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	<title>Biologismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie (darwinsche -&gt; kleingeschrieben, ohne Apostroph (adjektivische Ableitung), aber: Darwin’sche -&gt; mit grossgeschriebenem Eigennamen zwingend mit Apostroph (sichtbar gemachter Personenname); siehe https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/Gro%C3%9F-%20und%20Kleinschreibung#D91)</title>
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		<updated>2025-12-26T09:28:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie (darwinsche -&amp;gt; kleingeschrieben, ohne Apostroph (adjektivische Ableitung), aber: Darwin’sche -&amp;gt; mit grossgeschriebenem Eigennamen zwingend mit Apostroph (sichtbar gemachter Personenname); siehe https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/Gro%C3%9F-%20und%20Kleinschreibung#D91)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt Biologismus, jedoch verwenden einige Veröffentlichungen den Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biologismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von &amp;#039;&amp;#039;[[Biozentrismus]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;!-- Beleg für diesen Querverweis? --&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Biologismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Begriffsbildung aus [[Biologie]] mit dem Suffix -[[-ismus|ismus]]) bezeichnet die Übertragung biologischer Maßstäbe und Begriffe auf nicht oder nicht primär biologische Verhältnisse. Dazu gehören die einseitige oder exklusive Deutung dieser Verhältnisse anhand biologischer Betrachtungs- und Erklärungsmuster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck ist jedoch kein biologischer Fachbegriff. Es handelt sich stattdessen um einen Begriff der [[Kulturwissenschaft]]en, der eine distanzierende Wertung der als „biologistisch“ eingeschätzten Anschauungen beinhaltet, die als einseitig, sachfremd oder übertrieben gekennzeichnet werden sollen. Er wird daher in gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatten auch [[Pejorativum|abwertend]] benutzt und kaum als Selbstbezeichnung derartiger [[Weltanschauung]]en. Als Selbstzuschreibung bevorzugen die Vertreter entsprechender Anschauungen stattdessen oft den Begriff [[Naturalismus (Philosophie)|Naturalismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. M. Stier, S. Muders, M. Rüther, B. Schöne-Seifert (2013): Biologismus-Kontroversen. Ethische Implikationen für die Psychiatrie. Nervenarzt 84: 1165–1174. [[doi:10.1007/s00115-013-3736-5]], Eric Hilgendorf: Biologismus im Recht – gestern und heute – in: Ignacio Czeguhn, Eric Hilgendorf, Jürgen Weitzel (Herausgeber): Eugenik und Euthanasie 1850–1945: 161-174. [[doi:10.5771/9783845218045-161]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob und inwieweit eine Weltanschauung „biologistisch“ ist, ist zwischen Anhängern und Gegnern solcher Positionen dementsprechend häufig umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und Verwendung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde um 1911 von dem [[Philosophie|Philosophen]] [[Heinrich Rickert (Philosoph)|Heinrich Rickert]] in den kulturwissenschaftlichen Diskurs eingeführt und wird bis heute verwendet, vor allem um bestimmte Erklärungsmodelle der [[Soziologie]], [[Kulturanthropologie]], [[Geschichtsschreibung]] und [[Rechtswissenschaft]] des ausgehenden 19. und beginnenden 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zu beschreiben, die vom [[Darwinismus]] ausgehend –&amp;amp;nbsp;aber anders als [[Charles Darwin|Darwin]] selbst oder engere Nachfolger wie [[Thomas Henry Huxley|T.&amp;amp;nbsp;H. Huxley]]&amp;amp;nbsp;– Prinzipien der biologischen [[Evolution]] zu allgemeinen [[Ethik|ethischen]] oder historischen Maximen umdeuteten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wuketits&amp;quot;&amp;gt;[[Franz M. Wuketits]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/biologismus/8707 Biologismus. Essay.]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Spektrum.de]] (&amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Biologie&amp;#039;&amp;#039;, Spektrum Akademischer Verlag, 1999).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Biologismus spricht man, wenn versucht wird, menschliche Phänomene und Sachverhalte (etwa individuelle oder kollektive [[Sozialverhalten|Verhaltensweisen]], gesellschaftliche Zustände oder politische Zusammenhänge) vorrangig oder allein durch biologische Tatsachen, Theorien und Modelle zu erklären. Die in der Biologie ermittelten Gesetzmäßigkeiten werden dabei als einheitliche Gesetze der realen Welt verallgemeinert und zu einer Art „Weltprinzip“ erhoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wuketits&amp;quot; /&amp;gt; Biologismus wird daher auch als biologischer [[Reduktionismus]] definiert, der alle relevanten sozialen oder kulturellen Phänomene auf biologische Grundtatsachen zurückführe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bunge&amp;quot;&amp;gt;Mario Augusto Bunge: &amp;#039;&amp;#039;Emergence and Convergence. Qualitative Novelty and the Unity of Knowledge&amp;#039;&amp;#039; (Toronto Studies in Philosophy). University of Toronto Press, Toronto 2004, ISBN 978-0-8020-8860-4, [http://books.google.ca/books?id=E7ooJWsGFsEC&amp;amp;pg=PA154 S.&amp;amp;nbsp;154].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;DicSoc&amp;quot;&amp;gt;John Scott und Gordon Marshall: &amp;#039;&amp;#039;A Dictionary of Sociology&amp;#039;&amp;#039;. [[Oxford University Press]], Oxford 2009, ISBN 978-0-19-953300-8, [http://books.google.ca/books?id=pfeROnUcAPkC&amp;amp;pg=PA43 S.&amp;amp;nbsp;43, Stichwort: „biological reductionism (biologism)“].&amp;lt;/ref&amp;gt; Historisch wurden biologistische Ansätze einerseits durch Übertragung biologischer Konzepte auf die [[Sozialwissenschaften|Sozial-]] und Kulturwissenschaften, andererseits durch die Ausdehnung der Biologie auf die [[physik]]alischen Wissenschaften zur Geltung gebracht. Bekannte Vertreter als biologistisch eingeordneter Denkmodelle sind der Zoologe [[Ernst Haeckel]] und der Naturphilosoph [[Adolf Meyer-Abich]] – Letzterer ist einer der wenigen Vertreter, die ihre Thesen selbst als „biologistisch“ bezeichneten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wuketits&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche [[Sozialdarwinismus|sozialdarwinistische]] und [[Völkische Bewegung|völkische]] Theorien sind stark biologistisch bestimmt. Innerhalb der Biologie und der [[Medizin]] waren biologistische Sichtweisen besonders in der erbbiologischen [[Eugenik]] der Jahre zwischen 1900 und 1920 einflussreich.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Kutschera]]: &amp;#039;&amp;#039;Streitpunkt Evolution. Darwinismus und Intelligentes Design.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl., Lit Verlag, Berlin 2007, S. 265–268.&amp;lt;/ref&amp;gt; Biologistische Erklärungsmodelle und Interventionskonzepte gab es zu dieser Zeit nicht nur im bürgerlich-akademischen Milieu, wo sie oft mit [[Rassismus|rassistischen]] Vorstellungen verbunden waren, sondern sie wurden ergänzend zu [[Dialektischer Materialismus|ökonomisch-materialistischen]] Theorien auch von Teilen der [[Arbeiterbewegung]] verwendet, um beispielsweise die Verelendung des [[Proletariat]]s mithilfe der Idee erblicher [[Teratogen|Keimschädigungen]] infolge misslicher sozialer Umstände zu erklären.&amp;lt;ref&amp;gt;Sören Niemann-Findeisen: [http://library.fes.de/fulltext/afs/htmrez/80461.htm Rezension] zu: &amp;#039;&amp;#039;[[Reinhard Mocek]], Biologie und soziale Befreiung. Zur Geschichte des Biologismus und der Rassenhygiene in der Arbeiterbewegung (= Philosophie und Geschichte der Wissenschaften, Studien und Quellen, Band 51), Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main 2002.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für Sozialgeschichte]] Online&amp;#039;&amp;#039;, Februar 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die moderne [[Soziobiologie]] kann einseitig biologistische Züge annehmen, wenn sie biologische Verhältnisse nicht nur als Vorbedingungen soziokulturellen Handelns zu ergründen sucht, sondern die Eigenständigkeit und Eigendynamik soziokultureller Phänomene dabei außer Acht lässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wuketits&amp;quot; /&amp;gt; Seit den 1970er und 1980er Jahren spielt für Deutungen, die als biologistisch eingeordnet werden, verstärkt die Rückführung der neueren [[Evolutionsbiologie]] auf [[Genetik|genetische]] und [[Neurophysiologie|neurophysiologische]] Grundlagen eine Rolle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bunge&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thomas Anz]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=3938&amp;amp;ausgabe=200107 Biologismus und Kulturalismus] In: &amp;#039;&amp;#039;literaturkritik.de rezensionsforum&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Juli 2001, abgerufen am 6. Juli 2017.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Bisweilen werden aber auch allgemein [[Szientismus|szientistische]] oder [[naturwissenschaft]]lich-reduktionistische Anschauungen dem Biologismus zugeordnet, etwa die auch von Teilen der Wissenschaft vertretene Vorstellung, [[Psychologie|Psychisches]] lasse sich erschöpfend aus der Biologie erklären und psychische Phänomene basierten ausschließlich auf dieser Grundlage.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Velden&amp;quot;&amp;gt;Manfred Velden: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus – Folge einer Illusion.&amp;#039;&amp;#039; V&amp;amp;R&amp;amp;nbsp;unipress, Göttingen 2005, S.&amp;amp;nbsp;7, 15&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von manchen Kritikern wird auch der Versuch, bestimmte Verhaltensweisen im Tierreich auf menschliche Gesellschaften zu übertragen oder menschliche Moral- und Wertvorstellung damit zu relativieren, als Biologismus bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;So von Rainer Koltermann (1931–2009), [[Jesuit]] und Zoologe, in einem Vortrag bei der [[Hanns-Seidel-Stiftung]] am 9. Februar 2007 in [[Kloster Banz]] (Tagungsbericht &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://www2.hss.de/stipendium/themen/themen-2007/biologismus.html |text=Der Biologismus - die neue &amp;#039;alte&amp;#039; Geisteshaltung? |wayback=20160327193232}}&amp;#039;&amp;#039; Abruf vom 5. Juli 2017).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
Weil der [[Mensch]] Teil der belebten [[Natur]] ist, sind sein Wesen und sein Verhalten auch Forschungsgegenstand der Biologie. Deren Erkenntnisse werden folglich als Beitrag zum fachübergreifenden Forschungsfeld der [[Humanwissenschaft]]en verstanden. Dass psychische und soziale Phänomene auf einem biologischen Hintergrund beruhen, wird von Kritikern des Biologismus nicht bestritten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Velden&amp;quot; /&amp;gt; Mit dem Begriff Biologismus wird jedoch versucht, einem alleinigen [[Erklärung]]s&amp;amp;shy;anspruch der Biologie Grenzen zu setzen, zum Beispiel durch [[Wissenschaftstheorie|wissenschaftstheoretische]] Kritik. Dadurch wird zugleich die Eigenständigkeit einer sozial- und geisteswissenschaftlichen Methodik sowie eines ethischen Diskurses gegenüber der Biologie verteidigt. Außerdem sollen mit der Kritik die weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen Folgen betont werden, die aus einer unzureichend reflektierten, einseitig biologischen Betrachtungsweise erwachsen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Biologismus kann politisch instrumentalisiert werden, wenn beispielsweise [[Soziale Ungleichheit|soziale Unterschiede]] als unveränderlich beschrieben werden und dabei von der problematischen Erkenntnissituation des rein [[naturwissenschaft]]lichen Beobachters ausgegangen wird. Denn auch dessen fachwissenschaftliche Forschungen gehen letztlich von einer – notwendigerweise unvollständigen, nur teilweisen – Beobachtung eines bestimmten gesellschaftlichen Zustandes in einem spezifischen (zeitlichen) Zusammenhang aus. Hierzu steht im Widerspruch, dass auf dieser Grundlage allgemeine, [[Abstraktion|abstrakte]] Gesetzmäßigkeiten hergeleitet werden sollen, die ein biologistisches Weltbild stützen können. Darüber hinaus sind auch die dazu eingesetzten [[Methodologie|Methoden]] und Fragestellungen, die das Ergebnis maßgeblich beeinflussen können, zeit- und [[kultur]]&amp;amp;shy;abhängig, obgleich für das Forschungsergebnis überzeitliche [[Gültigkeit]] beansprucht wird. Ein solches Vorgehen ist jedoch aus diesen und weiteren Gründen erkenntnistheoretisch problematisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftliche Wirkungsweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele politische Strömungen (u.&amp;amp;nbsp;a. der [[Nationalsozialismus]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gunter Mann: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus. Vorstufen und Elemente einer Medizin im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der [[Faschismus]]) haben biologistische Erklärungsmodelle für ihre Zwecke instrumentalisiert, indem sie zum Beispiel angebliche oder tatsächliche Verhaltensweisen unter Tieren zur Rechtfertigung [[Soziale Ungleichheit|sozialer Ungleichheit]], [[Ausbeutung]] und [[Mord]] verwendeten. [[Diskriminierung]]en gehen häufig einher mit einer Argumentationsweise, der drei Funktionen zukommen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unterscheidung&amp;#039;&amp;#039;: Der Unterschied zwischen der diskriminierenden und der diskriminierten Gruppe wird durch vermeintlich biologisch gegebene, also angeborene Merkmale festgeschrieben.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unveränderbarkeit&amp;#039;&amp;#039;: Dieser Unterschied wird als angeboren und unveränderbar behauptet, die Möglichkeit einer diesbezüglichen Veränderung wird verneint.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rechtfertigung&amp;#039;&amp;#039;: Ein tatsächlich gegebenes oder behauptetes Faktum der [[Natur]] wird zur Rechtfertigung bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologismus wird in diesem Zusammenhang als besondere Spielart der [[Ontologisierung]] und des [[Essentialismus]] gedeutet. Der Versuch, im Rahmen des Biologismus aus den Verhältnissen in der Natur („Sein“) Werte für die menschliche Gesellschaft abzuleiten („Sollen“), wird in der modernen [[Ethik]] überwiegend als [[naturalistischer Fehlschluss]] (&amp;#039;&amp;#039;naturalistic fallacy&amp;#039;&amp;#039;) eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erscheinungsformen und Beispiele ==&lt;br /&gt;
Folgende Positionen werden unter anderem als Erscheinungsformen des Biologismus genannt:&lt;br /&gt;
* der &amp;#039;&amp;#039;[[Malthusianismus]]&amp;#039;&amp;#039; mit seiner speziellen Deutung der Bevölkerungsentwicklung.&amp;lt;ref&amp;gt;David Pepper: &amp;#039;&amp;#039;Modern Environmentalism: An Introduction&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London 1996, ISBN 0-415-05744-2, S. [http://books.google.ca/books?id=pZ7zEZX97zoC&amp;amp;pg=PA113 113].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* der &amp;#039;&amp;#039;[[Sozialdarwinismus]]&amp;#039;&amp;#039;, der das Darwin’sche Prinzip der natürlichen Auslese im „Kampf ums Dasein“ zum Bewegungs- und Entwicklungsgesetz auch des menschlichen Gesellschaftslebens erklärt, wobei die Bereitschaft zum Führen von [[Krieg]]en häufig als immanenter Wesenszug des Menschen gedeutet wird; hierunter fallen auch [[Geopolitik|geopolitische]] Ansätze, die die Beziehungen zwischen den [[Staat]]en und [[Volk|Völkern]] als „Kampf um Lebensraum“ (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Karl Haushofer]]) interpretieren.&lt;br /&gt;
* die moderne &amp;#039;&amp;#039;[[Soziobiologie]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Evolutionäre Psychologie]]&amp;#039;&amp;#039;, soweit sie psychologische und gesellschaftliche Phänomene ausschließlich oder ganz überwiegend auf der Grundlage genetischer Faktoren erklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bunge&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Val Dusek: &amp;#039;&amp;#039;Sociobiology sanitized: Evolutionary psychology and gene selectionism&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Science as Culture&amp;#039;&amp;#039;. 8, Nr. 2, 1999, S. 129–169. [[doi:10.1080/09505439909526539]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Deborah Cameron: &amp;#039;&amp;#039;Sex/Gender, Language and the New Biologism&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Applied Linguistics.&amp;#039;&amp;#039; Band 31, Nr. 2, 2010, S. 173–192. [[doi:10.1093/applin/amp022]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch soziale Erklärungsmodelle werden häufig als biologistisch bezeichnet, so etwa:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* auf dem Gebiet der [[Genderforschung]] durch Kritik an Verweisen auf biologische Verschiedenheiten zwischen den Geschlechtern. Aus diesen Verschiedenheiten würden vermeintlich unabdingbare gesellschaftlich-kulturelle Konsequenzen gezogen, wodurch [[Sexismus|sexistische]] Auslegungen entstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Christine Zunke: [http://www.hss.de/fileadmin/migration/downloads/070210_ChristineZunke_01.pdf &amp;#039;&amp;#039;Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft und ihre scheinbare wissenschaftliche Begründung&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 96&amp;amp;nbsp;kB). In: {{Webarchiv |url=http://www.hss.de/stipendium/themen/themen-2007/biologismus.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Der Biologismus – die neue &amp;#039;alte&amp;#039; Geisteshaltung?&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131206130610}}, [[Hanns-Seidel-Stiftung]], 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Sting und Vladimir Wakounig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bildung zwischen Standardisierung, Ausgrenzung und Anerkennung von Diversität.&amp;#039;&amp;#039; Lit Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-643-50326-8, S. [http://books.google.ca/books?id=te_cqgK-2n8C&amp;amp;pg=PA87 87 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Biological determinism and the neverending quest for gender differences.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychology of Women Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; Band 31, Nr. 3, 2007, S. 322–323. {{DOI|10.1111/j.1471-6402.2007.00375_1.x}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Rassismus|rassistisches]] Gedankengut, typischerweise in Form der Unterscheidung zwischen „höher-“ und „minderwertigeren“ Menschenrassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Velden: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus – Folge einer Illusion&amp;#039;&amp;#039;. V&amp;amp;R unipress, Göttingen 2005, ISBN 3-89971-200-5, S. [http://books.google.ca/books?id=dOS7M5gDpKUC&amp;amp;pg=PA125 125 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in der [[Kriminologie]] das Werk [[Cesare Lombroso]]s, das [[kriminell]]es Verhalten ausschließlich als Folge von Vererbung betrachtet („Verbrechergen“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bunge&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Auffassung von [[Edward O. Wilson]] in seiner [[Soziobiologie]], dass psychologische Phänomene oder sogar ethische Bewertungen (nur) anhand der zugrundeliegenden biologischen Mechanismen auf der Ebene der Zelle erklärt werden könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Unter Verweis auf E.O. Wilson (Sociobiology: The New Synthesis. 1975, S. 575) Manfred Velden: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus - Folge Einer Illusion&amp;#039;&amp;#039;. V&amp;amp;R unipress GmbH, 2005, ISBN 3-89971-200-5, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Aussagen des Evolutionsbiologen [[Ulrich Kutschera]], der die [[Geisteswissenschaft]]en als bloße „Verbalwissenschaften“ ansieht, die im Gegensatz zur Biologie keine eigenständige wissenschaftliche Leistung bringen würden, weil sie sich nicht mit „real existierenden Dingen“ befassen würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Corinna Jung: &amp;#039;&amp;#039;Towards more confidence: about the roles of social scientists in participatory policy making.&amp;#039;&amp;#039; Poiesis &amp;amp; Praxis, Band 6, Nr. 1–2, 2009, S. 125–129, 125.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugespitzt formulierte Kutschera in Auseinandersetzung mit einer [[Wissenschaftsgeschichte|wissenschaftsgeschichtlichen]] Studie: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt Sinn, außer im Lichte der Biologie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Soziologismus]], eine Position, die den Einfluss des Sozialen überbewertet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jost Herbig, Rainer Hohlfeld (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die zweite Schöpfung, Geist und Ungeist in der Biologie des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München und Wien 1990, ISBN 3-446-15293-8&lt;br /&gt;
* Detlev Franz: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus von oben. Das Menschenbild in Biologiebüchern.&amp;#039;&amp;#039; ([[Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung|DISS]]-Texte; Nr. 28) Duisburg 1993, ISBN 3-927388-38-6&lt;br /&gt;
* Reinhard Mocek: &amp;#039;&amp;#039;Biologie und soziale Befreiung. Zur Geschichte des Biologismus und der Rassenhygiene in der Arbeiterbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt/Main 2002, ISBN 3-631-38830-6 (Philosophie und Geschichte der Wissenschaften, Studien und Quellen, Band 51) (Rezension [http://library.fes.de/fulltext/afs/htmrez/80461.htm library.fes.de])&lt;br /&gt;
* Steven Rose: &amp;#039;&amp;#039;Darwins gefährliche Erben. Biologie jenseits der egoistischen Gene.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-45907-2 (Rezension [http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=3938&amp;amp;ausgabe=200107 literaturkritik.de])&lt;br /&gt;
* Immanuel Wallerstein, [[Imanuel Geiss]], Gero Fischer, Maria Wölflingseder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biologismus, Rassismus, Nationalismus. Rechte Ideologien im Vormarsch.&amp;#039;&amp;#039; Promedia, Wien 1995, ISBN 3-900478-97-X.&lt;br /&gt;
* Garland E. Allen: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus]], Bd. 2, Argument-Verlag, Hamburg, 1995, Sp. 253–257.&lt;br /&gt;
* Gunter Mann: &amp;#039;&amp;#039;Biologismus. Vorstufen und Elemente einer Medizin im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Ärzteblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band 85, 1988, S. 1176–1182.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=3938&amp;amp;ausgabe=200107 Thomas Anz: Biologismus und Kulturalismus]&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Wir-suchen-wieder-Bodenhaftung-3421781.html &amp;#039;&amp;#039;Wir suchen wieder Bodenhaftung&amp;#039;&amp;#039;] (von [[Marcel Hänggi]]), Telepolis, 11. Februar 2009 - Der Basler Historiker [[Philipp Sarasin]] über Foucault und Darwin und über die Rolle der Kulturwissenschaften in der heutigen Zeit&lt;br /&gt;
* [http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/biologismus/8707 Biologismus.] Essay von [[Franz M. Wuketits]], Spektrum Akademischer Verlag, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie der Biologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ideologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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