<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bolwieser</id>
	<title>Bolwieser - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bolwieser"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolwieser&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T12:13:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolwieser&amp;diff=2869185&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolwieser&amp;diff=2869185&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-06T18:11:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Film&lt;br /&gt;
| Bild             =&lt;br /&gt;
| Originaltitel    = Bolwieser&lt;br /&gt;
| Produktionsland  = [[Bundesrepublik Deutschland]]&lt;br /&gt;
| Originalsprache  = [[Deutsche Sprache|Deutsch]]&lt;br /&gt;
| Erscheinungsjahr = 1977&lt;br /&gt;
| Länge            = 201 (112)&lt;br /&gt;
| FSK              = 12&lt;br /&gt;
| JMK              =&lt;br /&gt;
| Regie            = [[Rainer Werner Fassbinder]]&lt;br /&gt;
| Drehbuch         =&lt;br /&gt;
* [[Rainer Werner Fassbinder]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;nach dem Roman von&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Oskar Maria Graf]]&lt;br /&gt;
| Produzent        = [[Harry R. Sokal|Henry Sokal]]&lt;br /&gt;
| Produktionsunternehmen = [[Bavaria Film]]&lt;br /&gt;
| Musik            =&lt;br /&gt;
* [[Peer Raben]], [[Gustav Mahler]],&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Amadeus Mozart]]&lt;br /&gt;
| Kamera           = [[Michael Ballhaus]]&lt;br /&gt;
| Schnitt          =&lt;br /&gt;
* [[Ila von Hasperg]], [[Juliane Lorenz]]&lt;br /&gt;
* [[Rainer Werner Fassbinder|Franz Walsch]] &amp;lt;small&amp;gt;(Kinofassung)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Besetzung        =&lt;br /&gt;
* [[Kurt Raab]]: Xaver Ferdinand Maria Bolwieser (Stationsvorsteher)&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth Trissenaar]]: Hanni Bolwieser&lt;br /&gt;
* [[Bernd Helfrich|Bernhard Helfrich]]: Franz Merkl&amp;lt;br /&amp;gt;(Metzger und Gastwirt)&lt;br /&gt;
* [[Udo Kier]]: Schafftaler (Friseur)&lt;br /&gt;
* [[Volker Spengler]]: Mangst (Sekretär)&lt;br /&gt;
* [[Armin Meier (Schauspieler)|Armin Meier]]: Scherber (Aspirant)&lt;br /&gt;
* [[Karl-Heinz von Hassel]]: Windegger (Oberförster)&lt;br /&gt;
* [[Gustl Bayrhammer]]: Neidhart (Hannis Vater)&lt;br /&gt;
* [[Maria Singer]]: Frau Neidhart&lt;br /&gt;
* [[Willy Harlander]]: Stempflinger&lt;br /&gt;
* [[Hannes Kaetner]]: Lederer&lt;br /&gt;
* [[Gusti Kreissl]]: Frau Lederer&lt;br /&gt;
* [[Helmut Alimonta]]: Hartmannseder&lt;br /&gt;
* [[Peter Kern (Schauspieler)|Peter Kern]]: Treuberger&lt;br /&gt;
* [[Gottfried John]]: Finkelberger (Scheidungsanwalt)&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Zwerenz]]: Fährmann&lt;br /&gt;
* [[Helmut Petigk]]: Wirt&lt;br /&gt;
* [[Sonja Neudorfer]]: Wirtin&lt;br /&gt;
* [[Monika Teuber]]: Mariele&lt;br /&gt;
* [[Nino Korda]]: Rechtsanwalt&lt;br /&gt;
* [[Hannes Gromball]]: Richter im Amtsgericht&lt;br /&gt;
* [[Alexander Allerson]]: Vorsitzender&lt;br /&gt;
* [[Manfred Günther (Schauspieler)|Manfred Günther]]: Verteidiger&lt;br /&gt;
* [[Roland Henschke]]: Richter in Werburg&lt;br /&gt;
* [[Adolph Gruber]]: Angeklagter Bauer&lt;br /&gt;
* [[Doris Mattes]]: Zeugin&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Radke]]: Schneider (Justizrat)&lt;br /&gt;
* [[Liselotte Eder|Liselotte Pempeit]]: Frau Käser&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Weiser]]: Sailerbub&lt;br /&gt;
* [[Elma Karlowa]]: Krankenschwester&lt;br /&gt;
* [[Isolde Barth]]: 1. Animierdame&lt;br /&gt;
* [[Margot Mahler]]: 2. Animierdame&lt;br /&gt;
* [[Renate Muhri]]: Hure&lt;br /&gt;
* [[Monica Gruber]]: Kellnerin&lt;br /&gt;
* [[Kitty Buchhammer|Katharina Buchhammer]]: Barwirtin&lt;br /&gt;
* [[Karl Scheydt]]: Wärter&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Titel eines zweiteiligen Fernsehfilms des deutschen Regisseurs, Autors und Darstellers [[Rainer Werner Fassbinder]], hergestellt im Auftrag des [[ZDF]]. Die Kinofassung des Films wurde erst 1983 gezeigt. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von [[Oskar Maria Graf]] aus dem Jahr 1931, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Es ist Fassbinders 28.&amp;amp;nbsp;Spielfilm in acht Jahren. Thematisiert wird die unterwürfige Beziehung des Bahnhofsvorstehers Bolwieser ([[Kurt Raab]]) zu seiner Frau Hanni ([[Elisabeth Trissenaar]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handlung ==&lt;br /&gt;
Der preußisch-pflichtbewusste Bahnhofsvorsteher Xaver Bolwieser versucht, es seiner Frau Hanni rechtzumachen, wo immer es geht. Saufgelage mit seinen Freunden unterlässt er ihr zuliebe. Hanni langweilt sich jedoch zunehmend in ihrem Leben als Hausfrau. Das ändert sich, als ihr alter Schulfreund Frank Merkl im Ort eine Wirtschaft übernimmt. Sie leiht ihm Geld aus ihrer Erbschaft, schickt ihren Mann zur Ankurbelung des Geschäfts wieder in die Kneipe und freut sich an den Tanzveranstaltungen in der Wirtschaft. Da Xaver nicht tanzt, kommt sie Frank Merkl beim Tanzen näher. Daraus entwickelt sich eine Liebesaffäre, die von immer mehr Dorfbewohnern beobachtet wird. Xaver merkt zunächst nichts, wundert sich jedoch einmal über ein leeres Bett, als er im Nachtdienst nach Hanni schaut. Erst nachdem er auf einer Beerdigungsfeier dem Spott der Dorfbewohner ausgesetzt ist, wagt Xaver, Hanni auf den Tratsch anzusprechen. Sie reagiert mit Entrüstung und vorwurfsvollen Worten. Als Merkl erfährt, dass Dorfbewohner über ihn und Hanni geredet haben, verklagt er sie. Xaver tritt als Zeuge auf und schwört unter Eid, dass er nie einen Verdacht gehegt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Hanni das Verhältnis mit Merkl aufgibt, wird sie mit Bolwieser nicht mehr glücklich. Als sich der Friseur Schafftaler für Hanni interessiert, fängt sie eine neue Liebschaft mit ihm an. Das bleibt Merkl nicht verborgen. Er bedrängt Hanni, das Verhältnis mit ihm fortzusetzen. Als sie ihn zurückweist und ihm wegen seiner Aufdringlichkeit auch den Kredit kündigt, rächt er sich: Er berichtet Bolwieser „als Freund“ von Hannis Verhältnis mit dem Friseur. Der nimmt das resigniert hin. Er duldet auch, dass Hanni unter einem Vorwand eine Woche mit dem Friseur verreist. Doch Merkls Rache ist noch nicht zu Ende: Er zeigt Bolwieser wegen Meineids an. In seinem Pflichtbewusstsein kann der nicht anders als gestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn ich die Geschichten von anderen verfilme, liegt das daran, dass ich sie genauso gut auch selbst hätte schreiben können, da sie sich mit Problemen und Themen beschäftigen, mit denen ich mich bereits in meinen eigenen Stoffen beschäftigt habe.|Fassbinder zur &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039;-Verfilmung, 1977.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Es ist besser, Schmerzen zu genießen als sie nur zu erleiden&amp;#039;&amp;#039;, Interview mit Christian Braad Thomsen, 1977; S.&amp;amp;nbsp;401, in: &amp;#039;&amp;#039;Fassbinder über Fassbinder&amp;#039;&amp;#039;, Robert Fischer [Hrsg.], Verlag der Autoren, Frankfurt, 2004&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regie ===&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich sagte Ja, bevor ich das Buch überhaupt gelesen habe. Als ich es dann las, war ich überglücklich. […] Er hat genau gewusst, welchen Schauspieler er für welche Rolle brauchte, und das war dann schon ein weiterer Schritt in die Arbeit hinein. […] Bei &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; hat er fast nichts zu mir gesagt, was die Rollenführung angeht. Offensichtlich brachte ich das, was er sich vorgestellt hat. […] Ein Regisseur muss schon viel mehr als gute Menschenkenntnis besitzen, um in dem Schauspieler […] den Menschen zu finden, dessen Charakterzüge und Leidenschaften die Figur am reichsten zum Blühen bringt. Rainer hat diese Fähigkeit gehabt. Er konnte sehr tief in jemanden reinsehen.|Elisabeth Trissenaar im Gespräch mit Juliane Lorenz |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Luftzeichen, nicht greifbar&amp;#039;&amp;#039;, Interview von [[Juliane Lorenz]] mit [[Elisabeth Trissenaar]], S.&amp;amp;nbsp;308 in: &amp;#039;&amp;#039;Das ganz normale Chaos&amp;#039;&amp;#039;, Gespräche über Rainer Werner Fassbinder, Juliane Lorenz (Hrsg.), Henschel Verlag, Berlin, 1995, ISBN 3-89487-227-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Produktion ===&lt;br /&gt;
Die Dreharbeiten erfolgten an 40&amp;amp;nbsp;Tagen im Oktober/November 1976, unter anderem im [[Oberfranken|oberfränkischen]] [[Bahnhof Marxgrün]] und in [[Hof (Saale)]], in Teilen der Altstadt und im ehemaligen Café Moltke.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ubeeh.net/notes/9jdf1sbob04k80xwrrdayygzmdt483 &amp;#039;&amp;#039;Seeing Fassbinder at Work – and not remembering much&amp;#039;&amp;#039;], auf ubeeh.net&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Produktionskosten beliefen sich auf ca. 1,8&amp;amp;nbsp;Millionen [[Deutsche Mark|DM]]. Die Erstausstrahlung beider Fernsehfilm-Teile (201 Minuten) erfolgte am 31.&amp;amp;nbsp;Juli [[Filmjahr 1977|1977]] im [[ZDF]]; die kürzere Kinoversion (112 Minuten) wurde aus rechtlichen Gründen erst an Fassbinders erstem Todestag am 10. Juni 1983 uraufgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Werkschau-Programm&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rainer Werner Fassbinder Werkschau – Programm&amp;#039;&amp;#039;, Rainer Werner Fassbinder Foundation (Hrsg.), Berlin 1992&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Mein erster Film mit ihm als Regisseur war &amp;#039;&amp;#039;[[Despair – Eine Reise ins Licht|Despair]]&amp;#039;&amp;#039;, der Film wurde von der Bavaria für die Geria produziert […]. Rainer hatte zuvor bei uns &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; gedreht und einen fürchterlichen Krach mit dem Produktionsleiter und dem Aufnahmeleiter gehabt. Die hatten am Schluss Drehortverbot. Als es dann hieß, &amp;#039;&amp;#039;Despair&amp;#039;&amp;#039; wird gemacht, schränkte sich der Kreis der Leute in der Bavaria, die dafür in Frage kamen, sehr ein. Einige fühlten sich durch die vorangegangene Produktion geschädigt, andere ergriffen gleich die Flucht. So ist das zwangsläufig auf mich zugekommen. Eine tolle Produktion. |Dieter Minx im Gespräch mit Juliane Lorenz |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Fast eine verklärte Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Interview von [[Juliane Lorenz]] mit Dieter Minx, S.&amp;amp;nbsp;273 in: &amp;#039;&amp;#039;Das ganz normale Chaos&amp;#039;&amp;#039;, Gespräche über Rainer Werner Fassbinder, Juliane Lorenz (Hrsg.), Henschel Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-227-6&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
[[Peer Raben]] antwortete auf die Frage, ob er ein Beispiel nennen könne, bei dem die Zusammenarbeit mit [[Rainer Werner Fassbinder|Fassbinder]] – zwischen der Musik, den Bildern und der Geschichte – vollkommen funktioniert habe:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ja, das war der Fall vor allem bei dem Film &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; nach dem Roman von [[Oskar Maria Graf]]. Fassbinder wollte in diesem Film, dass die Musik aus einer erkennbaren Quelle kommt. Er hatte die Idee, dass Herr und Frau Bolwieser eine Lieblingsplatte haben, die sie immer wieder aufs [[Grammophon]] legen. Da konnte ich ihn überreden, dass er ein [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]-[[Menuett]] nimmt, ein unbekanntes. Ich habe das dann als Motiv für die Weiterentwicklung verwendet. Dadurch, dass es sich ständig verändert, konnte es mit der Beziehung zwischen Bolwieser und seiner Frau fortschreiten. |Peer Raben im Interview mit Herbert Gehr |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Arbeit ohne Endpunkt&amp;#039;&amp;#039;, [[Peer Raben]] im Interview mit Herbert Gehr, S.&amp;amp;nbsp;75 in: &amp;#039;&amp;#039;Das ganz normale Chaos&amp;#039;&amp;#039;, Gespräche über Rainer Werner Fassbinder, Henschel Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-227-6&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Film verwendet Peer Raben das Thema &amp;#039;&amp;#039;Urlicht&amp;#039;&amp;#039; aus der &amp;#039;&amp;#039;2. Sinfonie (Auferstehungssinfonie)&amp;#039;&amp;#039; von [[Gustav Mahler]] sowie das [[Menuett]] K334 von [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Fassbinder über Fassbinder&amp;#039;&amp;#039;, [[Robert Fischer (Filmpublizist)|Robert Fischer]] (Hrsg.), Seite 641, [[Verlag der Autoren]], Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-88661-268-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kamera ===&lt;br /&gt;
{{Zitat|Bei &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; hatten wir ein paar sehr komplizierte Fahrten und Einstellungen, für die man heute wahrscheinlich die doppelte Zeit und das dreifache Geld brauchen würde. Das waren Situationen, in denen ich seinen Ehrgeiz, das auf jeden Fall zu schaffen, seinen Druck ans Team weitergegeben habe. Ich habe dabei gelernt, muss ich sagen, sehr präzise, sehr genau und sehr schnell zu sein, was mir später in Amerika sehr geholfen hat. |Michael Ballhaus im Gespräch mit Juliane Lorenz |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eine neue Art von Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;, Interview von [[Juliane Lorenz]] mit [[Michael Ballhaus]], S.&amp;amp;nbsp;204 in: &amp;#039;&amp;#039;Das ganz normale Chaos&amp;#039;&amp;#039;, Gespräche über Rainer Werner Fassbinder, Juliane Lorenz (Hrsg.), Henschel Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-227-6&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die besondere Leistung Fassbinders besteht nicht zuletzt darin, in dem 1931 erschienenen Romanstoff aus der Sicht von heute Bezüge herzustellen zur kleinbürgerlich-geistigen Provinz, die den Bodensatz zur Großmannssucht und Brutalität des [[Faschismus]] bildete. Kompensiert sich Bolwiesers scheinbar unpolitisches Denken, das sich auch in seiner Abneigung gegen einen Eisenbahnerstreik zu zeigen scheint, in seinem Verhalten zu seinen Dienstuntergebenen jäh in befehlshaberischen Allüren, so bereiten sich die Unterdrückten bereits in Naziuniform auf den Tag der Rache vor. Doch sind sie allesamt keine selbstbewussten Personen, sondern Gliederpuppen, an deren Fäden man nur zu ziehen brauchte.|Manfred Delling, Deutsches Allgemeinen Sonntagsblatt, 7. Juni 1977.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;FassbinderFoundation&amp;quot;&amp;gt; {{Webarchiv|text=Kritik zitiert nach &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; auf &amp;#039;&amp;#039;FassbinderFoundation.de&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.fassbinderfoundation.de/de/texte_detail.php?id=32&amp;amp;textid=108 |wayback=20081228105731}} Zugriff am 26. Januar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es ist die alte Geschichte, doch ist sie immer wieder neu. Neu vor allem in der brillanten szenischen Übersetzung Fassbinders. Er hat dem stilistisch keineswegs bemerkenswerten Buch durch seinen [[cineast]]ischen Stil eine eigene Dimension gleichsam abgelistet: das Züngelnde, Witternde, Rechenhafte des [[Kleinbürger]]tums, das immer auf dem Grat zur Brutalität lebt. Die hündische Unterwürfigkeit des Herrn Vorstands Bolwieser kippt ebenso rasch um in Kommandoton, Ferkelhaftigkeit und Puffseligkeit. Der Film hat die Eindringlichkeit von [[Wolfgang Staudte|Staudtes]] [[Heinrich Mann|Heinrich-Mann]]-Verfilmung – &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untertan (Film)|Der Untertan]]&amp;#039;&amp;#039;, so perfekt wie perfide wie pervers.|Fritz J. Raddatz, Die Zeit, 29. Juli 1977.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;RWF-Werkschau&amp;quot;&amp;gt;Kritik zitiert nach &amp;#039;&amp;#039;Rainer Werner Fassbinder Werkschau - Programm&amp;#039;&amp;#039;, Rainer Werner Fassbinder Foundation (Hrsg.)., Berlin, 1992&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Fassbinder stilisiert dieses Drama der Lebenslüge vom privaten Glück zu einem überdrehten, grotesken Kleinbürger-Totentanz. Dabei versteht er es, den Zuschauer in die Rolle eines unfreiwilligen [[Voyeurismus|Voyeurs]] zu drängen: Er lässt seine Figuren sich bis zum Äußersten bloßstellen, entblättert sie gnadenlos, beobachtet sie aus einer Art Schlüssellochperspektive – durch Fenster, Türen, wucherndes Interieur. Glänzend seine Kamerabewegungen, die Distanz schaffen und dabei den Blickwinkel immer neu definieren, den Zuschauer mitnehmen: eine Kamera-Choreographie für dieses perfekt durchkomponierte [[Melodram (Film)|Melodram]].|Vivian Naefe, Abendzeitung (München), 2. August 1977.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;FassbinderFoundation&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Bolwieser setzt die lange Reihe der verratenen Liebhaber fort, die in den frühen Filmen und in &amp;#039;&amp;#039;[[Faustrecht der Freiheit]]&amp;#039;&amp;#039; meist von Fassbinder selbst gespielt wurden. Zu den Stärken von &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; gehören jene Augenblicke, in denen die Figur Bolwiesers und die Personen um ihn herum, vor allem seine Untergebenen im Bahnhof, transparent werden für die gesellschaftlichen Ursachen und Folgen ihrer Deformationen, wenn hinter dem unreifen Kleinbürger Bolwieser der Typ des Untertans sichtbar wird, auf den sich das nachfolgende Naziregime stützen konnte, und hinter den Eisenbahnangestellten, von denen einer schon [[Sturmabteilung|SA]]-Uniform trägt, der Typ des Sadisten, wie ihn das „[[Drittes Reich|Dritte Reich]]“, jedenfalls für „besondere“ Aufgaben, auch brauchte.|[[Wilhelm Roth (Filmkritiker)|Wilhelm Roth]], Reihe Film, 1979.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kommentierte Filmographie&amp;#039;&amp;#039;, Wilhelm Roth, in &amp;#039;&amp;#039;Rainer Werner Fassbinder&amp;#039;&amp;#039;, Reihe Film 2, Reihe Hanser 175, Seite 168, Hanser, München / Wien 1979, ISBN 3-446-12946-4.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In der Kinofassung, die um rund eineinhalb Stunden gekürzt ist, bleibt der Hintergrund weitgehend ausgespart. Dennoch hat man in keinem Augenblick das Gefühl, dass etwas fehlt. Fassbinder hat mit großer Abstraktionsfähigkeit sich auf das optische Kammerspiel einer allmählich scheiternden Ehe konzentriert und dabei doch auf unheimlich geschickte Weise genügend Andeutungen übrig gelassen, dass niemand über die Motive im Zweifel sein kann. Allein diese Kürzung ist eine handwerkliche Meisterleistung, die aus dem Kinostück nicht nur einen völlig neuen Film macht, sondern dieser Ehegeschichte eine Konzentration und Geschlossenheit verleiht, die an Raffinesse kaum zu überbieten ist.|Peter Buchka, Süddeutsche Zeitung, 10. Juni 1983.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;RWF-Werkschau&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|&amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; ist die Geschichte eines kleinbürgerlichen Provinzbeamten, der an seinem Verlangen nach Liebe kaputtgeht: Seine zu schöne, zu raffinierte Frau richtet ihn lächelnd zugrunde. (…) Jetzt erst, am ersten Jahrestag von Fassbinders Tod, kommt dieser &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039;-Film in die Kinos. Noch entschiedener als im TV-Zweiteiler hat da Fassbinder das Roman-Panorama einer Kleinstadtgesellschaft beiseite geschoben und sich ganz in den Innenraum einer Ehe hinein begeben, in die Rituale eines Lust- und Vernichtungs-Zweikampfes. [[Elisabeth Trissenaar]] gegen [[Kurt Raab]], [[Erich von Stroheim|Stroheimsche]] Grellheit und üppiges, auch manieriertes Melodram, eine Fassbindersche Psycho-Kiste - heute erscheint &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser&amp;#039;&amp;#039; wie ein faszinierender erster Entwurf zu &amp;#039;&amp;#039;[[Lola (1981)|Lola]]&amp;#039;&amp;#039;.|Der Spiegel, 6. Juni 1983.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14021735.html Kritik in &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;] Nr. 23, 1983, zitiert nach &amp;#039;&amp;#039;Spiegel.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ein triebhaft verblendeter Ehemann wird von seiner Frau betrogen und zugrunde gerichtet. Hinter dem privaten [[Melodram (Film)|Melodram]] versteckt, inszenierte Fassbinder ein tragisch-ätzendes Porträt der deutschen Kleinbürgerseele im Vorfeld des [[Nationalsozialismus]]. Entschlossen expressiv stilisierend, entblößt der Film in den Personen gesellschaftliche Krankheiten, ohne die Menschen selbst zu [[Denunziation|denunzieren]].|Film-Dienst, 2002.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[http://cinomat.kim-info.de/filmdb/filme.php?filmnr=6405 Kritik auf &amp;#039;&amp;#039;CinOmat.kim-info.de&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Oskar Maria Graf: &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser: Roman einer Ehe.&amp;#039;&amp;#039; List, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-60987-4.&lt;br /&gt;
* Oskar Maria Graf: &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser – Roman eines Ehemanns.&amp;#039;&amp;#039; Drei Masken Verlag, München 1931 (Erstausgabe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{IMDb|tt0075776}}&lt;br /&gt;
* {{Filmportal|899e259f65ab44d1b3baec6c03c80389}}&lt;br /&gt;
* [https://www.fassbinderfoundation.de/movies/bolwieser-tv/ &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser (TV-Version)&amp;#039;&amp;#039;], Film- und Hintergrundinformationen, Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin&lt;br /&gt;
* [https://www.fassbinderfoundation.de/movies/bolwieser-kino/ &amp;#039;&amp;#039;Bolwieser (Kinoversion)&amp;#039;&amp;#039;], Film- und Hintergrundinformationen, Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Filme von Rainer Werner Fassbinder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bolwieser}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Filmtitel 1977]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Film]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fernsehfilm (ZDF)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literaturverfilmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rainer Werner Fassbinder]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>