<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bonapartismus</id>
	<title>Bonapartismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bonapartismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bonapartismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T19:05:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bonapartismus&amp;diff=185708&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jürgen Oetting: ersetze :Kategorie:Gesellschaftsform durch :Kategorie:Herrschaftsform</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bonapartismus&amp;diff=185708&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-09-17T09:41:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ersetze &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Gesellschaftsform&quot; title=&quot;Kategorie:Gesellschaftsform&quot;&gt;Kategorie:Gesellschaftsform&lt;/a&gt; durch &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Herrschaftsform&quot; title=&quot;Kategorie:Herrschaftsform&quot;&gt;Kategorie:Herrschaftsform&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bonapartismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Napoleonismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine [[Autoritarismus|autoritäre]] [[Herrschaftsform]] und die diese Herrschaftsform legitimierende Ideologie des 19. Jahrhunderts, die sowohl im Gegensatz zum [[Ancien Régime]] als auch zum bürgerlichen [[Parlamentarismus]] stand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-muenster.de/Geschichte/SWG-Online/sozialstaat/glossar_bonapartismus.htm &amp;#039;&amp;#039;Bonapartismus.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Einführungen in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; [[Universität Münster]], abgerufen am 3. Februar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bonapartisten setzten sich für das Regierungssystem [[Napoleon Bonaparte|Napoleons I.]] und für die Thronansprüche der [[Bonaparte|Familie Bonaparte]] ein. Sie trugen wesentlich zum Aufstieg [[Napoleon III.|Napoleons III.]] bei und hatten noch nach dessen Sturz auf das Militär und die Beamtenschaft großen Einfluss. Erst in den 1880er Jahren verlor der Bonapartismus an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
=== Geschichtswissenschaft ===&lt;br /&gt;
Die [[Geschichtswissenschaft]] definiert den Bonapartismus als ein politisches System, das sich durch eine „besondere, volksbezogene und immer wieder auf den Volkswillen rekurrierende Form der [[Diktatur]] im [[Monarchie|monarchischen]] Gewand“ auszeichnete und zum sogenannten „demokratischen [[Cäsarismus]]“ zählte, „wie er z.&amp;amp;nbsp;T. schon durch den ersten Napoleon praktiziert oder aber auch durch die spätere Napoleonlegende ihm zugeschrieben worden ist“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Erbe]]: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon III. 1848/52–1870.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter C. Hartmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Französische Könige der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498–1870.&amp;#039;&amp;#039; München 1994, S. 439.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Marxismus ===&lt;br /&gt;
Das marxistische Deutungsmuster des Bonapartismus ist das prominenteste. Nach [[Marxismus|marxistischer]] Lesart ist für den Bonapartismus kennzeichnend, dass er dem [[Bürgertum]] die Freisetzung der [[Produktivkraft|Wirtschaftskräfte]] gegen eine zusehends erstarkende Industrie[[arbeiter]]schaft sicherte, ihm aber die eigentliche politische Macht vorenthielt, die in der Hand des bonapartistischen Staatsmannes konzentriert blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne den Begriff zu verwenden, beschreibt [[Karl Marx]] in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte]]&amp;#039;&amp;#039; (1852) die Erscheinung des Bonapartismus. Er versteht sie als Verzicht der [[Bourgeoisie]] auf unmittelbare politische Herrschaft und politische Repräsentation zugunsten einer autoritären Herrschaft, die sie begünstigt und ihre „soziale Herrschaft“ stützt. Voraussetzung hierfür sei ein Kräftegleichgewicht zwischen Bourgeoisie und [[Proletariat]], quasi ein [[Patt]] im [[Klassenkampf]]. Der [[Napoleon III.|bonapartistische Herrscher]] stütze sich soziologisch auf Deklassierte aller Klassen, z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Lumpenproletariat]] oder die Masse der unpolitischen [[Kleinbauer]]n, wodurch er in der [[Exekutive]] eine relative Unabhängigkeit von der Bourgeoisie erlange.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenin]] definierte den Bonapartismus wie folgt: „Die sich auf den Militärklüngel stützende Macht laviert zwischen den beiden sich feindlich gegenüberstehenden Klassen und Kräften, die sich gegenseitig mehr oder weniger die Waage halten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch dafür sei auch die dreifache Bestätigung der Machtposition:&lt;br /&gt;
# Wahl des Kaisers durch den [[Senat]]&lt;br /&gt;
# [[plebiszit]]äre Elemente, Volksabstimmung d. h. Kaiser durch den Willen der Nation, auf Prestige abzielende imperialistische Außenpolitik zur Mobilisierung der Massen&lt;br /&gt;
# Segen durch den [[Papst]] – als Gegenleistung schloss Napoleon I. ein [[Konkordat]] und Napoleon III. rettete den [[Kirchenstaat]] vor der italienischen Revolution&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach dem Sturz des [[Zweites Kaiserreich|Zweiten Kaiserreichs]] gab es eine starke bonapartistische Bewegung in Frankreich, das sogenannte „Hoffen auf den [[Boulangismus|Boulanger-Putsch]]“. Auch nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] existierte noch eine bonapartistische [[Fraktion (Politik)|Fraktion]] im [[Französisches Parlament|Französischen Parlament]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DDR-Historiker [[Ernst Engelberg]] charakterisierte auch die Herrschaft des deutschen Reichskanzlers [[Otto von Bismarck]] als bonapartistisch.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Engelberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland 1871–1897&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der deutschen Geschichte (Beiträge).&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8). Berlin 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Oktoberrevolution]] wurde der Begriff von Lenin auf die [[Alexander Fjodorowitsch Kerenski|Kerenski]]-Regierung angewendet, später wurden im [[Trotzkismus|trotzkistischen]] Umfeld viele europäische Regierungen der [[Zwischenkriegszeit]] als bonapartistisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die autoritären und faschistischen Regierungsformen des 20. Jahrhunderts mit dem Bonapartismus in Verbindung gebracht werden können, ist unter marxistischen Theoretikern umstritten. [[August Thalheimer]] betrachtete den Bonapartismus als Vorläufer des [[Faschismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zum Beispiel Napoleons wird bisweilen die Person des römischen Diktators [[Gaius Julius Caesar]] gestellt; deshalb gibt es auch nur geringe Unterschiede zwischen dem [[Cäsarismus]] und dem Bonapartismus. Auch Caesar ließ sich nach seinem militärischen Sieg über seine innenpolitischen Gegner scheinbar vom Volk ausgehend schrittweise immer höhere Ehren antragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Faschismustheorie#Marxistische Faschismustheorien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael Erbe]]: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon III. 1848/52–1870.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter C. Hartmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Französische Könige der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498–1870.&amp;#039;&amp;#039; München 1994, S. 422–452.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Gollwitzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Cäsarismus Napoleons III.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historische Zeitschrift]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 173 (1952), S. 23–75.&lt;br /&gt;
* [[Dieter Groh]]: &amp;#039;&amp;#039;Cäsarismus, Napoleonismus, Bonapartismus, Führer, Chef, Imperialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Otto Brunner (Historiker)|Otto Brunner]], Werner Conze, [[Reinhart Koselleck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Stuttgart 1972, S. 726–767.&lt;br /&gt;
* Karl Hammer, Peter Claus Hartmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Bonapartismus. Historisches Phänomen und politischer Mythos. 13. deutsch-französisches Historikerkolloquium des Deutschen Historischen Instituts Paris in Augsburg vom 26. bis 30. September 1975&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beihefte der [[Francia (Zeitschrift)|Francia]].&amp;#039;&amp;#039; 6). Artemis, München/Zürich 1977, ISBN 3-7608-4656-4 ([https://perspectivia.net/receive/ploneimport_mods_00010173 online] auf [[perspectivia.net]]).&lt;br /&gt;
* [[Jörn Leonhard]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein bonapartistisches Modell? Die französischen Regimewechsel 1799, 1851 und 1940 im Vergleich.&amp;#039;&amp;#039; In: Helmut Knüppel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wege und Spuren: Verbindungen zwischen Bildung, Kultur, Geschichte und Politik. Festschrift für [[Joachim-Felix Leonhard]].&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2007, S. 277–294.&lt;br /&gt;
* Werner Mackenbach: &amp;#039;&amp;#039;Bonapartismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2, Argument-Verlag, Hamburg 1995, Sp. 283–290.&lt;br /&gt;
* [[Karl Marx]]: &amp;#039;&amp;#039;Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte.&amp;#039;&amp;#039; Erstausgabe 1852, In: &amp;#039;&amp;#039;[[Marx-Engels-Werke]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8, S. 111–207.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Wagner (Soziologe)|Thomas Wagner]]: &amp;#039;&amp;#039;Direkte Demokratie als Mogelpackung. Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus&amp;#039;&amp;#039;, Köln 2011.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Wippermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Bonapartismustheorie von Marx und Engels&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Theorie der Politik&amp;#039;&amp;#039;, A, Bd. 6, zugleich [[Habilitationsschrift]], [[FU Berlin]]). Klett-Cotta, Stuttgart 1982, ISBN 3-12-912220-6.&lt;br /&gt;
* [[Heiner Wittmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon Bonaparte 1769-1821. Der Bonapartismus und die Napoleon-Legende.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2021, ISBN 978-3-9815560-6-3.&lt;br /&gt;
* Manfred Wüstenmeyer: &amp;#039;&amp;#039;Demokratische Diktatur. Zum politischen System des Bonapartismus im Zweiten Empire.&amp;#039;&amp;#039; Köln/Wien 1986.&lt;br /&gt;
* [[Theodore Zeldin]]: &amp;#039;&amp;#039;The political System of Napoleon III.&amp;#039;&amp;#039; London 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [[Karl Marx]]: [https://www.projekt-gutenberg.org/marx/brumaire/Kapitel1.html &amp;#039;&amp;#039;Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon&amp;#039;&amp;#039;] auf [[Projekt Gutenberg]]&lt;br /&gt;
* [[Leo Trotzki]]: [https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1935/02/index.htm &amp;#039;&amp;#039;Arbeiterstaat, Thermidor und Bonapartismus. Eine historisch-theoretische Untersuchung&amp;#039;&amp;#039;] auf [[Marxists Internet Archive|marxists.org]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4007637-4|LCCN=sh/87/5552}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Monarchismus in Frankreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Napoleon Bonaparte als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Napoleon III.]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jürgen Oetting</name></author>
	</entry>
</feed>