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	<title>Bourgeoisie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Abc2005: /* Neuere Forschungsliteratur */ Cookson, Persell - zum Mechanismus der Reproduktion der Klasse</title>
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		<updated>2026-04-17T19:34:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Neuere Forschungsliteratur: &lt;/span&gt; Cookson, Persell - zum Mechanismus der Reproduktion der Klasse&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bourgeoisie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Internationales Phonetisches Alphabet|IPA]]:&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|bʊʁʒo̯aˈziː}}]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;angepasst von:&amp;#039;&amp;#039; {{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Bourgeoisie |titel=Bourgeoisie, die |werk=[[duden.de]] |abruf=2021-09-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;angepasst von:&amp;#039;&amp;#039; {{Literatur | Autor=Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders | Titel=Deutsches Aussprachewörterbuch | Auflage=1. | Verlag=Walter de Gruyter | Ort=Berlin, New York | Datum=2009 | ISBN=978-3-11-018202-6 | Seiten=384 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;angepasst von:&amp;#039;&amp;#039; {{Literatur | Autor=Stefan Kleiner, Ralf Knöbel, Max Mangold (†) und Dudenredaktion | Titel=Duden Aussprachewörterbuch | TitelErg=Der Duden in zwölf Bänden, Band 6 | Auflage=7. | Verlag=Dudenverlag | Ort=Berlin | Datum=2015 | ISBN=978-3-411-04067-4 | Seiten=246 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, {{Audio|De-Bourgeoisie.ogg|anhören}}; {{frS}} für ‚[[Bürgertum]]‘) ist im Allgemeinen eine Bezeichnung des wohlhabenden Bürgertums oder im [[Marxismus]] die Bezeichnung der herrschenden [[Soziale Klasse|sozialen Klasse]] der [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]], die der Klasse des [[Proletariat]]s gegenübersteht und manchmal auch zur Abgrenzung gegenüber der (künstlerischen) [[Bohème]] verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum weiten Begriff des [[Bürger]]s, dem auch der &amp;#039;&amp;#039;[[Citoyen]]&amp;#039;&amp;#039; im Sinne des [[Staatsbürger]]s zugerechnet wird, umfasst der Begriff des Bourgeois das [[Großbürger]]tum der weltlichen Oberschicht. Während es den einzelnen Bourgeois bereits in früheren Gesellschaftsepochen gab, wurde die Bourgeoisie erst im [[Europa]] des [[Feudalismus|feudalistischen]] und [[Absolutismus|absolutistischen]] Zeitalters politisch als eigene Kraft bedeutsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff besitzt eine zentrale Bedeutung innerhalb der auf [[Karl Marx]] zurückgehenden [[Marxismus|marxistischen Theorie]], in der er als [[Synonym]] für &amp;#039;&amp;#039;[[Kapitalist]]&amp;#039;&amp;#039; und damit für &amp;#039;&amp;#039;Ausbeuter&amp;#039;&amp;#039; gebraucht wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Z.&amp;amp;nbsp;B. {{Literatur |Autor=Friedrich Engels |Titel=Zur Wohnungsfrage |Sammelwerk=Karl Marx – Friedrich Engels – Werke (MEW) |Band=18 |Verlag=Dietz |Ort=Berlin |Datum=1962 |Seiten=216 |Online=[https://mlwerke.redflag.ps/me/me18/me18_209.htm mlwerke.redflag.ps]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Grundlage dieser Theorie entwickelte der Begriff einen abfälligen Wertungscharakter: Ein typischer Bourgeois ist demnach ein sehr reicher Angehöriger der [[Oberschicht]], der eine [[Konservatismus|konservative]] oder [[reaktionär]]e Gesinnung aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialstrukturelle Entwicklung und Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn der [[Industrielle Revolution in Deutschland|Industrialisierung in Deutschland]] bildete sich eine – in Frankreich als „Bourgeoisie“ bezeichnete – neue Schicht des Bürgertums, das „Besitzbürgertum“. Es ging nur zum geringeren Teil aus dem überkommenen, kaufmännisch geprägten [[Bürgertum]] oder aus dem [[Bildungsbürgertum]] hervor, sondern wurde überwiegend von erfolgreichen [[Handwerker]]n begründet. Im Laufe des [[19. Jahrhundert]]s spalteten sich nach verschiedenen [[Bürgerliche Revolution|bürgerlichen Revolutionen]] wie der [[Julirevolution von 1830|Julirevolution]] 1830, der [[Februarrevolution 1848]] und der [[Märzrevolution]] von 1848/49 gegen die Politik der [[Restauration (Geschichte)|Restauration]] die revolutionären Kräfte zunehmend in zwei gegeneinander agierende Klassen auf: Einerseits den Dritten Stand, der seit dem Zeitalter der [[Aufklärung]] und der Französischen Revolution der Wortführer der fortschrittlichen Bewegungen war, andererseits das sich im Zuge der [[Industrielle Revolution|Industriellen Revolution]] rasch vermehrende [[Proletariat]], das als „Vierter Stand“ begriffen wurde und zunehmend als eigene politische Kraft in Form der [[Arbeiterbewegung]] in Erscheinung trat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterbewegung wandte sich gegen die ehemals als fortschrittlich-revolutionär verstandene Bourgeoisie, die sich umgekehrt als &amp;#039;&amp;#039;[[Juste Milieu]]&amp;#039;&amp;#039; zur herrschenden Klasse entwickelte und nach Durchsetzung ihrer bürgerlichen Revolution zu einer konservativ-antirevolutionären Kraft wurde. Der politische Konflikt innerhalb der Gesellschaft bestand nun nicht mehr zwischen [[Adel]] und [[Klerus]] als Vertretern des [[Ancien Régime]]s auf der einen Seite und der bürgerlich-proletarischen Mehrheit auf der anderen Seite, sondern vor allem zwischen Bourgeoisie und Proletariat selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der ersten [[Sozialist]]en, die einen unüberwindbaren Widerspruch zwischen Proletariat und Bourgeoisie formulierten, war der Schneidergeselle [[Wilhelm Weitling]]. Weitling prägte entscheidend den 1836 in [[Paris]] aus dem [[Bund der Geächteten]] hervorgegangenen [[Bund der Gerechten]], einen Vorläufer der späteren [[Sozialistische Partei|sozialistischen]] und [[Kommunistische Partei|Kommunistischen Parteien]]. Weitlings Einfluss ging infolge von Auseinandersetzungen mit [[Karl Marx]] zurück, nachdem der Bund der Gerechten in London in [[Bund der Kommunisten]] umbenannt worden war und unter den vorrangigen Einfluss von Marx und [[Friedrich Engels]] geriet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx und Engels bauten die Theorie des Gegensatzes von Proletariat und Bourgeoisie mit wissenschaftlichem Anspruch aus. 1848 veröffentlichten sie das einflussreiche &amp;#039;&amp;#039;[[Manifest der Kommunistischen Partei]]&amp;#039;&amp;#039;, in dem sie zum internationalen und revolutionären [[Klassenkampf]] des Proletariats gegen die Bourgeoisie aufriefen, um den [[Kommunismus]] als [[klassenlose Gesellschaft]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Begriffsverwendung ==&lt;br /&gt;
Ob der Begriff der Bourgeoisie und mit ihm die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[bürgerliche Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039; auch noch für die Beschreibung gegenwärtiger Gesellschaften verwendet werden sollte, ist innerhalb der Wissenschaft – insbesondere der Soziologie – umstritten. Denn bereits die Einteilung der Gesellschaft in [[soziale Klasse]]n wird aufgrund ihrer politischen Brisanz bezweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;bürgerliche Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; wird wissenschaftlich noch immer verwendet, wenn auch nicht mehr als dominante Beschreibungsfigur wie noch in den [[1970er]]n. An seine Stelle trat der sozialstrukturell unbestimmte Begriff der &amp;#039;&amp;#039;[[Zivilgesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039;. Das Problem für die Beschreibung moderner Gesellschaften besteht insbesondere darin, dass das Bürgertum {{&amp;quot;|heute gesellschaftlich so verallgemeinert [ist], dass es alles und nichts zu sein scheint, eine beinahe differenzlose Kategorie.|[[Markus Pohlmann]]|&amp;#039;&amp;#039;Der diskrete Charme der Bourgeoisie?&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Pohlmann: &amp;#039;&amp;#039;Der diskrete Charme der Bourgeoisie? Ein Beitrag zur Soziologie des modernen Wirtschaftsbürgertums.&amp;#039;&amp;#039; In: Steffen Sigmund, Gert Albert, Agathe Bienfait, Mateusz Stachura (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Soziale Konstellation und historische Perspektive. Festschrift für M. Rainer Lepsius.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2008, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition nach Karl Marx ==&lt;br /&gt;
In den Werken von [[Karl Marx]] erscheint die Bourgeoisie, das kapitalistische Großbürgertum, als die im [[Kapitalismus]] herrschende der beiden großen Klassen. Um diese Herrschaft geht es im [[Klassenkampf]] zwischen der Bourgeoisie und dem [[Proletariat]], der abhängig beschäftigten [[Lohnarbeit]]erschaft. Eine Zwischenstellung nimmt das [[Kleinbürgertum]] der kleineren Selbständigen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bourgeoisie ist aus dem [[Dritter Stand|Dritten Stand]] der Feudalgesellschaft entstanden, den vor allem [[Handwerk]]er, [[Händler]], freie und landbesitzende Groß[[bauern]] ausmachten. Im Zuge der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]], aber auch schon im Zuge der so genannten [[Ursprüngliche Akkumulation|ursprünglichen Akkumulation]], entwickelten sich diese Schichten zu Fabrikbesitzern und [[Unternehmer|Großunternehmern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur beherrschten und ausgebeuteten Klasse der [[Arbeiter]], deren Angehörige nur ihre auf dem Arbeitsmarkt zu verkaufende Arbeitskraft besitzen, sind die Großbürger daher Eigentümer der entscheidenden [[Produktionsmittel]] (etwa Fabriken, Transportmittel, Bodenschätze) und können mit deren Hilfe – und durch die [[Ausbeutung]] der Arbeiter – ihren [[Kapital]]besitz beständig vermehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessen der Bourgeoisie und des Proletariats sind nach Marx objektiv gegensätzlich und unversöhnlich. Ihr Gegensatz (Antagonismus) führt seiner Prognose gemäß notwendigerweise zum [[Klassenkampf]], der in eine [[Diktatur des Proletariats]] mündet. In der Durchsetzung des [[Sozialismus]] und dann des [[Kommunismus]] als höchstem Stadium der [[Klassenlose Gesellschaft|klassenlosen Gesellschaft]] kommt die historische Entwicklung zum Ende: Für Marx und den auf seinen Theorien aufbauenden [[Historischer Materialismus|Historischen Materialismus]] ist die ganze Geschichte der Menschheit als Abfolge von Klassenkämpfen zu begreifen, in denen durch [[Revolution]]en eine jeweils zuvor herrschende Klasse gestürzt wird, um eine alte [[Gesellschaftsformation|Gesellschaftsform]] durch eine neue mit neuen ökonomischen, politischen und kulturellen Regeln zu ersetzen. Die Bourgeoisie hatte in diesem Kontext die historisch fortschrittliche Rolle, die herrschende Klasse des Adels in der Feudalgesellschaft mitsamt dem [[Absolutismus]] und [[Feudalismus]] zu stürzen, um den Kapitalismus und mit ihm die [[Modernisierung (Soziologie)|moderne Gesellschaft]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition nach Immanuel Wallerstein ==&lt;br /&gt;
Der Theoretiker der [[Weltsystemtheorie]], [[Immanuel Wallerstein]], schließt an Marx’ Theorie an und bereichert sie durch neuere [[Soziologie|soziologische]] und [[politikwissenschaft]]liche Elemente. So stellt die Bourgeoisie für ihn ein dynamisches, also in stetigem Wandel befindliches Phänomen dar. Einen festen [[Idealtypus]] des Bourgeois gibt es für ihn nicht. Stattdessen existieren verschiedene, räumlich und zeitlich eingegrenzte, dominierende Organisationsformen der Bourgeoisie. Diese sind abhängig vom erreichten Grad der Entwicklung der [[Weltwirtschaft]] insgesamt, der Rolle des räumlich eingegrenzten Gebietes (etwa eines [[Nationalstaat]]es) innerhalb der Weltwirtschaft sowie den daraus entstehenden Formen des Klassenkampfes in der Weltwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Individuum, welches Teil dieser Klasse ist, ist durch die Teilhabe am folgenden Prozess&amp;lt;ref&amp;gt;Die Definition des Bourgeois über Prozesse – und nicht über bestimmte Eigenschaften – leitet sich aus dem Umstand ab, dass bei Wallerstein keine Idealtypen für Klassen existieren.&amp;lt;/ref&amp;gt; gekennzeichnet: Ein Bourgeois erhält aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung, zu bestimmten Kreisen usw. einen Teil eines [[Mehrwert (Marxismus)|Mehrwertes]], der nicht durch ihn selbst produziert wurde, und setzt diesen (gänzlich oder partiell) zur [[Akkumulation (Wirtschaft)|Kapitalakkumulation]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei erfährt die Zugehörigkeit zur Bourgeoisie keine Beschränkung durch das Ausüben bestimmter Berufe oder die Verfügung über ein irgendwie geartetes [[Eigentum]]. Der Eintritt in die Bourgeoisie kann auch mittels eines &amp;#039;&amp;#039;Sprungbrettes&amp;#039;&amp;#039; oder aufgrund besonderer Strebsamkeit oder Talentiertheit erfolgen. Auch garantiert die Zugehörigkeit zur Klasse nicht den Verbleib in dieser. An dieser Stelle werden laut Wallerstein dann doch bestimmte Charaktereigenschaften für den Bourgeois maßgeblich, nämlich Cleverness, Härte und Fleiß. Denn das wichtigste Kriterium für den Klassenerhalt ist der Erfolg auf dem [[Markt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Individuen, die sich dauerhaft der Bourgeoisie zugehörig betrachten, stellt sich mit der Zeit die Frage, wie die [[Gratifikation]]en zu halten sind, ohne ständig dem enormen Konkurrenz- und Leistungsdruck ausgesetzt zu sein. Die Strategie zur Lösung dieses Problems liegt in der Ummünzung des ökonomischen Erfolges in [[Sozialer Status|gesellschaftlichen Status]]. Daraus resultiert allerdings ein weiteres Problem für die Bourgeoisie, nämlich die Tatsache, dass aufgrund der ökonomischen Dynamik des Kapitalismus neue Bourgeois erzeugt werden, die zwar noch nicht über gesellschaftlichen Status verfügen, ihn aber für sich beanspruchen. Da das wertvolle Gut des gesellschaftlichen Status jedoch seinen distinktiven Charakter und damit seinen eigentlichen Wert verliert, wenn zu viele darüber verfügen, kommt es zu Ausscheidungskämpfen zwischen den neuen und den alten Bourgeois.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kompradorenbourgeoisie ==&lt;br /&gt;
In Abgrenzung zur Nationalbourgeoisie in einzelnen kapitalistischen Ländern wird der Begriff der Kompradorenbourgeoisie im Bezug auf die Geschichte des Kolonialismus verwendet und bezeichnet diejenige einheimische Klasse, die die kolonialistische Ausbeutung von außen im Inneren des Landes aufrechterhält. Die Kompradorenbourgeoisie, auch als Kompradorenklasse bezeichnet, habe keinerlei Interesse an dem Aufbau von Industrie und der Akkumulation von Kapital, sondern lediglich an der Akkumulation von Reichtum.&amp;lt;ref&amp;gt;Schapour Ravasani: &amp;#039;&amp;#039;Kompradorenklasse.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus.&amp;#039;&amp;#039; Band 7/II. 2010, S. 1423 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Nicos Poulantzas]] fungiere die Kompradorenbourgeoisie als Vermittler des ausländischen Kapitals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kannankulamwissel&amp;quot;&amp;gt;[[John Kannankulam]], [[Jens Wissel]]: &amp;#039;&amp;#039;Innere Bourgeoisie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus.&amp;#039;&amp;#039; Band 6/II. 2005, S. 1136 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innere Bourgeoisie ==&lt;br /&gt;
Der griechisch-französische Staatstheoretiker [[Nicos Poulantzas]] führte in den 1970er Jahren den Begriff der „inneren Bourgeoisie“ in die vor allem marxistisch geprägte Debatte über den [[Imperialismus]] ein. Poulantzas unterscheidet die innere Bourgeoisie von der nationalen und der Kompradorenbourgeoisie. Ihre Existenz sei das Ergebnis der insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg fortschreitenden Internationalisierung der Produktion sowie des Kapitals. Diese Klasse ist nach Poulantzas mit Kapital aus dem Ausland verbunden, hat ihre Reproduktionsbasis zugleich aber im Inneren des Staates selbst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kannankulamwissel&amp;quot; /&amp;gt; Während die Konzepte nationale Bourgeoisie und Kompradorenbourgeoisie (Statthalter-Bourgeoisie) vornehmlich das Verhältnis zwischen kapitalistischen Zentren und Peripherien in den Blick nehmen, lasse sich mit dem Konzept der „inneren Bourgeoisie“ auch das Verhältnis zwischen imperialen Mächten wie den USA und Europa unter internationalisierten kapitalistischen Verhältnissen erfassen. Die innere Bourgeoisie wäre im Zuge der Internationalisierung zur herrschenden Fraktion im Staat geworden und müsse innerhalb der nationalen Formation mit den Interessen des herrschenden imperialistischen Kapitals (Poulantzas nennt die USA), der internationalen Produktion, den Weltmarkt usw. umgehen. Im Gegensatz zur nationalen Bourgeoisie, die eine relativ autonome Stellung einnimmt, ist die innere Bourgeoisie daher untrennbar mit den internationalisierten kapitalistischen Verhältnissen verflochten, ihre Grundlage ist jedoch der (internationalisierte) Nationalstaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Jens Wissel: &amp;#039;&amp;#039;Transnationalisierung der Bourgeoisie und neue Netzwerke der Macht.&amp;#039;&amp;#039; In: Bretthauer et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Poulantzas Lesen.&amp;#039;&amp;#039; VSA 2006. S. 242 ff. ([https://www.vsa-verlag.de/uploads/media/VSA_Poulantzas_Lesen.pdf Buch als PDF])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bobo (Gesellschaft)]], als Abkürzung von &amp;#039;&amp;#039;bourgeois [[Bohémien]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Bürgeradel]], [[Geldadel]]&lt;br /&gt;
* [[Bürgergemeinde]]&lt;br /&gt;
* [[Bürgergesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Komprador]]&lt;br /&gt;
* [[Zweite Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Klassiker ===&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Karl Marx, Friedrich Engels |Titel=[[Manifest der kommunistischen Partei]] |Sammelwerk=[[Marx-Engels-Werke|MEW]] |Band=4 |Verlag=Dietz |Ort=Berlin |Datum=1959 |Seiten=459–493 |Online=https://mlwerke.redflag.ps/me/me04/me04_459.htm}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Friedrich Engels |Titel=Die Stellung der Bourgeoisie zum Proletariat |Sammelwerk=MEW |Band=2 |Verlag=Dietz |Ort=Berlin |Datum=1972 |Seiten=486–506 |Kommentar=Kapitel von &amp;#039;&amp;#039;[[Die Lage der arbeitenden Klasse in England]]&amp;#039;&amp;#039; |Online=https://mlwerke.redflag.ps/me/me02/me02_486.htm}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Nicos Poulantzas |Titel=Politische Macht und gesellschaftliche Klassen |Verlag=Athenäum Fischer |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1968}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Werner Sombart]] |Titel=Der Bourgeois: Zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen |Auflage=6 |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Datum=2002 |ISBN=3-428-10917-1 |JahrEA=1913}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Immanuel Wallerstein |Hrsg=[[Étienne Balibar]], Immanuel Wallerstein |Titel=Der Klassenkonflikt in der kapitalistischen Weltwirtschaft |Sammelwerk=Rasse, Klasse, Nation. Ambivalente Identitäten |Ort=Hamburg |Datum=1998 |Seiten=141–153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuere Forschungsliteratur ===&lt;br /&gt;
* Sven Beckert: &amp;#039;&amp;#039;The Monied Metropolis: New York City and the Consolidation of the American Bourgeoisie, 1850–1896&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge UP, Cambridge 2010&lt;br /&gt;
* Peter W. Cookson Jr., Carolin Hodges Persell: &amp;#039;&amp;#039;Preparing For Power: America&amp;#039;s Elite Boarding Schools&amp;#039;&amp;#039;, Basic Books, New York 1987&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=Edmond Goblot, Franz Schultheis, Louis Pinto |Titel=Klasse und Differenz: Soziologische Studie zur modernen französischen Bourgeoisie |Verlag=UVK |Ort=Konstanz |Datum=1994 |ISBN=3-89669-832-X}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Joachim Fischer (Soziologe)|Joachim Fischer]] |Hrsg=Clemens Albrecht |Titel=Bürgerliche Gesellschaft. Zur historischen Soziologie der Gegenwartsgesellschaft |Sammelwerk=Die bürgerliche Kultur und ihre Avantgarden |Ort=Würzburg |Datum=2004 |Seiten=97–119 |Online=[http://www.fischer-joachim.org/B%FCrgerliche%20Gesellschaft%202004.pdf fischer-joachim.org] |Format=PDF |KBytes=203}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=[[Jürgen Kocka]] |Titel=Bürgertum im 19. Jahrhundert. Deutschland im europäischen Vergleich. Eine Auswahl |Reihe=Kleine Vandenhoeck-Reihe |BandReihe=Band II: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftsbürger und Bildungsbürger&amp;#039;&amp;#039; |NummerReihe=1574 |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=1995 |ISBN=3-525-33598-9 |Kommentar=Zuerst erschienen beim Deutschen Taschenbuchverlag [DTV, 4482], ISBN 3-423-04482-9 |JahrEA=1988 |Online=[http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00041803_00001.html digi20.digitale-sammlungen.de]}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Markus Pohlmann]] |Hrsg=Steffen Sigmund, Gert Albert, Agathe Bienfait, Mateusz Stachura |Titel=Der diskrete Charme der Bourgeoisie? – Ein Beitrag zur Soziologie des modernen Wirtschaftsbürgertums |Sammelwerk=Soziale Konstellation und historische Perspektive. Festschrift für M. Rainer Lepsius |Verlag=VS |Ort=Wiesbaden |Datum=2008 |Seiten=228–252 |Online=[http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/9793 ub.uni-heidelberg.de]}}&lt;br /&gt;
* Aaron Reeves, Sam Friedman: &amp;#039;&amp;#039;Born to Rule: The Making and Remaking of the British Elite&amp;#039;&amp;#039;, Harvard UP 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lexika ===&lt;br /&gt;
* Florian Schmaltz (I.), Immanuel Wallerstein (II.): &amp;#039;&amp;#039;Bourgeoisie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Argument-Verlag, Hamburg 1995, Sp.&amp;amp;nbsp;302–330 ([https://www.inkrit.de/e_inkritpedia/e_maincode/doku.php?id=b:bourgeoisie Artikelanfang frei verfügbar]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4069722-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4069722-8|LCCN=sh85085013|NDL=00573901}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Begriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgertum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Abc2005</name></author>
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