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	<title>Berthold Epstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Berthold_Epstein&amp;diff=2419025&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernd Rohlfs am 13. Januar 2026 um 13:47 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berthold Epstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1. April]] [[1890]] in [[Plzeň|Pilsen]], [[Österreich-Ungarn]]; † [[9. Juni]] [[1962]] in [[Prag]]) war ein [[Tschechoslowakei|tschechoslowakischer]] [[Pädiatrie|Kinderarzt]]. Er wurde 1942 in das [[KZ Auschwitz-Birkenau]] [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|deportiert]], wo ihn [[Josef Mengele]] als Häftlingsarzt ins [[Zigeunerlager Auschwitz|„Zigeunerlager“ Auschwitz]] verlegen ließ. Mengele zwang Epstein, ihm bei seinen [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuchen]] zu assistieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Studium und Karriere ===&lt;br /&gt;
Berthold Epstein war der Sohn von Wilhelm und Julie Epstein und ein Neffe des Prager Kinderarztes [[Alois Epstein]] (1849–1918), der eine über Prag hinaus wirksame pädiatrische Schule begründete, zu der etwa [[Adalbert Czerny]], [[Leopold Moll]] und [[Rudolf Fischl]] zu rechnen sind. Berthold Epstein studierte [[Medizin]] von 1908 bis 1914 in Prag und [[Wien]] und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1914 an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] arbeitete er ab 1919 zunächst an der Berliner Universitäts-Kinderklinik bei Adalbert Czerny, dann seit 1920 an der II. Kinderklinik in der böhmischen Landes-Findelanstalt in Prag bei Rudolf Fischl, wo er sich 1924 auch [[Habilitation|habilitierte]]. Dabei untersuchte er die sogenannte „[[Kandidose|Soorkrankheit]]“. Anhand von Tier- und Laborversuchen und Untersuchungen an hunderten Müttern, Ammen und Kindern identifizierte er horizontale Infektketten, die er auf Hefepilze in den Mündern der Mütter zurückführte.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Mendling: &amp;#039;&amp;#039;Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis&amp;#039;&amp;#039;. 2. Aufl., Heidelberg 2006, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1932 wurde er stellvertretender Direktor der Klinik und fünf Jahre später ihr Direktor und [[Lehrstuhl|Ordinarius]] an der [[Karl-Ferdinands-Universität|Deutschen Universität Prag]]. Die Schwerpunkte von Epsteins Forschungen waren die [[Tuberkulose]] des Kindesalters, Säuglingsernährung, congenitale [[Lues]] und soziale Pädiatrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Epstein war Mitglied des pädiatrischen Studienausschusses der &amp;#039;&amp;#039;[[Internationale Krankenhausgesellschaft|Internationalen Krankenhausgesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039; und wurde 1937 Mitglied des Beirates für Heil- und Humanitätsanstalten beim tschechischen Gesundheitsministerium. Der deutschnational eingestellte Epstein distanzierte sich allerdings von seinen tschechischen Kollegen und gehörte 1937 zu den Gründern der &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Pädiatrischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; in der Tschechoslowakei, einer unabhängigen Vereinigung der deutschen Kinderärzte, deren erster Präsident er zugleich wurde. Im selben Jahr amtierte er auch als Präsident der Jahrestagung der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin|Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde]]&amp;#039;&amp;#039; in Prag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Versuch der Emigration und Deportation ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Münchner Abkommen|Zerschlagung der Tschechoslowakei]] wurde Epstein zum 1. Februar 1939 als Direktor entlassen. Er versuchte im April 1939 vergeblich, nach [[England]] zu emigrieren. Am 18. Oktober 1939 erhielt er jedoch eine Aufenthaltsgenehmigung für [[Norwegen]] und wurde zugleich aufgefordert, sich als Direktor der Universitäts-Kinderklinik [[Oslo]] zu bewerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Unternehmen Weserübung|deutschen Besetzung Norwegens]] forschte Epstein für das Oslo Council of Health zur [[Tuberkulose]]. Er wurde am 25. Oktober 1942 durch die [[Staatspolizei#Statspolitiet 1941–1945|Norwegische Staatspolizei]] auf Anordnung der [[Gestapo]] verhaftet und am 27. Oktober in das [[Lager Berg|KZ Berg]] bei [[Tønsberg]] verbracht. Auf Intervention des [[Internationales Rotes Kreuz|Roten Kreuzes]] wurde ihm hier gestattet, im Krankenraum zu behandeln. Am 27. November wurde auch seine Ehefrau Ottilie verhaftet. Am 28. November 1942 wurden die Epsteins mit dem Dampfer [[Donau (Schiff, 1929)|&amp;#039;&amp;#039;Donau&amp;#039;&amp;#039;]] nach [[Stettin]] gebracht und von dort nach Auschwitz deportiert. Bald nach ihrer Ankunft wurde Epsteins Ehefrau Ottilie (geb. Eckstein; * 8. Februar 1896 in Pilsen, † 1. Dezember 1942 im [[KZ Auschwitz]]) ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Häftlingsarzt im KZ Auschwitz ===&lt;br /&gt;
Epstein selbst erhielt die Häftlingsnummer 79.104 und wurde zunächst im Männerlager des KZ Auschwitz-Birkenau sowie danach im Nebenlager [[KZ Auschwitz-Monowitz|Monowitz]] inhaftiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee104&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz. Täter, Gehilfen und Opfer und was aus ihnen wurde. Ein Personenlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2013, S. 104&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gab von verschiedener Seite Bemühungen, etwa vom Czech Refugee Trust Fund in England, ihn frei zu bekommen. Am 19. August 1943 etwa intervenierte Prinz [[Karl Johann Bernadotte|Karl von Schweden]] persönlich über das Schwedische und das [[Deutsches Rotes Kreuz|Deutsche Rote Kreuz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1943 holte ihn Josef Mengele eigens als Häftlingsarzt in das „Zigeunerlager“ Auschwitz, wo sich vor allem unter den dort internierten Kindern die Mangelerkrankung [[Noma (Krankheit)|Noma]] ausgebreitet hatte. Epstein beaufsichtigte auf Anordnung Mengeles die Kranken in gesonderten Baracken und untersuchte gemeinsam mit anderen Häftlingsärzten in Mengeles Auftrag Verlauf, Ursachen und Behandlung der Noma. Mengele zog Epstein und andere Häftlingsärzte auch zur wissenschaftlichen Bearbeitung seiner weiteren medizinischen Experimente auf den Gebieten der [[Zwillingsforschung]] und der angeborenen Missbildungen heran und ernannte Epstein zum Leiter seines Experimentallabors.&amp;lt;ref&amp;gt;Helena Kubica: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Mengele und seine Verbrechen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Hefte von Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Band 20, [[Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau]] 1997, {{ISSN|0440-5897}}, S. 379f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Häftlingsschreiber [[Tadeusz Joachimowski]] sagte aus, dass Mengele im Mai 1944 Epstein auch gezwungen habe, für ihn eine [[Selektion (Konzentrationslager)|Selektion]] von eintausend Juden zur [[Gaskammer (Massenmord)|Vergasung]] in Birkenau durchzuführen, weil er eine neu eingetroffene Gruppe von dreißig „Zigeunern“ im Lager habe aufnehmen wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Völklein]]: &amp;#039;&amp;#039;Josef Mengele. Der Arzt von Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1999, ISBN 3-88243-685-9, S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Befreiung ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Befreiung von Auschwitz]] durch die [[Rote Armee]] am 27. Januar 1945 wirkte er bei der medizinischen Versorgung der im Lager zurückgelassenen Häftlinge mit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee104&amp;quot;/&amp;gt; Später trat er als Sanitätsoffizier in die [[tschechoslowakische Armee]] ein, sagte als Zeuge bei Kriegsverbrecherprozessen aus und versuchte vergeblich, nach England zu gelangen. Seine akademischen Abschlüsse waren ihm aberkannt worden, erst 1948 wurden diese wieder bestätigt. Von 1949 bis zu seinem Tode leitete er die Kinderabteilung des Krankenhauses Bulovka in Prag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Prognose und Verlaufsformen der Säuglingstuberkulose&amp;#039;&amp;#039; Urban &amp;amp; Schwarzenberg, Berlin, Wien 1924. (= Medizinische Klinik / Beihefte 20)&lt;br /&gt;
* mit Ernst Slawik: &amp;#039;&amp;#039;Richtige Ernährung und Ernährungsfehler im Schulalter&amp;#039;&amp;#039;. Dt. Arbeitsgemeinschaft f. Volksgesundheit, Prag [1934?]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Richtlinien für die Ernährung des Säuglings.&amp;#039;&amp;#039; Prag-Smichov [1937?].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ludmila Hlaváčková, Petr Svobodný: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Lexikon der Deutschen Medizinischen Fakultät in Prag 1883-1945.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Karolinum, Praha 1998, ISBN 9788071845218.&lt;br /&gt;
* [[Stephan Nolte]], Vera Trnka: &amp;#039;&amp;#039;In den Grauzonen der Geschichte. Der Prager Kinderarzt Berthold Epstein (1890–1962)&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Hentrich &amp;amp; Hentrich, Leipzig 2021, ISBN 978-3-95565-484-9; englisch: &amp;#039;&amp;#039;In the Gray Zones of History. The Prague Pediatrician Berthold Epstein (1890–1962)&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Hentrich &amp;amp; Hentrich, Berlin 2023, ISBN 978-3-95565-555-6.&lt;br /&gt;
* Eduard Seidler: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Kinderärzte 1933–1945. Entrechtet, geflohen, ermordet&amp;#039;&amp;#039;. 2. Aufl., Karger, Freiburg i. Br. 2007, ISBN 978-3-8055-8054-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Epstein, Bertold&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Leopold Grünwald]]: &amp;#039;&amp;#039;In der Fremde für die Heimat: sudetendeutsches Exil in Ost und West&amp;#039;&amp;#039;. Fides, München 1982, S. 136.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1199894591|VIAF=64995537}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Epstein, Berthold}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Karl-Ferdinands-Universität Prag)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftlingsarzt im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überlebender des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitzeuge des NS-Völkermords an den Sinti und Roma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschechoslowake]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1890]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1962]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Epstein, Berthold&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=tschechoslowakischer Kinderarzt&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. April 1890&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Plzeň|Pilsen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=9. Juni 1962&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Prag]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernd Rohlfs</name></author>
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