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	<title>Blaise Diagne - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Blaise Diagne-1921.jpg|mini|Blaise Diagne (1921)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:BlaiseDiagne.jpg|mini|Porträt von Diagne]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blaise Adolphe Diagne&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. Oktober]] [[1872]] auf [[Gorée]], Senegal; † [[11. Mai]] [[1934]] in [[Cambo-les-Bains]], Südwestfrankreich) war ein [[senegal]]esischer [[Politik]]er. Er war der erste Schwarze, der in die [[Nationalversammlung (Frankreich)|französische Nationalversammlung]] gewählt wurde. Dort fungierte er als Repräsentant der damaligen [[Französische Kolonien|französischen Kolonie]] Senegal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und politische Karriere ==&lt;br /&gt;
[[Datei:L&amp;#039;Isle de Gore Schley 1772.jpg|mini|Geburtsort von Blaise Diagne: Die Insel Gorée]]&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Blaise Diagne wurde am 13. Oktober 1872 auf der senegalesischen Insel [[Gorée]] geboren, die vier Kilometer vom westafrikanischen Festland entfernt liegt. Er kam aus recht bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater &amp;#039;&amp;#039;Niokhor Diagne&amp;#039;&amp;#039; war Koch und gehörte der einheimischen ethnischen Gruppe der [[Serer]] an, seine Mutter &amp;#039;&amp;#039;Gnagna Preira&amp;#039;&amp;#039;, eine [[Manjago|Mandjaku]] aus [[Portugiesisch-Guinea]] ([[Guinea-Bissau]]), arbeitete als Hausangestellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in seiner Kindheit wurde Diagne von der Familie Crespin, einer wohlhabenden und angesehenen [[Römisch-katholische Kirche|katholischen]] franco-senegalesischen Familie, adoptiert. Erst von dieser Familie wurde ihm auch der Vorname &amp;#039;&amp;#039;Blaise&amp;#039;&amp;#039;, die französische Form von [[Blasius]], gegeben. Dieser ersetzte den afrikanischen Vornamen &amp;#039;&amp;#039;Gaiaye M’Baye&amp;#039;&amp;#039;. Als zweiten Vornamen erhielt Diagne den Namen &amp;#039;&amp;#039;Adolphe&amp;#039;&amp;#039;, den Vornamen seines Adoptivvaters [[Adolphe Crespin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Encyclopædia Universalis |url=https://www.universalis.fr/encyclopedie/blaise-a-diagne/ |titel=Biographie de BLAISE A. DIAGNE (1872-1934) |sprache=fr |abruf=2025-09-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blaise Diagne lernte schon sehr früh Lesen und Schreiben und genoss eine Ausbildung von hohem Standard. Er besuchte die Schule &amp;#039;&amp;#039;[[École normale William Ponty|Ecole des Frères de Ploërmel]]&amp;#039;&amp;#039; auf [[Gorée]], später ging er in [[Saint-Louis (Senegal)|Saint-Louis]] auf die &amp;#039;&amp;#039;Ecole laïque de St-Louis&amp;#039;&amp;#039;. Sein Adoptivvater schickte ihn anschließend zur Weiterführung seines Studiums nach Südfrankreich in die Universitätsstadt [[Aix-en-Provence]], mit einem Stipendium der Staatsregierung. Da sich der noch recht junge Diagne nach seiner Heimat sehnte, brach er schließlich sein Studium in Aix-en-Provence ab und kehrte nach Senegal an die Sekundarschule &amp;#039;&amp;#039;Ecole laïque de St-Louis&amp;#039;&amp;#039; zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätigkeit im französischen Zollwesen ===&lt;br /&gt;
Nach dem Abschluss seines Studiums bestand Blaise Diagne erfolgreich die Prüfung für die Aufnahme in das französische [[Zollwesen]] und wurde im Jahr 1892 staatlicher Zollbeamter. Als solcher wurde er in mehreren [[Französische Überseegebiete|französischen Überseegebieten]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde er im November 1892 nach [[Königreich Dahomey|Dahomey]] (das heutige Land [[Benin]]) berufen. Dann wurde Diagne im Jahr 1897 nach [[Französisch-Kongo]] geschickt, wo er sich bis 1898 aufhielt.&lt;br /&gt;
Anschließend arbeitete er ab 1898 bis 1902 auf [[Réunion]]. Dort wurde er im Jahr 1899 für zwei Monate suspendiert, da seine Vorgesetzten ihn als undiszipliniert sowie ungehorsam erachteten und der Auffassung waren, ihm fehle der nötige Respekt vor den französischen Geschäftsleuten und Beamten. In der Stadt [[Saint-Denis (Réunion)|Saint-Denis]] auf Réunion wurde Diagne im September 1899 [[Freimaurerei|Freimaurer]] und hierbei der freimaurerischen [[Großloge]] [[Grand Orient de France]] zugehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1902 diente Diagne auf [[Madagaskar]]. Dem Gouverneur Madagaskars [[Joseph Gallieni]] missfielen Diagnes fortschrittliche politische Ideen. Diagne wurde bewusst, dass seine Arbeit als Zollbeamter ihm nicht ermöglichte, eine politische Karriere in Betracht zu ziehen. Im Jahr 1910 wurde er nach [[Französisch-Guayana]] geschickt. Bereits zu dieser Zeit kritisierte Diagne [[Rassismus|rassistisches]] Verhalten immer wieder in der Öffentlichkeit, was letztendlich zur Folge hatte, dass seine Vorgesetzten ihn 1913 nach Frankreich entließen. Allerdings kehrte Diagne schon bald darauf nach Senegal zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Marie Odette Villain ===&lt;br /&gt;
Während seines Zolldienstes auf Madagaskar lernte Diagne die Französin &amp;#039;&amp;#039;Marie Odette Villain&amp;#039;&amp;#039; kennen, die er im Jahr 1909 heiratete. Zusammen hatten sie vier Kinder.&lt;br /&gt;
Der bekannteste seiner Nachkommen ist sein Sohn [[Raoul Diagne]], der ein Jahr nach ihrer Heirat geboren wurde. Raoul Diagne war professioneller Fußballspieler und der erste Schwarze, der in der [[Französische Fußballnationalmannschaft|französischen Fußballnationalmannschaft]] spielte. Nach seiner Spielerkarriere trainierte er die [[senegalesische Fußballnationalmannschaft]]. Er lebte bis 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diagne in der französischen Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Assemblée nationale française.jpg|mini|[[Palais Bourbon]], der Sitz der französischen Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
1914 fanden Wahlen zur französischen Nationalversammlung statt. In Senegal gab es vier Küstenstädte, die seit 1848 bei solchen Wahlen über Wahlrecht verfügten: [[Dakar]], Diagnes Geburtsort [[Gorée]], [[Saint-Louis (Senegal)|Saint-Louis]] und [[Rufisque]], die sogenannten [[Quatre Communes]] (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Vier Gemeinden&amp;#039;&amp;#039;). Die Bevölkerung dieser Gemeinden hatte das Recht, einen Bürger zu wählen, der sie in der [[Abgeordnetenkammer (Frankreich)|französischen Nationalversammlung]] repräsentieren sollte. Blaise Diagne trat als einziger Schwarzer unter insgesamt neun Kandidaten an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach Diagnes Eintritt in den Wahlkampf einige Wochen vor der Wahl stufte ein Großteil der Wähler und Mitglieder der Nationalversammlung seine Wahlchancen als sehr gering ein. Auch in Senegal war Blaise Diagne zu dieser Zeit noch recht unbekannt, zumal er das Land im Jahr 1892 wegen seines Zolldienstes verlassen hatte. Dennoch konnte er viele Wähler überzeugen. In einer Wahlkampfrede in Senegal vom 27. April 1914 sagte er:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Ich bin schwarz, meine Frau ist weiß, meine Kinder sind Mischlinge - welch eine Garantie dafür, dass es in meinem Interesse liegt, die gesamte Bevölkerung zu repräsentieren. Lassen Sie mich ins Abgeordnetenhaus einziehen. Ich werde für alle sein. Wenn ich nach Frankreich gehe, werde ich immer die Stimme meines Vaterlandes hören, ich werde es unterstützen und ihm zur Hilfe kommen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erstmals&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/262211/ | archive-is=20130206143007 | text=Tina Gerhäusser auf Deutschlandradio am 10. Mai 2004: Erstmals wird ein Schwarzafrikaner in die französische Nationalversammlung gewählt.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagne verdeutlichte immer wieder seine Abneigung gegen [[Rassendiskriminierung]]en jeglicher Art. In seinen Wahlkampfreden bezog er sämtliche Bevölkerungsgruppen mit ein. Auf diese Weise gelang es ihm, bei einer breiten Bevölkerungsschicht anzukommen. Besonders die neue junge politische Elite Senegals, einflussreiche muslimische Priester sowie französische Kleinhändler und Angestellte waren von seiner Philosophie beeindruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. April 1914 fand die erste Wahlrunde statt, bei der Diagne 1910 Stimmen erhielt. In der Zeitung &amp;#039;&amp;#039;La Démocratie du Sénégal&amp;#039;&amp;#039; schrieb er Ende April 1914 nach der ersten erfolgreichen Wahlrunde folgendes:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Als Kind dieses Landes, das den tiefen Schichten der eingeborenen Gesellschaft entspringt, hatten wir das Recht, dieses hohe Amt und seine Würden zu suchen genau wie jeder andere und ohne in billige Demagogie abzugleiten. Wir haben uns selbst ein hohes moralisches Niveau erhalten, ohne in die zahlreich aufgestellten Fallen zu tappen. Nun werden wir belohnt durch das historische Spektakel der senegalesischen Demokratie, die die Ketten der Dunkelheit zerschlägt und mit Hilfe der Wahlurnen sicherer Freiheit entgegenstrebt.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erstmals&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zweiten Wahlgang am 10. Mai erreichte Diagne 2424 Stimmen, was die Mehrheit ausmachte. Damit besaß er das Recht, das einzige Abgeordnetenmandat der Kolonie Senegal in der französischen Nationalversammlung zu besetzen. Die Überraschung in Frankreich über die Wahl Diagnes war sehr groß. Im Juli desselben Jahres zog er in den [[Palais Bourbon]], den Sitz der Nationalversammlung, ein. Somit war Diagne der erste Schwarzafrikaner, der in die französische Nationalversammlung einziehen durfte, die zuvor ausschließlich von weißen Franzosen und Angehörigen der französisch-senegalesischen Mischlingsschicht besetzt war. Bei seinen Gegnern, darunter hauptsächlich Großunternehmer aus [[Bordeaux]], stieß der Wahlerfolg Diagnes auf Ablehnung. Mit lukrativen Angeboten wurde versucht, Diagnes Rücktritt zu erzwingen. Einige forderten eine rechtswirksame Feststellung der Gültigkeit dieser Wahl, die sich jedoch in einem Gutachten bestätigen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagne forderte immer wieder [[Gleichberechtigung]] zwischen den [[Rassentheorie|Großrassen]] und eine gerechtere Verteilung von [[Bildung]] und Gütern. Er reichte während seiner Amtszeit in der französischen Nationalversammlung mehrere Gesetzesvorschläge ein, wovon sich zwei durchsetzen ließen, und ging dabei immer dem Prinzip &amp;#039;&amp;#039;Zuerst Leistung erbringen, dann Rechte einfordern&amp;#039;&amp;#039; nach. Das erste Gesetz, das er im Jahr 1915 einbrachte, führte den [[Militärdienst]] für die männlichen Einwohner der vier senegalesischen Wahlgemeinden Dakar, Gorée, Saint-Louis und Rufisque ein. Das zweite von ihm vorgeschlagene Gesetz, das ein Jahr später in Kraft trat, garantierte die vollständige [[französische Staatsbürgerschaft]] für alle Einwohner dieser Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diagne war der Partei [[Fédération des gauches]] (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Linke Föderation&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Föderation der Linken&amp;#039;&amp;#039;) zugehörig. Im Jahr 1917 trat er auch in die Partei [[Section française de l’Internationale ouvrière]] (SFIO) ein, dem Vorläufer der [[Parti socialiste (Frankreich)|Parti socialiste]]. Das Datum seines Austrittes aus der &amp;#039;&amp;#039;Section française de l’Internationale ouvrière&amp;#039;&amp;#039; ist nicht bekannt, wahrscheinlich aber nur kurze Zeit nach seinem Eintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er arbeitete eng mit dem französischen Politiker [[Georges Mandel]] zusammen und war auch mit dem späteren Präsidenten Senegals [[Léopold Sédar Senghor]] befreundet, den er als seinen &amp;#039;&amp;#039;Pariser Korrespondenten&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitta Kuster: &amp;#039;&amp;#039;[http://eipcp.net/transversal/1007/kuster/de/#_ftn20 Zur internationalen Kolonialausstellung von 1931 in Paris]&amp;#039;&amp;#039;. In: Europäisches Institut für progressive Kulturpolitik (eipcp). Stand: 28. Dezember 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blaise Diagne wurde trotz seiner Kontrahenten, die keinen Schwarzen in der Nationalversammlung akzeptierten und ihn nicht dulden wollten, ohne Unterbrechung bis zu seinem Tod mehrmals wiedergewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rekrutierungen in Westafrika ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blaise Diagne-Dakar-1918.jpg|mini|Empfang Diagnes in Dakar im Jahr 1918]]&lt;br /&gt;
Für die Verteidigung an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] wurden dringend weitere Soldaten gesucht. Mehrere Aufstände gegen Zwangsrekrutierungen von Senegalesen sorgten in Senegal für Unruhen. Diagne forderte den freiwilligen Eintritt in die Armee und eine gerechte Behandlung seiner Landsleute. So schickte der damalige französische Kriegsminister [[Georges Clemenceau]] ihn, der das Vertrauen der Schwarzafrikaner genoss, während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] zurück nach [[Französisch-Westafrika]], um dort Mitglieder für die französische Armee anzuwerben. Es gelang ihm, 60.000 Soldaten für die [[Tirailleurs sénégalais]] zu rekrutieren, womit die Erwartungen der französischen Regierung weit übertroffen wurden. Zur Durchführung der Rekrutierungen wurden Diagne die Rechte eines [[Generalgouverneur]]s verliehen und er wurde zum &amp;#039;&amp;#039;Commissaire de la République dans l&amp;#039;Ouest Africain&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Kommissar der Republik in Westafrika&amp;#039;&amp;#039;) ernannt. Zugleich trat er in das Kabinett von Georges Clemenceau ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Taten zugunsten des französischen Staates brachten ihm immer größere Machtbefugnisse ein. Zugleich stieg auch die Achtung der Franzosen für ihn. Allerdings missfiel einigen Wählern in den &amp;#039;&amp;#039;Quatre Communes&amp;#039;&amp;#039; die an den französischen Vorstellungen angepasste Haltung Diagnes zu dieser Zeit, was die Erfolge bei Wiederwahlen aber letzten Endes kaum beeinträchtigte. In der Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Les Continents]]&amp;#039;&amp;#039;, dem Organ der französischen [[Ligue universelle de défense de la race noire]], wurde ihm von [[René Maran]] vorgeworfen, er habe viel Geld dafür erhalten, eine so hohe Anzahl von Afrikanern rekrutiert zu haben. Daraufhin verklagte Diagne Maran wegen Verleumdung und gewann das Verfahren, was zur Auflösung der Organisation führte. Clemenceau erklärte, dass Diagne bloß sehr unterstützend in der Vermeidung von den Aufständen gegen Rekrutierungen gewirkt hatte und dass eine finanzielle Belohnung nie angesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegenzug für die Ausführung der Rekrutierungen erhoffte sich Diagne die Einführung der vollständigen französischen Staatsbürgerschaft für die gesamte Bevölkerung Senegals. Dieses Ziel zu erreichen, gelang ihm jedoch nicht. Erst etwa 12&amp;amp;nbsp;Jahre nach Diagnes Tod, im Jahr 1946, als Senegal Mitglied der [[Union française|Französischen Union]] (&amp;#039;&amp;#039;Union française&amp;#039;&amp;#039;) wurde, konnte das Wahlrecht für alle Bürger Senegals durchgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Panafrikanischer Kongress ===&lt;br /&gt;
Blaise Diagne traf auf dem [[Pan-Afrikanischer Kongress|panafrikanischen Kongress]], der im Jahr 1919 in Paris abgehalten wurde, erstmals den afroamerikanischen Bürgerrechtler [[William Edward Burghardt Du Bois]]. Von ihm lernte Diagne die Ideen zum Kampf gegen die Unterdrückung der Afroamerikaner kennen. Zwar strebten beide die Gleichberechtigung von Weißen und Schwarzen an, waren sich aber über die taktische Vorgehensweise nicht einig. William Edward Burghardt Du Bois vertrat eine radikalere Position als Diagne, und so entstanden größere Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden. Die Organisatoren des Pariser Kongresses erhofften sich von Diagne aufgrund seiner recht bedeutenden Machtstellung eine Einflussnahme auf die [[Friedensvertrag von Versailles|Versailler Friedensverhandlungen]], um eigene Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des Kolonialsystems einzubringen. Diagne verteidigte jedoch das Kolonialsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1921 trafen sich Diagne und Du Bois noch einmal im Rahmen des Panafrikanischen Kongresses. Jedoch verließ Diagne den Kongress vor dem Ende der Zusammenkunft, weil er der Auffassung war, die dort vertretenen Ansichten seien zu radikal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Tätigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg hatte Diagne eine administrative Karriere zusätzlich zu seinen Aufgaben und Verantwortungen als parlamentarischer Stellvertreter: Von Oktober 1918 an bis zum Januar 1920 war er Generalkommissar des Kolonialministeriums mit Aufsichtsführung über das militärische Personal der französischen Kolonien. Im Jahr 1920 erhielt Senegal zusätzlich einen Kolonialrat, der aus gewählten Vertretern und Stammeshäuptlingen bestand, jedoch nur über geringe Kompetenzen und wenig Entscheidungsgewalt verfügte.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Länderporträt Senegal.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Microsoft Encarta]].&amp;#039;&amp;#039; 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1920 bis 1921 war er Mitglied der [[Französische Regierung|französischen Regierung]] mit dem Posten des &amp;#039;&amp;#039;Commissaire général aux Troupes noires&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Generalkommissar der schwarzen Truppen&amp;#039;&amp;#039;); zunächst unter [[Alexandre Millerand]] vom 20. Januar 1920 bis 21. September 1920, dann unter [[Georges Leygues]] vom 9. Oktober 1920 bis 16. Januar 1921 und zuletzt unter [[Aristide Briand]] vom 2. April 1921 bis 2. Oktober 1921.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Dakar communes d&amp;#039;arrondissement.png|mini|Lage und Gliederung der Stadt [[Dakar]]]]&lt;br /&gt;
Diagne engagierte sich in dem am 21. Juni 1927 gegründeten &amp;#039;&amp;#039;Comité du Transsaharien&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Komitee war maßgeblich an der Planung der [[Mittelmeer-Niger-Bahn]] beteiligt, die aber nur teilweise fertiggestellt werden konnte und etwa 25&amp;amp;nbsp;Jahre in Betrieb war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1930 repräsentierte Diagne Frankreich in der [[Internationale Arbeitsorganisation|Internationalen Arbeitsorganisation]]. Er war von 1931 bis 1932 Mitglied des Kabinetts von [[Pierre Laval]] als &amp;#039;&amp;#039;Sous-secrétaire d’État aux Colonies&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Staatsuntersekretär in den Kolonien&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er diente außerdem ab 1920 als [[Bürgermeister]] von [[Dakar]], der Hauptstadt Senegals, die von den Franzosen zum Verwaltungszentrum ausgebaut worden war. So war er auch der erste schwarze Bürgermeister der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
Blaise Diagne starb am 11. Mai 1934 in der Gemeinde [[Cambo-les-Bains]] in Frankreich im Alter von 61 Jahren. Bis zu seinem Tod war er Bürgermeister von Dakar und Mitglied der französischen Nationalversammlung. Diagne erreichte somit eine Amtszeit als Abgeordneter von insgesamt 20 Jahren. Er wurde aufgrund seiner Mitgliedschaft im [[Grand Orient de France]] vor dem Eingang des muslimischen Friedhofes in Dakar beerdigt, da die Muslime sich weigerten, einen Freimaurer im Inneren des Friedhofes begraben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wir französischen Eingeborenen möchten französisch bleiben, weil Frankreich uns alle Freiheit gegeben hat.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erstmals&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ich bin zuallererst Franzose, und dann erst Schwarzafrikaner.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erstmals&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Blaise Diagne gilt als politischer Pionier des afrikanischen Kontinents. Er war ein Verteidiger von Gleichberechtigung und [[Chancengleichheit]] für alle Menschen ohne Berücksichtigung der Herkunft und Abstammung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im erwachenden [[Antikolonialismus|antikolonialen]] Diskurs vertrat Diagne einen [[Assimilation (Kolonialismus)|assimilatorischen]] Kurs und befürwortete die Übernahme französischer Gesetze einschließlich kultureller und sozialer Normen in allen Volksgruppen Französisch-Westafrikas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er argumentierte gegen die zunehmend populärer werdenden Ideen eines [[Panafrikanismus|(pan-)afrikanischen]] Nationalismus und Bestrebungen zur Unabhängigkeit der Kolonien von den Kolonialmächten. Damit geriet er in Konflikt mit Vertretern wie zum Beispiel [[René Maran]], der ihn 1924 in einem Zeitungstext scharf angriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigung ==&lt;br /&gt;
Blaise Diagne ist der Namenspatron der Boulevard &amp;#039;&amp;#039;Avenue Blaise Diagne&amp;#039;&amp;#039; und des Gymnasiums &amp;#039;&amp;#039;Lycée Blaise Diagne&amp;#039;&amp;#039; in Dakar. Außerdem trägt der etwa 45 Kilometer östlich von Dakar gelegene Flughafen [[Aéroport international Blaise Diagne]] seinen Namen. Dieser hat 2017 den Flughafen [[Flughafen Dakar-Yoff-Léopold Sédar Senghor|Dakar-Yoff-Léopold Sédar Senghor]] ersetzt, der den gestiegenen Passagierzahlen und Frachten nicht mehr gewachsen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Günther Unser: &amp;#039;&amp;#039;Intelligenzia und Politik im Senegal. Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit im Jahre 1960.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Buchhaus Antiquariat Stern-Verlag, Aachen 1971, {{DNB|720370531}}.&lt;br /&gt;
* János Riesz: &amp;#039;&amp;#039;Léopold Sédar Senghor und der afrikanische Aufbruch im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Peter Hammer, Wuppertal 2006, ISBN 3-7795-0047-7.&lt;br /&gt;
* Leonhard Harding: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Afrikas im 19. Und 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; R. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57746-8.&lt;br /&gt;
* Christian Koller: &amp;#039;&amp;#039;Von Wilden aller Rassen niedergemetzelt: die Diskussion um die Verwendung von Kolonialtruppen in Europa zwischen Rassismus, Kolonial- und Militärpolitik (1914–1930).&amp;#039;&amp;#039; Franz Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07765-0.&lt;br /&gt;
* Hauke Dorsch: &amp;#039;&amp;#039;Afrikanische Diaspora und Black Atlantic.&amp;#039;&amp;#039; Lit Verlag, Münster 2000, ISBN 3-8258-3929-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www2.assemblee-nationale.fr/sycomore/fiche/%28num_dept%29/2496 |titel=Blaise Diagne |werk=Assemblée nationale |sprache=fr |abruf=2023-04-16 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* [https://www.au-senegal.com/Blaise-Diagne.html Familiengeschichte und ein Interview mit seinem Enkel] (französisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.lonelyplanet.de/reiseziele/afrika/senegal/geschichte.html Geschichte Senegals] auf [[Lonely Planet]]&lt;br /&gt;
* {{BibNatFrance|ID=cb119000883}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste&lt;br /&gt;
|AMT={{nowrap|Generalkommissar für die troupes noires}}&lt;br /&gt;
|ZEIT=[[Kabinett Millerand I|20.01. 1920 – 18.02. 1920]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kabinett Millerand II|18.02. 1920 – 23.09. 1920]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kabinett Leygues|24.09. 1920 – 16.01. 1921]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Kabinett Briand VII|16.01. 1921 – 15.01. 1922]]&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=&amp;lt;br /&amp;gt;ohne&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&amp;lt;br /&amp;gt;selbst&amp;lt;br /&amp;gt;ohne&lt;br /&gt;
|AMT2=Bürgermeister von Dakar&lt;br /&gt;
|ZEIT2=1920–1921&amp;lt;br /&amp;gt;1924–1934&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=&amp;lt;br /&amp;gt;Lavie&amp;lt;br /&amp;gt;{{nowrap|Jules Sergent}}&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=&amp;lt;br /&amp;gt;Jules Sergent&amp;lt;br /&amp;gt;{{nowrap|Armand-Pierre Angrand}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=138789339|LCCN=n/85/183698|VIAF=39376082}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Diagne, Blaise}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssekretär (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalgouverneur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
[[Kategorie:PRS-Mitglied]] (fr-wp: Parti républicain-socialiste (1911-1934)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SFIO-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgermeister (Dakar)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freimaurer (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freimaurer (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Senegalese]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1872]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1934]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Diagne, Blaise&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Diagne, Blaise Adolphe (vollständiger Name); Diagne, Gaiaye M’Baye (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=senegalesisch-französischer Politiker, Mitglied der französischen Nationalversammlung, Bürgermeister von Dakar&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. Oktober 1872&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Gorée]], Senegal&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Mai 1934&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Cambo-les-Bains]], Frankreich&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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