<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bektaschi</id>
	<title>Bektaschi - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Bektaschi"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bektaschi&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-05T06:10:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bektaschi&amp;diff=85615&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Geschichte */ Datum ausgeschrieben (Wikipedia:Datumskonventionen)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Bektaschi&amp;diff=85615&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-06-26T10:02:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Datum ausgeschrieben (&lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:Datumskonventionen&quot; title=&quot;Wikipedia:Datumskonventionen&quot;&gt;Wikipedia:Datumskonventionen&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Krujë, pravoslavný kostel.jpg|mini|hochkant|Die [[Dollmatekke]], eine [[Tekke]] der Bektaschi innerhalb der [[Festung von Kruja|Festung]] in [[Kruja]], Albanien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bektaschi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;-[[Tarīqa]] (auch &amp;#039;&amp;#039;Bektashi&amp;#039;&amp;#039;; {{sqS|Bektashizma}} oder {{lang|sq|&amp;#039;&amp;#039;Bektashizmi&amp;#039;&amp;#039;}}, {{trS|Bektaşilik}}) ist einer der größten und einflussreichsten [[islam]]isch-[[Aleviten|alevitischen]] [[Derwisch]]orden in [[Kleinasien|Anatolien]] und auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]]. Als Begründer des Ordens gilt traditionell der [[Sufismus|Sufi]] und Mystiker [[Hadschi Bektasch]] (türkische Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;{{lang|tr|Hacı Bektaş Veli}}&amp;#039;&amp;#039;; † 1270), auf den sich auch alle Aleviten berufen. Jedoch ist es sehr wahrscheinlich eher so, dass lediglich der Orden nach diesem Mann benannt wurde, und nicht, dass dieser einen eigenen Orden mit seinem Namen gründete. Dieser legendäre Mystiker, auf den sich die Bektaschi zurückführen, wird auch von den Aleviten als wichtigster Heiliger nach [[ʿAlī ibn Abī Tālib]] verehrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bektasi&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.alevitentum.de/alevitentum/18Alevi/28Alevi/28alevi.html |titel=Der Bektasi-Orden |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160117061433/http://www.alevitentum.de/alevitentum/18Alevi/28Alevi/28alevi.html |archiv-datum=2016-01-17 |abruf=2017-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Gründer gilt [[Balım Sultan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Orden der Bektaschi entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im [[Seldschuken|seldschukisch]] beherrschten [[Kleinasien]]. Die Lehre und Gebetspraxis der Gemeinschaft geht auf [[Hadschi Bektasch]] zurück. Er wanderte ursprünglich als [[Yesevi-Tariqa|Yesevi]]-Derwisch aus [[Chorasan]] nach Anatolien aus. Die Angehörigen des nach ihm benannten Ordens verehren ihn als Gründer der Gemeinschaft, doch ist es wahrscheinlicher, dass sich erst frühe Anhänger von Hadschi Bektasch zu einem Orden formten.&lt;br /&gt;
[[Datei:Durham 2527.jpg|mini|Derwische in der Tekke von [[Përmet]] in Südalbanien (Foto [[Edith Durham]], 1904)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nähe der Lehren und Ansichten der eher städtisch geprägten Bektaschi-Orden zum eher ländlichen Alevitentum führt zu einer weitgehenden Gleichsetzung der beiden Gemeinschaften, so dass sie oft zusammengenommen Alevi/Bektaschi genannt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bektasi&amp;quot; /&amp;gt; Es bestand dazu früher auch noch die allgemeine Auffassung, dass man nur Alevite werden könne, indem man in eine alevitische Familie hineingeboren wird, Bektaschi dagegen könne jedermann werden, der dem Orden beitritt. Wenn man diese Zusammenhänge betrachtet, erscheint die Bektaschi-Tarīqa als eine Art Sufi-Weg des Alevitentums.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.alevibektasi.org/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=602:tuerkische-aleviten-heute&amp;amp;catid=46:aratrmalar-ingilizce&amp;amp;Itemid=69 |titel=Duyuru Panosu |abruf=2014-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sufi-Orden waren im Osmanischen Reich eine Massenbewegung und eng verbunden mit den Handwerker- und Händlerzünften (Akhi oder Futuwa).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tamim Ansary]]: &amp;#039;&amp;#039;Die unbekannte Mitte der Welt. Globalgeschichte aus islamischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-7632-6371-4, S. 186–187, 223.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab historisch gesehen ehemals zwei Gruppen von Bektaschi; eine Gruppe, die sogenannten „Çelebi“, behauptete von sich, direkte Nachfahren von Hadschi Bektasch zu sein &amp;#039;&amp;#039;(bel evladi)&amp;#039;&amp;#039;. Eine größere Gruppe von Bektaschi, auch „Dede“ oder „Dedebaba“ genannt, behauptete hingegen, Hadschi Bektasch habe gar keine physischen Nachkommen gehabt, sondern nur geistliche Jünger &amp;#039;&amp;#039;(yol evladi)&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.piryolu.com/forum/deutsch-alevi-forum/5083-aleviten-hadschi-bektasch-und-die-bektaschi.html |titel=Aleviten, Hadschi Bektasch und die Bektaschi |abruf=2014-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bektaschitentum fand bei der anatolischen Landbevölkerung viel Anklang und verbreitete sich ab dem 14. Jahrhundert auch auf dem Balkan, zuerst in [[Nordmazedonien|Mazedonien]] und [[Kosovo]], dann auch in [[Rumänien]] und [[Ungarn]]. Die aus Anatolien stammenden Derwische &amp;#039;&amp;#039;[[Sari Saltuk|Sarı Saltık Baba]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Hıdır Baba&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sersem Ali Dede&amp;#039;&amp;#039; zählen zu den ersten [[Missionar]]en. Neben dem Orden der Bektaschi spielte die Bruderschaft der [[Halveti]] z.&amp;amp;nbsp;B. im heutigen Kosovo eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Städte und des Handwerks unter der Herrschaft der Osmanen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Noel Malcolm]]: &amp;#039;&amp;#039;Kosovo. A Short History&amp;#039;&amp;#039;. Pan Books, London 2018, ISBN 978-1-5098-9359-1, S. 134–135. ([https://archive.org/details/kosovo-a-short-history_202104 archive.org], abgerufen: 25. Juni 2025)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Orhan I.]] gilt als Gründer der [[Janitscharen]] und soll Hadschi Bektasch um seine Segnung und um einen Namen für seine Elitesoldaten gebeten haben. Vom 16. Jahrhundert an lebten Bektaschi-Derwische in der Nähe der Janitscharen-[[Garnison]]en, um dort die Soldaten geistlich zu leiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1826 erlitten die Bektaschi sowohl in Albanien als auch in Anatolien einen herben Rückschlag, als Sultan [[Mahmud II.]] die Janitscharen-Truppe auflöste und die Schließung aller Bektaschi-Tekken im Reich anordnete. Dieser Sultan ließ durch eine &amp;#039;&amp;#039;[[Fatwa|fetva]]&amp;#039;&amp;#039; bekanntmachen, dass er eine neue Armee schaffen werde, die nach europäischen Standards organisiert und ausgebildet werden solle. Wie erwartet zogen die Janitscharen meuternd gegen den Palast des Sultans. In der folgenden Schlacht brannten die Kasernen der Janitscharen nach einem heftigen [[Artillerie]]angriff. Dabei wurden 4000(–8000&amp;lt;ref name=&amp;quot;ozmenkocak74&amp;quot;&amp;gt;İsmail Özmen, Koçak Yunus: &amp;#039;&amp;#039;Hamdullah Çelebi&amp;#039;nin Savunması, – Bir inanç abidesinin çileli yaşamı.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2008, S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt;) Janitscharen getötet. Die Überlebenden wurden vertrieben oder hingerichtet und ihr Besitz konfisziert. Das Ereignis wird &amp;#039;&amp;#039;Vaka-i Hayriye&amp;#039;&amp;#039; ([[Janitscharen#Das sogenannte „Wohltätige Ereignis“|Das Wohltätige Ereignis]]) genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Kinross: &amp;#039;&amp;#039;The Ottoman Centuries: The Rise and Fall of the Turkish Empire.&amp;#039;&amp;#039; Perennial, London 1977, S. 456–457.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verbliebenen Janitscharen wurden in einem Turm in [[Thessaloniki]] enthauptet, der später [[Weißer Turm (Thessaloniki)|„Blut-Turm“]] genannt wurde. Eine weitere &amp;#039;&amp;#039;fetva&amp;#039;&amp;#039; wurde erlassen, die das Verbot des [[Sufismus|sufistischen]] Bektaschi-Ordens zur Folge hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;İsmail Özmen, Koçak Yunus: &amp;#039;&amp;#039;Hamdullah Çelebi&amp;#039;nin Savunması – Bir inanç abidesinin çileli yaşamı.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2008, S. 70–71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Cemal Şener: &amp;#039;&amp;#039;Osmanlı Belgelerinde Alevilik-Bektaşilik,&amp;#039;&amp;#039; in {{Internetquelle |url=http://www.uzumbaba.com/alevi/cezalar_2.htm |titel=BEKTAŞİLİĞİN KALDIRILMASI |hrsg=uzumbaba.com |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160303173137/http://www.uzumbaba.com/alevi/cezalar_2.htm |archiv-datum=2016-03-03 |archiv-bot=2022-10-09 15:31:57 InternetArchiveBot |abruf=2010-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Leiter des Bektaschi-Ordens, [[Hamdullah Çelebi]], wurde zunächst zum Tode verurteilt, dann nach [[Amasya]] verbannt, wo sein [[Mausoleum]] noch heute existiert. Hunderte von Bektaschi-[[Tekke]]n wurden geschlossen und [[Derwisch]]e wurden exekutiert oder vertrieben. Einige der geschlossenen Tekkes wurden dem sunnitischen [[Naqschbandi]]-Orden übertragen. Im Zuge der Ereignisse wurden über 4000&amp;lt;ref&amp;gt;İsmail Özmen, Koçak Yunus: &amp;#039;&amp;#039;Hamdullah Çelebi&amp;#039;nin Savunması – Bir inanç abidesinin çileli yaşamı.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2008, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; –7500&amp;lt;ref name=&amp;quot;ozmenkocak74&amp;quot; /&amp;gt; Bektaschis exekutiert und mindestens 550&amp;lt;ref&amp;gt;İsmail Özmen, Koçak Yunus: &amp;#039;&amp;#039;Hamdullah Çelebi&amp;#039;nin Savunması – Bir inanç abidesinin çileli yaşamı.&amp;#039;&amp;#039; Ankara 2008, S. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bektaschi-Klöster (&amp;#039;&amp;#039;dergâh&amp;#039;&amp;#039;) zerstört. Die offizielle Begründung für das Verbot des Bektaschi-Ordens war „[[Häresie]]“ und „moralische Abweichung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Albanien lebte der Orden nach dem Tod des Sultans [[Mahmud II.]] aber schnell wieder auf und erreichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine höchste Blüte. 15 Prozent der albanischen Bevölkerung bekannten sich zu den Bektaschi. In den [[Balkankriege]]n (1912/1913) wurden 80 Prozent der Tekken in [[Epirus (historische Region)|Epirus]] und Südalbanien von den Griechen zerstört. Von diesem Schlag konnte sich der Orden nur schwer wieder erholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Verbot aller Derwisch-Orden in der [[Türkei]] durch den Staatsgründer [[Mustafa Kemal Atatürk|Kemal Atatürk]] im Jahr 1925 hatte der Orden sein Zentrum in Anatolien, seit 1931 in Albanien ([[Tirana]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;elbenieh&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Olsi Jazexhi |Hrsg=Jørgen Nielsen, Samim Akgönül, [[Ahmet Alibašić]], Egdunas Racius |Titel=Yearbook of Muslims in Europe |Band=5 |Verlag=Brill |Ort=Leiden, Boston |Datum=2013 |Kapitel=Albania |Seiten=25 |Online={{Google Buch |BuchID=ia5AAQAAQBAJ |Seite=351 |Hervorhebung=yearbook islam europa albania}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seitdem sind die meisten Bektaschi [[Albaner]]. Mitte der 1940er Jahre gab es in Albanien etwa 280 Babas und einfache Derwische und in den 1960er Jahren immer noch fünfzig Bektaschi-Tekken mit ungefähr achtzig Derwischen. Nach der Erklärung Albaniens zum &amp;#039;&amp;#039;ersten atheistischen Staat der Welt&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1967 wurden die [[Liste der Bektaschi-Tekken in Albanien|meisten heiligen Stätten der Bektaschi]] zerstört. Viele Mitglieder erhielten Gefängnisstrafen. Bis zum Zusammenbruch der [[Sozialistische Volksrepublik Albanien|kommunistischen Diktatur]] hatten nur fünf Babas und ein Derwisch überlebt. Es gab lediglich sechs Tekken, die noch als Kultgebäude erkennbar waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] emigrierte Bektaschi führten die Tradition des Ordens in den USA fort. Die amerikanische Tekke ist 1954 von [[Baba Rexheb]] in [[Detroit]] eingerichtet worden. Nach der Aufhebung des Religionsverbots in Albanien im Jahr 1990 wurde das internationale Zentrum des Bektaschi-Ordens wieder in Tirana eingerichtet. In [[Vlora]] erbauten die Bektaschi 2005/2006 ein großes Bildungszentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 kündigte der albanische Ministerpräsident [[Edi Rama]] die Schaffung eines „[[Souveräner Staat des Bektaschi-Ordens|Souveränen Staats des Bektaschi-Ordens]]“ innerhalb Tiranas an. Der [[Zwergstaat]] soll das Bektaschi-Weltzentrum umfassen. Der Vorschlag steht im Widerspruch zur [[Verfassung Albaniens|albanischen Verfassung]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Volker Pabst |Titel=Edi Rama will in Albanien einen souveränen Sufi-Staat gründen |Sammelwerk=Neue Zürcher Zeitung |Datum=2024-09-28 |ISSN=0376-6829 |Online=https://www.nzz.ch/international/edi-rama-will-in-albanien-einen-souveraenen-sufi-staat-gruenden-ld.1849983 |Abruf=2024-10-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Baba Mondi 2017.JPG|mini|hochkant|links|[[Edmond Brahimaj]], Oberhaupt der Bektaschi seit 2011]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Qendra Botërore Bektashiane.jpg|mini|Eingang zum Weltzentrum der Bektaschi in der albanischen Hauptstadt [[Tirana]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tempulli i bektashinjve ne vlore.jpg|mini|Bildungszentrum der Bektaschi im südalbanischen [[Vlora]]]]&lt;br /&gt;
Die Bektaschi betreiben Konvente ([[Tekke]]n), in denen Derwische wirken. Das Oberhaupt der Bektaschi-[[Tariqa]] ist der (Groß)-&amp;#039;&amp;#039;[[Dede (Titel)|Dede]] (Dedebaba)&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Dede&amp;#039;&amp;#039; bedeutet so viel wie ‚Großvater‘. Der nächste Rang ist der &amp;#039;&amp;#039;Halifebaba&amp;#039;&amp;#039;, anschließend der des &amp;#039;&amp;#039;Baba&amp;#039;&amp;#039; (‚Vater‘). Dieser Rang hat die Aufgaben inne, zu [[Predigt|predigen]] und sich um die [[Seelsorge]] zu kümmern. Die mittlere Station ist die des &amp;#039;&amp;#039;Derwisch&amp;#039;&amp;#039;, der wie der &amp;#039;&amp;#039;Baba&amp;#039;&amp;#039; verheiratet sein oder ein [[zölibat]]äres Leben führen kann. Am Ende der Hierarchie steht das normal initiierte Mitglied, der &amp;#039;&amp;#039;[[Talib]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Muhibb]]&amp;#039;&amp;#039; (‚Liebender‘). Die &amp;#039;&amp;#039;Bektaschi&amp;#039;&amp;#039; wurden zuletzt von &amp;#039;&amp;#039;Dedebaba&amp;#039;&amp;#039; [[Reshat Bardhi]] geleitet, der am 2. April 2011 verstarb. Zu seinem Nachfolger wurde im Sommer 2011 Baba [[Edmond Brahimaj]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Albanien]] spalteten sich die Bektaschi 1946 von der [[Muslimische Gemeinschaft Albaniens|Muslimischen Gemeinschaft Albaniens]], welche die [[Sunniten]] und andere Sufiorden vertrat, ab und sind neben den [[Christentum|christlichen]] Kirchen und dem sunnitischen Islam eine vom Staat offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;elbenieh&amp;quot; /&amp;gt; In der [[Türkei]] sind sie seit einem Verbot in den 1920er Jahren nicht wieder zugelassen worden, werden aber von den Behörden mehr oder minder geduldet. Ende des 19. Jahrhunderts spielten sie eine wichtige Rolle bei der Gründung der ersten [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischen Universität]] im Nahen Osten, dem [[Robert College]], das direkt neben der wichtigsten Tekke in [[Istanbul]] errichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Friedrich Schrader]] |Hrsg=Robert College |Titel=Nord und Süd |Datum=1919-11 |Seiten=165–169}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem Tod des langjährigen Dedebaba [[Bedri Noyan]] 1997 ist die Bektaschi-Gemeinschaft der Türkei in zwei Gruppen mit jeweils eigenen Dedebabas gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöse Praxis ==&lt;br /&gt;
Die religiöse Praxis der Bektaschi weicht von der islamischen Orthodoxie ab. Das Gebet ist nicht an gewisse Tageszeiten gebunden, sondern konzentriert sich auf bestimmte Abendstunden, in denen die Arbeit ruht und die Gläubigen sich in [[Kontemplation|kontemplativer]] Hingabe den Zeremonien des [[Cem (Religion)|Cem]] geistig öffnen können. In diesem Ritus werden die Gläubigen – Frauen und Männer, Junge und Alte, Arme und Reiche – durch Gesang, Musik und die Rezitation von [[Hymne]]n und [[Heldensage]]n in Begleitung des [[Saz]]instruments in eine mystische Stimmung des ‚Eins-Seins‘ (&amp;#039;&amp;#039;El ele ve el hakka&amp;#039;&amp;#039;) versetzt, in der alle unterschiedslos und gemeinsam ihre Hände dem Schöpfer (&amp;#039;&amp;#039;Hak-Tanri-Allah&amp;#039;&amp;#039;) entgegenstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Semah]]-Tanz ist der rituelle Tanz der [[Aleviten]] und Bektaschi, der innerhalb der Cem-Zeremonie stattfindet. Er ist der physisch-geistige Ausdruck der ewigen Wiederkehr aller Schöpfungen, denn im Semah-Tanz drehen sich Frauen und Männer (als Sinnbild der antagonistischen und sich dennoch bedingenden Gegensätze) im Kreis und bilden symbolisch den Umlauf der [[Planet]]en um die [[Sonne]] nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr höchstes Fest begehen die Bektaschi alljährlich im August während fünf Tagen am Berg [[Tomorr]] bei [[Berat]] in Südalbanien, wo sie die [[Türbe des Abbas Ali]] aufsuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Lebenshaltung der Bektaschi zu beschreiben, wird folgende [[Anekdote]] erzählt: {{&amp;quot; |Der [[Kalif]] besuchte das Oberhaupt des Bektaschi-Ordens. Als er die üppigen Weinberge um das Konvent des Ordens erblickte, fragte er: ‚Mein lieber Freund, was macht ihr denn mit den vielen Weintrauben?‘ ‚Ach‘, antwortet der Derwisch, ‚wir essen gerne süße, reife Trauben.‘ Der Kalif darauf: ‚Aber es ist doch unmöglich, so viele Weintrauben zu verspeisen.‘ Der Derwisch daraufhin: ‚Das ist kein Problem. Was wir nicht essen können, das pressen wir und lagern es in Holzfässern. Und was dann geschieht, ist allein Allahs Wille.‘}}&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Skasa]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sonntagsbeilage&amp;#039;&amp;#039; vom 25. Oktober 2009, [[Bayerischer Rundfunk]], [[Bayern 2]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Titel=Statuti i komunitetit Bektashian shqiptar&lt;br /&gt;
   |Ort=Vlora&lt;br /&gt;
   |Datum=1924&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Statuten der albanischen Bektaschi-Gemeinschaft}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Manfred Backhausen&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Alevismus-Bektaschismus. Informationen über einen unbekannten Islam&lt;br /&gt;
   |Verlag=Fromm Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Saarbrücken&lt;br /&gt;
   |Datum=2013&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-8416-0431-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Robert Elsie]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Islam und die Derwisch-Sekten Albaniens. Anmerkungen zu ihrer Geschichte, Verbreitung und zur derzeitigen Lage&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Kakanien revisited&lt;br /&gt;
   |Ort=Olzheim&lt;br /&gt;
   |Datum=2004-05-27&lt;br /&gt;
   |Online=[https://web.archive.org/web/20140201212723/http://www.kakanien.ac.at/beitr/fallstudie/RElsie2.pdf web.archive.org]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=159&lt;br /&gt;
   |Abruf=2021-08-05&lt;br /&gt;
   |OCLC=732379135}} und zugehörige Bibliographie [https://web.archive.org/web/20140408173005/http://www.kakanien.ac.at/beitr/materialien/RElsie1.pdf web.archive.org] (PDF; 100&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=John Kingsley Birge&lt;br /&gt;
   |Titel=The Bektashi Order of Dervishes&lt;br /&gt;
   |Verlag=Luzac &amp;amp; Co.&lt;br /&gt;
   |Ort=London&lt;br /&gt;
   |Datum=1937&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Faksimile: John Kingsley Birge: &amp;#039;&amp;#039;The Bektashi Order of Dervishes.&amp;#039;&amp;#039; Luzac Oriental, London 1994, ISBN 1-898942-00-5.}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Abdülkadir Haas&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Bektaşi. Riten und Mysterien eines islamischen Ordens&lt;br /&gt;
   |Reihe=Reihe Religion und Mystik&lt;br /&gt;
   |Verlag=EXpress Edition&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1987&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-88548-354-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Frederick William Hasluck&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Margaret Masson Hardie Hasluck&lt;br /&gt;
   |Titel=Christianity and Islam under the Sultans&lt;br /&gt;
   |Band=2&lt;br /&gt;
   |Verlag=Clarendon Press&lt;br /&gt;
   |Ort=Oxford&lt;br /&gt;
   |Datum=1929&lt;br /&gt;
   |Seiten=483–596&lt;br /&gt;
   |Online=[https://archive.org/details/chrstianityandis032586mbp Online-Version des Artikels]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Bektaschi-Tekken in Albanien]]&lt;br /&gt;
* [[Musa Baba Türbe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bektashi Order|Bektaschi-Orden}}&lt;br /&gt;
* [http://www.komunitetibektashi.org/ Website des Weltzentrums der Bektaschi in Tirana] (englisch, albanisch, türkisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.pluralism.org/research/profiles/display.php?profile=71774 Die Bektaschi in den USA] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.beyond-the-pale.co.uk/albanian4.htm Anthony Weir: The Bektashi Order of Dervishes] (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.alevibektasikulturenstitusu.de/ Alevitisch-Bektaschitisches Kulturinstitut e.&amp;amp;nbsp;V.] (deutsch, türkisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=k|GND=4069242-5|VIAF=233694140}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alevitentum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sufiorden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islam in Albanien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osmanisches Albanien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
	</entry>
</feed>