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	<title>Brandrodung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T09:28:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Brandrodung&amp;diff=95862&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Valeee04: Die letzte Textänderung von ~2025-39479-31 wurde verworfen und die Version 261041080 von Aka wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2025-12-09T11:23:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-39479-31&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-39479-31&quot;&gt;~2025-39479-31&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/261041080&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/261041080&quot;&gt;261041080&lt;/a&gt; von Aka wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Slashing-and-burning.jpg|mini|Brandrodung in [[Eno (Finnland)|Eno]] in [[Finnland]], 1893]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brandrodung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|slash-and-burn}}) ist eine seit Jahrtausenden verbreitete Technik, um Vegetationsflächen unter Einsatz von [[Feuer]] zu [[Schwendbau|schwenden]] (&amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; zu [[Rodung|roden]], da die Wurzeln im Boden verbleiben), und dient meist zur Vorbereitung [[landwirtschaft]]licher Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Brandrodung wird häufig im Rahmen der sogenannten [[Subsistenzwirtschaft]] bei [[Traditionelle Wirtschaftsform|traditionellen Wirtschaftsformen]] eingesetzt, die allein oder weit überwiegend der Produktion für den Eigenbedarf dient. Weiterer Einsatzbereich ist z.&amp;amp;nbsp;B. die Anlage von Weideflächen, die wegen mangelnder Tragfähigkeit meist [[Extensive Landwirtschaft|extensiv]] unter geringem Viehbesatz genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurden früher im Rahmen des [[Wanderfeldbau]]s (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brandrodungswanderfeldbau&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) die Flächen nach Erschöpfung der vorhandenen Nährstoffreserven im System oft gänzlich zugunsten neuer, unberührter Primärwaldflächen aufgegeben, ist dies heute vor dem Hintergrund rechtlich verbindlich geregelter Besitzverhältnisse in vielen Ländern meist nicht mehr ohne Weiteres möglich. Weitere Einsatzbereiche der Brandrodung sind auch heute noch z.&amp;amp;nbsp;B. [[Infrastruktur]]-Maßnahmen wie das Freilegen von [[Trasse (Verkehrsweg)|Trassen]] für den Straßenbau oder das Entfernen von [[Bewuchs]] unter [[Freileitung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgeschichte in Europa ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kaskialue Kaavin Telkkämäessä (2013).JPG|mini|Telkkämäki: Brandrodungsgebiet (2013) in [[Kaavi]], [[Finnland]].]]&lt;br /&gt;
Brandrodung lässt sich, im Zusammenhang mit [[Ringelung]], schon ab dem [[Neolithikum]] vermuten. In verschiedenen Phasen der Landgewinnung in Europa war Brandrodung üblich. Ein Bohrkern aus dem Mondsee in Österreich verweist auf 6000 v. Chr. erfolgte Brandrodung.&amp;lt;ref&amp;gt;Pfahlbauten und mehr In: AiD 06/2017, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; In das [[Hochmittelalter]] datieren lassen sich etwa [[Toponym]]e auf &amp;#039;&amp;#039;brant&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;brende&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;senge(n)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;singe(n)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;sang&amp;#039;&amp;#039;. Im 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert aber steht Brandrodung schon unter Strafe, und die beginnende [[kleine Eiszeit]] verbietet nutzlose Vernichtung von [[Brennholz]]. Im waldreichen Skandinavien wurde die Methode noch bis ins 19. Jahrhundert von den sogenannten [[Waldfinnen]] praktiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Situation und Problematik in den Tropen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DirkvdM santa fe scorched.jpg|mini|Gerodete Waldfläche in [[Panama]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ISS029-E-008032 Fires along the Rio Xingu - Brazil.jpg|mini|Rauchentwicklung bei Brandrodung am Rio Xingu in [[Brasilien]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:SouthEast Asia fires Oct 2006.jpg|mini|Feuer durch Shifting Cultivation in [[Sumatra]] und [[Borneo]]&amp;lt;ref&amp;gt;J. E. Spencer: &amp;#039;&amp;#039;Shifting cultivation in southeastern Asia.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 19, University of California Press, 1966, ISBN 0-520-03517-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Satellitenfoto Oktober 2006.]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Slash-and-burn Brazil.jpg|mini|Brandrodung im Staat Cearà, Brasilien]]&lt;br /&gt;
Die erfolgreiche Einführung von [[Cash Crop]]s zur Vermarktung verschiedener Agrarprodukte setzt geregelte Besitzstrukturen, eine bessere Ausbildung der Kleinbauern, Zugang zu Finanzmitteln und entsprechende [[Absatzmarkt|Absatzmärkte]] voraus. Oft in Ermangelung anderer effektiver Werkzeuge wird Brandrodung z.&amp;amp;nbsp;T. auch heute in äquatorialen Regionen wie z.&amp;amp;nbsp;B. Nord[[brasilien]] oder dem [[Kalimantan]] genannten [[Indonesien|indonesischen]] Teil [[Borneo]]s genutzt. Brandrodung wird z.&amp;amp;nbsp;B. im nordbrasilianischen Staat [[Pará]] von Kleinbauernfamilien auf 25 Hektar großen [[Parzelle]]n betrieben, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts besiedelt wurden; die Besitzverhältnisse wurden im beginnenden 20. Jahrhundert staatlich garantiert. Die Anlage von [[Fazenda|Rinderfarmen]] am südlichen Rand [[Amazonasbecken|Amazoniens]] ist Ursache für ein Drittel der weltweiten Verluste an Regenwaldflächen durch Brandrodung.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Brandrodung in Südostasien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfahren ===&lt;br /&gt;
Eine für landwirtschaftliche Produktion vorgesehene Fläche wird zu Beginn der Trockenzeit oft manuell z.&amp;amp;nbsp;B. mit Macheten gerodet, was bei 40 Tonnen Trockenmasse je [[Hektar]] bis über 120 Arbeitsstunden kosten kann. Sollen mehrjährige [[Pflanzen]] wie [[Maracuja|Maracujá]] oder Pfeffer angebaut werden, kommt zur Entfernung der oberirdischen Vegetation die Rodung der [[Durchwurzelung|Wurzeln]] hinzu. Der [[Schlagabraum]] wird über mehrere Wochen zum Trocknen liegen gelassen und schließlich angesteckt. Nicht selten geraten dabei die Feuer außer Kontrolle und verwüsten ganze Landstriche: Im Frühjahr 1998 wurde im nordbrasilianischen Staat [[Roraima]] eine Fläche von der Größe [[Belgien]]s zum Raub der Flammen. Im südostasiatischen Raum kommt es in den Monaten Mai bis Oktober häufig zu gesundheitlichen Problemen durch Rauchwolken, die im Rahmen von indonesischer Brandrodung entstehen. Die Regierungen von Malaysia und Singapur veröffentlichen im Stundentakt Messwerte zur Luftverschmutzung im Internet. Im Juni 2013 erreichten die Messwerte in beiden Ländern aufgrund von über 130 Feuern in Indonesien erstmals den Bereich &amp;#039;&amp;#039;gefährlich&amp;#039;&amp;#039;. Vorher lag die Höchstmarke aus dem Jahr 1997 im Bereich &amp;#039;&amp;#039;sehr ungesund&amp;#039;&amp;#039;. Durch die Luftverschmutzung entwickeln sich in den betroffenen Ländern außenpolitische Spannungen gegenüber Indonesien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Tiere werden durch die Brände bedroht. Im tropischen Regenwald besteht jedoch nur eine geringe Gefahr, dass es zu größeren Waldbränden kommt, da insgesamt ein sehr feuchtes Klima herrscht und überall Flüsse dem Feuer den Weg versperren würden. Die Gefahr für größere Waldbrände erhöht sich jedoch, wenn Abholzung, Brandrodung und globale Erwärmung den Regenwald trockener werden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anja Rammig, Lan Wang-Erlandsson, Arie Staal, Gilvan Sampaio, Vincent Montade |Titel=Self-amplified Amazon forest loss due to vegetation-atmosphere feedbacks |Sammelwerk=Nature Communications |Band=8 |Datum=2017-03-13 |ISSN=2041-1723 |DOI=10.1038/ncomms14681 |Seiten=14681 |Online=https://www.nature.com/articles/ncomms14681 |Abruf=2019-08-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://weather.com/science/environment/news/2019-07-26-amazon-deforestation-accelerating-tipping-point |titel=Amazon Deforestation Is Fast Approaching a &amp;#039;Tipping Point,&amp;#039; Studies Show |abruf=2019-08-23 |sprache=en-US}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Verena Kern |url=http://www.klimareporter.de/erdsystem/katastrophe-mit-ansage |titel=Katastrophe mit Ansage |werk= |hrsg=klimareporter |datum=2019-08-25 |abruf=2019-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demografischer Faktor ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jhum.jpg|mini|Brandrodung in [[Arunachal Pradesh]], [[Indien]]]]&lt;br /&gt;
Brandrodung war unter der Vorbedingung dünner Besiedelung bis ins 19. und beginnende 20. Jahrhundert eine durchaus [[Nachhaltigkeit|nachhaltige]] Technik, da nach Rodungs- und Anbauzyklus eine ausreichend lange [[Brache]]phase von ca. 15 Jahren folgte. Dies gab dem [[Sekundärwald]], in Brasilien &amp;#039;&amp;#039;Capoeira&amp;#039;&amp;#039; genannt (wie auch die gleichnamige Kampfkunst [[Capoeira]]), Gelegenheit zu ausreichender Regeneration, da im Laufe der Zeit Nährstoffe wie [[Stickstoff]] (z.&amp;amp;nbsp;B. durch stickstoffbindende Bakterien in [[Leguminosen]]), aber auch [[Kalium]] oder [[Magnesium]] (u.&amp;amp;nbsp;a. durch [[Erdatmosphäre|atmosphärische]] Einträge oder tiefwurzelnde Bäume) wieder aufgefüllt und in der [[Pflanzen|Vegetation]] und im [[Humus]] festgelegt wurden. Mit massivem [[Bevölkerungswachstum]] seit dem 19. Jahrhundert wurden die [[Boden (Bodenkunde)|Böden]] jedoch vielerorts durch zu schnelle Produktionszyklen erschöpft, da die Brachezeit bis unter 5 Jahre verkürzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirkung auf den Nährstoffkreislauf ===&lt;br /&gt;
Grundproblem der Brandrodung ist die Nährstoffverteilung in tropischen [[Ökosystem]]en. In den gemäßigten Breiten sind ca. 80 % der Nährstoffe im Boden und nur 20 % in der Vegetation gespeichert. In den tropischen Böden ist dieses Verhältnis ungünstiger, teils sogar umgekehrt. Die tropischen Böden gehören nach dem internationalen Bodenklassifikationssystem [[World Reference Base|WRB]] vor allem zu den [[Ferralsol]]en und [[Acrisol]]en. Ihre [[pH-Wert]]e im Oberboden liegen bei etwa 5 (Ferralsole) oder darunter (Acrisole). Diese Böden sind seit Zehntausenden von Jahren sehr hoher [[Sonnenstrahlung|Sonneneinstrahlung]], hohen [[Jahresmitteltemperatur]]en und dazu extrem hohen [[Niederschlag|Niederschlägen]] ausgesetzt und deshalb nahezu vollständig [[Verwitterung|verwittert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;BW&amp;quot;&amp;gt;W. Zech, P. Schad, G. Hintermaier-Erhard: &amp;#039;&amp;#039;Böden der Welt.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Springer-Spektrum, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-36574-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Minerale (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Kaolinit]]) können kaum Nährstoffe speichern, und im Laufe der Verwitterung wurden viele Nährstoffe ausgewaschen. Nährstoffe sind praktisch nur noch in der [[Biomasse]] sowie im [[Humus]], also der organischen Fraktion des Bodens, enthalten. Durch die hohen Temperaturen und die ständige Feuchtigkeit jedoch können in den unteren [[Stratifikation (Ökologie)|Stockwerken des Waldes]], in der [[Streu (Ökologie)|Streuauflage]] und im [[Boden (Bodenkunde)|Mineralboden]] Klein- und Mikroorganismen ([[Destruenten]]) abgestorbene Biomasse und Humus in rasanter Geschwindigkeit [[Mineralisierung|mineralisieren]] und dabei Nährstoffe freisetzen. Diese werden dann entweder als austauschbare Ionen an den Humus gebunden oder (meist über eine [[Mykorrhiza]]) den [[Durchwurzelung|Wurzeln]] der Urwaldpflanzen direkt wieder zugeführt. Hierdurch hat sich ein &amp;#039;&amp;#039;kurzgeschlossener&amp;#039;&amp;#039; Nährstoffkreislauf entwickelt: Durch Mineralisierung freigesetzte Nährstoffe werden zu einem wesentlichen Anteil sofort wieder von Pflanzen aufgenommen und dadurch nicht ausgewaschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Böden der gemäßigten Breiten dagegen wurden z.&amp;amp;nbsp;B. von der letzten [[Würmeiszeit|Eiszeit]] neu geschichtet und mit nährstoffreichen [[Lockersediment]]en wie [[Löss]] angereichert; zudem sind sie vergleichsweise niedrigen Temperaturen und geringeren Niederschlägen ausgesetzt, so dass sie sehr langsam verwittern. Durch die erst mäßige [[Verwitterung]] haben sich [[Dreischichttonmineral]]e gebildet, die (anders als der tropische Kaolinit) größere Mengen an Nährstoffen speichern können ([[Kationenaustauschkapazität]]), weshalb nur wenige Nährstoffe ausgewaschen werden. Rodung verringert zwar auch in den gemäßigten Breiten die [[Humus]]vorräte im Boden, doch werden durch Verwitterung ständig Nährstoffe freigesetzt, die an den Dreischichttonmineralen gespeichert und den Ackerpflanzen zur Verfügung gestellt werden. Die Böden der gemäßigten Breiten sind daher durch (Brand)rodung weniger gefährdet als die stark verwitterten tropischen Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brandrodung mobilisiert das in der Biomasse gespeicherte Nährstoffkapital und macht es der landwirtschaftlichen Produktion verfügbar. Das Feuer setzt nicht nur den zuvor gebundenen [[Kohlenstoff]] in Form von [[Kohlenstoffdioxid|Kohlendioxid]] frei und trägt so zum [[Treibhauseffekt]] bei. Es verfliegen beim Brennen [[#Literatur|laut Studien]] auch bis über 90 % des in der Biomasse enthaltenen [[Stickstoffkreislauf|Stickstoffs]], größere Anteile des [[Schwefel]]s und bis über 40 % der [[Kationen|kationischen]] Nährstoffe wie Kalium oder Magnesium. Der Rest verbleibt in der [[Asche]], die als [[Dünger]] dient für die Produktion z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Mais]] oder [[Maniok]]. Für Kleinbauern stellt diese Asche-Düngung meist den einzigen erschwinglichen Input dar, um ihre Produktion zu fördern. Der Einsatz von Mineraldünger oder eigenen Maschinen kommt für sie in der Regel nicht in Frage, jedoch existiert zum Teil ein Mietsystem für Maschinen. Der Brand bewirkt ferner eine Erhöhung der [[pH-Wert]]e im Oberboden, kurzfristig sogar in den alkalischen Bereich, danach pendeln sie sich für wenige Jahre auf Werte zwischen 5 und 6,5 ein. Dadurch werden vorhandene Nährstoffe, insbesondere [[Phosphor]], besser verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch den Brand verloren gegangene Biomasse kann nicht mehr als Streu in den Boden gelangen. Die Rodung erhöht außerdem die Sonneneinstrahlung und damit die Bodentemperatur, was die [[Mineralisierung]] beschleunigt und weitere Nährstoffe freisetzt. Beide Effekte zusammen bewirken eine Verringerung der [[Humus]]vorräte (Kohlenstoffvorräte) im Boden und somit eine Erhöhung des [[Treibhauseffekt]]s. Ferner geht dadurch die einzige Stoffgruppe verloren, die in tropischen Böden Nährstoffe speichern kann. Dies führt zu einer raschen Nährstoffauswaschung und zu einem Rückgang der Produktion.  Die Kleinbauern wandern auf neue, unverbrauchte Flächen ab. Dadurch wächst der Druck auf bislang unberührte Waldflächen, die ökologisch wichtige Funktionen z.&amp;amp;nbsp;B. zur Sicherung der [[Biodiversität]] erfüllen, da [[Wald|Wälder]] den meisten terrestrischen Arten Lebensraum bieten, aber auch als [[Kohlenstoffsenke]] zur Festlegung des [[Treibhauseffekt|Treibhausgases]] [[Kohlendioxid]] dienen. Wo der Wald den Viehweiden von Großgrundbesitzern weichen muss, wird der Boden durch Viehtritt verdichtet sowie verwundet und schwerer [[Bodenerosion]] ausgesetzt, so dass eine Rückkehr des Waldes unmöglich werden kann. Die traditionelle Brandrodung richtete dagegen kaum langfristige Schäden an Wäldern an, das Abbrennen kleiner Flächen verringerte sogar die Waldbrandgefahr in betroffenen Gebieten. Erst der massive und großflächige Einsatz der Brandrodung ohne nachfolgende ausreichende Brache, wie zur Gewinnung von [[Weideland]] (siehe auch [[Fazenda]]), verursacht irreversible Schäden an Natur und Umwelt, die sich auch auf den [[Hydrologie|Wasserhaushalt der Landschaft]] und die [[Innertropische Konvergenzzone]] (ITC) auswirken und damit auch auf die [[Regenzeit]]en der [[Sommerfeuchte Tropen|sommerfeuchten Tropen]].&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Pyrogener Kohlenstoff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alternative Verfahren ===&lt;br /&gt;
Auf Grund sozialer Bedingungen kann die Brandrodung nicht ohne weiteres eingestellt bzw. verboten werden, ohne Millionen Menschen ihrer Lebensgrundlage zu berauben. Es wird daher nach Möglichkeiten geforscht, das Brandrodungssystem durch verbesserte Produktivität und Umweltverträglichkeit sozialverträglich zu optimieren, Ansätze sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verbesserung des Bodensubstrates z.&amp;amp;nbsp;B. mit [[Holzkohle]], um Nährstoffe besser zu binden (siehe auch [[Terra preta]]). Die Methode aus bei Rodung anfallender Biomasse [[Pflanzenkohle]] zu produzieren statt sie zu verbrennen (in Englisch slash-and-char genannt), kann den Ertrag steigern und [[Schwermetalle]] binden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0269749115003103?via%3Dihub |titel=Slash-and-char: An ancient agricultural technique holds new promise for management of soils contaminated by Cd, Pb and Zn |hrsg=ScienceDirect |sprache=en |abruf=2025-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anreicherung der nachwachsenden [[Sekundärvegetation]] mit schnellwachsenden Baumarten, die in kurzer Zeit ein hohes Biomassevolumen erreichen, und [[Leguminosen]], die [[Stickstoff]] aus der Luft binden und auf der Fläche anreichern.&lt;br /&gt;
* Ersetzen des Brennens durch Mulchen, d.&amp;amp;nbsp;h. maschinelles Zerkleinern der Biomasse und Belassen auf der Fläche, damit die im Verlauf der Verrottung freigesetzten Nährstoffe auf der Fläche bleiben. Einen Gehölzmähhäcksler für diesen Zweck entwickelt das Institut für Agrartechnik der Universität Göttingen.&lt;br /&gt;
* Beim [[Stockwerkanbau|Etagenanbau]] wird der Wald nicht zerstört. In der oberen Etage werden große Bäume, z.&amp;amp;nbsp;B. Kokosnüsse oder Paranüsse, genutzt. In der darunterliegenden Etage ernten die Bauern Bananen, Zitrusfrüchte, [[Papaya]]s oder [[Mango]]s. Auf dem Boden wächst Gemüse und im Boden [[Maniok]] oder [[Yams]]wurzeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Fälltechnik]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--, [[Brandfeldbau]] (Schwend- und Brandrodung, Slash-and-burn) zeigt als Weiterleitung hierher--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Rodungsname]], zur Toponomastik (Ortsnamenskunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulrich Diekmann: &amp;#039;&amp;#039;Biologische und chemische Bodencharakteristika zur Beurteilung der nachhaltigen Produktivität von Landnutzungssystemen in der Zona Bragantina Ost-Amazonien.&amp;#039;&amp;#039; [[Dissertation]]. Göttingen 1997. [http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/1998/diekmann/inhalt.htm (online)]&lt;br /&gt;
* D. Hölscher, M. R. F. Möller, M. Denich, H. Fölster: &amp;#039;&amp;#039;Nutrient input-output budget of shifting cultivation in Eastern Amazonia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nutrient cycl. agroecosyst.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 47, 1997, S. 49–57.&lt;br /&gt;
* J. Mackensen, D. Hölscher, R. Klinge: &amp;#039;&amp;#039;Nutrient transfer to the atmosphere by burning of debris in Eastern Amazonia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Forest Ecology and Management.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 86, 1996, S. 121–128.&lt;br /&gt;
* Jan Wiesenmüller: &amp;#039;&amp;#039;Einfluß landwirtschaftlicher Flächenvorbereitung auf die Dynamik des Wurzelsystems und die oberirdische Regeneration der Sekundärvegetation Ostamazoniens, Pará, Brasilien.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Göttingen 1999. [http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/1999/wiesenm/index.html (online)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Slash-and-burn|Schwend- und Brandrodung}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/2003/52/U-Feuer Zeit-Artikel zum Tipitamba-Forschungsprojekt]&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-goettingen.de/de/der-tritucap-häcksler-zur-räumung-von-bracheflächen-in-tropischer-vegetation/86458.html Beteiligung der Uni Göttingen am SHIFT Capoeira-Projekt (Teil des Tipitamba-Forschungsprojekts)]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/24/0,1872,2063896,00.html |wayback=20071118105305 |text=&amp;#039;&amp;#039;Die schwarze Erde der Indios&amp;#039;&amp;#039;}}, Artikel des ZDF&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4146467-9|LCCN=sh/90/2069}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Land- und Forstwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feuer in der Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tropischer Regenwald]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Umweltschäden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Valeee04</name></author>
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