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	<title>Bergjuden - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T03:57:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bergjuden&amp;diff=47931&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alumni.aserbaidschan: Am 3. Februar 2020 wurde in Quba, Aserbaidschan, das weltweit erste Museum eröffnet, das der Geschichte und Kultur der Bergjuden gewidmet ist.</title>
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		<updated>2025-02-23T14:03:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Am 3. Februar 2020 wurde in Quba, Aserbaidschan, das weltweit erste Museum eröffnet, das der Geschichte und Kultur der Bergjuden gewidmet ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Mountain jewish woman.jpg|mini|Bergjüdin mit Kindern, ca. 1900 (Quelle: [[Jewish Encyclopedia]] von 1905–1906)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bergjuden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{RuS|Горские евреи}}, &amp;#039;&amp;#039;Gorskije jewrei&amp;#039;&amp;#039; „Bergjuden“) bezeichnet man die einheimische [[Juden|jüdische]] Bevölkerung in [[Dagestan]] und Nord-[[Aserbaidschan]], in geringerer Zahl auch in [[Kabardino-Balkarien]], [[Tschetschenien]], der [[Region Stawropol]] sowie in [[Karatschai-Tscherkessien]] und der [[Region Krasnodar]]. In Israel werden Bergjuden &amp;#039;&amp;#039;Kavkasim&amp;#039;&amp;#039; („Kaukasier“) genannt (manchmal gemeinsam mit den [[Georgische Juden|Georgischen Juden]]); Aserbaidschaner nennen sie &amp;#039;&amp;#039;Dağ yahudiləri&amp;#039;&amp;#039; (abgeleitet von &amp;#039;&amp;#039;dağ&amp;#039;&amp;#039;, aserbaidschanisch für „Berg“, und &amp;#039;&amp;#039;yahudi&amp;#039;&amp;#039; „Jude“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Asif Masimov |url=http://www.masimovasif.net/das-judentum-in-aserbaidschan-jerusalem-des-kaukasus/ |titel=Das Judentum in Aserbaidschan: Jerusalem des Kaukasus |werk=masimovasif.net |datum=08.10.2019 |abruf=06.01.2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Bergjuden (über 50.000) leben heute nach der [[Alija]] in [[Israel]]. Die russische Volkszählung im Jahre 2002 ermittelte nur noch 3394 Bergjuden, die Bürger [[Russland]]s sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bergjuden sprechen eine [[Iranische Sprachen|iranische]] Sprache (&amp;#039;&amp;#039;Juvuri&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Juhuri]]&amp;#039;&amp;#039; genannt), die der [[Tatische Sprache|tatischen]] und [[Persische Sprache|persischen]] Sprache sehr nahesteht. Sie bezeichnen sich selbst als &amp;#039;&amp;#039;Juhuro&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Juvuro&amp;#039;&amp;#039; im [[Quba (Rayon)|Quba]]-Dialekt), was übersetzt „Juden“ bedeutet. Eine alternative Selbstbezeichnung ist &amp;#039;&amp;#039;[[Tat (Volk)|Tat]]&amp;#039;&amp;#039;. Die [[jüdische Religion]] und die jüdischen Bräuche wurden über Jahrhunderte beibehalten und gepflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Vorfahren der Bergjuden stammten aus dem [[Perserreich|alten Persien]], wahrscheinlich aus [[Atropatene]], das in vorislamischer Zeit eine große jüdische Minderheit hatte, aus [[Fars]] und wohl zuvor aus dem Irak.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Artikel „Tat“ in der &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des Islam&amp;#039;&amp;#039; erste Ausgabe, Leiden 1903–1936 von [[Wladimir Minorski]]- ihre alte Tradition, die Synagogen nach Westen, statt nach Jerusalem auszurichten, spricht für eine zuvor weit südlichere Herkunft, auch ihre Aussprache des Tatischen spricht für ein ehemaliges Siedlungsgebiet im arabischsprachigen Raum und ist nicht durch aramäische oder hebräische Spracheinflüsse erklärbar&amp;lt;/ref&amp;gt; Erste Siedlungen und die ältesten [[Synagoge]]n fand man in [[Derbent]] in Dagestan, weiter siedelten sie in der Region [[Quba (Rayon)|Quba]], im [[Tabassaranen]]-Gebiet und am östlichen Ende des [[Kaukasus]]. Bis ins 20. Jahrhundert lebten sie auch in der Region [[Schirwan]] nördlich der [[Kura]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wann jüdische und nichtjüdische „Taten“ nach [[Albania]] beziehungsweise [[Arrān]] einwanderten. Vermutlich war es eine vorislamische Ansiedlung um 510. [[Al-Balādhurī]] berichtete,&amp;lt;ref&amp;gt;Baladhuri, S.&amp;amp;nbsp;194&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Chosrau I.]], der die „[[Hunnen]]mauer“ rund um [[Derbent]] zu einer Befestigungsanlage von 400&amp;amp;nbsp;km Länge gegen nördliche Steppenvölker ausbaute, hatte an den Befestigungen loyalere [[Zoroastrismus|zoroastrische]] und jüdische Bevölkerung angesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Emanuel Sarkisyanz]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der orientalischen Völker Russlands bis 1917.&amp;#039;&amp;#039; München 1961, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Derbenter Lokalgeschichte &amp;#039;&amp;#039;Darbandname&amp;#039;&amp;#039; erklärt genauer, Chosrau habe in Derbent und Umgebung Menschen aus Atropatene und Fars angesiedelt, weiter südlich dagegen Menschen aus Fars und dem Irak.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Darband-nama.&amp;#039;&amp;#039; Druckausgabe von Aleksandr K. Kazembek (französisch), St. Petersburg 1851, S.&amp;amp;nbsp;461&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Minderheitsmeinung der historischen Forschung sieht die Zuschreibung der Ansiedlung auf Chosrau I. als Legende und stellte die Hypothese auf, die meisten Taten und Bergjuden seien erst in frühislamischer Zeit in die Region geflüchtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese These vertrat zuerst [[Heinrich Julius Klaproth]], der argumentierte, die von Chosrau I. angesiedelten seien vielmehr [[Tabassaranen]] und christliche Armenier und [[Udinen]] gewesen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Minderheitsmeinung wird von den meisten Forschern nicht anerkannt. Während die Ansiedlung in der Region schon durch vorislamische Sassaniden also mehrheitlich anerkannt ist, gibt es weiterhin Debatten, ob die Zuschreibung auf Chosrau I., den „gerechten König Kisra“ der Legende, historisch stimmt, oder ob sie schon auf [[Yazdegerd II.]], [[Kavadh I.]] oder erst [[Chosrau II.]] zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mountain Jews Guba.jpg|mini|Bergjüdische Schulklasse in Quba Anfang 20. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
Bergjuden wurden vom [[Chasaren|chasarischen]] [[Khan|Kagan]], der zuvor zum [[Judentum]] [[Konversion (Religion)|übergetreten]] war, während seiner zeitweiligen Herrschaft in der Region unter Schutz gestellt. In den Bräuchen nichtjüdischer Taten gibt es [[Zoroastrismus|zoroastrische]] Überbleibsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu den meisten regionalen jüdischen Gruppen ([[Aschkenasim]], [[Sephardim]], [[Bucharische Juden]] usw.), die aufgrund ihrer sozialen Minderheitenposition, teilweise auch durch Migrationen oder Restriktionen des Landbesitzes, seit dem Mittelalter meist in [[Shtetl|Kleinstädten]] oder Stadtvierteln von Handwerk, Dienstleistungen oder Handel lebten, waren Bergjuden (wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[kurdische Juden]]) eine vorwiegend von der Landwirtschaft lebende dörfliche Bevölkerung. Auch die Traditionen muslimischer und jüdischer „Taten“ ähnelten denen benachbarter wehrhafter Bergvölker. Das änderte sich erst mit der allgemeinen Modernisierung und Verstädterung seit dem 19. Jahrhundert. Seit dieser Zeit gemeinsamer Zugehörigkeit zu Russland kam es auch zu religiösen und kulturellen Kontakten mit osteuropäischen Juden, deren Ergebnis z.&amp;amp;nbsp;B. die Einführung von [[Mikwe|Mikwaot]] oder [[klezmer]]ähnlicher Klarinettenmusik neben der weiterhin gepflegten kaukasischen Tanzmusik ([[Lesginka]] u.&amp;amp;nbsp;a.) war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Holocaust ==&lt;br /&gt;
Als im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] [[Wehrmacht|deutsche Truppen]] Ende 1942 den nördlichen [[Kaukasus]] besetzten und dort einige tausend Bergjuden vorfanden, gab es unter [[Nationalsozialismus|NS]]-Autoritäten (darunter [[Theodor Oberländer]]) Diskussionen über die Frage, ob diese ihnen bis dahin kaum bekannte Minderheit nach Bekenntnis oder auch nach [[Antisemitismus (bis 1945)|Rassekriterien]] als jüdisch einzustufen war. Mehrere hundert Bergjuden wurden bis zum Rückzug der Deutschen 1943 ermordet. So wurden am 19. August und am 20. September 1942 850 Bergjuden in der Nähe von [[Mosdok]] (Kolchosen &amp;#039;&amp;#039;Bogdanowka&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Menschinskoje&amp;#039;&amp;#039;) ermordet; weitere 1000 fielen den Deutschen im Oktober 1942 in [[Naltschik]] in die Hände und wurden zum Tragen des [[Judenstern]]s und zur [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeit]] gezwungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kiril Feferman: „[http://hgs.oxfordjournals.org/content/21/1/96.full#xref-fn-79-1 Nazi Germany and the Mountain Jews: Was There a Policy?]“, in: Richard D. Breitman (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Holocaust and Genocide Studies&amp;#039;&amp;#039; Volume 21 Spring 2007, [[Oxford University Press]], Seiten 96–114.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mehrzahl blieb jedoch von der [[Holocaust|planmäßigen Vernichtung]] verschont. Allerdings lebten die meisten Bergjuden in Süd-Dagestan und Nord-Aserbaidschan, Regionen, die die Wehrmacht nicht erreicht hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung nach 1990 ==&lt;br /&gt;
Anfang der 1990er Jahre wurden einige der in der Kleinstadt [[Qırmızı Qəsəbə]] (russisch: [[Krasnaja Sloboda]], „Rote Siedlung“) aufgewachsenen Bergjuden wie [[Telman Mardanowitsch Ismailow|Telman Ismailow]], [[Sarach Ilijew]] oder [[God Semjonowitsch Nissanow|God Nissanow]] auf den neu entstandenen [[Moskau]]er Märkten, wie dem [[Tscherkisowoer Markt]], tätig und wurden im Laufe der Jahre durch ihre Geschäfte reich. Heute beherrschen sie einen Teil der Moskauer Einkaufszentren und besitzen in Moskau Immobilien, so zum Beispiel das im [[stalin]]istischen [[Zuckerbäckerstil]] errichtete [[Hotel Ukraina]]. Eine Verbundenheit zu ihrer Heimat besteht weiter, was sich in der Qualität der Straßen, der [[Jüdischer Friedhof|jüdischen Friedhöfe]], der neuen [[Synagoge]] &amp;#039;&amp;#039;Bet Knesset&amp;#039;&amp;#039; und dem Äußeren der Häuser in Qırmızı Qəsəbə zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Marktwirtschaft am Anfang.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&amp;#039;&amp;#039; vom 11. April 2011, Seite 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland lebt die fünftgrößte Gemeinde der Bergjuden weltweit. 2014 hat sich in Frankfurt am Main der Verein &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde der Bergjuden in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.gbjd.org/ Gemeinde der Bergjuden in Deutschland]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. Februar 2020 wurde in Quba, Aserbaidschan, das weltweit erste Museum eröffnet, das der Geschichte und Kultur der Bergjuden gewidmet ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Asif Masimov |url=https://www.masimov.de/museum-der-bergjuden-in-guba-aserbaidschan-geschichte-kultur-entdecken/ |titel=Museum der Bergjuden in Guba, Aserbaidschan – Geschichte &amp;amp; Kultur entdecken |werk=masimovasif.net |sprache=de |abruf=23.02.2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Karäer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Kiril Feferman: &amp;#039;&amp;#039;Nazi Germany and the Mountain Jews. Was There a Policy?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Holocaust Genocide Studies&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 21 (2007), S. 96–114, {{ISSN|8756-6583}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mountain Jews|Bergjuden}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Bergjude}}&lt;br /&gt;
* [https://vimeo.com/73377119 Russische Reportage in Englisch] über die Gemeinde in [[Naltschik]]&lt;br /&gt;
* [https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/baku-an-der-isar/ Ellen Presser: &amp;#039;&amp;#039;Tradition. Baku an der Isar. Im Dezember gründete sich in München der Verein kaukasischer Bergjuden.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;juedische-allgemeine.de&amp;#039;&amp;#039; 8. Januar 2023.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Geschichte der Juden in Asien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Dagestan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Aserbaidschan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie im Kaukasus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migration (Aserbaidschan)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alumni.aserbaidschan</name></author>
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