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	<title>Bergtapir - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bergtapir&amp;diff=432082&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gert Voigt am 2. Mai 2025 um 18:50 Uhr</title>
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		<updated>2025-05-02T18:50:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Bergtapir&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Tapirus pinchaque&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[François Désiré Roulin|Roulin]], 1829)&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Tapire&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Tapirus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Tapire&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Tapiridae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Unpaarhufer&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Perissodactyla&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Laurasiatheria&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Überordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Höhere Säugetiere&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Eutheria&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Tapirus pinchaque portrait.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Bergtapir (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus pinchaque&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bergtapir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus pinchaque&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Andentapir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wolltapir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine [[Säugetier]]art aus der [[monotypisch]]en [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Tapire]] (Tapiridae). Er stellt den kleinsten der heutigen Tapirvertreter dar und lebt in den Hochlagen der [[Anden]] zwischen 2000 und 4500&amp;amp;nbsp;m Höhe. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf [[Kolumbien]] und [[Ecuador]]. Das einzelgängerisch lebende Tier ernährt sich von Pflanzenkost. Der Bestand ist aufgrund von Zerstörung der Lebensräume stark gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperbau ==&lt;br /&gt;
=== Habitus ===&lt;br /&gt;
Der Bergtapir ist die zweitkleinste Tapirart, männliche Tiere erreichen eine [[Kopf-Rumpf-Länge]] von rund 180 cm und eine Schulterhöhe von 90 cm, weibliche Tiere sind etwas größer und können bis zu 200 cm lang und über 90 cm hoch werden. Das Gewicht schwankt zwischen 130 und 180 kg, sehr schwere Tiere, sowohl Männchen als auch Weibchen können auch bis zu 260 kg wiegen. Im Durchschnitt sind die Weibchen aber wie beim [[Flachlandtapir]] (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus terrestris&amp;#039;&amp;#039;) 25 bis 100 kg schwerer als die Männchen. Wie alle Tapire hat der Bergtapir einen schwerfällig wirkenden Körper mit schlanken, aber kräftigen Beinen. Die Vorderfüße enden in vier und die Hinterfüße in drei Zehen, der Schwanz stellt nur einen kurzen Stummel dar. Das Gesicht ist wie bei allen Tapiren durch den kurzen Rüssel charakterisiert. Auffälligster Unterschied zu den anderen Tapiren ist, dass die Haut von einem wesentlich wolligeren Fell bedeckt ist, das gegen die Kälte und [[Ultraviolettstrahlung|UV-Strahlung]] des Hochgebirges Schutz bietet. Dabei kommen besonders lange Haare am Bauch und an der Brust vor, während jene des Rückens und der Seiten deutlich kürzer sind. In der Fellfärbung ähnelt der Bergtapir den beiden anderen amerikanischen Tapirarten, die Farbe ist auf dem Rücken typischerweise dunkelbraun bis schwarz, an den Seiten und am Bauch tritt eine etwas hellere Tönung auf. Markant sind auch die weißen Lippen und die ebenfalls weißen Ohrspitzen. Oftmals erscheinen aber haarlose Hautflecken am Rumpf, die durch die Lebensweise des Bergtapirs entstehen, indem er sich an Felsen reibt oder Geröllhalden hinab rutscht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädel- und Gebissmerkmale ===&lt;br /&gt;
Der Schädel des Flachlandtapirs erreicht eine Länge von 35 bis 38 cm und ist langgestreckt und flach. Der [[Scheitelkamm]] ist im Gegensatz zu seinem nächsten Verwandten, dem Flachlandtapir, eher niedrig und kurz, wodurch auch Kopf des Bergtapirs an der Stirnlinie deutlich flacher wirkt. Der Scheitelkamm besteht aus zwei verwachsenen Knochen, die jeweils dem inneren Rand der [[Scheitelbein]]e entwachsen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Holbrook 2002&amp;quot; /&amp;gt; Das [[Hinterhauptbein]] besitzt eine kurze und rechtwinklige Form. Wie bei allen Tapiren ist das [[Nasenbein]] deutlich reduziert und liegt hinter dem [[Mittelkieferknochen]]. Die Reduktion des Nasenbeins erfolgte durch die Ausbildung des fleischigen Rüssels.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Holbrook 2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterkiefer wird bis zu 30 cm lang, besitzt aber einen relativ niedrigen Unterkieferkörper. Das Gebiss eines ausgewachsenen Tieres ist kaum reduziert und weist folgende Zahnformel auf: &amp;lt;math&amp;gt;\frac{3.1.4.3}{3.1.3.3}&amp;lt;/math&amp;gt;. Wie bei der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Tapirus&amp;#039;&amp;#039; üblich besitzen die jeweils äußeren dritten [[Schneidezahn|Schneidezähne]] eine verlängerte und spitze Kegelform, während alle anderen sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer deutlich kleiner sind. Dagegen ist im Unterkiefer der Eckzahn ebenfalls deutlich größer, im Oberkiefer aber reduziert. Zwischen den Schneidezähnen und dem Eckzahn befindet sich ein kleines, vom Eckzahn hin zur hinteren Bezahnung ein merklich größeres [[Diastema (Zoologie)|Diastema]]. Die Backenzähne sind sehr niederkronig und besitzen wenig [[Zahnzement]]. Dabei ähneln die [[Prämolar]]en den [[Molar (Zahn)|Molaren]], sind also molarisiert. Letztere weisen eine bilophodonten Aufbau auf, der durch zwei querstehende [[Zahnschmelz]]leisten charakterisiert ist, an deren Enden sich jeweils kleine Höcker befinden. Die Zahnschmelzhöcker kennzeichnen die Zähne als [[bunodont]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sinnesleistungen und Lautäußerungen ===&lt;br /&gt;
Wie alle Tapire hat der Bergtapir ein gutes [[auditive Wahrnehmung|Gehör]] und einen guten [[olfaktorische Wahrnehmung|Geruchssinn]]. Der [[visuelle Wahrnehmung|Sehsinn]] ist weniger gut entwickelt, dient aber offensichtlich im Nahbereich als wichtiges Kommunikationsmittel, da die Tiere auf schnelle Ohrbewegungen von Artgenossen reagieren, wobei dieser Effekt durch die weißen Ohrränder und -spitzen noch verstärkt wird. Ein schrilles Pfeifen gilt als Kontaktaufnahme, während ein hohes Quietschen bei Gefahr, sowohl für sich als auch für Artgenossen, ausgestoßen wird. Aggressive Tiere sind an einem murrenden Laut erkennbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mountain Tapir area.png|mini|hochkant|Verbreitung des Bergtapirs]]&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet des Bergtapirs ist das kleinste aller heutigen Tapirarten und ist auf die [[Anden]]regionen [[Kolumbien]]s, [[Ecuador]]s und des nördlichen [[Peru]]s beschränkt, die einst kleine Population in [[Venezuela]] ist höchstwahrscheinlich ausgestorben. In den Anden bewohnt er Zonen mit temperiertem Klima. Sein Lebensraum sind Berg- und Nebelwälder, die sich an der West- und der Ostflanke des [[Hochgebirge|Hochgebirgszuges]] erstrecken. Dabei wandert der Bergtapir auch von den Hochebenen bei 2000 m bis zur Schneegrenze um 4500 m Seehöhe. Dadurch gehören auch baumfreie Busch- und [[Steppe]]nlandschaften wie der [[Chaparral (Vegetationstyp)|Chaparral]] und der [[Páramo (Vegetation)|Páramo]] zum typischen Verbreitungsgebiet des Bergtapirs. Sehr selten kommt die Tapirart in Regionen unter 2000 m vor, die tiefsten Bergregionen, in denen er gesichtet wurde, liegen bei 1400 bis 1500 m. In Kolumbien existieren zwei, heute wahrscheinlich getrennte Populationen, die einerseits die West- und andererseits die Ostkordilleren umfassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lizcano et al. 2002&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Individuendichte des Bergtapirs in seinem bewohnten [[Habitat]] ist relativ gering. So werden für Ecuador und Kolumbien teilweise nur ein Tapir auf 4 bis 5 Quadratkilometern angegeben, womit der Bergtapir die dünnste Besiedlungsdichte aller Tapirarten aufweist. Bemerkenswerterweise bewohnt der Tapir dabei selten Nationalparks. Von den fast zwei Dutzend Andennationalparks in Kolumbien, die im Verbreitungsgebiet des Tapirs liegen, kommt er in nur sieben relativ regelmäßig vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lizcano et al. 2002&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lizcano et al. 2000&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
=== Territorialverhalten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Danta negra.JPG|mini|links|Bergtapir beim Baden]]&lt;br /&gt;
Wie alle Tapire ist der Bergtapir ein nachtaktiver Einzelgänger, der sich tagsüber häufig ins Dickicht zurückzieht, allerdings kann er auch teilweise bei Tageslicht aktiv sein. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer, kann aber auch sehr gut schwimmen und tauchen. Außerdem suhlt er häufig im Schlamm. Tapirgruppen bilden sich nur während der [[Brunft]]zeit oder umfassen Muttertiere mit Kälbern. Männliche Tiere unterhalten [[Revier (Tier)|Reviere]] von 2,5 bis 3,5 km² Größe, die der Weibchen sind teilweise bis zu 8 km² groß, die Ausdehnung der Territorien wechselt aber über das Jahr. Diese erstrecken sich häufig über die verschiedenen Vegetationszonen im Hochgebirge und enthalten häufig mehrere Bade-, Fress- und Schlafplätze sowie [[Latrine]]n. Vor allem die Schlafplätze befinden sich in Gebieten mit sehr hoher und dichter [[Vegetation]]. Die Tiere halten sich während der [[Trockenzeit]]en häufig in höheren Lagen auf und kommen zur [[Regenzeit]] in die Wälder hinab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grenzen der Reviere und die häufig begangenen Pfade werden sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Tieren mit [[Urin]] und [[Kot]] markiert. Da dafür häufig die gleichen Plätze verwendet werden, bilden sich manchmal hohe Dunghaufen, die auch eine der wichtigsten innerartlichen [[Kommunikation]]s&amp;lt;nowiki /&amp;gt;formen darstellen. Dabei wird der Urin flächig und bis zu vier Meter weit verspritzt. Solche Markierungen gehen häufig mit reflexartig scharrenden Bewegungen der Hinterbeine einher.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mountain Tapir3.jpg|mini|hochkant|Bergtapir bei der Nahrungsaufnahme]]&lt;br /&gt;
Der Bergtapir ist Pflanzenfresser und aufgrund seiner niederkronigen Backenzähne und der charakteristischen Schmelzbuckel auf der Kauoberfläche an weiche Pflanzenkost wie [[Blatt (Pflanze)|Blätter]], [[Zweig]]e, [[Frucht|Früchte]] und andere Pflanzenteile angepasst. Dabei sind über 200 Pflanzenarten bekannt, die vom Bergtapir verzehrt werden. Dazu gehören [[Korbblütengewächse|Korbblüten-]] und [[Rosengewächse]] sowie [[Hülsenfrucht|Hülsenfrüchte]]. Darüber hinaus werden vor allem in der Trockenzeit auch härtere Gräser wie [[Sauergräser|Sauer-]] und [[Süßgräser]] nicht verschmäht. Große Bedeutung hat auch die Pflanzengattung &amp;#039;&amp;#039;[[Gunnera]]&amp;#039;&amp;#039;, da die Tapirart nicht nur Blätter und [[Sprossachse|Stängel]] frisst, sondern auch Schutz unter dieser großblättrigen Pflanze sucht. Da der Bergtapir auch Früchte und [[Beere]]n vertilgt, trägt er so zur Ausbreitung zahlreicher Pflanzenarten bei, wie es bei einigen [[Palmengewächse]]n nachgewiesen ist. Des Weiteren sind Salzlecken und offene Mineralquellen wichtig für das Wohlbefinden der Tiere, die nicht nur den Mineralhaushalt ausgleichen, sondern auch zur Neutralisierung einzelner Pflanzengifte wichtig sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 2001&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Männliche und weibliche Vertreter des Bergtapirs sind mit rund zwei Jahren geschlechtsreif. Das Weibchen kommt durchschnittlich alle 30 Tage in die Brunft. In dieser Zeit finden sich auch die Männchen ein, die um die Weibchen werben, indem sie an deren Hinterteil schnüffeln, spielerisch sanfte Bisse austeilen und zahlreiche Grunz- und Quietschlaute von sich geben. Die [[Begattung]] beginnt mit dem Aufsitzen des männlichen Tieres auf dem weiblichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer rund 13-monatigen Tragzeit (durchschnittlich 393&amp;amp;nbsp;Tage) bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses ist rund 28 bis 30&amp;amp;nbsp;cm hoch und wiegt zwischen 4 und 6&amp;amp;nbsp;kg. Charakteristisch ist die bei allen Tapirkälbern auftretende hellere Grundfärbung, die durch zahlreiche helle, waagerechte Linien und Flecken unterbrochen ist. Das Fleckenmuster dient der Tarnung und verliert sich im Lauf des zweiten Lebenshalbjahres. Die langsame Entwöhnung beginnt mit drei Monaten und ist nach rund einem Jahr abgeschlossen, womit das Jungtier weitgehend selbständig ist. Zu diesem Zeitpunkt ist es fast 100 kg schwer. Insgesamt bleibt das Jungtier bis zu 18 Monate beim Muttertier, etwa genauso lange dauert die Zeit bis zur nächsten [[Befruchtung]]. Das Höchstalter eines Bergtapirs wird mit fast 28 Jahren angegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interaktionen mit anderen Tierarten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Spectacled Bear - Houston Zoo.jpg|mini|[[Brillenbär]] im Zoo Houston, Texas]]&lt;br /&gt;
Der Bergtapir stellt eine wichtige ökologische Komponente in der [[Neotropis]] dar. Durch das Anlegen von Pfaden schafft er Korridore, die auch von anderen Tierarten genutzt werden. Insgesamt ist der Bergtapir ein sehr scheues Tier, das sich im Bedrohungsfall oft ins Wasser zurückzieht. Die einzigen natürlichen Feinde des Bergtapirs sind der [[Puma]] und der [[Brillenbär]], die auch ausgewachsene Tiere erbeuten können. Nachweise sind aber selten und erfolgen meist über Haarreste des Bergtapirs in den Fäkalien der Raubtiere oder über Tiere mit verheilten Bisswunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Castellano 2011&amp;quot; /&amp;gt; Erstmals im Januar 2014 konnte in einem Schutzgebiet um den Vulkan [[Puracé]] in Kolumbien ein Angriff eines Brillenbären auf einen Bergtapir mit Hilfe einer [[Kamerafalle]] direkt dokumentiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rodriguez et al. 2014&amp;quot; /&amp;gt; Seltener tritt der [[Jaguar]] als Fressfeind auf, da er normalerweise tiefere Regionen besiedelt, aber durch Abholzung der Tieflandwälder auch gelegentlich in höheren Regionen erscheint. Erwachsene Tiere können sich aber mit ihren spitzen Schneide- und Eckzähnen gut verteidigen (Aggressionen gegenüber Menschen sind sehr selten), teilweise verspritzen sie zur Abwehr auch Wasser mit ihrem Rüssel. Jungtiere werden in manchen Fällen auch Opfer des [[Andenkondor]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parasiten ===&lt;br /&gt;
Zu den [[Parasit]]en, die den Bergtapir befallen, gehören vor allem [[Zecken]], nachgewiesen sind [[Schildzecken]] der Gattungen &amp;#039;&amp;#039;[[Amblyomma]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Ixodes]]&amp;#039;&amp;#039;. Hauptsächlich zur Trockenzeit sind [[Bremsen]] sehr häufig und veranlassen den Bergtapir, in höhere Regionen der Anden zu wandern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Labruna et al. 2009&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
{{userboxtop|toptext=&amp;lt;small&amp;gt;Innere Systematik der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Tapirus&amp;#039;&amp;#039; (nur rezente Vertreter) nach Steiner und Ryder 2011&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner et al. 2011&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
{{Klade|style=white-space:nowrap;font-size:75%;line-height:100%&lt;br /&gt;
|label1=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Tapirus]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|1={{Klade&lt;br /&gt;
   |1={{Klade&lt;br /&gt;
      |1=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Tapirus bairdii]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
      |2={{Klade&lt;br /&gt;
         |1=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tapirus pinchaque&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
         |2=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Tapirus terrestris]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
         }}&lt;br /&gt;
      }}&lt;br /&gt;
   |2=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Tapirus indicus]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
   }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{userboxbottom}}&lt;br /&gt;
Der Bergtapir ist eine [[Art (Biologie)|Art]] der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Tapire]] (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus&amp;#039;&amp;#039;) innerhalb der im Deutschen gleichnamigen [[Familie (Biologie)|Familie]] der Tapire (Tapiridae) und der [[Ordnung (Biologie)|Ordnung]] der [[Unpaarhufer]] (Perissodactyla). Mit Hilfe [[Molekulargenetik|molekulargenetischer]] Untersuchungen wurden die Verwandtschaftsverhältnisse der heutigen Tapire analysiert. Demzufolge trennte sich die Linie des einzigen asiatischen Tapirs, des [[Schabrackentapir]]s (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus indicus&amp;#039;&amp;#039;), bereits vor 25 Millionen Jahren ab, die des [[Mittelamerikanischer Tapir|Mittelamerikanischen Tapirs]] (&amp;#039;&amp;#039;Tapirus bairdii&amp;#039;&amp;#039;) folgte vor 11 Millionen Jahren. Die beiden südamerikanischen Vertreter spalteten sich erst vor gut 2 Millionen Jahren voneinander ab, als die Stammform dieser Südamerika über den neu entstandenen [[Isthmus von Panama]] erreichte. Der Bergtapir ist dabei die am wenigsten spezialisierte moderne Tapirform.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ashley et al. 1996&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Norman et al. 2000&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Steiner et al. 2011&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Melletti et al. 2024&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand molekulargenetischer Untersuchungen zeigte sich eine hohe genetische Variabilität beim Bergtapir, die aber nicht so stark ist wie beim Flachlandtapir. Es können mehrere [[Haplotyp]]en des Bergtapirs unterschieden werden, die in zwei große Gruppen gegliedert sind und sich vor rund 1,5 bzw. 1,3 Millionen Jahren ausdifferenzierten. Der Urahn dieser beiden Gruppen lebte demnach vor etwa 2,1 Millionen Jahren. Die großen Unterschiede innerhalb des Bergtapirs werden auf die starken Klimaveränderungen während des [[Pleistozän]] in den Anden und auf eine deutliche Reduktion der Population in der nachfolgenden Zeit zurückgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thoisy et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Garcia et al. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammesgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der älteste Nachweis der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Tapirus&amp;#039;&amp;#039; in Südamerika stammt aus [[Argentinien]] und ist rund 1,5 bis 2,5 Millionen Jahre alt. Sie gelangte nach der Schließung des [[Isthmus von Panama]] vor rund 3 Millionen Jahren und des im Zuge daraufhin stattfindenden [[Großer Amerikanischer Faunenaustausch|Großen Amerikanischen Faunenaustausches]] auf diesen [[Kontinent]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marshall 1988&amp;quot; /&amp;gt; Fossilfunde vom Bergtapir sind sehr selten, eine Herausbildung der Art wird aber erst mit der endgültigen Auffaltung der Anden angenommen, welche vor 3 bis 6 Millionen Jahren abgeschlossen war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Garcia et al. 2012&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 2001&amp;quot; /&amp;gt; Häufig wird eine relativ nahe Verwandtschaft mit der ausgestorbenen Art &amp;#039;&amp;#039;Tapirus mesopotamicus&amp;#039;&amp;#039; gesehen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ferrero et al. 2007&amp;quot; /&amp;gt; aufgrund zu geringen Fossilmaterials und weniger morphologischer Unterschiede zum Flachlandtapir wird eine Unterscheidung dieser beiden Arten als schwierig angesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Perini et al. 2011&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedrohung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Two Tapirus pinchaque.jpg|mini|Zwei Bergtapire im Zoo von [[San Francisco]]]]&lt;br /&gt;
Der Bergtapir wird von der [[IUCN]] als stark gefährdet („endangered“) geführt. Ursprünglich war die starke Bejagung Ursache für die Gefährdung des Bergtapirs. Heute tragen, in Verbindung mit der zunehmenden menschlichen Besiedlung, Waldrodungen und die Zerstörung bzw. Zersplitterung der Landschaften zum Rückgang der Populationen bei. Dies führt dazu, dass große, zusammenhängende Landschaftsräume in den Anden nur noch selten existieren. Weiterhin vertreibt die Konkurrenz von Hausrindern, die teilweise sogar auf den Bergwiesen in den Nationalparks weiden, die Tapirart aus weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes. Die Gesamtpopulation wird auf 2500 Tiere geschätzt, womit dies der seltenste Tapir ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IUCN&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kolumbien kommt die Art in sieben Nationalparks vor, etwa im [[Parque Nacional Natural Sumapaz|Nationalpark Sumapaz]], der besonders große Flächen an geeignetem Lebensraum für den Bergtapir beherbergt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lizcano et al. 2002&amp;quot; /&amp;gt; Eines der wichtigsten Refugien des Bergtapirs in Südamerika ist darüber hinaus der [[Sangay-Nationalpark]] in [[Ecuador]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 1996&amp;quot; /&amp;gt; Weitere Schutzbemühungen finden auch im nördlichen Peru statt, wo kleine Populationen des Bergtapirs nahe dem Cerro Negro leben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 2009&amp;quot; /&amp;gt; In einigen Regionen in Kolumbien und Ecuador dient der Bergtapir auch als Haustier.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Padilla et al. 2010&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ronald M. Nowak: &amp;#039;&amp;#039;Walker’s Mammals of the World&amp;#039;&amp;#039;. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.&lt;br /&gt;
* Miguel Padilla, Robert C. Dowler, Craig Downer: &amp;#039;&amp;#039;Tapirus pinchaque (Perissodactyla: Tapiridae).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mammalian Species&amp;#039;&amp;#039; 42 (863), 2010, S. 166–182.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Downer 2001&amp;quot;&amp;gt;Craig C. Downer: &amp;#039;&amp;#039;Observations on the diet and habitat of the mountain tapir (Tapirus pinchaque).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Zoology&amp;#039;&amp;#039; 254, 2001, S. 279–291.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tapirus pinchaque|&amp;#039;&amp;#039;Tapirus pinchaque&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bergtapir}}&lt;br /&gt;
* {{IUCN&lt;br /&gt;
|Year=2012&lt;br /&gt;
|ID=21473&lt;br /&gt;
|ScientificName=Tapirus pinchaque&lt;br /&gt;
|YearAssessed=2008&lt;br /&gt;
|Assessor=A. G. Diaz u.&amp;amp;nbsp;a.&lt;br /&gt;
|Download=23. Februar 2013&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
* [http://www.ultimateungulate.com/Perissodactyla/Tapirus_pinchaque.html Fotos, Verbreitungskarte und weitere Informationen] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tapire]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gert Voigt</name></author>
	</entry>
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