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	<title>Boxgrove Quarry - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T21:42:55Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Boxgrove_Quarry&amp;diff=2186166&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie (Apostroph ≠  Accent aigu ≠ Prime)</title>
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		<updated>2026-04-25T08:15:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie (&lt;a href=&quot;/index.php/Apostroph&quot; title=&quot;Apostroph&quot;&gt;Apostroph&lt;/a&gt; ≠  &lt;a href=&quot;/index.php/Akut&quot; title=&quot;Akut&quot;&gt;Accent aigu&lt;/a&gt; ≠ &lt;a href=&quot;/index.php/Prime_(Typografie)&quot; title=&quot;Prime (Typografie)&quot;&gt;Prime&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |NS=50/51/27/N |EW=0/42/44/W |type=city |region=GB-WSX|map=right}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Boxgrove Quarry&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Amey’s Eartham Pit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein [[Altpaläolithikum|altpaläolithischer]] Fundplatz am Ortsrand von [[Boxgrove]] in [[West Sussex]], [[England|Südengland]]. Die Hauptfundschicht entstammt dem späten [[Cromer-Komplex]] und besitzt ein geologisches Alter von mindestens 500.000 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundstellen in den Kiesgruben &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove Quarry 1&amp;#039;&amp;#039; {{Coordinate|text=(Lage)|NS=50.870344|EW=-0.697768|type=landmark|name=Boxgrove, Eartham Quarry 1|region=GB-WSX}} und &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove Quarry 2&amp;#039;&amp;#039; {{Coordinate|text=(Lage)|NS=50.869435|EW=-0.688670|type=landmark|name=Boxgrove, Eartham Quarry 2|region=GB-WSX}}&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts/Parfitt 1999, S.&amp;amp;nbsp;3&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden in den Jahren 1983 bis 1996 durch ein Team des Institute of Archaeology des [[University College London]] unter Leitung von [[Mark Roberts (Archäologe)|Mark Roberts]] zum überwiegenden Teil ausgegraben. Der Fundplatz liegt an einem erodierten Kreidekliff. Nahe dem etwa 75&amp;amp;nbsp;km östlich gelegenen Ort [[Seaford (East Sussex)|Seaford]] überragen die [[Geologie|geologisch]] gleichartigen [[Kreide (Geologie)|Kreideablagerungen]] ([[Seven Sisters (Sussex)|Seven Sisters]]-Formation) bis heute das Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stratigraphie/Geologie ==&lt;br /&gt;
Da es sich bei der Fundstelle um eine offene Kiesgrube handelt, die stellenweise bereits einige Meter in die Tiefe getrieben war, konnten [[Stratigraphie (Archäologie)|stratigraphische]] Profile von mehreren Metern, horizontal wie vertikal, angelegt werden, die eine gute Rekonstruktion der regionalen Landschaftsentwicklung ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablagerungen der unteren Schichten, direkt dem anstehenden Kreidefels auflagernd und an der Basis von größeren Kreidebrocken durchsetzt, werden als &amp;#039;&amp;#039;Slindon Sands&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Ihre feinkörnige Struktur ist auf die erodierende Wirkung von Wasserbewegungen der Meeresbrandung zurückzuführen, die einst direkt bis an das Kliff heranreichte. Durch [[Tektonik|tektonische]] Hebungen der Küstenregion um 5–7&amp;amp;nbsp;m wich die Küstenlinie nach Süden zurück und im Vorfeld des Kliffs bildete sich eine [[Lagune]], die in der Folgezeit weiter austrocknete, eine Graslandschaft ausbildete und durch erneute Überschwemmung in eine Sumpflandschaft überging. Die in der Lagune abgelagerten [[Schluff]]e werden als &amp;#039;&amp;#039;Slindon Silts&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Silt = Schluff&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet und enthalten charakteristische organische Bestandteile beider Landschaftsphasen nach der Verlandung. &amp;#039;&amp;#039;Slindon Sands&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Slindon Silts&amp;#039;&amp;#039; zusammen bilden die &amp;#039;&amp;#039;Slindon Formation&amp;#039;&amp;#039;, die sich während eines [[Warmzeit|Interglazials]] ablagerten. An den [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der überlagernden Schichten (&amp;#039;&amp;#039;Lower Eartham Gravel Member&amp;#039;&amp;#039;) lässt sich der Übergang zu einem ausgeprägten [[Kaltzeit|Glazial]] ablesen. Roberts und Parfitt nennen die &amp;#039;&amp;#039;Anglian Glaciation&amp;#039;&amp;#039; (entspricht der [[Elster-Kaltzeit]] in Mitteleuropa) als wahrscheinlichste Klimaphase für das als &amp;#039;&amp;#039;Upper Eartham Gravel Member&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Schichtpaket.&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts/Parfitt 1999, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Lower&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Upper Eartham Gravel Member&amp;#039;&amp;#039; bilden die &amp;#039;&amp;#039;Eartham Formation&amp;#039;&amp;#039;. Diese Schichten sind von gröberem Kiesschotter geprägt, der sich aus dem durch die glazialen Verhältnisse beschleunigt erodiertem Kalkkliff zusammensetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Paläontologie ==&lt;br /&gt;
Im Zuge der geologischen Untersuchungen wurden auch [[Paläontologie|paläontologische]] Beobachtungen angestellt, wobei die in den [[Gestein]]en und Sedimenten eingebetteten [[Fossil]]ien und [[Mikrofossil]]ien näher untersucht und bestimmt worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es konnten [[Foraminiferen]] und [[Ostrakoden]] beobachtet werden, deren steigende und wieder sinkende [[Biodiversität]], also die Vielzahl der gleichzeitig vorkommenden Arten, klimaabhängig ist und mit dem angenommenen Interglazial korrespondieren. Dass das Meer einst bis an das Kliff heranreichte, konnte auch durch Spuren der [[Ichthyofauna]] in den &amp;#039;&amp;#039;Slindon Sands&amp;#039;&amp;#039; nachgewiesen werden, aber auch verschiedene [[Weichtiere|Mollusken]] geben davon Zeugnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fauna ==&lt;br /&gt;
Bei den Grabungen konnten in den einzelnen Schichten zahlreiche Knochenreste verschiedenster Tiere geborgen werden. Dies ermöglicht die Rekonstruktion der [[Fauna]] insgesamt, aber vor allem die Rekonstruktion von [[Faunengemeinschaft]]en während der Entstehung einzelner Schichten. Darüber hinaus sind für viele Tierarten bevorzugte klimatische Verhältnisse bekannt, was wiederum Rückschlüsse auf die vorherrschenden Temperaturen, Niederschlagsmengen und Ähnliches zu unterschiedlichen Zeiten erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den [[Avifauna|avifaunischen]] Resten einer Ente (mehrere Knochen eines Flügels) und dem einzelnen Knochenfragment eines [[Riesenalk]]s (&amp;#039;&amp;#039;Pinguinus impensis&amp;#039;&amp;#039;) bilden die Säugetiere (Mammalia) die größte Gruppe unter den Faunenresten. Der [[Wolf]] (&amp;#039;&amp;#039;Canis lupus&amp;#039;&amp;#039;), von dem ein vollständiger Schädel, zahlreiche [[Unterkiefer|Mandibeln]] (Unterkiefer) und andere Skelettteile gefunden wurden, ist der am häufigsten vorkommende große [[Carnivore]], gefolgt vom [[Höhlenbär|(Höhlen)bären]] (&amp;#039;&amp;#039;Ursus deningeri&amp;#039;&amp;#039;). Bei den kleinen Carnivoren ist der [[Nerz]] (&amp;#039;&amp;#039;Mustela lutreola&amp;#039;&amp;#039;) der häufigste Vertreter. Der [[Europäischer Dachs|Dachs]] (&amp;#039;&amp;#039;Meles&amp;#039;&amp;#039; sp.) konnte nur mit einem einzelnen Exemplar nachgewiesen werden. Für die großen [[Hirsche|Cerviden]] wurde der [[Rothirsch]] (&amp;#039;&amp;#039;Cervus elaphus&amp;#039;&amp;#039;) am häufigsten beobachtet, gefolgt vom [[Reh]] (&amp;#039;&amp;#039;Capreolus capreolus&amp;#039;&amp;#039;), während der [[Bisons|Bison]] (&amp;#039;&amp;#039;Bison&amp;#039;&amp;#039; cf. &amp;#039;&amp;#039;schoetensacki&amp;#039;&amp;#039;) mit einigen wenigen Resten die [[Hornträger|Boviden]] repräsentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Breda et al. 2010, S. 153–154&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter den [[Unpaarhufer]]n sind vor allem zwei [[Nashörner|Nashornarten]] hervorzuheben (&amp;#039;&amp;#039;[[Hundsheimer Nashorn|Stephanorhinus hundsheimensis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stephanorhinus megarhinus&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Breda et al. 2010, S. 140–144&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin sind der [[Maulwürfe|Maulwurf]] (&amp;#039;&amp;#039;Talpa minor&amp;#039;&amp;#039;) und der [[Biber]] (&amp;#039;&amp;#039;Castor fiber&amp;#039;&amp;#039;) neben anderen ebenfalls vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts et al. 1997, S. 346–350&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Datierungsmethoden ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Boxgrove handaxe.jpg|miniatur|Faustkeil aus Boxgrove]]&lt;br /&gt;
Für die [[Datierung|Altersbestimmung]] der Fundstelle wurden verschiedene [[Altersbestimmung (Archäologie)|Datierungsmethoden]] angewendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts/Parfitt 1999, S. 291–307&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Uran-Thorium-Datierung:&amp;#039;&amp;#039; Vier Knochen aus Boxgrove wurden mit der [[Uran-Thorium-Datierung]] analysiert. Aus den Ergebnissen konnte allerdings nur abgeleitet werden, dass die Knochen älter als 350.000&amp;amp;nbsp;Jahre sein müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lumineszenz-Datierungen:&amp;#039;&amp;#039; Untersucht wurden Sedimentproben/Lehm. Die per [[Thermolumineszenzdatierung]] untersuchten Proben ergaben ein Mindestalter von 175.300–319.900&amp;amp;nbsp;Jahre&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts/Parfitt 1999, S. 303&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einem extrem hohen Fehlerbereich von bis zu ±93.800&amp;amp;nbsp;Jahren. Ähnliches konnte bei der OSL-Datierung ([[Optisch stimulierte Lumineszenz]]) beobachtet werden. So erbrachte eine Probe ein Alter von 356.000±178.000&amp;amp;nbsp;Jahren, eine zweite Probe ein Alter von 630.000±125.000&amp;amp;nbsp;Jahren und eine dritte Probe 560.000±330.000&amp;amp;nbsp;Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;ESR-Elektronenspinresonanz:&amp;#039;&amp;#039; Zwei Zähne vom Rhinozeros und Hirsch wurden mit dem [[Elektronenspinresonanz]]-Verfahren untersucht. Der Großteil der Ergebnisse liegt zwischen 190.000 und 244.00&amp;amp;nbsp;Jahren mit Fehlerbereichen von +151.000 bis −89.000 Jahren. Das wahrscheinlichste Zeitfenster der Untersuchungsdaten wird mit 205.000–281.000&amp;amp;nbsp;Jahren&amp;lt;ref&amp;gt;Roberts/Parfitt 1999, S. 303&amp;lt;/ref&amp;gt; angegeben. Die Ergebnisse schließen aber ein mögliches Durchschnittsalter von 303.000–339.000&amp;amp;nbsp;Jahren nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Aminosäuredatierung:&amp;#039;&amp;#039; Die [[Aminosäuredatierung]] wurde auf Mollusken und Foraminiferen angewendet. Die Mehrzahl der Ergebnisse weist auf die [[Sauerstoff-Isotopenstufe]] 11 (362.000–423.000&amp;amp;nbsp;Jahre), einzelne bis Stufe 13 (478.000–524.000&amp;amp;nbsp;Jahre).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Paläomagnetismus:&amp;#039;&amp;#039; Die [[Paläomagnetismus|Paläomagnetischen]] Untersuchungen der Sedimente ließen lediglich den Schluss zu, dass deren [[Polarisation]] für eine [[Sedimentation]] während der [[Magnetostratigraphie#Die magnetostratigraphische Zeitskala|Brunhes-Phase]] spricht und die Ablagerungen demzufolge jünger als 780.000&amp;amp;nbsp;Jahre sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Untersuchung von kalkhaltigem Nanoplankton:&amp;#039;&amp;#039; Das in Sedimentproben enthaltene kalkhaltige [[Nanoplankton]] wurde zwischen den Sauerstoff-Isotopenstufen 12 und 8 abgelagert, hauptsächlich während Stufe 11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Biostratigraphie:&amp;#039;&amp;#039; Die [[Biostratigraphie]] deutet auf die Sauerstoff-Isotopenstufe 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Zusammenfassung:&amp;#039;&amp;#039; Die Ergebnisse der Uran-Thorium-Datierung und des Paläomagnetismus ergeben einen Datierungsrahmen zwischen 350.000 und 780.000&amp;amp;nbsp;Jahren vor heute. Die anderen Untersuchungsmethoden erbrachten unterschiedliche Ergebnisse, aber im Wesentlichen schwanken sie zwischen den Sauerstoff-Isotopenstufen 13 und 11. Roberts und Parfitt tendieren zu der Einordnung in die OIS 13 vor die &amp;#039;&amp;#039;Anglian Glaciation&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Funde ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Boxgrove-Tibia.jpg|mini|Das [[Schienbein]] &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove 1&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche [[Steinwerkzeug]]e, in erster Linie mehr als 400 [[Faustkeil]]e des [[Acheuléen]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Chris Stringer]]: &amp;#039;&amp;#039;The Origin of Our Species.&amp;#039;&amp;#039; Penguin / Allen Lane, 2011, S. 67, ISBN 978-1-84614-140-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch einige wenige [[Kratzer (Archäologie)|Kratzer]] und [[Schaber]], und vor allem die [[Abschlag (Archäologie)|Abschlagreste]] der Bearbeitung gehören zu den [[Anthropogen|anthropogenen]] Fundobjekten. Der verwendete [[Feuerstein]] ist in großer Menge in dem Kalkkliff direkt vor Ort entstanden und enthalten. An einigen Knochen konnten [[Schnittspur|Schnitt- und Hackspuren]] vom Zerlegen, und an einigen Werkzeugen [[makroskopisch]]e Spuren, die auf eine Nutzung zum Zerlegen der Beute hindeuten, beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein halbkreisförmiges Loch im Schulterblatt (Scapula) eines Pferdes könnte der Eintrittskanal einer [[Lanze]] oder eines [[Speer]]es sein. Ob die Funde aber tatsächlich die Jagd auf diese Tiere nachweisen, ist zweifelhaft, denn eindeutige Jagdwaffen wurden nicht gefunden. Die verschiedenen frühen &amp;#039;&amp;#039;Homo&amp;#039;&amp;#039;-Arten haben sich nachweislich überwiegend von [[Aas]] ernährt. Wann genau der Übergang zur aktiven Jagd stattgefunden hat, ist nach wie vor nicht zweifelsfrei geklärt. Der älteste Beleg für prähistorische Jagdwaffen sind die [[Schöninger Speere]], deren Alter auf etwa 300.000&amp;amp;nbsp;Jahre [[Before Present|BP]] geschätzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Skelettfunde ==&lt;br /&gt;
Im Dezember 1993 wurden Fragmente eines [[Schienbein]]s gefunden (Archiv-Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove 1&amp;#039;&amp;#039;), die ältesten Menschenreste auf den britischen Inseln. [[Anthropologie|Anthropologische]] Untersuchungen ergaben, dass sie zu einem Mann von etwa 1,80 Metern Größe und 80 Kilogramm Gewicht gehörten, der etwa im Alter von 35 bis 40 Jahren verstorben ist. Da die Zuweisung von Fossilien zu einer Art in erster Linie über Schädelmerkmale vorgenommen wird, ist die Zuweisung allein durch ein Schienbein recht schwierig. Roberts und Parfitt haben deshalb verschiedene Tibia-Fragmente anderer Fundorte vermessen und verglichen. Da der Fund in Boxgrove aber der einzige nicht vom [[Schädel]] stammende Knochenfund eines Individuums der [[Hominini]] im nördlichen Europa ist, mussten sie auf geographisch weiter entfernte Exemplare zurückgreifen. Die Untersuchungsergebnisse erlauben nur die Aussage, dass &amp;#039;&amp;#039;[[Homo erectus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Homo heidelbergensis]]&amp;#039;&amp;#039;, der [[Neandertaler]] und der anatomisch moderne [[Mensch]] in Frage kommen könnten. Aufgrund der Datierung der Fundstelle, über die Werkzeugformen (Faustkeil), Biostratigraphie und die klimaspezifische Biodiversität und in erhöhtem Maße über die Geologie, in einen Zeitbereich von etwa 500.000 BP, ist die Zuweisung der Tibia zum anatomisch modernen Menschen auszuschließen. Infrage kommt am wahrscheinlichsten &amp;#039;&amp;#039;Homo heidelbergensis&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove 1&amp;#039;&amp;#039; in [[Bernard Wood]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wiley-Blackwell Encyclopedia of Human Evolution.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Wiley-Blackwell, Chichester u. a. 2011, ISBN 978-1-4051-5510-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Knochenenden zeigen auch Nagespuren, was bedeutet, dass die Boxgrove-Menschen Beute oder deren Leichen Aas für andere Tiere waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1996 wurden zwei [[Schneidezahn|Schneidezähne]] eines anderen Individuums gefunden. Man konnte daran Paradontalerkrankungen erkennen, daneben aber auch hier Schnittspuren. Interpretiert wurden diese aber nicht als Beweis für [[Kannibalismus]], sondern eher für die Nutzung der Steinwerkzeuge in der Nähe des Mundes und entsprechende &amp;#039;&amp;#039;Unfälle&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022 wurde berichtet, dass die Zähne und das Schienbein zahlreiche gemeinsame Merkmale mit den ähnlich alten Fossilien aus der Fundstätte [[Sima de los Huesos]] (Spanien) aufweisen und deshalb die Fossilien beider Örtlichkeiten der gleichen Art zuzuordnen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Annabelle L. Lockey et al.: &amp;#039;&amp;#039;Comparing the Boxgrove and Atapuerca (Sima de los Huesos) human fossils: Do they represent distinct paleodemes?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Human Evolution]].&amp;#039;&amp;#039; Band 172, 2022, 103253, [[doi:10.1016/j.jhevol.2022.103253]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &amp;lt;!-- neuere oben --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Simon A. Parfitt und Silvia M. Bello: &amp;#039;&amp;#039;The earliest elephant-bone tool from Europe: An unexpected raw material for precision knapping of Acheulean handaxes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science Advances.&amp;#039;&amp;#039; Band 12, Nr. 4, 2026, [[doi:10.1126/sciadv.ady1390]].&lt;br /&gt;
* Marzia Breda, S. E. Collinge, Simon A. Parfitt, [[Adrian Lister|Adrian M. Lister]]: &amp;#039;&amp;#039;Metric analysis of ungulate mammals in the early Middle Pleistocene of Britain, in relation to taxonomy and biostratigraphy. I: Rhinocerotidae and Bovidae.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quaternary International]].&amp;#039;&amp;#039; Band 228, 2010, S.&amp;amp;nbsp;136–156.&lt;br /&gt;
* Mark Roberts, Simon Parfitt: &amp;#039;&amp;#039;[https://archaeologydataservice.ac.uk/archives/view/eh_monographs_2014/contents.cfm?mono=1089054 Boxgrove, a Middle Pleistocene hominid site at Eartham Quarry, Boxgrove, West Sussex]&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archaeological report.&amp;#039;&amp;#039; Band 17). English Heritage, London 1999.&lt;br /&gt;
* Michael W. Pitts, Mark Roberts: &amp;#039;&amp;#039;Fairweather Eden: life in Britain half a million years ago as revealed by the excavations at Boxgrove.&amp;#039;&amp;#039; Century, London 1997.&lt;br /&gt;
* Mark B. Roberts, Simon A. Parfitt, Matt I. Pope, Francis Wenban-Smith: &amp;#039;&amp;#039;Boxgrove, West Sussex: Rescue excavation of a Lower Palaeolithic landsurface (Boxgrove Project B, 1989–1991).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Prehistoric Society.&amp;#039;&amp;#039; Band 63, 1997, S.&amp;amp;nbsp;303–358.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in West Sussex]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstätte homininer Fossilien in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Boxgrove]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Acheuléen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fossillagerstätte im Vereinigten Königreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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