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	<title>Blessem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Blessem&amp;diff=1362008&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-08-13T12:44:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Ortsteil               = Blessem&lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = Erftstadt&lt;br /&gt;
| Ortswappen             = &lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 50/48/45.30/N&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 6/47/42.71/E&lt;br /&gt;
| Bundesland             = DE-NW&lt;br /&gt;
| Höhe                   = 94&lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = DE-NHN&lt;br /&gt;
| Fläche                 = &lt;br /&gt;
| Einwohner              = 1524&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum  = 2024-08-01&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle       = &amp;lt;ref name=&amp;quot;EinwohnerErftstadt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    = &lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 50374&lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 02235&lt;br /&gt;
| Lagekarte              = Erftstadt Verwaltungsgliederung Blessem hergehoben mit Beschriftung.svg&lt;br /&gt;
| Lagekarte-Beschreibung = Lage von Blessem in Erftstadt&lt;br /&gt;
| Bild                   = &lt;br /&gt;
| Bild-Beschreibung      = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sankt Michael Blessem.jpg|mini|hochkant|St. Michael]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blessem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Ortsteil|Stadtteil]] von [[Erftstadt]] im [[Rhein-Erft-Kreis]] in [[Nordrhein-Westfalen]], der nach §&amp;amp;nbsp;1 Absatz&amp;amp;nbsp;2 der Hauptsatzung&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hauptsatzung&amp;quot;&amp;gt;[https://www.downloads-erftstadt.de/1-1-hauptsatzung/download Hauptsatzung der Stadt Erftstadt] vom 17. März 2015 (abgerufen am 10. April 2016)&amp;lt;/ref&amp;gt; gemeinsam mit dem südlich angrenzenden [[Frauenthal (Erftstadt)|Frauenthal]] einen [[Bezirk|Stadtbezirk]] bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dorf wurde wahrscheinlich in fränkischer Zeit gegründet und wurde erstmals 1155 in einer Handschrift des [[Abtei Deutz|Benediktinerklosters Deutz]] als „Bladesheim“ und Ort der Pfarre [[Lechenich]] genannt. Gesicherte Angaben über die [[Burg Blessem]] und ihre Besitzer gibt es seit 1363.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Das Dorf Blessem liegt unmittelbar rechts der eingedeichten [[Erft]] quer in deren Flussaue. Es befindet sich nur wenige Kilometer vom Abhang der [[Ville (Rheinland)|Ville]] entfernt. Am östlichen Ortsrand verläuft die [[Bundesstraße 265]], am westlichen Ortsrand die [[Bundesautobahn 1|A 1]]. In Ortsnähe sind am [[Autobahndreieck Erfttal]] die A1 und die [[Bundesautobahn 61|A 61]] verknüpft. Im Ort treffen sich die [[Landesstraße]] [[Liste der Landesstraßen im Regierungsbezirk Köln#L 163|L 163]] und die [[Kreisstraße]] [[Liste der Kreisstraßen im Kreis Euskirchen#K 44|K 44]]. An Blessem grenzen die Erftstädter Stadtteile [[Lechenich]], [[Dirmerzheim]], [[Kierdorf (Erftstadt)|Kierdorf]], [[Köttingen (Erftstadt)|Köttingen]] und unmittelbar [[Liblar]] sowie die kleine südöstlich angrenzende Siedlung [[Frauenthal (Erftstadt)|Frauenthal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachbarstadtteile ===&lt;br /&gt;
{{Nachbargemeinden&lt;br /&gt;
 | NORD = [[Kierdorf (Erftstadt)|Kierdorf]]&lt;br /&gt;
 | NORDOST = [[Köttingen (Erftstadt)|Köttingen]]&lt;br /&gt;
 | NORDWEST = [[Dirmerzheim]]&lt;br /&gt;
 | SUEDWEST = [[Lechenich]]&lt;br /&gt;
 | OST = [[Liblar]]&lt;br /&gt;
 | SUED = [[Frauenthal (Erftstadt)|Frauenthal]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte (Neolithikum) ===&lt;br /&gt;
Die Geschichte Blessems geht zurück bis in die [[Jungsteinzeit]]. Eine Siedlung der [[Linearbandkeramische Kultur|Linearbandkeramiker]] wurde 2015 bei der Erweiterung einer Kiesgrube am Ostrand von Blessem entdeckt. Drei Langhäuser mit etwa 30 Meter Länge wurden freigelegt. Ein weiteres bei einer anschließenden Untersuchung 2017 gefundenes Haus gehörte in die Zeit der älteren Linearbandkeramik. Das am heutigen Nordrand von [[Lechenich]] im Jahr 2010 angeschnittene [[Gräberfeld]] einer jungsteinzeitlichen Siedlung dehnte sich nach Osten bis in die [[Flur (Gelände)|Feldflur]] des heutigen Blessems aus. Die [[Befund (Archäologie)|Befunde]] der dort freigelegten [[Grabbeigabe]]n konnten in die Zeit um 4950 bis 4800 [[v. Chr.|vor Christus]] [[Datierung|datiert]] werden. Die Art der aufwendig verzierten [[Keramik]]en der Grabbeigaben ließ diese [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] der [[Großgartacher Kultur]] zuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;KSTA vom 19. August 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nördlich von Blessem westlich des Liblarer Mühlengrabens wurde 2014 ein größeres eisenzeitliches Siedlungsareal gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra Tutlies, Claus Weber: Archäologie in Erftstadt . Berichte zu Ausgrabungen, Beobachtungen und Funden aus den Jahren 2005 bis 2016. Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2018. Erftstadt 2017. S. 86–90&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römische Zeit ===&lt;br /&gt;
1969 wurde eine große [[villa rustica]] aus [[Germania inferior|römischer Zeit]] in der Nähe der Erft und der heutigen Burg während des Aushebens der dortigen Kiesgrube entdeckt. Keramikfunde aus dem Areal wurden in das 1. bis 4. Jahrhundert datiert. Nur 950 Meter entfernt lag in der Nähe von Frauenthal in der heutigen Flur „Frauendaler Acker“ ein römisches Landhaus, das Spuren der Oberflächenstruktur in einer [[Luftbildfotografie|Luftaufnahme]] zeigt, es wird in den [[Ortsakte]]n des [[Rheinisches Landesmuseum Bonn|Landesmuseums in Bonn]] als [[Portikus]]haus in Liblar-Frauenthal geführt und soll erst in späterer Zeit untersucht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Funde und Denkmäler des Erftstädtischen Raumes.&amp;#039;&amp;#039; S. 35–37 und 133&amp;lt;/ref&amp;gt; Da beim Bau einer Lärmschutzwand an der Autobahn nahe der Erft ebenfalls römische Trümmerreste zu Tage kamen und auf eine [[Mansio]] hinwiesen, deren Gebäude dem Landhaus vorgelagert waren, schließt man eine größere Gesamtanlage an der [[Römerstraße Trier–Köln]], heute [[Erlebnisraum Römerstraße Köln–Trier|Agrippa-Straße Köln–Trier]] genannt, nicht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung im Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Der Name Blessem, auch „Bladisheim“, „Bledisheim“ oder „Blesheim“ genannt, deutet wie bei anderen Orten mit der Endung [[-heim]] auf eine Besiedlung in fränkischer Zeit hin. Es ist nicht auszuschließen, dass der Name eines Romanen Bladinus im fränkischen -heim Namen enthalten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Dittmaier: &amp;#039;&amp;#039;Die linksrheinischen Ortsnamen auf –dorf und -heim.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1799, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alternativ könnte ein Germane mit dem Personennamen Bladmar (stand für „Lebenskraft“) oder eines davon abgeleiteten Namens wie Bladin oder Blado Namensgeber des von ihm errichteten „Heims“ sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser 12&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die fränkische Landnahme – Deutung des Ortsnamens.&amp;#039;&amp;#039; In: Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Dorf Blessem.&amp;#039;&amp;#039; S. 11–13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Blessem wurde erstmals 1155 im Codex thiodorici, einer Handschrift des [[Abtei Deutz|Benediktinerklosters Deutz]], als „Bladesheim“ und Ort der Pfarre Lechenich genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Archiv der Stadt Köln|HAStK]] Bestand Abtei Deutz RH2, Abschrift des verschollenen Codex thiodorici&amp;lt;/ref&amp;gt;  Gemeinsam mit den Nachbarorten entrichtete auch Blessem als Teil der „parochia Lecheniensis“ Abgaben an die Deutzer Abtei und ihren Sifter und Erzbischof [[Heribert von Köln]], „um vor Unwetter bewahrt zu bleiben.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser 13&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die ersten Quellen.&amp;#039;&amp;#039; In: Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Dorf Blessem.&amp;#039;&amp;#039; S. 13–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor dieser Zeit gehörte Blessem mit dem Gericht Lechenich wahrscheinlich dem [[Kölngau]] oder dem [[Zülpichgau]] an. In der Folge wandelte sich der Name über „Bledisheim“, „Blesheim“ und „Bleshem“ zum heutigen „Blessem“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser 12&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kleine Ort entwickelte sich um einen Hof, die spätere Burg Blessem. Im Jahr 1254 wurde die Pfarrkirche zu Lechenich, der auch die umliegenden Dörfer einschließlich Blessem angehörten, dem Stift [[St. Aposteln]] in Köln zugeordnet, womit auch die Abgabe des [[Zehnt]]en verbunden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Esser 13&amp;quot; /&amp;gt; Nach einem um 1293 entstandenen Verzeichnis der Einkünfte des [[Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Köln|Erzbischofs von Köln]], [[Siegfried von Westerburg]], wohnten im Ort fünf Familien, die dem Erzbischof von Köln ihre Abgaben sowohl in [[Naturalien]] als auch in Geld zahlten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Archiv der Stadt Köln|HAStK]] Bestand Auswärtiges 170b, veröffentlicht in: K. und H. Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt.&amp;#039;&amp;#039; Band I Nr. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
==== Einwohner ====&lt;br /&gt;
Die Bewohner des Dorfes, die zur Lechenicher Bürgerschaft gehörten,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Archiv der Stadt Köln|HAStK]] Bestand Domstift Urkunde 3/1978, veröffentlicht in: Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Band III Nr. 1559.&amp;lt;/ref&amp;gt; waren meist Kleinbauern und Tagelöhner mit geringem Grundbesitz. Bei der auf kurfürstlichen Befehl 1661 durchgeführten Vermessung und steuerlichen Veranschlagung hatte das Dorf 28 Häuser. Außer dem Burghof gab es nur zwei größere Höfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Historisches Archiv der Stadt Köln|HAStK]] Bestand Domstift Akte 452 Bl. 1-45, und [[Hauptstaatsarchiv Düsseldorf|HSTAD]] Bestand Kurköln II 1117, veröffentlicht in Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Band IV Nr. 2566 und Nr. 2570.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben Grundpachten mussten die Einwohner noch den großen [[Zehnt]] an das Stift [[St. Aposteln]] in Köln und landesherrliche Steuern an den [[Erzbischof]] und [[Kurfürst]]en entrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hauptstaatsarchiv Düsseldorf|HSTAD]] Bestand Kurköln II 1904 und 1117, veröffentlicht in: Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Band IV 2063 und Nr. 2570.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die landesherrlichen Steuern sammelten die Ortsvorsteher ein, die spätestens seit dem 17. Jahrhundert zu den Versammlungen des Lechenicher Stadtrates geladen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gracht-51-53&amp;quot;&amp;gt;Archiv Schloss Gracht Akten Nr. 51–53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Alltag der Blessemer Bewohner bestanden festgesetzte Regeln, die einzuhalten waren. Zur Nutzung als [[Weide (Tierhaltung)|Viehweide]] stand den Einwohnern das Weiderecht in festgelegten Grenzen ([[Schweid]]) zu. Brennmaterial holten sich die Familien an festgesetzten Zeiten aus der Ville.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hauptstaatsarchiv Düsseldorf|HSTAD]] Bestand Kurköln IV 676 und 682&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer sich nicht an die Verordnungen hielt, unbefugt Holz sammelte, Reiser abschnitt oder beim heimlichen Gras- oder [[Ähre]]ndiebstahl ertappt wurde, hatte „Feldschaden“ oder „Waldfrevel“ begangen und musste nach einem Amtsverhör eine [[Geldbuße (Verwaltungsrecht)|Brüchtenstrafe]] zahlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv Schloss Gracht Akten 47–49&amp;lt;/ref&amp;gt; In den kriegerischen Auseinandersetzungen des 17. und 18. Jahrhunderts, vor allem bei der Belagerung Lechenichs 1642,&amp;lt;ref&amp;gt;Walram/Sarburg: &amp;#039;&amp;#039;Die heldenhafte Verteidigung von Burg und Stadt Lechenich 1642&amp;#039;&amp;#039;. Köln 1643.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde die Blessemer Bevölkerung durch Einquartierungen, [[Fourage]]lieferungen und Geldzahlungen stark belastet. In Kriegszeiten suchten die Bewohner Blessems mit ihrer Habe und ihrem Vieh Schutz in der Blessemer Burg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gracht-51-53&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geistliche und adelige Besitzungen ====&lt;br /&gt;
; Kurfürstlicher Besitz&lt;br /&gt;
Der Erzbischof und Kurfürst von Köln besaß Ackerland und [[Wiesenbewässerung|Benden]] zwischen Blessem und Köttingen in der Schwarzau. Sie gehörten zur „Swaifhufe“, die Erzbischof [[Heinrich III. von Virneburg|Heinrich von Virneburg]] im Jahre 1317 an sich gebracht hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hauptstaatsarchiv Düsseldorf|HSTAD]] Bestand Kurköln Urkunde Nr. 251, veröffentlicht in Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Band I. Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich über Swaisauwe, Swairsauwe (1537) Schwasaue (1643) die heutige Bezeichnung Schwarzau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Besitz des Klosters Frauenthal/Marienforst&lt;br /&gt;
Die Blessemer Ländereien des Klosters Frauenthal, später des [[Rittergut Marienforst|Klosters Marienforst]] bei Godesberg, wurden, sofern sie nicht an Blessemer Familien verpachtet waren, vom Klosterhof in Frauenthal bewirtschaftet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hauptstaatsarchiv Düsseldorf|HSTAD]] Bestand Marienforst Akte 15f, veröffentlicht in Stommel Quellen Band IV Nr. 2064.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; „Blessemer Höfchen“ der Familie Wolff Metternich zur Gracht&lt;br /&gt;
Der Hof mit Haus, Hofstatt und Ländereien, den Hieronymus Wolff Metternich 1558 von der Familie von Irresheim erworben hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv Schloss Gracht Akte Nr. 554&amp;lt;/ref&amp;gt; bestand 100&amp;amp;nbsp;Jahre später nur noch aus Ackerland und Benden, die vom Grachter Hof in Liblar bewirtschaftet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Burg Blessem&lt;br /&gt;
[[Datei:Burg Blessem Tor und Herrenhaus.jpg|mini|Tor- und Herrenhaus]]&lt;br /&gt;
Gesicherte Angaben über die Burg und ihre Besitzer gibt es seit 1363, als Ludwig von Blessem als [[Burgmann]] von [[Landesburg Lechenich|Lechenich]] mit der Burg belehnt wurde. Durch Heirat kam die Burg an die Familie der Scheiffart von Merode in [[Bornheim (Rheinland)|Bornheim]] bei [[Bonn]], in deren Besitz sie über Generationen blieb. Im Jahre 1696 wurde die Burg an Prior und Konvent des Dominikanerklosters in [[Köln]] verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;Henriette Meynen: Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. Köln 1992, S. 144.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Burg Blessem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Französische Zeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:TranchotkKarte Region Lblar Blessem.jpg|mini|Blessem am Anfang des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als unter [[Franzosenzeit|französischer Herrschaft]] neue Verwaltungsbezirke nach französischem Vorbild geschaffen wurden, gehörte Blessem zum [[Kanton Lechenich|Kanton-]] und zur [[Mairie]] Lechenich.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Hansen: &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte der Rheinlande im Zeitalter der französischen Revolution 1780–1801.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1938. Band IV Nr. 76 und Nr. 100.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1801 hatte Blessem 136 Einwohner und 56 Kinder unter 12 Jahren. Von den 47 Familienvorständen waren 14 Landwirte. Außer dem Burghof gab es nur zwei größere landwirtschaftliche Betriebe, einen Hufschmied, 28 Tagelöhnerfamilien, darunter vier Witwen mit ihren Kindern, und vier arme Frauen.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Die französischen Einwohnerlisten aus Erftstadt 1798–1801.&amp;#039;&amp;#039; S. 28–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der [[Säkularisation]] wurde das Hofgut des Dominikanerklosters mit Haus, Gebäuden, Garten, Baumgarten, Wiesen und über 50 Hektar Ackerland 1802 als geistlicher Besitz enteignet und 1808 an Johann Wilhelm Meyer aus Köln verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Schieder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Säkularisierung und Mediatisierung in den vier rheinischen Departements, Kanton Lechenich.&amp;#039;&amp;#039; S. 462.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seit 1815 ===&lt;br /&gt;
In [[Preußen|preußischer]] und nachfolgender Zeit blieb der Ort bei Lechenich bis zur [[Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Euskirchen|kommunalen Verwaltungsreform]] und der Bildung der Stadt Erftstadt 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der [[Euskirchener Kreisbahnen|Kreisbahnstrecke Liblar-Euskirchen]] im Jahre 1894/1895 brachte den Bauern des Ortes große Vorteile. Sie konnten ihre Produkte an der Bahnstation Frauenthal (Liblar-Frauenthal) verladen. Die Zusammenlegung der Anbauflächen in den 1920er Jahren war ein Fortschritt für die Landwirtschaft. Sie ermöglichte den Einsatz moderner Maschinen.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Dorf Blessem.&amp;#039;&amp;#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine wirtschaftliche Verbesserung war für viele Blessemer die Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts beginnende Intensivierung des Braunkohleabbaus im [[Rheinisches Braunkohlerevier|Rheinischen Braunkohlerevier]]. Seit etwa 1880 arbeiteten viele Einwohner in den Braunkohlegruben und [[Brikettfabrik]]en, zum Beispiel bei [[Carl Brendgen]]. Auch bei der [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)#Deutsche Reichseisenbahnen und Deutsche Reichsbahn (1920 bis 1924)|Reichsbahn]] und der Westdeutschen Maschinengesellschaft in Liblar, der Hauptwerkstätte der [[Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft|Westdeutschen Eisenbahngesellschaft]] für Lokomotiven und Wagen, fanden viele einen Arbeitsplatz. Die meisten Arbeiter betrieben zusätzlich eine kleine Landwirtschaft für ihren Eigenbedarf.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Dorf Blessem.&amp;#039;&amp;#039; S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kirchliche Verhältnisse ====&lt;br /&gt;
Jahrhundertelang war die Kapelle [[St.-Servatius-Kapelle (Lechenich)|Heddinghoven]], eine Filiale der Lechenicher Kirche, die Pfarrkirche für Blessem und Konradsheim. Nach der Einrichtung eines Rektorats in Frauenthal für den Gottesdienst der Krankenhauskapelle, eingerichtet und finanziert durch die dortige [[Stiftung Marien-Hospital Erftstadt-Frauenthal|Stiftung Münch]] 1869, besuchten die Blessemer dort den Gottesdienst. Die Entwicklung zu einer Pfarrei vollzog sich allmählich. 1908 erhielten die Einwohner Blessems das Recht, ihre Kinder in Frauenthal taufen zu lassen, 1909 einen eigenen Friedhof. 1923 wurde Frauenthal ein eigenes Rektorat. 1961 wurde in Blessem eine neue katholische Kirche mit dem Pfarrpatron St. Michael für Blessem und Frauenthal gebaut und eingeweiht, die den [[Neugotik|neugotischen]] [[Taufbecken|Taufstein]] aus der [[Marienkapelle (Frauenthal)|Marienkapelle]] in Frauenthal zur weiteren Nutzung erhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;40 Jahre Pfarrei St. Michael Blessem-Frauenthal.&amp;#039;&amp;#039; Blessem 2001, S. 3–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== St. Michael ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Blessem Pfarrkirche Sankt Michael.jpg|mini|hochkant|St. Michael]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|St. Michael (Blessem)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche und der separat an der Westseite stehende Kirchturm wurden im Jahre 1961 errichtet. Ihre Mauern aus [[Beton]] sind an den Außenwänden mit [[Mauerziegel|Ziegeln]] verblendet. Die Westseite des Kirchenschiffes erhielt eine bis in die Giebelspitze reichende, durch Betonrippen gegliederte Glas[[fassade]]. Das Hauptportal wurde aus Holz gefertigt und mit einer in [[Kupfer]] getriebenen Verkleidung ummantelt. Das Werk entstand 1967 nach Entwürfen des [[Köttingen (Erftstadt)|Köttinger]] Bildhauers [[Jakob Riffeler]]. Die Darstellungen geben aufgrund der ausgewählten Motive einen Überblick zur Kirchengeschichte des Ortes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 21 Meter hohe, allseitig mit fünf versetzt angeordneten Schallöffnungen versehene Turm wurde nach der am 29. September 1961 erfolgten [[Kirchweihe]] im Dezember des Jahres fertiggestellt. Die sechs [[Glocke]]n erklangen zum ersten Mal zu Weihnachten 1961.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;40 Jahre Pfarrei St. Michael Blessem-Frauenthal.&amp;#039;&amp;#039; S. 14–16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schulische Verhältnisse ====&lt;br /&gt;
Seit 1843 besaß der Ort eine eigene Schule. Das erste größere Schulgebäude von 1878 mit Erweiterungsbau von 1905&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Blessems Schulleben im Kaiserreich.&amp;#039;&amp;#039; Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2003, S. 74–84.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 1966 durch einen Neubau ersetzt, der nur wenige Jahre als Schule diente. Nach der Schulreform von 1968 gehörten die Schüler zum Schulbezirk Lechenich, seit 1974 zum Schulbezirk Liblar. Die Grundschüler wurden von 1978 bis zur Auflösung der Schulbezirke im Schuljahr 2008/09 durch Schulbusse zur Grundschule nach Bliesheim gefahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Blessems Volksschule während der Nachkriegszeit bis zur Auflösung in der Schulreform 1968&amp;#039;&amp;#039;. Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2004, S. 129–138.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ausbau des Erftbettes und Hochwasser vom Juli 2021 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:21-07-15 Blessem Hochwasser.jpg|mini|Hochwasser 2021 in Blessem, Eschenweg]]&lt;br /&gt;
Die [[Erft]] wurde im 19. Jahrhundert an mehreren Stellen begradigt. Bereits im Jahr 1888 wurden in Blessem und Frauenthal durch Hochwasser der Erft Gebäude beschädigt und Felder verwüstet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GesVerein&amp;quot;&amp;gt;[https://geschichtsverein-erftstad.jimdo.com/ Homepage des Geschichtsverein Erftstadt] (abgerufen am 31. Juli 2021), Zitat nach Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Bauerndorf im Umbruch – Sozialer Wandel vom 19. zum 20. Jahrhundert in Blessem und Frauenthal&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 978-3-921300-52-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1960er Jahren wurde das Erftbett deshalb vertieft und verbreitert. Aber auch 1961 zeigen Bilder eine Überflutung der Straßen Blessems.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GesVerein&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021#Nordrhein-Westfalen|schwere Hochwasserereignis im Juli 2021]], ausgelöst durch anhaltenden [[Starkregen]], richtete auch in Gebieten an der Erft katastrophale Schäden an. In Blessem kam es zum Einsturz mehrerer Gebäude. Wenige hundert Meter hinter dem Ort hatte die Erft ihr Flussbett verlassen und war in eine etwa 60 Meter tiefe Kiesgrube geströmt. Dies wiederum setzte eine hohe [[Reliefenergie]] frei, und die schnell [[Erosion (Geologie)|rückschreitende Erosion]] ließ eine mehrere Meter tiefe Abbruchkante entstehen, die sich in den Ortsrand fraß.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.focus.de/panorama/wetter-aktuell/lage-ganz-besonders-kritisch-in-erfstadt-blessem-stuerzen-haeuser-und-burgteile-in-die-kiesgrube-es-gibt-todesopfer_id_13502739.html |titel=Erftstadt-Blessem: Häuser und Burgteile stürzen in Grube – &amp;quot;Es gibt Todesopfer&amp;quot; |datum=2021-07-16 |sprache=de |abruf=2021-07-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wurden Wohnhäuser, Gebäude eines Pferdehofs sowie mehrere zur [[Burg Blessem]] gehörende Bauten unterspült und zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/live-ticker-hochwasser-startkregen-erftstadt-leverkusen-koeln-100.html |titel=Evakuierungen im Rhein-Erft-Kreis angelaufen |datum=2021-07-16 |sprache=de |abruf=2021-07-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ksta.de/region/rhein-erft/regen-in-rhein-erft-teileinsturz-der-kompletten-ortslage-erfstadt-blessem-38906398 |titel=Regen in Rhein-Erft: Teileinsturz der kompletten Ortslage Erfstadt-Blessem |datum=2021-07-16 |sprache=de-DE |abruf=2021-07-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Untersuchungen durch die Stadtverwaltung sind acht Häuser irreparabel zerstört und müssen abgerissen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ksta.de/region/rhein-erft/erftstadt/besitzer-werden-taeglich-vertroestet-abriss-der-haeuser-in-blessem-geht-nur-langsam-voran-38961642 |titel=Acht Blessemer Häuser irreparabel zerstört. |abruf=08.08.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/mein-blatt/werbepost/erftstadt/leben-am-krater--bei-jedem-regentropfen-wieder-angst--38970894 |titel=Bei jedem Regentropfen wieder Angst |werk=Erftstadt Anzeiger |hrsg=Werbepost |datum=6. August 2021 |sprache=de |abruf=08.08.2021 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einwohnerentwicklung ====&lt;br /&gt;
{{Bevölkerungsentwicklung&lt;br /&gt;
|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einw&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|1828=309&lt;br /&gt;
|1843=352&lt;br /&gt;
|1871=327&lt;br /&gt;
|1885=359&lt;br /&gt;
|1895=450&lt;br /&gt;
|1900=483&lt;br /&gt;
|1905=568&lt;br /&gt;
|1910=563&lt;br /&gt;
|1919=629&lt;br /&gt;
|1925=618&lt;br /&gt;
|1933=618&lt;br /&gt;
|1946=759&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Ortsvorsteher von Blessem / Frauenthal ====&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;BM&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! von    || bis    !! Name&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1883   || 1887   || Peter Cöln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1887   || 1911   || Peter Felten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1912   || (1920) || Edmund Radmacher&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1920   || (1924) || Josef Cöln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1924   || (1930) || Reinhold Klein&lt;br /&gt;
|-   &lt;br /&gt;
| (1936) ||        || Jakob Schneider&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1945   || 1946   || Johann Cöln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1946   || 1948   || Ferdinand Schneider&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1948   || (1957) || Peter Hick&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1961   || 1965   || Ferdinand Schneider&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1965   || 1969   || Heinz Hemmersbach&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutiges Ortsbild ==&lt;br /&gt;
Das Anwachsen der Bevölkerung auf 1905 Einwohner (Stand am 31. August 2016) begann vor allem seit den 1960er Jahren. Es entstanden den alten Ortskern ergänzende neue Wohngebiete. Durch den Zuzug von Neubürgern veränderte sich auch die konfessionelle Zusammensetzung der Bewohner, jedoch ist das Neben- und Miteinander der Konfessionen heute selbstverständlich geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die berufliche Orientierung der Bewohner änderte sich nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und besonders nach dem Auslaufen der Braunkohleförderung im &amp;#039;&amp;#039;Südrevier&amp;#039;&amp;#039;. Der überwiegende Teil der Berufstätigen fährt täglich zu einem auswärtigen Arbeitsplatz in Köln und in der näheren oder auch ferneren Umgebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gab es 1900 noch 32 hauptberufliche Landwirte, so sind es heute nur noch zwei landwirtschaftliche Großbetriebe, die aufgrund eines modernen Maschinenparks nur wenige Arbeitskräfte benötigen. Ein Landwirt nutzt die Stallungen und Wiesenflächen seines Hofes sowie eine neu erbaute Halle für den Reitsport, ein weiterer Reitstall wurde außerhalb des Ortes an der K 44 neu errichtet. Andere ehemalige Landwirte bauten ihre Wirtschaftsgebäude zu Wohnungen um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der „Burg“ wohnt die Eigentümerin, eine Tochter des früheren Burgbesitzers Armin Osterrieth, in dem 1898 als Anbau an den Vorburgtrakt errichteten, inzwischen restaurierten Herrenhaus. Der Torhaustrakt und die angrenzenden Stallungen sind zu einer Wohnanlage umgebaut worden. Auf dem Burggelände werden zwei Reitställe mit neu erbauten Stallungen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nördlich des Ortes nahe am Ortsrand wird in einer ursprünglich von der Unternehmensgruppe Nowotnik und Leitung von Hans Georg Nowotnik geleiteten etwa 60 Meter tiefen Grube im &amp;#039;&amp;#039;Kieswerk Blessem&amp;#039;&amp;#039; Kies abgebaut. 2015 wurde die ursprüngliche Betriebsfläche der Kiesgrube von 27 Hektar um ein neu erschlossenes Areal zwischen der Grube und der Autobahn A1 auf knapp 40 Hektar vergrößert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ksta.de/region/rhein-erft/erftstadt/kiesgrube-nowotnik-in-erftstadt-betriebsgelaende-in-blessem-wird--um-zwoelf--hektar-erweitert-22530136 |titel=Kiesgrube Nowotnik in Erftstadt Betriebsgelände in Blessem wird um zwölf Hektar erweitert | autor=Horst Komuth |datum=2015-09-15 |sprache=de-DE |abruf=2021-07-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 2016 wurde die Kiesgrube an die [[RWE]]-Tochter Rheinische Baustoffwerke (RBS) verpachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ksta.de/region/rhein-erft/erftstadt/hochwasser-in-blessem-buerger-schaltet-gericht-ein---geruechte-um-zukunft-der-kiesgrube-38926386 |titel=Hochwasser in Blessem Bürger schaltet Gericht ein – Gerüchte um Zukunft der Kiesgrube | autor=Dennis Vlaminck, Udo Beißel, Niklas Pinner |datum=2021-07-21 |sprache=de-DE |abruf=2021-07-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einrichtungen ===&lt;br /&gt;
Niedergelassene Ärzte in benachbarten Stadtteilen Erftstadts betreuen die Bewohner Blessems, eine stationäre ärztliche Versorgung ist durch das nahe gelegene Krankenhaus Frauenthal gegeben. Den Familien mit Kleinkindern bietet der Ort die Einrichtung einer städtischen [[Kindertagesstätte]] „Auenland“, die im ehemaligen Schulgebäude untergebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankfilialen, Postagentur und Bäckerei wurden geschlossen. Es gibt einige gewerbliche Einrichtungen, darunter ein Hotelrestaurant und eine Pizzeria. Weitere Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf bieten die Geschäfte im nahe gelegenen Liblar und auch in Lechenich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft und der ansässigen Vereine sind eine beliebte Abwechslung der Bevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sehenswürdigkeiten ===&lt;br /&gt;
Blessem besitzt einige unter Denkmalschutz stehende Objekte. Dazu gehören die Burg Blessem, das Wohnhaus eines historischen Vierkanthofes, Gedenkkreuze und Gedenkstätten wie das Kriegerdenkmal und die Grabstätte von im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] verstorbenen russischen Kriegsgefangenen auf dem Blessemer Friedhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste der Baudenkmäler in Blessem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehr ===&lt;br /&gt;
Die [[Verkehrsverbund Rhein-Sieg|VRS]]-Buslinie 990 der [[Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft]] verbindet den Ort mit [[Herrig]] und [[Brühl (Rheinland)|Brühl]]. Zusätzlich verkehren einzelne Fahrten der auf die Schülerbeförderung ausgerichteten Linie 974.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#AADD55&amp;quot; | Linie&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#AADD55&amp;quot; | Verlauf&lt;br /&gt;
{{Linienverlauf VRS|974}}&lt;br /&gt;
{{Linienverlauf VRS|990}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auszeichnung ===&lt;br /&gt;
Blessem nahm 2014 erstmals am Bundeswettbewerb [[Unser Dorf hat Zukunft]] teil und belegte auf Anhieb auf Kreisebene den ersten Platz.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Komuth: [http://www.ksta.de/erftstadt/-unser-dorf-hat-zukunft--mit-charme-und-fakten-ueberzeugt,15189182,27600256.html &amp;#039;&amp;#039;Mit Charme und Fakten Überzeugt.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Kölner Stadt-Anzeiger.&amp;#039;&amp;#039; Rhein-Erft vom 25. Juni 2014, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Dorf Blessem, seine Geschichte und die Wandlung seiner sozialen Struktur seit Beginn des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlichungen des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen e.&amp;amp;nbsp;V., A-Reihe, Heft 8, Euskirchen 1963, S. 11–74.&lt;br /&gt;
* Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;40 Jahre Pfarrei St. Michael Blessem-Frauenthal&amp;#039;&amp;#039;. Blessem 2001.&lt;br /&gt;
* Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Blessems Volksschule während der Nachkriegszeit bis zur Auflösung in der Schulreform 1968&amp;#039;&amp;#039;. Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2004.&lt;br /&gt;
* Albert Esser: &amp;#039;&amp;#039;Das Bauerndorf im Umbruch. Sozialer Wandel vom 19. zum 20. Jahrhundert in Blessem und Frauenthal.&amp;#039;&amp;#039; Schriften des Geschichtsvereins Erftstadt e.&amp;amp;nbsp;V., Band 4, Verlag Köhl, Erftstadt 2020, ISBN 978-3-921300-52-7&lt;br /&gt;
* Bernhard Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Funde und Denkmäler des Erftstädtischen Raumes.&amp;#039;&amp;#039; Erftstadt 1999, ISBN 3-9805019-4-9.&lt;br /&gt;
* Karl und Hanna Stommel: &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte der Stadt Erftstadt Band I–V.&amp;#039;&amp;#039; Erftstadt 1990–1998.&lt;br /&gt;
* [[Karl Stommel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die französischen Einwohnerlisten aus Erftstadt 1798–1801.&amp;#039;&amp;#039; Erftstadt 1989.&lt;br /&gt;
* Petra Tutlies, Claus Weber: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie in Erftstadt&amp;#039;&amp;#039; . Berichte zu Ausgrabungen, Beobachtungen und Funden aus den Jahren 2005 bis 2016. Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2018. Erftstadt 2017. ISSN 2567-708X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.erftstadt.de/web/infos-zu-erftstadt/stadtbezirke/blessem-frauenthal Blessem auf www.erftstadt.de] (abgerufen am 24. Juli 2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;EinwohnerErftstadt&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |url=https://www.erftstadt.de/stadtinfos/bevoelkerungszahlen.php&lt;br /&gt;
 |titel=Einwohner:innen in Erftstadt (01.08.2024)&lt;br /&gt;
 |werk=erftstadt.de&lt;br /&gt;
 |hrsg=Stadt Erftstadt&lt;br /&gt;
 |abruf=2024-08-27&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einw&amp;quot;&amp;gt;Horst Matzerath (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Auf dem Weg zur Erftstadt - Politik und Verwaltung im 19. und 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, mit Beiträgen von Frank Bartsch, Horst Matzerath, Ralf Othengrafen. Schriften des Geschichtsvereins Erftstadt, Band 2, ISBN 978-3-921300-50-3, erschienen 2015. Seite 158&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;BM&amp;quot;&amp;gt;Horst Matzerath (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Auf dem Weg zur Erftstadt - Politik und Verwaltung im 19. und 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, mit Beiträgen von Frank Bartsch, Horst Matzerath, Ralf Othengrafen. Schriften des Geschichtsvereins Erftstadt, Band 2, ISBN 978-3-921300-50-3, erschienen 2015. Seite 177&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile von Erftstadt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4695010-2|VIAF=3000158070644608780003}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsteil von Erftstadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1155]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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