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	<title>Burg Monschau - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T07:30:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Burg_Monschau&amp;diff=689788&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Korrektur</title>
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		<updated>2025-04-02T21:46:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Burg&lt;br /&gt;
| Name = &lt;br /&gt;
| Bild                   = Monschau 18 ies-cropped.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung       = Blick von der gegenüberliegenden Talseite. Oberburg mit Wehrmauer (vorne), Bergfried (mittig), Vorburg (links), Palas (hinten) und Neubau (weiß); Unterburg mit Eselsturm, Wachhaus, Kommandanturgebäude, Schlosskapelle und ehem. Kasernenbauten (von rechts nach links)&lt;br /&gt;
| Alternativname         = &lt;br /&gt;
| Entstehungszeit        = 13. Jahrhundert&lt;br /&gt;
| Typologie n. geo. Lage = [[Höhenburg]]&lt;br /&gt;
| Erhaltungszustand      = Erhalten&lt;br /&gt;
| Ständische Stellung    = Grafen&lt;br /&gt;
| Mauerwerksmerkmale     = [[Buckelquader]]&lt;br /&gt;
| Heutiger Ortsname      = [[Monschau]]&lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 50/33/11&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 6/14/23&lt;br /&gt;
| Region-ISO             = DE-NW&lt;br /&gt;
| Höhenordinate          = &lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = DE-NN&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Burg Monschau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine unter [[Denkmalschutz]] stehende [[Höhenburg]] in der Stadt [[Monschau]] in der südlichen [[Städteregion Aachen]]. Sie wurde um 1200 erbaut und erlebte bis zu ihrer Auflösung als Festung und ihrem teilweisen Verfall eine wechselvolle Geschichte. Teile der Burganlage werden heutzutage als [[Jugendherberge]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/monschau-burg/ |titel=DJH Jugendherberge Monschau-Burg - Angebote + mehr {{!}} Nordrhein-Westfalen |sprache=de-DE |abruf=2024-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Altenheim]] genutzt sowie der Innenhof im Sommer als Veranstaltungsort für [[Freiluftkonzert]]e.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.monschau-festival.de/ |titel=Startseite - Monschau Festival |abruf=2024-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Burg ist als „castrum in Munjoje“ erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs [[Engelbert I. von Köln]] aus dem Jahre 1217 belegt, als die „[[Herrschaft (Territorium)|Herrschaft]] Monschau“ noch Teil des [[Herzogtum Limburg|Herzogtums Limburg]] war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elmar Neuß |Titel=Die Burg Monschau 1198–1998 |Sammelwerk=Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes |Nummer=4 |Verlag=Geschichtsverein des Monschauer Landes e.&amp;amp;nbsp;V. |Ort=Monschau |Datum=1998 |ISSN=0939-0340 |Kapitel=Einleitung |Seiten=1 |Kommentar=Auf Seite 4 Abbildung der Originalausfertigung genannter Urkunde im nordrhein-westfälischen Hauptstaatsarchiv Düsseldorf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine erste Bauperiode, die im Wesentlichen nur die Oberburg und deren Vorburg umfasste, fand jedoch bereits etwa zwischen 1190 und 1198 unter der [[Regentschaft]] von Herzog [[Walram IV. (Limburg)|Walram IV. von Limburg]] statt. Anlass zur Errichtung einer Burg in Monschau war nach heutigen Erkenntnissen, dass die Herzöge ihre [[Kloster Reichenstein|Burg Reichenstein]] zwischen Monschau und [[Kalterherberg]] um 1140 dem [[Prämonstratenser]]orden übertragen hatten, weil diese Anlage aus ihrer Sicht nicht den Ansprüchen einer wehrtauglichen Burg genügte; außerdem war die nach heutigen Erkenntnissen in Monschau bereits vorhandene Burg auf der anderen Talseite, der [[Haller (Monschau)|Haller]], vom Geländeprofil her nicht ausbaufähig.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Darius |url=https://burgenarchiv.de/burg_monschau-haller_in_nordrhein-westfalen |titel=Burg Haller - Das Rätsel um den Beginn des Burgenbaus in Monschau |werk=Burgenarchiv.de |datum=2019-08-29 |sprache=de-DE |abruf=2024-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Ebidat |ID=3704 |Name=Burg Haller}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft Monschau, die 1269 mit der heute in der [[Provinz Limburg (Niederlande)|Provinz Limburg/Niederlande]] gelegenen [[Herrschaft Valkenburg]] vereinigt worden war, fiel 1354 an die Markgrafen und späteren Herzöge von [[Jülich]], die die Burg zu einer Festung ausbauten und mit mächtigen [[Ringmauer]]n und heute rekonstruierten [[Wehrgang|Wehrgängen]] versahen. Zu den erfolgten Erweiterungsbauten der Burganlage zählen die Unterburg mit dem Eselsturm und die Zugbrücke sowie die [[Schlosskapelle (Monschau)|Schlosskapelle]], die erstmals 1369 als „nuwe Capelle“ urkundlich genannt wurde und rund 300 Jahre lang als erste Kirche des Ortes Monschau fungierte. Dazu zählte aber auch das [[Haus zum Turm]], das noch von den Vorbesitzern der Burg im Jahr 1351 als Dienstwohnung und Wachhaus für den Revierförster und Wachleiter der Burg erbaut worden war, aber bis 1795 im Besitz der Burgherren verblieb und als Lehn verpachtet wurde. Bei all diesen Baumaßnahmen hatten sich die Bauherren offensichtlich finanziell verkalkuliert und die Burg wurde für einige Jahrzehnte an die [[Schönforst (Adelsgeschlecht)|Herren von Schönforst]] verpfändet. Urkundlich als Burgherren aus dieser Familie sind erwähnt [[Reinhard von Schönau]] († 1376), sein Sohn Johann und zuletzt noch dessen gleichnamiger Sohn Johann von Schönforst († 1433). Schließlich wurde Monschau 1435 endgültig wieder dem Territorium Jülich eingegliedert und die Stadt selbst erhielt 1476 die [[Stadtrecht]]e.&lt;br /&gt;
[[Datei:Burg Monschau um 1650.jpg|mini|links|Burg um 1650]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1543 belagerten Truppen Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karls V.]] im Rahmen des [[Dritter Geldrischer Erbfolgekrieg|Dritten Geldrischen Erbfolgekriegs]] den gesamten Burgkomplex mit schwerem Geschütz, nahmen die beschädigte Burg ein und plünderten sie mitsamt Teilen der Stadt Monschau. Nach dem Abzug der Truppen wurde die Burg Monschau wieder großzügig saniert und mit einem Wachhaus und einem [[Kommandantur]]gebäude ergänzt. Erneut in kriegerische Bedrängnis geriet sie im Jahr 1609 im Rahmen des [[Jülich-Klevischer Erbfolgestreit|Jülich-Klevischen Erbfolgestreits]], als [[Mark Brandenburg|brandenburgische]] Truppen die Burg besetzten. Bereits 1622 sicherten im Verlauf des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] aber spanische Truppen durch ihre Eroberung Monschaus dem Jülicher Herzog [[Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg]] die Übernahme der Herrschaft. Weniger glimpflich verliefen die Angriffe im Rahmen des [[Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekriegs]] von 1689, bei dem zahlreiche linksrheinische Burgen zerstört wurden und auch die Burg Monschau schwere Schäden davontrug. Im Verlauf der anschließenden Sanierungsarbeiten wurde der Bereich der Unterburg mit Kasernenblocks für die die Besatzung bildende kurpfälzische Invalidenkompanie ausgeweitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des 17. Jahrhunderts erlebte die Bevölkerung Monschaus durch das aufstrebende Tuchgewerbe großen Wohlstand. Zum Bau der neu entstehenden [[Bürgerhaus|Bürgerhäuser]] und Fabriken wurde vermehrt [[Schiefer]] benötigt, den die Monschauer in Höhlen unter der Burg abbauten. Diese bis ins 20. Jahrhundert ertragreichen Schieferstollen wurden im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] von der Bevölkerung als Bunker genutzt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Monschau historisch.jpg|mini|Burg um 1840 mit abgetragenen Dächern und [[Wildwuchs (Gartenbau)|Wildwuchs]]]]&lt;br /&gt;
Während der [[Franzosenzeit|französischen Besatzungszeit]] zwischen 1794 und 1815 wurde die Burg von den neuen Machthabern zu Staatseigentum erklärt und an Privatleute verkauft. Diese ließen in den Jahren 1836 und 1837 vor allem im Bereich der Oberburg die Dächer abtragen, um von der Gebäudesteuer befreit zu werden&amp;lt;ref&amp;gt;Im 19. Jahrhundert war es üblich, dass nur Gebäude mit Dach der Gebäudesteuer unterlagen. Vgl. z.&amp;amp;nbsp;B.: „Ich weiß nicht, was anderes übrig bleibt, wenn bei so überschuldetem Besitz noch eine so große [[Reallast]] aufgewälzt wird, als daß der Besitzer von einem Theil der Gebäude das Dach abträgt, um sich dieser Steuer zu entziehen.“ In: {{Literatur |Autor=Karl von Zallinger |Titel=Ein offenes Wort über die Gebäude-Steuer vom Abgeordneten Zallinger |Verlag=Selbstverlag |Ort=Bozen |Datum=1882 |Seiten=5 |Online={{Google Buch |BuchID=SXG5SY0Se08C |SeitenID=PA8-IA3}} |Abruf=2024-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, wodurch die Burg durch eindringendes Regenwasser zunehmend zur [[Ruine]] verkam. Dagegen wurden die vormaligen Kasernenbauten der Unterburg ab 1857 instand gesetzt und zum neuen &amp;#039;&amp;#039;Maria-Hilf-Hospital&amp;#039;&amp;#039; umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1900 erwarb die Stadt Monschau die Burganlage und versuchte vorrangig, den weiteren Verfall der Oberburg zu verhindern. Erst 1930 wurde der verfallene [[Palas]] nach Plänen des Architekten und Heimatschützers [[Ernst Stahl (Architekt)|Ernst Stahl]] wiederaufgebaut und als Erweiterung für die [[Jugendherberge]] hergerichtet, die nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] im relativ unbeschädigten Westflügel eröffnet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1971 diente die Burganlage ebenso wie der Haller als Verhüllungsprojekt des Künstlerehepaars [[Christo und Jeanne-Claude]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.staedteregion-aachen.de/de/navigation/aemter/kultur-s-16/archiv/kuk-ausstellungen/2020/christo-verhuellt-monschau-1971 |titel=Christo verhüllt Monschau 1971 {{!}} StädteRegion Aachen |abruf=2024-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2000 wurde der Innenhof der Oberburg als Veranstaltungsort, wie beispielsweise für die &amp;#039;&amp;#039;Monschau-Klassik&amp;#039;&amp;#039;, ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baucharakteristik ==&lt;br /&gt;
Die Gesamtanlage erstreckt sich über zwei miteinander verbundene Ebenen, auf denen die einzelnen Bauten überwiegend in Bruchsteinbauweise errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert worden sind. Die vorhandenen Gebäudeteile der gesamten Burganlage lassen dabei deutlich erkennen, ob es sich um Rekonstruktionen, Neubauten oder originale Bausubstanzen handelt. Die Burganlage umfasst im Einzelnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberburg ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;3&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; class=&amp;quot;float-right&amp;quot; mode=&amp;quot;Packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Monschau, Burg, 2011-08 CN-01.jpg|Oberburg mit Vorburg (links) und viereckigem Bergfried, rechts Eselsturm&lt;br /&gt;
 Monschau, Burg Monschau-jeugdherberg Dm12 foto4 2015-04-16 09.46.jpg|Ehemaliger Palas&lt;br /&gt;
 0 Monschau - Burg (2).JPG|Rückseite Palas mit Vierungsturm&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Oberburg ist der älteste Teil der Burganlage und belegt den höchsten Punkt des Höhenrückens. Sie gliedert sich in [[Kernburg|Kern-]] und [[Vorburg]]. Diese sind an ihrer [[Steilhang|Süd- und Ostflanke]] von einer im Hang gebauten kräftigen und hohen Stützmauer umgeben, die ihrerseits mit massiven [[Stützpfeiler]]n gesichert ist. Auf der Umgebungsmauer verläuft eine [[Zwinger (Architektur)|Zwingeranlage]], die mit dem Obergeschoss des später erbauten Eselsturms verbunden ist. Die Nord- und Westseite sind durch steile Hänge und den [[Halsgraben]] gesichert. Auf dem Plateau gruppiert sich um einen dreieckigen Innenhof herum der Gebäudekomplex, bestehend aus der südlichen Vorburg, dem westlich liegenden mächtigen [[Palas]], dem an dessen äußerem rechten Eck leicht abgewinkelt stehenden [[Vierungsturm]], auch „langer Turm“ genannt, sowie dem an der Ostmauer angebauten Bergfried. Dieser zeigt sich als quadratischer Turm mit einer Seitenlänge von sieben Metern, dem später ein [[Zeltdach]] über dem offenen Wehrgang aufgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1906 wurde die ziemlich marode Kernburg im Auftrag des Provinzialkonservators [[Paul Clemen]] von Regierungsbaumeister Ernst Stahl vermessen und begutachtet. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] konnte bereits in dem weniger beschädigten Teil des Westflügels eine Jugendherberge eingerichtet werden. Ernst Stahl, mittlerweile selbstständiger Architekt in Düsseldorf, plante schließlich ab 1927 den vollständigen Ausbau der Ruine zur Jugendherberge. Dabei sollten eigentlich sowohl der alte Palas, der lange Turm als auch der Bergfried ausgebaut werden. Aus finanziellen Gründen wurde jedoch nur der Umbau des Palas zur Herberge genehmigt, die 1929 eröffnet werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gabriele Nina Strickhausen-Bode |Hrsg=Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung |Titel=Stahls Stahleck. Ernst Stahl (1882–1957) und der Neuaufbau von Burg Stahleck am Rhein. Eine Jugendherberge der Rheinprovinz im Kontext von Historismus und Heimatschutz, Jugendbewegung und Jugendburgidee. |Sammelwerk=Reihe A: Forschungen |Band=12 |Ort=Braubach |Datum=2007 |ISBN=978-3-927558-26-7 |Seiten=128-134}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst in den Jahren 1990/1991 entstand für die Verwaltung der Jugendherberge der weiß getünchte neue Ostbau als rechter Anbau zum Palas. Durch die Nutzung als „[[Jugendburg]]“ war der Erhalt der Burg Monschau gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorburg ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Burg Monschau 2022 11.jpg|mini|hochkant=0.5|Durchfahrt Vorburg mit Rundtürmen]]&lt;br /&gt;
Die Vorburg und eine vorgelagerte separate Toranlage dienen als kontrollierbarer Eingangsbereich zum Innenhof der Kernburg. Über eine steile Wegerampe entlang der östlichen Außenmauer der Burg wird zunächst die rundbogige Toranlage erreicht, die zur Talseite hin von einem kleineren quadratischen Wehrturm flankiert wird, der heute nur noch als Stumpf vorhanden ist. Innenseitig wurde oberhalb des Tores ein Wehrgang eingebaut, von dem aus die Schießscharten über der Tordurchfahrt genutzt werden konnten. Nach diesem Vortor knickt der Zufahrtsweg zum Burgplateau fast rechtwinklig nach Westen ab und zieht weiter durch die eigentliche Vorburg, die sich als langrechteckiger, innen offener Bau mit einer hohen Ringmauer zeigt, deren Mauerkrone als Wehrgang ausgebaut ist. Eingangsseitig ist eine hohe spitzbogige Tordurchfahrt aus [[Nideggen]]er [[Sandstein]] eingelassen, die links und rechts von zwei höheren Rundtürmen flankiert wird. Diese sind auf ihre vermutete ehemalige Höhe rekonstruiert worden und mit relativ flachen Kappen oberhalb des offenen Wehrgangs bestückt. Ansonsten ist die Vorburg auch wegen der Enge des Raumes vollständig frei von weiteren Gebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangs der Vorburg öffnet sich die große Freifläche des Innenhofes, die heute mit ihren teils fest installierten Bühnen- und Tribünenaufbauten vor allem als Aufführungsstätte für die verschiedenen Festspiele auf der Burg Monschau zur Verfügung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterburg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Schlosskapelle Monschau.jpg|mini|Schlosskapelle]]&lt;br /&gt;
Seit der ersten Erweiterung im Jahr 1354 entstanden in verschiedenen Etappen und Epochen die jeweiligen Gebäude der Unterburg. Dazu wurde zunächst auf Höhe des nördlichen Zugangsweges von der Stadt zur Burg eine weitere, horizontal verlaufende Stützmauer in den Hang gesetzt, die mit der oberen Stützmauer der Oberburg eine größere Fläche für die geplanten Neubauten umgab. Ferner wurde burgseitig der Steinbrücke über dem Halsgraben der neue Eselsturm mit der ersten Tordurchfahrt erbaut, hinter dem sich die Wege einerseits ansteigend über die Vorburg zur Oberburg und andererseits geradlinig zum neuen Bebauungsbereich der Unterburg trennten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesem „Neubaugebiet“ entstand zunächst im Jahr 1369 und eingebaut im mittleren Bereich eines vormaligen Wehrturmes die „nuwe Capelle“, die unter das [[Patrozinium]] der Heiligen [[Martin von Tours|Martin]] und [[Josef von Nazareth|Josef]] gestellt wurde. Sie blieb bis 1794 im Besitz der Schlossherren und kam ab 1810 zunächst in Privatbesitz, bevor sie 1917 vom benachbarten Maria-Hilf-Hospital erworben und 1983 zum Kommunikationszentrum für das dortige neue Altenheim konzipiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Erweiterungsmaßnahmen im Jahr 1586 entstand auf der rechten Seite hinter dem Eselsturm, angelehnt an die Wehrmauer der Oberburg, ein schmales, heute verputztes zweigeschossiges vierachsiges Wachhaus aus Bruchsteinen mit Stallungen und [[Mansarddach]]. Es war der Sitz für die Burgwächter, die für die Erstkontrolle der täglich pendelnden Besucher zuständig waren. Im gleichen Zeitraum wurde schräg gegenüber das Wohnhaus des Burgkommandanten errichtet. Es war ursprünglich ein mehrachsiger zweigeschossiger [[Giebelständig|Giebelbau]] mit einer offenen [[Loggia]] im Erdgeschoss, dem im 18. Jahrhundert ein zweigeschossiges Langhaus mit Satteldach und integrierten [[Dachgaube]]n sowie einer [[Remise]] im Erdgeschoss rechtwinklig zum alten Kernhaus angebaut wurde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;3&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; class=&amp;quot;float-right&amp;quot; mode=&amp;quot;Packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Altenheim (ehem. Kaserne, rechter Block) Monschau.jpg|Westlicher Block&lt;br /&gt;
 Altenheim (ehem. Kaserne, linker Block), Monschau.jpg|Östlicher Block&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kernstück der Unterburg sind die im 17. Jahrhundert am südlichen Rand des Areals um einen dreieckigen Innenhof herum erbauten beiden Wohnblocks, die als Kasernenunterkunft für die kurpfälzische Invalidenkompanie konzipiert waren. Der südwestlich am Rand der Burgmauer gelegene Block war anfangs ein fünfachsiges dreigeschossiges Gebäude mit Mansarddach, aus dem mittig ein halbrunder Turm mit [[Schweifhaube]] hervorragt. Beim Umbau zum neuen „Maria-Hilf-Hospital“ im Jahr 1857&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.staedteregion-aachen.de/de/navigation/staedteregion/geschichte/landkreis-monschau/1849-1889/ereignisse/1857-errichtung-des-maria-hilf-hospitals-in-montjoie |titel=1857: Errichtung des Maria-Hilf-Hospitals in Montjoie {{!}} StädteRegion Aachen |abruf=2024-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; blieb das Haus äußerlich zunächst unverändert und erst nach der städtischen Übernahme im Jahr 1900 wurde es beidseitig des Haupttraktes mit Anbauten um drei giebelständige Achsen nach links und um vier nach rechts verlängert sowie zwischen 1912 und 1914 mit einem weiteren Obergeschoss im Dachbereich ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Block zur östlichen Talseite zwischen dem Südblock und der Schlosskapelle zeigt sich als langgestrecktes dreizehnachsiges zweigeschossiges Gebäude, dessen mittlere drei Achsen in Nachempfindung eines Wachturmes talseitig einen halbrunden Vorbau bilden. Im Rahmen der Sanierung von 1970 wurde das Dach als Mansarddach ausgebaut und mit 18 Dachgauben versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Blocks wurden nach der Schließung des „Maria-Hilf-Hospitals“ im Jahr 1970 als Altenheim der nunmehrigen „Maria-Hilf-Stiftung“ umgerüstet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Eselsturm ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;3&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; class=&amp;quot;float-right&amp;quot; mode=&amp;quot;Packed&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Monschau-039.JPG|Stadtseitiger Zugang&lt;br /&gt;
 Auf dem Schloss 1, Monschau.jpg|Burgseite mit Kommandanturgebäude&lt;br /&gt;
 Monschau, CN-116, 2011-08-31.JPG|Burgseite mit Wachhaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen des Burggeländes in den 1350er-Jahren wurde der Hauptzufahrtsbereich von der Stadt auf das Burggelände mit einem imposanten hohen Rundturm bestückt, der den Namen „Eselsturm“ erhielt. Um 1370 muss er offensichtlich fertiggestellt worden sein, da er in jenem Jahr erstmals urkundlich als „Neuer Turm“ erwähnt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zugang erfolgte von der Stadt aus über eine massive steinerne [[Bogenbrücke]], die sich über den Halsgraben erstreckte. Der letzte offene Teil der Brücke wurde durch eine [[Zugbrücke]] überbrückt, die am Eselsturm angebracht war und deren dortige Aussparungen für die Verankerungen heute noch erkennbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Turm selbst wurde am Rande des Halsgrabens dreigeschossig auf einem hohen Unterbau errichtet. Im Erdgeschoss befindet sich die Tordurchfahrt mit gewölbter Decke und [[Blende (Architektur)|Rechteckblenden]] für die Aufnahme der ehemaligen Zugbrücke. Die kuppelartig überwölbten Obergeschosse sind durch rundlaufende Wandtreppen miteinander verbunden und mit jeweils fünf Schießkammern ausgestattet. An den Außenmauern des obersten Stockwerks lassen sich noch die Reste eines alten [[Bogenfries|Rundbogenfrieses]] erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1517 wurde der Eselsturm als [[Batterieturm]] für leichte Geschütze neu errichtet und steht seitdem hälftig im Halsgraben. Später erfolgte im 18. Jahrhundert noch der Bau eines kleinen quadratischen Wachhäuschens an der Stadtseite der Bogenbrücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Eselsturm war vom Verfall im 20. Jahrhundert betroffen. Im Rahmen der Generalsanierung der Burg im Jahr 1990 wurde er nach Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert wieder rekonstruiert sowie um eine [[Wehrplatte]] erhöht, die mit einem [[Haubendach]] versehen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Elmar Neuß&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Burg Monschau 1198–1998&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes&lt;br /&gt;
   |Nummer=4&lt;br /&gt;
   |Verlag=Geschichtsverein des Monschauer Landes e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
   |Datum=1998&lt;br /&gt;
   |ISSN=0939-0340}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://burgenarchiv.de/burg_monschau_in_nordrhein-westfalen &amp;#039;&amp;#039;Burg Monschau&amp;#039;&amp;#039;], Porträt auf burgenarchiv.de&lt;br /&gt;
* [https://www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=3699 &amp;#039;&amp;#039;Burg Monschau&amp;#039;&amp;#039;], Porträt in der Burgendatenbank Ebidat&lt;br /&gt;
* [https://www.isgmonschau.de/denkmaeler/auf-dem-schloss-4-burg-monschau.html &amp;#039;&amp;#039;Burg Monschau&amp;#039;&amp;#039;], Porträt auf isgmonschau.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Güter, Herrenhäuser, Burgen und Schlösser in der Städteregion Aachen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=7763588-7|VIAF=510160486170405180000}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg in der Städteregion Aachen|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg in der Eifel|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg in Europa|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höhenburg in Nordrhein-Westfalen|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jugendburg|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung in Nordrhein-Westfalen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jugendherberge (Deutschland)|Monschau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Monschau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltungsstätte in der Städteregion Aachen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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