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	<title>Bisamratte - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bisamratte&amp;diff=1233868&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo</title>
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		<updated>2026-04-04T06:27:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Bisamratte&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Ondatra zibethicus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Carl von Linné|Linnaeus]], 1766)&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Ondatra&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Johann Heinrich Friedrich Link|Link]], 1795&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Ondatrini&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon3_Autor     = [[John Edward Gray|Gray]], 1825&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Wühlmäuse&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Arvicolinae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Wühler&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Cricetidae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Mäuseartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Muroidea&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Überfamilie&lt;br /&gt;
| Bild             = Bisamratte auf Strand.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Bisamratte (&amp;#039;&amp;#039;Ondatra zibethicus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bisamratte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Ondatra zibethicus&amp;#039;&amp;#039;) ist eine ursprünglich ausschließlich in [[Nordamerika]] beheimatete [[Nagetiere|Nagetierart]], die sich ausgehend von [[Böhmen]] und später [[Frankreich]] über fast ganz [[Europa]] und [[Asien]] ausgebreitet und als neue [[Art (Biologie)|Art]] ([[Neozoon]]) etabliert hat. Zoologisch ist die Bisamratte keine [[Ratten]]art, sondern gehört zu den [[Wühlmäuse]]n (Arvicolinae), deren größter lebender Vertreter sie ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bisamratte verdankt ihren Namen einem stark nach Moschus duftenden [[Sekret]], das die &amp;#039;&amp;#039;Präputialdrüsen&amp;#039;&amp;#039; der Männchen absondern. &amp;#039;&amp;#039;Bisam&amp;#039;&amp;#039; ist eine andere Bezeichnung für [[Moschus]], einen vom [[Sibirisches Moschustier|Sibirischen Moschustier]] (&amp;#039;&amp;#039;Moschus moschiferus&amp;#039;&amp;#039;) erzeugten Duftstoff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das als [[Bisamfell|Bisam]] bezeichnete [[Fell]] der Bisamratte ist ein bedeutender Handelsartikel der [[Pelz]]branche, je nach Mode in unterschiedlichem Umfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den volkstümlichen Bezeichnungen der Bisamratte gehören auch die Bezeichnungen Moschusratte, Zwergbiber, Bisambiber, Zibetratte, Sumpfkaninchen, Sumpfhase und Wasserkaninchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bisamratte wird gelegentlich mit der aus Südamerika stammenden [[Nutria]] (auch Biberratte genannt) verwechselt, die sich gleichfalls in Europa als Neozoon etabliert hat. Die Nutria ist jedoch deutlich größer und hat einen runden Schwanz.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schwandorf.bund-naturschutz.de/bestimmungshilfen/biber-fischotter-nutria-und-bisamratte-unterscheiden Biber, Fischotter, Nutria und Bisamratte] In schwandorf.bund-naturschutz.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Morphologie und Merkmale ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Muskrat swimming Ottawa.jpg|mini|Schlängelnde Bewegungen des abgeplatteten Schwanzes unterstützen ein Schwimmen ohne Schwimmhäute]]&lt;br /&gt;
Die Bisamratte ist mit einer [[Kopf-Rumpf-Länge]] von rund 35&amp;amp;nbsp;cm und einer Schwanzlänge von etwa 22&amp;amp;nbsp;cm kleiner als eine [[Biberratte|Nutria]] (&amp;#039;&amp;#039;Myocastor coypus&amp;#039;&amp;#039;) oder ein [[Biber]] (&amp;#039;&amp;#039;Castor fiber&amp;#039;&amp;#039;) und größer als eine [[Wanderratte]] (&amp;#039;&amp;#039;Rattus norvegicus&amp;#039;&amp;#039;). Das Gewicht liegt in der Regel zwischen 0,8 und 1,6&amp;amp;nbsp;Kilogramm (maximal: 2,3&amp;amp;nbsp;Kilogramm). Die Bisamratte ist von gedrungener, rattenartiger Gestalt. Der kurze und dicke Kopf geht äußerlich ohne Hals in den Rumpf über. Der Schwanz ist fast nackt und nicht rund, sondern abgeplattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ondatra zibethica 04 MWNH 873.jpg|mini|Schädel einer Bisamratte (Sammlung [[Museum Wiesbaden]])]]&lt;br /&gt;
Die Bisamratte ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Sie hat wasserdicht verschließbare [[Ohr]]en, deren Ohrmuscheln tief im [[Fell]] versteckt liegen. Obwohl ihre hinteren [[Pfote]]n im Gegensatz zu Bibern und Nutrias keine [[Schwimmhaut|Schwimmhäute]] aufweisen, ist die Bisamratte ein geschickter Schwimmer und Taucher. Statt der Schwimmhäute besitzen Bisamratten sogenannte Schwimmborsten: steife Haare, die als Saum an den Rändern der Zehen wachsen und so die Zehen paddelartig vergrößern. Für den Hauptantrieb bei der Fortbewegung im Wasser sorgen die langen kräftigen Beine und die weit gespreizten Hinterfüße. Zur Steuerung und Unterstützung der Schwimmbewegung nutzt die Bisamratte ihren Schwanz, den sie in horizontaler Ebene nach rechts und links bewegt. Ihr Fell ist sehr dicht und wasserabweisend, so dass sie sich häufig für längere Zeit im Wasser aufhalten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fleisch der Bisamratten ist essbar. Ihr Fell ist für die Pelzindustrie sehr wertvoll. Es variiert von schwarz über dunkelbraun bis cremefarben, vereinzelt gibt es auch [[Albinismus|Albinos]], daher gilt sie in einigen Ländern wie z.&amp;amp;nbsp;B. den [[USA]] als wertvolles Nutz-, Jagd- und Zuchttier. Ihr Lebensraum liegt am Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhalten ==&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ondatra zibethicus CT.jpg|mini|Bisamratte im Wasser]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bisamratte im Schilf.jpg|mini|Bisamratte vor ihrer Winterburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisamratten halten sich überwiegend im Wasser auf. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und können bis zu zehn Minuten tauchen. An Land wirkt die Bisamratte dagegen eher unbeholfen. Das scheue Tier nimmt fast jedes einigermaßen geeignete Fließ- und Stillgewässer als Lebensraum an. Bisamratten sind in der Regel nacht- und dämmerungsaktiv. Wie bei vielen anderen Tierarten wie beispielsweise beim [[Rotfuchs]] und beim [[Wildschwein]] ist der Tag- und Nachtrhythmus jedoch abhängig von Störungen durch Menschen. In Gebieten, in denen sie relativ ungestört sind, sind sie häufig auch tagsüber zu beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Art spielen optische und [[Olfaktorische Wahrnehmung|olfaktorische]] Signale eine Rolle. Das Männchen setzt während der Fortpflanzungszeit Kot an den Reviergrenzen ab. Während dieser Zeit vergrößern sich auch die paarigen &amp;#039;&amp;#039;Präputialdrüsen&amp;#039;&amp;#039; stark, in denen das Moschussekret erzeugt wird. Laute äußert die Bisamratte selten. Während der Paarung geben beide Tiere mitunter quäkende Töne von sich und die Nestjungen piepsen ähnlich wie Mäuse. Bei Konfrontationen mit Artgenossen oder bei Bedrohung schlagen Bisamratten in rascher Folge die Schneidezähne aufeinander und erzeugen damit ein weit hörbares Geräusch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bisambaue ===&lt;br /&gt;
Bisamratten errichten zwei unterschiedliche Formen von Bauen. Der Typus ist abhängig vom Lebensraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall da, wo eine Uferpartie die Möglichkeit bietet, graben Bisamratten als Unterschlupf Erdbaue, deren Eingänge unter Wasser liegen. Bei steigendem oder fallendem Wasserstand wird der Eingang entsprechend höher oder tiefer angelegt. Hierbei unterminieren sie häufig [[Deich]]e, [[Damm (Wall)|Dämme]] und [[Befestigungsanlage]]n, wodurch sie den [[wasserbau]]lichen Anlagen große Probleme bereiten können. Zum Graben nutzen sie sowohl die Vorderpfoten als auch die Nagezähne. Vom Eingang zum Bau führt eine Röhre schräg aufwärts und endet in einem Kessel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort, wo das Biotop keine Möglichkeit bietet, einen solchen Erdbau zu errichten, bauen Bisamratten 0,5 bis 2 Meter hohe Behausungen aus [[Röhricht]] und anderen Wasserpflanzen wie [[Binsen]] und [[Schilfrohr|Schilf]], die sogenannten „Bisamburgen“. Das darin verborgene Nest befindet sich nur knapp über dem Wasserspiegel. Die Form der Burgen ist meist stumpf kegelförmig, die Grundfläche ist kreisförmig bis elliptisch; die Röhre, die zum Kessel führt, liegt wie bei den Erdbauen unter Wasser. Größere Burgen werden gelegentlich über mehrere Jahre bewohnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nahrung ===&lt;br /&gt;
Bisamratten ernähren sich hauptsächlich von Wasser- und Uferpflanzen. Zu den häufig gefressenen Pflanzenarten zählen [[Schilfrohr|Schilf]], [[Rohrkolben]]-, [[Binsen]]-, [[Seerosen|See-]] und [[Teichrosen]]arten sowie Baumrinde, [[Schachtelhalm]]- und [[Laichkraut]]arten. Sie gehen jedoch auch an [[Getreide]], [[Gemüse]], [[Obst]] und Gräser und graben nach den [[Pflanzenknolle|Knollen]] des [[Topinambur]]s. In den vegetationsarmen Monaten ergänzen sie ihre Nahrung durch [[Muscheln]], [[Larve]]n von Wasserinsekten, [[Krebstiere|Krebse]], [[Wasserschnecke]]n und seltener auch [[Froschlurche|Frösche]] und [[Fische]]. Die bevorzugte Nahrung ist jedoch auch in dieser Zeit pflanzlich. Sie graben in dieser Zeit bevorzugt nach Pflanzenwurzeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behauptung, dass Bisamratten auch [[Vögel]] oder deren [[Eier|Gelege]] verzehren, konnte nicht bestätigt werden. Auch der Anteil, den Muscheln und Krebse an ihrer Beute haben, ist umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebenserwartung und Fressfeinde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Vulpes vulpes sitting.jpg|mini|Der [[Rotfuchs]] gehört zu den Fressfeinden der Bisamratte]]&lt;br /&gt;
In der freien Natur vollenden nur wenige Bisamratten das dritte Lebensjahr. Bei Tieren im Alter zwischen 30 und 36 Monaten sind die Kronen der [[Molar (Zahn)|Molaren]] (Mahlzähne) in der Regel bis zum Wurzelhals abgekaut, so dass die Tiere aufgrund mangelhafter Ernährung eingehen. 85 Prozent einer Population zu Beginn der Fortpflanzungsperiode bestehen dagegen aus Tieren, die im Vorjahr zur Welt kamen. Hohe Verlustraten treten vor allem während der Wanderung der Tiere auf. Sie sind in dieser Zeit einem höheren [[Feinddruck]] ausgesetzt, als wenn sie sich in einem etablierten Revier aufhalten. Auch während der Zeit der Reviergründung vor einer Fortpflanzungsperiode ist die Sterblichkeit der Tiere sehr hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fischotter]] (&amp;#039;&amp;#039;Lutra lutra&amp;#039;&amp;#039;), [[Uhu]] sowie der Rotfuchs machen Jagd auf den Nager. In Schweden hat man festgestellt, dass in Jahren nach einer Wühlmaus[[Gradation (Zoologie)|gradation]] auch die Bisamrattenbestände zurückgehen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass nach dem Zusammenbruch einer sehr großen Wühlmauspopulation der Feinddruck auf die Bisamrattenbestände sehr hoch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Räuber-Beute-Beziehung zwischen Mink und Bisamratte ===&lt;br /&gt;
Als wichtigster Fressfeind der Bisamratte gilt der ebenfalls aus Nordamerika eingeführte amerikanische Nerz, der [[Amerikanischer Nerz|Mink]] (&amp;#039;&amp;#039;Neovison vison&amp;#039;&amp;#039;). Über die komplexe [[Räuber-Beute-Beziehung]] zwischen Bisamratte und Mink liegen umfangreiche Untersuchungen des [[Zoologe]]n [[Paul Errington]] vor, der sich mehr als 30 Jahre mit der Ökologie der Bisamratte in den Feuchtgebieten [[Iowa]]s beschäftigte. Minke und Bisamratten ähneln sich in ihrer Körpergröße, haben eine ähnliche semiaquatische Lebensweise und die gleichen Habitatpräferenzen. Minke haben zwar eine etwas größere Körperlänge, dafür sind ausgewachsene Bisamratten etwas massiger gebaut. Minke erbeuten Bisamratten, indem sie sie mit ihren Vorderbeinen packen und sie mehrfach in Kopf und Genick beißen. Obwohl die bevorzugte Nahrung von Minken die Bisamratte ist, konnte Errington nachweisen, dass die Dezimierung durch Minke kein die Bisamrattenpopulationen begrenzender Faktor ist. Der Territorialinstinkt von Bisamratten bestimmt, wie viele Individuen in einem Lebensraum ausreichend Nahrung und genügend Raum zur Anlage von Bauen finden. Sobald der Lebensraum voll ist und eine sehr hohe Populationsdichte erreicht ist, nimmt die Sterblichkeit aller weiteren Bisamratten zu. Die Sterblichkeit ist vor allem unter den Bisamratten hoch, die aus dem Umland einwandern oder durch Krankheiten und Alter geschwächt sind oder als Jungtier ein Territorium erst noch suchen müssen. Überwiegend werden diese Tiere von Minken erbeutet. In dem untersuchten Gebiet in Iowa waren 70 Prozent der von Minken erjagten Bisamratten durch Krankheiten oder extreme Klimabedingungen geschwächt. Ein beträchtlicher Prozentsatz der Beute waren männliche Bisamratten, die im Frühling ihre Baue verließen und in unbekannte Gebiete abwanderten, um neue Territorien für die Fortpflanzungsperiode im Sommer zu suchen. Ebenso häufig fielen Jungtiere, für die im Lebensraum nicht ausreichend Nahrung vorhanden war, den Minken zum Opfer, gesunde, erwachsene Bisamratten, die nahrungsreiche Territorien besetzt halten, dagegen kaum. Die Populationsdynamik von Bisamratten wird daher als dichteabhängig beschrieben – zwischen der Gesamtzahl der Bisamratten in einem Gebiet und der als potenzielle Beute verfügbaren Individuen besteht für den Mink ein grundlegender Unterschied. In vorteilhaften ökologischen Positionen lebende Bisamratten bleiben weitgehend unbehelligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung ==&lt;br /&gt;
Während der Fortpflanzungszeit besetzen Bisamratten ein Revier, das sie gegen ihre Artgenossen auch verteidigen. Die Größe des Reviers ist abhängig von den jeweiligen Nahrungsbedingungen. Durchschnittlich ist ein Revier zwischen 3000 und 5000 Quadratmetern groß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In klimatisch begünstigten Lebensräumen kann sich die Bisamratte das gesamte Jahr über fortpflanzen. Das lässt sich beispielsweise in den südlichen Regionen der USA beobachten. Fortpflanzungszeit ist in Mitteleuropa in der Regel von März bis September. Allerdings hat man auch in Mitteleuropa schon während des Winterhalbjahres trächtige Weibchen oder Jungtiere beobachtet. In der Regel kommt es in Mitteleuropa zu zwei Würfen während eines Jahres. Bei sehr guten Umweltbedingungen ist auch ein dritter Wurf möglich. Die [[Tragezeit]] beträgt 30 Tage. Würfe bestehen aus vier bis neun Jungen. Der normale Wurf besteht aus fünf bis sechs Jungtieren.&lt;br /&gt;
Im folgenden Jahr sind die Jungtiere wiederum geschlechtsreif. Ihre – sehr rasche – [[Ausbreitung (Biologie)|Ausbreitung]] erfolgt entlang ihres natürlichen Lebensraums, also stromauf und stromab entlang von Bächen und Flüssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei Geburt etwa zwanzig Gramm schweren Jungen werden blind und nackt geboren. Ihr dichtes und seidiges Nestlingsfell entwickeln die Jungtiere innerhalb der ersten 14 bis 18 Tage; ihre Augen öffnen sich zwischen dem 10. und 14. Lebenstag. Nach etwa vier Wochen beginnen die Deckhaare zu wachsen; dieser Haarwechsel in das sogenannte Alterskleid ist nach vier Monaten abgeschlossen. Die Tiere haben dann etwa ein Gewicht von 600 Gramm erreicht. Großgezogen werden die Jungtiere in den Wohnburgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
=== Ursprüngliches Verbreitungsgebiet ===&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Bisamratte sind die Feuchtgebiete Nordamerikas. In den USA bewohnt die Bisamratte sogar die durch die Gezeiten beeinflussten Salzsümpfe an der Atlantikküste. Ideale Lebensbedingungen findet die Bisamratte jedoch an den größeren Teichen oder Seen mit starker Wasserpflanzenproduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Rückgang der natürlichen Lebensräume in Nordamerika konnte die Bisamratte dadurch kompensieren, dass sie heute auch entlang künstlich angelegter Kanäle lebt. Von wenigen Gebieten abgesehen, sind sowohl die [[USA]] als auch [[Kanada]] vollständig von dieser Art besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbreitung außerhalb Nordamerikas ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Verbreitungsgebiet Bisamratten.png|mini|Verbreitungskarte der Bisamratte. Rot ist das ursprüngliche und grün das eurasische Verbreitungsgebiet eingezeichnet]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Distribution of Ondatra zibethicus in Eurasia.png|mini|Verbreitungskarte der Bisamratte in Eurasien]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Achtet auf den Bisam.jpg|mini|Aufruf zur Bekämpfung der Bisamratte, 1961]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allgemein akzeptierter Meinung ging die Erstbesiedelung [[Europa]]s und [[Asien]]s von [[Böhmen]] im heutigen [[Tschechien]] aus. Fürst Joseph [[Colloredo (Adelsgeschlecht)|Colloredo-Mansfeld]] brachte 1905 drei Weibchen und zwei Männchen der Bisamratte von einer Jagdreise aus [[Alaska]] mit. Morphologischen Untersuchungen zufolge handelt es sich bei den ausgesetzten Tieren allerdings um die im östlichen Kanada vertretene [[Nominatform]] &amp;#039;&amp;#039;Ondatra zibethicus zibethicus&amp;#039;&amp;#039;. Die Tiere ließ er im Huťský rybník (deutsch Hüttenteich) beim böhmischen [[Stará Huť|Stará Huť (Althütten)]] auf seinem Gut [[Dobříš|Dobříš (Doberschisch)]], rund 35 Kilometer südwestlich von [[Prag]], aussetzen. Von dort breiteten sie sich mit großer Geschwindigkeit in alle Richtungen aus: 1912 hatten sie fast ganz Böhmen besiedelt, 1915 erschienen die ersten am [[Regen (Fluss)|Regen]] in [[Bayern]], 1927 hatten sie auf breiter Front die Nachbarländer erreicht und sich auf eine Fläche von etwa 200.000 Quadratkilometern ausgebreitet. 1935 sichtete man sie in [[Stendal]], 1936 in [[Magdeburg]]. Die Ausbreitung erfolgte entlang von Bächen und Flüssen wie der [[Elbe]] und der [[Weser]]. Ganz Tschechien, [[Slowakei]], [[Ungarn]], [[Polen]], [[Rumänien]], der nördliche Teil von [[Jugoslawien]] und weitere Länder wurden ausgehend von der „Colloredo-Mansfeldschen“ Population besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte Überseetransport von Bisamratten erfolgte 1929 durch eine Leipziger Gesellschaft aus Kanada für die Sowjetunion. In [[Sankt Petersburg|Leningrad]] wurden etwa 900 Tiere von Professor Pëtr Alexandrowitsch Zoege von Manteuffel, Direktor des Moskauer Zoos, übernommen. Ein kleiner Teil kam in die [[Zoofarm Puschkino|Versuchsfarm Puschkino]]. Der größte Teil wurde in Trupps von 20 bis 50 Tieren in geeigneten Flussgebieten der [[Borealer Nadelwald|Taiga]]-Zone des europäischen und asiatischen Russlands – bis zum Fernen Osten – ausgesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schöps&amp;quot;&amp;gt;Paul Schöps: &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge der Pelztierzucht in Europa&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Pelzwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; Heft 1, Januar 1979, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere, für die Besiedlung des eurasischen Lebensraumes wichtige [[Biologische Invasion|Invasion]] ging 1930 von einer Zuchtanlage im Teichgebiet von [[Leval (Territoire de Belfort)|Leval]] bei [[Belfort]] in Frankreich aus. Dort entliefen etwa 500 Bisamratten. Diese [[Gefangenschaftsflüchtling]]e erreichten unter Nutzung des [[Rhein-Rhône-Kanal]]s und der [[Ill (Elsass)|Ill]] sehr rasch Nordostfrankreich. Über die [[Pfalz (Region)|Pfalz]] und [[Baden (Land)|Baden]] wurden anschließend weite Teile des Westens von Deutschland besiedelt. Diese Population war in den 1950er Jahren bereits so groß, dass vom Land [[Rheinland-Pfalz]] ein Bekämpfungsdienst eingerichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz&amp;#039;&amp;#039; vom 21. April 1961, Nr. 16. Bekanntmachung Nr. 197, S. 79f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese und weitere Auswilderungen in [[Belgien]], [[Schweden]], [[Finnland]], [[Polen]] und [[Russland]] beschleunigten die Ausbreitung der Bisamratte. Viele der Auswilderungen geschahen bewusst. So wurden in Finnland ab 1919 mehrfach Bisamratten aus Deutschland, der Tschechoslowakei, den USA und Kanada eingeführt und mit behördlicher Genehmigung an etwa 300 verschiedenen Orten ausgesetzt. Wiederum waren bis zum Jahr 1932 aus Finnland 1636 Tiere weiter nach Russland exportiert worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schöps&amp;quot; /&amp;gt; Von [[Sibirien]] aus erreichten die Bisam die [[Mongolei]], die [[Republik China (1912–1949)|Republik China]] und die [[Mandschurei]]. Nach [[Japan]] wurde die Bisamratte 1945 eingeführt. So eroberte diese überaus erfolgreiche Art in wenigen Jahrzehnten weite Teile des [[Eurasien|eurasischen]] [[Kontinent]]s und hat dort heute ein größeres [[Verbreitung]]sgebiet als in ihrer angestammten [[Heimat]] Nordamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer in Eurasien wurden Bisamratten auch in [[Argentinien]] und [[Chile]] eingeführt und sind dort ebenso heimisch geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begünstigt wurde der Ausbreitungserfolg der Bisamratte durch die Herkunft aus einem ähnlichen Klimabereich, ihre hohe Fortpflanzungsquote und die ausgeprägte Wanderlust. Im neuen Lebensraum fehlt es außerdem an Fressfeinden, die auf sie spezialisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bisamratte als Neobiont ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bisamratte.jpg|mini|Bisamratte]]&lt;br /&gt;
Trotz ihres zeitweilig wirtschaftlich wertvollen [[Pelz]]es mit den langen, glänzenden [[Deckhaar]]en wird die Bisamratte in [[Deutschland]] vor allem in Fluss- und Küstenregionen in der Regel als zu bekämpfender [[Schädling]] eingeordnet. Macht sich der mitteleuropäische Bisamfänger die Mühe, die gefangenen Tiere zu pelzen, kann er die Felle noch zu einem meist geringen Preis an den Fellhandel abgeben; ein größeres wirtschaftliches Interesse am Pelz der Tiere besteht derzeit nicht mehr. Der [[Invasionsbiologie|Invasionsbiologe]] Ingo Kowarik ist der Meinung, dass die Bisamratte als [[Neozoon|Neobiont]] in stark genutzten Landschaften eine [[Ökologische Nische|Nische]] besetzt, und kommt zu einem differenzierten Bild der Schadwirkung. Bevölkerungskreise, die keine Lasten des Deichschutzes zu tragen haben, folgen teilweise der Einschätzung in anderen Ländern, die die Bisamratte tolerieren oder sogar schützen. Der Bisam ist 2017 in die [[Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung]] für die [[Europäische Union]] aufgenommen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (Unionsliste)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Argumente zur Bisamratte in europäischen Ökosystemen ===&lt;br /&gt;
[[Invasionsbiologie|Invasionsbiologen]] vertreten die Ansicht, dass Ökosysteme hinsichtlich ihrer Artenvielfalt ungesättigt sein können. [[Neophyt]]en und Neozoen können in diesen Ökosystemen entweder Nischen besetzen, die niemals von heimischen Tier- und Pflanzenarten besetzt waren, oder solche von Arten, die durch anthropogene Ursachen mittlerweile zurückgedrängt sind. Der große Ausbreitungserfolg der Bisamratte ist nach Ansicht des Professors für [[Pflanzenökologie|Ökosystemkunde]] der TU Berlin [[Ingo Kowarik]] auf eine solche unbesetzte beziehungsweise nicht mehr besetzte Nische zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ingo Kowarik: Biologische Invasionen. Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. 76 Tabellen. Mit einem Beitrag von Peter Boye. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3924-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein anderer mittelgroßer, semiaquatischer Pflanzenfresser kommt in Deutschland nicht mehr vor. Vor diesem Hintergrund entsteht ein nach Interessen differenziertes Bild der Auswirkung der Bisamratte auf mitteleuropäische Ökosysteme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wühltätigkeit der Bisamratten stellt im Binnenland die ursprüngliche Vielfalt und Dynamik der Ufer wieder her. An naturbelassenen Ufern sind Schäden durch Bisamratten unbedeutend, zumal diese in Überschwemmungsbereichen nicht siedeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisamratten können in kleinen Biotopen erhebliche Veränderungen verursachen, naturschutzrelevante Veränderungen durch Bisamratten konnten nach Kowariks Untersuchungen bis jetzt nicht festgestellt werden. Auch die Reduzierung von Röhrichtbeständen, zu der es häufig kommt, wenn Bisamratten einen Lebensraum besetzen, führt nach dieser Ansicht eher zu einer Erhöhung der [[Biodiversität]]. Die Reduzierung der Röhrichtbestände hat zwar zur Folge, dass schilfbrütende Vogelarten wie beispielsweise [[Teichrohrsänger]] und [[Rohrdommel]] ihres Brutraumes beraubt werden und abwandern. Die entstehenden offenen Wasserflächen werden jedoch rasch durch Schwimmblattpflanzen und andere Wasservogelarten besiedelt. Die Auswirkungen der Bisamratten als [[Prädator]] von Großmuschelarten ist aus Sicht von Kowarik nicht ausreichend untersucht. Für ein objektives Urteil fehlen hier Vergleiche zwischen ungestörten Muschelpopulationen und von Bisamratten genutzten Beständen. Auch hier gilt, dass der [[Fischotter]], der früher diese Arten als Nahrungsgrundlage nutzte, heute weitgehend verdrängt ist und die Bisamratte diese Nische neu besetzt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres ökologisches Problem ist, dass der Nager ein [[Zwischenwirt]] des [[Fuchsbandwurm]]es (&amp;#039;&amp;#039;Echinococcus multilocularis&amp;#039;&amp;#039;) ist: Wird eine befallene Bisamratte von einem [[Fuchs (Säugetier)|Fuchs]] erbeutet, dann wird dieser ebenso mit dem [[Parasit]]en infiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus [[Ökologie|ökologischer]] Sicht werden auch die von der Bisamratte verursachten &amp;#039;&amp;#039;Fraßschäden&amp;#039;&amp;#039; betrachtet. Gelegentlich macht sie sich auch über Feld- und Gartenanlagen her oder zerstört [[Korb-Weide#Nutzung|Korbweidenkulturen]]. Durch das Fressen an [[Röhrichtpflanzen]] kann der Nager die Struktur der Flora eines gesamten Ufer-Ökosystems entscheidend verändern. Die entsprechende Rechtsverordnung wurde inzwischen aufgehoben, durch das Erste Gesetz zur Änderung des Pflanzenschutzgesetzes vom 14. Mai 1998 ist die Bekämpfung der Bisamratte nicht mehr Gegenstand des Pflanzenschutzrechts.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/QQD14-2614.pdf#page=2 Bisamverordnung]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Botaurus stellaris (Marek Szczepanek).jpg|mini|Durch die Vernichtung von Röhrichtbeständen durch die Bisamratte wird die [[Rohrdommel]] ihres Brutraums beraubt]]&lt;br /&gt;
Insbesondere wenn im Winter das pflanzliche Nahrungsangebot nicht ausreicht, frisst die Bisamratte auch Muscheln und Krebstiere, deren Bestand in Deutschland durch [[Gewässerverschmutzung]] und [[Flussbegradigung]]en ohnehin schon stark bedroht ist. Sie gilt als der [[Prädator|Haupt-Fraßfeind]] der großen [[Muscheln|Süßwassermuscheln]] (Überfamilie Unionacea), zu denen z.&amp;amp;nbsp;B. die mittlerweile sehr seltene [[Flussperlmuschel]] (&amp;#039;&amp;#039;Margaritifera margaritifera&amp;#039;&amp;#039;) zählt. Der Zusammenbruch von Beständen der [[Gemeine Flussmuschel|Gemeinen Flussmuschel]] (&amp;#039;&amp;#039;Unio crassus&amp;#039;&amp;#039;) in einzelnen Bereichen von [[Baden-Württemberg]] wird ebenfalls der Bisamratte zugeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Argumente zur Ökonomie der Bisamratte ===&lt;br /&gt;
Die Bisamratte siedelt oberhalb der Wasserlinie. Sie ist gefürchtet wegen der massiven ökonomischen Schäden, die ihre unterminierende Wühltätigkeit an [[Ufer]]n, [[Damm (Wall)|Dämmen]] und [[Deich]]bauten anrichtet. Hierdurch entstehen dem [[Tiefbau|Tief-]] und [[Wasserbau]] im [[Küstenschutz]] hohe zusätzliche Kosten für Reparatur- und Instandhaltung der Deiche. Für [[Niedersachsen]] werden diese zusätzlichen Kosten vom Landesamt für Wasserbau und Küstenschutz auf 1,6 Millionen [[Euro]] pro Jahr (2006) geschätzt. Aufgrund der festgestellten ökonomischen Schäden, die die Bisamratten in manchen Ländern verursachen, wurde eigens die „Organisation Européenne pour la Lutte contre le Rat Musqué“ mit Sitz in [[Paris]] ins Leben gerufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bekämpfungsmaßnahmen ====&lt;br /&gt;
Schon wenige Jahre nach der Aussetzung der Bisamratte in Böhmen wurde sie als Schädling eingeordnet. Bayern leitete nach der ersten Sichtung von Bisamratten Bekämpfungsmaßnahmen ein. Die 1917 dafür geschaffene gesetzliche Grundlage wurde von anderen deutschen Ländern übernommen. 1935 wurde ein „Reichsbeauftragter für die Bisamrattenbekämpfung“ ernannt, der gemeinsam mit 36 Mitarbeitern allerdings relativ erfolglos blieb. Trotz massiver Bekämpfung widersteht die Bisamratte sowohl auf dem europäischen Kontinent als auch im asiatischen Verbreitungsgebiet fast überall ihrer [[Ausrottung]]. Sowohl die Bejagung als auch der Einsatz von bakteriellen Krankheitserregern konnten die Bisamratte lange Zeit nicht nachhaltig dezimieren. Bekämpft wird die Bisamratte hauptsächlich in den [[Benelux]]-Ländern, in Deutschland und [[Frankreich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur in [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] gelang es aufgrund der [[Insel]]lage in kurzer Zeit, die ursprünglich aus Farmen stammende Bisampopulation anscheinend vollständig auszurotten. 1927 waren dort Bisamratten zur Fellgewinnung eingeführt worden. Noch im selben Jahr konnten einige Tiere entweichen. Bereits 1932 wurden weitreichende Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet, zu denen auch ein vollständiges Importverbot sowie eine Untersagung der Haltung gehörten. Nach rund sechs Jahren war diese intensive Bekämpfung erfolgreich. 1939 gab es in Großbritannien keine Bisamratten mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Niederlande]]n traten 1941 die ersten Bisamratten auf. Hier zielt die Bekämpfung darauf ab, die festgelegten Schutzniveaus des [[Hochwasserschutz]]es zu erhalten. Daher wurden die Bisamratten besonders intensiv bekämpft, nachdem 1985 die Provinzen gesetzlich dazu verpflichtet wurden. Dennoch konnte die Populationszunahme zunächst nicht gestoppt werden. Dies gelang erst, als die von einem hauptamtlichen Bekämpfer zu betreuende Gewässerlänge auf höchstens 650 Kilometer verringert wurde (entsprechend insgesamt 439 Bekämpfern zuzüglich Führungspersonal). Die Fänge je Feldstunde des Bekämpfers gelten als Maß für die Population. 2003 war mit 0,85 ihr Maximum erreicht, 2004 wurde die größte absolute Zahl von knapp über 400.000 Tieren gefangen. 2009 waren die Fänge je Feldstunde bereits auf 0,3 gefallen. Die absolute Zahl gefangener Tiere ging (bei wieder leicht verringertem Personaleinsatz) auf 155.000 zurück.&lt;br /&gt;
Verwendet werden Drahtreusenfallen, neuerdings, um ein Ertränken zu umgehen, auch zunehmend in schwimmender Ausführung mit Köder, sowie käfiggesicherte Schlagbügelfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.muskusrattenbestrijding.nl/WP/jaarverslag/ |wayback=20100405190122 |text=Jahresberichte der Landelijke coördinatiecommissie Muskusrattenbestrijding |archiv-bot=2018-08-29 18:04:37 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Hochwasser werden die auf höherem Gelände oder in Bäumen Schutz suchenden Bisamratten mit Schusswaffen bejagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Landelijke coördinatiecommissie Muskusrattenbestrijding: {{Webarchiv|url=http://www.muskusrattenbestrijding.nl/WP/bestrijding/ |wayback=20101104170708 |text=De Nederlandse Muskusrattenbestrijding |archiv-bot=2018-08-29 18:04:37 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Fang der Tiere werden zumeist spezielle Fallen eingesetzt, die den Mitfang anderer Tiere verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wird die Bisamratte spätestens seit den 1950er Jahren intensiv bekämpft. Rheinland-Pfalz richtete schon damals einen Bekämpfungsdienst ein, der die Tiere in größeren Stückzahlen erlegte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz&amp;#039;&amp;#039; vom 21. April 1961, Nr. 16. Bekanntmachung Nr. 197, S. 79f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;In Rheinland-Pfalz erlegte Bisamratten (Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz&amp;#039;&amp;#039; vom 21. April 1961, Nr. 16. Bekanntmachung Nr. 197, S. 79):&amp;lt;br /&amp;gt;Jahr / Tiere&amp;lt;br /&amp;gt;1958 / 2503&amp;lt;br /&amp;gt;1959 / 3640&amp;lt;br /&amp;gt;1960 / 4361&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch heute wird in Deutschland die Bisamratte weiter ganzjährig bekämpft. Die Maßnahmen sind weitgehend auf Hochwasserschutzanlagen beschränkt, die vor der Wühltätigkeit der Bisamratten gesichert werden müssen. Die Zahl der Tiere, für deren Fang Prämien mit Förderung des Landes Schleswig-Holstein gezahlt worden sind, belief sich 1996 auf 22.602, 1997 auf 26.638 und 1998 auf 41.029 Exemplare&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/QQD14-2614.pdf#page=2 |titel=Bekämpfung des Bisam |titelerg=Kleine Anfrage Dr. Christel Happach-Kasan (F.D.P.) und Antwort Minister/in für Umwelt, Natur und Forsten; Drucksache 14/2614 |werk=landtag.nrw.de |hrsg=Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein |zugriff=2014-07-31 |datum=1999-12-14 |format=PDF; 115 [[Byte#SI-Präfixe|kB]] |seiten=2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterarten ==&lt;br /&gt;
Je nach Autor werden in Nordamerika vierzehn bis sechzehn Unterarten unterschieden. Zu den Unterarten zählen&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ondatra zibethicus zibethicus&amp;#039;&amp;#039;, der im östlichen Kanada beheimatet ist&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ondatra zibethicus macrodon&amp;#039;&amp;#039;, der „Blaue Bisam“ mit einem blauschwärzlichen Fell, der in einzelnen Gebieten von [[Virginia]] beheimatet ist. Die Fellfarbe wird rezessiv vererbt; bei der Vermischung mit anderen Unterarten dominiert daher der braune [[Phänotyp]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Europa werden keine Unterarten beschrieben. Freigesetzt wurden Tiere unterschiedlicher Unterarten, die sich vermischt haben, sodass keine Differenzierungen mehr möglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Carsten Bothe]]: &amp;#039;&amp;#039;Bisamfang. Alles über den Bisam: Fang, Bekämpfung, Fallen, Verwertung.&amp;#039;&amp;#039; Neumann-Neudamm, Melsungen 1996, ISBN 3-7888-0685-0.&lt;br /&gt;
* [[Max Hoffmann (Zoologe)|Max Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Bisamratte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Die neue Brehm-Bücherei.&amp;#039;&amp;#039; H. 78, {{ISSN|0138-1423}}). Geest &amp;amp; Portig, Leipzig 1952 (2., unveränderte Auflage, Nachdruck der 1. Auflage. Westarp-Wissenschaftliche-Verlags-Gesellschaft, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-159-8).&lt;br /&gt;
* [[Ingo Kowarik]]: &amp;#039;&amp;#039;Biologische Invasionen. Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; 76 Tabellen. Mit einem Beitrag von Peter Boye. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3924-3.&lt;br /&gt;
* [[Mario Ludwig]], Harald Gebhard, Herbert W. Ludwig, Susanne Schmidt-Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Neue Tiere &amp;amp; Pflanzen in der heimischen Natur. Einwandernde Arten erkennen und bestimmen.&amp;#039;&amp;#039; BLV, München u.&amp;amp;nbsp;a. 2000, ISBN 3-405-15776-5.&lt;br /&gt;
* Jochen Niethammer, Franz Krapp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Säugetiere Europas.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Teilband 2: Heikki Henttonen: &amp;#039;&amp;#039;Rodentia. II (Cricetidae, Arvicolidae, Zapodidae, Spalacidae, Hystricidae, Capromyidae).&amp;#039;&amp;#039; Aula-Verlag, Wiebelsheim 1982, ISBN 3-400-00459-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bisamratte}}&lt;br /&gt;
{{Commons|Ondatra zibethicus|Bisamratte}}&lt;br /&gt;
* [http://www.spurenjagd.de/index.php?option=com_fabrik&amp;amp;view=list&amp;amp;listid=5&amp;amp;Itemid=145&amp;amp;resetfilters=1&amp;amp;tbl_trackdoc___speciesid_fk_raw=19 &amp;#039;&amp;#039;spurenjagd.de&amp;#039;&amp;#039;:] Bisamratte – Spurendatensammlung&lt;br /&gt;
* {{IUCN&lt;br /&gt;
|Year=2006&lt;br /&gt;
|ID=15324&lt;br /&gt;
|ScientificName=Ondatra zibethicus&lt;br /&gt;
|YearAssessed=1996&lt;br /&gt;
|Assessor=Baillie&lt;br /&gt;
|Download=9. Mai 2006&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Exzellent|20. August 2005|8639583}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4136887-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wühlmäuse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neozoon (Wirbeltier) in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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