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	<title>Brombeeren - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Brombeeren&amp;diff=24796&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Pharmakologie */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Brombeeren&amp;diff=24796&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-24T12:49:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Pharmakologie&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Brombeeren&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Rubus &amp;#039;&amp;#039;sect.&amp;#039;&amp;#039; Rubus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Sektion&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Rubus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Rosoideae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Rosengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Rosaceae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Rosenartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Rosales&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Eurosiden I&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Brombeere 0815-23.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brombeeren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; sect. &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039;}}) sind eine [[Gattung (Biologie)|Sektion]] aus der umfangreichen und weltweit verbreiteten [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Rubus]]&amp;#039;&amp;#039; innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Rosengewächse]] (Rosaceae). Die Sektion umfasst mehrere tausend Arten, allein in Europa wurden mehr als 2000 Arten beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rothmaler&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kubitzki&amp;quot; /&amp;gt; Die Früchte werden als [[Obst]] verwendet. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Brombeere&amp;#039;&amp;#039; hat sich aus dem [[althochdeutsch]]en Wort &amp;#039;&amp;#039;brāmberi&amp;#039;&amp;#039;‚ Dorngebüschbeere oder Beere des Dornstrauchs, entwickelt. Biologisch betrachtet hat die Brombeere allerdings keine [[Dorn (Botanik)|Dornen]], sondern [[Stachel (Botanik)|Stacheln]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mundartlich werden die Früchte auch Kratzbeere oder Kroatzbeere genannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Seidensticker: &amp;#039;&amp;#039;Pflanzennamen: Überlieferung, Forschungsprobleme, Studien.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 102). 1999, ISBN 3-515-07486-4, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Botanik bezeichnet dieser Name dagegen eine bestimmte Art (vgl. [[Kratzbeere]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erscheinungsbild und Blätter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blackberry with fruits2.jpg|mini|Habitus, Laubblätter und Früchte]]&lt;br /&gt;
Brombeer-Arten sind winterkahle oder wintergrüne (und dann im Frühjahr Laub abwerfende) [[Strauch|Sträucher]] oder genau genommen etwas verholzende, ausdauernde krautige Pflanzen mit zweijährigen Zweigen: Die überwinternden Zweige bringen aus ihren Knospen ausschließlich Blütenstände hervor und sterben nach dem Fruchten ab. Brombeeren sind häufig [[Kletterpflanze]]n ([[Spreizklimmer]]) und werden zwischen 0,5 und 3 Meter hoch; die [[Sprossachse]]n sind je nach Art oder Sorte mehr oder weniger [[Stachel (Botanik)|stachelig]] und [[Verholzung|verholzen]] mit der Zeit. Die dünnen und derben [[Stachel (Botanik)|Stacheln]] dienen als Kletterhilfe und Fraßschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wechselständig angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist unpaarig drei-, fünf- und siebenzählig gefiedert. Die Fieder[[blättchen]] sind gezähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blackberry flower 02.jpg|mini|Radiärsymmetrische Blüte mit fünf Kronblättern und vielen Staubblättern]]&lt;br /&gt;
Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Erst im zweiten Jahr werden spezielle Seitentriebe gebildet, an deren Ende sich die Blütenstände befinden. Es werden [[Traube|traubige]] oder [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand|Blütenstände]] gebildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwittrigen [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Der [[Blütenboden]] ist vorgewölbt. Es sind fünf [[Kelchblatt|Kelchblätter]] vorhanden. Die fünf freien [[Kronblatt|Kronblätter]] sind meist weiß, selten rosafarben. Es sind über 20 [[Staubblatt|Staubblätter]] und viele [[Fruchtblatt|Fruchtblätter]] vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kupine dozrijevaju na stabljici (Croatia).1.jpg|mini|Früchte in verschiedenen Stadien der Reifung]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Brombeere (Frucht)}}&lt;br /&gt;
Die bei Reife meist blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine [[Beere]]n, sondern [[Sammelsteinfrucht|Sammelsteinfrüchte]], die sich aus den einzelnen Fruchtblättern bilden: Jede ihrer kleinen Einzelbeeren ist im Aufbau einer Steinfrucht (zum Beispiel [[Vogel-Kirsche|Kirsche]]) gleich und hat wie diese eine dünne Außenhaut. Tatsächlich beißt man beim Kauen der Früchte gefühlt auf kleine Steine, in denen auch der Samen der Brombeere zu finden ist. Dies liegt wie bei Birnen und anderen Früchten der Familie an sogenannten Steinzellen in der äußeren Fruchtwand. Verschieden zur [[Himbeere]] ist die Frucht fest mit dem Blütenboden verbunden. Die Fruchtreife reicht von Mitte Juli bis September, bisweilen auch bis Oktober.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt; Nach der Fruchtreife sterben die Triebe ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Blackberry and bee 01.jpg|mini|Blüte mit Honigbiene]]&lt;br /&gt;
Die [[vegetative Vermehrung]] geschieht durch [[Stolo|Ausläufer]], die bei Kleinarten bis 6 Meter lang sein können, auch durch Wurzelsprosse und vor allem durch sich bogig nieder senkende Zweige, die sich bei Bodenkontakt bewurzeln ([[Absenker]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt; Die Stacheln dienen als Kletterhaken und wohl auch als Fraßschutz. Brombeeren sind typische [[Spreizklimmer]], wobei die wachsenden Zweige sich mit ihren rückwärts gerichteten Stacheln in der Unterlage verhaken und schließlich wegen ihres Gewichts wieder zurücksinken. An geeigneten Standorten können Brombeeren so bis 5 Meter hoch in Bäume klettern und von dort ihre Zweige wieder zum Boden herabhängen lassen. Die Zweige sind meist immergrün und betreiben [[Photosynthese]]. Ihr [[Chlorophyll]] wird aber oft von einer roten Lichtschutzfärbung überdeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wurzeln der Brombeeren bilden normalerweise keine Symbiose mit Stickstoff fixierenden Fadenbakterien der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Frankia]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Actinorhiza]]) aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa R. Schwinzter, John D. Tjepkema: &amp;#039;&amp;#039;The Biology of Frankia and Actinorhizal Plants.&amp;#039;&amp;#039; San Diego 1990, ISBN 0-12-633210-X.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausnahme ist die asiatische &amp;#039;&amp;#039;[[Rubus ellipticus]]&amp;#039;&amp;#039;, die vermutlich sekundär Wurzelknöllchen mit &amp;#039;&amp;#039;Frankia&amp;#039;&amp;#039; entwickelt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;J. H. Becking: &amp;#039;&amp;#039;Identification of the endophyte of Dryas and Rubus (Rosaceae).&amp;#039;&amp;#039; In: A. D. Akkermans, D. Baker, K. Huss-Danell, J. D. Tjepkema: &amp;#039;&amp;#039;Frankia Symbioses.&amp;#039;&amp;#039; Springer Verlag, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-94-009-6158-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die große Formenfülle der Brombeeren beruht auf ihren besonderen Fortpflanzungsverhältnissen. Bei gelegentlichen Kreuzungen können stabile [[Hybride]] entstehen, die Samen ohne Befruchtung ausbilden ([[Apomixis]]). Bei dieser Art der Fortpflanzung werden die Merkmale der Hybridpflanzen identisch weitergegeben ([[Klonen|Klone]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vorweiblichen Blüten sind duftlos. Blütenökologisch handelt es sich um „Nektar führende Scheibenblumen“, die ein großes Angebot an [[Pollen]] hervorbringen. Blütenbesucher sind (auch kurzrüsselige) [[Bienen]], die neben einer [[Fremdbestäubung]] auch eine [[Selbstbestäubung]] ermöglichen. Daneben können durch [[Apomixis]] auch [[Same (Pflanze)|Samen]] ohne [[Bestäubung]] entstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt; Es ist allerdings immer noch eine Bestäubung notwendig, wobei aber nicht die Eizelle befruchtet wird, sondern eine andere Zelle, die daraufhin das für den [[Embryo (Botanik)|Embryo]] im [[Same (Pflanze)|Samen]] notwendige Nährgewebe ausbildet. Bei den in Deutschland vorkommenden Brombeerarten handelt es sich bis auf zwei Arten um stabile Klone, die vor langer Zeit entstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steinfrüchte schmecken durch [[Traubenzucker]] süß und durch [[Fruchtsäuren]] säuerlich. Sie dienen der [[Endochorie|Verdauungsverbreitung]], besonders durch Vögel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Düll2011&amp;quot; /&amp;gt; Die blauschwarze Farbe der Außenhaut der Früchte und die rote Farbe des Beerensaftes wird durch [[Anthocyane]] verursacht. Der Saft enthält hierbei [[Cyanidin]]-3-O-glucosid als Hauptkomponente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Die Brombeer-Arten sind in den [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Gebieten]] der [[Nordhalbkugel]] von [[Europa]], [[Nordafrika]], [[Vorderasien]] und [[Nordamerika]] weit verbreitet. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Lagen, beispielsweise lichte Wälder oder deren Ränder, mit [[Kalkhaltiger Boden|kalk-]] und stickstoffreichen [[Boden (Bodenkunde)|Böden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brombeeren sind auf freien Flächen [[Konkurrenz (Ökologie)|Konkurrenzpflanzen]] für Bäume. Durch die [[Dürre und Hitze in Europa 2018]], die [[Hitzewellen in Europa 2019]] und den gesunkenen Grundwasserspiegel sind vielerorts Waldgebiete abgestorben; [[Forstwirtschaft]]ler bekämpfen Brombeersträucher auf Freiflächen, um das Nachwachsen von [[Setzling]]en und anderen [[Jungpflanze|Bäumchen]] zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/klimawandel-foerster-hoffen-auf-natuerliche-verjuengung-der-waelder-17529706.html &amp;#039;&amp;#039;Hoffen auf natürliche Verjüngung&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
Im Anbau werden bei Brombeer-Arten und -Sorten meist stachellose Zuchtformen bevorzugt. Sie benötigen ein [[Spalier]], um sie in ihrem kräftigen Wuchs überschaubar zu halten. Als Pflanzabstand sind mindestens 2 bis 3 Meter wichtig. Ferner ist regelmäßiges Auslichten und Entfernen von [[Geiztrieb]]en notwendig, um Gestrüppbildung zu verhindern. Nach der Ernte werden die abgetragenen Ruten am Boden abgeschnitten und neue Triebe auf etwa drei bis fünf Zweige je Pflanzenexemplar reduziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BdB&amp;quot; /&amp;gt; In Europa wird im Garten häufig die [[Armenische Brombeere]] angebaut, die als [[Neobiota|Neophyt]], in Siedlungsnähe verwildert, gelegentlich zu den häufigsten Brombeerarten gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2020 wurden in der [[Schweiz]] auf 33 Hektar Brombeeren angebaut und laut einer voraussichtlichen Schätzung 460 Tonnen (zusätzlich 20 t Bio) geerntet. Der [[Selbstversorgungsgrad]] der Schweiz lag bei 65 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/spezialkulturen/beeren-saison-auf-hoehepunkt/ |titel=Beeren-Saison auf Höhepunkt |hrsg=[[Schweizer Bauer]] |datum=2020-07-11 |abruf=2021-05-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Brombeer (Frucht)}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AeroBrieBlackberryRedMustard (8318959711).jpg|mini|Geschäumter [[Brie (Käse)|Brie]] mit Brombeeren und rotem Senf]]&lt;br /&gt;
Die Früchte sind saftig und wohlschmeckend. Brombeer-Früchte eignen sich zum Frischverzehr, als Kuchenbelag und um [[Konfitüre]], [[Gelee]], [[Sorbet]], [[Fruchtsaft|Saft]], [[Wein]] und [[Likör]] zu bereiten. Die frischen Früchte können außerdem durch [[Tiefkühlen]] konserviert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schneider&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des angenehmen Geschmacks sind Brombeerblätter, die man am besten in der ersten Maihälfte pflückt, in vielen Tees enthalten. Brombeertee kann als Haustee auch über längere Zeit gefahrlos getrunken werden. Die [[Fermentation#Fermentation von Teeblättern|fermentierten]] Laubblätter der Brombeer-Arten dienen als Ersatz für [[Schwarzer Tee|schwarzen Tee]] und werden als [[Coffein|koffeinfreier]] Frühstückstee gehandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pharmakologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rubi fruticosi folium 119245.jpg|mini|Getrocknete Blätter der Echten Brombeere als Arzneimittel (Rubi fruticosi folium)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Arzneimittel dienen heute die getrockneten Blätter (Bezeichnung der [[Droge (Pharmazie)|Droge]] ist Rubi fruticosi folium) schwach behaarter Arten. Sie enthalten [[Gerbstoffe]] ([[Gallotannin]]e und dimere [[Ellagitannine]]), [[Flavonoide]] und [[Fruchtsäuren]] wie [[Citronensäure]] und [[Isocitronensäure]] und etwas [[Ascorbinsäure|Vitamin C]]. Aufgrund des Gerbstoffgehalts wird die Arznei als [[Adstringens]] und Mittel gegen Durchfall, zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, aber äußerlich auch zu Waschungen bei chronischen Hauterkrankungen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Plinius der Ältere|Plinius]] sind Früchte und Blüten harntreibend, ein Aufguss in Wein hilft gegen [[Gallenstein]]e.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerard&amp;quot; /&amp;gt; [[John Gerard (Botaniker)|John Gerard]] empfahl in seinem &amp;#039;&amp;#039;Herbal&amp;#039;&amp;#039; einen [[Absud]] aus Brombeerblättern mit [[Alaun]], Honig und ein wenig Weißwein als Spülung für wunde Stellen im Mund und an den Geschlechtsteilen von Mann und Frau. Außerdem helfe dies gegen Zahnausfall.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerard&amp;quot; /&amp;gt; Die angebliche Wirkung der Brombeerblätter bei Durchfallerkrankungen beschrieb der griechische Arzt [[Pedanios Dioskurides]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[De materia medica]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie ==&lt;br /&gt;
Die europäischen Brombeeren werden in der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; subg. &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; gefasst. Gewöhnlich werden diese in drei Gruppen gegliedert:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weber&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; sect. &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|L.}} (Sammelart „&amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039; agg.“), die „echten“ Brombeeren&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; sect. &amp;#039;&amp;#039;Corylifolii&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Lindley}} (Sammelart „&amp;#039;&amp;#039;Rubus corylifolius&amp;#039;&amp;#039; agg.“), die „Haselblatt-Brombeeren“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; sect. &amp;#039;&amp;#039;Caesii&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Lejeune &amp;amp; Courtois}}, mit der [[Kratzbeere]] (&amp;#039;&amp;#039;Rubus caesius&amp;#039;&amp;#039;) als einziger Art&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Typusart]] der Gattung wurde &amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|[[Carl von Linné|L.]]}}, im Jahr 2006, festgelegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taxon&amp;quot; /&amp;gt; Dabei handelt es sich um einen problematischen Namen. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039; wurde im Lauf der Jahrzehnte für eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Brombeerarten verwendet und galt daher seit langer Zeit für die Charakterisierung einer bestimmten Art als unbrauchbar („nomen ambiguum“). Im Linnéschen [[Herbarium]] sind unter dem Namen Exemplare gesammelt, die nach heutiger Auffassung zu einer Reihe unterschiedlicher Arten gehören; diese hatte er selbst damals noch nicht unterschieden. Selbst auf dem als Typusexemplar festgelegten Herbarbogen Linnés&amp;lt;ref name=&amp;quot;Typus&amp;quot; /&amp;gt; finden sich zwei nicht zusammengehörende Arten. Der Botaniker [[Heinrich E. Weber]] wählte daraus den Beleg, der einen Blütenstand enthält, als Lectotyp aus. Die damit festgelegte Pflanze trägt heute den Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Rubus plicatus]]&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Weihe &amp;amp; Nees}}. &amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039;, sensu typo, ist [[Synonym (Taxonomie)|synonym]] dazu.&amp;lt;ref name=&amp;quot;plicatus&amp;quot; /&amp;gt; Da die Typisierung von &amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039; erst nachträglich erfolgte, ist die „Art“ jetzt zwar formal die Typusart der Gattung, der Name wird aber nicht mehr tatsächlich für diese oder irgendeine andere Art verwendet; dies ist in diesem Fall nach den botanischen Nomenklaturregeln zulässig (ICBN, Artikel 52&amp;lt;ref name=&amp;quot;ICBN&amp;quot; /&amp;gt;). Der Name wird als &amp;#039;&amp;#039;Rubus fruticosus&amp;#039;&amp;#039; agg. nur für die [[Sammelart]] von solchen Botanikern verwendet, die die Einzelarten von &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039;, Subgenus &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; Sectio &amp;#039;&amp;#039;Rubus&amp;#039;&amp;#039; nicht unterscheiden wollen (oder können).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Brombeeren existieren wenige Arten mit normaler, sexueller Fortpflanzung. Dies sind vor allem die mediterranen (im Mittelmeer-Raum verbreiteten), [[Diploidie|diploiden]] Arten &amp;#039;&amp;#039;[[Rubus ulmifolius]]&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Schott}}, &amp;#039;&amp;#039;[[Rubus sanctus]]&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Schreb.}} und &amp;#039;&amp;#039;[[Filz-Brombeere|Rubus canescens]]&amp;#039;&amp;#039; {{Person|DC}}. Alle anderen Arten bilden einen schwer überschaubaren Artkomplex, der durch [[Hybride|Hybridisierung]] aus diesen „primären“ Arten hervorgegangen ist; sie sind normalerweise tetraploid. Obwohl sie von Bienen und anderen Bestäubern besucht werden, vermehren sie sich normalerweise asexuell, jede Art entspricht also einem [[Klonen|Klon]] (seltene somatische [[Mutation]]en nicht berücksichtigt), man spricht von [[Agamospermie|Agamospezies]]. Da die sexuelle Vermehrung zwar meist unterdrückt wird, aber nicht völlig unmöglich ist, kommt es hin und wieder ausnahmsweise doch zu einer Befruchtung. Die dadurch gebildete Frucht kann dann zu einem Individuum mit abweichenden Merkmalen heranwachsen, das, wenn erfolgreich, eine neue Art begründet. Da die Elternarten nicht immer bekannt und im Fall von Mehrfachhybriden schwer zu ermitteln sind, werden agamosperme Brombeerarten nicht mit Hilfe einer Hybridformel, sondern mit einem normalen [[Binomen]] als Artnamen gekennzeichnet. Aus rein pragmatischen Gründen, um nicht jedes abweichende Individuum als Art beschreiben zu müssen, sind die Brombeertaxonomen (oder „[[Batologie|Batologen]]“) übereingekommen, nur Formen als Arten zu beschreiben und anzuerkennen, die ein bestimmtes Mindestareal aufweisen (dies entspricht also den erfolgreicheren Klonen). Dies sind solche, deren Verbreitungsgebiet wenigstens etwa 50 bis 250 Kilometer Durchmesser aufweist. Auch wird davon abgesehen, infraspezifische Taxa, also solche unterhalb der Artebene wie zum Beispiel [[Unterart]]en, zu beschreiben. Auch so umfasst das Artaggregat mehrere 100 Arten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weber2&amp;quot; /&amp;gt; Aufgrund dieser Zusammenhänge ist es in Süddeutschland und den Alpenländern bei vielen Brombeerindividuen nicht möglich, sie bis zur Art zu bestimmen. Das kann regional die Mehrzahl der Individuen betreffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hohla&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* C. Kalkman: &amp;#039;&amp;#039;Rosaceae.&amp;#039;&amp;#039; In: {{BibISBN|3540065121|Seite=370}}&lt;br /&gt;
* Anfred Pedersen, [[Heinrich E. Weber]], Hans Oluf Martensen (Mitarb.), Eckhart Walsemann (Mitarb.): &amp;#039;&amp;#039;Atlas der Brombeeren von Niedersachsen und Bremen (Gattung Rubus L. subgenus Rubus).&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen.&amp;#039;&amp;#039; Band 28). Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, Naturschutz, Hannover 1993, ISBN 3-922321-64-X.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich E. Weber]]: &amp;#039;&amp;#039;Rubus L.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner Rothmaler (Begr.), Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Exkursionsflora von Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Gefäßpflanzen: Kritischer Band.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2002, ISBN 3-8274-0917-9, S. 361–402.&lt;br /&gt;
* Heinrich E. Weber: &amp;#039;&amp;#039;Gebüsche, Hecken, Krautsäume&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;). Eugen Ulmer, Stuttgart-Hohenheim 2003, ISBN 3-8001-4163-9.&lt;br /&gt;
* Heinrich E. Weber: &amp;#039;&amp;#039;Brombeeren.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ökoporträt.&amp;#039;&amp;#039; Band 39, Nr. 3, 2005, S. 1–4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rubus}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Brombeere}}&lt;br /&gt;
* {{FloraWeb|4927}}&lt;br /&gt;
* {{VKFloraweb|4927}}&lt;br /&gt;
* {{InfoFlora|ID=10082|WissName=Rubus fruticosus aggr. auct. helv.|Abruf=2015-11-06}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schneider&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;#039;&amp;#039;BdB Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Teil VI: &amp;#039;&amp;#039;Obstgehölze.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Fördergesellschaft „Grün ist Leben“ Baumschulen, Pinneberg 1985.&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Brom- und Himbeeren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beerenobst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kletterpflanze]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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