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	<title>Bionik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T20:23:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;WikiBayer: Änderungen von ~2026-18357-78 (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Ulanwp zurückgesetzt: keine Verbesserung</title>
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		<updated>2026-03-25T07:57:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-18357-78&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-18357-78&quot;&gt;~2026-18357-78&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-18357-78&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-18357-78 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) wurden auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Ulanwp&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Ulanwp (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Ulanwp&lt;/a&gt; zurückgesetzt: keine Verbesserung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ailes battantes Luc Viatour.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Flügel für Flugapparate&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;(Zeichnung von [[Leonardo da Vinci]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bionik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (ein [[Kofferwort]] aus &amp;#039;&amp;#039;[[Biologie]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Technik]]&amp;#039;&amp;#039;) beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Ein bekanntes Beispiel aus der Geschichte dafür ist [[Leonardo da Vinci]]s Idee, den [[Schlagflug]] auf eine Flugmaschine – den [[Ornithopter]] – zu übertragen. Ein Beispiel aus dem modernen Alltag ist der von [[Kletten]] inspirierte [[Klettverschluss]]. Der Bionik liegt die Annahme zugrunde, dass die belebte Natur durch evolutionäre Prozesse optimierte Strukturen und Prozesse entwickelt, von denen der Mensch lernen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Mutschler, H.-D.: &amp;#039;&amp;#039;Naturphilosophie&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, Stuttgart 2002, hier: 120 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als interdisziplinäres Forschungsfeld zieht die Bionik Naturwissenschaftler, Ingenieure, Architekten, Philosophen und Designer an. In der Bionik geht es um systematisches Erkennen von Lösungen der belebten Natur; sie grenzt sich damit von der zweckfreien Naturinspiration ab. Ihr Ziel ist stets ein von der Natur getrenntes technisches Objekt oder Verfahren, wodurch sich die Bionik von Wissenschaften, die biologische Prozesse nutzen und erweitern, wie die [[Bioinformatik]], [[Biophysik]] und [[Biochemie]] unterscheidet. Die Bionik leistet wichtige Beiträge zum Prozess der [[Biologisierung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonym verwendet werden auch die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biomimikry&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biomimetik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biomimese&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die für die Nachbildung natürlicher Systeme durch den Menschen stehen&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite journal |first1=Julian F. V. |last1=Vincent |title=Biomimetics: its practice and theory |journal=Journal of the Royal Society Interface |volume=3 |issue=9 |pages=471–482 |doi=10.1098/rsif.2006.0127 |pmid=16849244 |pmc=1664643 |date=2006-08-22 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und sich herleiten aus griechisch βίος (&amp;#039;&amp;#039;bios&amp;#039;&amp;#039;), Leben, und μίμησις (&amp;#039;&amp;#039;[[mimesis|mīmēsis]]&amp;#039;&amp;#039;), Imitation, bzw. μιμεῖσθαι (&amp;#039;&amp;#039;mīmeisthai&amp;#039;&amp;#039;), etwas imitieren, oder μῖμος (&amp;#039;&amp;#039;mimos&amp;#039;&amp;#039;), [[Schauspieler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definitionen ==&lt;br /&gt;
Einer der Begründer der Bionik, [[Werner Nachtigall]], definierte den Begriff so: {{Zitat|Bionik als Wissenschaftsdisziplin befasst sich systematisch mit der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktionen, Verfahren und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme. Dazu gehören auch Aspekte des Zusammenwirkens belebter und unbelebter Teile und Systeme sowie die wirtschaftlich-technische Anwendung biologischer Organisationskriterien.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Nachtigall: &amp;#039;&amp;#039;Bionik: Grundlagen und Beispiele für Ingenieure und Naturwissenschaftler.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Springer-Verlag Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-18996-8, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Der erste Satz seiner Definition deckt sich mit derjenigen des [[Verein Deutscher Ingenieure|VDI]] – dieser beschreibt die Bionik so: {{Zitat|Unter Bionik werden Forschungs- und Entwicklungsansätze verstanden, die ein technisches Anwendungsinteresse verfolgen und auf der Suche nach Problemlösungen, Erfindungen und Innovationen Wissen aus der Analyse lebender Systeme heranziehen und dieses Wissen auf technische Systeme übertragen. Der Gedanke der Übertragung von der Biologie zur Technik ist dabei das zentrale Element der Bionik.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;VDI Verein Deutscher Ingenieure (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;VDI 6220 Blatt 1. Bionik – Konzeption und Strategie – Abgrenzung zwischen bionischen und konventionellen Verfahren/Produkten&amp;#039;&amp;#039;. 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbildung und Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Steinhuder hecht.jpg|mini|[[Steinhuder Hecht]] als U-Boot-Vorlage]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den englischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;bionics&amp;#039;&amp;#039; stellte erstmals der amerikanische Luftwaffenmajor Jack E. Steele 1960 auf einer Konferenz unter Leitung des [[Heinz von Foerster]] in der [[Wright-Patterson Air Force Base]] in [[Dayton (Ohio)|Dayton]], [[Ohio]], vor: ‚Bionics Symposium: Living Prototypes – The Key to New Technology’. J.E. Steele, ein Neurologe im Militärdienst, leitet den Begriff aus dem griechischen Stamm „bios“ (Leben) und dem Suffix „-onics“ in der Bedeutung „Studium von“ ab.- Das deutsche [[Kofferwort]] &amp;#039;&amp;#039;Bionik&amp;#039;&amp;#039; setzt sich aus [[Biologie]] und [[Technik]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Englische Sprache|englischen Sprachraum]] steht der Begriff &amp;#039;&amp;#039;bionic&amp;#039;&amp;#039; als Kofferwort aus Biologie und Elektronik zumeist für die den Ersatz oder die Ergänzung von menschlichen Körperteilen durch technische Elemente (auch im Zusammenhang mit der Idee des [[Cyborg]]s). Das, was im [[Deutsche Sprache|deutschen Sprachraum]] mit Bionik bezeichnet wird, entspricht im Englischen eher dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;biomimetics&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;biomimicry&amp;#039;&amp;#039;. Da sich viele Autoren der sprachlichen Problematik bewusst sind, werden mittlerweile die beiden Begriffe Bionik und Biomimetik oft [[Synonyme|synonym]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als historischer Vordenker der Bionik wird meist der italienische Erfinder Leonardo da Vinci angeführt, der 1505 in seinem Manuskript [[Kodex über den Vogelflug|Über den Vogelflug]] den Vogelflug analysierte und versuchte, seine Erkenntnisse auf Flugmaschinen zu übertragen. Das erste deutsche Patent im Bereich Bionik wurde 1920 [[Raoul Heinrich Francé]] für einen „Neuen Streuer“ nach dem Vorbild einer [[Mohn]][[Kapselfrucht|kapsel]] erteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsches Patentamt, Nr. 723730&amp;lt;/ref&amp;gt; 1948 entwickelte der Schweizer Wissenschaftler [[Georges de Mestral]] nach dem Vorbild der [[Kletten]] den [[Klettverschluss]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Meilenstein in der Geschichte der Bionik gilt [[Ingo Rechenberg]]s 1964 gehaltener Vortrag mit dem Titel: „Kybernetische Lösungsansteuerung einer experimentellen Forschungsaufgabe“. Hier führte er das [[Darwin-im-Windkanal-Experiment]] vor, in dem eine zur Zickzackform gefaltete Gelenkplatte sich evolutionär zur ebenen Form geringsten Widerstands entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vortrag Rechenbergs fand auf der gemeinsamen Jahrestagung der WGLR und DGRR im September 1964 in der Berliner Kongresshalle statt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Betrachtung der Bionik ==&lt;br /&gt;
Die Bionik ist noch eine sehr junge Wissenschaft, weshalb die wirtschaftliche Bedeutung noch relativ gering ist, doch in der letzten Zeit gibt es immer mehr bionische Arbeiten und das Interesse an bionischen Entwicklungen steigt. Dabei sind in den letzten Jahren immer mehr Forschungsergebnisse aus der Bionik in die Entwicklung von Produkten eingeflossen, woran man die wachsende Bedeutung der Bionik erkennt. Des Weiteren wird die wachsende Relevanz der Bionik durch die ständig steigende Anzahl der geförderten Projekte von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit deutlich.&lt;br /&gt;
Außerdem werden viele kleine Unternehmen bei der Forschung der Bionik unterstützt. Durch diese Subventionen haben viele Produkte eine Produktreife erlangt, sodass diese vermarktet werden konnten. Ein Beispiel für solch ein Produkt ist der Schwimmanzug Speedo, der dem Aufbau der Haihaut ähnelt und somit auch dessen Vorteile widerspiegelt, wie zum Beispiel einen geringeren Wasserwiderstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung und Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Spiroids.png|mini|Flügelenden-Optimierung &amp;#039;&amp;#039;[[Spiroid]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bionik hat sich erst in den letzten Jahrzehnten insbesondere aufgrund neuer und verbesserter Methoden (Rechenleistung, Produktionsprozesse, interdisziplinäre Betrachtungen) zu einer etablierten Wissenschaftsdisziplin entwickelt. Bei der Entwicklung technischer Funktionselemente waren den Ingenieuren parallele Entwicklungen in der Natur nicht immer bekannt. So wurde das [[Fachwerkhaus|Fachwerk]] ohne Kenntnis der Feinstruktur der [[Knochen]]bälkchen entwickelt. Da keinerlei Übertragung stattfand, spricht man bei solchen formellen oder funktionellen Übereinstimmungen von Entsprechungen und nicht von Bionik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biomimetik oder Bionik als Wissenschaftsdisziplin sucht dagegen gezielt nach Strukturen in der Natur, die technisch als Vorbilder von Bedeutung sein können. Diese Vorgehensweise kann häufig als reine [[Analogie (Philosophie)|Analogiensuche]] bezeichnet werden. Sie erlaubt allerdings oft nur kleinere [[Innovation]]ssprünge, da die technische Anwendung bereits erkennbar sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lotus3.jpg|mini|Der Lotus-Effekt (Computergrafik)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ können durch biologische [[Grundlagenforschung]] bestimmte Struktur- oder Organisationsprinzipien beschrieben werden, die erst danach als geeignet für eine Übertragung in die Technik erkannt werden. So werden etwa anhand der Untersuchung des Knochenaufbaus neue [[Fachwerkhaus|Fachwerkskonstruktionen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. zur Versteifung von Doppelwandkonstruktion) entwickelt. Auch führten die Erkenntnisse über die Unbenetzbarkeit und Selbstreinigung bestimmter pflanzlicher Oberflächen erst später zur Entwicklung so unterschiedlicher industrieller Produkte wie Fassadenfarbe, Dachziegel und Markisen mit dem so genannten [[Lotus-Effekt]] und die [[Aerodynamik]] suchte viele Anregungen in der Zoologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bionic Learning Network]] ist ein Forschungsverbund des Unternehmens Festo mit Hochschulen, Instituten und Entwicklungsfirmen. Ziel der Initiative ist, durch die Anwendung der Bionik neuartige Technologieträger hervorzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bionik kann in verschiedene Teilgebiete unterteilt werden: Die [[Konstruktionsbionik]] vergleicht Konstruktionselemente und deren Integrationen, die Sensorbionik untersucht die Systeme zur Reizaufnahme, die Strukturbionik analysiert biologische Strukturelemente, die Bewegungsbionik Antriebsmechanismen, Oberflächeneinfluss und Strömungsanpassung, die Neurobionik beobachtet natürliche Informationsübertragung und Übertragung auf informatische Systeme, die [[Baubionik]] untersucht komplette Konstruktionen von Lebewesen oder ihrer Produkte, die Gerätebionik setzt natürliche Gerätekonstruktionen um, die Verfahrensbionik stellt analytische Untersuchung biologischer Vorgänge wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Photosynthese]] an, die Klimabionik sucht nach Systemen zur passiven Lüftung, Kühlung oder Heizung, die [[Anthropobionik]] studiert tierische Bewegungen, oft zur Verwendung in der [[Robotik]], die Evolutionsbionik überträgt Evolutionsverfahren auf Forschung (experimentelle Versuchs-Irrtums-Entwicklung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundsätzliche Vorgehensweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Otto is going to fly.jpg|mini|[[Otto Lilienthal]] am 16. August 1894]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der &amp;#039;&amp;#039;Analog-Bionik&amp;#039;&amp;#039; findet ein „top-down-Prozess“ statt: Man definiert das Problem, sucht nach Analogien in der Natur, analysiert diese Analogien und sucht schließlich nach Lösungen für das Problem mit den gewonnenen Erkenntnissen aus der Natur. Beispiele:&lt;br /&gt;
[[Datei:CO-Winglet.JPG|mini|[[Tragfläche]] mit &amp;#039;&amp;#039;[[Winglet]]&amp;#039;&amp;#039; einer [[Boeing]] [[Boeing 757|757]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Flugzeug]]: [[Otto Lilienthal]], [[Alberto Santos Dumont|Alberto Santos-Dumont]] und die [[Gebrüder Wright]] beobachteten den Flug ([[Fortbewegung|Lokomotion]]) großer [[Vögel]] und optimierten damit ihre [[Prototyp (Technik)|Prototypen]].&lt;br /&gt;
* [[Winglet]]s an den Enden der Tragflächen von Flugzeugen: große [[Wirbel (Strömungslehre)|Wirbel]] an den Flügelspitzen von Flugzeugen bedingen einen hohen Treibstoffverbrauch, der durch den Einsatz von Winglets um rund fünf bis sechs Prozent reduziert werden kann. Untersuchung von Flügeln segelnder/gleitender Vögel als Flugzeug-Analogie. Beschreibung der Handschwingen von bestimmten Vogelarten (etwa [[Bussard]], [[Kondor]] und [[Adler (Biologie)|Adler]]), die statt eines großen Wirbels mehrere kleinere verursachen und damit insgesamt weniger Energie verbrauchen. Herstellung künstlicher Flügel mit mehreren Wirbelablösestrukturen (Winglets). Flugzeugkonstrukteure haben die Winglets zu einem Schleifenprofil am Flügelende (split-wing loop) weiterentwickelt ([[Spiroids|Spiroid]]). Das Beispiel zeigt, dass am Ende einer Optimierung deren bionische Herleitung nicht immer sichtbar sein muss.&lt;br /&gt;
{{siehe auch| Flugbionik}}&lt;br /&gt;
* Entwicklung neuartiger Profile von [[Autoreifen]]: Biologisches Vorbild sind etwa Katzenpfoten, die sich bei Richtungswechsel verbreitern und so eine größere Kontaktfläche zum Untergrund haben.&lt;br /&gt;
* [[Spinnentiere|Spinnenartige]] [[Roboter]], deren Beine autonome Steuerungsfunktionen haben und die dadurch zentral gesteuerten Robotern überlegen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der &amp;#039;&amp;#039;Abstraktions-Bionik&amp;#039;&amp;#039; findet ein „bottom-up-Prozess“ statt: Man betreibt dazu biologische Grundlagenforschung, untersucht die Biomechanik und Funktionsmorphologie von biologischen Systemen, erkennt und beschreibt ein zu Grunde liegendes Prinzip, führt eine Abstraktion dieses Prinzips (Loslösung vom biologischen Vorbild und Übersetzung in nicht-fachspezifische Sprache) durch, sucht nach möglichen technischen Anwendungen und entwickelt schließlich solche Anwendungen zusammen mit Ingenieuren, Technikern, Designern usw.&lt;br /&gt;
[[Datei:Demoiselle voando nos arredores de Paris - 1-13800-0000-0000, Acervo do Museu Paulista da USP.jpg|mini|[[Alberto Santos Dumont|Santos-Dumont]] [[Santos-Dumont Demoiselle|Demoiselle]] „Libelle“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:14-bis de Alberto Santos Dumont.jpg|mini|[[Alberto Santos Dumont|Santos-Dumont]] [[Santos-Dumont 14-bis|14-bis]] - &amp;quot;Gans&amp;quot; ähnliche Konstruktion]]&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unbenetzbarkeit und Selbstreinigung bestimmter biologischer Oberflächen: Die Beobachtung und nähere Untersuchung der Tatsache, dass von einem Blatt der [[Lotus (Botanik)|Lotuspflanze]] praktisch alle wasserlöslichen Substanzen abperlen, führte zu [[Patent]]en für extrem schlecht benetzbare und selbstreinigende Oberflächenstrukturen (etwa für eine neue künstliche Oberfläche als Fassadenfarbe), dem [[Lotuseffekt]]. &amp;#039;&amp;#039;Siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Wachs]]e auf Pflanzenblättern, beispielsweise von der Lotusblume, [[Kohlrabi]] usw.&lt;br /&gt;
* Strukturoptimierung von Bauteilen ([[Computer Aided Optimization|CAO]] und [[SKO (Bionik)|SKO]]): [[Wuchsform]]en von Bäumen oder Knochen&lt;br /&gt;
* [[Riblet]]-Folien: Bei schnell schwimmenden [[Haie]]n besteht die [[Haut]]oberfläche aus kleinen, dicht aneinander liegenden Schuppen. Auf diesen Schuppen befinden sich scharfkantige feine Rillen, die parallel zur Strömung ausgerichtet sind. Diese mikroskopisch kleinen Rillen bewirken eine Verminderung des [[Reibungswiderstand]]s. Dieser widerstandsvermindernde Effekt ist in allen turbulenten Strömungen, also auch in Luft wirksam. [[Flugzeug]]e können mit einer speziellen [[Folie]] beklebt werden (so genannte Riblet-Folie), die auf ihrer Oberseite über eine ähnliche Struktur verfügt und so den [[Luftwiderstand]] des Flugzeugs senkt. Die wissenschaftliche Grundlage entstammt Untersuchungen an fossilen Haien und deren „Schuppen“.&lt;br /&gt;
* [[Hafthaare]] und andere Haftvorrichtungen auf der Oberfläche der Füße zahlreicher Tierarten, als strukturierte biologische Oberflächen, werden als Vorbild für technische Anwendungen, bis hin zur Konstruktion eines autonomen Kletter-Roboters, genutzt&amp;lt;ref&amp;gt;Stanislav Gorb &amp;amp; Dagmar Voigt: Funktionale biologische Oberflächen als Vorbilder für die Technik. Performance. Doppelausgabe 2.2009 / 1.2010: 69–77. {{Webarchiv |url=http://performance.ey.com/2010/06/28/funktionale-biologische-oberflachen-als-vorbilder-fur-die-technik/ |wayback=20151004165045 |text=PDF download}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der [[Klettverschluss]] wurde nach dem Vorbild der [[Kletten|Klettfrüchte]] entwickelt (Georges de Mestral, 1956).&lt;br /&gt;
* [[Schwarmintelligenz]] und [[Ameisenalgorithmus]] übertragen Verhaltensweisen von Insekten und anderen, in Gemeinschaft oder größeren Gruppen lebenden Tieren in technische Bereiche.&lt;br /&gt;
Ein weiteres Feld, welches mit der Bionik verwandt ist, die die [[Topologieoptimierung]]. Hier findet ebenfalls der Top-Down-Ansatz Anwendung. Dabei werden Bauteile unter Berücksichtigung ihrer künftigen Belastung derart gestaltet, dass unnötige Bereiche entfernt werden und nur die für die Belastung notwendigen Verbindungen hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele für Entsprechungen Technik/Natur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Butterblume 5848.JPG|mini|Regentropfen als Vorbild für die [[Lupe]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Saugnapf|Saugnäpfe]] kommen auch bei [[Kraken]] und [[Käfer]]n vor.&lt;br /&gt;
* [[Sonar]] oder [[Echolot]] wurde, lange bevor der Mensch es kannte, von [[Delfine|Delphinen]] und [[Fledermäuse]]n benutzt.&lt;br /&gt;
* [[Vorflügel]] der Flugzeuge: Daumenfittich des [[Flügel (Vogel)|Vogelflügels]]&lt;br /&gt;
* [[Propeller]]: [[Flügelfrucht]] des [[Ahorne|Ahorns]]&lt;br /&gt;
* Konstruktionen wie der [[Eiffelturm]]: Vorbild dafür ist die Balkenstruktur von [[Knochen]]&lt;br /&gt;
* [[Nurflügel]]: nach dem Vorbild des [[Meteorochorie|Flugsamens]] von &amp;#039;&amp;#039;[[Zanonia macrocarpa]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Spritze (Medizin)|Spritzen]]: [[Giftstachel]] von [[Bienen]] oder [[Hornissen]]&lt;br /&gt;
* [[Schwimmflosse]]: [[Schwimmhaut|Schwimmhäute]] bei Fröschen oder Wasservögeln&lt;br /&gt;
* [[Strahltriebwerk]] und [[Raketenantrieb]]: Rückstoßprinzip bei [[Quallen]] und [[Tintenfische]]n&lt;br /&gt;
* [[Nebelkondensation#Chile|Atrapaniebla]]: Nebelnutzung des [[Nebeltrinker-Käfer]]s&lt;br /&gt;
* [[Lüftung]]ssystem: Lüftungssystem in einem [[Termiten]]bau&lt;br /&gt;
* [[Hydrophobie]] und [[Hydrophilie]] des [[Nebeltrinker-Käfer]]s inspirieren die Konstruktion einer sich selbst mit Wasser füllenden Flasche.&amp;lt;ref&amp;gt;BBC News über die amerikanische Start-Up-Firma &amp;#039;&amp;#039;NBD Nano&amp;#039;&amp;#039; [http://www.bbc.co.uk/news/technology-20465982]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Stahlrohrtürme von [[Windkraftanlage]]n: Vorbild sind Getreidehalme&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Biosystemtechnik]]&lt;br /&gt;
* [[Evolutionärer Algorithmus|Evolutionäre Algorithmen]] / Evolutionsstrategie&lt;br /&gt;
* [[Analogietechnik]]&lt;br /&gt;
* [[Bioästhetik]]&lt;br /&gt;
* [[Bioökonomie]]&lt;br /&gt;
* [[Cybathlon]]&lt;br /&gt;
* [[Neurobionik]]&lt;br /&gt;
* [[Baubionik]]&lt;br /&gt;
* [[Bewegungsbionik]]&lt;br /&gt;
* [[Sensorbionik]]&lt;br /&gt;
Technische Umsetzung:&lt;br /&gt;
* [[Bionic Learning Network]]&lt;br /&gt;
* [[Biomechatronik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eberhard Forth und Eberhard Schewitzer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bionik.&amp;#039;&amp;#039; Meyers Taschenlexikon. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1976, [http://d-nb.info/770509193 DNB-Info].&lt;br /&gt;
* [[Werner Nachtigall]], [[Kurt G. Blüchel]]: &amp;#039;&amp;#039;Das große Buch der Bionik. Neue Technologien nach dem Vorbild der Natur.&amp;#039;&amp;#039; DVA, Stuttgart und München 2000, ISBN 3-421-05379-0 (Sonderausgabe 2003 unter ISBN 3-421-05801-6).&lt;br /&gt;
* Werner Nachtigall: &amp;#039;&amp;#039;Bionik.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Springer, Berlin 2002, ISBN 3-540-43660-X.&lt;br /&gt;
* Torsten Rossmann, Cameron Tropea: &amp;#039;&amp;#039;Bionik: Aktuelle Forschungsergebnisse in Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-21890-4.&lt;br /&gt;
* Zdenek Cerman, [[Wilhelm Barthlott]], Jürgen Nieder: &amp;#039;&amp;#039;Erfindungen der Natur.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-62024-3.&lt;br /&gt;
* [[Antonia Kesel|Antonia B. Kesel]]: &amp;#039;&amp;#039;Bionik.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16123-2.&lt;br /&gt;
* Kurt G. Blüchel: &amp;#039;&amp;#039;Bionik. Wie wir die geheimen Baupläne der Natur nutzen können.&amp;#039;&amp;#039; Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-15409-X.&lt;br /&gt;
* Lothar Brehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Natur – ein Schrittmacher für die Luftfahrzeugentwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Projekte-Verlag, Halle 2007, ISBN 978-3-86634-344-3.&lt;br /&gt;
* Sigrid Belzer: &amp;#039;&amp;#039;Die genialsten Erfindungen der Natur. Bionik für Kinder.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-596-85389-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bionik. Natürlich genial.&amp;#039;&amp;#039; Themenschwerpunkt im Kulturmagazin [[Westfalenspiegel]], Heft 4/2011, S. 14–27.&lt;br /&gt;
* Christian Johannsen: &amp;#039;&amp;#039;Energie-Einsparpotenziale durch Haihaut-Beschichtung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039; Schiff &amp;amp; Hafen&amp;#039;&amp;#039;, Heft 9/2012, S.&amp;amp;nbsp;82–86, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, {{ISSN|0938-1643}}.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=W. Barthlott, W. Erdelen, M. Daud Rafiqpoor |Titel=Biodiversity and technical innovations: bionics |Sammelwerk=Concept and Value in Biodiversity. Routledge Studies in Biodiversity Politics and Management |Datum=2014 |ISBN=978-0-415-66057-0 |Seiten=300–315 |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* M. C. Demirel, M. Cetinkaya, A. Pena-Francesch, H. Jung: &amp;#039;&amp;#039;Recent Advances in Nanoscale Bioinspired Materials.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Macromolecular bioscience.&amp;#039;&amp;#039; [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] Dezember 2014, {{ISSN|1616-5195}}. {{DOI|10.1002/mabi.201400324}}. PMID 25476469.&lt;br /&gt;
* Patricia Piekenbrock: &amp;#039;&amp;#039;Bionik. Lernen von der Natur – Impulse für Innovation.&amp;#039;&amp;#039;  Vogel Business Media, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8343-3438-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Biomimicry Moti Bodek AA.jpg|mini|Bionik – Ausstellung zu Gebäuden und Projekten des Architekten [[Moti Bodek]], Freiland Potsdam.]]&lt;br /&gt;
* [http://www.festo.com/cms/en_corp/10924.htm Ganz unterschiedliche Bionik-Projekte sind unter dem Aspekt der technischen Nutzung im Festo Bionic Learning]&lt;br /&gt;
* [http://www.biokon.de/ Bionik Kompetenz Netz (BIOKON e.&amp;amp;nbsp;V.)]&lt;br /&gt;
* Netzwerk für Bionische Entwicklungen Baden-Württemberg e.&amp;amp;nbsp;V. [https://bionik-mannheim.de/netzwerk/ bionik-mannheim.de/netzwerk/] &lt;br /&gt;
* [https://bionik-mannheim.de/bionik-kongresse/ Bionik-Kongresse in Mannheim: 2015, 2017, 2019, 2023, 2025] &lt;br /&gt;
* [http://www.lotus-salvinia.de/ www.lotus-salvinia.de]&lt;br /&gt;
* [http://www.fh-potsdam.de/informieren/aktuelles/news-detailansicht/artikel/biomimicry-ausstellung-zu-gebaeuden-und-projekten-des-architekten-moti-bodek-im-freiland-potsdam/ Bionik – Ausstellung zu Gebäuden und Projekten des Architekten] [[Moti Bodek]]. Internationale Woche, FHP Fachhochschule, Freiland Potsdam. 12-16 May 2014.&lt;br /&gt;
* [http://www.bionicum.de/ Bionicum] – Interaktive Ausstellung zur Bionik in Nürnberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4006888-2|LCCN=sh85014250|NDL=00560470}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bionik| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreativitätstechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kofferwort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologische Disziplin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WikiBayer</name></author>
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