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	<title>Blockgletscher - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-23T02:32:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blockgletscher&amp;diff=323931&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;RonMeier: Formatierung; Kleinkram</title>
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		<updated>2025-05-18T08:19:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Formatierung; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Blockgletscher.JPG|mini|Blockgletscher am [[Bettmerhorn]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rockglacier Corvatsch, Permafrost.jpg|mini|Blockgletscher Murtél am [[Piz Corvatsch]] (3450&amp;amp;nbsp;m). Die Stirn des Blockgletschers liegt auf einer Höhe von 2620&amp;amp;nbsp;m.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blockgletscher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind [[Schutt]]-[[Eis]]-Gemenge, die sich infolge des gefrorenen Kerns ([[Permafrost]]) im aktiven Zustand langsam hangabwärts bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie bestehen aus gefrorenem Lockermaterial wie [[Talus (Geologie)|Hangschutt]] oder [[Moräne]]. Da das Gestein-Eis-Gemisch unter dem oberflächlichen Schutt des [[Auftauboden]]s verborgen ist, sind Blockgletscher für Laien oft nur schwer erkennbar. Sie gelten als typisches [[Landschaftselement]] des alpinen [[Permafrost]]s und kommen in vielen [[Hochgebirge|Hochgebirgsregionen]] der Erde vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Optimale Bildungsbedingungen für Blockgletscher herrschen in Gebirgen und Gebirgsbereichen unter winterlich [[Kontinentalklima|kontinental geprägten Klimaten]]. Eine nicht vorhandene bzw. nur dünne Schneedecke und langanhaltende Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt führen hier zu intensiver tiefreichender Abkühlung und Gefrieren des [[Substrat (Boden)|Substrates]]. Hat sich erst zu Beginn der [[Ablation (Meteorologie)|Ablations]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;phase im Frühjahr eine ausreichend mächtige Schneedecke &amp;gt;&amp;amp;nbsp;80&amp;amp;nbsp;cm ausgebildet, so wirkt sie konservierend auf den gefrorenen Boden. Blockgletscher finden sich daher in den Alpen vor allem in den inneralpinen [[Trockental|Trockentälern]] des [[Engadin]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Blockgletscher Murtél) und der [[Ostalpen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Blockgletscher Ölgrube im [[Kaunertal]]; [[Schobergruppe]]). Weitaus größere Blockgletscher finden sich im kontinental geprägten [[Tianshan|Tien-Shan-Gebirge]] ([[Kasachstan]]/[[Kirgisistan]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[geomorphologisch]]e Untergrenze der Blockgletscher wird im Allgemeinen als die Untergrenze der Zone des diskontinuierlichen Permafrostes angesehen. Eine Ausnahme sind sehr schnell fließende Blockgletscher, die bis in die [[montane Höhenstufe]] vordringen können.&lt;br /&gt;
[[Datei:Rockglacier &amp;#039;Gorodetsky&amp;#039;.jpg|mini|Blockgletscher ‘Gorodetsky’ im nördlichen Tien Shan (August&amp;amp;nbsp;2005), Blockgletscher-Untergrenze bei ca. 3150&amp;amp;nbsp;m, Koordinaten: 42.997°N, 77.032°E]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rockglacier &amp;#039;Ordshonikidze&amp;#039; in Left Talgar valley.jpg|mini|Sehr schnell fließender Blockgletscher ‘Ordshonikidze’ im nördlichen Tien Shan (August 2006) dringt bis in die montane Höhenstufe vor. Koordinaten: 43.069°N, 77.161°E]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Typen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rock glacier austria.jpg|mini|Blockgletscherzunge am [[Hangerer]] im [[Ötztal]], Österreich]]&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu [[Gletscher]]n zeigen Blockgletscher oberflächlich kein Eis, sondern eine grobblockige Oberfläche. Blockgletscher gelten als typische Erscheinungen des alpinen bzw. Hochgebirgs-Permafrosts, in dem [[Erosion (Geologie)|Erosions]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;schutt mit gefrorenem [[Bodenwasser]] verklebt ist und so [[Bodeneis]] bildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;barsch.1996&amp;quot;&amp;gt;[[#Literatur|Lit.]] {{Literatur |Autor=Barsch |Titel=Rockglaciers |Datum=1996}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;burger.et.al.1999&amp;quot;&amp;gt;Lit. {{Literatur |Autor=Burger, Degenhardt, Giardino |Titel=Geomorphology |Datum=1999}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie können auch aus zurückschmelzenden, schuttbedeckten [[Kargletscher]]n entstehen oder aus schuttreichen Moränen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krainer, Ribis 2009&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Krainer, Markus Ribis |Hrsg=Gabriele Müller, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Abt. VII 3 Wasserhaushalt |Titel=Blockgletscher und ihre hydrologische Bedeutung im Hochgebirge |Sammelwerk=Mitteilungen der Hydrographischer Dienstes in Österreich |Reihe=Mitteilungsblatt des Hydrographischen Dienstes in Österreich |NummerReihe=86 |Nummer=86 |Ort=Wien |Datum=2009 |Kapitel=2. &amp;#039;&amp;#039;Was sind Blockgletscher?&amp;#039;&amp;#039; |Seiten=65–78 |Fundstelle=S. 66, PDF, S. 72 |Kommentar=mit zahlreichen Fotos |Online=[https://www.bmlfuw.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/wasserkreislauf/hydrographie_oesterreich/mitteilungen/Mitteilungsblatt86.html bmlfuw.gv.at] |Format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Aktivitätsgrad unterscheidet man drei Blockgletschertypen:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Aktive Blockgletscher&amp;#039;&amp;#039; sind [[Massenbewegung (Geologie)|Massenbewegungen]], die [[lava]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;stromartig kriechen bis fließen. Sie bewegen sich typischerweise mit 0,10 bis 1&amp;amp;nbsp;m/Jahr.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Inaktive Blockgletscher&amp;#039;&amp;#039; bewegen sich nicht mehr, enthalten aber immer noch gefrorenes Material. Man spricht von&lt;br /&gt;
** klimatischer Inaktivierung, wenn sich der Blockgletscher in Nicht-Permafrostgebiete bewegt hat&lt;br /&gt;
** dynamischer Inaktivität, wenn der Blockgletscher sich zu weit von seinem Schutthang entfernt hat, so dass er von seiner Schutt- und Eiszufuhr abgeschnitten ist.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fossile Blockgletscher&amp;#039;&amp;#039; sind eisfreie Schuttablagerungen ehemaliger Blockgletscher, somit Reliktformen in Nicht-Permafrostgebieten. Mit dem [[Schmelzwasser]] können die feinkörnigen [[Schluff]]- und [[Ton (Bodenart)|Ton]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;fraktionen, die mit dem Eis zusammen den Eiszement bildeten, ausgeschwemmt werden. Ein fossiler Blockgletscher kann daher auch bei Absenkung der Permafrostgrenze meist nicht mehr aktiv werden.&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Felsige Blockgletscher (Bouldery Rock Glacier)&amp;#039;&amp;#039; bestehen aus sehr grobem Schuttmaterial (&amp;#039;&amp;#039;boulder&amp;#039;&amp;#039; ‚[[Felsblock]]‘), das sie aus einer höheren, zumeist über 100&amp;amp;nbsp;Meter hohen [[Felswand]] beziehen. Sie sind meist über 200&amp;amp;nbsp;m lang und zeigen durch die Bewegung eine wulstige Oberfläche und eine steile, instabile Stirn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krainer, Ribis 2009&amp;quot; /&amp;gt; Einige Autoren unterscheiden anhand der [[Korngröße]] des Materials &amp;#039;&amp;#039;geröllreiche Blockgletscher (Pebbly Rock Glacier)&amp;#039;&amp;#039;. Sie bestehen aus in der Regel 15–20&amp;amp;nbsp;cm großem [[Geröll]]material und sind zumeist wesentlich kürzer als felsige Blockgletscher. Sie werden genährt von kleineren Felswänden aus wenig resistentem Gestein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Literatur|Lit.]] Ikeda, Matsuoka 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Fließen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rockglacier tien shan.jpg|mini|Natürlicher [[Aufschluss (Geologie)|Aufschluss]] am Manschuk-Mametowa-Blockgletscher im nördlichen Tien Shan, Kasachstan im August&amp;amp;nbsp;2010 (43.0774°N; 77.093°E, Höhe 3450&amp;amp;nbsp;m). Unter dem 1,5&amp;amp;nbsp;m mächtigen [[Auftauboden]] befindet sich das Schutt-Eis-Gemisch.]]&lt;br /&gt;
Blockgletscher heben sich als Bodeneiskörper verschiedener Größe deutlich von ihrer Umgebung ab. Ähnlich wie Gletscher können sie beim Zusammenfluss mehrerer Blockgletscher eine gemeinsame [[Gletscherzunge|Zunge]] bilden. Gesteinsmaterial aus unterschiedlichen Zeiten sowie verschiedenen Gesteinsquellen ist dabei noch deutlich zu erkennen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krainer, Ribis 2009&amp;quot; /&amp;gt; Blockgletscher sind typischerweise mehrere hundert Meter lang und 100–200&amp;amp;nbsp;Meter breit, erreichen aber auch Längen von mehreren Kilometern. Ihre [[Mächtigkeit (Geologie)|Mächtigkeit]] liegt üblicherweise im Bereich von 30–50&amp;amp;nbsp;Metern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;barsch.1996&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;burger.et.al.1999&amp;quot; /&amp;gt; Unter der grobblockigen Deckschicht beträgt der Eisgehalt des Blockgletschers oft 40–70 %, kann aber auch wesentlich höher sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;barsch.1996&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;burger.et.al.1999&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inaktive Blockgletscher weisen eine flachere Frontalstirn mit einem weicheren Übergang zwischen Stirn und Oberseite auf. Durch die fehlende Bewegung kann sich [[Vegetation]] bis zur Größe von Sträuchern und sogar kleineren Bäumen auf ihnen niederlassen. Reliktformen sind wegen des ausgeschmolzenen Eises durch irreguläre Strukturen sowie durch eine kollabierte Oberseite geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blockgletscher können ein beachtliches [[Datierung|Alter]] aufweisen, denn die [[Felsblock|Felsblöcke]] der oberflächennahen Schichten wirken als starke [[Wärmedämmung|Isolierung]] und schützen den eisreichen Blockgletscherkern vor dem Ausschmelzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte und Untersuchung ==&lt;br /&gt;
Schon in den 1960er&amp;amp;nbsp;Jahren hat der [[Geomorphologie|Geomorphologe]] [[Dietrich Barsch]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ak-geomorphologie.de/wp-content/uploads/2019/01/Nachruf-Dietrich-Barsch.pdf |titel=Nachruf-für Dietrich Barsch (1936–2018), Geomorphologe, mit Lebenslauf |format=PDF |abruf=2021-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; von der [[Universität Basel]] aus regelmäßig Studien zur Bewegung und zum Aufbau von Blockgletschern durchgeführt. Die langjährigen Bewegungsmessungen wurden von Barsch ab&amp;amp;nbsp;1975 von [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Heidelberg]] aus fortgesetzt. Sein Schüler [[Wilfried Haeberli]], [[Kryosphäre]]nforscher an der [[Universität Zürich]], führte die Forschungsarbeiten mit [[geophysikalisch]]-[[klimatologisch]]em Ansatz weiter. Beide haben mit ihren umfangreichen Bewegungsmessungen sowie klimatologischen und geophysikalischen Untersuchungen entscheidend zum wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Entstehung und die Bewegung von Blockgletschern beigetragen. Dabei kamen vor allem neuere Verfahren der [[Seismik]] und [[Geoelektrik]] zum Einsatz. Auch wurden [[Kernbohrung]]en bis zur Blockgletscherbasis vorgenommen, und danach das Bohrloch geophysikalisch vermessen und instrumentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Haeberli, B. Hallet, L. Arenson, R. Elconin, O. Humlum, A. Kääb, V. Kaufmann, B. Ladanyi, N. Matsuoka, S. Springman,  D. Vonder Mühll |Titel=Permafrost creep and rock glacier dynamics |Sammelwerk=Permafrost and Periglacial Processes |Nummer=17 |Datum=2006 |Seiten=189–214 |Sprache=en |DOI=10.1002/ppp.561}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele dieser Untersuchungen wurden im [[Unterengadin|Unter-]] und [[Oberengadin]] durchgeführt (Murtél-[[Corvatsch]], [[Muottas Muragl|Muragl]], [[Macun-Seen|Macun]]) und durch Untersuchungen an Blockgletschern in den argentinischen [[Anden]] ergänzt.&amp;lt;ref&amp;gt;D. Barsch, [[Lorenz King|L. King]]: &amp;#039;&amp;#039;Origin and geoelectrical resistivity of rockglaciers in semiarid, subtropical mountains (Andes of Mendoza, Argentina).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge Band 33, 1989, S. 151–163.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] wurde die genaue [[Geodynamik|Dynamik]] von [[Alpen|alpinen]] Blockgletschern erstmals in den 1970er&amp;amp;nbsp;Jahren näher erforscht. Die zugehörigen Untersuchungen initiierte [[Adrian Scheidegger]], der bis zu seiner Emeritierung 1991 [[Lehrstuhl|Ordinarius]] für Geophysik an der [[Technische Universität Wien|TU Wien]] war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/nachruf-adrian-eugen-scheidegger |titel=Nachruf-für Adrian Scheidegger (1925–2014), Geophysiker, mit Lebenslauf |abruf=2021-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blockgletscher sind keine [[Gletscher]] und daher nicht Gegenstand der [[Glaziologie|Gletscherkunde]], sondern der Geomorphologie, insbesondere der [[Periglazial]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;morphologie, sowie der [[Hydrogeologie]]. Im Gegensatz zu Gletschern bilden sie sich nicht durch Anhäufung großer Schneemengen, sondern kommen vorwiegend in schneeärmeren Gebieten vor. Liegen die Voraussetzungen für Permafrost vor, so bildet und erhält sich der mächtige, gefrorene Schutt-Eiskern unter einer grobblockigen Deckschicht. Die grobblockige Deckschicht verhindert Einstrahlung und Luftzirkulation im Untergrund, die schwerere Kaltluft bleibt in den Hohlräumen unter der Deckschicht erhalten, und ein Energieaustausch zwischen Atmosphäre und Gesteinsuntergrund (Lithosphäre) ist kaum möglich. In grobblockigen Schutthalden der alpinen Periglazialstufe ist daher schon bei einer [[Jahresmitteltemperatur]] der Luft von −1,0&amp;amp;nbsp;°C mit dem Auftreten von Permafrost zu rechnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Herz: &amp;#039;&amp;#039;Das Mikroklima grobblockiger Schutthalden der alpinen Periglazialstufe und seine Auswirkungen auf Energieaustauschprozesse zwischen Atmosphäre und Lithosphäre.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Justus-Liebig-Universität, Gießen 2006. ([http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3837/pdf/HerzThomas-2006-11-01.pdf geb.uni-giessen.de], Volltext, PDF; 18&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blockgletscher haben das Interesse der [[Wissenschaft]] erst relativ spät erregt, im Wesentlichen aus folgenden Gründen:&lt;br /&gt;
* Ihre Bedeutung als [[Wasser]]-[[Ressource]]n – vor allem in trockenen ([[semiarid]]en) Gebieten wie den [[chile]]nischen und [[Argentinien|argentinischen]] [[Anden]], wo Bergseen und Gletscher kaum größere Wassermengen speichern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Azócar, Brenning 2010&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=G. F. Azócar, A. Brenning |Titel=Hydrological and geomorphological significance of rock glaciers in the dry Andes, Chile (27°–33°S) |Sammelwerk=Permafrost and Periglacial Processes |Nummer=21 |Datum=2010 |Seiten=42–53}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig sind sie dort (wegen des [[Klima]]s und der speziellen [[Gestein]]s-[[Erosion (Geologie)|Erosion]]) sehr häufig und stellen nach den (Eis)-Gletschern die zweitwichtigsten Wasservorräte dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umgekehrt bringen sie einen bisher kaum berücksichtigten Anteil des sommerlichen Schmelzwassers in diesen trockenen Gebirgsregionen. Als hydrologischer Faktor in [[Hochwasser]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;modellierungen sind sie zu berücksichtigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krainer, Ribis 2009 3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Krainer, Markus Ribis |Titel=Blockgletscher und ihre hydrologische Bedeutung im Hochgebirge |Datum=2009 |Kapitel=3: &amp;#039;&amp;#039;Bedeutung von Blockgletschern&amp;#039;&amp;#039; |Seiten=67 f |Fundstelle=PDF S. 73}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sie sind Klimaindikatoren. Die untersten Vorkommen aktiver Blockgletscher im Hochgebirge entsprechen der Untergrenze des [[Permafrost]]s, die etwa bei der −1-°C-[[Isotherme]] liegt. Daher sind sie Indikatoren der heutigen [[Temperatur]]verhältnisse. Fossile Blockgletscher, die (fast) kein Eis mehr enthalten, weisen auf ehemals tiefere Lagen der Permafrostuntergrenze, somit auf klimatisch kältere Phasen hin, beispielsweise die [[Kleine Eiszeit]] in Europa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kellerer-Pirklbauer 2009&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Kellerer-Pirklbauer |Hrsg=Institut für Geographie und Raumforschung, Karl-Franzens-Universität Graz |Titel=Wie alt sind Blockgletscher in den Österreichischen Alpen? Das Beispiel der Blockgletscher im Dösener Tal, Ankogelgruppe, datiert mit Hilfe der Schmidt-Hammer Methode |Sammelwerk=alpine space – man &amp;amp; environment |Band=Band 6: &amp;#039;&amp;#039;Klimawandel in Österreich&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=iup • innsbruck university press |Ort=Innsbruck |Datum=2009 |ISBN=978-3-902571-89-2 |Online=[http://www.uibk.ac.at/alpinerraum/publications/vol6/kellerer.pdf uibk.ac.at] |Format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Blockgletscher können hochalpine Böden stabilisieren. Als Erscheinungen des Dauerfrostbodens ersetzen sie in [[Trockengebiet]]en die Wirkung der Vegetation, die es in zentralen Teilen der Anden nur bis in eine Höhe von etwa 3000 Metern gibt. In den Anden sind Blockgletscher oft die wesentlichen Faktoren, die [[Schutthang|Schutthängen]] zu gewisser Festigkeit verhelfen. Ohne Permafrost würden Hänge schneller erodieren und es könnten gefährliche [[Mure]]n und großflächige [[Hangrutsch|Rutschungen]] auftreten und hochgelegene [[Siedlung]]en bedrohen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Azócar, Brenning 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dynamik der Bewegung ist eine interessante Herausforderung für mehrere [[geowissenschaft]]liche Disziplinen wie [[Bodenmechanik]], [[Pedologie]], [[Geodäsie]], [[Geologie]], [[Geophysik]], [[Hydrologie]] und [[Geotechnik]], sowie ihre Modellierung für die [[Geoinformatik|geowissenschaftliche Informatik]]. Dies kann daher nur in [[interdisziplinär]]er Kooperation erfolgreich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Engadiner Blockgletscher wurden im Herbst 2022 in die Reihe der 100 geologischen Welterbestätten aufgenommen. Sie wurden von der International Union of Geological Sciences auserkoren und dürfen sich nun neben Berühmtheiten einreihen wie dem [[Zuckerhut (Felsen)|Zuckerhut]] in Brasilien oder dem [[Grand Canyon]] im US-Bundesstaat [[Arizona]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Livia Baettig |url=https://www.srf.ch/news/schweiz/welterbe-im-engadin-grosse-ehre-fuer-engadiner-blockgletscher |titel=Welterbe im Engadin - Grosse Ehre für Engadiner Blockgletscher - News - SRF |werk=srf.ch |datum=2022-11-28 |abruf=2024-02-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Allgemein:&lt;br /&gt;
* D. Barsch: &amp;#039;&amp;#039;Blockgletscher-Studien, Zusammenfassung und offene Probleme.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Poser, E. Schunke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mesoformen des Reliefs im heutigen Periglazialraum.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1983, S. 133–150.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=D. Barsch&lt;br /&gt;
   |Titel=Rockglaciers&lt;br /&gt;
   |Verlag=Springer&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1996&lt;br /&gt;
   |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* D. Barsch: &amp;#039;&amp;#039;Aktive Blockgletscher. Bewegung und Prozessverständnis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der geographischen Gesellschaft Bern.&amp;#039;&amp;#039; Band 59, 1996, S. 263–270.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=K. C. Burger, J. J. Degenhardt, J. R. Giardino&lt;br /&gt;
   |Titel=Engineering geomorphology of rock glaciers&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Geomorphology&lt;br /&gt;
   |Nummer=31&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |Seiten=93–132&lt;br /&gt;
   |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=W. Haeberli, B. Hallet, L. Arenson, R. Elconin, O. Humlum, A. Kääb, V. Kaufmann, B. Ladanyi, N. Matsuoka, S. Springman,  D. Vonder Mühll&lt;br /&gt;
   |Titel=Permafrost creep and rock glacier dynamics&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Permafrost and Periglacial Processes&lt;br /&gt;
   |Nummer=17&lt;br /&gt;
   |Datum=2006&lt;br /&gt;
   |Seiten=189–214&lt;br /&gt;
   |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* P. Höllermann: &amp;#039;&amp;#039;Blockgletscherstudien in europäischen und nordamerikanischen Gebirgen.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Poser, E. Schunke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mesoformen des Reliefs im heutigen Periglazialraum.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1983, S. 116–119.&lt;br /&gt;
* M. Kuhle: &amp;#039;&amp;#039;Glazialgeomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, S. 81–84.&lt;br /&gt;
* F. Wilhelm: &amp;#039;&amp;#039;Schnee- und Gletscherkunde.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 1975, S. 153–156.&lt;br /&gt;
* O. R. Weise: &amp;#039;&amp;#039;Das Periglazial. Geomorphologie und Klima in gletscherfreien, kalten Regionen.&amp;#039;&amp;#039; Borntraeger, Berlin/Stuttgart 1983.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diskurs:&lt;br /&gt;
* P. Höllermann: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Blockgletscherforschung. Referat der Diskussionsbeiträge.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Poser, E. Schunke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mesoformen des Reliefs im heutigen Periglazialraum.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1983, S. 151–159.&lt;br /&gt;
* Atsushi Ikeda, Norikazu Matsuoka: &amp;#039;&amp;#039;Pebbly versus bouldery rock glaciers: Morphology, structure and processes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geomorphology.&amp;#039;&amp;#039; Band 73, 2006, S. 279–296.&lt;br /&gt;
* W. Klaer: &amp;#039;&amp;#039;Die Blockgletscherfrage, ein terminologisches Problem?&amp;#039;&amp;#039; In: H. Poser, E. Schunke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mesoformen des Reliefs im heutigen Periglazialraum.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1983, S. 120–132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spezielle und regionale Themen:&lt;br /&gt;
* D. Barsch: &amp;#039;&amp;#039;Studien und Messungen an Blockgletschern in Macun, Unterengadin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Supplementband 8, 1969, S. 11–13.&lt;br /&gt;
* D. Barsch: &amp;#039;&amp;#039;Ein Permafrostprofil aus Graubünden, Schweizer Alpen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge Band 21, 1977, S. 79–86.&lt;br /&gt;
* D. Barsch, W. Zick: &amp;#039;&amp;#039;Die Bewegungen des Blockgletschers Macun I von 1965–1988 (Unterengadin, Graubünden, Schweiz).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; Neue Folge Band 35, 1991, S. 1–14.&lt;br /&gt;
* D. Barsch: &amp;#039;&amp;#039;Die Beziehung der Schneegrenze und der Untergrenze der aktiven Blockgletscher.&amp;#039;&amp;#039; In: C. Jentsch, H. Liedtke: &amp;#039;&amp;#039;Höhengrenzen in Hochgebirgen.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten aus dem geographischen Institut der Universität des Saarlandes.&amp;#039;&amp;#039; Band 29). 1992, S. 119–133.&lt;br /&gt;
* S. R. Capps Jr.: &amp;#039;&amp;#039;Rock Glaciers in Alaska.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J. Geol.&amp;#039;&amp;#039; Band 18, 1910, S. 359–375.&lt;br /&gt;
* G. Chesi, S. Geissler, K. Krainer, W. Mostler, T. Weinhold: &amp;#039;&amp;#039;5 Jahre Bewegungsmessungen am aktiven Blockgletscher Inneres Reichenkar (westliche Stubaier Alpen) mit der GPS-Methode.&amp;#039;&amp;#039; In: G. Chesi, T. Weinhold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;12. Internationale Geodätische Woche Obergurgl 2003.&amp;#039;&amp;#039; Wichmann, Heidelberg, S. 201–205.&lt;br /&gt;
* W. Haeberli, L. King, A. Flotron: &amp;#039;&amp;#039;Surface Movement and Lichen-Cover Studies at the Active Rock Glacier near the Grubengletscher, Wallis, Swiss Alps.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Arctic and Alpine Research.&amp;#039;&amp;#039; Band 11, Nr. 4, 1979, S. 421–441.&lt;br /&gt;
* S. Imbery, R. Gobejishvili, L. King: &amp;#039;&amp;#039;Rock Glaciers and Permafrost in the Central Tian Shan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;International Scientific Conference on Environment and Global Warming, 15-17th September 2011, Tbilisi (Georgia), Conference Paper.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* L. King, W. Fisch, W. Haeberli, H.-P. Wächter: &amp;#039;&amp;#039;Comparison of resistivity and radio-echo soundings on rock glacier permafrost. .&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Gletscherkunde und Glazialgeologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, Nr. 1, 1987, S. 77¬97.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=H. Hausmann, K. Krainer, E. Brückl, W. Mostler&lt;br /&gt;
   |Titel=Internal structure and ice content of Reichenkar rock glacier (Stubai Alps, Austria)&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Assessed by geophysical investigations&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Permafrost and Periglacial Processes&lt;br /&gt;
   |Band=18&lt;br /&gt;
   |Nummer=4&lt;br /&gt;
   |Datum=2007-10&lt;br /&gt;
   |ISSN=1099-1530&lt;br /&gt;
   |Seiten=351–367&lt;br /&gt;
   |DOI=10.1002/ppp.601}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Aldar P. Gorbunov, Sergei N. Titkov, Victor G. Polyakov&lt;br /&gt;
   |Titel=Dynamics of rock glaciers of the Northern Tien Shan and the Djungar Ala Tau, Kazakhstan&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Permafrost and Periglacial Processes&lt;br /&gt;
   |Band=3&lt;br /&gt;
   |Nummer=1&lt;br /&gt;
   |Datum=1992&lt;br /&gt;
   |ISSN=1099-1530&lt;br /&gt;
   |Seiten=29–39&lt;br /&gt;
   |DOI=10.1002/ppp.3430030105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Rock glaciers|Blockgletscher}}&lt;br /&gt;
* [https://map.geo.admin.ch/?Y=806310.25&amp;amp;X=178440.75&amp;amp;zoom=10&amp;amp;bgOpacity=0&amp;amp;bgLayer=ch.swisstopo.swissimage&amp;amp;lang=de Luftaufnahme eines Blockgletschers mit wulstiger Oberfläche (Macun, Unterengadin, Schweiz)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Periglazial]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RonMeier</name></author>
	</entry>
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