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	<title>Bindegewebe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bindegewebe&amp;diff=20255&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ulanwp: 16 fehlende Sprachparameter eingefügt; 2 leere Parameter entfernt; in 14 Vorlagen Literatur Parameter konvertiert</title>
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		<updated>2026-02-10T17:26:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;16 fehlende Sprachparameter eingefügt; 2 leere Parameter entfernt; in 14 Vorlagen Literatur Parameter konvertiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bindegewebe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet verschiedene [[Gewebe (Biologie)|Gewebe]]typen, die in allen Bereichen des [[Körper (Biologie)|Körpers]] vorkommen und dort vielfältige unterstützende Aufgaben verrichten. Bindegewebe enthält vergleichsweise wenige [[Zelle (Biologie)|Zellen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Welsch108&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ulrich Welsch]] |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=108 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dafür ist es reich an [[extrazelluläre Matrix|Zwischenzellmasse]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lippert25&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Herbert Lippert |Titel=Lehrbuch Anatomie |Auflage=7. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-42362-2 |Seiten=25&amp;amp;nbsp;ff. |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bindegewebe ist für den Körper unverzichtbar, denn es erhält Organformen aufrecht und schützt vor Beschädigungen, dient als Wasserspeicher und spielt als Ort von Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger eine zentrale Rolle. Die [[Weichteil]]-Komponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen, werden auch als [[Faszie]]n bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Gewebe, die unter dem Oberbegriff Bindegewebe zusammengefasst werden, erscheinen sowohl mit bloßem Auge betrachtet als auch in starker Vergrößerung unter dem Mikroskop sehr unterschiedlich. In der Fachliteratur herrscht keine vollständige Einigkeit darüber, welche Gewebe dem Bindegewebe zuzuordnen sind. Weitreichender Konsens besteht über die Zugehörigkeit von lockerem, straffem, retikulärem, gallertigem und spinozellulärem Gewebe zum Typus des Bindegewebes im engeren Sinn;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lippert25&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Welsch108&amp;quot; /&amp;gt;  im etwas weiteren Sinne zählen [[Knorpel]]- und [[Knochengewebe]] als [[Stützgewebe]] ebenfalls zum Bindegewebe. Meist wird zusätzlich das [[Fettgewebe]] als Sonderform des Bindegewebes betrachtet, seltener auch das [[Blut]] und die verschiedenen Typen des [[Muskulatur|Muskelgewebe]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:408 Connective Tissue.jpg|400px|mini|Gemischte Variante von Bindegewebe mit einigen typischen Bestandteilen in einer Schemazeichnung und im Präparat in starker Vergrößerung unter dem Mikroskop.]]&lt;br /&gt;
Alle diese Bindegewebstypen entwickeln sich aus dem [[Mesenchym]], das zusammen mit dem gallertigen Bindegewebe auch als „embryonales Bindegewebe“ bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norbert Ulfig |Titel=Kurzlehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Thieme |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=3-13-135572-7 |Seiten=44 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
In der [[Embryogenese|Embryonalentwicklung]] des Menschen entwickeln sich aus dem mittleren Keimblatt ([[Mesoderm]]) 34 bis 35 [[Somit]]en. Die ventralen und medialen Anteile der Somiten entwickeln sich als Sklerotome weiter und werden zu einem Teil des Mesenchyms.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrike Bommas-Ebert, Philipp Teubner, Rainer Voß |Titel=Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie |Auflage=2. |Verlag=Thieme |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=3-13-135532-8 |Seiten=46 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiteren Anteil an der Bildung des Mesenchyms hat das [[Neuroektoderm]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Welsch108&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Mesenchym besteht aus [[Pluripotenz|pluripotenten]] [[Stammzelle]]n, deren zahlreiche Fortsätze untereinander durch [[Gap Junction]]s genannte Kontaktflächen verbunden sind. Die Zellen sind teilungsfreudig und [[amöboide Bewegung|amöboid]] beweglich. Aus dem Mesenchym entwickeln sich im Laufe der weiteren Embryonalentwicklung die einzelnen Typen des Bindegewebes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeinsame Merkmale ==&lt;br /&gt;
Bindegewebe besteht aus vergleichsweise wenigen Zellen und viel [[Extrazelluläre Matrix|Zwischenzellsubstanz]]. In der Zwischenzellsubstanz sind verschiedene Typen von Fasern eingelagert. Die aus [[Fibrille|fibrillären]] Proteinen bestehenden Fasern – den Hauptanteil stellen [[Kollagen]]e&amp;lt;ref name=&amp;quot;Myllyharju&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=J. Myllyharju, K. I. Kivirikko |year=2004 |title=Collagens, modifying enzymes and their mutations in humans, flies and worms |journal=[[Trends Genet.]] |volume=20 |issue=1 |pages=33–43 |pmid=14698617 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – bilden ein dichtes Maschenwerk. Der Raum zwischen den Fasern wird zu großen Teilen von stark quellenden [[Proteoglykane]]n gefüllt. Die Funktion der Fasern besteht darin, [[Zugkraft|Zugkräften]] zu widerstehen, während die Proteoglykane [[Kompressionsmodul|kompressionsdämpfend]] wirken. Das Zusammenwirken von Fasermaschenwerk und Proteoglykanpuffer bewahrt die Form von Organen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eble&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal |author=Eble, J. A. |year=2009 |title=Antimetastatische Integrin-Inhibitoren |journal=BIOspektrum |volume=6 |pages=621–623 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zwischenzellsubstanz, die auch der Speicherung extrazellulärer [[Wachstumsfaktoren]] dient, wird von [[Fibroblast]]en hergestellt. Um neues Bindegewebe aufzubauen, können Fibroblasten ihren Standort verändern, worin sie sich von den ortsgebundenen Fibrozyten unterscheiden. Neben den überwiegend ortsständigen Fibroblasten und Fibrozyten gibt es im Bindegewebe auch dauerhaft mobile Zellen, die Teil des Immunsystems sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bindegewebsfasern ===&lt;br /&gt;
==== Kollagene Fasern ====&lt;br /&gt;
Die zugfesten, aber kaum dehnbaren [[Kollagenfaser|kollagenen Fasern]] sind 1 bis 10&amp;amp;nbsp;[[Meter#Gebräuchliche dezimale Vielfache|Mikrometer]], selten bis 20&amp;amp;nbsp;Mikrometer dick.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ulrich Welsch]] |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=[[Elsevier]]/[[Urban &amp;amp; Fischer]] |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=118 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Elektronenmikroskop]] erkennt man eine Querstreifung, die durch die überlappende Anordnung der Kollagenmoleküle bei der [[Translation (Biologie)|Synthese]] von [[Kollagen#Kollagenfibrille|Kollagenfibrillen]] zustande kommt. Die zur Stabilisierung der Fibrillen notwendige [[Hydroxylierung]] von [[Prolin]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;resten kann nur dann vollständig ablaufen, wenn ausreichend [[Ascorbinsäure|Vitamin C]] vorhanden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MEsterl126&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Werner Müller-Esterl]] |Titel=Biochemie |Auflage=1. |Verlag=Elsevier/[[Springer Spektrum|Spektrum Akademischer Verlag]] |Ort=München |Datum=2004 |ISBN=3-8274-0534-3 |Seiten=126&amp;amp;#8239;ff. |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Mangel an Vitamin C kommt es deshalb zu einer Störung der Kollagensynthese, was in schweren Fällen zu [[Skorbut]] führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Bindegeweben findet sich eine Vielzahl verschiedener Kollagentypen; die wichtigsten sind die Kollagentypen I bis IV:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Kollagentyp !! Form !! Vorkommen &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ I      ||  fibrillenbildend || in den meisten Bindegewebsformen (z.&amp;amp;#8239;B. in der [[Haut]], in den [[Knochen]] und in den [[Interstitium (Anatomie)|Organstromata]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ II     ||  fibrillenbildend || im [[Knorpel]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ III    ||  fibrillenbildend || im [[#Retikuläres Bindegewebe|retikulären Bindegewebe]], im [[Retikuläre Faser|retikulär-faserigen]] Bindegewebe, in der &amp;#039;&amp;#039;[[Lamina fibroreticularis]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Typ IV     ||  netzwerkbildend  || in den [[Basalmembran#Basallamina|Basallaminae]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Untergruppe der kollagenen Fasern sind die [[Retikuläre Faser|retikulären Fasern]]. Diese aus Kollagen vom Typ III bestehenden Fasern bilden auffallend stark verzweigte Netzwerke. Mit einem Durchmesser von 20 bis 40&amp;amp;nbsp;Nanometern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Welsch121&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Welsch |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Elsevier/Urban &amp;amp; Fischer |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=121 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind sie deutlich dünner als alle anderen Typen kollagener Fasern. Retikuläre Fasern kommen vor allem im nachfolgend beschriebenen [[#Retikuläres Bindegewebe|retikulären Bindegewebe]] vor, aber auch in weiteren [[Gewebe (Biologie)#Tierische Gewebearten|Geweben]], beispielsweise im [[Disse-Raum]] der [[Leber]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Elastische Fasern ====&lt;br /&gt;
[[Elastische Faser]]n bestehen aus dem [[Glykoproteine|Glykoprotein]] [[Fibrillin]] und dem darin eingelagerten [[Protein]] [[Elastin]]. Sie lassen sich – in jede Richtung – um ein Vielfaches ihrer Ausgangslänge [[Dehnung|dehnen]] und kehren anschließend wieder zu ihrer ursprünglichen Länge zurück. Möglich wird dies durch die geknäuelte Anordnung des Elastins in den Fasern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MEsterl126&amp;quot;/&amp;gt; Die Dehnbarkeit der elastischen Fasern wird räumlich begrenzt durch in unterschiedlichen Anteilen benachbart vorkommende Kollagenfasern, welche deutlich weniger [[Elastizität (Physik)|elastisch]] sind. Elastische Fasern finden sich in fast jedem Bindegewebstyp, vor allem jedoch im [[Lunge#Feinbau|Lungengewebe]], in elastischen [[Arterie]]n und elastischen [[Band (Anatomie)|Bändern]] (z.&amp;amp;#8239;B. in den &amp;#039;&amp;#039;[[Ligamentum flavum|Ligamenta flava]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elastische Fasern lassen sich [[lichtmikroskop]]isch mit speziellen [[Elastika-Färbung]]en sichtbar machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bindegewebszellen ===&lt;br /&gt;
Die für Bindegewebe kennzeichnenden Zellen sind Fibroblasten und Fibrozyten. Beide Zelltypen sind oval geformt und über weitverzweigte Zellausläufer miteinander verbunden. Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Zelltypen ist der [[Zellkern]], welcher bei den aktiveren Fibroblasten deutlich größer erscheint als bei den eher passiven Fibrozyten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den Fasern und den ortsständigen Zellen kommen auch amöboid bewegliche, freie Zellen vor, die vor allem im Dienst des [[Immunsystem]]s stehen. Diese Zellen stammen aus dem [[Knochenmark]] und wandern über die [[Blutgefäß]]e in das Bindegewebe ein. Teilweise handelt es sich auch um typischerweise im [[Blut]] vorkommende Zellen, die dort zu den [[Leukozyt|weißen Blutkörperchen]] zählen. Die am häufigsten vorkommenden freien Zellen sind:&lt;br /&gt;
* [[Granulozyten]]&lt;br /&gt;
* [[Lymphozyt]]en&lt;br /&gt;
* [[Makrophage]]n&lt;br /&gt;
* [[Plasmazelle]]n&lt;br /&gt;
* [[Mastzelle]]n&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei akuten [[Entzündung]]svorgängen wandern vor allem Granulozyten vermehrt ins Bindegewebe ein, was im [[Histologischer Schnitt|Gewebeschnitt]] unter dem Mikroskop erkennbar wird an der hohen Dichte von Granulozyten zwischen den wenigen Fibroblasten und Fibrozyten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spezielle Bindegewebstypen ==&lt;br /&gt;
=== Lockeres Bindegewebe ===&lt;br /&gt;
Lockeres Bindegewebe befindet sich als Füllmaterial in diversen Zwischenräumen im Körper und bildet das [[Interstitium (Anatomie)|Stroma]], also das Gerüst vieler Organe. Im lockeren Bindegewebe überwiegt meist die Grundsubstanz. Funktionell dient es unter anderem als Wasserspeicher, Verschiebeschicht und Aufenthaltsraum für zahlreiche freie Zellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Straffes Bindegewebe ===&lt;br /&gt;
Das straffe Bindegewebe zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Kollagenfasern aus – deutlich mehr als im lockeren Bindegewebe. Entsprechend geringer ist der Anteil an Grundsubstanz. Außerdem enthält das straffe Bindegewebe viel weniger Zellen. Es kann nach der Richtung der Kollagenfasern unterteilt werden in straffes geflechtartiges und straffes parallelfasriges Bindegewebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;straffen geflechtartigen Bindegewebe&amp;#039;&amp;#039; überkreuzen sich die Kollagenfaserbündel vielfach, wodurch Zugfestigkeit in verschiedenen Richtungen erreicht wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norbert Ulfig |Titel=Kurzlehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Thieme |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=3-13-135572-7 |Seiten=41 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Typ bildet zum Beispiel [[Bindegewebskapsel|Organkapseln]], die [[Sclera|Lederhaut]] des Auges und der Haut sowie die harte [[Hirnhaut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;straffe parallelfasrige Bindegewebe&amp;#039;&amp;#039; bildet [[Sehne (Anatomie)|Sehnen]] und [[Band (Anatomie)|Bänder]]. Die Kollagenfasern sind parallel angeordnet, wodurch hohe Zugfestigkeit in eine Richtung erreicht wird. Die Fibrozyten des Sehnengewebes werden auch als [[Tendinozyt]]en oder „Flügelzellen“ bezeichnet. Sie besitzen flache und flächige, dreidimensional flügelähnliche Ausläufer, zwischen denen und an denen entlang sich die Kollagenfaserbündel ausrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Retikuläres Bindegewebe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:410 Reticular Tissue.jpg|mini|Retikuläres Bindegewebe als Zeichnung und als Präparat]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das retikuläre Bindegewebe kommt nur in den sekundären lymphatischen Organen ([[Lymphknoten]], [[Milz]], [[MALT|schleimhaut-assoziiertes lymphatisches Gewebe]]), in der Leber und im Knochenmark vor. Aufgabe dieses Gewebes ist, freien Zellen, vor allem Zellen des Immunsystems, einen Begegnungsraum zur Verfügung zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fibroblasten des retikulären Bindegewebes werden &amp;#039;&amp;#039;fibroblastische Retikulumzellen&amp;#039;&amp;#039; genannt. Sie bilden ein weites dreidimensionales Netz aus [[Retikuläre Faser|retikulären Fasern]]. Diese sind aber immer von Ausläufern der Retikulumzellen umhüllt und haben keinen Kontakt zum Interzellularraum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Welsch |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=125 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies steht im Gegensatz zu anderen Gewebstypen, bei denen zwar auch retikuläre Fasern vorkommen, die aber von den dortigen Fibrozyten in den Interzellularraum abgegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gallertiges (kollagenes) Bindegewebe ===&lt;br /&gt;
Gallertiges Bindegewebe, das auch als kollagenes Bindegewebe bezeichnet wird, besteht aus flachen, verzweigten Fibrozyten, die miteinander ein weitmaschiges Netz bilden. Gallertiges Bindegewebe befindet sich überwiegend im Bereich der Nabelschnur, wo es auch &amp;#039;&amp;#039;[[Wharton-Sulze]]&amp;#039;&amp;#039; genannt wird. Es tritt außerdem in der [[Zahnpulpa|Pulpa]] junger Zähne auf. Die [[Extrazelluläre Matrix|Extrazellularmatrix]] des gallertigen Bindegewebes enthält feine kollagene und retikuläre Fasern sowie [[Hyaluronsäure]]. Letztere kann eine große Menge Wasser an sich binden, wodurch die [[Gelatine|gallertige]] Konsistenz zustande kommt, die diesem Bindegewebstyp seinen Namen verliehen hat. Die starke [[Ödem|Wassereinlagerung]] gewährleistet die Schutzfunktion des gallertigen Bindegewebes für die [[Gefäß (Anatomie)|Gefäße]] in der [[Nabelschnur]], die vor Abschnürung gesichert werden müssen, ohne sie dabei in ihrer Flexibilität zu beeinträchtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spinozelluläres Bindegewebe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Thomas Bresson - Ovaire-lapin (by).jpg|mini|Spinozelluläres Bindegewebe des Ovars eines Kaninchens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das spinozelluläre Bindegewebe kommt in der Rinde des [[Eierstock]]s vor. Die Fibrozyten liegen dort dicht beieinander und sind häufig „fischzugartig“ angeordnet. In der spärlichen Interzellularsubstanz kommen einige wenige retikuläre Fasern vor. Aus Fibrozyten des spinozellulären Bindegewebes entstehen bei der Reifung der Eizellen im [[Eierstock|Ovar]] die Thekazellen, die die [[Ovarialfollikel|Theca folliculi]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise wird auch die Schleimhaut der [[Gebärmutter]], das [[Endometrium]], als eine Form des spinozellulären Bindegewebes angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Welsch |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=126 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fettgewebe ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fettgewebe}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Yellow adipose tissue in paraffin section - lipids washed out.jpg|mini|Univakuoläres (weißes) Fettgewebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit galt [[Fettgewebe]] als Sonderform des lockeren Bindegewebes. Heutzutage sieht man Fettgewebe als eigenständige Art des Bindegewebes an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Renate Lüllmann-Rauch, Esther Asan |Titel=Taschenlehrbuch Histologie |Auflage=6 |Verlag=Georg Thieme Verlag |Ort=Stuttgart / New York |Datum=2019 |ISBN=978-3-13-242529-3 |Seiten=147-148 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz zu anderen Bindegewebstypen ist beim Fettgewebe kaum Interzellulärsubstanz vorhanden. Die spezialisierten Zellen heißen [[Adipozyt]]en und speichern in ihrem [[Zellplasma|Zytoplasma]] große Mengen an [[Triglyceride|Fett]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stützgewebe ===&lt;br /&gt;
Stützgewebe lässt sich seinerseits in [[Knorpelgewebe]] und [[Knochengewebe]] unterteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Knorpelgewebe ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Knorpel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knorpelgewebe ist eine spezielle Form des Bindegewebes: Es ist fest, aber druckelastisch, verform- und schneidbar. Die knorpelbildenden Zellen werden [[Chondrozyt]]en genannt und bilden die Knorpelmatrix. Diese enthält hauptsächlich Kollagen Typ II, aber auch weitere, seltenere Kollagentypen. Weiterhin sorgen [[Aggrecan]] und unter anderem die daran gebundene Hyaluronsäure für eine Wasserspeicherung, die für die Konsistenz des Knorpels verantwortlich ist. Auch hier spielt die Konsistenz für die Funktion eine wichtige Rolle: Knorpel hat formgebende Aufgaben, hält unter anderem die Atemwege offen und sorgt in Form von [[Gelenkknorpel]] für eine verminderte Reibung. Außerdem werden die meisten Knochen in der Entwicklung zunächst als Knorpelmodell angelegt und erst später verknöchert. Knorpel weist, mit Ausnahme des [[Fötus|fetalen]] Knorpels, keine Versorgung durch Nerven und Blutgefäße auf, sondern wird per [[Diffusion]] von der Knorpelhaut ([[Perichondrium]]) ernährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet im Einzelnen drei bzw. vier verschiedene Knorpeltypen:&lt;br /&gt;
* hyaliner Knorpel&lt;br /&gt;
* fetaler Knorpel (lässt sich auch als &amp;#039;&amp;#039;hyaliner Knorpel mit Blutgefäßen&amp;#039;&amp;#039; betrachten)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Norbert Ulfig |Titel=Kurzlehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Thieme |Ort=Stuttgart |Datum=2005 |ISBN=3-13-135572-7 |Seiten=47 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* elastischer Knorpel&lt;br /&gt;
* Faserknorpel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Knochengewebe ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Compact bone - ground cross section.jpg|mini|Lamellenknochen mit Havers-Kanälen (dunkle Flächen)]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Knochen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knochengewebe besteht aus einer verkalkten Matrix (Interzellulärsubstanz), die von Osteoblasten gebildet und von Osteoklasten abgebaut wird. Weiterhin kommen Osteoprogenitorzellen (Vorläufer der Osteoblasten) und Osteozyten vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Welsch |Titel=Lehrbuch Histologie |Auflage=2. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2006 |ISBN=3-437-44430-1 |Seiten=135 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Knochenmatrix besteht zu rund einem Drittel aus organischer Substanz (vor allem Kollagen Typ I). Zwei Drittel der Matrix bestehen aus [[Hydroxylapatit]], einem kristallinen Kalziumsalz, das für die Härte des Knochengewebes verantwortlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knochengewebe unterscheidet sich nach der inneren Ordnung der Zellen und Fasern in Geflechtknochen und Lamellenknochen. Im Geflechtknochen sind die Osteozyten unregelmäßig verteilt und die Kollagenfasern der Knochenmatrix sind in groben Bündeln scheinbar ungeordnet ausgerichtet. Er wird meist in geordnet erscheinenden Lamellenknochen umgebaut, der aus einer kompakten äußeren Schicht und einem schwammartige aufgebauten Inneren besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erkrankungen und Verletzungen ==&lt;br /&gt;
Die [[Wundheilung]] geht vom Bindegewebe aus und auch viele  [[Immunantwort|Immunreaktionen]] spielen sich, zumindest teilweise, im Bindegewebe ab. Als typische Bindegewebserkrankungen gelten [[Kollagenose]]n, bei denen das Immunsystem sich unspezifisch gegen körpereigene Zellen richtet.&lt;br /&gt;
Daneben gibt es eine Reihe weiterer Erkrankungen, die speziell das Bindegewebe betreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erworbene Krankheiten ===&lt;br /&gt;
Bei ausgeprägtem Vitamin-C-Mangel kommt es zum Krankheitsbild des &amp;#039;&amp;#039;[[Skorbut]]s&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum &amp;#039;&amp;#039;Abbau von Kollagen&amp;#039;&amp;#039; kommt es in [[Hunger]]perioden, bei [[Immobilisation (Medizin)|Immobilisation]] oder [[Schwerelosigkeit]], wie auch bei [[Rheumatoide Arthritis|rheumatoider Arthritis]] und längerer, hochdosierter [[Cortison]]gabe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Welsch121&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der &amp;#039;&amp;#039;[[Fibrose]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Sklerose]]&amp;#039;&amp;#039; kommt es zu einer gesteigerten Kollagen(-Typ I)-Synthese, was zu Funktionseinschränkungen oder -verlust des betroffenen Gewebes führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Gut- und bösartige Tumoren&amp;#039;&amp;#039; kommen auch im Bindegewebe vor. Gutartige [[Tumor]]en sind hier beispielsweise das [[Fibrom]] oder das [[Lipom]], bösartige Tumoren werden unter dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Sarkom]]e&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst. Im Einzelnen sind dies z. B. das [[Fibrosarkom]], das [[Liposarkom]] oder das [[Rhabdomyosarkom]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Pathologie |Hrsg=Werner Böcker, Helmut Denk, Phillip U. Heitz |Auflage=3. |Verlag=Urban &amp;amp; Fischer bei Elsevier |Ort=München |Datum=2004 |ISBN=3-437-44470-0 |Seiten=205&amp;amp;nbsp;f |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erbliche Krankheiten ===&lt;br /&gt;
Bei der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Glasknochenkrankheit&amp;#039;&amp;#039; ([[Osteogenesis imperfecta]]) liegt eine Genmutation vor, die zu einer gestörten Bildung einer Kollagenuntereinheit führt, oder diese ganz verhindert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MEsterl126&amp;quot; /&amp;gt; Die Folge ist eine stark erhöhte Bruchneigung von Knochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe der mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Ehlers-Danlos-Syndrom]]&amp;#039;&amp;#039; beschriebenen Krankheiten sind ebenfalls erbliche Krankheiten. Durch einen Enzymdefekt können Kollagenfibrillen nicht korrekt zusammengebaut werden, was sich in einer Verletzungsneigung und gesteigerten Elastizität der Haut sowie einer Überstreckbarkeit von Gelenken äußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Marfan-Syndrom]] ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Instabilität aller Bindegewebe des Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Connective tissues|Bindegewebe}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4006725-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Histologie der Binde- und Stützgewebe| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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