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	<title>Berg Qāf - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T20:06:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Berg_Q%C4%81f&amp;diff=1972859&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: vgl. exemplarisch https://simorgh.de/m_jamali/1p_prot_O_book_4C_291109_1f.pdf</title>
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		<updated>2026-03-01T17:45:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;vgl. exemplarisch https://simorgh.de/m_jamali/1p_prot_O_book_4C_291109_1f.pdf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berg Qāf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berg Ghaf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{faS|كوه قاف|d=Kūh-i Qāf|w=Kuh-e Ghāf}}, {{arS|جبل القاف|d=Ǧabal al-Qāf}}) ist in der [[Iranische Mythologie|iranischen Mythologie]] ein die Welt umgebendes Ringgebirge, jenseits dessen das unendliche [[Nichts#Naturwissenschaften|Nichts]] beginnt. Dieselbe [[Kosmogonie|kosmogonische]] Vorstellung gibt es bei zahlreichen [[Altaische Sprachen|altaischsprachigen]] Völkern in [[Zentralasien|Zentral-]] und [[Nordasien]]. Das [[Elburs-Gebirge]] mit dem [[Damavand]] in Iran und Kuh-e Ghor (Ghwor) sowie [[Hindukusch]] in Afghanistan, [[Kaukasus]] und [[Ural]] kommen unter anderem als mögliche Lokalisierungen des Gebirges in Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lokalisierungen ==&lt;br /&gt;
Der Name des Kaukasus ist sowohl in den Sprachen der islamischen Völker der Region – [[Aserbaidschanische Sprache|aserbaidschanisch]] &amp;#039;&amp;#039;Qafqaz&amp;#039;&amp;#039;, [[Türkische Sprache|türkisch]] &amp;#039;&amp;#039;Kafkas&amp;#039;&amp;#039; oder {{faS|قفقاز|d=Qafqāz}}, im Hebräischen wie auch bei den christlichen Völkern vom mythologischen Berg Qaf abgeleitet: {{RuS|Кавказ}}, &amp;#039;&amp;#039;Kawkas&amp;#039;&amp;#039;, {{HyS|Կովկաս}} &amp;#039;&amp;#039;Kavkáz&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Kapkoh&amp;#039;&amp;#039;), {{HeS|קווקז}} &amp;#039;&amp;#039;Kavkáz&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Aussprache-Variante des Namens &amp;#039;&amp;#039;Kaukasus&amp;#039;&amp;#039; ([[Griechische Sprache|griechisch]] Καύκασος) leitet sich von der [[Altgriechische Sprache|altgriechischen]] Lautung des Buchstabens „Y“ bei der Diphthongierung &amp;#039;&amp;#039;AY&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;AU&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;EY&amp;#039;&amp;#039; (lat. &amp;#039;&amp;#039;EU&amp;#039;&amp;#039;) nach dem 3. Jahrhundert v. Chr. ab, die seither im Griechischen als „AF“ bzw. „EF“, auch „AV“ bzw. „EV“, ausgesprochen wird und in dieser Lautform an nachfolgende Regionalsprachen weitergegeben wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der arabische Name für den Kaukasus &amp;#039;&amp;#039;Ǧabal al-Qāf&amp;#039;&amp;#039; stellt eine Übernahme aus dem Mittelpersischen dar.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;al-Ḳabḳ.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4, E.J. Brill, Leiden 1997, S. 341&amp;lt;/ref&amp;gt; In den [[Turksprachen]] steht &amp;#039;&amp;#039;Qaf&amp;#039;&amp;#039; für den realen Gebirgszug und zugleich für das mythologische Ringgebirge. Auf russischsprachigen Landkarten wird auch das zentralasiatische Gebirge [[Tian Shan]] so bezeichnet. Die [[Kirgisen]] nennen eine zentrale Bergkette im Tian Shan, deren Gipfel über 5000 Meter hoch ist, &amp;#039;&amp;#039;Köyqap&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Qap-too&amp;#039;&amp;#039;. Diese Namensgebung ist jedoch jüngeren Datums, denn im kirgisischen Nationalepos &amp;#039;&amp;#039;[[Manas (Epos)|Manas]]&amp;#039;&amp;#039;, das von Epensängern (&amp;#039;&amp;#039;Manaschis&amp;#039;&amp;#039;) bis ins 19. Jahrhundert nur mündlich überliefert wurde, kommt sie nicht vor. Erst in einer Version des &amp;#039;&amp;#039;Manas&amp;#039;&amp;#039; von 1920 wird Köyqap als Grenze zwischen der Menschenwelt und der Welt der Elfen ([[Pari (Mythologie)|Peris]]) und Ungeheuer erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel G. Prior, S. 437&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Mittelpersische Sprache|mittelpersischen]] kosmogonischen Schriften des [[Bundahischn]], die im 8./9. Jahrhundert zusammengestellt wurden, in ihrem Kern jedoch bis in die Zeit vor [[Zarathustra]] zurückgehen, wird das [[Elburs-Gebirge]] entsprechend lokalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persische Autor Hamdullāh Mustawfī-i Qazwīnī beschrieb im 14. Jahrhundert in seiner Kosmografie &amp;#039;&amp;#039;Nuzhat al-qulūb&amp;#039;&amp;#039; einen langen, von Westen nach Osten verlaufenden Gebirgszug, der sich von Arabien bis Turkestan erstreckte und den er als Teil des großen Ringgebirges Qaf verstand. Hierzu gehörten demnach auch das Elburs-Gebirge. Der arabische Geograf Ibn Ḥawqal (zweite Hälfte 10. Jahrhundert) schrieb von einem weltumspannenden Gebirge, das sich von China über den [[Hindukusch]], Elburs und Kaukasus bis nach Syrien und Nordafrika erstreckte. Beide Autoren hielten Kaukasus und Elburs für miteinander verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel G. Prior, S. 427f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Koh-e Qāf&amp;#039;&amp;#039; galt als spiritueller Ort für [[Sufismus|Sufi]]-Dichter. Er wurde noch im 19. Jahrhundert und in einer in den 1980er Jahren bei den [[Paschtunen]] aufgezeichneten Erzählung als verbotener Garten mit seltsamen Wesen darin mystifiziert. Ein Bezug zum Hindukusch kann sich in der Namensgebung &amp;#039;&amp;#039;Koh-i Kaf&amp;#039;&amp;#039; für ein „ungläubiges“ Volk in [[Kafiristan]] im Nordosten Afghanistans zeigen. Deren Name &amp;#039;&amp;#039;Kafiri&amp;#039;&amp;#039; (heute [[Nuristani]]) wird jedoch meist von arabisch &amp;#039;&amp;#039;[[kāfir]]&amp;#039;&amp;#039; („Ungläubige“) abgeleitet. Allgemein stand &amp;#039;&amp;#039;Qaf&amp;#039;&amp;#039; für den entlegensten Platz der Erde, wobei sich in der mittelalterlichen islamischen Geografie die zentralasiatischen Gebirge mit mythologischen Vorstellungen verbanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel G. Prior, S. 433f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythos vom Ringgebirge ==&lt;br /&gt;
Der Mythos eines die Erde umspannenden Ringgebirges reicht weit in die vorislamische Zeit zurück. Im altbabylonischen [[Gilgamesch-Epos]] gelangt der Held [[Gilgamesch]] jenseits der weiten Steppe zum Berg Mašu, einem gedanklichen Vorläufer des Ringgebirges, jenseits dessen sich das Himmelsgewölbe erhebt. Die nordöstlich des Ural lebenden [[Mansen]] kennen einen mythischen ersten Menschen, der sah, dass die wie eine Scheibe oder ein Brotlaib auf dem Wasser treibende Erde nicht zur Ruhe kam und sich Rat suchend an den Himmelsgott wandte. Dieser gab dem Urmenschen einen mit Silber beschlagenen Gürtel, mit dem er die Erde umbinden sollte. Als er dies getan hatte, wölbte sich die Erde am Rand auf und es entstand das Ringgebirge, bei dem es sich in diesem Fall um den Ural handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Vorstellungen führten bei den Russen am [[Petschora (Fluss)|Petschora]]-Fluss dazu, die sie umgebenden Berge als &amp;#039;&amp;#039;zemnoi pojas&amp;#039;&amp;#039; ([[Russische Sprache|russisch]] „Erdgürtel“) zu bezeichnen, was [[Siegmund von Herberstein]] in seinen Reisebeschreibungen aus dem 16. Jahrhundert in lateinischer Sprache &amp;#039;&amp;#039;cingulus mundi&amp;#039;&amp;#039; („Weltgürtel“) nennt und mit dem Ural verbindet. Vermutlich haben die europäischen Russen dieses Weltmodell, das sich auch mit einem zentralen [[Weltenberg]] verbinden lässt, von weiter östlich lebenden Völkern erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gürtel, mit dem die Welt umspannt wird, findet sich auch als „eiserner Gebirgsring“ bei den [[Mongolen]] und in [[Tibet]]; bei den [[Tataren]] reitet ein mythischer Held solange, bis er am Ende der Welt einen hohen Berg erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uno Harva]]: &amp;#039;&amp;#039;Die religiösen Vorstellungen der altaischen Völker.&amp;#039;&amp;#039; FF Communications N:o 125. Suomalainen Tiedeakatemia, Helsinki 1938, S. 23f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Qaf in der persischen Mythologie ==&lt;br /&gt;
Qaf dient als mythisches Motiv für die persische Dichtung, besonders für das Epos &amp;#039;&amp;#039;[[Schāhnāme]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Firdausi]] und für die Dichtung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Konferenz der Vögel]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Fariduddin Attar]], zwei große Dichter der persischen Sprache und Literatur. Dieser Berg wird als das [[Nest|Vogelnest]] für [[Simurgh]] bzw. &amp;#039;&amp;#039;Cenmurv&amp;#039;&amp;#039; und als den Zielort seiner Selbsterkennung bezeichnet. Firdausi bringt in seinem &amp;#039;&amp;#039;Schāhnāme&amp;#039;&amp;#039; den Berg mit ({{faS|باختر}}) [[Baktrien]] (heute [[Afghanistan]]) in Zusammenhang, so dass die großen Helden der iranischen Mythologie, aber auch die Dichter von diesem Gebirge stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sage von Simurgh&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.irania.eu/Gedichte/attarmanteq.html &amp;#039;&amp;#039;Manteq-ot-teir&amp;#039;&amp;#039;.] [[Vogelgespräche]] des Dichters Attar&amp;lt;/ref&amp;gt; (auch „Saena“), die der [[Phönix (Mythologie)|Phönix]]geschichte des Abendlandes ähnlich ist, und eigentlich eine schwierige Reise mit sieben Hindernissen&amp;lt;ref&amp;gt;Sieben ist im [[Zoroastrismus]] und Acht im [[Buddhismus]] eine magische Zahl.&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Innere des Ichs beschreibt, stellt eine Allegorie dar. Bei der Geschichte handelt es sich um eine schwierige, mit sieben Tälern verbundenen Reise von 1000 Vögeln, die sich auf den Weg nach Kuh-e Kaf begaben, um an einem unerreichbaren Ort hinter dem Berg mit unaussprechlichem Namen ihren König Simurgh zu finden. Nur 30 Vögel erreichten das Ziel, an dem sie feststellen mussten, dass der Königsvogel Simurgh – daher sein Name „Dreißig Vögel“ – eigentlich in ihrer Gedankenwelt bereits in ihnen steckt, dass also die innere und die äußere Welt eins sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.iranicaonline.org/articles/simorg &amp;#039;&amp;#039;Simorḡ.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Encyclopædia Iranica]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Simurgh-Baum]], iranischer [[Weltenbaum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Daniel G. Prior: &amp;#039;&amp;#039;Travels of Mount Qāf: From Legend to 42° 0&amp;#039; N 79° 51&amp;#039; E.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Oriente Moderno, Nuova serie, Anno 89, Nr. 2.&amp;#039;&amp;#039; (Studies on Islamic Legends) 2009, S. 425–444&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Iranische Mythologie| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythischer Berg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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