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	<title>Brava - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<updated>2026-04-16T15:07:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Insel&lt;br /&gt;
|NAME=Brava&lt;br /&gt;
|BILD1=Brava Island, Cape Verde, Sentinel-2.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT=Satellitenbild&lt;br /&gt;
|BILD2=Bela-vista-net-Brava-map.jpg&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT=Karte der Insel&lt;br /&gt;
|GEWAESSER=Atlantischer Ozean&lt;br /&gt;
|GRUPPE=[[Ilhas de Sotavento]]&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=14/50/55/N&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD=24/42/8/W&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=CV&lt;br /&gt;
|KARTE=&lt;br /&gt;
|LAENGE=11 &lt;br /&gt;
|BREITE=9&lt;br /&gt;
|FLAECHE=67&lt;br /&gt;
|ERHEBUNG=[[Fontainhas]]&lt;br /&gt;
|HOEHE=976&lt;br /&gt;
|HOEHE-BEZUG=&lt;br /&gt;
|EINWOHNER=6300&lt;br /&gt;
|HAUPTORT=[[Vila Nova Sintra]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brava&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Ilha Brava&amp;#039;&amp;#039;, dt. ,unzähmbare Insel‘) ist die kleinste der bewohnten [[Kapverdische Inseln|kapverdischen Inseln]] im [[Atlantischer Ozean|Atlantik]]. Am südwestlichen Rand des Archipels gelegen, teilt sie mit der ebenso [[Vulkanismus|vulkanisch]] entstandenen und geologisch auf demselben Sockel befindlichen Nachbarinsel Fogo die für Landwirtschaft günstige Vegetation. Schwer erreichbar durch die steil abfallenden Felsküsten, wurde die Insel – hauptsächlich ab dem Ende des 17. Jahrhunderts – spät besiedelt und hat eine eigene [[Varietät (Linguistik)|Varietät]] des [[Kapverdisches Kreol|kapverdischen Kreols]] entwickelt. Bis ins 20. Jahrhundert war Brava ein Stützpunkt des transatlantischen [[Walfang]]s, was zu einer steten Auswanderung vor allem nach [[Neuengland]] führte, die bis heute durch Geldzahlungen aus der und Netzwerke in die Diaspora sozial und finanziell die Insel prägt. Die aus dieser Erfahrung gespeisten [[Morna]]s, Gedichte und Lieder des Abschieds und der Trauer, haben durch den auf Brava geborenen [[Eugénio Tavares]] den Grund der kapverdischen Literatur und Musik gelegt. Bis heute spielt der Tourismus auf der abgeschiedenen Insel eine Nebenrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Brava ist nahezu kreisrund mit einem Durchmesser von bis zu 11 Kilometern und einer Fläche von 67 Quadratkilometern. Die [[Mittelgebirge|mittelgebirgige]] Insel ist die westlichste der [[Ilhas de Sotavento]] (dt. ,Inseln unter dem Wind‘) und liegt westlich der Insel [[Fogo]]. Bravas Höhe reicht kaum aus, um Niederschlag aus den [[Passat (Windsystem)|Passatwolken]] zu erhalten. Da sie jedoch im Windschatten des [[Pico do Fogo|Vulkankegels von Fogo]] liegt, ist die Insel häufig von Lee-Wolken bedeckt, sodass die Verdunstung geringer ist und die Vegetation etwas reicher. Der kapverdische Literat João Rodrigues charakterisierte Brava als „gebadet in Grün und gefüllt mit Blumen“ und darin [[Madeira]] vergleichbar im Gegensatz zu vielen kargeren Inseln des Archipels.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Original: „bathed in green and filled with flowers“. Donald Burness: &amp;#039;&amp;#039;Interview with João Rodrigues.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Luso-Brazilian Review.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0024-7413}}, Bd. 33, 1996, Nr. 2, Sonderheft: &amp;#039;&amp;#039;Luso-African Literatures&amp;#039;&amp;#039;, S. 103–107, hier S. 103 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedingungen für Landwirtschaft sind daher zusammen mit denen Fogos besser als auf den anderen Inseln des Sotavento.&amp;lt;ref name=drotbohm316&amp;gt;Heike Drotbohm: &amp;#039;&amp;#039;Kreolische Konfigurationen der Rückkehr zwischen Zwang und Zuflucht. Die Bedeutung von Heimatbesuchen in Kap Verde.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Ethnologie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 136 (2011), Heft 2: &amp;#039;&amp;#039;Afroatlantische Allianzen / Afro-Atlantic Alliances&amp;#039;&amp;#039;, S. 311–330, hier S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Furna Cape Verde.jpg|300px|thumb|left|Die Hafenstadt Furna im Nordosten von Brava]]&lt;br /&gt;
Die Insel erhebt sich mit steil aufragenden Felsen zu einem breiten Plateau, das tief durch Erosionstäler eingeschnitten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Bruno Faria, João F. B. D. Fonseca: &amp;#039;&amp;#039;Investigating Volcanic Hazard in Cape Verde Islands through Geophysical Monitoring. Network Description and First Results.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Natural Hazards and Earth System Sciences&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14, 2014, S. 485–499, {{DOI|10.5194/nhess-14-485-2014}} ([http://www.nat-hazards-earth-syst-sci.net/14/485/2014/nhess-14-485-2014.pdf PDF]), hier S. 487.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insel ist in den höheren Lagen dichter besiedelt. Hier finden sich auch die Inselhauptstadt [[Vila Nova Sintra]] und der Wallfahrtsort [[Nossa Senhora do Monte (Brava)|Nossa Senhora do Monte]]. An der Ostküste liegt der einzige dauerhafte Hafen der Insel im Ort [[Furna (Kap Verde)|Furna]]. In Vinagre entspringt eine essigsaure Mineralquelle, die früher zu Kurzwecken genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa sechs Kilometer nördlich der Insel liegen die unbewohnten [[Ilhéus do Rombo]], 20 Kilometer südwestlich schließt der unterseeische [[Cadamosto-Seamount]] den Archipel westlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geologie ==&lt;br /&gt;
Ursprünglich ein Tiefseeberg vulkanischen Ursprungs, wurde die Insel im Laufe der Zeit über den Meeresspiegel gehoben. Heute gibt es auf der Insel anders als auf Fogo keine nennenswerte vulkanische Aktivität mehr, aber deutlich stärkere seismische Aktivität als auf Fogo.&amp;lt;ref&amp;gt;João F. B. D. Fonseca u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Multiparameter Monitoring of Fogo Island, Cape Verde, for Volcanic Risk Mitigation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Volcanology and Geothermal Research.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 125, 2003, S. 39–56, {{DOI|10.1016/S0377-0273(03)00088-X}} ({{Webarchiv|url=http://www.earth.ox.ac.uk/~anaf/papers/fonseca_et_al_2003_jvgr.pdf |wayback=20160403212402 |text=PDF}}), hier S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geologische Entwicklung Bravas lässt sich in drei vulkano[[Stratigraphie (Geologie)|stratigraphische]] Einheiten unterteilen (von jung nach alt)&amp;lt;ref&amp;gt;José Madeira u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Volcano-Statigraphic and Structural Evolution of Brava Island (Cape Verde) Based on &amp;lt;sup&amp;gt;39&amp;lt;/sup&amp;gt;Ar/ &amp;lt;sup&amp;gt;40&amp;lt;/sup&amp;gt;Ar, U–Th and Field Constraints.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Volcanology and Geothermal Research.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0377-0273}}, Bd. 196, 2010, Nr. 3, S. 219–235, {{DOI|10.1016/j.jvolgeores.2010.07.010}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Obere Einheit&lt;br /&gt;
* Mittlere Einheit&lt;br /&gt;
* Untere Einheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Untere Einheit besteht aus einer 3 bis 2 Millionen Jahre [[Before Present|BP]] entstandenen submarinen, vulkanischen Abfolge des [[Pliozän]]s ([[Piacenzium]] bis [[Gelasium]]). In dieser Zeit befand sich Brava im [[Tiefseeberg|Seamount]]stadium; dieser Teil besteht aus [[Hyaloklastit]]en und [[Kissenlava|Kissenlaven]], die von unzähligen kogenetischen [[Gang (Geologie)|Gangscharen]] durchzogen sind. Geochemisch handelt es sich hierbei um [[Ankaramit]]e und [[Nephelinit]]e. Die Untere Einheit wurde im Alt[[pleistozän]] (1,8 bis 1,3 Millionen Jahre BP) von einem [[Plutonit|plutonischen]] [[Alkaligestein]]/[[Karbonatit]]komplex der Mittleren Einheit [[Intrusion (Geologie)|intrudiert]], bestehend aus [[Pyroxenit]]en, [[Ijolith]]en, [[Nephelinsyenit]]en und Karbonatiten ([[Sövit]]en). Zwischen 1,3 und 0,25 Millionen Jahren BP waren diese beiden Einheiten starker Erosion ausgesetzt; es bildete sich zur nachfolgenden Oberen Einheit eine Erosions[[diskordanz]]. Im oberen Mittelpleistozän vor 250.000 Jahren setzte dann nach langer Ruhepause erneut Vulkanismus ein, welcher vorwiegend [[phonolith]]ische Gesteine zu Tage förderte. Er ist durch explosive, phreatomagmatische und magmatische Auswurfmassen gekennzeichnet. Es bildeten sich pyroklastische Ströme (Block- und Aschenströme), pyroklastische Decken mit [[Pyroklastische Surge|Surge-Erscheinungen]] und zahllose durch phreatische Eruptionen entstandene Krater. Effusiv wurden Lavaströme und Lavadome gebildet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit Bravas ist das Auftreten von [[Intrusion (Geologie)|intrusiven]] wie [[Extrusion (Geologie)|extrusiven]] Karbonatiten. Intrusiv sind die Karbonatite in der plutonischen Mittleren Einheit anzutreffen; sie besitzen ein jüngeres Alter als vergleichbare Vorkommen auf den benachbarten Inseln [[Fogo]], [[Santiago (Kap Verde)|Santiago]] und [[Maio]]. Extrusiv finden sich jungpleistozäne bis [[holozän]]e Karbonatite in der Oberen Einheit und sind für die Kapverden einzigartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist davon auszugehen, dass sich die Insel seit dem Seamountstadium aus dem Meer herausgehoben hat, weil sich untermeerisch abgelagerte Hyaloklastiten und Kissenlaven sowie angehobene Strände in bis zu 400 Meter Höhe über dem Meeresspiegel finden. Schätzungen ergeben eine Hebungsrate von 0,2 bis 0,4 Millimeter/Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brava wird von vielen [[Verwerfung (Geologie)|Verwerfungen]], [[Seitenverschiebung]]en und vulkanisch/tektonischen [[Lineament]]en durchzogen, welche die Entwicklung der Insel maßgebend prägten. Die Intrusivgänge der Unteren Einheit sind orthogonal organisiert mit einer vorherrschenden Ost-West-Ausrichtung. Störungen in den beiden oberen Einheiten folgen vorwiegend der Nordnordwest- bis Nordwest-Richtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die räumliche Anordnung der Störungen entspricht mehr oder weniger dem auf der benachbarten Insel Fogo angetroffenen Spannungsfeld. Beide Inseln sowie der [[Cadamosto-Seamount]] und die [[Ilhéus do Rombo]] sitzen auf demselben Unterbau, der in einer Tiefe von rund 4000 Metern zwischen 500 und 1000 Meter mächtigen marinen [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] aufsitzt. Die Sedimente überlagern ihrerseits [[ozeanische Kruste]] aus der [[Kreide (Geologie)|Unterkreide]], welche bei zirka 5300 Meter Tiefe einsetzt und bis 13 Kilometer Tiefe reicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Ob Brava vor der Entdeckung durch Europäer von Afrikanern betreten und besiedelt wurde, ist unbekannt, gilt aber als unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Brava wurde 1462 von Portugiesen erstmals betreten, 1573 ließen sich die ersten Siedler dauerhaft nieder. Zu dieser Zeit war der Höhepunkt des Sklavenhandels in [[Cidade Velha|Ribeira Grande]] (auf der kapverdische Insel [[Santiago (Kap Verde)|Santiago]]) bereits überschritten, so dass die aus [[Madeira]] und dem [[Minho (Provinz)|Minho]] (Nord-Portugal) stammenden, auf Brava siedelnden Kleinbauern sich nicht mehr daran beteiligten. 1578 landete der englische Seefahrer [[Francis Drake]] auf Brava, um eine letzte Station vor der Atlantiküberquerung bei seiner [[Weltumsegelung des Francis Drake|Weltumseglung]] zu machen, nachdem er auf den anderen kapverdischen Inseln nicht hatte landen können. Sein mitfahrender Neffe [[Francis Fletcher]] beschrieb „eine überaus süße und angenehme Insel“, die deshalb „tapfer“ (‚brave‘) genannt werde, weil sie Früchte aller Arten zu jeder Zeit bereithalte, aber keinen Ankerplatz für Schiffe biete. Der einzige Einwohner, den Drake vorfand, war ein Eremit, weshalb er die Insel (fälschlicherweise) für sonst unbewohnt hielt.&amp;lt;ref&amp;gt;„a most sweet and pleasant Iland, the trees thereof are alwayes greene and faire to looke on, the soile almost full set with trees, in respect whereof its named the Braue Iland, being a store house of many fruits and commodities, as figges alwayes ripe, cocos, plantons, orenges, limons, cotton, etc. From the bancks into the sea do run in many places the siluer streames of sweet and wholsome water …. But there is no conuenient place or roade for ships, neither any anchoring at all …. The onely inhabitant of this Iland is an Heremit, as we suppose, for we found no other houses but one“. [[William Sandys Wright Vaux]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The World Encompassed by Sir Francis Drake. Being his next Voyage to that to Nombre de Dios.&amp;#039;&amp;#039; [[Hakluyt Society]], London 1854, [https://archive.org/stream/worldencompassed16drak#page/n87/mode/2up S. 26].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1680 flohen die Bewohner der Nachbarinsel [[Fogo]] vor den Lavaströmen des ausbrechenden Vulkans nach Brava und sorgten für eine erstmals umfangreiche Besiedlung der Insel, auf die Großgrundbesitzerfamilien Fogos ihr System der Plantagen exportierten. Diese Familien behielten – teils von Fogo aus mittels &amp;#039;&amp;#039;feitores&amp;#039;&amp;#039; steuernd – die Wirtschaft Bravas bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts in der Hand. Trotzdem setzte sich auf Brava auf Dauer nicht die Großbetriebslandwirtschaft einer weißen Elite durch, sondern die Bevölkerung war relativ gemischt und setzte sich vor allem aus Kleinbauern, Hirten, Fischern und Handwerkern zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, S. 59 und S. 42, Endnote 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1847 wurde auf Brava die erste öffentliche Elementarschule des Archipels eingerichtet, aber auch weiterhin beließ die Kolonialverwaltung die Bildung weitgehend der lokalen Privatinitiative.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im 17. und 18. Jh. häufig in den Buchten von Brava ankernden Piraten (unter ihnen auch [[Emanuel Wynne]], der als Erster den [[Jolly Roger]] gehisst haben soll) wurden im frühen 19. Jh. von Walfangschiffen aus Europa und den USA abgelöst, die in Brava Halt machten und sich mit Wasser und Nahrung versorgten. Bei den noch unter Segeln fahrenden Walschonern der USA heuerten junge Männer aus Brava insbesondere als [[Harpunier]]e an und bildeten dadurch die Speerspitze einer fast zwei Jahrhunderte anhaltenden Emigration an die amerikanische Ostküste, insbesondere in die alten Walfanghäfen [[Boston]], [[Providence]] und [[New Bedford (Massachusetts)|New Bedford]]. Der erste US-Emigrant Kapverdes war ein José da Silva, der 1794 in Brava geboren und 1824 amerikanischer Staatsbürger wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kapverdischen Einwanderer in Neuengland wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch „Bravas“ genannt;&amp;lt;ref&amp;gt;Deirdre Meintel: &amp;#039;&amp;#039;Cape Verdean Transnationalism, Old and New.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anthropologica.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0003-5459}}, Bd. 44, 2002, S. 25–42, [http://books.google.de/books?id=6cNX3T51sfIC&amp;amp;pg=PA30 hier S. 30].&amp;lt;/ref&amp;gt; bis heute stammen die meisten Mitglieder der kapverdischen Diaspora in den Vereinigten Staaten aus Brava und Fogo, während die Emigranten der anderen Inseln eher andere Zielländer aufgesucht haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;drotbohm316&amp;quot; /&amp;gt; Ein Bericht der portugiesischen Verwaltung von 1876 spricht von hundert Personen, die Brava jedes Jahr in Richtung USA verließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem wanderten Männer aus, während Frauen in der Regel zurückblieben oder Jahre später nachzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Aminah Nailah Pilgrim: &amp;#039;&amp;#039;“Free Men Name Themselves”: Cape Verdeans in Massachusetts Negotiate Race, 1900–1980.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Rutgers State University of New Jersey, New Brunswick, Mai 2008, S. 38, 83 f. [https://rucore.libraries.rutgers.edu/rutgers-lib/25701/pdf/1/ (PDF)]. Auf S. 144 ist ein Schwarzweißfoto von Männern und Frauen aus Brava abgebildet, die vermutlich um 1900 auf einem Schiff in New Bedford ankommen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Afrikanist [[Basil Davidson]] hat bemerkt, dass insbesondere die Emigranten aus Brava wegen ihrer helleren Hautfarbe versuchten, in den USA als Portugiesen betrachtet zu werden und dadurch den gegen [[Afroamerikaner]] gerichteten offenen Rassismus zu umgehen. Die Ablehnung, die trotzdem viele von ihnen erfuhren, sieht Davidson als einen möglichen Grund dafür, dass die Emigranten auf Dauer eng mit ihrer Heimat verbunden blieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Basil Davidson: &amp;#039;&amp;#039;The Fortunate Isles: A Study in African Transformation.&amp;#039;&amp;#039; Trenton, NJ 1989, ISBN 0-86543-121-3, [https://books.google.de/books?id=2acjCugg7FoC&amp;amp;pg=PA41 S. 41].&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem Anthropologen Luís Batalha hatte [[Rassismus]] insbesondere auf Brava und Fogo eine lange Tradition, wo Plantagen und große Landwirtschaftsgüter früh und bis in die 1930er Jahre für eine zwischen „Weißen“, „Schwarzen“ und „Mulatten“ dreifach stratifizierte Gesellschaft sorgten, während viele andere Inseln des Archipels später besiedelt wurden und eine flexiblere Sozialstruktur ausbildeten. Noch im frühen 20. Jahrhundert seien viele Töchter von Oberschichtfamilien Bravas lieber unverheiratet geblieben als einen allzu dunkelhäutigen Partner zu heiraten; [[Deirde Meintel]] hat eine weithin anerkannte [[Homogamie]]-Norm identifiziert, die sich erst im Laufe der Migrationsgeschichte änderte: Die Auswanderung sorgte für Aufstiegsmöglichkeiten und damit für [[soziale Mobilität]] Dunkelhäutiger bis in die Eliten hinein, wodurch die Differenzierung nach äußeren Merkmalen aufgeweicht wurde; es kam zunehmend zu arrangierten Heiraten zwischen Ausgewanderten und Daheimgebliebenen, die sich nie zu Gesicht bekommen hatten und bei denen die Hautfarbe daher eine geringere Rolle spielte. Die scharfe Trennung zwischen Weißen und Schwarzen blieb in Brava bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die Norm.&amp;lt;ref&amp;gt;Luís Batalha: &amp;#039;&amp;#039;The Cape Verdean Diaspora in Portugal. Colonial Subjects in a Postcolonial World.&amp;#039;&amp;#039; Lexington Books, Oxford 2004, [https://books.google.de/books?id=mVBNityxOo0C&amp;amp;pg=PA69 S. 69 f.], 45, 59 und 63.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab den frühen 1920er Jahren sorgten verschärfte staatliche Restriktionen für einen starken Rückgang des bis dahin regen Migrationsverkehrs;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Duignan, [[L. H. Gann]]: &amp;#039;&amp;#039;The United States and Africa. A History.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1984, ISBN 0-521-26202-X, [http://books.google.de/books?id=dDwUFhl-4EMC&amp;amp;pg=PA364 S. 364].&amp;lt;/ref&amp;gt; die Insel war fortan wieder isoliert und verlor den Kontakt mit den Auswanderern auf der anderen Seite des Atlantiks weitgehend, was die Brava-Expertin Deirdre Meintel als Teil der „[[Deglobalisierung]]“ ([[Ulf Hannerz]]) bezeichnet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Deirdre Meintel: &amp;#039;&amp;#039;Cape Verdean Transnationalism, Old and New.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anthropologica.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0003-5459}}, Bd. 44, 2002, S. 25–42, [http://books.google.de/books?id=6cNX3T51sfIC&amp;amp;pg=PA34 hier S. 34].&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere seit der Unabhängigkeit der Kapverden von Portugal 1975 hat sich Brava aus dieser Isolation wieder schrittweise gelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Deirdre Meintel: &amp;#039;&amp;#039;Cape Verdean Transnationalism, Old and New.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anthropologica.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0003-5459}}, Bd. 44, 2002, S. 25–42, [http://books.google.de/books?id=6cNX3T51sfIC&amp;amp;pg=PA36 hier S. 36–40].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaft ==&lt;br /&gt;
Weil die Insel stark von ethnisch portugiesischen und kaum von afrikanischen Einwanderern geprägt worden ist, wird sie (wie auch die Insel [[Boa Vista (Kap Verde)|Boa Vista]]) manchmal als „weiße Insel“ des Archipels bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Angela Bartens]]: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Componential Diffusion in the Genesis of the Kabuverdianu Cluster.&amp;#039;&amp;#039; In: [[John McWorther]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language Change and Language Contact in Pidgins and Creoles&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Creole Language Library.&amp;#039;&amp;#039; Band 21). Benjamins, Amsterdam u. a. 2000, ISBN 1-556-19668-7, S. 35–61, [http://books.google.de/books?id=Pcc9AAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA38 hier S. 38].&amp;lt;/ref&amp;gt; Brava ist in besonders starkem Maß von den transnationalen, insbesondere transatlantischen Verbindungen zu den Emigranten geprägt. So reisen zum Fest der „Cola San Jon“ am [[Johannistag]] jedes Jahr tausende Emigranten zurück auf die Insel. Seit dem 19. Jahrhundert dienen solche Feste der Inszenierung des hohen sozialen Status der (oft temporär) rückkehrenden Migranten. Dabei wird die Gesellschaft der Einheimischen danach sichtbar stratifiziert, wie starke Kontakte es zu den temporär Heimgekehrten gibt, die einen Großteil des Einkommens der Haushalte beisteuern.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den Festen insgesamt Heike Drotbohm: &amp;#039;&amp;#039;Kreolische Konfigurationen der Rückkehr zwischen Zwang und Zuflucht. Die Bedeutung von Heimatbesuchen in Kap Verde.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Ethnologie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 136 (2011), Heft 2: &amp;#039;&amp;#039;Afroatlantische Allianzen / Afro-Atlantic Alliances&amp;#039;&amp;#039;, S. 311–330, hier S. 320 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit den Verschärfungen des amerikanischen Aufenthaltsrechts nach [[Terroranschläge am 11. September 2001|9/11]] und insbesondere seit den Verunsicherungen durch die [[Finanzkrise ab 2007]] hat sich der Trend zur dauerhaften Rückkehr der Migranten verstärkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heike Drotbohm: &amp;#039;&amp;#039;Kreolische Konfigurationen der Rückkehr zwischen Zwang und Zuflucht. Die Bedeutung von Heimatbesuchen in Kap Verde.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Ethnologie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 136 (2011), Heft 2: &amp;#039;&amp;#039;Afroatlantische Allianzen / Afro-Atlantic Alliances&amp;#039;&amp;#039;, S. 311–330, hier S. 326.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:CV Ilha Brava.png|mini|Karte der Insel]]&lt;br /&gt;
== Verwaltung ==&lt;br /&gt;
Die Insel gehört zur Südgruppe der Kapverdischen Inseln, den [[Ilhas de Sotavento]]. Die Hauptstadt Bravas ist [[Vila Nova Sintra]]. Zweitgrößte Stadt ist der Wallfahrtsort [[Nossa Senhora do Monte (Brava)|Nossa Senhora do Monte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Administrativ ist Brava in einen gleichnamigen Kreis ([[Concelho]]) mit zwei Gemeinden ([[Freguesia]]) aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
! Concelho (Kreis)&lt;br /&gt;
! Freguesia (Gemeinde)&lt;br /&gt;
|----&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brava&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|| [[São João Baptista (Brava)|São João Baptista]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
|| [[Nossa Senhora do Monte (Brava)|Nossa Senhora do Monte]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Das nordöstlich gelegene Fischerdorf [[Furna (Kap Verde)|Furna]] ist als kleiner Fähr- und Handelshafen der einzige Ort, der regelmäßigen Zugang zur Insel bietet. Auch die westliche Bucht bei [[Fajã de Água]] dient in Teilen des Jahres als Hafen. In einem mehrjährigen [[Food-for-Work-Programm]] finanzierte Deutschland einen Flugplatz auf einer Landzunge bei Fajã de Água, der 1992 eröffnet, inzwischen aber wegen des beständig starken Windes wieder aufgegeben wurde. Da die Fährverbindungen nach [[Furna (Kap Verde)|Furna]] erst seit 2004 regelmäßiger sind und keine Flugverbindung mehr existiert, hat Brava sich noch kaum dem Tourismus geöffnet. 2011 nahm die Schnellfähre &amp;#039;&amp;#039;[[Damen Fast RoPax Ferry 4512|Kriola]]&amp;#039;&amp;#039; die regelmäßige fast tägliche Verbindung von Praia über Fogo nach Brava auf und verbesserte damit die Anbindung der Insel erheblich, es kam jedoch in den folgenden Jahren immer wieder zu kurzfristigen Planänderungen und Unzuverlässigkeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Schellmann: {{Toter Link |datum=2023-06 |url=https://www.reisetraeume.de/neuigkeiten/fast-ferry-praia-brava-fogo-mit-grossen-turbulenzen.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Fast Ferry Kriola (Praia - Brava - Fogo) mit großen Turbulenzen.&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2023-06-18 14:00:28 InternetArchiveBot}} In: &amp;#039;&amp;#039;Reiseträume.de&amp;#039;&amp;#039;, 26. Februar 2013; [https://www.brava.news/pt/noticias/general/cabo-verde-fast-ferry-responde-as-preocupacoes-sobre-a-ligacao-com-a-brava &amp;#039;&amp;#039;Cabo Verde Fast Ferry responde às preocupações sobre a ligação com a Brava.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Brava.news&amp;#039;&amp;#039;, 7. April 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:AluguerEmNossaSra.jpg|mini|Aluguer-Bus in Brava (2010)]]&lt;br /&gt;
Das Straßennetz auf Brava wurde in den letzten Jahren erheblich verbessert – alle Ortschaften auf der Insel sind heute über gepflasterte Straßen und mit den für die Kapverden typischen [[Aluguer]]-Bussen zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Tourismus ==&lt;br /&gt;
Nachdem die Insel lange hauptsächlich vom [[Walfang]] gelebt hatte, sind heute die einzig nennenswerten Produktionszweige etwas [[Bewässerungsfeldwirtschaft]] mit dem Anbau von Mais, Bohnen, Bananen und Papayas sowie Viehzucht (Kühe und Ziegen) und Fischfang. In Cachaço befindet sich eine kleine Käserei. Handel, Gewerbe und Privathaushalte leben im Wesentlichen von Geldsendungen der Emigranten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;drotbohm316&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FajPiscinaNatural.jpg|mini|Badebecken bei Fajã de Água]]&lt;br /&gt;
Da die Insel sich nicht für den Massen-Strandtourismus eignet und schwer erreichbar ist, hat sich die Erschließung für Touristen langsam vollzogen. Die seltenen Gäste schätzen die Ruhe und Zurückgezogenheit der Insel. Unterkünfte befinden sich in Vila Nova Sintra, Fajã de Água und [[Cova Joana]]. An der Westküste bei Fajã de Água befinden sich Naturbecken am Meer, die durch eine Treppe erreichbar sind und ein sicheres Schwimmen im Meer gewährleisten. Ansonsten gibt es kaum sichere Bademöglichkeiten auf Brava.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sprache ==&lt;br /&gt;
Berühmt geworden ist Brava durch den Musiker und Dichter [[Eugénio Tavares]] (1867–1930), der mit seinen in [[Kapverdisches Kreol|kapverdischem Kreol]] geschriebenen, traurigen [[Morna]]s eine neue, erstmals selbstbewusst kapverdische Musik schuf, deren Lieder sich oft mit der Auswanderung beschäftigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Insel wird neben der Amtssprache [[Portugiesische Sprache|Portugiesisch]] eine [[Kreolsprache]] gesprochen, die Teil des [[Kapverdisches Kreol|kapverdischen Kreols]] ist, aber spezifische Merkmale ausgebildet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[John A. Holm]]: &amp;#039;&amp;#039;Pidgins and Creoles.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Reference Survey.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 6.2.1: &amp;#039;&amp;#039;Cape Verde Islands.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1989, ISBN 0-521-35089-1, [http://books.google.de/books?id=PcD7p9y3EIcC&amp;amp;pg=PA273 S. 273 f.], mit einem Textbeispiel des Kreols von Brava auf S. 274. Siehe weiterführend die Literaturhinweise bei [http://apics-online.info/languages/31 &amp;#039;&amp;#039;Language Cape Verdean Creole of Brava.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Atlas of Pidgin and Creole Language Structures]] Online&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese inselspezifische Sprache Bravas hat in den 1970er Jahren die Anthropologin Deirdre Meintel erforscht und dazu die umfassendste Studie erstellt, die es von allen kapverdischen Kreolvarietäten gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Deirdre Meintel: &amp;#039;&amp;#039;The Creole Dialect of the Island of Brava.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Marius Valkhoff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Miscelânea luso-africana. Colectânea de estudos coligidos.&amp;#039;&amp;#039; Junta de Investigaçoes Cientificas do Ultramar, Lissabon 1975, S. 205–256. Die Einschätzung stammt von Angela Bartens: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Componential Diffusion in the Genesis of the Kabuverdianu Cluster.&amp;#039;&amp;#039; In: [[John McWorther]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language Change and Language Contact in Pidgins and Creoles&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Creole Language Library.&amp;#039;&amp;#039; Band 21). Benjamins, Amsterdam u. a. 2000, ISBN 1-556-19668-7, S. 35–61, [http://books.google.de/books?id=Pcc9AAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA45 hier S. 45].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass sich auf der Insel eine so weitgehende sprachliche Eigenständigkeit erhalten hat, liegt demzufolge an der jahrhundertelangen Isolation der Insel und am frühzeitigen großen Zustrom von Siedlern aus Fogo im 17. Jahrhundert, unter denen relativ wenige Sklaven waren, weshalb die Bevölkerung eher ethnisch portugiesisch geblieben ist als auf den anderen Inseln des Sotavento. Deshalb sei das Brava-Kreol „zumindest [[Mesolekt|mesolektal]] im Rahmen eines hypothetischen kapverdischen [Sprach-]Kontinuums“.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Original: „at least mesolectal in terms of a hypothetical Kabuverdianu continuum“. Angela Bartens: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Componential Diffusion in the Genesis of the Kabuverdianu Cluster.&amp;#039;&amp;#039; In: [[John McWorther]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language Change and Language Contact in Pidgins and Creoles&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Creole Language Library.&amp;#039;&amp;#039; Band 21). Benjamins, Amsterdam u. a. 2000, ISBN 1-556-19668-7, S. 35–61, [http://books.google.de/books?id=Pcc9AAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA37 hier S. 37].&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Meintels Forschung ist auch etabliert, dass selbst das Kreol auf Brava [[Varietät (Linguistik)#Modell nach Coseriu|diatopische Varietät]] aufweist, dass also verschiedene Regionen der Insel unterschiedlich sprechen. Das ist aber nach der Linguistin [[Angela Bartens]] möglicherweise [[Varietät (Linguistik)#Modell nach Coseriu|diastratisch]] zu erklären, hänge also von der gesellschaftlichen Schicht ab, da sich vor allem die Sprache des Hauptortes als [[Akrolekt]] von derjenigen der Restinsel unterscheide.&amp;lt;ref&amp;gt;Angela Bartens: &amp;#039;&amp;#039;Notes on Componential Diffusion in the Genesis of the Kabuverdianu Cluster.&amp;#039;&amp;#039; In: [[John McWorther]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Language Change and Language Contact in Pidgins and Creoles&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Creole Language Library.&amp;#039;&amp;#039; Band 21). Benjamins, Amsterdam u. a. 2000, ISBN 1-556-19668-7, S. 35–61, [http://books.google.de/books?id=Pcc9AAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA42 hier S. 42].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Insel ==&lt;br /&gt;
* [[Adelina Domingues]] (1888–2002), zeitweise ältester Mensch der Welt&lt;br /&gt;
* [[Nilton Fernandes]] (* 1979), Fußballspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brava-88-0473.jpg|Brava aufgenommen von São Filipe, Insel Fogo&lt;br /&gt;
Brava-94-118-32.jpg|Steilküste im Norden, wie oft mit „Wolkenhut“. Hubschrauberaufnahme (April 1994)&lt;br /&gt;
Brava-94-121-30.jpg|Brava wird auch Blumeninsel genannt, wegen der allgegenwärtigen Hibiskusblüten&lt;br /&gt;
Brava-88-0556.jpg|Inselhauptort Vila Nova Sintra auf einem 480 m hohen Plateau. Im Hintergrund die 20 km entfernte Insel Fogo&lt;br /&gt;
Brava-88-0557.jpg|Bucht und Fischerdorf Fajã de Água im Westen der Insel (1988)&lt;br /&gt;
Brava-94-123-12.jpg|Der geschlossene Flugplatz von Brava in Fajã de Água in exponierter Lage&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Susanne Lipps, Oliver Breda| Herausgeber=Dumont| Titel=Reiseatlas Kapverdische Inseln | Sammelwerk=| Band= | Verlag=Dumont| Ort=Ostfildern| Jahr=2005 |Kapitel=Insel Brava | Seiten=153-156| ISBN=3-7701-5968-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Brava (Cape Verde)|Brava}}&lt;br /&gt;
{{Wikivoyage}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sao-filipe.com/html/brava.html Informationen und Wanderungen von Mike Goike]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Inseln der Republik Kap Verde}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4510892-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Kap Verde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Afrika)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Atlantischer Ozean)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel der Kapverdischen Inseln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Concelho in Kap Verde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brava| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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