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	<title>Bruno E. Werner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Freiburg- Amerikahaus, Empfang bei Mr. Caroll; Dr. Dr. h.c. Bruno E. Werner, Prof. Dr. Arold Bergstraesser - LABW - Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 071430.jpeg|mini|Bruno E. Werner (Mitte, 1962)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruno Erich Werner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. September]] [[1896]] in [[Leipzig]]; † [[21. Januar]] [[1964]] in [[Davos]], [[Schweiz]]) war ein deutscher [[Germanist]], [[Publizist]], [[Journalist]], [[Schriftsteller]], [[Essayist]], [[Übersetzer]], Kunst- und [[Literaturkritiker]] sowie [[Diplomat]], der 1952 in den Dienst der [[Bundesrepublik Deutschland]] eintrat. Seine Lebenszeit reicht vom [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] über die [[Weimarer Republik]] und das „[[Drittes Reich|Dritte Reich]]“ bis in die [[Adenauer-Ära]] und seine Biografie spiegelt die vielfältigen Brüche dieser Epoche wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werner kam aus einem liberalkonservativ geprägten Milieu und gilt heute weitgehend als typischer Vertreter der sog. „[[Innere Emigration|Inneren Emigration]]“. Seine anfängliche Haltung gegenüber der NS-Kulturpolitik ist von inneren Widersprüchen gekennzeichnet und wird nicht immer einhellig bewertet. Politisch eher konservativ, machte er während der ersten Jahre der NS-Diktatur Zugeständnisse an den herrschenden Kunstgeschmack der Nationalsozialisten, den er aber laut eigenen Angaben innerlich stets ablehnte. Bei der Bewertung der kunstpolitischen Aussagen Werners während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] gilt es allerdings zu bedenken, dass Werner gemäß der NS-Rassenideologie „nicht-arischer“ Abstammung war und insofern ständig mit einer Verfolgung durch die Behörden rechnen musste. Inwieweit seine Äußerungen zur zeitgenössischen Kunst durch diese Ausgangslage beeinflusst wurden, bedarf noch der weiteren Klärung durch die kulturwissenschaftliche Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ästhetisch stand der vielseitig begabte Werner unter dem Einfluss der [[Bauhaus]]-Richtung in [[Kunst]] und [[Architektur]], was sich auch in seiner Vorliebe etwa für [[Neue Sachlichkeit (Kunst)|neusachliche Kunst]] bemerkbar macht. Der in Kunstdingen generell offene Werner interessierte sich aber auch für andere Kunstrichtungen, insbesondere den [[Expressionismus]] und ganz allgemein für die [[Avantgarde]] der klassischen Moderne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend im Kaiserreich ===&lt;br /&gt;
Bruno Erich Werner entstammte der privilegierten Schicht des gehobenen lutherisch geprägten Bildungsbürgertums. Sein Vater, der promovierter [[Chemiker]] war, arbeitete als leitender Direktor eines Gaswerks.&amp;lt;ref name=&amp;quot;J. Hellmut Freund 1991&amp;quot;&amp;gt;J. Hellmut Freund: &amp;#039;&amp;#039;Nachbemerkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Bruno E. Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991, S. 409.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Jenny, geb. Salinger, entstammte einer jüdischen Familie, weshalb Werner laut [[Nürnberger Rassegesetze]]n als sogenannter „jüdischer Mischling ersten Grades“eingestuft wurde, in nationalsozialistischer [[Diktion]] also als „[[Halbjude]]“ galt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Werners Personalakte bei der Reichskulturkammer im Bundesarchiv Berlin: RKK 2100. Box 0482. File 07.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Nürnberg]] besuchte Werner zunächst die Volksschule. Im Anschluss daran wechselte er auf das König-Georg-Gymnasium in Dresden, betätigte sich frühzeitig als Protagonist von Avantgarde und moderner Literatur und legte hier auch die Abiturprüfung ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Madeleine Köchy |Titel=Spaziergänge durch hundert Jahre Mode. Von der Gründerzeit bis in die Moderne |Auflage=1. |Verlag=Faber &amp;amp; Faber |Ort=Leipzig |Datum=2023 |ISBN=978-3-86730-242-5 |Seiten=124}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger dem Dresdner Leibregiment bei, dessen Kompanieführer der spätere Schriftsteller und [[Spanienkämpfer]] [[Ludwig Renn]] war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel35f&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44446399.html &amp;#039;&amp;#039;In die Riemen gelegt.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel.&amp;#039;&amp;#039; 2. Februar 1950, S. 35f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1915 bis 1918 nahm Werner am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil und wurde für seine Tapferkeit ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studienzeit, Berufs- und Privatleben während der Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende folgte ein erfolgreiches Studium der [[Literatur]], [[Kunstgeschichte]] und [[Philosophie]] zunächst in der bayerischen Hauptstadt [[München]], wo Werner zum Zeitzeugen der [[Münchner Räterepublik]] und ihrer gewaltsamen Niederschlagung durch [[Freikorps]]einheiten wurde. Später setze Werner sein Studium in der Reichshauptstadt [[Berlin]] fort. Seine wichtigsten akademischen Lehrer waren die Kunsthistoriker [[Heinrich Wölfflin]] und [[Fritz Strich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;J. Hellmut Freund 1991&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1922 heiratete Werner Katharina Kluger, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb. Aus der Ehe ging 1927 zunächst die seit 1951 in [[Irland]] lebende Bildhauerin [[Imogen Stuart]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;irishtimes.com&amp;quot;&amp;gt;{{Toter Link |datum=2023-06 |url=http://www.irishtimes.com/newspaper/weekend/2009/0822/1224253069252.html |text=&amp;#039;&amp;#039;The Irish Times.&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2023-06-19 05:55:32 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1930 eine weitere Tochter, Sibylle, hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1926 und 1938 gehörte Werner der Feuilleton-Redaktion der liberalkonservativen &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Allgemeine Zeitung (1919–1945)|Deutschen Allgemeinen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; (DAZ) in Berlin an und stieg 1934 zum Leiter des Feuilleton-, Theater- und Kunstteils auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;J. Hellmut Freund 1991&amp;quot; /&amp;gt; Im Rahmen dieser Tätigkeiten verfasste er vor allem Kunst- und Theaterkritiken und machte sich auch mit Reisereportagen und Artikeln über Architektur einen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1929 wurde Werner mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Übersetzungen der Gedichte von Paul Verlaine&amp;#039;&amp;#039; zum Dr. phil. promoviert und arbeitete zunächst im Kunstreferat des [[Bibliographisches Institut|Bibliographischen Instituts in Leipzig]] als kunsthistorischer Berater. Außerdem edierte er einige Bände von &amp;#039;&amp;#039;[[Shakespeare]]s Werken in Einzelausgaben&amp;#039;&amp;#039; für den Leipziger [[Insel Verlag]] und lieferte in diesem Zusammenhang Überarbeitungen einiger Shakespeare-Übersetzungen von [[Dorothea Tieck]]. Später wechselte er zum [[Wertheim-Konzern]], einer aufstrebenden Warenhauskette, deren jüdische Besitzer 1937 vom nationalsozialistischen Staat enteignet wurden. Dort leitete Werner für einige Zeit die Antiquitätenabteilung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;J. Hellmut Freund 1991&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls 1929 begann seine Herausgeberschaft der in Typographie und Graphik stark vom Bauhaus beeinflussten, sich an eine gebildete Leserschaft wendenden Kulturzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[die neue linie]]&amp;#039;&amp;#039;, die im Leipziger Beyer-Verlag monatlich erschien&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 658.&amp;lt;/ref&amp;gt; und deren Erstausgabe von konservativen Schriftstellern wie [[Thomas Mann]] für ihr „literarisches Niveau“ ausdrücklich gelobt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;&amp;gt;J. Hellmut Freund: &amp;#039;&amp;#039;Nachbemerkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Bruno E. Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991, S. 410.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gelang Werner, u.&amp;amp;nbsp;a. bis heute anerkannte Autoren wie [[Hermann Hesse]], [[Werner Bergengruen]] oder [[Kasimir Edschmid]] für &amp;#039;&amp;#039;die neue linie&amp;#039;&amp;#039; zu gewinnen, aber auch Arbeiten von dem Nationalsozialismus nahestehenden Autoren wie [[Will Vesper]] oder aktiven nationalsozialistischen Kulturfunktionären wie [[Hanns Johst]] oder [[Hans Friedrich Blunck]] wurden in der Zeitschrift, die sich gegen die weitgehend von der Linken bestimmten Kunstszene der [[Weimarer Republik]] richtete, veröffentlicht. 1932 forderte Werner in einem Leitartikel, die „Kunst“ müsse „als schöpferischer Ausdruck der Nation“&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot; /&amp;gt; fungieren, womit er schon vor der sog. „[[Machtergreifung]]“ durch die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] an die völkische Semantik der Rechtsradikalen anknüpfte. Allerdings nannte Werner als lobenswürdige Vorbilder so unterschiedliche Maler wie den Expressionisten [[Oskar Kokoschka]], den Veristen [[Otto Dix]] oder den Impressionisten [[Lovis Corinth]], die von den Nationalsozialisten mehr oder minder stark abgelehnt oder gar als „[[Entartete Kunst|entartet]]“ betrachtet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berufs- und Privatleben während der NS-Diktatur ===&lt;br /&gt;
Im Oktober 1933 gehörte Werner zu den 88 Schriftstellern, die das [[Gelöbnis treuester Gefolgschaft]] zu [[Adolf Hitler]] unterzeichneten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 658.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Brief vom 9. Dezember 1933 an den Reichskulturwalter, Staatskommissar [[Hans Hinkel]], bestätigt Werner, dass &amp;#039;&amp;#039;die neue linie&amp;#039;&amp;#039; kulturpolitisch „das neue Deutschland“ unterstütze.&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. n. Julia Bertschik: &amp;#039;&amp;#039;Kriegs-Mode. Nationalsozialistische Propaganda in den Zeitschriften „die neue linie“ und „Die Mode“.&amp;#039;&amp;#039; In: Claudia Glunz u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Information Warfare. Die Rolle der Medien (Literatur, Kunst, Photographie, Film, Fernsehen, Theater, Presse, Korrespondenz) bei der Kriegsdarstellung und -deutung.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen, 2007, S. 418f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Vom bleibenden Gesicht der deutschen Kunst&amp;#039;&amp;#039;, das in der von [[Gerhard Bahlsen]] herausgegebenen Reihe &amp;#039;&amp;#039;Verpflichtung und Aufbruch. Schriften zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; erschien und in dem Werner auch einen völkischen Künstler wie [[Emil Nolde]] lobend herausstellte. Vor allem aber wurden in dem Werk von den Nationalsozialisten verfemte Arbeiten von [[Ernst Barlach]], [[Karl Schmidt-Rottluff]], [[August Macke]], [[Ernst Ludwig Kirchner]] oder [[Erich Heckel]] gewürdigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceB&amp;quot;&amp;gt;J. Hellmut Freund: &amp;#039;&amp;#039;Nachbemerkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Bruno E. Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. 1991, S. 411.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner Einstufung als sog. „[[Halbjude]]“ durfte Werner nach 1935 nur mit einer Sondergenehmigung publizieren, die man ihm jederzeit wieder entziehen konnte. Inwiefern diese bedrohliche Lage zu seiner offiziell verlautbarten, positiven Bewertung der NS-Kulturpolitik beigetragen hat, ist umstritten. Offensichtlich haben Werners ambivalente kulturpolitische Haltung sowie seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg dazu geführt, dass er und seine Familie trotz seiner teilweise jüdischen Herkunft lange Zeit relativ unbehelligt von der Nationalsozialisten leben und arbeiten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem geriet er in den Folgejahren zusehends mit den Behörden und der NS-Zensur in Konflikt. Im Juli 1937 lieferte Werner noch einen „Münchener Sonderbericht“ für die DAZ ab, in dem er sich streng an die vom [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda]] gemachten Auflagen hinsichtlich der Berichterstattung über die „[[Große Deutsche Kunstausstellung]] 1937“ sowie die berüchtigte Ausstellung „[[Entartete Kunst (Ausstellung)|Entartete Kunst]]“ hielt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceB&amp;quot; /&amp;gt; Nichtsdestotrotz musste Werner 1938 die Redaktion der DAZ verlassen. Fortan konzentrierte er sich vornehmlich auf seine Arbeit für die &amp;#039;&amp;#039;die neue linie&amp;#039;&amp;#039;. Der 1940 fertiggestellte Band &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Plastik der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, der im Berliner Rembrandt-Verlag erscheinen sollte, wurde aber verboten und eingestampft, da er neben von den Nationalsozialisten offiziell anerkannten Werken wie der Bronzeplastik &amp;#039;&amp;#039;Der Führer&amp;#039;&amp;#039; von [[Fritz Klimsch]] auch Skulpturen des ebenfalls als sog. „Halbjude“ geltenden [[Adolf von Hildebrand]] sowie erneut von Ernst Barlach behandelte und positiv bewertete.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Einsetzen der Luftangriffe auf Berlin 1941 wurden die beiden Töchter der Werners zunächst nach [[Bayern]], später dann nach [[Wien]] evakuiert, wo sie bei einer befreundeten Familie Unterschlupf fanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;irishtimes.com&amp;quot; /&amp;gt; 1943 wurden die beiden o.&amp;amp;nbsp;g. Monatszeitschriften, die sich durch eine aufwändige Aufmachung auszeichneten, im Zuge der Kriegsereignisse, die eine Rationierung von Rohstoffen nötig machten, eingestellt. Etwa zur gleichen Zeit begann Werner die Arbeit an seinem autobiographisch gefärbten [[Roman]] &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere&amp;#039;&amp;#039;, die bis 1947 andauerte. In diesem Werk wird das Schicksal eines deutschen Intellektuellen, der mit einer deutschen Jüdin verheiratet ist, zwischen 1932 und 1945 geschildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1944 wurde das Haus der Familie in [[Berlin-Schmargendorf]] von den Nationalsozialisten konfisziert. Werner entkam nur knapp der Verfolgung durch die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] und verbrachte einige Zeit im Untergrund, u.&amp;amp;nbsp;a. im bayerischen [[Dießen am Ammersee]] und in Dresden, wo er zum Zeugen der verheerenden alliierten [[Luftangriffe auf Dresden|Luftangriffe]] vom Februar 1945 wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceC&amp;quot;&amp;gt;J. Hellmut Freund: &amp;#039;&amp;#039;Nachbemerkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Bruno E. Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991, S. 413.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Werner gegen Kriegsende in Bayern davon erfuhr, dass seine Tochter Imogen dazu eingezogen worden war, Panzergräben gegen die auf Wien vorrückende [[Rote Armee]] zu errichten, begab er sich nach Wien, um seine Erstgeborene nach Bayern zu bringen, wo Vater und Tochter gemeinsam die Befreiung durch heranrückende amerikanische Truppen erlebten. Einige Zeit später gelang es Werner, auch seine Frau und die jüngere Tochter Sibylle ins amerikanisch besetzte Bayern zu holen, wo sie vor den Übergriffen der Sowjetsoldaten geschützt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;irishtimes.com&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berufsleben in der Bundesrepublik Deutschland ===&lt;br /&gt;
In den Jahren 1945 bis 1946 leitete Werner die &amp;#039;&amp;#039;Abteilung Wort&amp;#039;&amp;#039; beim Radio Hamburg (später [[Nordwestdeutscher Rundfunk|NWDR]] Hamburg). 1947 zog er wieder nach München. Dort schrieb Werner zunächst vorwiegend Theaterkritiken.  Er übernahm dann von [[Erich Kästner]] die Leitung des Feuilletons der &amp;#039;&amp;#039;[[Die Neue Zeitung|Neuen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, einer von der amerikanischen Militärregierung geförderten Tageszeitung, die im Rahmen der sog. &amp;#039;&amp;#039;Re-education&amp;#039;&amp;#039; zur Umerziehung und Demokratisierung der deutschen Bevölkerung beitragen sollte und zu diesem Zeitpunkt eines der wenigen deutschen Blätter von internationaler Bedeutung war. In seinen Artikeln zeigte sich eine Abwendung weg von einem reinen [[Ästhetizismus]] hin zu größerem kulturpolitischen Engagement im Sinne einer durch Kunst beförderten Demokratisierung der deutschen Nachkriegsgesellschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceC&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1949 wurde Werner der Herausgeber der Zeitschrift „Glanz“, die in München beim Kurt Desch Verlag erschien. Mit dieser Zeitschrift wollte Werner an den früheren Erfolg „der neuen linie“ anknüpfen. Leider konnten die Kombination von hochwertigen Darstellungen moderner Malerei, Bildhauerei sowie Abdrucke von namhaften Autoren und Dichtern nicht die breite Masse erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Madeleine Köchy |Titel=Spaziergänge durch hundert Jahre Mode. Von der Gründerzeit bis in die Moderne |Auflage=1. |Verlag=Faber &amp;amp; Faber |Ort=Leipzig |Datum=2023 |ISBN=978-3-86730-242-5 |Seiten=124-129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende seiner Zeit als Feuilletonchef der &amp;#039;&amp;#039;Neuen Zeitung&amp;#039;&amp;#039; unternahm Werner eine dreimonatige Reise durch die USA, um den amerikanischen Kulturbetrieb und den &amp;#039;&amp;#039;American way of life&amp;#039;&amp;#039; kennenzulernen. Aus den Erinnerungen an seinen Aufenthalt in den USA ging der Band &amp;#039;&amp;#039;Kannst Du Europa vergessen? Notizen von einer Amerikareise&amp;#039;&amp;#039; hervor, der 1952 bei der [[Deutsche Verlags-Anstalt|Deutschen Verlags-Anstalt]] erscheint.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceC&amp;quot; /&amp;gt; Im gleichen Jahr veröffentlichte Werner im Bruckmann-Verlag auch einen Band zur zeitgenössischen Architektur in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1952 fungierte er als [[Botschaftsrat]] und [[Kulturattaché]] in [[Washington, D.C.]] Während seiner bis 1961 andauernden Tätigkeit gelang es ihm u.&amp;amp;nbsp;a., am [[Museum of Modern Art]] in [[New York City|New York]] eine große Ausstellung deutscher expressionistischer Kunst auf die Beine zu stellen. 1957 erfolgte die Veröffentlichung seines zweiten Romans im Verlag S. Fischer, der den Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Die Göttin (Bruno E. Werner)|Die Göttin]]&amp;#039;&amp;#039; trägt und Werners Erfahrungen im Spannungsfeld von persönlicher Erfahrung, Kunsthandel und politischen Ränkespielen aufgreift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1962 kehrte Werner nach Deutschland zurück und ließ sich erneut in München nieder, das sein letzter Wohnsitz werden sollte. Er schrieb Beiträge für &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039; und hielt viele Vorträge zu kunsthistorischen Themen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nachbem414&amp;quot;&amp;gt;J. Hellmut Freund: &amp;#039;&amp;#039;Nachbemerkt.&amp;#039;&amp;#039; In: Bruno E. Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1991, S. 414.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im gleichen Jahr trat Werner einmal mehr die Nachfolge Erich Kästners an, diesmal als Präsident des [[PEN-Club|PEN-Zentrums]] der Bundesrepublik Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen letzten Jahren litt Werner an einer fortschreitenden Herzkrankheit,&amp;lt;ref name=&amp;quot;nachbem414&amp;quot; /&amp;gt; an der er schließlich am 21. Januar 1964 im Alter von 67&amp;amp;nbsp;Jahren im Schweizer Luftkurort Davos verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem [[St.-Annen-Kirchhof (Berlin)|St.-Annen-Kirchhof]] in [[Berlin-Dahlem]]. Das Grab ist erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
Seine diversen journalistischen und feuilletonistischen Arbeiten brachten Werner im Lauf der Jahre hohes Ansehen ein, das auch bei seiner 1952 erfolgten Ernennung zum Kulturattaché beim ehemaligen Kriegsgegner [[Vereinigte Staaten|USA]] eine große Rolle spielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem war er, nicht zuletzt wegen seines ambivalenten Verhältnisses zum NS-Regime, zu Lebzeiten etwa als Schriftsteller nicht unumstritten. So warf ihm etwa [[Herbert Hupka]] im [[Bayerischer Rundfunk|Bayerischen Rundfunk]] vor, er nehme in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere&amp;#039;&amp;#039; eine der Schwere der Ereignisse gegenüber unangemessene „Barhocker-Perspektive“ ein und betrachte die Zeit der NS-Diktatur „als [[snob]]istischer [[Dandy]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Spiegel&amp;#039; 1950&amp;quot;&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;In die Riemen gelegt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Februar 1950, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Thilo Koch]] vom [[Nordwestdeutscher Rundfunk|NWDR]] bemängelte, &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere&amp;#039;&amp;#039; sei „weder wahr noch unterhaltsam“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Spiegel&amp;#039; 1950&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erfolgsdramatiker [[Carl Zuckmayer]] dagegen lobte Werners Roman in der &amp;#039;&amp;#039;Neuen Zeitung&amp;#039;&amp;#039; als zukünftigen „Bestseller“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel35f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1953 wurde Werners Werk &amp;#039;&amp;#039;Zwischen den Kriegen. Abendländische Reisen&amp;#039;&amp;#039; (1940) in der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] wegen als faschistisch geltender Tendenzen auf die [[Liste der auszusondernden Literatur]] gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-w.html &amp;#039;&amp;#039;Ministerium für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik, Liste der auszusondernden Literatur. Dritter Nachtrag, Berlin: VEB Deutscher Zentralverlag, 1953.&amp;#039;&amp;#039;] S. 205–217.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Artikel Werners in der &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Allgemeinen Zeitung&amp;#039;&amp;#039; vom 20. Juli 1937, der nicht zuletzt auch seine komplizierte und vielschichtige Verstrickung in die NS-Kulturpolitik dokumentiert, wurde in der Forschung zur Rekonstruktion der [[Entartete Kunst (Ausstellung)|Ausstellung „Entartete Kunst“]] herangezogen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;forschung&amp;quot;&amp;gt;Peter-Klaus Schuster: &amp;#039;&amp;#039;Die „Kunststadt“ München 1937. Nationalsozialismus und „Entartete Kunst“.&amp;#039;&amp;#039; Prestel-Verlag, München 1987, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vom bleibenden Gesicht der deutschen Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Die Runde , Berlin 1934.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwischen den Kriegen. Abendländische Reisen.&amp;#039;&amp;#039; 1940.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Plastik der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Rembrandt Verlag, Berlin 1940.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Galeere.&amp;#039;&amp;#039; (autobiographischer Roman) Suhrkamp (vormals S. Fischer), Frankfurt am Main 1949.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kannst Du Europa vergessen?&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1951.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neues Bauen in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Bruckmann, München 1952.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Göttin.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die zwanziger Jahre. Von morgens bis Mitternachts.&amp;#039;&amp;#039; Bruckmann, München 1962.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rendezvous mit der Welt. Reisebilder aus vier Jahrzehnten.&amp;#039;&amp;#039; Bruckmann,  München 1963.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lunapark und Alexanderplatz. Berlin in Poesie und Prosa.&amp;#039;&amp;#039; Herausgeber mit [[Ortrud Reichel]]. Piper, München 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Stahl (Schriftsteller)|Hermann Stahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Gedenkwort für Bruno E. Werner&amp;#039;&amp;#039;. In: Jahrbuch der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] 1965, S. 188 ff. &lt;br /&gt;
* [[Andreas Hüneke]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Beispiel: Bruno E. Werner. Kunstkritische und kunsthistorische Publizistik in den dreißiger Jahren.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kunst und Kunstkritik der dreißiger Jahre.&amp;#039;&amp;#039; Dresden 1990, S. 198–204.&lt;br /&gt;
* Patrick Rössler: &amp;#039;&amp;#039;Bruno E. Werner. Ein Mann mit Eigenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog. Edition 451, Stuttgart 2009.&lt;br /&gt;
* Madeleine Köchy: Spaziergänge durch hundert Jahre Mode. Von der Gründerzeit bis in die Moderne, Faber &amp;amp; Faber, Leipzig, 2023, ISBN 978-3-86730-242-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117297550}}&lt;br /&gt;
* {{Litport|2877|hist}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20170313172440/http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44446399.html &amp;#039;&amp;#039;In die Riemen gelegt.&amp;#039;&amp;#039;] Rezension in: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel.&amp;#039;&amp;#039; 2. Februar 1950, S. 35f (Internet Archive).&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/1964/05/bruno-e-werner &amp;#039;&amp;#039;Bruno E. Werner.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 31. Januar 1964. (Nachruf)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117297550|LCCN=no95028531|VIAF=786550}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Werner, Bruno E}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer ins Deutsche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literaturkritiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essay]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Reichsschrifttumskammer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturattaché]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1896]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1964]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Werner, Bruno E.&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Werner, Bruno Erich (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Erzähler und Publizist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. September 1896&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=21. Januar 1964&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Davos]], [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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