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	<title>Beriberi - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Beriberi&amp;diff=130887&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Eugénie Pellissier (Matthes &amp; Seitz Berlin): Link Petra Ahne</title>
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		<updated>2026-04-18T12:07:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link Petra Ahne&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE =&lt;br /&gt;
| 01-CODE = E51.1&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Beriberi&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 5B5A.0&lt;br /&gt;
| Data-01 = Beriberi&lt;br /&gt;
| Code-02 = 5B5A.00&lt;br /&gt;
| Data-02 = Trockene Form der Beriberi&lt;br /&gt;
| Code-03 = 5B5A.01&lt;br /&gt;
| Data-03 = Feuchte Form der Beriberi&lt;br /&gt;
| Code-04 = 5B5A.0Z&lt;br /&gt;
| Data-04 = Beriberi, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beriberi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beri-Beri&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, deutsch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schafsgang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, als japanisches Lehnwort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kakke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist die Bezeichnung für verschiedene Krankheitsbilder (insbesondere Nervenentzündungen, Ödeme und Herzerweiterung), die auf einen Mangel an [[Thiamin]] (Vitamin&amp;amp;nbsp;B&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;) zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thiamin ist ein [[Vitamin]], das im Körper unter anderem für die Umwandlung von [[Kohlenhydrate]]n in Energie notwendig ist. Von einem Thiaminmangel oder einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vitamin-B1-Avitaminose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind vor allem Zellen und Organe mit hohem [[Glukose]]stoffwechsel betroffen, beispielsweise [[Muskelfaser|Muskelzellen]] (auch [[Herzmuskel]]zellen) und [[Nervenzelle]]n. Ein Mangel kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Diese klingen aber bei rechtzeitiger Behandlung (Zufuhr von Thiamin) in der Regel schnell ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beriberi tritt gehäuft in Regionen mit unzureichenden Ernährungsbedingungen auf. Vor allem in Asien war die Krankheit mit einer auf geschälten Reis und Sojaprodukte verengten Mangelernährung verbunden. Sie trat dort nach 1870 mit der steigenden Verfügbarkeit von geschältem Reis massenhaft auf und wurde zu einem grenzüberschreitend wichtigen politischen und humanitären Problem. Verschiedene Deutungsmuster als Mangelerscheinung oder Nahrungsmittelvergiftung waren lange umstritten. 1908 bis zu ihrer Auflösung 1938 bemühte sich die Far Eastern Association of Tropical Medicine (FEATM) um eine grenzübergreifende Betrachtung des Problems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der niederländische Arzt [[Christiaan Eijkman]] beschrieb 1897 eine beriberiähnliche Erkrankung (die erste Avitaminose) an mit poliertem Reis gefütterten Versuchstieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er entdeckte das Thiamin und brachte es mit Beriberi in Zusammenhang, was ihm 1929 den [[Nobelpreis]] eintrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In reicheren Regionen ist die [[Alkoholkrankheit]] der größte Risikofaktor für einen Thiaminmangel. Daneben gibt es weitere krankheitsbegünstigende Faktoren. Ob auch Schimmelpilzgifte ursächlich für bestimmte Formen von Beriberi sind, ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise behindern sie die Aufnahme von Thiamin aus der Nahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen und Entstehung der Krankheit ==&lt;br /&gt;
Mögliche Ursachen sind eine länger andauernde [[Mangelernährung]], eine mangelhafte [[Resorption|Aufnahme]] des Vitamins aus der Nahrung oder ein erhöhter Bedarf des Körpers. &amp;lt;!--wird selbstverständlich noch erweitert, erstmal Zwischenüberschriften eingezogen&lt;br /&gt;
=== Mangelernährung ===&lt;br /&gt;
=== Mangelhafte Aufnahme ===&lt;br /&gt;
=== Erhöhter Bedarf === --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlaufsformen und Symptome ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beriberi erscheint in verschiedenen, sich teilweise überschneidenden Formen mit unterschiedlichen Symptomen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bei der so genannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;trockenen Beriberi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist vor allem das [[Nervensystem]] betroffen. Symptome können sein: Schmerzen, Missempfindungen an Händen und Füßen, Muskelschwäche bis hin zu Muskelabbau, Gehstörungen, Sprachstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Leistungsschwäche, Kopfschmerzen, Erbrechen, [[Apathie]] und Bewusstseinsstörungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bei der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;feuchten Beriberi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;nassen&amp;#039;&amp;#039; Form sind vorrangig Herz und Kreislauf betroffen. Die [[Herzinsuffizienz]] (Herzleistungsschwäche) führt zu Pulsbeschleunigung, [[Ödem]]en (Wasseransammlungen im Gewebe) und Atembeschwerden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine schwere Form der feuchten Beriberi ist die &amp;#039;&amp;#039;Shoshin-Beriberi&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;akute perniziöse Beriberi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;fulminante kardiale Beriberi&amp;#039;&amp;#039; oder kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;akute Beriberi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, die unbehandelt in kurzer Zeit zu akutem Herzversagen (durch Rechtsherzinsuffizienz) und damit zum Tod führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die [[Wernicke-Enzephalopathie]] ist eine Erscheinungsform, die das Gehirn betrifft. Auch nach erfolgreicher Erstbehandlung kann dabei ein [[Wernicke-Korsakow-Syndrom]] zurückbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Infantile Beriberi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Säuglings-Beriberi&amp;#039;&amp;#039; tritt bei Kindern auf, deren stillende Mütter einen Thiaminmangel haben. Die Symptome zeigen sich in Trinkschwäche, Erbrechen, Apathie oder Unruhe, können bei akuten Verläufen dramatisch sein mit lebensbedrohlicher Herzinsuffizienz&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Koletzko: &amp;#039;&amp;#039;Kinder- und Jugendmedizin&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag, 13. Auflage, [https://books.google.de/books?id=DLgfBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA160 S. 160]&amp;lt;/ref&amp;gt; und unbehandelt innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Neben der das Herz betreffenden Form wurde eine [[Aphonie|aphonische]] Form beschrieben sowie eine Form, die [[Meningitis]]-ähnliche Symptome zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/66139/1/WHO_NHD_99.13.pdf WHO 1999, S. 9 und S. 47] (PDF; 186&amp;amp;nbsp;kB) &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbeugung und Behandlung ==&lt;br /&gt;
Als Vorbeugung wird eine abwechslungsreiche Ernährung mit thiaminhaltigen Nahrungsmitteln wie Hefe, Getreidekeimen, Ei und Leber empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://lexikon.meyers.de/wissen/Vitamine+(Sachartikel) | wayback=20081019131712 | text=Vitamine}} in [[Meyers Konversations-Lexikon|Meyers]] Online-Lexikon&amp;lt;/ref&amp;gt; Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind gute pflanzliche Vitamin-B&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;-Lieferanten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Behandlung wird Thiaminhydrochlorid in Form von Tabletten oder als Injektion gegeben. Zunehmend wird jedoch [[Benfotiamin]], eine lipidlösliche Form des Thiamin, verwendet. Dieses ist durch die Fettlöslichkeit gut gewebsgängig und erreicht eine 5- bis 10-fach höhere [[Bioverfügbarkeit]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klaus Pietrzik, Ines Golly, Dieter Loew&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Klaus Pietrzik, Ines Golly, Dieter Loew |Titel=Handbuch Vitamine: für Prophylaxe, Therapie und Beratung; 94 Tabellen |Datum= |ISBN=3-437-55361-5 |Seiten=47 |Online={{Google Buch | BuchID = LzIw3vRcpYoC | Seite = 47 }}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 19. und beginnenden 20. Jahrhundert war Beriberi nicht mehr als ein Ausdruck für eine ganze Reihe von Symptomen und keine einzeln unterscheidbare Erkrankung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Aus medizingeschichtlicher Sicht ist die bei Beriberi deutliche epistemische Unsicherheit auch im produktiven Widerspruch zu Sichtweisen, die aus der Retrospektive behaupten, historische Krankheitsbilder sicher deuten und unterscheiden zu können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Die Ursachen von Beriberi und anderen Erkrankungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Infektionen oder Pilz- und Schimmelbefall, &amp;#039;&amp;#039;vgl. [[Antoniusfeuer]]&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;CRM&amp;quot;&amp;gt;J. W. Bennett, M. Klich: &amp;#039;&amp;#039;Mycotoxins.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Clin Microbiol Rev.&amp;#039;&amp;#039; 2003 July; 16(3), S. 497–516, wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;The yellow rice toxins (citrinin, citreoviridin, luteoskyrin, rugulosin, rubroskyrin, and related compounds) are believed to have exacerbated Shoshin-kakke, a particularly malignant form of beriberi seen in Japan in the early 20th century (222)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden historisch lange nicht erkannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Die als Beriberi bezeichneten Erscheinungen sind dabei nicht immer nur (allein) Vitaminmangel zuzuordnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;CRM&amp;quot; /&amp;gt; Die Deutung als Thiaminmangelernährung war ein bedeutender Schritt zur Entdeckung der [[Vitamin]]e, setzte sich aber erst langsam durch.&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth John Carpenter: &amp;#039;&amp;#039;Beriberi, White Rice, and Vitamin B: A Disease, a Cause, and a Cure&amp;#039;&amp;#039;. University of California Press, 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; Ergänzende Faktoren wie Mangelerscheinungen und Stressfaktoren sowie nach der Farbe verschimmelten Reises benannte „yellow rice“-Mykotoxine (Citrinin, Citreoviridin&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John I. Pitt, J. David Miller |Titel=A Concise History of Mycotoxin Research |Sammelwerk=Journal of Agricultural and Food Chemistry |Band=65 |Nummer=33 |Datum=2017-08-23 |Sprache=en |DOI=10.1021/acs.jafc.6b04494 |PMID=27960261 |Seiten=7021–7033}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und andere) können ein bestehendes Beriberi [[Aggravation|aggravieren]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;CRM&amp;quot; /&amp;gt; Bei der nassen Beriberi (&amp;#039;&amp;#039;Shoshin-kakke&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Gelber-Reis-Krankheit&amp;#039;&amp;#039; in Japan) wurden auch nach 1905 vereinzelt Ausbrüche von Beriberi über verschimmelten Reis und dabei entstandenes Citreoviridin erklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20305104&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Helena Cristina Alves Vieira Lima, Eucilene Alves Santana Porto, José Ricardo Pio Marins, Rejane Maria Alves, Rosângela Rosa Machado |Titel=Outbreak of beriberi in the state of Maranhão, Brazil: revisiting the mycotoxin aetiologic hypothesis |Sammelwerk=Tropical Doctor |Band=40 |Nummer=2 |Datum=2010-04-01 |ISSN=0049-4755 |Seiten=95–97 |Online=http://tdo.sagepub.com/content/40/2/95 |Abruf=2015-09-25 |DOI=10.1258/td.2009.090439 |PMID=20305104}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID10534900&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Peraica, B. Radić, A. Lucić, M. Pavlović |Titel=Toxic effects of mycotoxins in humans |Sammelwerk=Bulletin of the World Health Organization |Band=77 |Nummer=9 |Datum=1999-01-01 |ISSN=0042-9686 |Seiten=754–766 |PMC=2557730 |PMID=10534900}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Ausschluss verschimmelten Reises vom Lebensmittelmarkt wurde dies seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID10534900&amp;quot; /&amp;gt; Auch bei der nassen Form sind die Symptome nach der Verabreichung von Thiamin zu beseitigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID22205947&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=John T. Watson, Hassan El Bushra, Emmaculate J. Lebo, Godfrey Bwire, James Kiyengo |Titel=Outbreak of Beriberi among African Union Troops in Mogadishu, Somalia |Sammelwerk=PLoS ONE |Band=6 |Nummer=12 |Datum=2011-12-21 |Seiten=e28345 |DOI=10.1371/journal.pone.0028345 |PMC=3244391 |PMID=22205947}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein holländischer Arzt, [[Jacob de Bondt]], hat bereits 1630 auf [[Java (Insel)|Java]] eine Krankheit namens Beriberi beobachtet und anschließend beschrieben, die nach dem örtlichen Wort für Schaf wegen des unsicheren Gangs der Kranken benannt worden sein soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rabin&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Pediatric Beriberi |hrsg=medscape.com |zugriff=2012-06-03 |datum=2012-04-16 |url=http://emedicine.medscape.com/article/984721-overview}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Nicolaes Tulp]] schilderte bereits im 17. Jahrhundert diese Krankheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Beriberi.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 167 f.; hier: S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Ursprung des Worts gilt auch das [[Singhalesische Sprache|singhalesische]] Wort für „Ich kann nicht, ich kann nicht“, was auf eine Bewegungsunfähigkeit der Kranken in der Spätphase zurückzuführen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Beriberi |hrsg=faqs.org |zugriff=2012-06-03 |url=http://www.faqs.org/health/topics/40/Beriberi.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein bei der Besetzung [[Sri Lanka|Ceylons]] beteiligter Arzt, Thomas Christie, beschrieb die Krankheit und vermutete bereits mangelnde Ernährung als Ursache und zog einige Parallelen zum [[Skorbut]].&amp;lt;ref&amp;gt;William Hunter: &amp;#039;&amp;#039;An essay on the diseases incident to Indian seamen, or lascars, on long voyages&amp;#039;&amp;#039;, Calcutta, The Honourable Company’s Press, 1804, S. 77–141., zitiert bei Arnold 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1830er Jahren wurde die Krankheit in der [[Madras (Präsidentschaft)|Provinz Madras]], dem südlichen Bereich Indiens, beschrieben, wobei selbst in den 1870er Jahren noch Wurminfektionen in Assam ebenso unter Beriberi genannt wurden. Die Verwechslung wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgeklärt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Krankheit im Sinne einer Wassersuchtepidemie in Asien als massenhafte Erscheinung beschrieben und von dem britischen Mediziner Norman Chevers als ansteckendes Fieber interpretiert. Dabei wurden unter anderem auch Lebensmittelvergiftungen durch verschmutztes Speiseöl als Beriberi interpretiert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde international von einem Beriberiproblem gesprochen und unter anderem in Japan, Indonesien, auf der Malakka-Halbinsel und in Brasilien eine Vielzahl von Todesfällen und Erkrankungen beklagt. 1913 wurden für China aufgrund von Hochrechnungen von Hongkong bereits Millionen von Fällen angenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Krankheitsbild war von Lebensmittelvergiftungen nur unzureichend zu trennen. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Ausbreitung von Beriberi zu einem vergleichsweise großen und länderübergreifenden Problem,&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=David Arnold |Titel=British India and the “Beriberi Problem”, 1798–1942 |Sammelwerk=Medical History |Band=54 |Nummer=3 |Datum=2010-07-01 |Sprache=en |PMC=2889456 |PMID=20592882 |Seiten=295–314}}&amp;lt;/ref&amp;gt; denn erst seit den 1870er Jahren wurde mit mechanischen Reismühlen der begehrte weiße, geschälte Reis in großen Mengen verfügbar. Geschälter Reis verdarb nicht so schnell und ließ sich leichter transportieren. Indem sich der Verzehr von geschältem Reis verbreitete, wurde auch Beriberi verbreitet und zu einer Massenerscheinung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Es war aber etwa im Bereich des britischen Indiens, wo der nach dem [[Parboiling]]verfahren aufgewertete Reis beliebter war, viel weniger verbreitet als etwa in Japan oder China.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Für das Japan des Meiji-Zeitalter wurde Beriberi zu einer alle Schichten übergreifend betreffenden Krankheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander R. Bay: &amp;#039;&amp;#039;Beriberi in Modern Japan: The Making of a National Disease&amp;#039;&amp;#039;. University Rochester Press, 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Reisexport von Burma, Thailand und Vietnam zu den Philippinen, Indonesien und ab den 1920ern nach Indien verbreitete sich Beriberi weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rolle der FEATM ===&lt;br /&gt;
1908 bis zu ihrer Auflösung 1938 bemühte sich die Far Eastern Association of Tropical Medicine (FEATM) um eine grenzübergreifende Betrachtung des Problems.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Die FEATM war gerade mit dem Aufkommen der Mangelthese gegründet worden. Das auf Asien begrenzte und dort wieder nach Nationen differenzierte Auftreten war von weltweitem Interesse. Es gab auch [[Rassismus|rassistischen]] Betrachtungsweisen Vorschub.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Unter anderem wurde ein Zusammenhang zwischen Reisernährung und mangelndem Kampfgeist propagiert, etwa von dem nordirischen Ernährungspionier [[Robert McCarrison]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen weißem Reis und Beriberi brachte die Regierungen in Indien und dem Monsungürtel in eine Zwickmühle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Sie lehnten die radikalen Forderungen der FEATM-Experten, allen voran [[Victor Heiser]], ab. Heiser hatte ab 1910 gefordert, weißen Reis so deutlich zu besteuern, dass nur die Reichen es sich hätten leisten können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Er und andere der FEATM-Experten setzten sich aus Gesundheitsgründen für erheblich veränderte Ernährungsgewohnheiten ein, die Politik fürchtete aber regionalen Widerstand gegen die kulturell und religiös begründeten Ernährungsgewohnheiten und eine Einmischung von außen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Aber ebenso hielt das medizinische Establishment an bereits vor 1905 vorherrschenden Thesen einer Lebensmittelvergiftung als Ursache noch fest.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Wichtige Vertreter wie J. W. D. Megaw vom Indian Medical Service und Chief Surgeon in Madras und Punjab hielten die Reismühlen für einen Fortschritt und sahen einen engen Zusammenhang zwischen der Monsunfeuchte und dem Aufkommen von Beriberi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Ebenso wollten die Regierungen den lukrativen Reishandel nicht begrenzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt; Die indische Öffentlichkeit begann erst in den 1940er Jahren, sich mit Fragen der öffentlichen Ernährung intensiver zu beschäftigen. Beriberi wurde zu einem wichtigen Thema in Zeitungen und Medien. Erst in den 1960er Jahren wurde das massenhafte Auftreten reduziert und kam in den 1980er Jahren bis auf wenige Ausnahmen kaum noch vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20592882&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pionierrolle von Takaki Kanehiro ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Takaki Kanehiro.jpg|mini|Takaki Kanehiro]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Takaki Kanehiro}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der japanische Marinearzt [[Kanehiro Takaki]]&amp;lt;ref&amp;gt;Morris Low: &amp;#039;&amp;#039;Building a Modern Japan: Science, Technology, and Medicine in the Meiji Era and Beyond&amp;#039;&amp;#039;. Palgrave Macmillan, 2005, ISBN 1-4039-6832-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Itokawa&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yoshinori Itokawa |Titel=Kanehiro Takaki (1849–1920) A Biographical Sketch |Sammelwerk=The Journal of Nutrition |Band=106 |Nummer=5 |Datum=1976 |ISSN=1541-6100 |Seiten=581–588 |Online=[http://jn.nutrition.org/content/106/5/581 online auf: &amp;#039;&amp;#039;jn.nutrition.org&amp;#039;&amp;#039;] |Abruf=2012-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; führte in den 1880er Jahren Untersuchungen über die Entstehung der Erkrankung auf Schiffen der kaiserlichen Marine durch. 1884 wurden zwei Kriegsschiffe auf eine vergleichbare, neunmonatige Reise über Neuseeland nach Südamerika und zurück nach Japan geschickt. Auf dem Schiff &amp;#039;&amp;#039;Tsukuba&amp;#039;&amp;#039; erhielten die Matrosen eine Mischdiät mit Fleisch, Fisch, Gerste, Reis und Bohnen. Auf dem Panzerschiff &amp;#039;&amp;#039;[[Ryūjō (Schiff, 1870)|Ryūjō]]&amp;#039;&amp;#039; wurde nur weißer Reis gereicht. Von den 376 Besatzungsangehörigen der &amp;#039;&amp;#039;Ryūjō&amp;#039;&amp;#039; erkrankten 161 an Beriberi, 25 tödlich. Nur 14 Männer der &amp;#039;&amp;#039;Tsukuba&amp;#039;&amp;#039; erkrankten, und keiner kam zu Tode; die 14 hatten einige der zusätzlichen Nahrungsmittel heimlich verweigert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Itokawa&amp;quot; /&amp;gt; Takaki vermutete einen Mangel an stickstoffhaltigen Nahrungsmitteln als Ursache; in der japanischen Kriegsmarine wurde daraufhin das Bordessen entsprechend angepasst und Beriberi dramatisch reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der japanischen Armee war allerdings noch die der &amp;#039;&amp;#039;deutschen Schule&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Eine späte Wiederaufnahme der &amp;#039;deutschen Schule&amp;#039;, eine alternative Deutung Beriberis als Schimmelpilzvergiftung findet sich bei dem Ernährungsjournalisten [[Udo Pollmer]] wie auch Ramsay Tainsh, letzter in Ramsay Tainsh: &amp;#039;&amp;#039;Beriberi and Mycotoxicosis: An historical account.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;International Journal of Environmental Studies.&amp;#039;&amp;#039; Volume 19, Issue 3 &amp;amp; 4, September 1982, S. 205–207, dies aber im Widerspruch zur medizinischen Fachliteratur zum Thema&amp;lt;/ref&amp;gt; (vertreten durch [[Mori Ōgai]]) in Japan zugeschriebene These von der Infektionskrankheit verbreitet, was noch im [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieg]] 1905 zu 27.000 Todesopfern durch Beriberi führte. Im Kampf waren 47.000 Soldaten gefallen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Hawk |Titel=The great disease enemy, Kak&amp;#039;ke (beriberi) and the Imperial Japanese Army |Sammelwerk=Mil Med |Band=171 |Nummer=4 |Datum=2006 |Seiten=333–339 |Online={{Webarchiv |url=http://findarticles.com/p/articles/mi_qa3912/is_200604/ai_n16350305/ | wayback=20100402003521 | text=online}} |PMID=16673750}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung und Synthese des Thiamins ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Thiamin.svg|mini|Struktur des Thiamins]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Christiaan Eijkman.jpg|links|mini|hochkant|Christiaan Eijkman]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb der japanischen Streitkräfte hatte sich jedoch nichts verändert. 1886 wurde eine Expertengruppe mit dem holländischen Arzt [[Christiaan Eijkman]] in die damals noch holländische Kolonie [[Indonesien]] gesandt, um die Krankheit zu erforschen. Zwischen 1890 und 1897 beobachtete er Mangelerscheinungen an Hühnern, die nur mit poliertem Reis aus Tischabfällen ernährt worden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |titel=The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1929 |hrsg=nobelprize.org |zugriff=2012-06-03 |url=http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1929/press.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eijkman als Anhänger der [[Keimtheorie]] war zunächst von einer [[Bakterien|bakteriellen]] Ursache der Erkrankung oder giftigen Bestandteilen in den Tischabfällen überzeugt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot; /&amp;gt; Sein Assistent [[Gerrit Grijns]] fand heraus, dass die Symptome bei der Fütterung von ungeschältem Reis oder grünen Erbsen und Fleisch verschwanden. Beide extrahierten einen sog. „anti-polyneuritis factor“ mit Wasser und [[Ethanol]] aus Reisschalen. Eijkman selbst war lange davon überzeugt, damit ein „pharmakologisches Antidot“ gegen die im Reis[[endosperm]] (dem weißen Reis) vorhandenen „Beri-Beri-Mikroben“ oder deren [[Toxin]]e in der Hand zu haben;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eik berk&amp;quot; /&amp;gt; Grijns bevorzugte demgegenüber die [[These]], dass weißem Reis eine besondere Substanz fehle, die für den [[Stoffwechsel|Metabolismus]] des [[Nervensystem]]s wichtig sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eik berk&amp;quot;&amp;gt;Kenneth J. Carpenter, Barbara Sutherland: &amp;#039;&amp;#039;Eijkman’s Contribution to the Discovery of Vitamins.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Nutrition.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 125 No. 2. Februar 1995, S. 155–163.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von diesen Beobachtungen angeregt begann der polnische Biochemiker [[Casimir Funk]] in London seine Forschungen zur Beriberi. 1911 isolierte er ein [[Amine|Amin]] aus ungeschälten bzw. unpolierten, noch das „Silberhäutchen“ (zwischen äußerer Schale und dem Kern) zumindest teilweise enthaltenden&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Westphal (Chemiker)|Otto Westphal]], [[Theodor Wieland]], Heinrich Huebschmann: &amp;#039;&amp;#039;Lebensregler. Von Hormonen, Vitaminen, Fermenten und anderen Wirkstoffen.&amp;#039;&amp;#039; Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1941 (= &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Bücher. Forschung und Leben.&amp;#039;&amp;#039; Band 1), S. 48–50 (&amp;#039;&amp;#039;Das Silberhäutchen&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Reiskörnern als „Anti-beri-beri factor“, dessen Mangel er irrtümlich für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich machte. Tatsächlich war die Substanz in der Behandlung der Beriberi unwirksam. Er hatte wohl das [[Niacin]] gefunden, dessen Mangel zu [[Pellagra]] führt. Dennoch führten ihn diese und weitere Arbeiten 1912 zur Einführung des Begriffs „vital amine“ für eine ganze Gruppe dieser lebensnotwendigen Substanzen, wovon schließlich der Begriff [[Vitamine]] abgeleitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1926 wurde Thiamin als erstes B-Vitamin von [[Barend Coenraad Petrus Jansen]] und [[Willem Frederik Donath]] aus der Hülle des Reiskorns isoliert und von diesen „Aneurin“ (für &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nti&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;neur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;itisches Vitam&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) benannt. Sie übersahen dabei das im Molekül vorhandene [[Schwefel]]atom und veröffentlichten eine falsche Formel, was jahrelang für Verwirrung sorgte. Anderen Quellen zufolge war [[Suzuki Umetaro]] 1910 in Japan der erste, der die Substanz – unter dem Namen „aberic acid“ – isolierte und dafür ein [[Patent]] erhielt. 1929 wurde Eijkman für seine Entdeckungen mit dem [[Nobelpreis für Physiologie oder Medizin]] (gemeinsam mit [[Frederick G. Hopkins]], einem Pionier der Vitaminforschung) geehrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nobel&amp;quot; /&amp;gt; Die [[Synthese (Chemie)|Synthese]] von Thiamin erfolgte erstmals 1936 durch [[Robert R. Williams]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuere Fälle ==&lt;br /&gt;
Säuglingsberiberi tritt beim Stillen durch Mütter mit Thiamin-Mangelversorgung auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael J. Lentze]], Franz J. Schulte, Jürgen Schaub, [[Jürgen Spranger]]: &amp;#039;&amp;#039;Pädiatrie. Grundlagen und Praxis&amp;#039;&amp;#039; 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-71895-6, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekannt wurde ein Vorfall in [[Israel]], bei dem 2003 Beriberi bei Säuglingen festgestellt wurde. Die Babys waren mit einer Ersatzmilch aus [[Sojaprotein|Sojaproteinen]] gefüttert worden. Wegen eines Herstellungsfehlers war diese Nahrung ohne Vitamin-B1-Zusatz hergestellt. Drei Säuglinge starben, mehrere andere erlitten schwere Gesundheitsschäden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Petra Ahne]], Petra Wache, Lilo Berg: &amp;#039;&amp;#039;Kunstmilch mit Risiko, Babykost – Die deutsche Firma Humana hat bei der Herstellung von koscherer Sojamilch massive Fehler begangen. In Israel starben deswegen zwei Kinder.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 12. November 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach 1905 wurden Ausbrüche von Beriberi teilweise mit verschimmeltem Reis und dabei entstandenen Citreoviridin-Vergiftungen erklärt. 2006 bis 2008 kam es zu einem Beriberiausbruch in [[Maranhão]] (Brasilien) mit 40 Todesopfern. Ein Zusammenhang mit dem Verzehr von Reis schlechter Qualität von Subsistenzbauern wird angenommen. Der von einigen Forschern dabei festgestellte Einfluss der Schimmelbildung wurde nicht generell bestätigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID20305104&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2008 wurden in [[Roraima]] (Brasilien) in einer indianischen Population anlässlich einer Impfkampagne zehn Beriberi-Fälle registriert. Drei der Patienten waren bereits verstorben. Eine retrospektive Studie versuchte, weitere Fälle in der Region und mögliche Krankheitsursachen zu identifizieren. Dabei wurden 90 weitere Personen ermittelt, die wegen Beriberi-Symptomen behandelt worden waren. Als Risikofaktoren wurden männliches Geschlecht und Alkoholkonsum gefunden. Eine Therapie mit Thiamin war in allen Fällen erfolgreich.&amp;lt;ref&amp;gt;Matheus P. Cerroni, Jean C. S. Barrado, Aglaer A. Nobrega, Alysson B. M. Lins, Iolanda P. da Silva, Robson R. Mangueira, Rômulo H. da Cruz, Sandra M. F. Mendes, Jeremy Sobel: &amp;#039;&amp;#039;Outbreak of Beriberi in an Indian Population of the Upper Amazon Region, Roraima State, Brazil, 2008.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Am J Trop Med Hyg.&amp;#039;&amp;#039;, 2010 Nov 5, 83(5), S. 1093–1097. [[doi:10.4269/ajtmh.2010.10-0345]]. {{PMC|2963975}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2009 kam es zu einem Ausbruch der Krankheit in der &amp;#039;&amp;#039;nassen Form&amp;#039;&amp;#039; bei einigen Soldaten der [[Mission der Afrikanischen Union in Somalia]] in Mogadischu. Diese hatten aufgrund des Misstrauens gegenüber der lokalen Umgebung nur die einseitige Truppenverpflegung zu sich genommen. Die Beriberisymptome konnten mit gespritzten Thiamingaben in kürzester Zeit beseitigt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID22205947&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Thiaminmangel-Enzephalopathie der Katze]]&lt;br /&gt;
* [[Zerebrokortikalnekrose]] bei Wiederkäuern&lt;br /&gt;
* [[Wernicke-Enzephalopathie]]&lt;br /&gt;
* [[Chastek-Paralyse]]&lt;br /&gt;
* [[Thiaminase]]&lt;br /&gt;
* [[Parboiling]]verfahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ludwig Weissbecker: &amp;#039;&amp;#039;Vitamin B&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;-Avitaminose (Beriberi).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 1090–1092.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/Lexikon/php/suche_db.php?suchname=Beriberi Deutsches Koloniallexikon von 1920]&lt;br /&gt;
* Kenneth Carpenter: [http://www.ucpress.edu/books/pages/8742.php &amp;#039;&amp;#039;Beriberi, White Rice, and Vitamin B: A Disease, a Cause, and a Cure&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.dradio.de/dlr/sendungen/mahlzeit/152920/ | wayback=20081029025934 | text=Beriberi}} In: [[Udo Pollmer]], [[Susanne Warmuth]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der populären Ernährungsirrtümer&amp;#039;&amp;#039;. Artikel, in dem behauptet wird, Vitamin-B1-Mangel wäre nicht alleinige Ursache von Beriberi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hypovitaminose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizingeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eugénie Pellissier (Matthes &amp; Seitz Berlin)</name></author>
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