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	<title>Berggeist - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-29T18:45:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Berggeist&amp;diff=1626629&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hejkal: /* Literatur */ lf</title>
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		<updated>2026-04-16T15:07:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berggeist&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|daemon subterraneus}}, „Unter-Tage-Dämon“; daneben auch &amp;#039;&amp;#039;daemon metallicus&amp;#039;&amp;#039;, „Bergwerksdämon“) ist der Oberbegriff für verschiedene [[Fabelwesen]], die in [[Bergwerk]]en oder im Gebirge zu finden sind. Bekannte Beispiele sind der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bergmönch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bergteufel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und die koboldartigen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bergmännchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder [[Troll (Mythologie)|Trolle]]. Später wurde der Begriff in weiterem Sinn auch auf [[Waldgeist|Wald-]] und Gebirgsgeister, wie [[Rübezahl]] (Riesengebirge), ausgedehnt. Weitere geläufige Bezeichnungen für Berggeister sind etwa &amp;#039;&amp;#039;Knappenmandl&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Grubenmännlein&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Lötterl&amp;#039;&amp;#039; (Slowenien). Namen für einzelne Berggeister sind &amp;#039;&amp;#039;Nickel&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gottfried Schatz |Titel=Der Kobold in mir: Was das Kobalt unseres Körpers von der Geschichte des Lebens erzählt |Sammelwerk= [[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2009-02-27 |ISSN=0376-6829 |Online=http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/der_kobold_in_mir_1.2104072.html |Abruf=2012-06-03 |Zitat=Die Fabelwelt der Alpen war stets reich an Schreckensgestalten. In Winternächten bedrohten Perchten, Habergeissen und Krampusse einsame Wanderer, und tief unter Tag spiegelten die Berggeister Kobold und Nickel in Gestalt gleissender Erze den Knappen Silberadern vor. Anstatt des begehrten Edelmetalls lieferten diese Erze bei der Schmelze jedoch nur unansehnliche Schlacke – und der Kobold dazu noch hochgiftiges Arsenoxid, das unter dem Namen «Hüttrauch» als heimtückisches Mordgift berüchtigt war.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, &amp;#039;&amp;#039;Skarbnik&amp;#039;&amp;#039; (Schatzhüter, Oberschlesien), &amp;#039;&amp;#039;Gübich&amp;#039;&amp;#039; (Harz) und &amp;#039;&amp;#039;Gangerl&amp;#039;&amp;#039; (Gegend um [[Budweis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorläufer ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wenzel II Kuttenberger Bergordnung 1280 (01).jpg|mini|Ein nacktes Bergmännchen sitzt zu Füßen König Wenzels.]]&lt;br /&gt;
Der Begriff „Bergmännlein“ wird 1487 zum ersten Mal als Name einer Grube in [[Schneeberg (Erzgebirge)|Schneeberg]] erwähnt. Etwa zur selben Zeit findet sich auf einem [[Holzschnitt]] zum &amp;#039;&amp;#039;Judicium Jovis&amp;#039;&amp;#039; des Humanisten [[Paulus Niavis]], der ältesten Dichtung zum erzgebirgischen Bergbau, eine Darstellung von drei nackten, kindlichen Wesen, ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale, die als Schutzgeister des Bergbaus interpretiert werden. Wahrscheinlich lehnt sich diese Art der Darstellung an die antiken [[Penaten]] an, die über die Speisekammer und die Vorräte eines Haushaltes wachten. An anderer Stelle berichtet Niavis aber auch davon, dass die Bergleute in Schneeberg gefährliche Unter-Tage-Dämonen kannten, „die den Menschen Gewalt antun“. In einer Prager [[Miniaturmalerei|Miniatur]] von 1525, über die Verleihung des [[Münzrecht]]s an die Bergleute von [[Kuttenberg]] durch [[Wenzel II. (Böhmen)|Wenzel II.]], kauert zu Füßen des Königs ebenfalls eine kleine, nackte Figur, die den Bergleuten zur Begrüßung ein [[Grubenlicht]] entgegenstreckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Systematik der Berggeister bei Agricola ==&lt;br /&gt;
In seinen [[montanwissenschaft]]lichen Schriften &amp;#039;&amp;#039;Bermannus&amp;#039;&amp;#039; (1530), &amp;#039;&amp;#039;De animantibus subterraneis&amp;#039;&amp;#039; (1549) und &amp;#039;&amp;#039;De re metallica&amp;#039;&amp;#039; (1556) versuchte [[Georgius Agricola]] unter anderem die ihm bekannten Überlieferungen der [[Bergleute]] mit den Ansichten mittelalterlicher [[Dämonologie|Dämonologen]], wie [[Michael Psellos]] und [[Johannes Trithemius]], in Übereinstimmung zu bringen. Psellos z.&amp;amp;nbsp;B. unterteilte die [[Dämon]]en in sechs Klassen, von denen er die fünfte, die „Unterirdischen“, neben den „Lichthassern“, zu den bösartigsten und gefährlichsten rechnete, weil sie mit einem festen Körper ausgestattet seien. Dem setzte Agricola entgegen, dass es neben solchen bösartigen Berggeistern auch harmlose und gutmütige gäbe. Diese beiden Arten von Berggeist bezeichnete er (und das Glossar zu &amp;#039;&amp;#039;De animantibus&amp;#039;&amp;#039;) als:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;daemon subterraneus truculentus&amp;#039;&amp;#039; (lat.: finster, grob, wild): „bergteufel“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;daemon subterraneus mitis&amp;#039;&amp;#039; (lat.: mild, friedlich): „bergmennel“, „kobel“, und „guttel“&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den Theologen seiner Zeit rechnete er diese Geister auch zu den [[Lebewesen]] und nicht zu den rein [[Geist|geistigen Wesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Beispiele für einen „Bergteufel“ erwähnt Agricola hier zum ersten Mal einen Geist mit wilden Augen und langgestrecktem Hals (wie ein Pferd), der in [[Annaberg-Buchholz|Annaberg]] zwölf Arbeiter durch seinen giftigen Atemhauch getötet haben soll, woraufhin das Bergwerk, trotz seiner hohen Silbergehalte, aufgegeben wurde. In den frühen Übertragungen ins Deutsche ist aber direkt von einem „Pferd“ mit langem Hals und wilden Augen die Rede, und in dieser Gestalt ist dieser (namenlose) Geist auch in die [[Sage]] eingegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel ist ein Geist in einer schwarzen Kutte, der in der Grube St. Georg auf dem [[Schneeberg (Erzgebirge)|Schneeberg]] einen Arbeiter hochgehoben und in eine silberreiche Höhle versetzt haben soll, „nicht ohne ihn übel zuzurichten“. In neueren Übertragungen ist allerdings nur von aufgehobenem Handwerkszeug die Rede, das der Geist, „nicht ohne körperliche Anstrengung“ in eine höher gelegene Strecke hinaufschaffte. Auch wenn Agricola ihn nicht so nennt, handelt es sich bei diesem Geist offenbar um den boshaften Bergmönch, der später besonders im [[Harz (Mittelgebirge)|Harz]], im [[Erzgebirge]], in [[Sachsen]] und [[Siebenbürgen]] Eingang in die Bergmannssagen fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen gefährlichen, bösartigen Einzelgängern stellt Agricola die geselligen „Bergmännchen“ entgegen. Diese zeigen bei ihm das charakteristische Verhalten von [[Kobold]]en: Sie kichern fröhlich und machen sich durch Geräusche (Klopfen etc.) oder Steinwürfe bemerkbar, laufen hierhin und dorthin und imitieren arbeitende Menschen. Meist sind sie unsichtbar. Ansonsten erscheinen sie in Gestalt von drei Spannen großen Greisen, die die typische Arbeitskleidung der Bergleute mit Kapuzenkittel und [[Arschleder]] tragen. Dieses Aussehen wurde von nun an kanonisch für [[Zwerg (Mythologie)|Zwerge]]. Auch wenn sie die Bergleute manchmal necken, so schaden sie ihnen nur selten (nur nachdem sie durch Gelächter oder Schimpfworte beleidigt worden sind). Die Bergleute haben nichts gegen die Anwesenheit der Bergmännchen. Im Gegenteil gelten sie als gutes Vorzeichen für reiche Funde (daher die Bezeichnung Guttel). Agricola selbst vergleicht sie mit den oberirdischen [[Hausgeist]]ern, die den Menschen im Haushalt oder beim Viehfüttern helfen (ähnlich wie [[Wichtel]] oder [[Heinzelmännchen]]), sowie mit den skandinavischen [[Troll (Mythologie)|Trollen]], allerdings auch letztere in einer harmlosen, „domestizierten“ Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bergteufel in der Theologie vs. Gnome in der Naturphilosophie ==&lt;br /&gt;
Diese klare Einteilung in freundliche und feindliche Berggeister, die vermutlich an die [[Dualismus|dualistische]] Trennung von Engeln und Teufeln angelehnt ist, wurde aber bereits von Agricolas Zeitgenossen teilweise wieder verwischt. Schon von den Übersetzern seines &amp;#039;&amp;#039;Bermannus&amp;#039;&amp;#039; wurden auch die menschenfeindlichen Berggeister wieder als „Bergmännel“ bezeichnet. Nur [[Sebastian Münster]] behielt in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Cosmographia (Sebastian Münster)|Cosmographia]]&amp;#039;&amp;#039; die strikte Trennung zwischen „klein teüfelin“ und „bergmenlin“ weiter bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olaus Magnus - On Rocik Trolls.JPG|mini|Ein schwarzer Bergteufel (bzw. [[Troll (Mythologie)|Felsentroll]]), rechts unten, arbeitet mit einem [[Strahlstock]] in einem norwegischen Bergwerk. Olaus Magnus: &amp;#039;&amp;#039;Historia de gentibus septentrionalibus&amp;#039;&amp;#039;, Buch 6, Kap. 10, 1555.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem religiös aufgeheizten Klima von [[Reformation]] und [[Gegenreformation]] ging die Diabolisierung des Berggeistes stetig voran: [[Martin Luther]] schreibt besonders das Unwesen des Bergmönches dem direkten Wirken [[Satan]]s zu, der auch die Bergleute durch Lug und Trug ins Verderben zu stürzen versucht. Der Reformator und Prediger [[Johannes Mathesius]] kennt zwar noch die Begriffe „Cobelt“ und „Gütlein“, aber ihre menschenfreundliche Wesensart scheint vergessen. Allesamt sind bloße [[Gespenst]]er. Der „Bergteufel“ ist umgeben von zahlreichen „Bergteufelein“, und so wie diese haben auch die „Bergmennel“ nichts anderes im Sinn, als den Bergmann zu erschrecken und in den Tod zu stürzen. Auch im Werk des Katholiken [[Olaus Magnus]] wird der Berggeist durchgängig in der damaligen Ikonographie des Teufels dargestellt (selbst wenn er bei der Arbeit „mithilft“): mit großen Ohren, oder Hörnern, schnabelartigen Schnauzen, Krallenhänden und Raubvogelfüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Impulse, aber auch Verwirrung, stiftete [[Paracelsus]], indem er die Berggeister in den Rahmen der [[Vier-Elemente-Lehre]] einordnete und zu [[Elementargeist]]ern erklärte. Er bezeichnete die Berggeister als „Pygmäen“ (die aber, bis auf ihre kleine Statur, fast nichts mit den [[Pygmäen (Mythologie)|Pygmäen]] der antiken Tradition zu tun haben), oder, mit einem griechischen Fremdwort unklarer Bedeutung, als [[Gnom]]e. Anders als Agricola schreibt Paracelsus den Erdgeistern keineswegs einen festen Körper zu, sondern hält sie, im Gegenteil, für äußerst subtil und nahezu körperlos, da sie sich durch das dichteste aller Elemente, Erde, bewegen können. Ähnlich wie die [[Salamander]] bestünden sie aus einer feurigen Lichtsubstanz. Da sie sich aber auch mühelos durch weniger dichte Elemente bewegen können, treten sie wie die [[Undinen]] zuweilen auch mit Menschen in Kontakt. Dann erscheinen sie in Gestalt von [[Irrlicht]]ern, Gespenstern oder traditionell als hilfreiche, kleine Männchen. So wie die anderen Elementargeister haben die Gnome keine [[Seele]]. Diese können sie nur durch die Heirat mit einem Menschen erlangen. Die eventuellen Nachkommen von Gnomen und Menschen sind Zwerge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berggeister in der Sage ==&lt;br /&gt;
Im weiteren kehrten solche Vorstellungen aus den Schriften humanistischer Renaissance-Gelehrter wieder in die volkstümlichen Erzählungen zurück. Dort wurden die einzelnen Elemente in vielfältigster Weise neu miteinander kombiniert und gelangten von dort aus in die [[Sage]]nsammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
[[Datei:Duch gór.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Duch Gór&amp;#039;&amp;#039;, ein Berggeist]]&lt;br /&gt;
Der einzelgängerische Berggeist nimmt dabei immer mehr Züge der geselligen Bergmännchen an. Wie diese erscheint er nun oft in der Gestalt eines alten Männleins in Bergmannskleidung. Ebenso kann er die Bergleute zu neuen Fundstätten führen und hilft ihnen gelegentlich höchstpersönlich beim Abbau der Erze. Manchmal bringen die Bergleute ihm Opfer (tägliche Speisen und [[Geleucht]], ein rotes Röcklein im Jahr). Bei Nichterfüllung versiegt das Erz, oder der Säumige wird vom Berggeist getötet. Generell belohnt der Berggeist Fleiß und Ehrlichkeit, bestraft aber Habgier und Wortbruch. Wie die Gnomen des Paracelsus kann er durch das Gestein gehen, erscheint oft auch über Tage, bei den Schächten, im Gebirge und im Wald (wo noch unbekannte reiche Erzadern zu finden sind). Meist wird der Berggeist als männlich angesehen, manchmal aber auch als weiblich, als schöne [[Fee]] oder [[Weiße Frau]], die sich zuweilen in einen Bergmann verliebt. Selten handelt es sich beim Berggeist um einen [[Wilder Mann|Wilden Mann]] (Gründungssage von [[Wildemann|Wildermann]] im Harz), oder um einen [[Wassermann (Mythologie)|Wassermann]] (in einem See bei [[Erzberg]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die koboldartigen Bergmännchen erscheinen immer mehr wie feenartige Wesen: ihre Kleidung ist (für Bergleute) entweder auffällig „farblos“ (weiß, grau, silber), oder auffällig bunt (rot, grün). Ihre Feste und Tänze führen sie nicht nur in unterirdischen Höhlen und Palästen durch, sondern auch auf Wiesen im Mondlicht. Gelegentlich (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Banská Štiavnica]]) erscheinen die Berggeister sogar in Gestalt barfüßig tanzender Mädchen. In Erzählungen über einen Krieg zwischen verschiedenen Zwergenvölkern schimmert aber zuweilen noch der Dualismus zwischen „Bergteufelein“ und „Bergmännlein“ durch. Daneben erscheinen die Berggeister auch als kleine Tiere, z.B, als [[Ratten]] (die aus Gebirgsspalten herauslaufen), oder als schwarze [[Vögel]], [[Fliegen]] und [[Hornisse]]n etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Bergmönch ===&lt;br /&gt;
Besonders der Bergmönch wurde zu einer ausgesprochen widersprüchlichen Figur: anstatt in der Gestalt eines Mönches erscheint er auch als [[Riese]] mit Kapuze (mit sprühenden Augen, groß wie Kutschenräder), in der Gestalt eines [[Steiger (Bergbau)|Steigers]] oder [[Bergmeister]]s (mit einem silbernen Grubenlicht) oder noch häufiger als [[Berggeschworener|Geschworener]]. Tatsächlich wird er in manchen Sagen für das Gespenst eines toten Bergmeisters gehalten, der sich nicht von seiner geliebten Arbeit trennen konnte, und nun für immer in den Stollen und Gruben umgehen muss. Noch immer ist er gefährlich, wie ein Bergteufel, und tötet mit seinem Gifthauch die Bergleute, die sich über ihn beschweren. Er lässt [[Stollen (Bergbau)|Stollen]] einstürzen oder verursacht Wassereinbrüche und [[Schlagwetter]]. Andererseits handelt es sich bei den Bergleuten, die er in die Schächte oder Räderwerke wirft, meist um ungerechte Aufseher oder habgierige Lügner. Arme Bergleute beschenkt er hingegen mit reichem Erz und Geld. Verschütteten bringt er Nahrung und erneuert den [[Unschlitt]] auf ihren Lampen. Für die Mithilfe bei der Arbeit verlangt er die Hälfte am Lohn. Wenn der Bergmann tatsächlich ehrlich mit ihm teilen will, dann schenkt er ihm auch noch die andere Hälfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Schatzhüter ===&lt;br /&gt;
Eine wichtige Funktion des Berggeistes ist die des Schatzhüters. In unterirdischen Höhlen und Palästen bewacht er unermessliche Schätze an Edelmetallen und Edelsteinen. Oft handelt es sich bei diesen Wächtern um dämonische Wesen, wie [[Schwarzer Hund|schwarze Hunde]], [[Schlangen]], [[Basilisk (Mythologie)|Basilisken]], [[Drache (Mythologie)|Drachen]], oder die Gespenster frevelhafter und verdammter Bergleute. Manchmal handelt es sich beim Schatzhüter um einen [[Scharfrichter]], mit rotem Mantel und bloßem Schwert, der aber nur die Feiglinge tötet, die vor ihm zurückweichen, die Mutigen jedoch passieren lässt. Selbst der leibhaftige [[Teufel]] fungiert zuweilen als Schatzhüter. Der oberschlesische &amp;#039;&amp;#039;Skarbnik&amp;#039;&amp;#039; hat viele Ähnlichkeiten sowohl mit dem Bergmönch als auch mit Rübezahl, benimmt sich aber tendenziell noch bösartiger. Er tritt meist in Gestalt eines Bergmannes auf, hat aber pechschwarze oder rotglühende Augen. Allein durch seinen Blick kann er einen Eindringling unheilbar krank machen. Während die Bergleute im Allgemeinen auf das Wohlwollen der Schatzhüter angewiesen sind, wenn sie reiche Funde machen wollen, besitzen die [[Walen]] in den Sagen oft auch Macht über die Schatzhüter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich ist es aber auch die „Herrin des Berges“, die über die anderen Berggeister herrscht, die Schätze hütet und nach Gutdünken zuweisen kann (z.&amp;amp;nbsp;B. an ihren Geliebten), oder wieder verschwinden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Rezeption ==&lt;br /&gt;
* Sowohl das Metall [[Nickel]], als auch das Mineral [[Nickelin (Mineral)#Etymologie und Geschichte|Nickelin]] wurden nach dem Berggeist [[Nikolaus|Nickel]] benannt, der vermeintliche Kupfererze verhexte, so dass aus ihnen kein [[Kupfer]] mehr zu gewinnen war. In ähnlicher Weise galten Kobolde als „Silberräuber“, da die nach ihnen benannten [[Cobalt|Kobalterze]] mit Silbererzen verwechselt wurden. Siehe auch [[Wolfram]]&lt;br /&gt;
* Ein Ortsteil der Gemeinde [[Murnau am Staffelsee]] ist nach dem Berggeist benannt, der [[Berggeistweiher]] ebenso die [[Grube Berggeist]] bei Brühl im Rheinland.&lt;br /&gt;
* Die Oper &amp;#039;&amp;#039;Der Berggeist&amp;#039;&amp;#039; von [[Georg Anton Bredelin]] ist heute nicht mehr erhalten.&lt;br /&gt;
* Ebenso trägt die romantische Oper von [[Louis Spohr]] (1824) den Namen &amp;#039;&amp;#039;Der Berggeist&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Das Gemälde &amp;#039;&amp;#039;Der Berggeist&amp;#039;&amp;#039; von [[Josef Madlener]] stellt einen alten Mann mit langem weißen Bart dar, der einen breitkrempigen grünen Hut trägt, sowie einen weiten roten Kapuzenmantel, der in einem bewaldeten Gebirgstal auf einem Steinblock sitzt, während ihm ein Reh aus der Hand frisst. [[J.R.R. Tolkien]] besaß eine Postkarte mit einer Reproduktion dieses Gemäldes, das ihn, nach eigener Aussage, zur Figur des [[Gandalf]] inspirierte.&lt;br /&gt;
* Das Motiv des Zwergenkrieges zwischen verschiedenen Völkern von Erdmännchen findet sich in [[Tilde Michels]]’ Kinderbuch [[Kleiner König Kalle Wirsch]], das besonders durch die Fernsehproduktion der [[Augsburger Puppenkiste]] bekannt wurde.&lt;br /&gt;
* Auch in der zeitgenössischen Literatur wird das Fabelwesen adaptiert: So ist der &amp;#039;&amp;#039;Stollentroll&amp;#039;&amp;#039; in [[Walter Moers]]’ Roman [[Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär]] vom Charakter her dem Bergmönch ähnlich.&lt;br /&gt;
* In [[Leoben]] bestand eine [[Studentenverbindung]] „Berggeist Leoben“ mit den Farben grün-weiß-schwarz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Unbekannte Korporationen |Sammelwerk=Acta Studentica |Nummer=192 |Datum=2015-06 |Seiten=8ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Spätestens ab 1950 produzierte die Sprituosenfirma &amp;#039;&amp;#039;Hackel &amp;amp; Fischer&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Landesbranchenadressbuch Hessen, Band 3 1951, S. 970.&amp;lt;/ref&amp;gt; den Weinbrand „Berggeist“ in Lohfelden. [[Villa Elisabeth (Lohfelden)|Das Gebäude der Firma]] existiert bis heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Knockers]]&lt;br /&gt;
* [[Ōyamatsumi]]&lt;br /&gt;
* [[Querx]]&lt;br /&gt;
* [[Liste von Fabelwesen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=http://www.geschichten-aus-sachsen.de/erzgebirge.html&lt;br /&gt;
   |titel=Sagenhaftes Erzgebirge – Geschichten aus Sachsen&lt;br /&gt;
   |werk=geschichten-aus-sachsen.de&lt;br /&gt;
   |abruf=2017-06-12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl Haiding: &amp;#039;&amp;#039;Die Sagen von Bergwerksentstehung und Bergwerksuntergang.&amp;#039;&amp;#039; Kommentar zum Österreichischen Volkskunde-Atlas 5. Lieferung, 2. Teil, 1978&lt;br /&gt;
* [[Manfred Blechschmidt]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die silberne Rose. Europäische Bergmannssagen.&amp;#039;&amp;#039; Greifenverlag zu Rudolstadt, 1. Auflage, Leipzig, 1974&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Heilfurth]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Vorstellungskreis vom ‚Berggeist‛ bei Georg Agricola und seinen Zeitgenossen&amp;#039;&amp;#039;, Wien, 1967&lt;br /&gt;
* [[Leander Petzoldt]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister&amp;#039;&amp;#039;, Beck, 3. Auflage, München, 2003, ISBN 3-406-49451-X, S. 37–38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4847509-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergbaukultur und -tradition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fabelwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dämon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturgeist]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hejkal</name></author>
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