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	<title>Bossenwerk - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T09:03:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bossenwerk&amp;diff=187790&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Atirador: typo</title>
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		<updated>2026-04-17T07:00:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bossenwerk.jpg|mini|hochkant=1.2| Fassade mit Bossenwerk des [[Palazzo Medici Riccardi|Palazzo Medici-Riccardi]] in Florenz, um 1440]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bossenwerk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bossenmauerwerk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; besteht aus Werksteinen mit Bossen. Der Baufachbegriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bosse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{gmhS|bozen|de=schlagen}}&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Koepf]], [[Günther Binding]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X ([https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf Digitalisat auf moodle.unifr.ch], abgerufen am 27. Dezember 2023), S. 82.&amp;lt;/ref&amp;gt;) steht im [[Bauwesen]] für die nur roh zugerichtete und daher buckelige Vorderseite bzw. Ansichtsfläche eines [[Werkstein]]s oder [[Quaderstein|Quaders]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die handwerklich-steinmetzmäßige Herstellung der Quader erfolgt in mehreren Arbeitsschritten und beginnt mit dem groben Bossieren. Bei den meisten Natursteinmauern lässt man die Bossen stehen. Hiervon rührt die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rustika&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;rustica&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;bäuerlich&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ländlich&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauerwerksbossen können auch als kunstvolle Zierform, bzw. Zierrustika aufgefasst sein. Hierfür bekannt sind die sogenannten [[Buckelquader]] beim [[hochmittelalter]]lichen [[Burg]]enbau, deren hochpräzise Herstellung man an den dünnen [[Mauerfuge]]n und dem sauberen [[Randschlag (Architektur)|Randschlag]] erkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bossenwerk/Bossenmauerwerk ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet verschiedene Arten von Bossenwerk. Bei Buckelquadern wird ein glatter Rand um die Bosse geschlagen. Wird die Bosse geglättet, spricht man von [[Kissenquader]]n oder [[Polsterquader]]n. Eine facettenartige, pyramidenförmige Stirnseite haben [[Diamantquader]]. In anderen Fällen schlägt man an der fertigen Mauer gezielt die Bossen ab und erhält so ein Facettenmauerwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;6&amp;quot; class=&amp;quot;center&amp;quot; caption=&amp;quot;Bossen des Buckelquadermauerwerks&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bossage.png|Bosse an Natursteinquader&lt;br /&gt;
Bossage.demie.sphere.png|Halbkugelförmige Bossen als Verzierung des Mauerwerkes&lt;br /&gt;
Tur Südostecke.jpg|Mauerecke eines Buckelquadermauer&amp;amp;shy;werks ([[Burg La Tur]])&lt;br /&gt;
Cagliatscha SWecke.jpg|Mauerecke&amp;lt;br /&amp;gt;[[Burg Cagliatscha]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bossenwerk wurde in der Baukunst der Antike sowie im [[mittelalter]]lichen Burgenbau benutzt, häufig findet man Bossenmauerwerk an Burgen der [[Staufer]]zeit. Als Stilmittel kam es von der [[Florenz|florentiner]] [[Renaissance|Frührenaissance]]&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Eckert: &amp;#039;&amp;#039;Das Bossenmauerwerk der Florentiner Stadtpaläste&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Burgen und Schlösser]], Heft 3/2002, S. 151–161. [https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bus/article/view/93576/88271 Online auf  journals.ub.uni-heidelberg.de], abgerufen am 10. Januar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis zum [[Barock]] wieder zu breiter Anwendung, vor allem zur repräsentativ-wehrhaften Gestaltung der Erdgeschoss-Fassaden von [[Palast|Palästen]] und [[Schloss (Architektur)|Schlössern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Bossenwerk im [[Manierismus]] mit betont derb behauenen, großen Quadern und teilweise auch bossierten [[Säule]]n. Bei einigen Palazzi des Manierismus wurde die Rustika auch durch unregelmäßig verputztes [[Mauerziegel|Ziegelmauerwerk]] vorgetäuscht. Diese Art Wandgliederung wird als [[Rustizierung (Architektur)|Rustizierung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;6&amp;quot; class=&amp;quot;center&amp;quot; caption=&amp;quot;Bossenmauerwerk an Palastfassaden&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Palazzo Strozzi 03.JPG|Polsterrustika. Florenz, [[Palazzo Strozzi]]&lt;br /&gt;
Catane Université.jpg|Kolossal&amp;amp;shy;pilaster mit Diamant&amp;amp;shy;stein&amp;amp;shy;quaderung. [[Catania]], Universität&lt;br /&gt;
Pitti-Fassade.jpg|Bossen&amp;amp;shy;mauer&amp;amp;shy;werk am [[Palazzo Pitti]] in Florenz&lt;br /&gt;
Wiehlův dům Slaný z Divadelní ulice 02.JPG|Bossenwerk an Mauer&amp;amp;shy;ecken und zur Fassaden&amp;amp;shy;glie&amp;amp;shy;derung. [[Wiehlhaus]], [[Slaný]] (Schlan), [[Mittelböhmische Region|Mittel&amp;amp;shy;böh&amp;amp;shy;mi&amp;amp;shy;sche Region]], [[Tschechien]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Formen treten an historischen Fassaden seit dem 18. Jahrhundert auch in [[Putz (Bauteil)|Putz]] und [[Stuck]] als nachgebildetes Mauerwerk auf. Wiederaufgegriffen wurde die Bossierung insbesondere im [[Historismus]] der [[Gründerzeit]], etwa beim Wiener [[Ringstraßenstil]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Varianten der Mauerwerksbosse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bossierung als Arbeitsschritt der Steinbearbeitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichstag Steinmetze.jpg|mini|Steinmetze arbeiten 1890 an einem [[Kapitell]] des Berliner [[Reichstagsgebäude]]s, im oberen Teil ist der Werkstein noch bossiert]]&lt;br /&gt;
Die handwerkliche Herstellung der Quader oder Rohsteine durch [[Steinmetz]]e erfolgt in mehreren Arbeitsschritten und beginnt mit dem Brechen eines Rohblocks im [[Steinbruch]] aus dem anstehenden [[Gestein]]. Dieser Rohblock kann in weitere Quader aufgespalten werden, die den späteren Ausmaßen des Werksteins in etwa entsprechen. Dabei wird im Steinbruch großer Überstand gebrochener Steinflächen entweder mit dem Bossierhammer (heute [[Vorschlaghammer]]) oder [[Setzhammer]] abgeschlagen oder durch den händischen oder maschinellen Einsatz von [[Steinspaltwerkzeuge]]n oder mit [[Steinbearbeitung]]stechnik auf ein überstehendes Maß der späterer [[Werkstein]]e hin bearbeitet. Dieser Überstand wurde „Bruchzoll“ genannt und mit dem [[Spitzeisen|Bossiereisen]] hergestellt; er betrug etwa drei Zentimeter und wurde von Steinmetzen auch „Bossen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Mucha: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitskunde für Steinmetzen und Steinbildhauer&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Handwerk und Technik. Hamburg 1949, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beschriebene handwerkliche Technik des Steinmetzen mit eisernen Schlagwerkzeugen und [[Fäustel]] wird heute zumeist von [[Drucklufthammer|Drucklufthämmern]] übernommen sowie durch den Einsatz von Maschinentechnik wie „[[Schrämen]]“ oder [[Gattersäge#Naturstein|Gattersägen]] ersetzt. In der DIN 18332 (Natursteinarbeiten) aber ist „gebosst“ immer noch eine der vielen verschiedenen Arten der Bearbeitung von [[Werksteinoberfläche]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kohler-natursteinarbeiten.com/vorschriften---richtlinien/naturstein/din-18-332.html |titel=Naturwerksteinarbeiten — DIN 18332 |hrsg=kohler-natursteinarbeiten.com |abruf=2024-01-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bosse als Schutz für künftige Reliefspartien ===&lt;br /&gt;
Ein Sonderfall ist der ungeplante Verbleib einzelner Bossen innerhalb einer ansonsten bearbeiteten Fassade: [[Ornament]]e und [[Relief]]s wurden oft erst nach dem Versetzen der Steinquader ausgearbeitet, weshalb man an entsprechender Stelle ausreichend große, nur grob behauene Quader einsetzte. Manchmal unterblieb dann aber die Fertigstellung, beispielsweise weil die Bauarbeiten insgesamt eingestellt wurden oder der beauftragte Künstler nicht mehr zur Verfügung stand.&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Totenkirche Trysa, Kapitelle, 2016).jpg|Frühgotische Knospenkapitelle, rechts nicht fertiggestellt und noch in Bosse ([[Totenkirche Treysa]])&lt;br /&gt;
Datei:Bossierung (Göttingen, Bürgerstraße 64, 2024).jpg|Bossierte Fläche eines nicht fertiggestellten Wappenreliefs ([[Göttingen]], Bürgerstraße 64, Verbindungshaus [[Cheruscia]])&lt;br /&gt;
Datei:Bossierung, Bossenwerk (Göttingen, Weender Straße15, 2024).jpg|Bossierte Fläche eines nicht fertiggestellten Wappenreliefs (Göttingen, [[Weender Straße]] 15)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hebebossen ===&lt;br /&gt;
In der [[Antike|antiken]] und [[Altamerika|altamerikanischen]] Bautechnik wurden vielfach unfertige, noch bossierte Steinbauteile an die Baustelle geliefert, um deren empfindliche Oberflächen zu schonen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Müller-Wiener]]: &amp;#039;&amp;#039;Griechisches Bauwesen in der Antike&amp;#039;&amp;#039;. Verlag C. H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32993-4, S. 91 (Abb. 46).&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst im eingebauten Zustand an Ort und Stelle erfolgte die steinmetzmäige Schlussbearbeitung der Steinbauteile. Eine Besonderheit sind sogenannte [[Hebebosse]]n als weit vorstehende Steinbuckel. Sie dienten bei großen und schweren Steinbauteilen als Transporthilfe zum Einsatz für Hebelstangen und Hebetaue.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Müller-Wiener]]: &amp;#039;&amp;#039;Griechisches Bauwesen in der Antike&amp;#039;&amp;#039;. Verlag C. H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32993-4, S. 76 (Abb. 36), S. 79 (Abb. 38), S. 81 (Abb. 39).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naxos Νάξος Chora 2020-08-20 34 Portara Πορτάρα Blues Star Ferry Delos.jpg|Hebebossen am monumentalen Tempeltor der [[Portara von Naxos]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rustizierung (Architektur)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Fritz Victor Arens|Fritz Viktor Arens]]: &amp;#039;&amp;#039;Bosse, Bossenkapitell.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte]],&amp;#039;&amp;#039; Bd. II, 1942, Sp. 1062–1066. ([https://www.rdklabor.de/wiki/Bosse,_Bossenkapitell Abschrift auf rdklabor.de], abgerufen am 30. Oktober 2025)&lt;br /&gt;
* Thanassis E. Kalpaxis: &amp;#039;&amp;#039;Hemiteles. Akzidentelle Unfertigkeit und „Bossen-Stil“ in der griechischen Baukunst.&amp;#039;&amp;#039; Mainz 1986.&lt;br /&gt;
* [[Hans Koepf]], [[Günther Binding]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kröners Taschenausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X ([https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf Digitalisat auf moodle.unifr.ch], abgerufen am 10. Januar 2024), S. 82 f., Stichworte &amp;#039;&amp;#039;Bosse, Bossenkapiell, Bossenmauerwerk/Bossenwerk, Bossenquader, Bossieren.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Kunst, Bd. 1: A–Cim.&amp;#039;&amp;#039; VEB E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1987, S. 620: &amp;#039;&amp;#039;Bosse(n)&amp;#039;&amp;#039;; Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;R–Stadt&amp;#039;&amp;#039;, E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1994, S. 315: &amp;#039;&amp;#039;Rustika.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bossage|Bossierung}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rustication (architecture)|Bossenwerk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4389894-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mauerwerksbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mauerstein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Atirador</name></author>
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