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	<title>Bohr-Effekt - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T05:19:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bohr-Effekt&amp;diff=279368&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MBq: Die letzte Textänderung von ~2026-18384-49 wurde verworfen und die Version 246231418 von Itti wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2026-03-25T18:56:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-18384-49&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-18384-49&quot;&gt;~2026-18384-49&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/246231418&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/246231418&quot;&gt;246231418&lt;/a&gt; von Itti wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bohr-Effekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet das Sinken der [[Affinität (Biochemie)|Affinität]] von [[Hämoglobin]] (Hb) zu [[Sauerstoff]], wenn der [[pH-Wert]] sinkt oder die [[Kohlenstoffdioxid|CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;]]-Konzentration steigt. Gemeinsam mit der [[Kooperativität|kooperativen Bindung]] von Sauerstoff und dem im [[Rapoport-Luebering-Zyklus]] durch das Enzym [[Bisphosphoglyceratmutase]] gebildeten [[Allosterie|allosterischen Effektor]] [[2,3-Bisphosphoglycerat]] gewährleistet diese Eigenschaft die optimale Funktion des Hämoglobins als Sauerstofftransporter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Effekt ist nach seinem Entdecker, dem dänischen Physiologen [[Christian Bohr]] (1855–1911), Vater des Physikers [[Niels Bohr]], benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hemoglobin t-r state ani.gif|mini|Unterschiede der räumlichen Strukturen von Hämoglobin in der T-Form und in der R-Form]]&lt;br /&gt;
Das Hämoglobin vermittelt die Aufgabe des Blutes, Sauerstoff von der Lunge zu den verbrauchenden Organen zu transportieren. Hierzu muss das Hämoglobin in der Lage sein, in den Lungen[[Kapillare (Anatomie)|kapillaren]] den dort reichlich in der Atemluft vorhandenen Sauerstoff zu binden und ihn in den Zielorganen wieder abzugeben, wo er für den [[Energiestoffwechsel]] gebraucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hämoglobin kommt in zwei Konformationen vor: der &amp;#039;&amp;#039;tense&amp;#039;&amp;#039; Form (T), die Sauerstoff schlecht bindet, und der &amp;#039;&amp;#039;relaxed&amp;#039;&amp;#039; Form (R), die Sauerstoff gut bindet. Beide Formen stehen miteinander in einem Gleichgewicht, das abhängig von der Umgebung zur einen oder anderen Seite verschoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Steuerung der Sauerstoffbindung und -freisetzung sind mehrere Eigenschaften des Hämoglobins zuständig. Der Bohr-Effekt gewährleistet eine bevorzugte Freisetzung von Sauerstoff in stoffwechselaktiven Geweben. Dabei spielen im Wesentlichen zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Stoffwechselaktive Gewebe, wie beispielsweise Muskeln bei sportlicher Aktivität, weisen einen erhöhten CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt und einen erniedrigten [[pH-Wert]] auf. Beides ist durch Anreicherung von Stoffwechselprodukten zu erklären: Kohlenstoffdioxid entsteht bei der [[Zellatmung]] und reagiert, katalysiert durch das Enzym [[Carboanhydrase]], mit Wasser zu Hydrogencarbonat und [[Proton (Chemie)|Protonen]] – der pH-Wert sinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{CO_2 + H_2O \rightleftharpoons HCO_3^- + H^+}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Senkung des pH-Wertes wird verstärkt, wenn für die Zellatmung nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Dann kann das in der [[Glykolyse]] gewonnene Pyruvat nicht über den [[Citrat-Zyklus]] abgebaut werden. Es kommt durch Stillstand des Citrat-Zyklus gewissermaßen zu einem „Rückstau“. Damit der Rückstau nicht auch die Glykolyse beeinträchtigt und die Energiegewinnung gänzlich lahmlegt, wird das Pyruvat unter Protonenabgabe zu [[Lactat]] reduziert, was zu einer weiteren Ansäuerung des Blutes führt. Diesen Vorgang beobachtet man beispielsweise beim [[anaerob]] arbeitenden Muskel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung des pH-Werts ==&lt;br /&gt;
An dem pH-abhängigen Effekt sind zum einen die [[Histidin]]reste 122 der α-Untereinheiten und 146 der β-Untereinheiten des Hämoglobins beteiligt und zum anderen die α-Aminogruppen der [[Stickstoff|N]]-terminalen [[Aminosäuren]] der α-Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:Bohr-Effekt 2.svg|380px|Protonierungsgleichgewicht von Histidinresten.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Säurekonstante|pK&amp;lt;sub&amp;gt;s&amp;lt;/sub&amp;gt;-Werte]] dieser Gruppen liegen in der Nähe von 7. Die pK&amp;lt;sub&amp;gt;s&amp;lt;/sub&amp;gt;-Werte sind in der T-Form höher als in der R-Form. Ein höherer pK&amp;lt;sub&amp;gt;s&amp;lt;/sub&amp;gt;-Wert bedeutet, dass die Protonenaufnahme thermodynamisch günstiger ist; Hintergrund ist hier, dass die positive Ladung der Protonen in der T-Konformation Salzbrücken stabilisieren kann, die es in der R-Konformation nicht gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der normale Blut-pH-Wert ist 7,4. Wenn der pH-Wert lokal so stark sinkt, dass er sich dem pK&amp;lt;sub&amp;gt;s&amp;lt;/sub&amp;gt;-Wert dieser Gruppen annähert, führt dies zu einer rasch zunehmenden Protonierung. Weil die pK&amp;lt;sub&amp;gt;s&amp;lt;/sub&amp;gt;-Werte in der T-Form höher sind als in der R-Form, verschiebt der niedrige pH-Wert das Gleichgewicht zwischen T-Form und R-Form auf die Seite der T-Form, was mit einer niedrigeren durchschnittlichen Sauerstoffaffinität und folglich mit Sauerstoffabgabe einhergeht. Die Senkung des pH-Werts um 0,2 hat bereits eine Abnahme der Sauerstoffaffinität um etwa 20 % zur Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung des CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Partialdrucks ==&lt;br /&gt;
Neben dem oben beschriebenen pH-senkenden Effekt des Kohlenstoffdioxid spielt noch ein zweiter Mechanismus eine Rolle. Das Hydrogencarbonat reagiert [[Reversible Reaktion|reversibel]] mit endständigen Aminogruppen des Hämoglobins zu [[Carbamat]]gruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Datei:Bohr-Effekt 1.svg|480px|Gleichgewicht zwischen Aminogruppen und Carbamatgruppen bei Anwesenheit von Hydrogencarbonat.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das führt zur Verschiebung des Gleichgewichts zwischen T-Form und R-Form auf die Seite der T-Form und damit zur Verringerung der durchschnittlichen Sauerstoffaffinität. Die Bildung von Carbamatgruppen ist außerdem zu einem kleinen Teil (zirka 5–7 %) am CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Rücktransport zur Lunge beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umkehr ==&lt;br /&gt;
In der Lunge ist die Situation umgekehrt. Da der Kohlenstoffdioxid-Partialdruck im Blut größer ist als in der Luft, tritt CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus dem Blut in die Luft über. Weil CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus dem chemischen Gleichgewicht entfernt wird, reagiert Hydrogencarbonat mit Protonen zu CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; und Wasser. Die dabei verlorengehenden Protonen steigern den pH-Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{HCO_3^- + H^+ \rightleftharpoons CO_2 + H_2O}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls aufgrund des chemischen Gleichgewichts [[Hydrolyse|hydrolysieren]] die Carbamatgruppen wieder zu Aminogruppen und CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;. All dies begünstigt den Übergang des Hämoglobins von der T-Form zur R-Form, die hochaffin Sauerstoff bindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapeutische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Eine zielgerichtete Anwendung des Bohr-Effekts wird in der [[Buteiko-Methode]] versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analytik ==&lt;br /&gt;
Die lokale Konzentration von Hämoglobin ohne Sauerstoff (Desoxyhämoglobin) kann &amp;#039;&amp;#039;[[in vivo]]&amp;#039;&amp;#039; durch [[funktionelle Magnetresonanztomographie]] nachgewiesen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mayer&amp;quot;&amp;gt;Jan Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Mentales Training.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-642-13762-4, S.&amp;amp;nbsp;211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eklund&amp;quot;&amp;gt;Robert C. Eklund: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Sport and Exercise Psychology.&amp;#039;&amp;#039; SAGE Publications, 2013, ISBN 978-1-483-36870-2, S.&amp;amp;nbsp;130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Steigerung der [[Durchblutung]] sinkt die lokale Konzentration an Desoxyhämoglobin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mayer&amp;quot; /&amp;gt; Diese Methode wird als &amp;#039;&amp;#039;Blood Oxygen Level-Dependent Contract&amp;#039;&amp;#039; (BOLD-Effekt) bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mayer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Root-Effekt]]&lt;br /&gt;
* [[Haldane-Effekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Berg, Stryer, Tymoczko: &amp;#039;&amp;#039;Biochemie&amp;#039;&amp;#039;. Spektrum Akademischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-8274-1800-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Atmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biochemie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MBq</name></author>
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