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	<title>Beinhaus Sedlec - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T16:54:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Beinhaus_Sedlec&amp;diff=877371&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-41335-3: /* Mediale Rezeption */</title>
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		<updated>2026-01-19T20:08:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Mediale Rezeption&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kostnice Sedlec.JPG|mini|Beinhaus Sedlec]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beinhaus Sedlec&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (tschechisch: &amp;#039;&amp;#039;Kostnice Sedlec&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Beinhaus|Ossarium]] in Sedlec (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Sedletz&amp;#039;&amp;#039;), einem Ortsteil von [[Kutná Hora]] (&amp;#039;&amp;#039;Kuttenberg&amp;#039;&amp;#039;), etwa 70&amp;amp;nbsp;km östlich von Prag. Es befindet sich im Untergeschoss der Allerheiligenkirche (tschechisch: &amp;#039;&amp;#039;Hřbitovní kostel Všech svatých&amp;#039;&amp;#039;) auf dem Sedletzer Friedhof. Berühmtheit erlangten Kirche und Beinhaus durch die Aufbewahrung von rund 40.000 menschlichen Skeletten, wovon die Knochen von etwa 10.000 Menschen künstlerisch verarbeitet wurden, um Dekorationen und Einrichtungsgegenstände für das Kirchengebäude zu formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
=== Klosterfriedhof ===&lt;br /&gt;
Der Legende nach wurde Heinrich, ein Abt des [[Zisterzienser]]-[[Kloster Sedlec|Klosters Sedlec]], um 1278 von König [[Ottokar II. Přemysl]] von Böhmen mit einer Botschaft nach Jerusalem entsandt. Auf seiner Rückreise brachte der Abt eine Handvoll Erde vom [[Kalvarienberg]] mit und verteilte diese über den Klosterfriedhof, der dadurch zu heiligem Boden erklärt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin entwickelte sich der Friedhof zu einem begehrten Bestattungsort in Mitteleuropa, auf dem nicht nur Menschen aus der Umgebung von Sedlec und aus Böhmen, sondern auch aus Polen, Bayern und den Niederlanden bestattet wurden. Aufgrund der [[Pest]]epidemien in der Mitte des 14. Jahrhunderts (hierdurch zählte der Friedhof bereits etwa 30.000 Tote) und der [[Hussitenkriege]] im 15. Jahrhundert, die mehrere tausend Opfer forderten, musste der Friedhof ständig erweitert werden. Das Gelände erfuhr seine größte Ausdehnung mit zirka 3,5&amp;amp;nbsp;ha. Viele der Toten wurden in Massengräbern verscharrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Errichtung des Kirchengebäudes ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Beinhaus Sedletz.JPG|mini|Allerheiligenkirche in Sedletz: Im Jahr 2003 zählte die katholische Kirche rund 140.000 Besucher.]]&lt;br /&gt;
Im frühen 15. Jahrhundert wurde im Zentrum des Friedhofs ein zweigeschossiges Kirchengebäude im gotischen Stil errichtet. Im Verlauf der Bauarbeiten wurden die Überreste der Toten exhumiert und im Untergeschoss des Kirchengebäudes eingelagert, das seither als Beinhaus genutzt wurde. Da der Friedhof verkleinert werden sollte, wurde die [[Exhumierung]] der Toten auch nach dem Bau der Kirche fortgesetzt. Dieser Auftrag soll laut Überlieferung ab etwa 1511 von einem halbblinden Zisterziensermönch ausgeführt worden sein, der die Gebeine systematisch im Ossarium niederlegte. Insgesamt wurden die Überreste von rund 40.000 Menschen zusammengetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1703 und 1710 baute [[Johann Blasius Santini-Aichl]] den Eingangsbereich und einen Teil des Obergeschosses der Kirche im böhmischen [[Barock|Spätbarockstil]] um. Nach den [[Josephinismus|Josephinischen Reformen]] wurde die [[Schwarzenberg (fränkisch-böhmisches Adelsgeschlecht)|Fürstenfamilie Schwarzenberg]] auf das Kirchengebäude aufmerksam und kaufte es im 19. Jahrhundert auf. 1870 beauftragte sie den Holzschnitzer [[František Rint]] aus [[Česká Skalice|Skalitz]] mit der Innenausstattung des Ossariums auf eher ungewöhnliche Art und Weise: Nicht Holz diente Rint als Baumaterial, sondern die im Beinhaus eingelagerten Knochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innenausstattung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kutna Hora, Sedlec 4.jpg|mini|Blick auf einen der Knochenberge]]&lt;br /&gt;
[[František Rint]] schuf das gesamte Inventar mithilfe menschlicher Knochen. Hierfür benötigte er die Gebeine von rund 10.000 Menschen. Unweit der Eingangstür führt eine Treppe in das Untergeschoss des Kirchengebäudes. Auf beiden Seiten des Treppenabgangs stehen zwei fast menschengroße [[Kelch (Liturgie)|Abendmahlskelche]], ein Symbol der [[Hussitenkelch|Hussiten]]. Rechts, neben einem der Kelche, befindet sich ein aus Knochen und Schädeln geformtes [[IHS|Jesus-Monogramm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Raummitte des Untergeschosses hängt ein achtarmiger [[Kronleuchter|Lüster]], der nahezu sämtliche Knochensorten des menschlichen Körpers enthält. Unterhalb des Lüsters befinden sich vier [[Fiale]]n, bestückt mit jeweils 22 Schädeln. Das Gewölbe wurde mit mehreren Girlanden aus Schädeln und Oberarmknochen dekoriert; ähnliche Konstrukte finden sich als Wandschmuck und insbesondere an den [[Gurtbogen|Gurtbögen]] wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der linken Raumseite hängt das ebenfalls komplett aus Knochen gebildete Wappen der Familie Schwarzenberg. Es zeigt unter anderem einen Raben, der – symbolisch und in Anlehnung an die Kämpfe mit den [[Osmanisches Reich|Osmanen]] im 16. Jahrhundert – einem Schädel (in diesem Fall einem auf dem Schlachtfeld gefallenen Kämpfer) das linke Auge aushackt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hauptbestand der Gebeine wurde jedoch in den Nebenräumen konisch angehäuft, insgesamt vier gigantische Knochenberge zieren die Seitenschiffe des [[Souterrain]]s. In den Nischen links und rechts neben dem Hauptaltar stehen zwei [[Monstranz]]en. An manchen Schädeln, besonders an denen, die in der Nähe der Nebenaltäre lagern, sind deutliche Spuren der Gefechte während der [[Hussitenkriege]] zu erkennen ([[Dreschflegel#Dreschflegel als Waffe|Dreschflegel]], Fausthammer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rint selbst hinterließ seinen Namen – aus Knochen geformt – an einer Wand neben dem Treppenaufgang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; caption=&amp;quot;Innenausstattung&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sedlec Ossuary (17167200279).jpg|Kelch&lt;br /&gt;
Kostnice03.jpg|Wappen der Familie Schwarzenberg&lt;br /&gt;
TurksHeadCZ.JPG|Detail des Wappens der Familie Schwarzenberg&lt;br /&gt;
Sedletz-Ossarium.jpg|Der achtarmige Lüster&lt;br /&gt;
Kaple Všech svatých s kostnicí, hřbitovní (Sedlec) (3).jpg|Knochenberg&lt;br /&gt;
Interior of Sedlec Ossuary IMG 3342.JPG|Signatur von František Rint&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mediale Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Beinhaus Kutna Hora 1990.JPG|mini|Das Ossarium 1990]]&lt;br /&gt;
Im Jahre 1970, ein Jahrhundert nach Vollendung von František Rints Werk, erhielt der tschechische Künstler und Filmregisseur [[Jan Švankmajer]] den Auftrag, eine Dokumentation über das Beinhaus Sedlec anzufertigen. Das Endresultat umfasst eine 10-minütige Schwarzweiß-Produktion unter dem Titel „Kostnice“ (engl. Filmtitel „The Ossuary“), in hoher Schnittfrequenz, begleitet von getrennt aufgenommenen Erläuterungen einer Fremdenführerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später modifizierte Švankmajer die Dokumentation und ersetzte die Erzählerstimme durch eine kurze, sprachliche Einleitung sowie durch ein [[Jazz]]-Instrumental des tschechischen Musikers [[Zdeněk Liška]], das dieser ursprünglich dem Gedicht „Comment dessiner le portrait d’un oiseau“ von [[Jacques Prévert]] widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Jahrtausendwende traf das Ossarium vermehrt auf das Interesse der Filmindustrie. So diente es unter anderem als Kulisse für das Fantasy-Abenteuer [[Dungeons &amp;amp; Dragons (Film)|Dungeons &amp;amp; Dragons]] (2000) und war vier Jahre später in der Dokumentarfilmreihe [[Long Way Round]] zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 83. Buchfassung bzw. die 116. [[Hörspiel]]folge der [[TKKG]]-Reihe mit dem Titel „Klassenfahrt zur Hexenburg“ greift die Geschichte des Ossariums Sedlec in Form der „Hexenburg“ auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 2002 erschien das Beinhaus Sedlec in Band 1240 &amp;#039;&amp;#039;Das Knochenkreuz&amp;#039;&amp;#039; der [[Heftroman]]serie &amp;#039;&amp;#039;[[Geisterjäger John Sinclair]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der irische Autor John Connolly greift im 5. Band seiner Charlie-Parker-Reihe &amp;#039;&amp;#039;Der brennende Engel&amp;#039;&amp;#039; (2008 DE, Original: The Black Angel, 2005) das Beinhaus in Sedlec auf und baut historische Fakten von dessen Geschichte in seine fiktive Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kurzfilm „Ossarium“ des Filmemachers [[René Wiesner]] aus dem Jahr 2018 wurde zum Teil im Beinhaus Sedlec und darum gefilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Videospiel [[Kingdom Come: Deliverance II]] aus dem Jahr 2025 ist das Sedletzer Beinhaus einer der Handlungsorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem im September 2025 erschienenen Roman [[The Secret of Secrets]] erwähnt der US-amerikanische Schriftsteller [[Dan Brown]] das Ossarium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Renovierung ab 2023 ==&lt;br /&gt;
Seit 2023 laufen umfangreiche Sanierungen im Beinhaus. Es werden die sog. Pyramiden komplett neu aufgerichtet. Der Besucherbetrieb unterliegt dadurch kaum Einschränkungen. Einzig der barrierefreie Zugang zum Beinhaus ist nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sedlec Ossuary|Beinhaus Sedlec}}&lt;br /&gt;
* [https://www.sedlec.info/de/ Offizielle Webpräsenz] (cz, de, en)&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/reise/europa/boehmische-knochenkirche-haus-der-totenschaedel-a-306694.html Böhmische Knochenkirche] – Bericht von Spiegel Online&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=49/57/43/N |EW=15/17/18/E |type=landmark |region=CZ}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beinhaus|Sedlec]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friedhof in Tschechien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau im Okres Kutná Hora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal im Okres Kutná Hora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kutná Hora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grabbau in Tschechien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friedhof in Europa|Sedlec]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grabbau in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
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