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	<title>Bernard Faÿ - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-01-25T21:52:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Fay, Bernard.jpg|mini|hochkant|Bernard Fay (1943)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bernard Faÿ&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. April]] [[1893]] in [[Paris]]; † [[5. Dezember]] [[1978]] in [[Tours]]) war ein französischer [[Historiker]], Gegner der [[Freimaurer]]ei und [[Kollaboration#Frankreich|Kollaborateur]] im [[Vichy-Regime]]. Er verbreitete als Publizist und Funktionär die [[Antisemitismus|antisemitische]] Theorie einer weltweiten jüdisch-freimaurerischen [[Verschwörungstheorie|Verschwörung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zox-Weaver, Annalisa (2011): Women Modernists and Fascism, Cambridge UP, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Vorkriegszeit (1893–1939) ===&lt;br /&gt;
Faÿ, fünftes von sieben Kindern einer wohlhabenden royalistisch-katholischen Familie, besuchte 1907 bis 1911 die [[Lycée Condorcet]] und absolvierte von 1911 bis 1914 an der [[Sorbonne]] ein geisteswissenschaftliches Studium (&amp;quot;lettres classiques&amp;quot;), das er mit der [[Agrégation|Agrégation des lettres]] abschloss. Als [[Kriegsfreiwilliger]] gehörte er ab 1914 dem Sanitätsdienst der Armee an. Für seinen Einsatz in der [[Schlacht um Verdun]] wurde er mit dem [[Croix de guerre]] ausgezeichnet. Kontakte mit Angehörigen des [[American Expeditionary Forces|amerikanischen Expeditionskorps]] während des Krieges weckten sein Interesse für die [[USA]]. Mit einem amerikanischen [[Stipendium]] studierte er 1919 bis 1921 an der [[Harvard University]] und erwarb dort einen [[Master of Arts]]. In den folgenden Jahren unterrichtete er zunächst an der [[Columbia University]], dann an der [[University of Iowa]]. Er entwickelte sich zum Spezialisten für die Zeit der [[Aufklärung (Literatur)|Literatur der Aufklärung]] und [[Komparatistik|vergleichenden Literaturwissenschaftler]]. 1925 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er an der Sorbonne über den revolutionären Geist in Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika am Ende des 18. Jahrhunderts&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Faÿ: &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;esprit révolutionnaire en France et aux États-Unis A la fin du XVIII, siècle&amp;#039;&amp;#039;. Champion, Paris 1925 (Revue de littérature comparée. Bibliothèque de la Revue de littérature comparée 7,1), ergänzt durch eine &amp;#039;&amp;#039;Bibliographie critique des ouvrages français relatifs aux Etats-Unis (1770-1800)&amp;#039;&amp;#039;. Champion, Paris 1925 (Revue de littérature comparée. Bibliothèque de la Revue de littérature comparée 7,2)&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ende der 1920er Jahre veröffentlichte Faÿ mit großem Erfolg englischsprachige Biographien über [[Benjamin Franklin]] und [[George Washington]], die erst später ins Französische übersetzt wurden. Er hielt sich regelmäßig in den Vereinigten Staaten auf und setzte sich in Büchern&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. Bernard Faÿ (zus. mit [[Avery Claflin]]): &amp;#039;&amp;#039;The American experiment&amp;#039;&amp;#039;. Harcourt, Brace, New York 1929&amp;lt;/ref&amp;gt;, in zahlreichen Vorträgen und in Beiträgen für französische und amerikanische Zeitungen und Zeitschriften bei zunehmendem [[Antiamerikanismus]] in der französischen Öffentlichkeit für ein besseres gegenseitiges Verständnis der beiden Nationen und auch schon früh für [[Franklin D. Roosevelt]] und dessen [[New Deal|New Deal-Politik]] ein&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Faÿ: &amp;#039;&amp;#039;Roosevelt and his America&amp;#039;&amp;#039;. Little, Brown, Boston 1933, zeitgleich in französischer Sprache &amp;#039;&amp;#039;Roosevelt et son Amérique&amp;#039;&amp;#039;. Plon, Paris 1933&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[[Datei:FayBernard108.jpg|mini|148x148px|Bernard Faÿ als jüngerer Mann]]&lt;br /&gt;
Auf Grund seiner zahlreichen persönlichen Bekanntschaften und der Kontakte seiner Familie zu zeitgenössischen Künstlern setzte sich Faÿ für [[Avantgarde|avantgardistische]] Kunst ein. Seit den frühen 1920er Jahren war der [[Homosexualität|homosexuelle]] Faÿ eng mit [[Gertrude Stein]] und [[Alice B. Toklas]] befreundet; er war einer der wenigen, mit denen Stein sich im Laufe ihres Lebens nicht überwarf. Über sie lernte er [[Pablo Picasso]] kennen. Er setzte sich für Steins Publikationen in Frankreich ein und übersetzte 1933 einen Auszug aus Steins &amp;#039;&amp;#039;The Making of Americans&amp;#039;&amp;#039; ebenso wie ihre &amp;#039;&amp;#039;Autobiografie von Alice B. Toklas&amp;#039;&amp;#039; ins Französische.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Janet Malcolm]]: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Leben. Gertrude und Alice&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-42034-8, S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch seine rege Vortragstätigkeit in den USA trug er dort viel zum frühen Ruhm [[Marcel Proust]]s bei, mit dem er ebenso persönlich bekannt war wie mit [[André Gide]]. Den befreundeten amerikanischen Komponisten [[Virgil Thomson]] führte Faÿ in die Pariser Künstlerkreise ein, in denen er verkehrte, und vermittelte Thomson u.&amp;amp;nbsp;a. Kontakte zur [[Groupe des Six]] (v.&amp;amp;nbsp;a. zu [[Darius Milhaud]], [[Francis Poulenc]] und [[Arthur Honegger]]), aber auch zu [[Erik Satie]], zu [[Jean Cocteau]] und zu [[Raymond Radiguet]]. Faÿ übersetzte Werke von [[Sherwood Anderson]] und [[Eugene Jolas]] ins Französische und schrieb eine erfolgreiche Einführung in die moderne französische Literatur, die mit genauso großem Erfolg dann auch ins Englische übersetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Faÿ: &amp;#039;&amp;#039;Panorama de la littérature contemporaine&amp;#039;&amp;#039;. Éd. du Sagittaire, Paris 1925; engl. &amp;#039;&amp;#039;Since Victor Hugo, French literature of to-day&amp;#039;&amp;#039;. Little, Brown and Co., Boston 1927&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 wurde Faÿ auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für „Civilisation américaine“ des [[Collège de France]] berufen. Während er sich mit aktuellen Themen, z.&amp;amp;nbsp;B. den Auswirkungen der [[Weltwirtschaftskrise]] auf die USA, oder mit dem Werdegang von [[Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette|La Fayette]] oder [[Charles Gravier, comte de Vergennes|Vergennes]] befasste, machte er in seinen Seminaren zunehmend [[Geheimgesellschaften]] zum Thema, insbesondere die Aktivitäten angelsächsischer und französischer [[Freimaurerei|Freimaurer]] im 18. Jahrhundert. Die Ergebnisse seiner Forschung veröffentlichte er 1935 in einem umfangreichen Werk&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Fay: &amp;#039;&amp;#039;La Franc-Maçonnerie et la revolution intellectuelle du XVIIIe siècle&amp;#039;&amp;#039;, Éd. de Cluny, Paris 1935, gleichzeitig auf Englisch: &amp;#039;&amp;#039;Revolution and Freemasonry, 1680-1800&amp;#039;&amp;#039;. Little, Brown and Co., Boston 1935&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obschon in der Pariser Avantgarde vernetzt und früher Bewunderer der USA, stammte Faÿ aus dem traditionell konservativen Milieu machte dort ebenfalls Kontakte geltend. Seine Vorträge und Veröffentlichungen zur Geschichte der Freimaurer platzierte er in den 1930er-Jahren zunehmend in royalistischen und rechtskatholischen Organen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k508469x |titel=Journal des débats politiques et littéraires |datum=1936-07-14 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Fédération nationale des étudiants d&amp;#039;Action française Auteur du texte |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5595035f |titel=L&amp;#039;Étudiant français : organe mensuel de la Fédération nationale des étudiants d&amp;#039;Action française |datum=1932-05-25 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Um 1935 schloss er sich dem offen nationalistischen Lager und einer Vorfeldorganisation der [[Action française|Action Française]] an,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k263125j |titel=Le Temps |datum=1937-02-19 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k508087m |titel=Journal des débats politiques et littéraires |datum=1935-06-25 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; für die er 1939 eine Tagung anlässlich des 150. Jahrestages der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] organisierte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k2641567 |titel=Le Temps |datum=1939-12-19 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Action française Auteur du texte |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k7674213 |titel=L&amp;#039;Action française : organe du nationalisme intégral / directeur politique : Henri Vaugeois ; rédacteur en chef : Léon Daudet |datum=1939-05-08 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Deren Trias von Werten ([[Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]]) hatte er bereits zuvor als „unfranzösisch“, „angelsächsisch“ und „[[Freimaurerei|masonisch]]“ verunglimpft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k823469n |titel=Le Populaire : journal-revue hebdomadaire de propagande socialiste et internationaliste &amp;amp;#91;&amp;quot;puis&amp;quot; socialiste-internationaliste&amp;amp;#93; |hrsg=Parti socialiste SFIO (France) |datum=1939-07-19 |seiten=4 |sprache=fr |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei anderen Symposien traf er mit bekannten rechtsgerichteten Persönlichkeiten wie General [[Maxime Weygand]], René Gillouin und Gaston Le Provost de Launay zusammen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k2628632 |titel=Le Temps |datum=1936-05-30 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k76348295 |titel=Le Journal |datum=1936-09-24 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=France coloniale moderne Auteur du texte |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6265468v |titel=Les Annales coloniales : organe de la &amp;quot;France coloniale moderne&amp;quot; / directeur : Marcel Ruedel |datum=1937-02-12 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die ebenfalls antimasonisches Gedankengut verbreiteten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-François Colas: &amp;#039;&amp;#039;Georges Laederich (1898-1969) : le combat d&amp;#039;un industriel vosgien contre le Front populaire et le communisme, 1934-1939&amp;#039;&amp;#039;, aus: &amp;#039;&amp;#039;Annales&amp;#039;&amp;#039; de la Société d&amp;#039;émulation du département des Vosges, 2018, &amp;lt;abbr&amp;gt;S.&amp;lt;/abbr&amp;gt; 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.cairn.info/revue-revue-d-histoire-de-la-shoah-2013-1-page-117.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkriegs]] unterstützte er publizistisch die Nationalisten um General [[Francisco Franco|Franco]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k508932s |titel=Journal des débats politiques et littéraires |datum=1937-10-24 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gab er in diesen Jahren der [[Drittes Reich|NS-deutschen]] Presse Interviews zur Frage einer Annäherung beider Staaten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=France Ministère de la guerre (1791-1936) Auteur du texte, France Ministère des affaires étrangères (1588-2007) Auteur du texte |url=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6312445s |titel=Bulletin périodique de la presse allemande |datum=1938-01-24 |sprache=DE |abruf=2024-03-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhalten während der deutschen Besatzungszeit (1940–1944) ===&lt;br /&gt;
Nach der militärischen Niederlage Frankreichs wurde [[Julien Cain]], der Direktor der [[Bibliothèque nationale de France]], im August 1940 durch das [[Vichy-Regime]] seiner Funktion enthoben und Faÿ zu seinem Nachfolger ernannt. Mit Erlass vom 13. August 1940 löste das Vichy-Regime alle Geheimgesellschaften auf, da Marschall [[Philippe Pétain|Pétain]] diese für alle Probleme Frankreichs verantwortlich machte. Faÿ, der Pétains Einschätzung teilte, wurde zum Leiter der Antifreimaurer-Behörde des Vichy-Regimes &amp;#039;&amp;#039;Service des sociétés secrètes&amp;#039;&amp;#039; ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Julian Jackson: &amp;#039;&amp;#039;The Dark Years: 1940–1944.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-820706-9, S.&amp;amp;nbsp;190.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;Centre d&amp;#039;action et de documentation&amp;#039;&amp;#039; (CAD) stellte eine Kartei von 170.000 Mitgliedern von Geheimgesellschaften zusammen,&amp;lt;ref&amp;gt;Carmen Callil: &amp;#039;&amp;#039;Bad Faith: A Forgotten history of family, fatherland and Vichy-France.&amp;#039;&amp;#039; Alfred A. Knopf, New York 2006, ISBN 0-375-41131-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; davon 64.000 Freimaurer. Während der vierjährigen [[Deutsche Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg|deutschen Besatzungsherrschaft in Frankreich]] gab Faÿ die freimaurerfeindliche Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Les Documents Maçonniques&amp;#039;&amp;#039; heraus. Unter den vom &amp;#039;&amp;#039;Service des sociétés secrètes&amp;#039;&amp;#039; in Faÿs Amtszeit erfassten Freimaurern waren 6.000 von Repressalien betroffen und fast 1.000 wurden deportiert, oft wegen Beteiligung am [[Résistance|Widerstand]]. Etwa 500 Freimaurer wurden erschossen oder starben bei der Deportation in deutsche [[Konzentrationslager]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.historia.presse.fr/data/thematique/93/09306801.html |titel=Historia Thématique |datum=2007-07-01 |abruf=2024-04-01 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20070701185614/http://www.historia.presse.fr/data/thematique/93/09306801.html |archiv-datum=2007-07-01 |offline=ja |archiv-bot=2024-07-26 20:26:26 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Faÿ stand während der Besatzungszeit anlässlich von deren Paris-Aufenthalten in direktem Kontakt mit [[Paul Dittel]], dem Freimaurer-Spezialisten des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (SD)]], mit dessen Vorgesetztem [[Franz Alfred Six]] und mit dem [[Staatsrecht (Deutschland)|Staatsrechtler]] und [[Politische Philosophie|politischen Philosophen]] [[Carl Schmitt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Antoine Compagnon: &amp;#039;&amp;#039;Le cas Bernard Faÿ: Du Collège de France à l&amp;#039;indignité nationale&amp;#039;&amp;#039;. Editions Gallimard, Paris 2009; S. 139–147&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz seines [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]] protegierte Faÿ, der als Agent der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] unter der Matrikel VM FR1 (Vertrauensmann Französisch#1) registriert war,&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Will: Unlikely Collaboration, Columbia University Press, New York 211, S. 170&amp;lt;/ref&amp;gt; Gertrude Stein und [[Alice B. Toklas]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carmen Callil: &amp;#039;&amp;#039;Bad Faith: A Forgotten history of family, fatherland and Vichy-France.&amp;#039;&amp;#039; Alfred A. Knopf, New York 2006, ISBN 0-375-41131-3, S.&amp;amp;nbsp;204&amp;amp;nbsp;f: „the murderous Bernard Faÿ, the great friend and protector of Gertrude Stein and Alice B. Toklas.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Dafür erwies Gertrude Stein sich erkenntlich, indem sie Reden von Marschall Pétain übersetzte und dazu ein um Verständnis werbendes Vorwort schrieb, doch wurden diese Texte nie veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Linda Wagner-Martin: &amp;#039;&amp;#039;Favored Strangers. Gertrude Stein and Her Family.&amp;#039;&amp;#039; Rutgers University Press, New Brunswick (New Jersey) 1995, ISBN 0-8135-2169-6, S.&amp;amp;nbsp;246–247.Barbara Will: Unlikely Collaboration, Columbia University Press, New York 211, S. XIII&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach 1944 ===&lt;br /&gt;
Als Faÿ nach dem Krieg als [[Kollaboration in Frankreich (1940–1944)|Kollaborateur]] der Prozess gemacht wurde, intervenierte Gertrude Stein mit einem Brief zu seinen Gunsten, doch er wurde zu lebenslangem [[Ehrverlust]] und zu Arbeitslager verurteilt. Die Professur am Collège de France wurde ihm aberkannt. Nach fünf Jahren konnte er aus der Haft fliehen und in die Schweiz entkommen, angeblich mit Hilfe von Geld, das Alice B. Toklas ihm hatte zukommen lassen. Eine Dozentur an der [[Universität Freiburg (Schweiz)]], die er durch Vermittlung seines Freundes [[Gonzague de Reynold]] erlangt hatte, musste er auf Grund von Studentenprotesten aufgeben. Er gab amerikanischen Studenten dann Französisch-Unterricht. 1959 wurde er vom Staatspräsidenten [[René Coty|Coty]] begnadigt. Faÿ kehrte nach Frankreich zurück und veröffentlichte noch mehrere Bücher und Zeitschriftenbeiträge in rechtsgerichteten Verlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Biograph [[Antoine Compagnon]] urteilt zusammenfassend über Faÿ: {{Zitat|Faÿ war alles andere als ein vorbildlicher, ja, er war sogar ein sehr unerfreulicher Mensch, ein Intellektueller, der die Moral der Politik opferte, aber sein Lebensweg, dem es weder an romanhaften Episoden noch an leidenschaftlichen Kehrtwendungen mangelte, bleibt zutiefst beunruhigend.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Antoine Compagnon]]: &amp;#039;&amp;#039;Le cas Bernard Faÿ: Du Collège de France à l&amp;#039;indignité nationale.&amp;#039;&amp;#039; Editions Gallimard, Paris 2009, ISBN 978-2-07012619-4, S. 9 (Vorwort): &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Faÿ fut un individu peu recommandable et même très déplaisant, un intellectuel qui sacrifia la morale à la politique, mais son itinéraire reste profondément déconcertant, outre qu’il ne fut pas non plus sans quelques épisodes romanesques ni rebondissements passionnés.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Revolutionary Spirit in France and America&amp;#039;&amp;#039;. Tr. Ramon Guthrie. Harcourt, Brace and Company, 1927.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The American experiment.&amp;#039;&amp;#039; (mit Avery Claflin), Harcourt, Brace and Company, 1929.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Franklin: The apostle of modern times …&amp;#039;&amp;#039; Little, Brown, New York, Company, 1929.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;George Washington: Republican Aristocrat&amp;#039;&amp;#039;. Houghton Miflin, Boston 1931.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die grosse Revolution in Frankreich 1715–1815.&amp;#039;&amp;#039; Callwey, 1960.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ludwig XVI. oder der Sturz in den Abgrund&amp;#039;&amp;#039;, 1961&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die tollen Tage: Beaumarchais oder die Hochzeit des Figaro.&amp;#039;&amp;#039; List, 1973, ISBN 3-47177513-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Antoine Compagnon]]: &amp;#039;&amp;#039;Le cas Bernard Faÿ: Du Collège de France à l&amp;#039;indignité nationale.&amp;#039;&amp;#039; Editions Gallimard, 2009, ISBN 978-2-07012619-4.&lt;br /&gt;
* Barbara Will: &amp;#039;&amp;#039;Unlikely Collaboration: Gertrude Stein, Bernard Faÿ, and the Vichy Dilemma.&amp;#039;&amp;#039; Columbia University Press, 2011, ISBN 978-0231152624&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.masonicinfo.com/fay.htm Biogramm bei Masonicinfo.com]&lt;br /&gt;
* [http://www.freemasonry.bcy.ca/biography/fay_b/fay_b.html Biogramm bei der Grand Lodge of British Columbia and Yukon]&lt;br /&gt;
* [http://melisender.over-blog.com/article-le-cas-bernard-fay-d-antoine-compagnon-46143447.html Rezension Michel Senders über „Le Cas Bernard Faÿ“ von Antoine Compagnon] (französisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=140189513|LCCN=n/50/430|VIAF=85163458}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fay, Bernard}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amerikanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Übersetzer ins Französische]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothèque nationale de France]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Collège de France)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (französische Kollaboration)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Anti-Freimaurerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Frankreich, Person)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1978]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Faÿ, Bernard&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Historiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. April 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. Dezember 1978&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Tours]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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