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	<title>Blood Falls - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T10:48:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blood_Falls&amp;diff=1773605&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leher Brit: /* Auswirkungen auf die „Schneeball-Erde“-Hypothese */</title>
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		<updated>2026-04-01T18:06:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Auswirkungen auf die „Schneeball-Erde“-Hypothese&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate |article=/|map=right|NS=77/43//S |EW=162/16//E |maptype=relief|mapsize=300|type=waterbody|region=AQ}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Blood Falls by Peter Rejcek.jpg |mini|300px|Blood Falls (2006)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blood Falls&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Blutfälle oder Blutstrom) ist der Name eines Ausflusses einer mit [[Eisen#Oxide|Eisenoxid]] angereicherten Salzwasserfahne, die aus der Zunge des [[Taylor-Gletscher (Viktorialand)|Taylor-Gletschers]] auf die eisbedeckte Fläche des westlichen [[Bonneysee]]s im [[Taylor Valley]], einem der [[Antarktische Trockentäler|Antarktischen Trockentäler]] in [[Victorialand]], [[Antarktis]], fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenhaltiges hypersalines Wasser tritt sporadisch durch kleine Risse in der Eis-Kaskade aus. Die Quelle der [[Sole]] ist ein subglazialer See von unbekannter Größe, überlagert von ungefähr 400 Metern Eis, mehrere Kilometer entfernt von dem kleinen Auslass an den Blutfällen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rötliche Lagerstätte wurde 1911 von dem australischen Geologen [[Thomas Griffith Taylor | Griffith Taylor]], einem Teilnehmer der [[Terra-Nova-Expedition]], gefunden. Er erforschte als erster das Tal, das seinen Namen trägt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |last=Ohio State University |url=http://www.sciencedaily.com/releases/2003/11/031105064856.htm |title=Explanation offered for Antarctica’s ‘Blood Falls’ |work=ScienceDaily (Nov. 5, 2003) |date=2003-11-05 | language=en|accessdate=2009-04-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die ersten Pioniere der Antarktis schrieben die rote Farbe [[Rotalgen]] zu. Es wurde aber später bewiesen, dass es sich um Eisenoxide handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geochemie ==&lt;br /&gt;
Es handelt sich um schwerlösliche wasserhaltige Eisenoxide (Fe&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;), die sich an der Oberfläche des Eises ablagern, nachdem die [[Eisen | Eisen-Ionen]] im aufgetauten Salzwasser bei Kontakt mit der Atmosphäre ([[Sauerstoff]]) [[Redoxreaktion | oxidiert]] werden. Altes Meerwasser, das in einer subglazialen Tasche gefangen ist, löst Eisen-Ionen aus dem Gestein. Es stammt aus dem [[Südlicher Ozean | Antarktischen Ozean]], als ein [[Fjord]] am Ende des [[Miozän | Miozän]] (vor etwa 5 Millionen Jahren), als der Meeresspiegel höher war als heute, vom Gletscher isoliert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als die meisten Gletscher der Antarktis ist der Taylor-Gletscher nicht bis auf die [[Gletschersohle|Sohle]] gefroren, wahrscheinlich wegen der Anwesenheit der Salze, die beim [[Kristallisation|Ausfrieren]] des darunter eingeschlossenen alten [[Meerwasser]]s in Lösung bleiben. Die Salz-[[Eutektikum|Kryo-Konzentration]] des zurückgebliebenen (relikten) Meerwassers rührt daher, dass reines Eis auskristallisierte, die gelösten Salze verdrängte und die verbleibende Flüssigkeit wegen des [[Wärmeübertragung|Wärmeaustausch]]s mit den enormen Eismassen des Gletschers abkühlte. Als Folge wurde das eingeschlossene Wasser zu einer [[Sole]] aufkonzentriert, mit einem Salzgehalt vom zwei- bis dreifachen des Meerwassers.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=Juske Horita |Titel=Isotopic evolution of saline lakes in the low-latitude and polar regions |Sammelwerk=Aquatic Geochemistry |Band=15 |Nummer=1 |Datum=2009 |Seiten=43–69 |DOI=10.1007/s10498-008-9050-3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hypersaline Flüssigkeiten, die durch einen Spalt im Eis drangen und zufällig beprobt wurden, waren frei von Sauerstoff und reich an [[Eisen(II)-sulfat]]. Sulfat ist eine zurückgebliebene geochemische Signatur mariner Bedingungen, während lösliches zweiwertiges Eisen wahrscheinlich unter reduzierenden Bedingungen durch mikrobielle Aktivität aus den Mineralien des subglazialen Fundaments freigesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikrobielles Ökosystem ==&lt;br /&gt;
[[Datei:blood falls1 f Low Res nsf.gov.jpg|mini|300px| Dieser schematische Querschnitt der Blutfälle zeigt, wie subglaziale mikrobielle Gemeinschaften in Kälte, Dunkelheit und Abwesenheit von Sauerstoff für eine Million Jahre in Salzwasser unter dem [[Taylor-Gletscher (Viktorialand)|Taylor-Gletscher]] überlebten. Credit: US National Science Foundation (NSF)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die chemischen und mikrobiellen Analysen weisen darauf hin, dass sich ein seltenes subglaziales [[Ökosystem]] von [[Autotrophie|autotrophen]] [[Bakterien]] entwickelt hat, das [[Sulfate]] und [[Eisen]]-Ionen metabolisiert.&amp;lt;ref name=ScienceNOW&amp;gt;{{cite web |first=Jackie |last=Grom |url=https://www.sciencemag.org/news/2009/04/ancient-ecosystem-discovered-beneath-antarctic-glacier |title=Ancient ecosystem discovered beneath antarctic glacier |work=[[Science]]. Newsbeitrag |date=2009-04-16 | language=en|accessdate=2009-04-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;mikucki2009&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jill A. Mikucki, Ann Pearson, David T. Johnston, Alexandra V. Turchyn, James Farquhar, Daniel P. Schrag, Ariel D. Anbar, John C. Priscu, Peter A. Lee |Titel=A contemporary microbially maintained subglacial ferrous “ocean” |Sammelwerk=Science |Band=324 |Nummer=5925 |Datum=2009 |Seiten=397–400 |DOI=10.1126/science.1167350 |Online=[http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/324/5925/397 Online]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Jill Mikucki, [[Geomikrobiologie | Geomikrobiologin]] am [[Dartmouth College]], enthalten die Wasserproben der Blutfälle mindestens 17 verschiedene Arten von Mikroben, und fast keinen Sauerstoff.&amp;lt;ref name=ScienceNOW/&amp;gt; Eine Erklärung könnte sein, dass die Mikroben Sulfat als einen [[Katalysator]] mit Eisen-III-Ionen atmen und die mikroskopischen Mengen an organischer Substanz metabolisieren, die mit ihnen dort unten gefangen ist. Einen solchen Stoffwechselprozess hatte man noch nie zuvor in der Natur beobachtet.&amp;lt;ref Name=ScienceNOW/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine rätselhafte Beobachtung ist die Koexistenz von [[Eisen|Fe&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt;]] und [[Sulfate|SO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;2−&amp;lt;/sup&amp;gt;]]-Ionen unter [[Anoxisch | anoxischen]] Bedingungen. Es wurden in der Tat keine [[Schwefelwasserstoff]]-Anionen (HS&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt;) in dem System gefunden. Dies legt nahe, dass eine komplexe und schlecht verstandene Interaktion zwischen dem biochemischen [[Schwefelkreislauf | Schwefel]]- und dem [[Eisenkreislauf]] vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen auf die „Schneeball-Erde“-Hypothese ==&lt;br /&gt;
Nach Mikucki &amp;#039;&amp;#039;et al.&amp;#039;&amp;#039; (2009), wurde der jetzt unzugängliche, subglaziale See vor 1,5 bis 2 Mio. Jahren abgeriegelt und in eine Art „Zeitkapsel“ verwandelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mikucki2009&amp;quot;/&amp;gt; Dies isolierte die Mikroben-Populationen für eine ausreichend lange Zeit, um sich unabhängig von anderen, ähnlichen Meeresorganismen zu entwickeln. Es könnte erklären, wie andere Mikroorganismen zuvor hatten überleben können, als nach der [[Schneeball Erde|Schneeball-Erde]]-Hypothese die ganze Erde eingefroren gewesen sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat könnten eisbedeckte Meere das einzige [[Refugium]] für die mikrobiellen Ökosysteme gewesen sein, als die Erde während des [[Proterozoikum]]s ([[Äon (Geologie)|Äon]] vor ca. 650 – 750 Millionen Jahren) möglicherweise bis in tropische Breiten von Gletschern bedeckt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konsequenzen für Astrobiologie ==&lt;br /&gt;
Dieser ungewöhnliche Ort bietet Wissenschaftlern eine einzigartige Gelegenheit, das tiefenmikrobielle Leben unter extremen Bedingungen zu studieren, ohne tief in die polare [[Eiskappe]] bohren zu müssen, verbunden mit der Gefahr einer Kontamination des zerbrechlichen und noch intakten Ökosystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Studium der rauen Umgebungen auf der Erde ist sinnvoll, um die Spannbreite von Bedingungen zu verstehen, an die sich das Leben anpassen kann; und um eine Abschätzung der Möglichkeit des Lebens in anderen Teilen des Sonnensystems (→[[Außerirdisches Leben]]) vorzunehmen – an Orten wie [[Mars (Planet)|Mars]] oder [[Europa (Mond) | Europa]], einem eisbedeckten Mond des [[Jupiter (Planet)|Jupiter]]s. Wissenschaftler des [[NASA Astrobiology Institute]] spekulieren, dass diese Welten subglaziales flüssiges Wasser (→[[extraterrestrischer Ozean]]) beherbergen könnten. Dies wären günstige Bedingungen für elementare Lebensformen, die besser in der Tiefe vor [[Ultraviolettstrahlung| UV]]- und [[Kosmische Strahlung| kosmischer Strahlung]] geschützt wären als an der Oberfläche.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=http://marsprogram.jpl.nasa.gov/life/ |title=Mars: Life on Mars? |work=Nasa Mars Exploration Program |date=2005-10-05 |archiveurl=https://web.archive.org/web/20090424060754/http://marsprogram.jpl.nasa.gov/life/ |archivedate=2009-04-24 |offline=yes | language=en |accessdate=2009-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2001/ast05jan_1 |title=The case of the missing Mars water |work=Nasa Science Portal |date=2001-01-05 | language=en |accessdate=2009-04-20 |archiveurl=https://web.archive.org/web/20120929154034/http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2001/ast05jan_1/ |archivedate=2012-09-29 |offline=0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=http://marsprogram.jpl.nasa.gov/follow/index.html |title=Mars: Follow the Water … |work=Nasa Mars Exploration Program |date=2006-02-15 | language=en |archiveurl=https://web.archive.org/web/20090413173818/http://marsprogram.jpl.nasa.gov/follow/index.html |archivedate=2009-04-13 |offline=yes |accessdate=2009-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fotogalerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blood Falls 2474051 e40871ef30 o.jpg&lt;br /&gt;
Blood Falls 1834170 166fdf53a6 o.jpg&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Blutschnee]], durch [[Schneealge]]n ausgelöst.&lt;br /&gt;
* [[Extremophile]] (Bakterien, die gegen extreme Bedingungen resistent sind)&lt;br /&gt;
** [[Kryophile]] (Bakterien, die gegen Kälte resistent sind)&lt;br /&gt;
* Cryokoncentration der hypersalinen [[Sole]]&lt;br /&gt;
** [[Eutektikum]]&lt;br /&gt;
** [[Gefrierpunktserniedrigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführende Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Abraham Lerman, G.W. Luther III (ed.) |Titel=Special Issue: Saline Lakes and Global Change |Sammelwerk=Aquatic Geochemistry |Band=15 |Nummer=1–2 |Verlag=Springer |Datum=2009-02-01 |Seiten=1–348 |ISSN=1573-1421}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=William Green, W. Lyons |Titel=The saline lakes of the McMurdo Dry Valleys, Antarctica |Sammelwerk=Aquatic Geochemistry |Band=15 |Nummer=1 |Datum=2009 |Seiten=321–348 |DOI=10.1007/s10498-008-9052-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://photolibrary.usap.gov/Portscripts/PortWeb.dll?query&amp;amp;field1=Filename&amp;amp;op1=matches&amp;amp;value=BLOOD_FALLS.JPG&amp;amp;catalog=Antarctica&amp;amp;template=USAPgovMidThumbs &amp;#039;&amp;#039;Blood Falls seeps from the end of the Taylor Glacier into Lake Bonney.&amp;#039;&amp;#039;] Foto in der Antarctic Photo Library, November 2006&lt;br /&gt;
* [http://antarcticsun.usap.gov/science/contenthandler.cfm?id=1409 &amp;#039;&amp;#039;Taking the plunge: Space robot headed for test in Antarctic lake.&amp;#039;&amp;#039;] Antarctic Sun Project, 2008&lt;br /&gt;
* [http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=35535 &amp;#039;&amp;#039;Blood Falls, Antarctica’s Dry Valleys.&amp;#039;&amp;#039;] NASA Observatory, November 2000&lt;br /&gt;
* [https://www.nsf.gov/news/news_summ.jsp?org=NSF&amp;amp;cntn_id=114488 &amp;#039;&amp;#039;Unusual Antarctic Microbes Live Life on a Previously Unsuspected Edge.&amp;#039;&amp;#039;] National Science Foundation, 16.&amp;amp;nbsp;April 2009&lt;br /&gt;
* [https://content.time.com/time/health/article/0,8599,1892289,00.html &amp;#039;&amp;#039;An organism survives Antarctica, and maybe Mars.&amp;#039;&amp;#039;] [[Time]], 18.&amp;amp;nbsp;April 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gletscher in Antarktika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transantarktisches Gebirge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antarktische Trockentäler]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leher Brit</name></author>
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