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	<title>Blutrache - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blutrache&amp;diff=120086&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Albinfo am 23. April 2026 um 12:25 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-23T12:25:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erklärt den Rechtsbegriff. Zu den im Deutschen gleichnamigen Filmen siehe &amp;#039;&amp;#039;[[Blutrache (1941)]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Sizilianische Blutrache]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Blutrache – Dead Man’s Shoes]]&amp;#039;&amp;#039;. Zu weiteren Verwendungen des äquivalenten italienischen Begriffs siehe [[Vendetta]]. Zur mittelalterlichen oder neuzeitlichen Regulierung von Rechtsbrüchen direkt zwischen Geschädigtem und Schädiger siehe [[Fehde]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Mjaft!Protest 2.JPG|mini|Demonstration 2006 der albanischen Nichtregierungsorganisation &amp;#039;&amp;#039;[[MJAFT!|Mjaft!]]&amp;#039;&amp;#039; gegen die Blutrache. Auf dem Transparent steht &amp;#039;&amp;#039;„Genug der Blutrache“&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blutrache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blutfehde&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vendetta&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine alte Form der privaten [[Vergeltung]], die meist die [[Ehre|Familienehre]] durch die [[Tötungsdelikt|Tötung]] eines [[Gegner|Kontrahenten]] wiederherstellen soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gra.ch/bildung/glossar/blutrache-vendetta/ |titel=Blutrache/Vendetta |hrsg=GRA - Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus |datum=2015-11-12 |abruf=2022-09-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erfolgt nur nach starken Ehrverletzungen wie der Tötung, denen innerhalb der [[Fehde]] kein anderer Schadensausgleich mehr gerecht wird. Unter &amp;#039;&amp;#039;Familie&amp;#039;&amp;#039; wird dabei mancherorts nicht nur die biologische Verwandtschaft verstanden, sondern auch ein [[Clan]] oder ein krimineller Zusammenschluss. Ein Ausgestoßener, für den sein Clan keine Blutrache üben würde, ist in diesem System schutzlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blutrache ist keine willkürliche Vergeltung, sondern folgt meistens strengen [[Gewohnheitsrecht|gewohnheitsrechtlichen]] Regeln. Die Verweigerung führt meist zu [[Ostrazismus (Psychologie)|sozialer Ächtung]] bis hin zum [[Soziales Sterben|gesellschaftlichen Tod]], weswegen sich Kettentötungen einer Blutrache über Jahrzehnte hinziehen und zur völligen Auslöschung der Parteien führen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Süditalien]] wird die Blutrache als &amp;#039;&amp;#039;vendetta&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, im [[Serbien|serbisch]]-[[Montenegro|montenegrinischen]] Raum als &amp;#039;&amp;#039;krvna osveta&amp;#039;&amp;#039;. In Nord[[albanien]] regelt der [[Kanun (Gewohnheitsrecht)|Kanun]] (traditionelles Gewohnheitsrecht) die Blutrache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archaische Wurzeln ==&lt;br /&gt;
Die Blutrache ist ein wesentliches Element vieler [[Archaik|archaischer]] [[Gewohnheitsrecht]]s-Ordnungen auf der ganzen Welt. Theoretisch gilt hierbei das [[Talion]]sprinzip: Es weist das Opfer oder seine Vertreter an, dem Täter „Gleiches mit Gleichem“ zu [[Vergeltung|vergelten]] beziehungsweise dessen Vergehen zu [[sühne]]n („Wie du mir, so ich dir“). Der Ehrenkodex der Blutrache verlangt aber auch, nicht „ein Mehr“ heimzuzahlen. Durch den Tod des Mörders sollte der Konflikt beendet werden. Dabei ist es nicht unüblich, dass beide Familien unter Hinzuziehung eines [[Schlichtung|Schlichters]] oder eines [[Richter]]s in einem Treffen das Vorgehen abklären. Allerdings gibt es auch Berichte von Blutrache, die sich über viele Jahre und sogar Generationen hinzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tradition verschiedener Völker ist die Strafe dagegen oftmals schlimmer als das vorangegangene Verbrechen. Die Blutrache kann dann zu langen, blutigen Auseinandersetzungen führen, wenn die andere Familie wiederum dafür rächt, dass die bestrafte Familie meist Rache für die Strafe nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste, mit Einschränkungen verknüpfte Erlaubnis zur Blutrache findet sich bereits in verschiedenen [[babylon]]ischen Gesetzessammlungen (ca. 2000 v. Chr.) wie dem [[Codex Hammurapi]] und dem [[Codex Ešnunna|Codex Eschnunna]] (ca. 3000 v. Chr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textbeispiel aus dem [[Codex Hammurapi]]:&lt;br /&gt;
: „§196 Wenn ein Bürger ein Auge eines (anderen) Bürgers zerstört, soll man ihm ein Auge zerstören.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Palastangehörige wird allerdings keine [[Metapher]] gewählt, sondern ein genauer Preis festgesetzt:&lt;br /&gt;
: „§198 Wenn er ein Auge eines Palastangehörigen zerstört oder einen Knochen eines Palastangehörigen bricht, so soll er eine [[Mine (Gewichtseinheit)|Mine]] Silber zahlen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Koran]] wird die Blutrache im Gerichtsverfahren [[Qisās]] geregelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/islam-lexikon/21346/blutrache Blutrache] aus Ralf/Friederike Stolleis (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kleines Islam-Lexikon. Geschichte – Alltag – Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2001; Lizenzausgabe : [[Bundeszentrale für politische Bildung]], Bonn 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Blutrache und Vergeltung in der Bibel siehe [[Auge für Auge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen im Mittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter war die Blutrache ein Mittel der Rechtsdurchsetzung und war als solches im deutschsprachigen Raum bis ins 17. Jahrhundert tatsächlich in Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rainer Zacharias: Die Blutrache im deutschen Mittelalter besonders in und nach der Zeit des Nibelungenliedes. Maschinenschrift. Diss. Kiel 1961, sowie Ders.&amp;lt;!-- Rainer Zacharias --&amp;gt;: Die Blutrache im deutschen Mittelalter. In: [[Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur]] 91 (1962), Bd. 3, S. 167―201, hier S. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Blutrache ist von der Fehde verschieden und wird durch Totschlag oder tödliche Beleidigung ausgelöst: „Der Betroffene sucht für das ihm durch eine Beleidigung oder seinem nächsten Verwandten oder Freunde durch Totschlag angetane Unrecht nach Besserung und erstrebt den Ausgleich des Schadens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Zacharias: Die Blutrache im deutschen Mittelalter. In: [[Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur]] 91 (1962), Bd. 3, S. 167―201, hier S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein [[Talion]]sprinzip habe bei der Anwendung der Blutrache keine Anwendung gefunden, vielmehr habe die Rache nicht nur dem Täter gegolten, sondern auch seinen Angehörigen und Freunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rainer Zacharias: Die Blutrache im deutschen Mittelalter. In: [[Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur]] 91 (1962), Bd. 3, S. 167―201, hier S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Straßburg]] wurden z. B. in den Jahren 1374 und 1375 für drei Tote der einen Seite acht Männer der Gegenseite getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Beispiel des „Straßburger Blutrachefall[s] von 1374/5“ vgl. Rainer Zacharias: Die Blutrache im deutschen Mittelalter. In: [[Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur]] 91 (1962), Bd. 3, S. 167―201, hier S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen in der Neuzeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Es fehlen Angaben zu anderen Gebieten; sehr balkan-lastig}}&lt;br /&gt;
Das neuzeitliche Vorkommen der Blutrache ist nicht fest an bestimmte Gebiete gebunden. Auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]], in [[Griechenland]] auf [[Kreta]] und in [[Mani (Peloponnes)|Mani]] (Peloponnes),&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.greecehighdefinition.com/blog/2020/5/7/cretan-vendettas-a-deadly-tradition-law-crete |titel=A deadly tradition: History of The Cretan Vendetta “the law of the blood” {{!}} A customary enacted form of taking the law into one’s hand |sprache=en-US |abruf=2021-07-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Albanien]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Der Kanun lebt |kommentar=Bericht über die Blutrache in Albanien |url=http://oe1.orf.at/artikel/212752 |werk=ORF Ö1 |abruf=2018-04-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und in einigen Ländern Ex-[[Jugoslawien]]s wie in [[Bosnien und Herzegowina]], [[Serbien]] und [[Montenegro]] (vermehrt im [[Sandžak]], der Grenzregion dieser beider Länder) sowie im [[Kosovo]],&amp;lt;ref&amp;gt;Christopher. H. Boehm: &amp;#039;&amp;#039;Blood Revenge. The Enactment and Management of Conflict in Montenegro and Other Tribal Societies.&amp;#039;&amp;#039; University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Teilen der [[Türkei]] (zentrale Gebiete um Ankara, Sereflikochisar, Aksaray und östlichen Regionen), wo die Blutrache &amp;#039;&amp;#039;kan davası&amp;#039;&amp;#039; („Blutstreit“) genannt wird, und bei gewissen Völkern des [[Nordkaukasus]] wie [[Tschetschenen]] und [[Osseten]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor= | url=http://www.fr.de/politik/nachbar-todfeind-11731111.html | titel=Der Nachbar, ein Todfeind | werk=[[Frankfurter Rundschau|fr.de]] | datum=2019-02-04 |abruf=2024-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sabine Adler |url=https://www.deutschlandfunk.de/pulverfass-nordkaukasus-100.html |titel=Pulverfass Nordkaukasus |werk=[[Deutschlandfunk|deutschlandfunk.de]] |datum=2004-11-02 |abruf=2024-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird die Blutrache zum Teil noch heute praktiziert. Das [[Clansystem der Somali]] in Nordostafrika beinhaltet ebenfalls Blutrache-Elemente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Vendetta&amp;#039;&amp;#039; ist der [[Italienische Sprache|italienische]] Begriff für Blutrache. Sie ist die in Süditalien vorkommende Variante des &amp;#039;&amp;#039;[[Talion]]s&amp;#039;&amp;#039;, so in [[Sizilien]], in [[Kalabrien]] und auf [[Sardinien]] (als &amp;#039;&amp;#039;Vindicau&amp;#039;&amp;#039;). Auch im französischen [[Korsika]] ist dieser Begriff das Synonym für die bis ins 19. Jahrhundert belegte Blutrache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Albanischen wird die Blutrache mit &amp;#039;&amp;#039;Gjakmarrja&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. In den 1990er Jahren war insbesondere Nordalbanien wegen Blutrache und [[Ehrenmord]]en in die Schlagzeilen geraten. Die Täter halten sich aber meist nicht mehr an die detaillierten Vorschriften des mündlich überlieferten [[Gewohnheitsrecht]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Kanun (Gewohnheitsrecht)|Kanun]]&amp;#039;&amp;#039;, das nebst vielem anderen die Blutrache im Detail regelte. Das &amp;#039;&amp;#039;Nationale Versöhnungskomitee&amp;#039;&amp;#039; und andere Vermittler versuchen, zwischen den Familien zu schlichten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndr&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.podcast.de/episode/223741455/Albanien%3A+Tradition+der+Blutrache+ungebrochen/ |werk=[[NDR Fernsehen|NDR]] |titel=Weltbilder: „Albanien: Tradition der Blutrache ungebrochen“ |datum=2013-08-21 |abruf=2015-12-02 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20151218230752/http://www.podcast.de/episode/223741455/Albanien:+Tradition+der+Blutrache+ungebrochen/ |archiv-datum=2015-12-18 |offline=ja |archiv-bot=2023-06-17 08:50:26 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren 2004 bis 2006 wurden im nordalbanischen, am stärksten betroffenen Gebiet [[Qark Shkodra]] nur noch ein oder zwei Blutrache-Morde pro Jahr registriert,&amp;lt;ref&amp;gt;Klementin Mile/Albanian Institute for International Studies: &amp;#039;&amp;#039;Gjakmarrja: Mes Kanunit dhe Shtetit&amp;#039;&amp;#039;, Tirana 2007 – gestützt auf Auskünfte der Polizei des Qarks Shkodra.&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch müssen die amtlichen Zahlen in Frage gestellt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nzz120610&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Fuster |Titel=Albaniens vom Leben ausgesperrte Kinder |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Nummer=133 |Datum=2010-06-12 |Seiten=9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach wie vor verstecken sich noch viele Menschen – insbesondere auch Kinder, die nach Kanun nicht von der Blutrache bedroht sind – seit Jahren in ihren Häusern, weil sie nur dort sicher sind. Viele andere flohen ins Ausland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndr&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;nzz120610&amp;quot; /&amp;gt; Die Zahl dieser Familien „im Blut“ betrug nach Angaben des albanischen Armeeobersten Xhavit Shala im Jahr 2001 etwa 2500. Die Fälle sind, auch durch [[Binnenwanderung|Binnenmigration]] bedingt, über das ganze Land verteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Daten und Fakten zur Blutrache in Albanien |Sammelwerk=Albanische Hefte |Nummer=2 |Datum=2003 |Seiten=6&amp;amp;nbsp;f |Kommentar=Scan des Hefts; zitiert aus der Wochenbeilage „Reportazh“ der Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;Gazeta Shqiptare&amp;#039;&amp;#039; vom 11. Februar 2003 |Online=[http://albanien-dafg.de/DAFG/Archiv/AlbanischeHefte/AH-2003-2.pdf albanien-dafg.de]  |Format=PDF |KBytes= |Abruf=2015-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Blutrache im Kosovo}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Griechenland ist der Begriff &amp;#039;&amp;#039;gdikiomos&amp;#039;&amp;#039; (Γδικιωμός) für Rache oder auch Venteta (Βεντέτα) geläufig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.mani.org.gr/en/history/venteta.htm |titel=Vendetta |werk=mani.org.gr |sprache=en |abruf=2021-07-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2025 erregte eine Schießerei im Dorf Vorizia auf [[Kreta]] Aufsehen: Zwei verfeindete Familien beschossen sich gegenseitig über Stunden. Zwei Personen – darunter wohl eine unbeteiligte – wurden getötet, zahlreiche verwundet. 1955 hatte in Vorizia bereits eine Familienfehde einen tragischen Ausgang gefunden: Damals kam es nach der Tötung eines Forstwirts zur Eskalation, sechs Personen wurden getötet und über ein Dutzend schwer verletzt. Die Beispiele zeigen, dass die Vendetta besonders in abgelegenen Regionen bis heute in der Gesellschaft verwurzelt ist. Die große Zahl an Waffen in Besitz der Bevölkerung trägt ihres zu solchen Vorfällen dazu.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Julius Bretzel |url=https://www.augsburger-allgemeine.de/reise/griechenland/ausnahmezustand-auf-kreta-ueber-2000-kugeln-bei-einer-familienfehde-abgefeuert-was-ist-passiert-5-11-25-112709575 |titel=Ausnahmezustand auf Kreta: Über 2000 Kugeln bei einer Familienfehde abgefeuert – was ist passiert? |werk=Augsburger Allgemeine |datum=2025-11-05 |sprache=de |abruf=2025-11-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elena Panagiotidis |url=https://www.nzz.ch/panorama/ein-dorf-steht-unter-schock-und-braucht-polizeischutz-auf-kreta-eskaliert-eine-familienfehde-ld.1909980 |titel=Vendetta auf Kreta: Dorf wird nach tödlichem Streit zur belagerten Festung |werk=Neue Zürcher Zeitung |datum=2025-11-03 |sprache=de |abruf=2025-11-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blutrache und [[rechtsstaat]]liche Gesetzgebung sind nicht vereinbar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Werner Sarstedt]] |Hrsg=Gisela Sarstedt, Werner Hamm |Titel=Rechtsstaat als Aufgabe |Verlag=de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1987 |ISBN=3-11-011058-X |Kommentar=Leseprobe |Online=[http://books.google.ch/books?id=riG4nxCZfWsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.ch]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Peter Forstmoser]], [[Walter Schluep|Walter R. Schluep]] |Titel=Einführung in das Recht |Verlag=Stämpfli |Ort=Bern |Datum=1992 |ISBN=3-7272-0868-6 |Kommentar=§6 N. 135}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Eno Trimçev |Titel=The Blood Feud: Between Kanun and State |Verlag=Albanian Institute for International Studies |Ort=Tirana |Datum=2007}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franziska Harnisch, Anja Bruhn |Hrsg=Jonas Grutzpalk |Titel=Ehrenmorde als mutierte Blutrache |Sammelwerk=Beiträge zu einer vergleichenden Soziologie der Polizei |Verlag=Universitätsverlag Potsdam |Ort=Potsdam |Datum=2009 |ISBN=978-3-940793-74-4 |Seiten=33–54 |Online=[http://books.google.ch/books?id=1HE8PN_lYGoC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA33#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false books.google.ch]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den betroffenen Ländern sind zum Teil Menschen von Blutrache bedroht, obwohl sie von ordentlichen Gerichten zu Strafen verurteilt worden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndr&amp;quot; /&amp;gt; Migranten aus Gebieten, in denen Blutrache vorkommt, bringen manchmal auch ihre Vorstellung von Ehrgefühl mit, so dass es auch in Westeuropa zu verschiedenen Blutrache-Fällen kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Beat Vogt |url=https://www.srf.ch/news/schweiz/albanisches-stammesrecht-kanun-blutrache-ist-nur-ein-kleiner-teil-des-stammesrechts |titel=Albanisches Stammesrecht Kanun – «Blutrache ist nur ein kleiner Teil des Stammesrechts» |werk=SRF |datum=2017-03-23 |sprache=de |abruf=2025-04-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gerichte beurteilen diese [[Selbstjustiz]] in der Regel als [[Mord]] oder Totschlag. Am 1. Juli 2002 kam es bei Überlingen aufgrund mehrerer unglücklicher Faktoren zu einem [[Flugzeugkollision von Überlingen|Flugzeugabsturz]]. Der zu jener Zeit diensthabende [[Fluglotse]] Peter Nielsen wurde am 24. Februar 2004 von [[Witali Konstantinowitsch Kalojew|Witali Kalojew]] erstochen, der bei dem Unglück seine Frau und Kinder verloren hatte. Kalojew bezeichnete diesen Mord selbst nicht als Blutrache, sondern lediglich als Bestrafung des Fluglotsen. Jedoch wurde er nach seiner Freiheitsstrafe in seiner Heimat [[Nordossetien-Alanien|Nordossetien]] als Held der Blutrache gefeiert. Danach war er stellvertretender Bauminister in Nordossetien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.10-jahre-ueberlingen-es-regnet-leichen-heisst-es-ueber-funk.6fda8d2b-4874-4a9b-afcc-83820be1d1af.html |werk=Stuttgarter Nachrichten |titel=10 Jahre Überlingen: „Es regnet Leichen“, heißt es über Funk |autor=Frank Krause |datum=2012-06-30 |abruf=2012-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Rido}}Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rido&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine vor allem in [[Mindanao]], [[Philippinen]], vorkommende Blutfehde zwischen Familienklans. Dieser sieht vor, dass an einer Person Blutrache verübt wird, wenn diese die Ehre einer Familie verletzt oder ein Mitglied einer Familie ermordet hat. Ein Beispiel ist das international in den Medien hervorgetretene [[Massaker in Maguindanao 2009]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.philstar.com/article.aspx?articleid=526615&amp;amp;publicationsubcategoryid=109 |archive-is=20120908044807 |text=„Rido“ in Maguindanao.}} In: &amp;#039;&amp;#039;Philippine Star&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1930 und 2005 wurden 1266 Fälle von Rido dokumentiert, bei denen über 5500 Menschen ums Leben kamen. Gemessen an Fallzahlen sind die vier Provinzen [[Lanao del Sur]] mit 377, [[Maguindanao]] mit 218, [[Lanao del Norte]] mit 164 und [[Provinz Sulu|Sulu]] mit 145 Fällen am stärksten betroffen. Sie machen insgesamt 71 % aller bekannt gewordenen Fälle in dem Zusammenhang aus. In den Jahren 2002 bis 2004 wurde ein Anstieg der Taten um 50 % verzeichnet. 64 % der Fälle blieben ungelöst.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfredo Magno Torres III: &amp;#039;&amp;#039;Rido: clan feuding and conflict management in Mindanao&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 978-971-92445-2-3 [https://asiafoundation.org/resources/pdfs/PHridoexcerpt.pdf asiafoundation.org] (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dichtung und Romane ==&lt;br /&gt;
Blutrache fand insbesondere in neuerer Zeit immer wieder Eingang in die Literatur:&lt;br /&gt;
* Eine der bedeutendsten europäischen Blutracheerzählungen ist die [[Isländersagas|isländische Saga]] der [[Laxdæla saga|Leute aus dem Lachswassertal]].&lt;br /&gt;
* [[Ismail Kadare]]: &amp;#039;&amp;#039;Der zerrissene April.&amp;#039;&amp;#039; Amman, Zürich 2001, ISBN 3-250-60040-7.&lt;br /&gt;
* [[Ioanna Karystiani]]: &amp;#039;&amp;#039;Schattenhochzeit.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Griechischen von Michaela Prinzinger. Suhrkamp, Frankfurt 2003, ISBN 3-518-45702-0.&lt;br /&gt;
* [[Peter Zihlmann (Jurist)|Peter Zihlmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Blutrache in Basel – Eine Mutter im Banne archaischer Traditionen.&amp;#039;&amp;#039; Orell Füssli, Zürich 2007, ISBN 3-280-06084-2.&lt;br /&gt;
* [[Gabriel García Márquez]]: &amp;#039;&amp;#039;Chronik eines angekündigten Todes.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Prosper Mérimée]]: &amp;#039;&amp;#039;Colomba.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Ditzingen. ISBN 978-3-15-001244-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jonas Grutzpalk: &amp;#039;&amp;#039;Blood Feud and Modernity. Max Weber’s and Émile Durkheim’s Theory.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Classical Sociology&amp;#039;&amp;#039;, 2, 2002, S. 115–134; {{Webarchiv |url=http://club.fom.ru/books/grutzpark04_3.pdf |wayback=20110719202036 |text=club.fom.ru |format=PDF; 176&amp;amp;nbsp;kB}}.&lt;br /&gt;
* Karl Kaser: &amp;#039;&amp;#039;Familie und Verwandtschaft auf dem Balkan. Analyse einer untergehenden Kultur&amp;#039;&amp;#039;. Wien 1995, ISBN 3-205-98345-9; Einzelfälle (Međugorje): S. 230 ff.&lt;br /&gt;
* Péter Krasztev: &amp;#039;&amp;#039;The Price of Amnesia. Interpretations of Vendetta in Albania.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for Politics, Gender and Culture.&amp;#039;&amp;#039; 1, 2002, Heft 2, S. 33–63.&lt;br /&gt;
* Klementin Mile: &amp;#039;&amp;#039;Gjakmarrja: Mes Kanunit dhe Shtetit (The Blood Feud: Between Kanun and State).&amp;#039;&amp;#039; Albanian Institute for International Studies, Tirana 2007.&lt;br /&gt;
* Die Tora in jüdischer Auslegung &amp;#039;&amp;#039;Ex 20,19–21,36&amp;#039;&amp;#039; Literarische Auslese: S. 249, ISBN 978-3-579-05493-3 (Band II).&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube |Wikisource=Kaukasische Civilisation |Autor=A. M. |Jahr=1867 |Heft=29 |Seite=459–461 |Kommentar=illustriert}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Zeno-Meta}}&lt;br /&gt;
* [http://www.gra.ch/lang-de/gra-glossar/160 Blutrache]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4146085-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handlung und Verhalten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Albinfo</name></author>
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