<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bolschewismus</id>
	<title>Bolschewismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bolschewismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolschewismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T09:25:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolschewismus&amp;diff=40610&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rita2008: /* Weblinks */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bolschewismus&amp;diff=40610&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-26T20:52:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bolschewismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Wortherkunft: [[Bolschewiki]]; wörtlich übersetzt ‚Mehrheitler‘, eine Fraktion der [[Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands|Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands]]) war zunächst ein [[Ideengeschichte|ideengeschichtlicher]] Begriff, mit dem die von [[Wladimir Iljitsch Uljanow|Lenin]] geschaffene [[Weltanschauung|weltanschaulich]]-politische Lehre und die auf die russischen Verhältnisse angewandte Auslegung des [[Marxismus]] bezeichnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Verlag Herder|Herder]] Lexikon Politik&amp;#039;&amp;#039;. Mit rund 2000 Stichwörtern sowie über 140 Graphiken und Tabellen, Sonderauflage für die [[Landeszentrale für politische Bildung]] NRW, Freiburg/Basel/Wien 1993, S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der politischen Philosophie entsprach der Bolschewismus dem [[Dialektischer Materialismus|Dialektischen Materialismus]], in der [[Ideologie|ideologisch]]-politischen Bedeutung zunächst (bis 1924) dem [[Leninismus]], später dann dem [[Marxismus-Leninismus]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot; /&amp;gt; Zunächst konkret von der radikalen [[Fraktion (Politik)|Fraktion]] der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR), den Bolschewiki, als Eigenbezeichnung benutzt, wurde in der Folge der [[Russische Revolution|Russischen Revolutionen]] von 1905 und 1922 das Bild vom „Bolschewismus“ vornehmlich von erklärten „Antibolschewisten“ geprägt und als Kampfbegriff gegen sämtliche [[Kommunistische Partei|Kommunistische Parteien]] in [[Europa]] verwendet. In Deutschland hefteten insbesondere die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] dem Begriff ein [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitisches]] Vorzeichen an, so dass in der Folge die Begriffe „Bolschewist“ und „Jude“ propagandistisch nahezu synonym verwendet wurden (siehe auch „[[jüdischer Bolschewismus]]“). Zur Etablierung dieser [[Gesinnung]] hatte vor allem der NS-Chefideologe [[Alfred Rosenberg]] beigetragen,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Piper]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. Hitlers Chefideologe, München 2005, ISBN 3-89667-148-0, S. 49 und 427.&amp;lt;/ref&amp;gt; der die Revolution von 1917 in Moskau als Student miterlebte und 1922 seine antisemitische Kampfschrift &amp;#039;&amp;#039;Pest in Russland&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte. Im Rahmen des [[Ost-West-Konflikt]]s nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] verloren der Bolschewismus als politisches Phänomen und auch der Begriff selbst immer mehr an Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Russische Revolution ==&lt;br /&gt;
=== Politische Ideologie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kustodiev The Bolshevik.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Der Bolschewik&amp;#039;&amp;#039;, Ölgemälde von [[Boris Michailowitsch Kustodijew|Boris Kustodijew]] aus dem Jahr 1920]]&lt;br /&gt;
Innerhalb der [[Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands|Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands]] (SDAPR) bildete sich eine revolutionär gesinnte, radikale Richtung heraus, deren bedeutendster Protagonist [[Wladimir Iljitsch Lenin]] war. Alsbald bezeichneten sie ihre eigene politische Gesinnung als Bolschewismus. Den Kern der [[Ideologie]] bildeten Theorien und politische Programme zur Eroberung der politischen [[Macht]] durch eine [[Klassenbewusstsein|klassenbewusste]] kämpferische [[Elite]] von Berufsrevolutionären und die Errichtung einer „[[Diktatur des Proletariats]]“, verbunden mit der [[Sozialismus|sozialistischen]] Vorstellung und dem Ziel einer [[Klassenlose Gesellschaft|klassenlosen Gesellschaft]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot; /&amp;gt; Durch diesen [[Voluntarismus|voluntaristischen]] Ansatz, wonach die Revolution durch das Planen und Handeln der revolutionären Elite herbeigeführt werden müsse, unterscheidet sich der Bolschewismus vom Denken Marx’, der [[Determinismus|deterministisch]] ein beinahe naturnotwendiges Eintreten der Revolution bei entsprechender Entwicklung der [[Produktionsverhältnisse]] vorausgesagt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Wirsching]], &amp;#039;&amp;#039;Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg?&amp;#039;&amp;#039;, Oldenbourg, München 1999, S. 30; Jürgen Hartmann, Bernd Meyer und Birgit Oldopp, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der politischen Ideen&amp;#039;&amp;#039;, Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2002, S. 212; John H. Kautsky, &amp;#039;&amp;#039;Marxism and Leninism. Different Ideologies&amp;#039;&amp;#039;, Neuauflage, Transaction Publishers, New Brunswick 2002, S. 55 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Hintergründe ===&lt;br /&gt;
Die Anhänger Lenins, die einen baldigen Umsturz in Russland forderten, errangen auf dem zweiten Parteitag der SDAPR in [[London]], der 1903 stattfand, die Mehrheit ([[Russische Sprache|russisch]] Большинство; &amp;#039;&amp;#039;bolschinstwo&amp;#039;&amp;#039;), weswegen sie „[[Bolschewiki]]“ („Mehrheitler“) genannt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot; /&amp;gt; Die Minderheit ([[Russische Sprache|russisch]] меньшинство; &amp;#039;&amp;#039;menschinstwo&amp;#039;&amp;#039;), die auf Reformen setzten, wurden hingegen als „[[Menschewiki]]“ („Minderheitler“) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Russische Revolution|Russischen Revolution]] entwickelte sich der Fraktionsname zu einem politischen Kampfbegriff, so beispielsweise in den politischen Gesinnungen gegen den [[Leninismus]]. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion ([[KPdSU]]) beharrte allerdings auf den Begriff Bolschewismus als Eigenbezeichnung. Ihr Parteiname trug noch bis 1952 den Zusatz „Bolschewiki“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weimarer Republik ==&lt;br /&gt;
=== Völkische Bewegung ===&lt;br /&gt;
Der Bolschewismus wurde sowohl in der [[Weimarer Republik]] als auch in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] von erklärten [[Antikommunismus|antikommunistischen]] Gegnern bekämpft. Mit der Gründung des [[Antibolschewistische Liga#Einrichtung des Antibolschewistenfonds|Antibolschewismusfonds]] flossen Gelder deutscher Unternehmer für die „[[Freikorps]]“ genannten Privatarmeen, die die [[Räterepublik|Rätebewegung]] in ganz Deutschland mit Gewalt bekämpften. Durch diesen Fonds wurden antisozialistische und [[Völkische Bewegung|völkische Gruppierungen]] gezielt finanziert sowie die frühen nationalsozialistischen Bewegungen und Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialisten ===&lt;br /&gt;
Bereits in der Entstehungsphase der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] in der Weimarer Republik wurde der Ausdruck Bolschewismus von Nationalsozialisten unter einem [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischen]] Vorzeichen interpretiert. So hieß es in einem 1918 veröffentlichten und von [[Anton Drexler]] unterzeichneten Flugblatt, dass der Bolschewismus „jüdischer Betrug“ sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert in: Ernst Piper: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 43. (Angegebene Quelle: MSt Pol. Dir. M 6.697.)&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Alfred Rosenberg]], der ebenfalls Gründungsmitglied der NSDAP sowie bekennender Antisemit war, später dann zum Chefideologen dieser Partei wurde, war von der Russischen Revolution dermaßen beeindruckt, dass er einen Kampf gegen den „Bolschewismus“ als notwendig erachtete. Im Jahr  1918 urteilte er, hierzu sei allein [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] in der Lage.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter M. Manasse: &amp;#039;&amp;#039;Verschleppte Archive und Bibliotheken&amp;#039;&amp;#039;. Die Tätigkeit des Einsatzstabes Rosenberg während des Zweiten Weltkrieges, St. Ingbert 1997, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur ein Jahr später, im Jahre 1919, suchte Rosenberg – wie er viele Jahre später schrieb – [[Dietrich Eckart]] auf, weil er „irgendwie über den Bolschewismus und die Judenfrage zu schreiben“ wünschte.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Rosenberg: &amp;#039;&amp;#039;Letzte Aufzeichnungen&amp;#039;&amp;#039;, Göttingen 1955, S. 71 f. [http://d-nb.info/575891793 DNB] (Bitte beachten, dass diese Schrift von seinem ehemaligen Mitarbeiter [[Heinrich Härtle]] publiziert wurde. Dieser hatte partiell Passagen gestrichen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein Vergleich mit diesem Buch zeigt: [[Serge Lang (Journalist)|Serge Lang]]/Ernst von Schenck: &amp;#039;&amp;#039;Portrait eines Menschheitsverbrechers&amp;#039;&amp;#039;, St. Gallen 1947, [http://d-nb.info/452703379 DNB])&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide waren 1919 Gäste der [[Thule-Gesellschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Goodrick-Clarke: &amp;#039;&amp;#039;Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Graz/Stuttgart, 1997, S. 132. (Quelle: Johannes Hering: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Thule-Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, mit Maschine geschriebenes Skript vom 21. Juni 1939, Bundesarchiv Koblenz, NS 26/865.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rosenbergs erste Veröffentlichungen im [[Völkischer Beobachter|Völkischen Beobachter]] galten den Themen [[Zionismus]] und „[[jüdischer Bolschewismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Laqueur: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Russland&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M./ Berlin 1965, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem programmatischen Titel &amp;#039;&amp;#039;Der jüdische Bolschewismus&amp;#039;&amp;#039; schrieb Rosenberg 1921 für Eckarts Schrift &amp;#039;&amp;#039;Die Totengräber&amp;#039;&amp;#039; die Einleitung, wobei er herausstellte, dass unter den russischen Revolutionären auch Juden in prominenter Position gewesen seien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper63f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Piper: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 63 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die  allermeisten der von Rosenberg herausgestellten Personen  praktizierten ihr [[Judentum]] nicht,  und nicht wenige  von ihnen fielen später den [[Josef Stalin|stalinistischen]] Säuberungsexzessen zum Opfer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper63f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Popularisierung und Verbreitung antibolschewistischer Gesinnungen in Verbindung mit [[Rassismus|rassischen Glaubensvorstellungen]] trug die 1922 von Alfred Rosenberg veröffentlichte Schrift &amp;#039;&amp;#039;Pest in Russland&amp;#039;&amp;#039; bei. Die Schrift trägt den Untertitel &amp;#039;&amp;#039;Der Bolschewismus, seine Häupter, Handlanger und Opfer&amp;#039;&amp;#039;. Auch aufgrund des Mangels an Zitaten stellte [[Walter Laqueur]] 1965 fest, dass in diesem Buch „gelehrte Hinweise in auffälliger Weise fehlen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Laquer95&amp;quot;&amp;gt;Walter Laqueur: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Russland&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M./ Berlin 1965, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem hätte Rosenberg, so Laqueur, im Rahmen der „Dämonologie“ dieses Buches, das er insgesamt mit 75 Fotografien illustrierte, „den Juden“ einen „hervorragenden Platz“ eingeräumt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Laquer95&amp;quot; /&amp;gt; Die in dieser Schrift vorgenommene „Gleichsetzung von Bolschewismus und Judentum“ sowie die unbedingte Forderung nach Gegnerschaft zu Sowjetrussland haben nicht zuletzt nach Ansicht der Historiker [[Reinhard Bollmus]] und Andreas Zellhuber „maßgeblich“ einen Eindruck bei [[Adolf Hitler]] hinterlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Zellhuber: &amp;#039;&amp;#039;„Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“&amp;#039;&amp;#039; Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, München 2006, S. 32. (Hinweis auf Bollmus: &amp;#039;&amp;#039;Amt Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. S. 224 f; O’Sullivan: &amp;#039;&amp;#039;Furcht und Faszination&amp;#039;&amp;#039;. S. 282; Kuusisto: &amp;#039;&amp;#039;Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. S. 29 und Fest: &amp;#039;&amp;#039;Hitler&amp;#039;&amp;#039;. S. 169, 202 und 308.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund Rosenbergs Wunschhaltung der [[Germanisierung]] der Sowjetunion und der damit verbundenen Sorge, bezüglich seiner Erstveröffentlichung missverstanden zu werden, ließ Rosenberg in den 1930er Jahren das Buch neu veröffentlichen,&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Rosenberg: &amp;#039;&amp;#039;Pest in Rußland&amp;#039;&amp;#039;. Der Bolschewismus, seine Häupter, Handlanger und Opfer, gekürzt von [[Georg Leibbrandt]], 3. Aufl., München 1937.{{DNB|575892285}} (4. Aufl., 1938; 5. Aufl., 1944.)&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er in dieser Version ganze Textpassagen strich oder kürzte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weissbecker154&amp;quot;&amp;gt;[[Manfred Weißbecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg. „Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme…“&amp;#039;&amp;#039;, in: Kurt Pätzold/Manfred Weißbecker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den Nürnberger Urteilen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl., Leipzig 1999, S. 154 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; An Rosenbergs grundsätzlicher Haltung hatte sich bis dahin allerdings nichts geändert. Entsprechend seiner [[Rassenideologie|rassenideologischen]] Ansicht äußerte er in dem Buch seinen Glauben, dass „der Bolschewismus“, „die Juden“ und „das Judentum“ bestrebt seien, „die Germanen“ und den „germanischen Geist“ zu [[Unterdrückung|unterdrücken]]. Daraus folgerte er am Ende der Schrift die politische Parole, dass es deswegen nur „die eine Wahl“ geben würde, nämlich „Vernichtung oder - Sieg!“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weissbecker154&amp;quot; /&amp;gt; Da Adolf Hitler die Ansichten seines NSDAP-Chefideologen Rosenberg über den so genannten „Weltbolschewismus“ teilte,&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Bollmus, &amp;#039;&amp;#039;Das Amt Rosenberg und seine Gegner&amp;#039;&amp;#039;. Studien zum Machtkampf im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, München 1970, S. 98. [http://d-nb.info/456157557 DNB]&amp;lt;/ref&amp;gt; verbreiteten sich bei den Nationalsozialisten im wachsenden Maße dieses ideologisch geprägte   [[Feindbild]] des Bolschewismus&amp;lt;ref&amp;gt;[[Cornelius Castoriadis]]: &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft als imaginäre Konstruktion&amp;#039;&amp;#039;. Entwurf einer politischen Philosophie, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1990, ISBN 3-518-28467-3; [[Peter L. Berger]]/[[Thomas Luckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Eine Theorie der Wissenssoziologie, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1989, ISBN 3-596-26623-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Auffassung, dass angesichts der existentiellen „Bedrohung“ durch den „Weltbolschewismus“ bzw. das „Weltjudentum“ die „Vernichtung“ von jüdischen Menschen zu rechtfertigen sei. Mit dieser Auffassung trugen sowohl Hitler als auch Rosenberg dazu bei, dass sich ein geistiger Nährboden für die [[Holocaust|systematische Ermordung von Juden]] in Europa gebildet hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Weissbecker154&amp;quot; /&amp;gt; Zwar wurde der Antisemitismus in Deutschland ebenso offen postuliert (z.&amp;amp;nbsp;B. stand der Satz „Die Juden sind unser Unglück“ überall in den Schaukästen des &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stürmer|Stürmers]]&amp;#039;&amp;#039;), der Ausdruck „jüdisch-bolschewistisch“ hatte sich allerdings vor allem durch Alfred Rosenberg im Laufe der Zeit zu einem unauflöslichen [[Epitheton|Doppelepitheton]] im Sprachschatz der NS-[[Propaganda]] etabliert.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Piper: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 49 und 427, ISBN 3-89667-148-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde auch als &amp;#039;&amp;#039;[[Kulturbolschewismus]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Musikbolschewismus&amp;#039;&amp;#039; zur Diffamierung auf die Künstler der Moderne übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe: Eckhard John: &amp;#039;&amp;#039;Musikbolschewismus – Die Politisierung der Musik in Deutschland 1918–1938&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart/Weimar: Metzler 1994, 437 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
=== Institutionalisierung ===&lt;br /&gt;
Nach der „[[Machtergreifung]]“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde das Bild vom „bedrohlichen Weltbolschewismus“ in besonderem Maß verbreitet. Damit einher ging die Ernennung von Alfred Rosenberg zum &amp;#039;&amp;#039;Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung der NSDAP&amp;#039;&amp;#039; (DBFU) und die Einrichtung von [[Institution|politischen Institutionen]], wie zunächst dem [[Außenpolitisches Amt der NSDAP|Außenpolitischen Amt]] (APA) von Rosenberg, dessen Ziel vor allem der Kampf gegen den so genannten „Weltbolschewismus“ war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946&amp;#039;&amp;#039;, Bd. V, München/Zürich 1984, S. 63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund eines Vorschlags von [[Robert Ley]] hatte Hitler am 21. Januar 1934 Rosenberg den Titel des DBFU und den damit verbundenen Auftrag zur Verbreitung seiner politischen Ideologie verliehen. In dieser Position hatte er unter anderen über Hundertschaften von Mitarbeitern Verbindungen zu Universitäten und zum Wissenschaftsbetrieb geknüpft, ebenso zur [[Wehrmacht]]. Unliebsame Wissenschaftler wurden in ihrer Tätigkeit massiv eingeschränkt oder aus ihren Ämtern gedrängt. Gleichzeitig förderte er zahlreiche Publikationen der Schriften von regimetreuen Mitarbeitern, die sich seiner Rassenideologie gegenüber verpflichtet hatten. Über verschiedene Verbindungsleute hatte er direkt Einfluss auf die nationalsozialistische Bildung und rassenideologische Erziehung von Kindern und Jugendlichen genommen, so z.&amp;amp;nbsp;B. über den Leiter des [[Nationalsozialistischer Lehrerbund|Nationalsozialistischen Lehrerbundes]], [[Fritz Wächtler]], mit dem er im Oktober 1938 bei Bayreuth eine „Reichsschule der NSDAP“  als Dachverband dieses Lehrerverbundes gegründet hatte. Dieser Lehrerbund hatte bis zur Gründung der Reichsschule bereits 150.000 Erzieher und Erzieherinnen ausgebildet. Einer der wichtigsten Verbindungsmänner zur [[Hitlerjugend]] war [[Arthur Axmann]].  Auch noch während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde von ihm die Wehrmacht mit Hunderttausenden von ausgewählten Büchern versorgt, insbesondere mit rassenideologischen, antibolschewistischen und Gewalt verherrlichenden Schriften.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan-Pieter Barbian]]: „Literaturpolitik im »Dritten Reich«“. Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder, Nördlingen 1995, ISBN 3-423-04668-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg gegen die Sowjetunion ===&lt;br /&gt;
Noch vor dem deutschen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion wurde Rosenberg am 20. April 1941 von Hitler geheim beauftragt, die zentralen Fragen des „Ostraumes“ zu bearbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946&amp;#039;&amp;#039;, Bd. XI, München/Zürich 1984, S. 525; Seppo Kuuisto: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg in der nationalsozialistischen Außenpolitik 1933–1939&amp;#039;&amp;#039;, Helsinki 1984, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verbunden war mit diesem Auftrag die Einrichtung von Rosenbergs [[Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete|Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete]] (RMfdbO). Sowohl Hitler als auch Rosenberg führten hinsichtlich ihrer Rassenideologien primär keinen Kampf gegen „die Russen“, sondern gegen das „[[Weltjudentum]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus-Ekkehard Bärsch]], &amp;#039;&amp;#039;Die politische Religion des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, 2., vollst. überarb. Aufl., München 2002, ISBN 3-7705-3172-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Feindbild]] „[[jüdischer Bolschewismus]]“ war das Leitthema, unter dem die gesamte [[NS-Propaganda]] während des Ostkrieges stand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Piper]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 518, ISBN 3-89667-148-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unmittelbar nach dem Angriff wurden vom RMfdbO die beiden Reichskommissariate [[Reichskommissariat Ostland|Ostland]] und [[Reichskommissariat Ukraine|Ukraine]] mit eigenständigen Zivil- und Militärverwaltungen eingerichtet, mit dem Ziel, den „Bolschewismus“ in den besetzten Gebieten vollständig auszurotten und diejenigen, die als „Germanen“ definiert wurden, vor der angeblichen „bolschewistischen Gefahr“ zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946&amp;#039;&amp;#039;, Bd. V, München/Zürich 1984, S. 70; Martin Vogt: &amp;#039;&amp;#039;Herbst 1941 im „Führerhauptquartier“&amp;#039;&amp;#039;. Berichte [[Werner Koeppen]]s an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, ISBN 3-89192-113-6, S. 41 (Quelle IMT, Bd. XXVI, Dokument 1028-PS, S. 567–573).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Adlige nährten sich aus Angst vor dem Bolschewismus den Nationalsozialisten an. So gratulierte der schwedische König [[Gustav V. (Schweden)|Gustav V.]] im Oktober 1941 dem {{&amp;quot;|lieben Reichskanzler}} Adolf Hitler, das er mit dem, vermeintlich bereits errungenen Sieg über die Sowjetunion {{&amp;quot;|den bolschewistischen Schädling ausgemerzt}} habe.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karina Urbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers heimliche Helfer. Der Adel im Dienst der Macht&amp;#039;&amp;#039;. Darmstadt 2019, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Seit den späten 1940er Jahren wurde der Begriff Bolschewismus von anglo-amerikanischen Politikern als Sammelbegriff für die [[Ideologie]] des [[Leninismus]] bzw. [[Marxismus-Leninismus]], oder allgemeiner [[Kommunismus]], verwendet. In der Nachkriegszeit nahm die Häufigkeit der Verwendung des Begriffs „Bolschewismus“ im politischen Diskurs zunehmend ab. Stattdessen geriet der allgemeine Begriff „Kommunismus“ immer stärker in den Vordergrund. Im Rahmen des beidseitig ideologisierten [[Ost-West-Konflikt]]s wurde das Bild vom „Kommunismus“, ähnlich dem Bild vom „Bolschewismus“ vor 1945, in der Nachkriegszeit in einem starken Maße vom [[Antikommunismus]] mitgeprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Antonia Grunenberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Antifaschismus – ein deutscher Mythos&amp;#039;&amp;#039;, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 3-499-13179-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts im Jahre 1990 wurde auch der bis dahin politisch verfolgte interne Anspruch innerhalb der KPdSU als ein richtungsweisendes Vorbild aller Formen des Kommunismus hinfällig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder27&amp;quot; /&amp;gt; Seitdem ist der Bolschewismus als politisches Phänomen in der [[Internationale Politik|internationalen Politik]] bedeutungslos geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bolshevism|Bolschewismus}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=7502205-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bolschewismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russische Geschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rita2008</name></author>
	</entry>
</feed>