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	<title>Bildungssprache - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T15:36:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bildungssprache&amp;diff=330300&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leyo: falsches Minuszeichen durch Halbgeviertstrich ersetzt</title>
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		<updated>2025-05-23T21:05:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;falsches &lt;a href=&quot;/index.php/Minuszeichen&quot; title=&quot;Minuszeichen&quot;&gt;Minuszeichen&lt;/a&gt; durch &lt;a href=&quot;/index.php/Halbgeviertstrich&quot; title=&quot;Halbgeviertstrich&quot;&gt;Halbgeviertstrich&lt;/a&gt; ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bildungssprache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein formelles sprachliches [[Register (Linguistik)|Register]], das auch außerhalb des Bildungskontextes – in anspruchsvollen Schriften oder öffentlichen Verlautbarungen – gebräuchlich ist. Das heißt, sie wird nicht nur in Bildungseinrichtungen verwendet. Bildungssprache beinhaltet tendenziell Merkmale der Schriftsprache, auch dann, wenn sie sich mündlich vollzieht. Der Gebrauchszweck von Bildungssprache ist, hoch verdichtete, anspruchsvolle Informationen in Situationen zu vermitteln, in denen man nicht auf den [[Kontext (Sprachwissenschaft)|Kontext]] verweisen kann. Nach [[Jürgen Habermas]] (1977) ist Bildungssprache dasjenige sprachliche Register, in dem man sich mit den Mitteln der Schulbildung ein grundlegendes Orientierungswissen verschaffen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alltägliches Verständnis von Bildungssprache ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „Bildungssprache“ an sich ist nicht neu. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist ein Verständnis verbreitet, das auch in pädagogischen Schriften im 19. und 20. Jahrhundert zu finden ist. Darin wird Bildungssprache als „hohe“ und „reine“ Sprache definiert. Gemeint ist vor allem die (Aus-)Sprache der Gebildeten und „besseren“ Schichten, im Gegensatz zur „Mundart“, die als Sprache der gesellschaftlichen Unterschichten gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Ingrid Gogolin, Imke Lange: &amp;#039;&amp;#039;Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: Sara Fürstenau, Mechthild Gomolla (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit&amp;#039;&amp;#039;. VS-Verlag, Wiesbaden 2011, S. 107 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu anderen Sprachformen ==&lt;br /&gt;
Die Bildungssprache unterscheidet sich von der [[Umgangssprache|Umgangs- oder Alltagssprache]] zum einen durch ihr hohes Maß an konzeptioneller [[Geschriebene Sprache|Schriftlichkeit]], zum anderen durch einen [[Wortschatz]], der die [[Fachsprache]] mit einbezieht. Laut Habermas erwirbt man letztere durch die Aneignung spezieller Kenntnisse in einem bestimmten [[Fachgebiet]] (zum Beispiel bei der [[Berufsausbildung]] durch ein besonderes Fachvokabular). Die Bildungssprache unterscheidet sich von der Fachsprache insofern, als sie allen zugänglich ist, die sich mit den Mitteln der (höheren) [[Schulbildung]] eine Art „Orientierungswissen“ verschaffen können. Dieses wird in der [[Schulsprache]] vermittelt und beschreibt die Fähigkeit, spezielles Wissen in den Kontext der eigenen Lebenswelt übertragen zu können. Die Schulsprache schlägt sich in der Lehrer-Schüler-Kommunikation nieder und richtet sich an der [[Geschriebene Sprache|geschriebenen Sprache]] aus. Sie ist abstrakter und vielfältiger als die Alltagssprache, außerdem themengebunden. Unter [[Wissenschaftssprache]] wird die Sprache in wissenschaftlichen Abhandlungen und der [[Forschung]] verstanden. Sie ist ein Teil der Bildungssprache, beide beeinflussen einander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildungssprache ergibt sich daher sowohl aus dem Zusammenspiel zwischen der Alltags-, Schul- und Fachsprache als auch in geringem Maße aus der Wissenschaftssprache und hat die Funktion, Fachwissen in sinnstiftende Alltagsdeutungen einzubringen. Daraus folgt, dass das Beherrschen der Bildungssprache für den Alltag förderlich ist, da schwierige und anspruchsvolle Sinnzusammenhänge durch sie sprachlich durchdrungen und Informationen verarbeitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
In der [[Bildungsgeschichte]] war die [[Sprache]], mit der Bildung vermittelt wurde, nicht immer auch die Muttersprache. Im [[Altertum]] galt [[Griechische Sprache|Griechisch]] als Sprache der Bildung. In Westeuropa war im [[Mittelalter]] und in der [[frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] [[Latein]] die allgemeine Bildungssprache. Auch das [[Arabische Sprache|Arabische]] galt lange Zeit im arabisch-persisch-indischen Raum als Bildungssprache, da der [[Koran]] in Arabisch verfasst ist und sie somit den Zugang zu Bildung ([[Koranschule]]n) ermöglichte. Aufgrund der kulturellen Vormachtstellung Frankreichs im 17. und 18. Jahrhundert hatte auch das [[Französische Sprache|Französisch]] eine wichtige Funktion, die bis heute in vielen ehemaligen französischen Kolonien fortlebt. Mit der modernen Nationalstaatsentwicklung und später mit der Einführung öffentlicher Schulen und der Schulpflicht gewannen die Nationalsprachen als Unterrichtssprachen an Bedeutung. Heute hat [[Englische Sprache|Englisch]] weltweit eine starke Position im Bildungswesen, allerdings nicht aufgrund besonderen Prestiges, sondern allein wegen seiner weiten Verbreitung (siehe auch &amp;#039;&amp;#039;[[Lingua franca]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Bildungssprache ==&lt;br /&gt;
Erste Ansätze der Systematisierung der Merkmale von Bildungssprache hat Hans H. Reich, Germanist und Spezialist für das Deutsche als [[Zweitsprache]], angeboten (nach Reich 2008):&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Ingrid Gogolin, Imke Lange: &amp;#039;&amp;#039;Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: Sara Fürstenau, Mechthild Gomolla (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit&amp;#039;&amp;#039;. VS-Verlag, Wiesbaden 2011, S. 113f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Diskursive Merkmale&amp;#039;&amp;#039; betreffen den Rahmen und die Formen, die kennzeichnend für Bildungssprache sind, z.&amp;amp;nbsp;B.:&lt;br /&gt;
* eine klare Festlegung von Sprecherrollen und Sprecherwechsel;&lt;br /&gt;
* ein hoher Anteil monologischer Formen (z.&amp;amp;nbsp;B. Vortrag, Referat, Aufsatz);&lt;br /&gt;
* fachgruppentypische Textsorten (z.&amp;amp;nbsp;B. Protokoll, Bericht, Erörterung);&lt;br /&gt;
* stilistische Konventionen (z.&amp;amp;nbsp;B. Sachlichkeit, logische Gliederung, angemessene Textlänge).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lexikalisch-semantische Merkmale&amp;#039;&amp;#039; (Eigenarten des Wortschatzes und einzelne Bedeutungen):&lt;br /&gt;
* differenzierende und abstrahierende Ausdrücke (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚nach oben transportieren‘ statt ‚raufbringen’);&lt;br /&gt;
* Präfixverben, darunter viele mit untrennbarem [[Präfix]] und mit Reflexivpronomen (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚erhitzen’, ‚sich entfalten’, ‚sich beziehen’);&lt;br /&gt;
* nominale Zusammensetzungen (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚Winkelmesser’);&lt;br /&gt;
* normierte Fachbegriffe (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚rechtwinklig’; ‚Dreisatz’).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Syntaktische Merkmale&amp;#039;&amp;#039; (Besonderheiten im Satzbau):&lt;br /&gt;
* explizite Markierungen der Kohäsion (also des Textzusammenhangs);&lt;br /&gt;
* Satzgefüge (z.&amp;amp;nbsp;B. Konjunktionalsätze, Relativsätze, erweiterte Infinitive);&lt;br /&gt;
* unpersönliche Konstruktionen (z.&amp;amp;nbsp;B. Passivsätze, man-Sätze);&lt;br /&gt;
* Funktionsverbgefüge (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚zur Explosion bringen’, ‚einer Prüfung unterziehen’, ‚in Betrieb nehmen’);&lt;br /&gt;
* umfängliche Attribute (z.&amp;amp;nbsp;B. ‚die nach oben offene Richter-Skala’, ‚der sich daraus ergebende Schluss’).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Feilke, Helmuth, (2012): &amp;#039;&amp;#039;Bildungssprachliche Kompetenzen – fördern und entwickeln.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Praxis Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Heft 233. S. 4–13.&lt;br /&gt;
* Gogolin, Ingrid (2010): &amp;#039;&amp;#039;Was ist Bildungssprache?.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grundschulunterricht Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Heft 4. S. 4–5.&lt;br /&gt;
* Gogolin, Ingrid und Lange, Imke: &amp;#039;&amp;#039;Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung.&amp;#039;&amp;#039; In: Fürstenau, Sara/Gomolla, Mechthild (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit.&amp;#039;&amp;#039; VS-Verlag, Wiesbaden 2011, S. 107–127.&lt;br /&gt;
* Habermas, Jürgen (1977): &amp;#039;&amp;#039;Umgangssprache, Wissenschaftssprache, Bildungssprache.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; S. 36–51.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-giessen.de/fbz/fb05/germanistik/absprache/sprachdidaktik/aufsaetzelinks/pdbabildungssprache Helmuth Feilke: &amp;#039;&amp;#039;Bildungssprachliche Kompetenzen – fördern und entwickeln.&amp;#039;&amp;#039; PRAXIS DEUTSCH 233 I (2012), S.&amp;amp;nbsp;4–13]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
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