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	<title>Beutekunst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Beutekunst&amp;diff=1211665&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Brun Candidus: Präzisierung</title>
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		<updated>2024-11-18T07:01:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Präzisierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Brandenburg Gate Quadriga at Night.jpg|miniatur|Die [[Quadriga]] auf dem [[Brandenburger Tor]] wurde 1806 von [[Napoléon Bonaparte]] als Kriegsbeute nach Paris geschafft und 1814 nach Ende der [[Koalitionskriege]] zurückgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Conrad: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/vor-200-jahren-kehrte-die-quadriga-zuruck-3562300.html &amp;#039;&amp;#039;Kunsträuber Napoleon: Vor 200 Jahren kehrte die Quadriga zurück.&amp;#039;&amp;#039;] [[Der Tagesspiegel]], 11. Mai 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beutekunst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; nennt man zusammenfassend [[Kulturgut|Kulturgüter]], die sich eine [[Kriegspartei]] außerhalb ihres eigenen Territoriums als [[Kriegsbeute]] aneignet. Dies geschieht gewöhnlich, um sich persönlich oder den eigenen [[Staat]] zu bereichern, manchmal auch, um den Gegner zu demütigen. Oftmals ist der Kunstraub auch Ausdruck staatlicher [[Ideologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beutekunst ist ein kulturelles Phänomen, das es als Folge von Kriegen seit jeher gegeben hat und das lange Zeit als völkerrechtlich legale Praxis galt. Bereits nach dem Ende der Napoleonischen Herrschaft beteiligte sich jedoch der Oberaufseher der Kunstschätze des Kirchenstaates [[Antonio Canova]], der sich für die Rückführung der von [[Napoléon Bonaparte|Napoleon]] geraubten Kunstwerke einsetzte, aktiv an der Entwicklung des damals aufkommenden Rechtsbegriffs [[Kulturgut nationaler Bedeutung|„Nationales Kulturgut“]] und der damit verbundenen Vorstellung von dessen Schutzwürdigkeit gegenüber Zerstörung, Zerstreuung und Wegführung, wodurch insoweit die uneingeschränkte Gültigkeit des Beuterechts infrage gestellt wurde. Er war es auch, der in konsequenter Anwendung der von ihm aufgestellten Grundsätze 1816 dann umgekehrt die Restitution wenigstens eines Teils der 1622 als Kriegsbeute nach Rom verschleppten Handschriften der [[Bibliotheca Palatina]] nach Heidelberg, vorwiegend der [[Codices Palatini germanici]], herbeiführte.&amp;lt;ref&amp;gt; Vgl. Erik Jayme, &amp;#039;&amp;#039;Kunstwerk und Nation. Zuordnungsprobleme im internationalen Kulturgüterschutz&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039;Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse&amp;#039;&amp;#039; 1991, 3. Abhandlung). Winter, Heidelberg 1991, S. 18–27; Erik Jayme: &amp;#039;&amp;#039;Antonio Canova. Die politische Dimension der Kunst&amp;#039;&amp;#039; (Jahresgabe der Frankfurter Stiftung für deutsch-italienische Studien). Frankfurter Stiftung für deutsch-italienische Studien, 2000; Erik Jayme: &amp;#039;&amp;#039;Antonio Canova (1757–1822) als Künstler und Diplomat. Zur Rückkehr von Teilen der Bibliotheca Palatina nach Heidelberg in den Jahren 1815 und 1816.&amp;#039;&amp;#039; Universitätsbibliothek Heidelberg, Heidelberg 1994; Erik Jayme, Yvonne zu Dona: &amp;#039;&amp;#039;Canova und die Tradition. Kunstpolitik am Päpstlichen Hof&amp;#039;&amp;#039; (Italien in Geschichte und Gegenwart, Band 26). Peter Lang, Frankfurt am Main 2006; Nicolas Schmitt, &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheca Palatina – Verlust und Wiederkehr. Drei Beiträge zur Geschichte der Bibliotheca Palatina von ihrer Wegführung bis zur Restitution im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Universitätsbibliothek Heidelberg, Heidelberg 2024 [http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/34389], hier S. 12–16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Demgemäß verbietet Art. 56  der [[Haager Landkriegsordnung]] seit 1907 „jede Beschlagnahme, jede absichtliche Zerstörung oder Beschädigung von derartigen Anlagen, von geschichtlichen Denkmälern oder von Werken der Kunst und Wissenschaft“ als Akt der [[Militärische Gewalt|militärischen Gewalt]] auf besetztem feindlichem Gebiet. Die [[Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten]] von 1954 erkennt in ihrer  Präambel an,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|… dass jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volke es gehört, eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit bedeutet, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet …}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Rechtswissenschaft]] wird von der Beutekunst der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Raubkunst&amp;#039;&amp;#039; abgegrenzt. Unter Raubkunst verstehen Juristen Kulturgüter, die nicht kriegs-, sondern verfolgungsbedingt entzogen werden. Der Erwerb erfolgt unrechtmäßig oder auf moralisch fragwürdige Weise ausnahmslos von den Verfolgten eines Regimes. Das gilt vor allem für die [[NS-Raubkunst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jonathan Petropoulos: &amp;#039;&amp;#039;Kunstraub und Sammelwahn. Kunst und Politik im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt von Eric D. Lombert. Propyläen, 1999, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://fragdenstaat.de/dokumente/13163-wd-1-01113-beutekunst/?page=11 &amp;#039;&amp;#039;Beutekunst.&amp;#039;&amp;#039;] [[Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages]], Ausarbeitung vom 5. Februar 2013, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannisfriedhof Albrecht Dürer.jpg|mini|Johannisfriedhof in [[Nürnberg]], [[Aquarell]] von [[Albrecht Dürer]] als Beispiel für Beutekunst der Alliierten im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Priam&amp;#039;s treasure (r).jpg|miniatur|Der von Heinrich Schliemann entdeckte Schatz des Priamos: vor dem Zweiten Weltkrieg im [[Museum für Vor- und Frühgeschichte (Berlin)|Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte]], heute als Beutekunst im [[Puschkin-Museum]] in Moskau.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele in der Geschichte ==&lt;br /&gt;
* Ausstattung des [[Markusdom]]s in Venedig als Beute des vierten Kreuzzugs aus Byzanz, darunter 2600 (zumeist antike) Säulen, und vor allem die sogenannten „[[Pferde von San Marco]]“.&lt;br /&gt;
* Ein Beispiel für Beutekunst der Zeit der [[Rosenkriege]] ist der von der &amp;#039;&amp;#039;[[Peter von Danzig (Schiff, 1462)|Peter von Danzig]]&amp;#039;&amp;#039; als [[Prisenrecht|Prisengut]] nach [[Danzig]] gebrachte Altar von [[Hans Memling]].&lt;br /&gt;
* Als während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] im August 1622 die [[Kurpfalz]] von Truppen der [[Katholische Liga (1609)|katholischen Liga]] unter [[Johann T’Serclaes von Tilly|Tilly]] erobert worden war, wollte der bayerische Herzog [[Maximilian I. (Bayern)|Maximilian I.]] die berühmte Bibliothek nach [[München]] mitnehmen, musste sie aber [[Papst]] [[Gregor XV.]] auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin überlassen. Ab Dezember 1622 wurde der Abtransport nach Rom durch den päpstlichen Gesandten und späteren Bibliothekar der &amp;#039;&amp;#039;Vaticana,&amp;#039;&amp;#039; [[Leone Allacci]] (1586–1669) organisiert.&lt;br /&gt;
* Kurz vor Beendigung des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] wurden beim [[Prager Kunstraub 1648]] von der schwedischen Armee unter General [[Hans Christoph von Königsmarck (Feldmarschall)|Königsmarck]] fast die gesamten Schätze des [[Hradschin]] sowie anderer Paläste auf dem [[Hradčany (Prag)|Prager Burgberg]], darunter 700 Gemälde, erbeutet und auf Befehl Königin [[Christina (Schweden)|Christinas]] nach Schweden überführt.&lt;br /&gt;
* Der sogenannte [[Kulturgüterstreit zwischen Zürich und St. Gallen]] hatte seine Ursache im [[Toggenburgerkrieg]] (12.&amp;amp;nbsp;April bis 17.&amp;amp;nbsp;August 1712) und wurde im April 2006 beigelegt.&lt;br /&gt;
* Verbringung des [[Pfauenthron]]s nach Persien 1739.&lt;br /&gt;
* Der [[Smaragd-Buddha]] wurde mehrfach von laotischen Fürstentümern untereinander und zuletzt 1778 aus Vientiane durch [[Rama I.]], König von Thailand geraubt. Eine Restitution lehnt die regierende [[Chakri-Dynastie]] bis heute ab.&lt;br /&gt;
* [[Napoléon Bonaparte]] nahm auf seinen Feldzügen zahlreiche wertvolle Kunstwerke für Frankreich in Besitz, die nach dem Ende des Kaiserreiches 1814 von den Alliierten wieder zurückgefordert wurden (siehe [[Chaptal-Erlass]]).&lt;br /&gt;
* Französische und englische Truppen plünderten und zerstörten 1860 den [[Yu Yuan (Peking)|Alten Sommerpalast]] in Beijing. Viele Kunstwerke wurden vor Ort unter den Soldaten versteigert und gelangten auf verschiedenen Wegen in europäische Sammlungen.&lt;br /&gt;
* Französische Truppen eroberten 1892 das [[Königreich Dahomey|Königreich von Danhomè]] und nahmen Kunstwerke aus den Königspalästen mit in ihr Heimatland zurück.&lt;br /&gt;
* Englische Soldaten zerstörten 1897 den [[Königreich Benin|Königshof von Benin]] und nahmen dabei einige Tausend [[Benin-Bronzen|Bronzen]] – Beispiele hochwertiger afrikanischer Kunst – mit, die teilweise weltweit an Sammler und Museen verkauft oder britischen Museen gestiftet wurden, teilweise aber auch in Privatbesitz verblieben.&lt;br /&gt;
* [[Beutekunst (Zweiter Weltkrieg)|Beutekunst im Zweiten Weltkrieg]]:&lt;br /&gt;
** Die [[Nationalsozialisten]] verschafften sich in den von der [[Wehrmacht]] besetzten Gebieten viele bedeutende Kunstwerke.&lt;br /&gt;
** Die Alliierten, insbesondere die Sowjetunion und Polen, aber auch die Westalliierten nahmen nach der Niederlage des Deutschen Reiches deutsche Kulturgüter in ihren Besitz. Vonseiten der Westalliierten wurden die meisten Kunstgegenstände, soweit noch auffindbar, wieder zurückgegeben. In den [[Nachfolgestaaten der Sowjetunion]] bzw. in Osteuropa befinden sich noch heute umfangreiche Kunstbestände und Bestände aus deutschen Bibliotheken. Häufig sind diese der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Eines der bekanntesten Beispiele für diese Art Beutekunst ist der [[Schatz des Priamos]] (heute in Moskau).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Rückgaben von Kulturgut kolonialer Herkunft]]&lt;br /&gt;
* [[Restitution von Raubkunst]]&lt;br /&gt;
* [[Restitution (Österreich)]] (der Rückgabe- bzw. Wiedergutmachungsprozess in Österreich)&lt;br /&gt;
* [[Washingtoner Erklärung]]&lt;br /&gt;
* [[Provenienzforschung]]&lt;br /&gt;
* [[Reichstauschstelle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bénédicte Savoy: &amp;#039;&amp;#039;Kunstraub. Napoleons Konfiszierungen in Deutschland und die europäischen Folgen.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2010, ISBN 978-3-205-78427-2. (Übersetzung von Bénédicte Savoy: &amp;#039;&amp;#039;Patrimoine annexé. Les biens culturels saisis par la France en Allemagne autour de 1800.&amp;#039;&amp;#039; Éditions de la Maison des sciences de l’homme, Paris 2003, ISBN 978-2-7351-0988-3).&lt;br /&gt;
* Hector Feliciano: &amp;#039;&amp;#039;Das verlorene Museum. Vom Kunstraub der Nazis.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen übertragen von Chris Hirte. Aufbau-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-351-02475-4.&lt;br /&gt;
* Gilbert H. Gornig: &amp;#039;&amp;#039;Kulturgüterschutz – internationale und nationale Aspekte.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12525-8, (&amp;#039;&amp;#039;Staats- und völkerrechtliche Abhandlungen der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht&amp;#039;&amp;#039; 24).&lt;br /&gt;
* Waldemar Ritter: &amp;#039;&amp;#039;Kulturerbe als Beute? Die Rückführung kriegsbedingt aus Deutschland verbrachter Kulturgüter – Notwendigkeit und Chancen für die Lösung eines historischen Problems (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums Band 13)&amp;#039;&amp;#039;, Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 1997, ISBN 3-926982-49-7.&lt;br /&gt;
* Merten Lagatz, Bénédicte Savoy, Philippa Sissis (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe&amp;#039;&amp;#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2021, ISBN 978-3-7518-0311-3.&lt;br /&gt;
* Isabelle Dolezalek, Bénédicte Savoy, Robert Skwirblies (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Beute. Eine Anthologie zu Kunstraub und Kulturerbe&amp;#039;&amp;#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2021, ISBN 978-3-7518-0312-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.admin.ch/ch/d/sr/c0_515_111.html Internationale Übereinkunft vom 29. Juli 1899 betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs (mit Reglement) Art. 56]&lt;br /&gt;
* [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/927038/ Internationales Symposium „Trophäen-Verluste-Äquivalente“ (Moskau) über den Umgang mit Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg, Bericht von Robert Baag im Deutschlandfunk DLF Samstag, 28. Februar 2009, Kultur heute, 17.30-18.00]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstraub|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegsvölkerrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegswesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Brun Candidus</name></author>
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