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	<title>Bornu - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T07:25:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hnsjrgnweis: /* Das Land Bornu im 19. Jahrhundert */</title>
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		<updated>2022-05-15T13:34:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Das Land Bornu im 19. Jahrhundert&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Golf von Guinea um 1890.jpg|mini|Lage von Bornu auf einer deutschen Karte von 1891 (oben rechts)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bornu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein Reich im [[Zentralsudan]], das auf dem Gebiet der heutigen Staaten [[Nigeria]], [[Niger]] und [[Tschad]] lag. Zu Beginn des [[19. Jahrhundert]]s hatte es in seiner größten Ausdehnung zusammen mit dem von ihm abhängigen [[Reich Kanem|Kanem]] und mit dem von beiden eingeschlossenen [[Tschadsee]] eine Fläche von ungefähr 242.701 km². Das eigentliche Reich [[Borno|Bornu]], umgeben von den benachbarten Reichen [[Reich Mandara|Mandara]], [[Emirat Adamaua|Adamaua]], [[Kalifat von Sokoto|Sokoto]] und dem [[Tuareg]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;gebiet&amp;lt;/nowiki&amp;gt; in der Sahara, hatte eine Fläche von ungefähr 148.405 km². Seit 1979 ist [[Borno]] ein Bundesstaat der Föderation Nigeria.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kanem-Bornu: Entwicklungen vom 13. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bornu map 1750.svg|mini|Bornu im Jahre 1750]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CentralEastAfrica1750.png|mini|links| Bornu in Zentralafrika um 1750]]&lt;br /&gt;
Das westlich des Tschadsees gelegene Bornu war seit ältester Zeit Teil des [[Kanem-Bornu|Kanem]]-Reiches. Zwar taucht der Name bei den arabischen Autoren erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts auf, aber schon [[Sefuwa|Dunama Dibalemi]] (1203–1242) hatte seinen Regierungssitz zeitweilig in Bornu. Darüber hinaus gibt die bis in die vorchristliche Zeit zurückreichende [[Bayajidda]]-Legende der Hausa eine frühe Vorherrschaft des Tschadreiches über die Hausastaaten und eine notwendige militärische Präsenz westlich des Tschadsees zu erkennen. Insofern ist die Aussage des [[Girgam|&amp;#039;&amp;#039;Diwan&amp;#039;&amp;#039;]], wonach die Umar b. Idris (1376–1381) die angestammte Hauptstadt der [[Sefuwa]] in Kanem, Njimi, unter dem Druck der [[Bulala]] verließ und sich nach Kaga in Bornu zurückzog, nicht im Sinne eines Exodus in ein neues Land zu verstehen. Vielmehr gaben die Sefuwa ihre Stammprovinz östlich des Tschadsees auf, um sich endgültig in ihrer sicheren und einträglicheren Zweitprovinz westlich des Tschadsees niederzulassen. Hier brach allerdings ein dynastischer Konflikt zwischen den Nachfolgern der beiden Brüder Idris b. Nikale (1335–1359) und Dawud b. Nikale (1359–1369) aus, der erst durch [[Ali Gaji]] (1455–1478) beigelegt werden konnte. Zur Konsolidierung seiner Herrschaft über Bornu baute Ali Gaji ca. 1460 die neue Hauptstadt [[Gazargamo]]. Obgleich das Augenmerk der Sefuwa weiterhin auf Kanem gerichtet war und sie auch zeitweilig Kriegszüge dorthin unternahmen, gelang es erst Idris Alauma (1564–1596), das Land endgültig zu unterwerfen und einen ihm gefügigen Bulala-König in der neuen Provinzhauptstadt Mao zu installieren. Er selbst oder ein späterer König schickte aber schließlich einen dem Königshaus verbundenen Sklavenbeamten der Hausa dorthin, den Dalatu, um die unsicheren Bulala zu ersetzen. Dieser wurde zum Gründer der neuen Dynastie der [[Dalatoa]], die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Sefuwa verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Drei Dynastien – die Sefuwa, die al-Kanemi und Rabih Fadlallah ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Young woman from Bornu.jpg|mini|hochkant=0.7|Junge Bornuesin, Mitte des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
Die Lage in Bornu veränderte sich dramatisch infolge des Fulani-Dschihad, den [[Usman dan Fodio]] 1804 im westlichen Randgebiet des Hausastaates [[Gobir]] ausrief. Nach der Eroberung der meisten Hausastaaten griffen die Dschihadisten auch Bornu an und vertrieben die [[Sefuwa]] 1808 aus ihrer Hauptstadt Birni Gazargamo. Nur mit Hilfe des wehrhaften Kanembu-Gelehrten [[Muhammad al-Amîn al-Kânemî]] gelang es den Sefuwa schließlich, den Angriffen der Fulani Einhalt zu gebieten. Ab 1820 wurde die Vorherrschaft ihres vormaligen Erretters jedoch immer erdrückender. Als al-Kanemi 1837 starb, wurde seinem Wunsch zufolge sein Sohn Umar (1837–1881) zu seinem Nachfolger ernannt. Im Jahr 1846 unternahmen die Sefuwa einen letzten verzweifelten Versuch, die Kanemi aus der Macht zu vertreiben, indem sie den König von [[Reich Wadai|Wadai]] zu Hilfe riefen. Doch das Komplott flog auf, und alle Mitglieder des Königshauses der Sefuwa wurden, soweit sie nicht die Flucht ergreifen konnten, hingerichtet. Sultan Umar ist durch die Unterstützung, welche er den deutschen Reisenden [[Heinrich Barth|Barth]], [[Eduard Vogel|Vogel]], [[Karl Moritz von Beurmann|Beurmann]], [[Gerhard Rohlfs (Afrikaforscher)|Rohlfs]] und [[Gustav Nachtigal|Nachtigal]] angedeihen ließ, bekannt geworden; 1870 sandte ihm König [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm]] von Preußen deshalb eine Anzahl Geschenke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1893 eroberte der aus Oberägypten stammende, den [[Mahdisten]] nahestehende arabische Sklavenjäger [[Rabih b. Fadlallah]] Bornu, nachdem er zuvor Teile des Ost-Sudans unter seine Kontrolle gebracht hatte. Er vertrieb oder tötete die Mitglieder der Dynastie der al-Kanemi und errichtete eine Schreckensherrschaft. Dabei geriet er in Gegensatz zu den kolonialen Interessen Frankreichs. Am 22. April 1900 verlor Rabih Leben und Reich in der [[Schlacht bei Kousséri]] am Tschadsee gegen französische Kolonialtruppen unter Oberst [[François Joseph Amédée Lamy]]. Das Gebiet, das die 1000-jährige Saif-Dynastie hervorgebracht hatte, wurde unter den Kolonialmächten Frankreich, Großbritannien und Deutschland aufgeteilt. Die Briten anerkannten nach dem System der &amp;#039;&amp;#039;[[indirect rule]]&amp;#039;&amp;#039; [[Bukar Garbai]], einen Großenkel al-Kanemis, als Shehu des von ihnen verwalteten Teil von Bornu. Französische Truppen besetzten das Gebiet südlich des Tschadsees und installierten in [[Dikwa]] einen anderen Nachkommen al-Kanemis als Herrscher. Das Gebiet wurde gemäß der Abkommen zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich 1901 durch eine Expedition der [[Schutztruppe für Kamerun|deutschen Schutztruppe]] unter der Führung von [[Curt von Pavel]] als [[Deutsch-Bornu]] übernommen und der Residentur der [[Deutsche Tschadseeländer|Deutschen Tschadseeländer]] angegliedert. Den Franzosen verblieb das Gebiet nördlich des Komadugu Yobe bis hin zum Tschadsee, das unter direkte Militärherrschaft gestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Land Bornu im 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Borno in 1810.svg|mini|Reich Bornu im Jahre 1810]]&lt;br /&gt;
Das Land war im Ganzen eine weite Tiefebene; nur im Westen und Süden treten Bergzüge von 200 bis 300 Meter in die Höhe. Der Boden ist zum großen Teil sandig und wenig fruchtbar, kulturfähig aber besonders in den regelmäßig durch Überschwemmungen bewässerten, früher dicht bewaldeten Uferlandschaften der Flüsse, wo auch die Mehrzahl der Bevölkerung lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Gewässern gelten der Tschadsee, durch welchen [[Bornu-Kanem]] getrennt wird, der [[Komadugu Yobe]] oder [[Waubé]] und der [[Schari]], welcher die Ostgrenze des historischen Bornu bildete, als die bedeutendsten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produkte von Bornu sind im Allgemeinen die des Sahelgebietes. Der Baumwuchs besteht fast nur aus [[Akazien]] und [[Tamarinde]]n, [[Palmengewächse|Palmen]] finden sich nur unmittelbar an den Flussufern. Zu den vorzüglichsten Kulturgewächsen gehören [[Hirse]], [[Sorghum]], [[Mais]], [[Baumwolle]] und [[Indigopflanze|Indigo]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher waren in Bornu Herden von [[Elefanten]], [[Löwe]]n, [[Giraffenartige|Giraffen]], [[Büffel]]n und [[Antilope]]n häufig anzutreffen. Die Wälder waren belebt von Affen verschiedener Art, [[Zibetkatzen]] und farbenvollen Vögeln; aber auch [[Schlangen]], [[Skorpione]] und Raubtiere der Steppe waren zahlreich. Während der trockenen Jahreszeit durchzogen das Land Schwärme von [[Gazellen]] und [[Afrikanischer Strauß|Straußen]]. Noch zahlreicher waren die zahmen Haustiere: Rinder, Schafe und Ziegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die streng muslimische Bevölkerung, deren Zahl [[Heinrich Barth]] und [[Gustav Nachtigal]] übereinstimmend auf fünf Millionen schätzen, bestand aus einem Gemisch verschiedener Völker: [[Kanuri (Volk)|Kanuri]] (1,5 Mill.), [[Kanembu (Volk)|Kanembu]], [[Kojam]] und [[Tibbu]] (150.000), [[Kotoko (Volk)|Makari]], [[Keribina]] und [[Musgo]] (750.000), [[Manga (Volk)|Manga]] und [[Bedde]] (750.000), [[Hausa (Volk)|Haussa]] und [[Fulbe]] (500.000), [[Mandara (Volk)|Mandara]], [[Malgwa]] (Gamergu), [[Marghi]] (250.000), [[Araber]], [[Tuareg]] und andere (250.000), [[Ngizzem]], [[Kerrikerri]], [[Babir]] (250.000).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptausfuhr des Landes bildeten Sklaven; eingeführt wurden [[Speisesalz|Salz]], [[Kattun (Gewebe)|Kattun]], [[Burnus]]se und [[Zucker]]. Landübliches Zahlungsmittel waren die [[Kaurigeld|Kauris]], von denen etwa 4000 einem [[Mariatheresienthaler]] wert waren; bei größeren Summen bediente man sich der Toben (blauer Hemden). Der Marktverkehr ist seither durch vollständige Handels- und Gewerbefreiheit erleichtert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptstadt und Residenz des Sultans war [[Kuka (Ort)|Kuka]] (Kukawa), mit 60.000 Einwohnern; die übrigen bevölkerungsreichsten Städte waren [[Ngornu]] am Tschadsee und [[Dikwa]] südlich des Sees mit je 30.000 Einwohnern. Zu nennen sind weiterhin [[Maschena]], [[Nguru (Nigeria)|Nguru]], Dora, [[Gujba|Gudjeba]], [[Makari (Volk)|Makari]] und [[Logone]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bornu heute ==&lt;br /&gt;
Seit 1976 trägt ein Bundesstaat Nigerias, [[Borno]], den Namen des historischen Reiches. Hier übt der Shehu von Bornu in [[Maiduguri]] weiterhin seine traditionelle Herrschaft aus. Der ehemals deutsche Teil Bornus mit der Hauptstadt Dikwa wurde nach der Unabhängigkeit Nigerias und Kameruns im Anschluss an ein Referendum an Nigeria abgetreten. Das früher französische Gebiet ist heute Bestandteil der Republik Niger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Barth]]: &amp;#039;&amp;#039;Reisen und Entdeckungen in Nord- und Central-Afrika&amp;#039;&amp;#039;, 5 Bde. Gotha 1857-8 (hier Bd. 2 und 3; Nachdruck 2005).&lt;br /&gt;
* Louis Brenner: &amp;#039;&amp;#039;The Shehus of Kukawa&amp;#039;&amp;#039;, Oxford 1973.&lt;br /&gt;
* Ronald Cohen: &amp;#039;&amp;#039;The Kanuri of Bornu&amp;#039;&amp;#039;, New York 1967.&lt;br /&gt;
* [[Adolf von Duisburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Lande des Chegu von Bornu. Despoten und Völker südlich des Tschad.&amp;#039;&amp;#039; Dietrich Reimer, Berlin 1942 &lt;br /&gt;
* {{Ausland|Bemerkungen über die geographischen Entdeckungen und den Grad der Civilisation im innern Afrika|Nummer=3, 4, 6–9|Jahr=1828|Autor=[[Edmé François Jomard]]|Seiten=}}&lt;br /&gt;
* Holger Kirscht: &amp;#039;&amp;#039;Ein Dorf in Nordost-Nigeria&amp;#039;&amp;#039;, Münster 2001 (Marte südlich des Tschadsees).&lt;br /&gt;
* Dierk Lange: &amp;#039;&amp;#039;A Sudanic Chronicle: The Borno Expeditions of Idris Alauma (1564-1576)&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 1987.&lt;br /&gt;
* Dierk Lange: [http://www.dierklange.com/pdf/fulltexts/kanem/003_Kanem-Bornu-Neu-Ethogenesis_Chadic_state_0106.pdf &amp;#039;&amp;#039;Ethnogenesis from within the Chadic state.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Paideuma&amp;#039;&amp;#039;, 39 (1993), 261–277.&lt;br /&gt;
* Dierk Lange [http://dierklange.com/pdf/BMS_Newsletter_72-74_neu_Uni-3.pdf &amp;#039;&amp;#039;Immigration of the Chadic-speaking Sao towards 600 BCE.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Borno Museum Society Newsletter&amp;#039;&amp;#039;, 72–75 (2008), 84–106.&lt;br /&gt;
* [[Gustav Nachtigal]]: &amp;#039;&amp;#039;Sahara und Sudan&amp;#039;&amp;#039;. Berlin, 1879–1881, Leipzig 1989 (Nachdruck Graz 1967)&lt;br /&gt;
* Editha Platte: &amp;#039;&amp;#039;Frauen in Amt und Würden. Handlungsspielräume muslimischer Frauen im ländlichen Nordostnigeria&amp;#039;&amp;#039;. Brandes und Apsel, Frankfurt 2000 &lt;br /&gt;
* Maikorema Zakari: &amp;#039;&amp;#039;Contribution à l&amp;#039;histoire des populations du sud-est nigérien&amp;#039;&amp;#039;. Niamey 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4007789-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Borno]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat in Afrika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Tschad)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kamerun)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Nigeria)]]&lt;/div&gt;</summary>
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