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	<title>Bilanzrezession - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T22:14:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bilanzrezession&amp;diff=2398473&amp;oldid=prev</id>
		<title>62.240.134.173: Einleitung nachgebessert.</title>
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		<updated>2023-08-30T14:51:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einleitung nachgebessert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bilanzrezession&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|balance sheet recession}}) ist in der [[Volkswirtschaftslehre]] ein von [[Richard Koo]] geprägter Begriff, der einen Zustand beschreibt, in dem, insbesondere nach einer [[Finanzkrise]], nicht nur die [[Privathaushalt]]e, sondern auch der Sektor der [[Unternehmen]] spart (Investitionen verringert oder aussetzt, seinen [[Finanzierungsbedarf]] zu reduzieren trachtet), im Extremfall [[Bilanzsumme|Nettoüberschüsse]] erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Bilanzrezession ist eine besondere Art von [[Rezession]], in der die Bilanzen des Privatsektors nach dem Platzen einer [[Spekulationsblase|Vermögensblase]] in eine Schieflage geraten, weil die [[Vermögenswert]]e auf der [[Aktivseite]] stark fallen, während die [[Verbindlichkeit]]en auf der [[Passivseite]] weiter bedient werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Europa Verlag]] (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band 39, 2013, S. 549&amp;lt;/ref&amp;gt; Unternehmen einschließlich der [[Kreditinstitut]]e versuchen durch Sparen [[Wertminderung|Wertverluste]] bei Vermögenswerten, die [[Abschreibung|abgeschrieben]] werden mussten, allmählich wieder auszugleichen oder aufzuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bilanzrezessionen können zu [[Lange Frist|längerfristiger]] [[Stagnation (Wirtschaft)|Stagnation]] führen, da der private Sektor sich bemüht, seine Bilanzen in Ordnung zu bringen, wofür er seine Ausgaben drastisch reduziert. Damit fehlen der [[Konjunktur]] Einnahmen, so dass der Sektor [[Staat]] die Gegenposition als [[Schuldner]] einnehmen muss, um den Ausgabenverzicht aus Investitions- wie Konsumzurückhaltung der Privaten auszugleichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung]], November 2012: &amp;#039;&amp;#039;Jahresgutachten 2012/13&amp;#039;&amp;#039;, S. 93 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiel ==&lt;br /&gt;
Das Beispiel der [[Wirtschaft Japans]] zeigt, dass dies Jahre oder Jahrzehnte dauern kann. In einer Bilanzrezession wie in Japan führt eine durch die [[Geldschöpfung#Schaffung der Geldbasis durch die Zentralbank|Zentralbank finanzierte Staatsverschuldung]] keineswegs zu [[Inflation]],&amp;lt;ref&amp;gt;Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, November 2012: &amp;#039;&amp;#039;Jahresgutachten 2012/13&amp;#039;&amp;#039;, S. 93 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; da sich während dieser Phase die [[Nettokreditaufnahme]] der privaten Sektoren (Unternehmen und Konsumenten) unabhängig vom [[Zinsniveau]] rückläufig verhält.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Konczer/Stefan Löschenbrand:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Eine Bilanzrezession in Europa – nur eine Hypothese?&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.oenb.at/dms/oenb/Publikationen/Statistik/Statistiken---Daten-und-Analysen/2014/Statistiken---Daten-und-Analysen-Q3-14/chapters/stat_2014_q3_analyse_konczer.pdf |wayback=20140826113510 }} (PDF), S.&amp;amp;nbsp;35. In: Oesterreichische Nationalbank, Statistiken Q3/14, S.&amp;amp;nbsp;35–40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur noch mittels erhöhter staatlicher Aufwendungen kann weiterer Konjunktureinbruch unterbunden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiner Clement/Wiltrud Terlau/Manfred Kiy:&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Angewandte Makroökonomie. Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und nachhaltige Entwicklung mit Fallbeispielen.&amp;#039;&amp;#039; München 2013, ([https://books.google.at/books?id=y7bayNf9-TIC&amp;amp;pg=PA469&amp;amp;dq=%22In+der+Bilanzrezession%22+%22versagen+die+Instrumente+der+Notenbank.+Das+Marktversagen+kann+man+nur+noch+mit+fiskalpolitischen+Mitteln+bek%C3%A4mpfen.%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=Vs3-U5CbCInKaMv_gYgJ#v=onepage&amp;amp;q=%22In%20der%20Bilanzrezession%22%20%22versagen%20die%20Instrumente%20der%20Notenbank.%20Das%20Marktversagen%20kann%20man%20nur%20noch%20mit%20fiskalpolitischen%20Mitteln%20bek%C3%A4mpfen.%22&amp;amp;f=false online auf Google.Books]) S. 469.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[John Maynard Keynes]] sprach 1936 bereits von [[Investitionsfalle|Investitions-]] und [[Liquiditätsfalle]] sowie von [[Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung]], und schon 1931/32 stellte der deutsche Ökonom [[Wilhelm Lautenbach]] fest, dass die Unternehmen nicht investieren (auch nicht bei einem Zinssatz von nur 1 %), wenn diese ihre [[Produktion]] nicht absetzen können&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach auf der [[Geheimkonferenz der Friedrich List-Gesellschaft im September 1931 über Möglichkeiten und Folgen einer Kreditausweitung]]: „Wir haben in Amerika das Bild, dass der Zinssatz für kurzfristiges Geld sehr niedrig geworden ist und haben trotzdem die Erscheinung, dass die Industrie von dieser Chance des billigen Geldes keinen Gebrauch macht. Warum tut sie das nicht? Das hat zwei Gründe. Einmal stellt sich für jeden Unternehmer in der amerikanischen Wirtschaft die Lage so dar, dass er 100 produziert und bloß 90 absetzt. Also das Bild, das wir bei uns haben. Der Markt nimmt nicht so viel auf, wie er jetzt noch produziert, und obwohl er seine Kapazität nicht ausgenutzt hat, sieht er sich in dem Versuch, sich durch fortschreitende Produktionsverringerung dem Markt anzupassen, immer wieder reduziert. In einer solchen Lage würde der größte Teil der industriellen Unternehmer selbst bei einem niedrigen Zins von 1 Prozent als Anlagekredit von dieser Fazilität gar nicht Gebrauch machen.“&amp;lt;br&amp;gt;In: Knut Borchardt/Hans Otto Schötz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftspolitik in der Krise. Die (Geheim-)Konferenz der Friedrich List-Gesellschaft im September 1931 über Möglichkeiten und Folgen einer Kreditausweitung.&amp;#039;&amp;#039; Baden-Baden 1991, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Angebot billigen Kredits lieber nützen, um bestehende Verbindlichkeiten zu konsolidieren als neu zu investieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach: &amp;#039;&amp;#039;Kapitalbildung und Kapitalverwendung.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1932: „[…] dass aber die gewünschte Belebung der Wirtschaft ausgeblieben ist. […] die unerhörten Anstrengungen und Vorkehrungen das Kreditangebot zu verbilligen und zu vermehren, waren ein Schlag ins Wasser, weil der Kreditnehmer ausblieb, auf den man gerechnet hatte. Es wurde nicht neuer, zusätzlicher Produktionskredit in Anspruch genommen, sondern nahezu ausschließlich Kredit zur Umschuldung, namentlich für Farmer, Eisenbahngesellschaften und illiquide Banken.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Richard Koos Erläuterungen sind insofern nicht neu, dennoch wurde die begriffliche Zuordnung &amp;#039;&amp;#039;balance sheet recession&amp;#039;&amp;#039; durch ihn geprägt. Das Verhalten der Unternehmen und der Konsumenten während der Bilanzrezession relativiert die (neo-)klassischen [[Allgemeines Gleichgewichtsmodell|Gleichgewichtstheorien]], wonach kein Ungleichgewicht zwischen Sparen und Investitionen ([[Ex-ante|ex ante]]) entstehen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Sparschwemme]]&lt;br /&gt;
* [[Sparfunktion (Volkswirtschaft)|Sparfunktion]]&lt;br /&gt;
* [[Sparparadoxon]]&lt;br /&gt;
* [[Kreditklemme]]&lt;br /&gt;
* [[Deflationsspirale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|Bilanzrezession|TYP=Literatur über}}&lt;br /&gt;
* Richard Koo: &amp;#039;&amp;#039;Balance Sheet Recession: Japan&amp;#039;s Struggle with Uncharted Economies and Its Global Implications.&amp;#039;&amp;#039; John Wiley &amp;amp; Sons, 2003, ISBN 0470821167&lt;br /&gt;
* Richard Koo: &amp;#039;&amp;#039;The Holy Grail of Macroeconomics: Lessons from Japans Great Recession.&amp;#039;&amp;#039; John Wiley &amp;amp; Sons, 2009, ISBN 0470824948&lt;br /&gt;
* Clive M. Corcoran: &amp;#039;&amp;#039;Systemic Liquidity Risk and Bipolar Markets.&amp;#039;&amp;#039; John Wiley &amp;amp; Sons, 2012, ISBN 1118409337&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Die Zeit, 2003: [https://www.zeit.de/2003/41/Japan_mal_ganz_anders &amp;#039;&amp;#039;Japan mal ganz anders&amp;#039;&amp;#039;] Rezension von Stefan Bergheim (Deutsche Bank). Abgerufen am 13. Januar 2013.&lt;br /&gt;
* FAZ, 18. April 2012: [https://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/japanischer-oekonom-richard-koo-amerika-und-europa-naehern-sich-japan-an-11722366.html &amp;#039;&amp;#039;Amerika und Europa nähern sich Japan an&amp;#039;&amp;#039;] Abgerufen am 13. Januar 2013.&lt;br /&gt;
* [[Bank für Internationalen Zahlungsausgleich|Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)]], Board of Governors of the Federal Reserve System 2012 conference: [https://www.bis.org/speeches/sp120321.htm &amp;#039;&amp;#039;Central banking in a balance sheet recession&amp;#039;&amp;#039;] ([https://www.bis.org/speeches/sp120321.pdf PDF]) Beide abgerufen am 13. Januar 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzkrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Japan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsverschuldung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;/div&gt;</summary>
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