<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Blinde_Kuh</id>
	<title>Blinde Kuh - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Blinde_Kuh"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blinde_Kuh&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T06:31:34Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blinde_Kuh&amp;diff=15882&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Frank C. Müller: Genderzeichen korrigiert.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blinde_Kuh&amp;diff=15882&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-28T21:47:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Genderzeichen korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das Gesellschaftsspiel &amp;#039;&amp;#039;Blindekuh&amp;#039;&amp;#039;; zu anderen Verwendungen dieses Namens siehe [[Blinde Kuh (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Blind man&amp;#039;s buff India.jpg|mini| Blindekuh als Straßenspiel in Indien (2007)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jean-Honoré Fragonard - Blind-Man’s Buff - Google Art Project.jpg|mini|[[Jean-Honoré Fragonard]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Blinde-Kuh-Spiel&amp;#039;&amp;#039;, 1751]]&lt;br /&gt;
[[Datei:La Gallina Ciega.jpg|mini| Blindekuh-Spiel. Gemälde von [[Francisco Goya]] (1788)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cornelis Troost 002.jpg|mini|Cornelis Troost: Blindekuhspiel im 18. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Meyer von Bremen Kinder beim Blinde-Kuh-Spiel.jpg|mini|[[Johann Georg Meyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Kinder beim Blinde-Kuh-Spiel&amp;#039;&amp;#039;, 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blinde Kuh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blindekuh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist ein heute vor allem von Kindern gespieltes [[Gesellschaftsspiel]]. In [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] hat das Spiel den Namen „The Blind Man’s Buff“, in [[Frankreich]] heißt es „Colin-Maillard“, in [[Italien]] „Mosca Cieca“, in [[Polen]] „Ciuciubabka“, in [[Portugal]] „Cabra-Cega“, in [[Russland]] „жмурки“ (žmurki), in [[Schweden]] „Blindbock“, in [[Spanien]] „Gallina Ciega“, in der [[Türkei]] „Körebe“ (= „blinde Amme“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regeln ==&lt;br /&gt;
Einem Spieler werden mit einem [[Schal]] oder einem geeigneten [[Tuch]] die Augen verbunden. Die anderen laufen herum und ärgern die &amp;#039;&amp;#039;blinde Kuh&amp;#039;&amp;#039;, indem sie diese rufen oder zupfen und leicht kneifen. Wen die &amp;#039;&amp;#039;blinde Kuh&amp;#039;&amp;#039; ergreifen kann, der muss sich an ihrer Stelle die [[Auge]]n verbinden lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Varianten ===&lt;br /&gt;
* Wer von der &amp;#039;&amp;#039;blinden Kuh&amp;#039;&amp;#039; berührt wird, ist ausgeschieden. Es wird so lange gespielt, bis nur noch ein Spieler übrig ist, der nun die &amp;#039;&amp;#039;neue Kuh&amp;#039;&amp;#039; darstellt.&lt;br /&gt;
* Wer von der &amp;#039;&amp;#039;blinden Kuh&amp;#039;&amp;#039; berührt wird, muss stehen bleiben. Die &amp;#039;&amp;#039;Kuh&amp;#039;&amp;#039; tastet nun das Gesicht des &amp;#039;&amp;#039;Gefangenen&amp;#039;&amp;#039; ab und erst wenn sie den richtigen Namen nennen kann, ist ein &amp;#039;&amp;#039;neuer Blinder&amp;#039;&amp;#039; gefunden.&lt;br /&gt;
* Auf einem Tisch liegen mehrere Gegenstände. Wer an der Reihe ist und somit seine Augen verbunden hat, muss einen Gegenstand betasten und erraten.&lt;br /&gt;
* [[Topfschlagen]], bei dem ein Mitspieler mit verbundenen Augen und einem [[Kochlöffel]] einen umgedrehten [[Topf]] mit einer Belohnung finden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Der Name „Kuh“ kommt möglicherweise von dem Ruf „Kuckuck!“ mit dem der „Blinde“ von den anderen Spielern geneckt wird, was sich wie „Ku ku!“ anhört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Deutsches Wörterbuch: K |Verlag=Verlag S. Hirzel |Ort=Leipzig |Datum=1867 |Spalten=2550}}&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Blind mans bluff 1803.PNG|mini|Blindekuhspiel (um 1803)]] [[Heinrich Handelmann]] vermutete, dass die „Blinde Kuh“ von der altheidnischen Sitte herrühre, während der [[Zwölf Weihnachtstage|Zwölften]] Tänze und Aufzüge in Tiermasken zu veranstalten. Solche [[Maske]]n kamen schon im Mittelalter in geistlichen Schauspielen vor und wurden auch in der [[Fastnacht]] getragen. So hieß das Spiel in [[Herzogtum Schleswig|Schleswig]] früher „blinde Mumme“, in [[Nordfriesland]] „blinne Mome“, was nichts anderes heißt als „blinde Maske“. Handelmann schlussfolgerte daraus: wenn Tiermasken umgebunden wurden, „in denen die Augenlöcher zugemacht waren, so war die &amp;#039;&amp;#039;blinde Kuh&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;blinde Bock&amp;#039;&amp;#039; fertig.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Heinrich Handelmann]] |Titel=Die Julstube |Sammelwerk=Weihnachten in Schleswig-Holstein |Verlag=Schwers |Datum=1866 |Seiten=75}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
In den kultischen [[Symbolspiel]]en des mythisch-religiösen [[Ramayana]]- und des [[Mahabharata]]-Epos (aufgeschrieben zwischen 400 v. Chr. und 400 n. Chr.) hat sich im indischen, indonesischen und ceylonesischen Kulturkreis (etwa auf [[Bali]] oder [[Sri Lanka]]) über mehrere tausend Jahre bis heute eine Tradition lebendig erhalten, nach der [[Dämon]]en ihre Identität hinter Masken verstecken und bei ihrer Entlarvung und Verspottung aggressiv reagieren und ihre Entdecker mit ewiger Blindheit zu schlagen versuchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kisari Mohan Ganguli: &amp;#039;&amp;#039;The Mahabharata of Krishna-Dwaipayana Vyasa.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Indien 1883–1896. (Neu-Delhi 2004, ISBN 81-215-0593-3)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Heino Gehrts: &amp;#039;&amp;#039;Mahabharata. Das Geschehen und seine Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;. Bouvier-Verlag, Bonn 1975.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Siegbert A. Warwitz]]&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz: &amp;#039;&amp;#039;Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. 3. erweiterte Auflage. Verlag Schneider. Baltmannsweiler 2021. ISBN 978-3-8340-1620-1. S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde das &amp;#039;&amp;#039;Blinde-Kuh-Spiel&amp;#039;&amp;#039; in [[Christentum|vorchristlicher Zeit]] auch in Europa als ein kultisches [[Dämon]]enspiel zelebriert: Der hinter einer Stier- oder Kuhmaske verborgene Dämon versuchte, Menschen, die sich ihm respektlos näherten, zu greifen, dadurch zu dämonisieren und dabei selbst Erlösung von der Blindheit zu erlangen. Die tiefere Bedeutung des Symbolspiels ist die [[Ritus|rituelle]] Erschaffung des Sehens durch einen magischen Akt. Dieser war nur im Gleichgewicht der Weltordnung erreichbar, indem die Blindheit auf einen hochmütigen Spötter übertragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Blinde-Kuh-Spiel&amp;#039;&amp;#039; war im [[Mittelalter]] nicht nur ein [[Kinderspiel]], sondern ein weithin beliebter, aber verbotener Zeitvertreib mit teils für das bürgerliche [[Sittlichkeit]]sempfinden bedenklichem Charakter. Dies zeigt sich etwa in der Verfolgung des Dichters [[François Rabelais]], der seinen Riesenkönig Pantagruel in seinem vielgelesenen Roman [[Gargantua und Pantagruel]]&amp;lt;ref&amp;gt;Francois Rabelais: &amp;#039;&amp;#039;Gargantua und Pantagruel&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. Band 1, München/Leipzig 1911. (Neuauflage: Insel Verlag, 1974)&amp;lt;/ref&amp;gt; von 1535 neben anderen verbotenen Spielen auch „Blinde Kuh“ spielen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz, Anita Rudolf: &amp;#039;&amp;#039;Spiele früherer Zeiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Dies.: &amp;#039;&amp;#039;Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen&amp;#039;&amp;#039;. 5. Auflage. Verlag Schneider. Baltmannsweiler 2021 S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer Figur aus einem seiner Gedichte von 1534 heißt das Spiel im Französischen auch &amp;#039;&amp;#039;Colin Maillard&amp;#039;&amp;#039;. In den Niederlanden entstanden bekannte Bilddarstellungen des Spiels wie in dem berühmten Straßenbild [[Die Kinderspiele]] des Bauernmalers [[Pieter Bruegel der Ältere]] von 1560&amp;lt;ref&amp;gt;Siegbert A. Warwitz, Anita Rudolf: &amp;#039;&amp;#039;Die Kinderspiele von Pieter Brueghel d. Ä.&amp;#039;&amp;#039; In: Dies.: &amp;#039;&amp;#039;Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen&amp;#039;&amp;#039;. 5. Auflage. Verlag Schneider. Baltmannsweiler 2021. S. 191–195.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die &amp;#039;&amp;#039;Nymphen beim Blinde-Kuh-Spiel&amp;#039;&amp;#039; seines Landsmanns [[Dirk van der Lisse]] von 1635. Popularität genoss &amp;#039;&amp;#039;Blinde Kuh&amp;#039;&amp;#039; im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] außer beim [[Bürgertum]] auch unter erwachsenen Hofdamen und Herren, wobei der Spielablauf zunehmend formalisiert und an bürgerliche Moralvorstellungen angepasst wurde. Der spanische Maler [[Francisco Goya]] schuf 1788 ein Ölgemälde mit gemischtgeschlechtlichen erwachsenen Spielern. In England und Norddeutschland wurde es im 18. Jahrhundert zur allgemeinen Unterhaltung von Erwachsenen gern zu [[Weihnachten]] gespielt, wenn Freunde und Verwandte zusammenkamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dorothea Kühme: &amp;#039;&amp;#039;Bürger und Spiel. Gesellschaftsspiele im deutschen Bürgertum zwischen 1750 und 1850.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Historische Studien.&amp;#039;&amp;#039; Band 18). Campus. Frankfurt am Main u.&amp;amp;nbsp;a. 1997. ISBN 3-593-35597-3. S. 172–188. (Zugleich Dissertation [[Europäisches Hochschulinstitut]] Florenz 1995).&lt;br /&gt;
* Francois Rabelais: &amp;#039;&amp;#039;Gargantua und Pantagruel&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. Band 1. München-Leipzig 1911. (Neuauflage: Insel. Frankfurt am Main 1974. ISBN 3-458-31777-5).&lt;br /&gt;
* Siegbert A. Warwitz, Anita Rudolf: &amp;#039;&amp;#039;Vom Sinn des Spielens. Reflexionen und Spielideen.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Verlag Schneider. Baltmannsweiler 2021. ISBN 978-3-8340-1664-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Blind man&amp;#039;s bluff}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Blindekuh}}&lt;br /&gt;
* [http://www.blinde-kuh.de/informationen/name.html Blinde Kuh (Kinderspiel – das gar keines war – in Bildern durch die Jahrhunderte)]&lt;br /&gt;
* [https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/gedichte/chap007.html „Blinde Kuh“] von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] (Gedicht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelbelege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinderspiel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bewegungsspiel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rind in der Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Frank C. Müller</name></author>
	</entry>
</feed>