&lt;br /&gt;
* Stadtverwaltung Stolpen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chronik von Burg und Stadt Stolpen.&amp;#039;&amp;#039; Ed. Reintzsch, Leipzig 1994, ISBN 3-930846-02-0.&lt;br /&gt;
* Marianne und [[Werner Stams]]: &amp;#039;&amp;#039;Amt, Burg und Stadt Stolpen in alten Karten und Plänen. Abriss zur Geschichte der sächsischen Kartographie von den Anfängen bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Stolpener Hefte.&amp;#039;&amp;#039; Nummer 4). Stolpen 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
* [https://wissen.schloesserland-sachsen.de/haus-garten/burg-stolpen/ Burg Stolpen] auf dem Wissensportal der Staatlichen, Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen&lt;br /&gt;
* [https://www.burg-stolpen.org/ &amp;#039;&amp;#039;Burg Stolpen.&amp;#039;&amp;#039;] offizielle Homepage&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20190121175421/https://www.geologie.sachsen.de/der-saechsische-basalt-13028.html &amp;#039;&amp;#039;Der sächsische Basalt.&amp;#039;&amp;#039;] Beschreibung des Geotops beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Memorial auf archive.org)&lt;br /&gt;
* [https://jimdo-storage.freetls.fastly.net/image/147991241/cf003b64-61e1-4aee-aed2-fd29ca398da0.gif? Historische Rekonstruktionszeichnung] aus [https://www.burgrekonstruktion.de/ Burgrekonstruktion.de]&lt;br /&gt;
* [http://www.stadtwikidd.de/wiki/Festung_Stolpen Festung Stolpen im Stadtwiki Dresden] mit allen 19 Festungskommandanten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Stolpen, Burg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Festung in Sachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Stolpen|Burg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1222]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationaler Geotop]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geotop in Sachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Festung in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodendenkmal im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Constantia von Cosel]]&lt;/div&gt;</summary>
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