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	<title>Berthold Simonsohn - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T18:26:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Schreiben: /* Literatur */ Wikilink</title>
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		<updated>2025-12-29T18:39:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berthold Simonsohn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geboren am [[24. April]] [[1912]] in [[Bernburg (Saale)]]; gestorben am [[8. Januar]] [[1978]] in [[Frankfurt am Main]]) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer und Leiter der [[Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Simonsohn war der Sohn des Bernburger Fabrikbesitzers Alfred Simonsohn und dessen Ehefrau Sidonie geb. Fried. Er hatte einen Bruder und eine Schwester. Sein Vater starb 1936 in Bernburg, seine Mutter 1944 im [[Ghetto Theresienstadt]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bernburg.de/media/artikel/1004973-projekt-stolpersteine-in-bernburg/info_sidonie_simonsohn_friedensallee_27.pdf |titel=Ein Stolperstein für Sidonie Simonsohn - Friedensallee 27 |werk=Bernburg.de |sprache=de |archiv-datum=2019-03-06 |abruf=2024-04-03 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190306044029/https://www.bernburg.de/media/artikel/1004973-projekt-stolpersteine-in-bernburg/info_sidonie_simonsohn_friedensallee_27.pdf |offline=ja  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simonsohn studierte nach dem Abitur am [[Gymnasium Carolinum Bernburg|Gymnasium Bernburg]] als Abschluss seiner Schullaufbahn von 1929 bis 1934 [[Rechtswissenschaften|Jura]] und [[Staatswissenschaften]] an der [[Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg|Universität Halle]] und der [[Universität Leipzig]]. 1933 wurde er zum juristischen Staatsexamen als Jude nicht zugelassen, jedoch wurde er im Februar 1934 in Halle bei [[Erich Schwinge]] zum Dr. jur. promoviert. Anschließend war er bis 1936 in der Papierwarenfabrik seines Vaters tätig, die aufgrund des [[Judenboykott|Boykotts jüdischer Betriebe]] schließen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simonsohn war vor 1933 Mitglied der [[Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (1931)|SAPD]] und engagierte sich im [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus]]. Nach der [[Machtergreifung|Machtergreifung der Nationalsozialisten]] erfolgte Ende 1933 seine erste Verhaftung wegen des Verdachts des [[Hochverrat]]s. Aus Mangel an Beweisen wurde er nach drei Tagen freigelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1938 war er Bezirksfürsorger der [[Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden]] in [[Stettin]]. Nach den [[Novemberpogrome]]n 1938 wurde er in das [[KZ Sachsenhausen]] eingewiesen. Nach seiner Entlassung zog er nach [[Hamburg]], wo er als Bezirksfürsorger für Nordwestdeutschland der [[Reichsvereinigung der Juden in Deutschland|Reichsvereinigung der deutschen Juden]] beim &amp;#039;&amp;#039;Jüdischen Religionsverband e.V.&amp;#039;&amp;#039; beschäftigt war. Seine Tätigkeiten umfassten „die allgemeine Wohlfahrtspflege, die Wirtschaftshilfe, Berufsumschichtung für Jugendliche und die jüdische Winterhilfe sowie die stellvertretende Leitung der Bezirksstelle Nordwestdeutschland der Reichsvereinigung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Beate Meyer: [http://www.dasjuedischehamburg.de/inhalt/simonsohn-berthold &amp;#039;&amp;#039;Simonsohn, Berthold.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Das Jüdische Hamburg. Ein historisches Nachschlagewerk.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Berthold Simonsohn Dachau Arolsen Archives.jpg|mini|Registrierungskarte von Berthold Simonsohn als Gefangener im nationalsozialistischen Konzentrationslager Dachau]]&lt;br /&gt;
Am 19. Juli 1942 wurde er in das [[Ghetto Theresienstadt]] [[Deportation von Juden aus Deutschland|deportiert]], wo er Trude Gutmann (* 1921) kennenlernte, die er kurz vor der bevorstehenden Deportation nach Auschwitz rituell heiratete (die standesamtliche Trauung folgte 1949). Am 19. Oktober 1944 erfolgte die Deportation nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] und am 25. Oktober 1944 deportierte man ihn in das [[KZ-Außenlager Kaufering III – Kaufering|Kaufering III]] bei Augsburg, einem [[KZ-Außenlager|Außenlager]] des [[KZ Dachau]]. Von dort musste er am 26. April 1945 einen dreitägigen [[Todesmärsche von KZ-Häftlingen|Marsch]] nach [[Allach-Untermenzing#Allach|Dachau-Allach]] antreten. Am 30. April 1945 befreite die [[United States Army|US-Armee]] das Lager. Seine Frau [[Trude Simonsohn]] überlebte im [[KZ Groß-Rosen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Befreiung arbeitete er von September 1945 bis März 1946 im „Evidenz-Archiv des Repatriierungsamtes“, einer Abteilung des Sozialministeriums in [[Prag]]. Die Jahre 1946 bis 1950 verbrachte das Paar in der [[Schweiz]]. Dort leitete er zunächst das Sanatorium „Höhwald“, eine Einrichtung der jüdischen Flüchtlingshilfe [[Davos]]. Von Wintersemester 1947/48 bis 1950 studierte er [[Volkswirtschaft]], [[Soziologie]] und [[Geschichtswissenschaft|Geschichte]] in [[Zürich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1950 kehrte Simonsohn nach [[Hamburg]] zurück und übernahm die Stelle eines Rechtsdezernenten der [[Jüdische Gemeinde Hamburg|Jüdischen Gemeinde Hamburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. August 1951 beschloss die Mitgliederversammlung des [[Zentralrat der Juden|Zentralrats der Juden]] in Deutschland die Wiedergründung der von den Nationalsozialisten verbotenen Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Simonsohn wurde mit der Gründung und als erster Geschäftsführer mit dem Aufbau der jüdischen Wohlfahrtsorganisation beauftragt, die er bis zum 31. Dezember 1961 leitete. Simonsohn gehörte dem Kuratorium der 1959 gegründeten [[Deutsch-Israelische Studiengruppen|Deutsch-Israelischen Studiengruppe]] an der Goethe-Universität Frankfurt an.&amp;lt;ref&amp;gt;Jonas Hahn: &amp;#039;&amp;#039;Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948–1972,&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2025, S. 196f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1962 wurde Simonsohn auf eine Professur für Sozialpädagogik und Jugendrecht an die [[Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main]] berufen. Er befasste sich insbesondere mit der [[Jugendrecht]]sreform und war Mitverfasser der Denkschrift der [[Arbeiterwohlfahrt]] „Vorschläge für ein erweitertes Jugendhilferecht“, Bonn 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1977 wurde er [[Emeritierung|emeritiert]]. Mit seiner Frau, die in der Jüdischen Gemeinde arbeitete, lebte er bis zum Lebensende in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Staat Israel ==&lt;br /&gt;
Aus Anlass des drohenden [[Sechstagekrieg]]s hatte Simonsohn einen kurzen Briefwechsel mit dem Politologen [[Wolfgang Abendroth]], wobei er Abendroth um Solidarität für das Land bat. Abendroth lehnte dies ab (der Krieg lief inzwischen schon):&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Auch bei dem gegenwärtigen Präventivkrieg muss daher Israel keineswegs nur den Feudalherren der monarchischen arabischen Staaten, sondern vor allem der Bevölkerung der im Wesentlichen progressiven republikanischen Militärdiktaturen als Vortrupp amerikanischer imperialistischer Interessen erscheinen. Deshalb ist eine Identifikation des sozialistischen Internationalismus in den kapitalistischen Staaten Europas mit der gegenwärtigen Politik Israels bei aller Sympathie für die israelische Bevölkerung völlig unmöglich.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simonsohn antwortete enttäuscht:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Niemand verlangt eine einseitige Identifikation des internationalen Sozialismus mit der israelischen Politik, aber ich dachte, dass eine eindeutige Stellungnahme gegen Chauvinismus und Kriegshetzerei der Araber, gegen deren bedingungslose Aufrüstung durch die Sowjetunion und für ein Programm der Verständigung mit dessen (sc. des Sozialismus) Grundsätzen durchaus vereinbar sei. Ich bin der Meinung, dass es für Sozialisten auch in der Politik einen Grundtatbestand an moralischen Prinzipien gibt, die man nicht ungestraft verletzen darf.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Briefwechsel bei Grossmann, 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilma Aden-Grossmann: &amp;#039;&amp;#039;Berthold Simonsohn. Biographie eines jüdischen Sozialpädagogen und Juristen (1912–1978)&amp;#039;&amp;#039;. Campus, Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-3-593-38340-8 (&amp;#039;&amp;#039;Campus-Judaica&amp;#039;&amp;#039; 23).&lt;br /&gt;
* {{NDB|24|443|445|Simonsohn, Berthold Alfons|Wilma Aden-Grossmann|125887035}}&lt;br /&gt;
* Wilma Aden-Grossmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Berthold Simonsohn – Ausgewählte Schriften 1934 - 1977.&amp;#039;&amp;#039; kassel university press, Kassel 2012, ISBN 978-3-86219-254-0, S. 280.&lt;br /&gt;
* [[Beate Meyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Simonsohn, Berthold.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Institut für die Geschichte der deutschen Juden]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das jüdische Hamburg: ein historisches Nachschlagewerk.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0004-0, S. 230. (mit Faltkarte &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Stätten in Hamburg&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Berthold Simonsohn.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentation der Festveranstaltung an der Goethe-Universität am 24. April. Hrsg. [[Micha Brumlik]] und Benjamin Ortmeyer. Protagoras Academicus, Frankfurt 2012, ISBN 978-3-943059-04-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Simonsohn, Berthold&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Joseph Walk]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945&amp;#039;&amp;#039;. München: Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 345&lt;br /&gt;
* Wilma Grossmann: &amp;#039;&amp;#039;Simonsohn, Berthold&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Hugo Maier]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Who is who der Sozialen Arbeit&amp;#039;&amp;#039;. Freiburg: Lambertus, 1998, ISBN 3-7841-1036-3, S. 553f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|125887035}}&lt;br /&gt;
* Beate Meyer: [http://www.dasjuedischehamburg.de/inhalt/simonsohn-berthold &amp;#039;&amp;#039;Simonsohn, Berthold.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Das Jüdische Hamburg. Ein historisches Nachschlagewerk.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/53a6de98-d0f5-4c72-a173-91f664f77643/ Nachlass Bundesarchiv N 1533]&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=125887035|titel=Simonsohn, Berthold Alfons|datum=2025-04-24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=125887035|LCCN=nr/88/10527|VIAF=118095800}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Simonsohn, Berthold}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialrechtler (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SAPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlebender des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im Ghetto Theresienstadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der sozialen Arbeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1912]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1978]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Simonsohn, Berthold&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Simonsohn, Bertold&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist und Hochschullehrer in Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. April 1912&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bernburg (Saale)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. Januar 1978&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Frankfurt am Main|Frankfurt]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schreiben</name></author>
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