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	<title>Berdytschiw - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Berdytschiw&amp;diff=252178&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Murli: Klammer</title>
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		<updated>2026-04-17T04:34:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Berditschew}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in der Ukraine&lt;br /&gt;
|Ort = Berdytschiw&lt;br /&gt;
|OrtK = Бердичів&lt;br /&gt;
|Wappen = Coat of arms of Berdychiv.svg&lt;br /&gt;
|Oblast = Oblast Schytomyr&lt;br /&gt;
|Rajon = Rajon Berdytschiw&lt;br /&gt;
|Gliederung = 1 Stadt, 2 Dörfer&lt;br /&gt;
|Adresse = пл. Жовтнева 1&amp;lt;br /&amp;gt;13300 м. Бердичів&lt;br /&gt;
|Bürgermeister = Serhij Orljuk&lt;br /&gt;
|Website = http://www.berdychiv.osp.com.ua/&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Berdytschiw&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ukS|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Бердичів&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;|Audio=Uk-Бердичів.ogg}}; {{ruS|Бердичев|Berditschew}}; {{plS|Berdyczów|Audio=LL-Q809 (pol)-Poemat-Berdyczów.wav}}, {{yiS|באַרדיטשעװ&amp;amp;lrm;|Barditschew}}) ist eine Stadt im Süden der [[Ukraine|ukrainischen]] [[Oblast Schytomyr]] mit etwa 80.000 Einwohnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt ist das administrative Zentrum des gleichnamigen [[Rajon Berdytschiw|Rajons Berdytschiw]] und befindet sich etwa 40 Kilometer südlich von [[Schytomyr]]. Sie ist ein wichtiges Industriezentrum (Maschinenbau, Schuhfabrik) und [[Verkehrsknoten]]punkt im Verlauf der ukrainischen Südbahn von [[Kiew]] über [[Kosjatyn]] nach [[Sdolbuniw]] und weiter über [[Dubno]] und [[Brody (Ukraine)|Brody]] nach [[Lwiw]] ([[Bahnstrecke Kowel–Kosjatyn]] und [[Bahnstrecke Lwiw–Sdolbuniw]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Berdytschiw wurde erstmals 1320 als Siedlung erwähnt. Nach Aussterben der herrschenden Dynastie in [[Galizien-Wolhynien]] 1340 fiel Berdytschiw wie ganz [[Wolhynien]] im folgenden Krieg um die Länder ans [[Großfürstentum Litauen]]. 1430 gewährte Großfürst [[Vytautas]] der Große die Herrschaft über das Gebiet Kalinik von [[Putywl]]. 1483 verwüsteten einfallende Krimtataren die Siedlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen im Besitz der litauischen Familie [[Tyszkiewicz (Adelsgeschlecht)|Tyszkiewicz]] wurde hier um 1546 eine Stadt gegründet, später kam ein Schloss dazu. Im Zuge der [[Union von Lublin]] wurde Berdyczów 1569 wie ganz Litauen Teil des geeinten [[Polen-Litauen]]s, wo es zur [[Woiwodschaft Wolhynien (bis 1795)|Woiwodschaft Wolhynien]] gehörte. Seit 1675 fanden in Berdyczów Jahrmärkte statt. In der Folge wurde die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Монастир Кармелітів Босих (Бердичів) 06.jpg|mini|links|Befestigtes Karmelitenkloster]]&lt;br /&gt;
Im Kampf der polnischen [[Szlachta]] in der [[Konföderation von Bar]] gegen den Verlust ihres Einflusses in der Adelsrepublik und gegen russischen Einfluss auf die Wahl der Könige und diese selbst war Berdyczóws [[Kloster der unbeschuhten Karmeliten (Berdytschiw)|Kloster der unbeschuhten Karmeliten]] im Jahr 1768 einer der Kampfplätze.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brockhaus Berditschew 539&amp;quot;&amp;gt;„Berditschew“ (Eintrag), in: &amp;#039;&amp;#039;Der Große Brockhaus: Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden&amp;#039;&amp;#039;: 21&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; Bde., Leipzig: Brockhaus, &amp;lt;sup&amp;gt;15&amp;lt;/sup&amp;gt;1928–1935; Band 2 „Asu–Bla“ (1929), S.&amp;amp;nbsp;539.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kazimierz Pułaski|Casimir Pułaski]] war Mitbegründer der Konföderation und hatte in Wolhynien und [[Podolien]] Kämpfer um sich gesammelt. Die ohnehin in Polen-Litauen anwesenden russischen Truppen, die durch Einschüchterung und russischen Stimmenkauf König [[Stanislaus II. August Poniatowski|Stanislaus II. August]] 1762 zur Wahl verholfen hatten, gingen gegen die Konföderierten vor. Pułaski verschanzte sich im Karmelitenkloster, wo er mit 700 Verbündeten und 800 Zivilisten 17 Tage gegen russische Belagerung und Anstürme standhielt. Gegen das Versprechen sich von der Konföderation loszusagen, ließ ihn der russische Befehlshaber [[Alexander Wassiljewitsch Suworow|Alexander Suworow]] ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1793 fiel Berdyczów im Zuge der [[Polnische Teilungen#Die zweite Teilung 1793|Zweiten Teilung Polens]] mit weiten Teilen Wolhyniens ans [[Russisches Kaiserreich|Russische Zarenreich]], wo es zum neuen [[Gouvernement Kiew]] gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jüdisches Zentrum ===&lt;br /&gt;
Seit dem 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gehörte Berdyczów zu den wichtigsten Zentren jüdischen Lebens. Die jüdische Bevölkerung machte lange Zeit die Mehrheit der Stadtbevölkerung aus, 1789 bei der Volkszählung etwa 75 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Berdyczow Nikolska church SAM 3958.JPG|mini|Nikolauskirche in der Liebknecht-Straße]]&lt;br /&gt;
Es entwickelte sich eine starke [[Chassidismus|chassidische]] Bewegung in der Stadt. 1861 zählte Berdytschiw knapp 47.000 Juden, womit die Stadt den zweitstärksten jüdischen Bevölkerungsanteil aller russischen Städte hatte. 1897 waren von 53.728 Einwohnern 41.617 (etwa 80 %) Juden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswanderung dämpfte das durch viele Geburten starke Bevölkerungswachstum. Die jüdische Auswanderung wurde ab 1882 befeuert durch verstärkte gesetzliche antisemitische Diskriminierungen seitens der zaristischen Regierung (so genannte [[Maigesetze (Russland)|Maigesetze]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Oktoberrevolution 1917 lag das Bürgermeisteramt noch in Händen eines Mitglieds des [[Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund|Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes]]. Zwei Jahre später, im [[Russischer Bürgerkrieg|Russischen Bürgerkrieg]] zwischen [[Weiße Bewegung|Weißen]] und [[Bolschewiki|Roten]], verübten [[Antisemitismus|Antisemiten]] einen [[Pogrom]] in der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Polnisch-Sowjetischer Krieg|Polnisch-Sowjetischen Krieg]] versuchte die [[Zweite Republik Polen]] in den Teilungen verlorene Gebiete zurückzugewinnen und drang im Frühjahr 1920 über Berdytschiw hinaus bis Kiew vor. Bei Einnahme der Stadt durch die roten Sowjets später im gleichen Jahr wurden viele Bauten der Stadt durch sowjetische Artillerie zerschossen. Gemäß dem polnisch-sowjetischen [[Friedensvertrag von Riga (1921)|Frieden von Riga]] (1921) blieb Berdytschiw mit dem östlichen Wolhynien unter sowjetischer Herrschaft und wurde Teil der [[Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik|Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1921 verkehrte im Ort noch die seit 1892 mit Pferden betriebene [[Straßenbahn Berdytschiw]]. 1926 hatte Berdytschiw 51.440 Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berdytschiw war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein kulturelles Zentrum für Juden, Polen und Ukrainer. In der ersten Hälfte der 1920er Jahre war [[Jiddisch]] im Amtsgebrauch und als Gerichtssprache anerkannt. Erst in den 1930er Jahren verbot die sowjetische Obrigkeit die jiddische Sprache im offiziellen Gebrauch, so wie sie auch die jüdischen Talmud-Schulen ([[Jeschiwa|Jeschives]], [[Beit Midrasch|Batei Midrasch]]) und die meisten [[Synagoge]]n schloss. Die jüdische Auswanderung verstärkte sich nochmals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brockhaus Berditschew 539&amp;quot; /&amp;gt; Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten unter den damals 66.306 Einwohnern etwa 30.000 Juden, ihr Anteil betrug inzwischen weniger als 50 %. Bis Anfang 1941 hatte sich die Zahl weiter dezimiert auf etwa 20.000 Juden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Enzyklopaedie&amp;quot;&amp;gt;Enzyklopädie des Holocaust, s.&amp;amp;nbsp;v. Berditschew, S. 185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfolgung und Ermordung der Juden im Zweiten Weltkrieg {{Anker|Massaker}} ===&lt;br /&gt;
Beim [[Unternehmen Barbarossa|deutschen Einmarsch]] am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 1941 wurden alle Juden zur Registrierung aufgerufen; sie mussten bereits ab dem 17. Juli einen gelben Judenstern tragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michaela Christ: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Tötens: Die Ermordung der Juden von Berditschew, Ukraine 1941–1944.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-19185-7, S. 88 bzw. 92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem forderte der [[Stadtkommandant]] am 10.&amp;amp;nbsp;Juli 1941 eine [[Kontribution]] in Höhe von 100.000 Rubeln von der jüdischen Bevölkerung der Stadt. Es kam zu [[pogrom]]artigen Ausschreitungen, bei der ganze Gruppen ermordet und die Synagogen in Brand gesteckt wurden. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, dass eine 1941 vollzogene Massenexekution, von der eine bisher als &amp;#039;&amp;#039;[[Der letzte Jude in Winniza]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Fotografie weltweit bekannt wurde, nicht in [[Winnyzja]], sondern tatsächlich in Berdytschiw stattfand, und zwar am 28. Juli 1941.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Matthäus: &amp;#039;&amp;#039;The last Jew in Vinnitsa: Reframing an Iconic Holocaust Photograph.&amp;#039;&amp;#039; Holocaust and Genocide Studies, Jahrgang 37, Ausgabe 3, Winter 2023, S. 349–359.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25.&amp;amp;nbsp;August 1941 erging der Befehl zur Einrichtung eines [[Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus|Ghettos]]. Im Gegensatz zu vielen anderen Ghettos gab es hier keinen [[Judenrat]], keine eigene Polizei und Verwaltung. Bewacht wurde das Lager durch ukrainische Hilfspolizisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Michaela Christ: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Tötens.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-19185-7, S. 148 und 153.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4.&amp;amp;nbsp;September 1941 wurden auf Befehl des Höheren [[SS- und Polizeiführer]]s mindestens 1300 junge Männer unter dem Vorwand eines [[Ernteeinsatz]]es selektiert und außerhalb der Stadt erschossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Enzyklopaedie&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Michaela Christ: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Tötens.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-19185-7, S. 100; die Enzyklopädie nennt 1500 Opfer.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein deutscher Soldat, der diese Mordtaten beobachtete, hat diese später aufgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Wilhelmy: &amp;#039;&amp;#039;Aus meinem Leben.&amp;#039;&amp;#039; Speyer 1996; s. a. Michaela Christ, S. 101–120.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am frühen Morgen des 15.&amp;amp;nbsp;Septembers 1941 wurde das Ghetto von SS und Polizei abgeriegelt, die Bewohner auf dem Marktplatz zusammengetrieben und mehrere Hundert Handwerker mit ihren Familien ausgesondert. Etwa 12.000 Juden wurden am Rande eines aufgelassenen Flugplatzes in vorbereiteten Gruben erschossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michaela Christ: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Tötens.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-19185-7, S. 159; die Enzyklopädie nennt 18.600 Opfer.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter den Ermordeten der Großaktion des [[Sonderkommando 4a]] der [[Einsatzgruppe C]] und des Polizeibataillons 45 unter Martin Besser befand sich auch die Mutter von [[Wassili Semjonowitsch Grossman|Wassili Grossman]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grossman&amp;quot;&amp;gt;Vasily Grossman: &amp;#039;&amp;#039;A Writer at War&amp;#039;&amp;#039;. New York, 2006, S. 247–261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überlebenden jüdischen Einwohner wurden in mehreren Aktionen bis Mitte Juni 1942 nach und nach ermordet. Am 3.&amp;amp;nbsp;November 1941 wurden die Familien der Handwerker, die bislang verschont worden waren, insgesamt etwa 2000 Menschen, ermordet. Am 7.&amp;amp;nbsp;April 1942 folgte die Ermordung von 70 jüdischen Frauen, die mit Nichtjuden verheiratet waren. Am 16.&amp;amp;nbsp;Juni 1942 wurden schließlich die verbliebenen Handwerker umgebracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Enzyklopaedie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berdytschiw wurde am 5.&amp;amp;nbsp;Januar 1944 von der [[Rote Armee|Roten Armee]] befreit. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch 15 Juden in der Stadt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Enzyklopaedie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenken ===&lt;br /&gt;
Die offizielle sowjetische Geschichtsschreibung ließ lange Zeit die Benennung einzelner Opfergruppen des [[Großer vaterländischer Krieg|Großen vaterländischen Krieges]] nicht zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Svetlana Burmistr, Uwe Neumärker: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Besatzung und Massenmord in der Ukraine.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geschichtswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 68 (2020), H. 9, S. 713.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Flughafengelände wurde zwar 1953 mit Spendengeldern ein Gedenkstein für die ermordeten Juden aufgestellt, der aber bald verschwand. Erst 1983 konnten jüdische Einwohner dort erneut einen Gedenkstein setzen, der die Zahl der Opfer beziffert. Weitere Steine markierten Stellen von anderen Massengräbern. Erst nach 1991 wurden Hinweise auf die jüdische Herkunft der Opfer angefügt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Svetlana Burmistr, Uwe Neumärker: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Besatzung und Massenmord in der Ukraine.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geschichtswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 68 (2020), H. 9, S. 715.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2015 wurde ein kleines Museum zur Ortsgeschichte des Judentums in der Stadt errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019 gestaltete ein ukrainisch-deutsches Projekt beim Gelände des ehemaligen Ghettos einen zentralen Gedenkort, der im September 2019 in Chaschyn (Gemeinde [[Semeniwka (Berdytschiw)|Semeniwka]]) errichtet und feierlich eingeweiht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mykhaylo Tyaglyy, Svetlana Burmistr |url=http://www.holocaust.kiev.ua/Files/zah_pam/Berdichev.pdf |titel=Голокост у Бердичеві і пам’ять про нього. |datum=2019 |format=PDF |sprache=en, uk |abruf=2023-10-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am zentralen Gedenkort in der Stadt Berdytschiw wurden in enger deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit fünf Informationstafeln aufgestellt, die sowohl über die Geschichte der lokalen jüdischen Gemeinde als auch über die Dimensionen und Standorte der Vernichtung der lokalen Juden während der deutschen Besatzung informieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzwerk-erinnerung.de/places/berdytschiw-chashyn/ Berdytschiw – Chashyn], auf netzwerk-erinnerung.de, abgerufen am 2. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mehrsprachigen Tafeln stellen die Ereignisse dar und weisen konkret auf acht Massengräber in der näheren Umgebung hin. Viele Gräber aber sind noch unmarkiert und ungeschützt vor Grabschändern, die nach Wertgegenständen graben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltungsgliederung ==&lt;br /&gt;
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten &amp;#039;&amp;#039;Stadtgemeinde Berdytschiw&amp;#039;&amp;#039; ({{ukS|Бердичівська міська громада}}/&amp;#039;&amp;#039;Berdytschiwska miska hromada&amp;#039;&amp;#039;), zu dieser zählten auch noch die 2 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zakon.rada.gov.ua/laws/show/711-2020-%D1%80#Text Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 711-р &amp;quot;Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Житомирської області&amp;quot;]&amp;lt;/ref&amp;gt; bis dahin bildete sie die gleichnamige &amp;#039;&amp;#039;Stadtratsgemeinde Berdytschiw&amp;#039;&amp;#039; (Бердичівська міська рада/&amp;#039;&amp;#039;Berdytschiwska miska rada&amp;#039;&amp;#039;) im Zentrum des [[Rajon Berdytschiw|Rajons Berdytschiw]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Berdytschiw Teil der Gemeinde:&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;width:auto;&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
 |-&lt;br /&gt;
 ! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center; background-color:#AFD6FF&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Name&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |-&lt;br /&gt;
 ! style=&amp;quot;text-align:center; background-color:#AFD6FF&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ukrainisch transkribiert&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || style=&amp;quot;text-align:center; background-color:#AFD6FF&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ukrainisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || style=&amp;quot;text-align:center; background-color:#AFD6FF&amp;quot; | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;russisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |-&lt;br /&gt;
 | [[Pidhorodnje (Berdytschiw)|Pidhorodnje]] (bis 2024 &amp;#039;&amp;#039;Pidhorodne&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zakon.rada.gov.ua/laws/show/3984-IX Верховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів]&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
 | Підгороднє (bis 2024 Підгородне)&lt;br /&gt;
 | Подгородное (Podgorodnoje)&lt;br /&gt;
 |-&lt;br /&gt;
 | [[Skrahliwka]]&lt;br /&gt;
 | Скраглівка&lt;br /&gt;
 | Скраглевка (Skraglewka)&lt;br /&gt;
 |}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtepartnerschaft ==&lt;br /&gt;
Seit 2024 besteht eine Solidaritätspartnerschaft mit [[Konstanz]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.konstanz.de/site/Konstanz-Karriere/node/631121/delegationsreise_nach_berdytschiw.html |titel=Delegationsreise nach Berdytschiw |werk=konstanz.de |datum=2024-11-15 |abruf=2025-02-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Juni 2024 ist Berdytschiw mit [[Buchholz in der Nordheide]] städtepartnerschaftlich verbunden. Unmittelbar nach dem [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russischen Überfall auf die Ukraine 2022]] erfolgten Hilfstransporte aus Buchholz in Richtung Ukraine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Jüdischer Friedhof (Berdytschiw)]]&lt;br /&gt;
* [[Choral-Synagoge (Berdytschiw)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Stadt ==&lt;br /&gt;
* [[Levi Jizchak von Berditschew]] (1740–1810), chassidischer Rabbi&lt;br /&gt;
* [[Israel Back]] (1797–1874), einflussreiche Persönlichkeit in [[Eretz Israel]]&lt;br /&gt;
* [[Osias Abrass]], Chasan, Kantor und Komponist&lt;br /&gt;
* [[Ignaz von Ephrussi]] (1829–1899), griechisch-russischer Bankier und Kunstsammler in Odessa und Wien&lt;br /&gt;
* [[Jehoschua Mordechai Lifschitz]] (1829–1878), Lexikograph und Autor&lt;br /&gt;
* [[Abraham Alter Fiszzon]] (1843–1922), jüdischer Schauspieler und Theaterdirektor&lt;br /&gt;
* [[Joseph Conrad]] (1857–1924), polnisch-britischer Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Boris Sidis]] (1867–1923), Psychologe, Psychiater und Psychopathologe&lt;br /&gt;
* [[Josef Krummel]] (1873–1937), russlanddeutscher römisch-katholischer Geistlicher und Märtyrer&lt;br /&gt;
* [[Marija Liwyzka]] (1879–1971), Schriftstellerin und Aktivistin&lt;br /&gt;
* [[Noah Pryłucki]] (1882–1941), jiddischer Philologe&lt;br /&gt;
* [[Der Nister|Pinchas Kahanowitsch]] (1884–1950), jiddischer Schriftsteller (Der Nister)&lt;br /&gt;
* [[Wolodymyr Finkelstein]] (1896–1937), ukrainischer und sowjetischer Chemiker&lt;br /&gt;
* [[Jakow Abramowitsch Kornfeld|Jakow Kornfeld]] (1896–1962), russischer Architekt und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
* [[Regina Horowitz]] (1900–1984), Pianistin und Hochschullehrerin&lt;br /&gt;
* [[Vladimir Horowitz]] (1903–1989), russisch-US-amerikanischer Pianist&lt;br /&gt;
* [[Josef Berne|Josef Berstein]] (1904–1964), jüdisch-amerikanischer Filmregisseur&lt;br /&gt;
* [[Wassili Semjonowitsch Grossman]] (1905–1964), sowjetischer Schriftsteller und Journalist&lt;br /&gt;
* [[Wladimir Sak]] (1913–1994), Schachspieler, Trainer der sowjetischen Schachschule&lt;br /&gt;
* [[Wsewolod Nestajko]] (1930–2014), Prosaschriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Waleri Sergejewitsch Skworzow|Waleri Skworzow]] (1945–2021), russisch-sowjetischer Hochspringer&lt;br /&gt;
* [[Swjatoslaw Piskun]] (* 1959), Politiker, Generalstaatsanwalt der Ukraine, Generalleutnant der Steuerpolizei&lt;br /&gt;
* [[Witalij Skomarowskyj]] (* 1963), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von [[Bistum Luzk|Luzk]] ab 2014&lt;br /&gt;
* [[Anatoli Salewski]] (* 1974), Akrobat und Äquilibrist&lt;br /&gt;
* [[Wolodymyr Matwijtschuk]] (* 1982), Boxer&lt;br /&gt;
* [[Jurij Krymarenko]] (* 1983), Hochspringer&lt;br /&gt;
* [[Dmytro Rasumkow]] (* 1983), Politiker&lt;br /&gt;
* [[Ljudmila Ljachowitsch]] (* 1987), belarussisch-ukrainische Langstreckenläuferin&lt;br /&gt;
* [[Wladyslaw Masur]] (* 1996), Weitspringer&lt;br /&gt;
* [[Roman Petruk]] (* 2003), Hochspringer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Varia ==&lt;br /&gt;
* 1850 heiratete [[Honoré de Balzac]] [[Ewelina Hańska]] in Berdytschiw.&lt;br /&gt;
* Berdytschiw ist Ort der Handlung im Stummfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Jüdisches Glück]]&amp;#039;&amp;#039; von 1925 nach Erzählungen von [[Scholem Alejchem]] und Schauplatz des Romans &amp;#039;&amp;#039;Die Brüder Maschber&amp;#039;&amp;#039; (1939) von Pinchas Kahanowitsch (Pseudonym: [[Der Nister]]) über den Untergang einer angesehenen Kaufmannsfamilie um 1870. Dort wird die Stadt &amp;#039;&amp;#039;N.&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
* Der Stadt zu Ehren wurde der am 29. Oktober 2005 vom [[Astronomisches Observatorium Andruschiwka|Astronomischen Observatorium Andruschiwka]] entdeckte [[Asteroid]] [[(159181) Berdychiv]] benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{JPL Small-Body Database|ID=159181|(159181) Berdychiv}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michaela Christ: &amp;#039;&amp;#039;Die Dynamik des Tötens: Die Ermordung der Juden von Berditschew, Ukraine 1941–1944.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-19185-7.&lt;br /&gt;
* Wassili Grossman: &amp;#039;&amp;#039;Die Ermordung der Juden in Berditschew.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Das Schwarzbuch. Der Genozid an den sowjetischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; Hg. [[Wassili Grossman]] und [[Ilja Ehrenburg]]. Deutsche Übersetzung der vollständigen Fassung, herausgegeben von [[Arno Lustiger]], S. 59–72: Rowohlt, Reinbek 1994, ISBN 3-498-01655-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;LG Berlin, 9. März 1960.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Justiz und NS-Verbrechen]]. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Band XVI, bearbeitet von Irene Sagel-Grande, H. H. Fuchs, [[C. F. Rüter]]. Amsterdam : University Press, 1976, Nr. 490, S. 339–377, [https://web.archive.org/web/20010217004130/http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd490.htm &amp;#039;&amp;#039;Verfahrensgegenstand:&amp;#039;&amp;#039;] Exekution von mindestens 300 in der ehemaligen Panzerkaserne-Süd in Berditschew untergebrachten jüdischen Männern, Frauen und Kindern im August 1942 und von mindestens 22 ebenfalls dort inhaftierten, schwer kriegsbeschädigten russischen Kriegsgefangenen am 24. Dezember 1942&lt;br /&gt;
* Mykhaylo Tyaglyy, Svetlana Burmistr, [http://www.holocaust.kiev.ua/Files/zah_pam/Berdichev.pdf Holocaust and Remembrance in Berdychiv] – Kyiv: УЦВІГ, 2019.&lt;br /&gt;
* Die Judenstadt Berditschew. In: Archiv für wissenschaftliche Kunde von Russland, Band 6, Berlin, Verlag G. Reimer, 1848, S. 45–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Berdychiv|Berdytschiw|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Orte in der Oblast Schytomyr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4314868-2|VIAF=143063795}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in der Oblast Schytomyr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ersterwähnung 1320]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berdytschiw| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Murli</name></author>
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